Montag, 25. Juli 2016

Der neue Heilsbringer - Beruhigungspille im deutschen Terrorchaos

Mowitz
Der Leiter der Pressestelle der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins, leistet ungewöhnliches ohne größeren Chaos-Aufwand. Sein Erfolgsrezept: abwarten und Tee trinken. Ein Erfolgsrezept, das dafür sorgt, dass Ursachenforschung über Flüchtlingsströme wieder in Vergessenheit geraten können und ein weiterer Mantel des Vergessens über die Verbrechen und Untaten des Westens, die er im erdölreichen Nahen und Mittleren Osten den Menschen dort mit seinem Terror (Kriegen) auf seinen Beutezügen nach den Bodenschätzen Afrikas antut, gelegt werden kann. Endlich wieder Ruhe im heimischen Schuhkarton. Alles halb so schlimm! Wenns an der Heimatfront brennt, löschen wir das Feuer mit 'unserem' Marcus da Gloria Martins. Ganz unaufgeregt.

Deutschland hat seinen neuen, souveränen Ruheststifter, Marcus da Gloria Martins, gefunden und damit ist die Welt fürs Erste wieder im Lot. Nun gruselt es sich wieder schöner, unaufgeregter und scheinbar auch ungefährlicher für die Heimatvertriebenen aus Syrien, Irak, Libyen, Sudan, Mali, Afghanistan und dem terrorgeplagten, friedliebenden deutschen Volk, das alle Macht die von ihm laut Grundgesetz ausgehen soll, auch die Macht des Staatsterrors, in die Hände von rheinischen und uckermärkischen Frohnaturen ersatzlos gelegt hat. Man hat ja seinen Marcus da Gloria Martins, der die Lage beruhigt und sich wohltuend vom Polizeigewerkschafts-Detektiv, Nick Rainer Knatterton-Wendt, abhebt. Kriege können wieder schön und nicht ohne Heldendichtung angestiftet werden. Heil Dir im Siegerkranz! Die Welt ist nicht aus den Fugen, sondern scheinbar in Ordnung. Donnerlittchen!

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Nun kann es für deutsche Riesenpolitiker wieder richtig ungetrübt Spaß machen, die Siegeshymne "our way of life" in den zahlreichen Schwatzschaus vom fröhlichen bis tapferen Humpen der ARD und ZDF anzustimmen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben; das sie ja vorher auch schon nicht hatten. Bei Terrorgefahr fordert Bayerns Innenminister schon vorsorglich Bundeswehr-Einsatz im Inneren an. Ganz unaufgeregt. Wer auf den Empörungsaufschrei, "Rettet, was von der Demokratie noch zu retten ist," auf diejenigen wartet die es richten sollen, wird vergeblich warten. Jetzt wo wir Marcus da Gloria Martins, als obersten polizeilichen Beruhigungoffizier haben.

So schnell geht das. Für die Erhaltung oder Wiedereinführung der demokratischen Ordnung muss schon das Volk selbst sorgen. Und zwar ohne demütig als Bittsteller mit Petitionen aufzutreten. Der Souverän ist laut Grundgesetz das Volk. (Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.) Ein Souverän bittet nicht; er fordert. Neuwahlen zum Beispiel. Und zwar unmissverständlich.


FH

Sonntag, 24. Juli 2016

Manche mögen's heiß - Soros spekulativ

Mowitz
Der untote Multimilliardär und Großspekulant George Soros, 85 Jahre alt, macht sich zum wiederholten Mal große Sorgen, dass es nach dem Brexit mit Europa zu Ende geht, die EU in Lebensgefahr ist und Europa nur überleben kann, wenn es sich in einen Verbund verwandelt, dem sich auch London wieder anschließen könnte. (Soros lässt sich mit Vorliebe 'Großinvestor' titulieren, da ihm die richtige Bezeichnung 'Großspekulant' wohl zu un­prä­ten­ti­ös erscheint.)

So spricht ein Mann der die Welt mit Heuschrecken, Leerverkäufen und Spekulationen auf das britische Pfund das Fürchten vor dem Großspekulantentum im Kapitalismus gelehrt hat. (Er verkaufte Devisen, die ihm gar nicht gehörten, um von Abwertungen des Pfundes zu profitieren. [Siehe hier]. Eine Europäische Bankenunion haben wir schon seit Mai 2014 und ihr bislang auf nationalen Ebenen liegende Kompetenzen übertragen. Aber die Banken haben schon weit vor 2014 Staaten überommen. [Siehe hier].

