Samstag, 18. April 2009

"Verschon mein Haus, zünd andre an!"

Trennung von Opel und General Motor läuft auf Hochtouren
Massiver Arbeitsplatzabbau und Werksschließungen bei Opel in Europa

Von Dietmar Henning

Während die US-Regierung unter Barack Obama General Motors (GM) in die Insolvenz drängt, treiben die europäischen Gewerkschaften und Betriebsräte die Trennung Opels vom amerikanischen Mutterkonzern voran. Die Eigenständigkeit Opels ist mit massiven Kürzungen bei Löhnen und Arbeitsplätzen verbunden. Auch Werksschließungen werden diskutiert.

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Obama-Regierung GM aufgefordert hat, in den nächsten zwei Monaten die Insolvenz einzuleiten. GM soll in einen "guten" Teil, der einige profitable Unternehmensteile zusammenfasst, und in einen "schlechten" aufgespalten werden. Darin will sich GM vor allem der sozialen Leistungen für die GM-Arbeiter wie etwa die Pensionszahlungen für ihre ehemaligen Beschäftigten entledigen.

Die Gewerkschaft IG Metall und die Betriebsräte in Deutschland reagieren darauf, indem sie ihren Plan, eine europäische Opel AG zu gründen, noch vehementer verfolgen.

Opel gehöre zum "guten Teil von GM", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende und stellvertretende Aufsichtsratschef Klaus Franz. "Opel landet in einem vollkommen neuen Topf - als eigenständiges Unternehmen in Europa, mit einem Investor und staatlichen Bürgschaften." Man benötige einen Investor und staatliche Bürgschaften von der Bundesregierung. Die Betriebsräte sind krampfhaft bemüht, die Arbeiter mit zahlreichen Meldungen über potentielle Investoren vor allem aus den arabischen Ländern zu beruhigen.

Am Freitag letzter Woche kam der Opel-Aufsichtsrat, der zur Hälfte mit Gewerkschaftsvertretern und Betriebsräten besetzt ist, in einer Telefonkonferenz zusammen und verabredete ein schrittweises Vorgehen, um die Trennung Opels von GM einzuleiten. Verschiedene Szenarien und Modelle wurden durchgesprochen, die aber alle eines gemeinsam hatten: einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen, drastische Lohnkürzung und Verschlechterungen der Schichtzeiten und Arbeitsbedingungen.

Das "Rettungsboot für Opel" sei fertig, sagte ein "Insider" im Gespräch mit dem deutschen Fernsehen (ARD).......

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