Samstag, 16. Mai 2009

Presseerklärung des Verbandes deutscher Kinderschänder


Karikatur:© Kostas Koufogiorgos

von @ 19:31. abgelegt unter Humor, Kriminalität, Deutschland, Medienmanipulation

Mein Parteibuch hat gegen die Petition zur Verhinderung der Einführung von Internetsperren vom Verband deutscher Kinderschänder eine Presseerklärung zur Unterstützung der Bundesregierung bei der Einführung des Uschi-Filters bekommen.

Aufruf zur Unterstützung von Internetsperren

Als Verband deutscher Kinderschänder rufen wir alle Bürger Deutschlands dazu auf, das Vorhaben der Bundesregierung zur Einführung von Internet-Sperren zu unterstützen. Die Internetsperren sind, wie Wirtschaftsminister Freiherr von und zu Guttenberg, sich ausdrückte, in vielerlei Hinsicht sehr wichtig. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

Internetsperren sind zum einen natürlich ein wertvoller Beitrag dazu um das Persönlichkeitsrecht und das Recht am eigenen Bild unsere Mitglieder zu schützen. Diese Rechte schützen unsere Mitglieder davor, dass sie zufällig im Internet von Nachbarn oder Kollegen in einer eindeutigen Situation wiedererkannt werden.

Zum anderen sind Internetsperren aber auch ein entscheidender Beitrag dazu, um das Risiko einer Staatskrise zu vermeiden. Wie gefährlich das Bekanntwerden von Kindesmissbrauch und Zwangsprostitution von Kindern für das Ansehen des Staates ist, war in Deutschland im sogenannten Sachsensumpf bereits ansatzweise zu sehen. Nur mit viel Mühe und Geschick ist es Politik, Justiz und Presse in einer konzerntierten Aktion gelungen, die Opfer zum Schweigen zu bringen und die Anschuldigungen gegen hochrangige Vertreter des Staates aus Politik, Justiz und Polizei im Nirvana versickern zu lassen. Dass sich Krisen um Kindesmissbrauch leicht zu einer Staatskrise ausweiten können, konnte die ganze Welt in den 90er Jahren bei der Dutroux-Affäre in Belgien sehen. Da gab es Großdemonstrationen von Hunderttausenden von Menschen, die die Justiz dazu zwingen wollten, auch dann effktiv zu ermitteln, wenn Adelige, hochrangige Politiker, Juristen und Militärs durch Aussagen von Kindern als Kinderschänder belastet wurden. Die Ermittlungen konnten erst nach langer Zeit begraben werden und nur mit Mühe gelang es dort, nicht gegen Unberührbare wie Mitglieder des Königshauses, Minister und höchste Richter wegen Kinderschändung ermitteln zu müssen und stattdessen die Opfer zu verfolgen.

Damit solche Situationen, wo Adelige, Politiker und Juristen in eine existenzielle Krise geraten können, in Deutschland gar nicht erst aufkeimen, müssen wirksame Techniken zum Filtern des Internets etabliert werden. Die Sperrliste kann dabei, wie Justizministerin Brigitte Zypries es ankündigte, nur ein erster Schritt sein. In Zukunft werden viel feinkörnigere Maßnahmen notwendig sein, um es Bürgern unmöglich zu machen, die Geschichte aus der Perspektive der Opfer zu hören. Es darf nicht sein, dass sich jeder im Internet selbst aus Primärquellen informiert und dabei die Qualitätspresse übergeht, die mit unserem Verband der Kinderschänder dank zahlreicher personeller Verflechtungen schon lange gut zusammenarbeitet.

Liebe Mitbürger, wir rufen Sie dazu auf, uns in unserem Kampf für Internetsperren zu unterstützen. Unterstützen Sie unsere Ministerin Ursula von der Leyen und unseren Minister Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg dabei, vorgeblich zum Wohle von Kindern handelnde Lobby-Organisationen in unserem gemeinsamen Kampf für Internetsperren einzuspannen und unterschrieben Sie deren Unterschriftslisten für das Filtern des Internets. Helfen Sie uns dabei, Opfer von Kinderschändern auch im Internet zugunsten der Staatsräson und des Persönlichkeitsrechtes der Täter mundtot zu machen.

