Freitag, 1. Mai 2009

Staatsfernsehen als Botschafter übler Manipulationen

Offener Brief zum 1. Mai an die Nachrichtenredaktionen des WDR

Köln (NRhZ, 1.5.) Die Nachrichtenredaktionen des WDR hat heute wegen ihrer verharmlosenden Berichterstattung in Sachen Erwerbslose folgender Offener Brief erreicht:

„Sehr geehrte Damen und Herren, in Ihren Nachrichtensendungen weisen Sie darauf hin, dass eine Massenarbeitslosigkeit „drohe“.

Laut Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit gab es im April 5.883 Mio. Erwerbslose, davon werden 3.585 Mio. für die Öffentlichkeit ausgewiesen. Gängiger wissenschaftlicher Auffassung zufolge liegt die gesamte Arbeitslosenzahl wegen weiterer statistischer Tricks noch um gut 1 Mio. höher. Wir kämen somit auf eine Zahl von rund 7 Mio.

Wie kommen Sie in der Nachrichtensendung eigentlich dazu, angesichts dieser Situation nur von „drohender“ Massenarbeitslosigkeit zu sprechen?

Massenarbeitslosigkeit gibt es seit den 1970er Jahren! Außerdem wurde von „ausbleibender Frühjahrserholung“ gesprochen. Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage nun ein völliger Unfug, weil dieser Begriff im Rahmen konjunktureller Auf- und Abschwünge zu sehen ist. Zur Zeit handelt es sich aber um eine massive Weltwirtschaftskrise, die nicht mit konjunkturellen Begriffen erklärt werden kann.

In wessen Auftrag melden Sie eigentlich immer wieder solchen Unsinn? Oder lesen Sie den Leserinnen und Lesern einfach nur die Pressemitteilungen der Bundesagentur vor? Ich fühle mich ziemlich belogen und muss dafür auch noch Gebühren bezahlen.

Mit freundlichen Grüßen, Edith Lingen, Köln“

Quelle: NRhZ

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