Freitag, 28. November 2014

Totaler Krieg in der Ukraine: NATOs 'endgültige Offensive'

Professor James Petras
Global Research
Es gibt klare Anzeichen, dass in der Ukraine ein großer Krieg ausbricht: Ein Krieg, der aktiv von den NATO-Regimen gefördert und von ihren Alliierten und Marionetten in Asien (Japan) und dem Nahen Osten (Saudiarabien) unterstützt wird. Der Krieg um die Ukraine wird im wesentlichen darum gehen, eine umfassende militärische Offensive gegen die südöstliche Donbas-Region zu führen, gegen die unabhängigen Ukraine-Russland-Volksrepubliken Donetsk und Lugansk mit der Absicht, die demokratisch gewählten Regierungen abzusetzen, die Volksmilizen zu entwaffnen, die Partisanen und ihre Massenbasis zu töten, die repräsentativen Organisationen des Volkes aufzulösen und mit der ethnischen Säuberung von Millionen zwei-sprachigen ukrainisch-russischen Bürgern zu beginnen.

Diese kommende Eroberung der Donbas-Region durch die NATO ist eine Fortführung und Ausweitung ihres ursprünglich gewalttätigen Putsches in Kiew, der im Februar die gewählte ukrainische Regierung stürzte.

Die Kiewer Junta und ihre kürzlich 'gewählten' Marionetten-Herrscher sowie ihre NATO-Sponsoren sind an einer großen Säuberungsaktion interessiert, um die Poroschenko-Diktatur zu konsolidieren. Die kürzlichen NATO-geförderten Wahlen schlossen mehrere große politische Parteien aus, die traditionell die großen ethnischen Minoritäten unterstützten. Sie wurden im Donbas boykottiert. Diese Schein-Wahl in Kiew hat den Ton angegeben für den nächsten Zug der NATO, die Ukraine in eine gigantische multi-Zweck-Militär-Basis gegen das russische Herzland in eine neo-Kolonie für das deutsche Kapital zu verwandeln, die an Berlin Getreide und Rohmaterialien liefert und als eigener Markt für deutsche Fertigprodukte dient.

Der Westen wird von einem immer intensiveren Kriegs-Fieber erfasst; die Konsequenzen werden stündlich schwerwiegender.

Kriegszeichen: Die Propaganda und Sanktions-Kampagne, der G-20 Gipfel und der militärische Aufmarsch

Das öffentliche Getrommel für die Ausweitung des Konfliktes, vor allem seitens der Kiew-Junta und ihren faschistischen Milizen, findet täglich Widerhall in allen westlichen Medienorganen. Große Massenpropaganda-Mühlen und Regierungs- 'Sprecher und Sprecherinnen' veröffentlichen oder erklären neue aufgebauschte Berichte über die wachsenden russischen Drohungen für ihre Nachbarn und Invasionen in die Ukraine. Neue russische Übertretungen werden von den nordischen und baltischen Staaten bis zum Kaukasus hinunter 'gemeldet'. Das schwedische Regime schafft ein neues Niveau von Hysterie über mysteriöse "russische" Uboote vor Stockholms Küste, die nie identifiziert oder geortet werden - von bestätigten 'Sichtungen' ganz zu schweigen. Estland und Litauen behaupten, russische Flugzeuge verletzten ihren Luftraum - keine Bestätigung. Polen weist russische "Spione" aus, ohne Beweise oder Zeugen. Provokative umfassende NATO-Militärübungen finden entlang der russischen Grenze in den baltischen Staaten, Polen, Rumänien und der Ukraine statt.

Die NATO schickt riesige Waffenlieferungen an die Junta, zusammen mit Beratern für "Spezialeinheiten" und Experten für Aufstandsbekämpfung in Vorwegnahme eines totalen Angriffs gegen die Rebellen im Donbas.

Das Kiew-Regime hat sich nie an das Minsker- Waffenstillstandsabkommen gehalten. Laut Büro des UN-Menschenrechtsbüros sind durchschnittlich jeden Tag 13 Leute getötet worden, insgesamt in 8 Wochen 957 Menschen, überwiegend durch die Kiewer bewaffneten Streitkräfte.

Das Kiewer Regime seinerseits hat alle grundlegenden sozialen und öffentlichen Dienstleistungen für die Volksrepubliken eingestellt, wie Strom, Treibstoff, Beamtengehälter, Pensionen, medizinische Versorgung, Gehälter für Lehrer und medizinisches Personal, kommunale Angestellte; das Bank- und Transportwesen ist blockiert worden.

Bei der Strategie geht es darum, die Infrastruktur noch mehr zu zerstören, noch größere Menschenmassen zur Flucht zu zwingen aus den dicht bevölkerten Städten über die Grenze nach Russland, sowie massive Angriffe zu Luft, mit Raketen, Artillerie und Bodentruppen gegen städtische Zentren und Rebellengebiete zu starten.