Die Mitglieder des Verbandes der deutschen Kinderschänder danken es Ihnen.
Der Vorstand - Verband deutscher Kinderschänder

Natürlich ist diese Presseerklärung nur ein Fake. Die derbe Satire hat jedoch einen sehr ernsten Hintergrund.

Bereits vor einigen Wochen hat Mein Parteibuch über die erstaunlichen Unterschiede im Umgang mit Kinderpornografie und der im Sachsensumpf bekannt gewordenen Zwangsprostitution von Kindern und Jugendlichen berichtet, wo hochrangige Juristen beschuldigt wurden, Freier eines Kinderbordells gewesen zu sein und von Politik, Justiz und Medien in erster Linie die Opfer wegen angeblicher Verleumdung verfolgt wurden.

Bei der Dutroux-Affäre, die nach den aufgeflogenen Kindermorden von Marc Dutroux Belgien in den 90er Jahren in Atem gehalten hat, gab es Aussagen zahlreicher Zeugen, die beschrieben haben, dass ein Kinderschänder-Netzwerk existiert, wo höchste Kreise gemeinsam Kinder missbrauchen. Eine kritische und mit zahlreichen Quellenangaben belegte Zusammenfassung der Dutroux-Affäre findet sich bei der ISGP in englischer Sprache. In deutscher Sprache gibt es leider nichts vergleichbares.

Regina Louf, eine als Kind zwangsprostituierten und entsetzlich missbrauchten Zeuginnen, beschrieb im Rahmen der Dutroux-Affäre den Hintergrund dieses Netzwerkes, dessen Zusammenhalt auf der gegenseitigen Erpressbarkeit der Kinderschänder basiert, folgendermaßen:

In Brüssel gab es eine Villa, wo ein Raum mt versteckten Kameras versehen war. Selbst in den 70er Jahren waren diese Kameras so gut versteckt, dass nur die Personen, die sie warteten und die Kindernutten wussten, wo die Kameras waren… Warum musste ich dafür sorgen, dass die Typen klar ins Bild kamen, warum sollte ich sie dazu bringen, mich zu schlagen und brutal zu vergewaltigen? Warum war “gewöhnlicher” Sex oft nicht genug? … Erpressung, das Wort wurde nie erwähnt, ich bgeann das erst zu begreifen als ich dreizehn, vierzehn Jahre alt war. Die Deals zwischen den Kinderschändern wurden ausgehandelt bevor ich mit ihnen zu Bett ging, während ich mit ihnen am Tisch saß - wie eine Karotte vor dem Esel, um ihn dazu zu bringen, schneller zu laufen - oder nach dem Sex. Als Appetitanreger oder Dessert, das machte keinen Unterschied für mich, für sie war das ein Weg, um sich gegenseitig dazu zu bringen, sich an die gemachten Verträge zu halten, ungeschriebene Verträge mit einer einormen Bindungskraft. Weil, wenn du einmal Sex mit einem Kind hattest, dann bist du gebrandmarkt … außer es halten alle beteiligten ihren Mund geschlossen. Dann schmeckt nichts süßer als ein Kind, wie einer der Kinderschänder einmal bemerkte. Verträge zwischen der Geschäftswelt und der politischen Welt, Verträge zwischen Geschäftsleuten untereinander, Betrug mit Tochterfirmen oder Lizenzen, der Aufbau von Scheinfrmen, kriminelle Verträge wie Waffenhandel … alles war möglich. Und immer endete es mit Sex und Kindern … Bilder wurden gemacht, als Jux, damit beide Parteien ihre Verträge einhielten …(Quelle: ISGP - Übersetzung aus dem Englischen: Mein Parteibuch)

Die von Regina Louf beschriebene kriminelle Logik hinter dem organisierten Kindesmissbrauch ist erschreckend schlüssig. Der Ausdruck sexueller Missbrauch ist für die Erlebnisse, von denen Regina Louf berichtete, allerdings eine Verharmlosung. Die Aussagen von Regina Louf beschrieben neben dem gemeinsam betriebenen Kindesmissbrauch unter anderem die Ermordung von Kindern auf Parties, Verstümmelungen und Vergewaltigungen von Kindern durch Tiere zur Belustigung der Zuschauer.