Das ist die Spezies Mensch von der Kurt Tucholsky nicht ohne Spott meinte, "ein guter Bankier geht jeden Tag zur Börse, das ist das halbe Leben".

Desto dramatischer seine Bankensicht auf das Weltgeschehen:
„Die EU verfügt über unberührte Ressourcen, die eingesetzt werden können. Wann, wenn nicht jetzt, wo die Union zwischen Leben und Tod steht, sollte Brüssel diese einsetzen?”
Dabei vergisst der Mann geflissentlich, dass systemisch-wirtschaftlichen Krisen zum Kapitalismus gehören, wie Heuschrecken zu Hungersnöten. Er sieht sich auch nicht genötigt uns mitzuteilen welche unberührten Ressourcen er wohl meinen könnte. Unberührtes Papiergeld vielleicht? Das der europäische Steuerzahler schon seit Jahren Papiergeld-Milliarden durch die EZB für den Kauf von faulen Krediten ausgibt, um Banken und den Kapitalismus zu retten; darüber wird heute nur in 'Expertenkreisen' geredet. Eine zu komplexe Materie für die, die am Ende zahlen dürfen. Die Steuerzahler. Das gemeine Volk.

Und bedeutende Mitverursacher von Hungersnöten im Kapitalismus sind eben Leute wie Soros die Gewinne mit Blasen produzieren, die periodisch platzen und sie bestimmen auch die Systemregeln. Die darauf folgenden Krisen werden nicht von den Soros' dieser Welt gemeistert, sondern durch die Zerstörung der Sozialstaaten bezahlt, was wiederum Soros und seiner Spekulantenklasse ökonomisch zugute kommt. Fragt mal ganz aktuell die Griechen, wo das kapitalistische Plünderungssystem voll zum Tragen kommt.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Um zu wissen dass Banken Geschäfte machen, die sich im Bereich des Kriminellen bewegen muss man nicht Wirtschaftswissenschaften studiert haben. Der kurze Abriss der Nationalökonomie, geschrieben 1931 von Kurt Tucholsky ist lehrreicher und nützlicher als WiWi-Semester an den Universitäten zu absolvieren, die eher zweifelhaftes wirtschaftliches Wissen vermitteln.

Auch die heute wieder von vielen Geld, äh Goldwäschern angepriesene Goldeckung des Geldes als die Lösung aller Geldprobleme und Abschaffung der Altersarmut, behandelte Tucholsky kurz und konzis mit viel Humor in seinem Abriss:
"Das im Umlauf befindliche Papiergeld ist durch den Staat garantiert; dieses vollzieht sich derart, dass jeder Papiergeldbesitzer zur Reichsbank gehn und dort für sein Papier Gold einfordern kann. Das kann er. Die obern Staatsbankbeamten sind gesetzlich verpflichtet, Goldplomben zu tragen, die für das Papiergeld haften. Dieses nennt man Golddeckung".
Auch dass der Arbeiter für seine Arbeit einen Lohn haben muss, durchschaute Tucholsky damals schon klug und weitsichtig als eine Theorie, die bereits allgemein fallen gelassen worden war.

