
Geburt geboren und starb 399 vor Christi Geburt an Arroganz und
Ignoranz, an Neid und Missgunst, an Bosheit und Verlogenheit
seiner zeitgenössischen Widersacher.
gesellschaftshygienisch erwünschtes Frühableben möglicherweise
jenes Unheil erspart, das wie ein Damoklesschwert über dem
letzten Lebensabschnitt der körperlich rüstigen Siebzigjährigen
unserer Tage hängt:
Pflegestufe III
in einer jener geschlossenen Anstalten, die von der hochprofitablen
Pflegeindustrie zum Segen ihrer Anteilseigner betrieben werden.
wir heute gar nichts von Sokrates, wäre er nicht zum Tode
verurteilt worden. Womöglich hätte er nach 399 vor
Christi Geburt seine letzten Jahre in fortschreitender geistiger
Wirrniss verbracht.
mit dem geistigen Niedergang des Lehrers - womöglich ins
Zweifeln geraten. Wie leicht hätte er seine Aufzeichnungen
vernichten und dem sokratischen Gedankengut abschwören können,
alles für bare Münze genommen, was der demente Sokrates
von sich gegeben hätte.
Philosophie nicht geprägt
nach Erkenntnis, wie es Sokrates bis zu seinem Tode lehrte, sondern
womöglich von starrsinniger Rechthaberei;
nichts davon, dass richtiges Handeln aus richtiger Einsicht folgt
und glaubten stattdessen dem Gebrabbel des Demenzokrates, dass
selbst beste Einsichten das Handeln des Starken nur hemmen.
ließe uns heute glauben, Grundbedingung des Seelenheils
sei nicht Gerechtigkeit, sondern abgrundtiefe Dummheit, weil
die leichter herzustellen ist und die gleiche Wirkung hat.
Vor allem aber müssten wir die sokratische Weisheit:
ist schlimmer als Unrecht leiden",
ergänzen: "Aber einer muss es schließlich tun.
Wenn nicht ich, dann tut es eben ein anderer."
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