Dr. Alexander von Paleske - In Wolf Schneiders Buch „Die Gruner und Jahr Story“ aus dem Jahr 2000 findet sich eine Begebenheit aus dem Jahre 1993.
Der Weltkonzern Unilever verhängte 1993 einen Anzeigenboykott gegen den STERN, weil er sich über eine Geschichte in der Zeitschrift GEO, auch aus dem Hause Gruner und Jahr, wie der STERN, geärgert hatte. Titel :“Du darfst nicht alles glauben“
Viermal hatte der GEO-Autor den Namen UNILEVER genannt. In einem fürchterlichen Verriss der „Light Food Mode“ der „grandiosen Erfindung das Sattwerden teurer zu machen“.
Der damalige Chefredakteur der GEO, Funk, wurde zu dem Gruner und Jahr Vorstand Schulte- Hillen gerufen, der nach einer kurzen Diskussion „Stimmt die Geschichte?“ und neuerlichem Lesen des Artikels in meckerndes Lachen ausbrach „Wenn wir uns solche Geschichten nicht mehr leisten können, dann macht das Geschäft keinen Spass mehr“.
Zunehmende Abhängigkeiten
Man muss sich ernsthaft fragen, ob ein Verleger heute auch in vergleichbarer Lage in ein meckerndes Lachen ausbrechen würde. Man muss das vielmehr ernsthaft bezweifeln. Denn die Abhängigkeit der Printmedien ist nicht nur grösser geworden, sondern die Printmedien sind offenbar bereit, von den hehren Prinzipien des Journalismus gewaltige Abstriche zu machen, nur um den Anzeigenkunden zu Diensten zu sein. Das kann nicht gutgehen.
In mehreren Artikeln haben wir uns bereits mit dem Niedergang des Journalismus in den Printmedien beschäftigt.......
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