Die Kiew Junta hat im Westen mit einer umfassenden Mobilisierung begonnen, begleitet von rabiaten anti-russischen und anti-orthodoxen Kampagnen, womit die gewalttätigsten und rechtesten Chauvinisten-Gangster gewonnen und in die nach Nazi-Muster organisierten Brigaden als Stoßtruppen eingegliedert werden sollen. Die zynische Benutzung von irregulären faschistischen Milizen "befreien" die NATO und Deutschland von jeder Verantwortung für unausweichlichen Terror und Gräuel.

Dieses System der 'plausiblen Bestreitbarkeit' spiegelt die Taktik der deutschen Nazis wieder, deren Horden faschistischer Ukrainer und Ustascha-Kroaten zu ihrer Zeit berüchtigt waren für ethnische Säuberungen.

G-20-plus-NATO: Unterstützung für den Kiew-Blitz

Um den Widerstand im Donbas zu isolieren und zu schwächen und einen Sieg des bevorstehenden Kiew--Blitzes zu sichern, intensivieren die EU und die USA ihren ökonomischen, militärischen und diplomatischen Druck auf Russland, damit es die heranwachsenden Volksdemokratien im Südosten der Ukraine aufgibt.

Jede einzelne Eskalation der ökonomischen Sanktionen gegen Russland hat zum Ziel, die Fähigkeit des Donbas und ihrer Widerstandskämpfer, ihr Heim, ihre Städte und Dörfer zu verteidigen, zu schwächen. Jede einzelne neue russische Lieferung an wichtigen Medikamenten und Nahrung für die belagerte Bevölkerung ruft einen neuen und noch größeren hysterischen Ausbruch hervor - weil es der Kiew-NATO-Strategie, die Partisanen und ihre Massenbasis auszuhungern, sich zu ergeben oder zu fliehen zuwiderläuft.

Nachdem das Kiew-Regime eine Serie von Niederlagen erlitten hatte, beschloss es mit den NATO-Strategen, ein 'Friedens-Protokoll' zu unterzeichnen, das sogenannte Minsker Abkommen, um den Vormarsch des Donbas-Widerstands aufzuhalten und seine eingekesselten Soldaten und Milizen zu retten. Das Abkommen diente der Junta, ihre Armee zu stärken, die Kommandostruktur neu zu organisieren und die vereinzelten Nazi-Milizen in die Armee einzugliedern für die 'endgültige Offensive'. Kiews militärischer Aufbau im innern und NATOs Steigerung der Sanktionen von außen waren die zwei Seiten einundderselben Strategie: der Erfolg einer frontalen Attacke gegen den demokratischen Wierstand im Donbas hängt von der Minimalisierung der russischen militärischen Unterstützung ab durch internationale Sanktionen.

Die bösartige Feindschaft der NATO gegen Putin stand auf dem G-20 Treffen in Australien in voller Blüte: die Drohungen und offenen persönlichen Beleidigungen der an die NATO gebundenen Präsidenten und Premiers, besonders Merkel, Obama, Cameron, Abbott und Harper, liefen parallell zur Hungerblockade der Rebellen im Südosten der Ukraine. Sowohl die ökonomischen Drohungen des G-20 gegen Russland und die diplomatische Isolierung Putins sowie Kiews ökonomische Blockade sind Vorspiele für die Endlösung der NATO der physischen Vernichtung des Donbas-Widerstands, der Volksdemokratie und der kulturell-ökonomischen Bindungen mit Russland.

Kiew ist von seinen NATO-Mentoren abhängig, um eine neue Runde ernster Sanktionen gegen Russland zu verhängen, besonders wenn es gegen einen gut bewaffneten und robusten Massen-Widerstand, mit russischer Hilfe aufgepeppt, antreten will. Die NATO rechnet mit Kiews erneuerten und neu-ausgerüsteten Armee und dass sie den Widerstand brechen kann.

Die NATO hat auf eine "alles-oder-nichts-Kampagne" gesetzt: die gesamte Ukraine zu besetzen, und wenn das nicht klappt, den widerspenstigen Südosten zu zerstören, seine Bevölkerung und produktive Kapazität auszulöschen und einen totalen ökonomischen (und möglicherweise Schussswechsel) Krieg mit Russland einzugehen. Kanzlerin Merkel hat diesem Plan zugestimmt, trotz der Klagen der deutschen Industrie-Bosse über ihre großen Export-Verluste nach Russland. Frankreichs Hollande hat unterschrieben und hat die Klagen der Gewerkschaften über tausende verlorene Arbeitsplätze auf den Werften beiseitgewischt. Premier David Cameron ist eifrig für einen ökonomischen Krieg gegen Moskau und schlägt den Banken der City of London vor, neue Kanäle zu finden, um die illegalen Gewinne der russischen Oligarchen zu waschen.