Zahlreiche andere Missbrauchsopfer berichteten unabhängig voneinander und ohne die Aussagen anderer Missbrauchsopfer zu kennen, sehr ähnliche Ereignisse, sie nannten zum Teil die gleichen Personen als Täter und Anwesende auf den “Kindersexparties”, wussten Details zu ungeklärten Mordfällen von Kindern, die nie veröffentlicht waren, konnten andere Opfer richtig identifizieren und beschrieben mit zutreffenden Detailangaben Orte des Missbrauchs. Die nach der Enttarnung von Marc Dutroux gefundenen Kinderleichen zeugten zudem unwiderlegbar davon, dass Kinder in Belgien entführt, missbraucht und ermordet wurden.

Regina Louf und andere Missbrauchsopfer nannten zahlreiche Namen von Personen, von denen sie behauptet haben, durch sie missbraucht worden zu sein. Darunter waren neben den im Kriminalfall Dutroix beschuldigten bekannten Kriminellen unter anderem hochrangige Politiker bis hin zum Regierungschef und Justizminister von Belgien, Adelige bis hin zu Mitgliedern der Königsfamilie, Polizisten in leitenden Positionen und höchstrangige Richter. Eine Übersicht von Personen, die durch die Zeuginnen beschuldigt wurden, findet sich bei der ISGP.

Herausgekommen ist außer der Verurteilung von Marc Dutroux praktisch nichts. Immer wieder gab es unerklärliche Pannen und Schlampereien in Polizei und Justiz, die den verdacht der vorsätzlichen Sabotage von Ermittlungen naheliegend machten. Gegen die höchsten Repräsentanten des Staates Belgien wurde jedoch trotz Massendemonstrationen nie ernsthaft ermittelt. 27 Zeugen, die im Prozess aussagen wollten, sind vorher ermordet worden oder zufällig gestorben. Die missbrauchten Zeuginnen wurden von Medien, Justiz und Politik unglaubwürdig gemacht und von der Justiz sehr engagiert mit dem Vorwurf der Verleumdung verfolgt.

Im Verlaufe der Ermittlungen zeigten sich personelle Verbindungen zu nationalen und internationalen kriminellen Netzwerken wie die Bande von Nijvel und Netzwerken von Unantastbaren wie Gladio. Wer mehr über die internationalen Verbindungen lesen möchte, die im Rahmen der Dutroux-Affäre in Ansätzen ans Licht gekommen sind, dem sei der englischsprachige Artikel: Belgian “Nebuleuse” tied to child abuse networks, Iran Contra and the BCCI’s “Black Network” empfohlen.

In Deutschland machen nun die Bundesregierung und zahreiche Organisationen, die sich das Kindeswohl auf die Fahne geschrieben haben, ernst. Es wird nun gegen die erfolgreiche Online-Petition zur Verhindung von Internetsperren eine sinnfreie PR-Kampagne für die Einführung von Internet-Filtern geben. Es wird allerdings nichts unternommen, um den Opfern sadistischer pädophiler Netzwerke, wie es in der Dutroux-Affäre ans Licht gekommen ist, politische Rückendeckung, juristischen Schutz und mediale Unterstützung zu geben, den sie brauchen, um gefahrlos ihre schrecklichen Erlebnisse erzählen zu können. Schutz für aussagebereite Opfer wäre sicherlich eine der wichtigsten Voraussetzungen, um solche Netzwerke aufzuklären.

Personen in höchsten Kreisen, die sich dadurch im Visier von Ermittlungen wegen Kindesmissbrauch wiederfinden könnten, haben an der Aufklärung ihrer Verbrechen nachvollziehbarer Weise kein Interesse. Kinderschänder würden sicher eine Menge in Bewegung setzen, um zu verhindern, dass ihr Netzwerk aufzufliegt. Opfer mundtot zu machen, war Tätern immer schon ein ganz besonders wichtiges Anliegen. Mit Presseerklärungen eines Verbandes deutscher Kinderschänder braucht man dabei natürlich nicht rechnen. Diese Verbrecher würden sicherlich subtiler Vorgehen, sich zum Beispiel hinter wohltätigen Organisationen verstecken und für ihre Interessen Argumente ins Feld führen, die vollkommen ireführend sind.


Quelle: Mein Parteibuch Blog


3sat: Es geht nicht um Kinderpornografie sondern darum die Freiheit des Einzelnen einzuschränken

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