Mittwoch, 13. August 2008

Deutscher Experte: Saakaschwili wollte mit Krieg Georgiens NATO-Beitritt forcieren

MOSKAU, 13. August (Michail Logvinov für RIA Novosti). Nach Angaben des deutschen Russland-Experten Alexander Rahr versuchte Georgiens Präsident Michail Saakaschwili mit der Konflikteskalation in Südossetien einen schnellen NATO-Beitritt zu bewirken.

"Er weiß, er hat dazu jetzt ein halbes Jahr Zeit. Präsident Bush ist offen für einen Beitritt Georgiens zur Nato. Was der Nachfolger tun wird, weiß man nicht. Deshalb muss Saakaschwili jetzt Südossetien und Abchasien mit Georgien vereinen, die beiden separatistischen Republiken, die sich seit 20 Jahren losgelöst haben.

Ohne die Lösung der internen Konflikte wird es keinen Nato-Beitritt Georgiens geben", sagte der Experte im Interview mit MDR aktuell.

"Saakaschwili glaubt, es noch unter dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush schaffen zu können. Wenn der demokratische Kandidat Barack Obama an der Macht sein sollte, wird der georgische Beitritt zur Nato erstmal auf mehrere Jahre verlegt. Die Nato kann nur Staaten aufnehmen, die keine separatistischen Probleme auf ihren Territorien haben.

Es klingt wahnsinnig, dass jemand einen Krieg führt, um in die Nato zu kommen. Aber bis die Frage um die separatistischen Republiken Südossetien und Abchasien nicht gelöst ist, kommt Georgien nicht hinein", so Rahr im Interview mit dem "Stern".

Dem Experten zufolge ist nicht auszuschließen, dass es zwischen der EU und Russland zu einem Kalten Krieg kommen kann.

Quelle: RIA Novosti

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