Die russische Antwort

Die russischen Diplomaten suchen verzweifelt nach einem Kompromiss, der es Ukraines russisch-sprachigen Bevölkerung erlaubt, Autonomie zu erhalten in einer Föderation und in einer neuen nach-Putsch-Ukraine Einfluss zurückzugewinnen. Russische Militärstrategen haben dem Widerstand logistische und militärische Hilfe geleistet, um die Wiederholung eines Odessa-Massakers an ethnischen Russen durch die Faschisten zu vermeiden. Vor allem kann Russland es sich nicht leisten, an seinem südlichen "Unterleib" NATO-Nazi-Kiew Militärbasen zu haben, die über die Krim eine Blockade verhängen und einen Massenexodus ethnischer Russen aus dem Donbas provozieren.

Putin versuchte, Kompromisse vorzuschlagen, indem er dem Westen ökonomische Vorherrschaft in der Ukraine zugestand, aber ohne eine NATO-militärische Expansion und Absorption von Kiew.

Diese Politik der Versöhnung ist wiederholt gescheitert

Das demokratisch gewählte 'Kompromiss-Regime' in Kiew wurde im Februar 2014 durch einen gewaltsamen Putsch gestürzt, der eine pro-NATO-Junta installierte.

Kiew verletzte das Minsker Abkommen straflos und mit Ermutigung der NATO- Mächte und Deutschlands.

Der jüngste G-20 Gipfel in Australien ergab eine Volksverhetzung gegen Putin. Das entscheidende vierstündige private Treffen zwischen Putin und Merkel endete in einem Fiasko, als Deutschland in den NATO-Chor einfiel.

Putin antwortete am Ende, indem er die Bereitschaft der russischen Luft- und Bodentruppen entlang der Grenzen erhöhte und die ökonomische Ausrichtung nach Asien beschleunigte.

Besonders wichtig ist, dass Präsident Putin erklärte, dass Russland nicht zuschauen und zulassen kann, wie ein ganzes Volk in der Donbas-Region massakriert wird.

Soll Poroschenkos bevorstehender Blitz gegen das Volk der Südostukraine eine russische Antwort auf die humanitäre Krise provozieren? Wird Russland die NATO-geführte Kiew-Offensive konfrontieren und einen totalen Bruch mit dem Westen riskieren?

Übersetzung: Einar Schlereth

Mehr zum Thema:
Video: Krieg mit Russland? Das könnte die NATO erwarten - Moderne russische Waffensysteme.....

Donnerstag, 27. November 2014

Sahra Wagenknecht: Schwarze Null bei der Neuverschuldung "Ausdruck für Wirtschafts-Nullkompetenz"

Wichtelmänner: Illustration aus Grimms Märchen (1915)
Wikimedia, gemeinfrei
Sahra Wagenknecht, intellektuelle Frontfrau und wortgewaltiges Aushängeschild der Linken, kanzelte in der gestrigen Generaldebatte des Bundestages die amtierende Kanzlerin Merkel und ihren Stellvertreter Gabriel auf Wichtelmännergröße zusammen.

Zur Riesterrente: "Hören Sie auf die Rentenkasse mit öffentlichem Geld für Betrugsprodukte zu verschleudern.....

Über Merkels Russland-Politik: Sie haben Deutschland in eine Neuauflage des Kalten Krieges mit Russland getrieben der das politische Klima vergiftet und den Frieden gefährdet.... Bei dem Flächenbrand vor dem Merkel warne, sollte sie doch bedenken, dass sie (Merkel) es selbst sei, die zu denen gehöre, die mit brennendem Zündholz herumlaufen.

Der Schlag saß! Haargenau und mitten auf den Solarplexus!

Über Merkels US-Vasallentreue: Der Handel zwischen den USA und Russland ist in diesem Jahr gestiegen, während der Handel Russlands mit Deutschland und Europa massiv eingebrochen ist.....

Zu Gabriels Verhandlungslinie bei den geplanten Freihandelsabkommen TTIP-TAFTA mit den USA sagte sie: Der Wirtschaftsminister Gabriel führt einen unglaublichen Eiertanz auf um der Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen. Große Sondergerichte für große Konzerne können bald für jede Erhöhung des Mindestlohnes und jedes Umweltschutzgesetz den deutschen Staat vor den Kadi ziehen. (Alles im Namen des Investorenschutzes). Ziel dieser Abkommen ist im Kern: Löhne, Sozialstandards und Verbraucherschutz noch weiter auf Sinkflug zu schicken, und den Kapitalismus endgültig vor den Zumutungen der Demokratie zu schützen. Das brauchen wir wirklich nicht. Dann kann man gleich auf Wahlen und Parlamentarismus verzichten.

Wieso, so darf man wohl fragen, tut sich Die Linke Katja Kipping und Bernd Riexinger als Parteivorsitzende an, wenn man eine Sahra Wagenknecht in den eigenen Reihen hat? Ist mir da was entgangen, oder tritt da vielleicht ein parteiinterner Masochismus zutage, dem Gysi sich neulich durch seine überstürzte Flucht auf den Lokus entziehen wollte? Vielleicht überwiegen die Repräsentanten des selbstquälerischen Mittelmaßes in der Partei, der den Glauben an eine linke Zukunft schon lange ad acta gelegt hat, und davon träumt die Nachfolge der S?PD anzutreten.

Hört Euch Wagenknechts ganze Rede an!

FH