Den deutschen Export beschreibt er so treffsicher, dass Schäuble, würde er anstatt seine Sparbankbücher, mal Tucholsky lesen, Tucholsky-Literatur auf den Index setzen. Dann dürften seine Werke weder erscheinen, noch gelesen werden.
"Eine wichtige Rolle im Handel spielt der Export, Export ist, wenn die andern kaufen sollen, was wir nicht kaufen können; auch ist es unpatriotisch, fremde Waren zu kaufen"
¨Der Grexit ließ schon damals grüßen, bevor es ihn überhaupt gab. Heute schreiben WiWi-Professoren lange Aufsätze über den Export, die sie selber nicht verstehen. Auch das Kreditsystem verstand er besser als Schäuble und viele Wirtschaftsprofessoren die heute im Finanzministerium zwischendurch noch atmen:
"Jede Wirtschaft beruht auf dem Kreditsystem, das heißt auf der irrtümlichen Annahme, der andre werde gepumptes Geld zurückzahlen. Tut er das nicht, so erfolgt eine sog. 'Stützungsaktion', bei der alle, bis auf den Staat, gut verdienen. Solche Pleite erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben. Weiter hat sie ja dann auch meist nichts mehr".
Die Börse nimmt Tucholsky scharf auf's Korn, gesteht ihr aber trotzdem eine Rolle zu. Die Rolle die einer Reihe aufgeregter Herren den Spielklub und das Restaurant ersetzen; die frommem gehn außerdem noch in die Synagoge:
"Die Börse sieht jeden Mittag die Weltlage an: dies richtet sich nach dem Weitblick der Bankdirektoren, welche jedoch meist nur bis zu ihrer Nasenspitze sehn, was allerdings mitunter ein weiter Weg ist. Schreien die Leute auf der Börse außergewöhnlich viel, so nennt man das: die Börse ist fest. In diesem Fall kommt – am nächsten Tage – das Publikum gelaufen und engagiert sich, nachdem bereits das Beste wegverdient ist. Ist die Börse schwach, so ist das Publikum allemal dabei. Dieses nennt man Dienst am Kunden. Die Börse erfüllt eine wirtschaftliche Funktion: ohne sie verbreiteten sich neue Witze wesentlich langsamer".
Eine allgemeine Verbreitung der Schriften Tucholskys könnte das Volk immun gegen das staatlich und privat verordnete Geschwätz der Lügen- und Pornopresse machen. Tucholsky lesen bedeutet eigene Gedanken zu  entwickeln und sie sogar selbst zu formulieren. Anstatt manipuliert zu werden. Darum waren seine Bücher während der Nazizeit auch verboten und wurden öffentlich mit Werken anderer kritischer Literaten, z.B. von Karl Marx, öffentlich verbrannt. Die Angst der Faschistenklasse vor großen und freien Geistern manifestierte sich damals im Bücherindex und Bücherverbrennungen. Heute ersetzt das Pornogeschäft die Funktion von Index und Bücherverbrennung bei der 'freien' Bücherwahl. Ein Riesengewinn für die Manipulationsklasse. Ein Verlust für die Manipulierten, die Chaos weiterhin allein den bankcertifizierten Manipulanten überlassen.
"Die einen haben nichts zu essen und machen sich darüber Gedanken, das kann zur Erkenntnis ihrer Lage führen: und das ist dann Marxismus; die andern haben zu essen und machen sich keine Gedanken darüber: und das ist dann die offizielle Religion. So verschieden ist es im menschlichen Leben! Peter Panter, Die Weltbühne, 14.04.1931, Nr. 15, S. 542, wieder in: Lerne Lachen".

FH

Samstag, 23. Juli 2016

Mutmaßlicher Täter wie immer tot - Diesmal durch Selbstauflösung

Mowitz
Zuerst die Tragik: Ein 18-jähriger Deutsch-Iraner soll laut Presseberichten, die sich wiederum auf die Münchner Polizei berufen, mindestens neun unschuldige Menschen getötet haben und dann sich selbst. Drei Schwerverletzte und 13 Leichtverletzte werden noch in Krankenhäusern behandelt. Und dass der mutmaßliche Täter allein gehandelt habe. Das scheinen die einzig sicheren Erkenntnisse bisher zu sein, die zutiefst zu betrauern sind und polizeilich gesichert sein sollen.

Bis man Beweise findet die das Gegenteil behaupten und zufällig auf eine schnelle Radikalisierung des Deutsch-Iraners in den letzten paar Tagen vor der Tat hindeuten. Was er selbst dazu zu sagen hätte, wird die Allgemeinheit, wie fast in allen ähnlich gelagerten Fällen von "Terrorakten", nie erfahren. Tote schweigen für immer, wenn sie nicht noch vorher schnell ein Bekennerschreiben hinterlegt haben, das in der Wohnung gefunden wird und die 'Hintergünde' der Tat akribisch erklärt.

Im ZDF zeigte gestern Abend der zutiefst 'investigativ' veranlagte Journalist Klaus Kleber ein Video der Marke gruselig, wo zwei nicht erkennbare Personen sich unverständlich lauthals anschrien. Einer schrie aus einem Fenster, der mutmaßliche Täter auf dem Dach eines gegenüberliegenden Hauses, schrie Unverständliches zurück. Sozusagen stimmungserzeugender 'Situations- Komik Journalismus' vom Feinsten.

Medienanalyse hat einen Link auf den verkürzten Ausschnitt des Geschehens gelegt, den ich hier weiterreiche. Auch warum so viele Hubschrauber über München kreisten, bekommt auf Medienanalyse eine überraschende Antwort.

Und zum Schluss noch eine chaoserzeugende Meldung von Spon: Syrien: Russische Jets sollen US-Stützpunkt angegriffen haben. Und das nachdem der Vorfall mehr als einen Monat lang Verschlusssache war. Ein dreifaches Donnerlittchen für die schwere Geburt einer Meldung, die mir schwer fällt auch zu glauben.

FH

Globaler Terrorismus
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de