Sonntag, 28. Juni 2009

Demokratische Alternativen in Süd- und Mittelamerika werden vom internationalen Kapital mit allen Mitteln bekämpft

Von Folker Hoffmann

Während der Westen im Iran und zuhause Propagandaschlachten schlägt, um eine Wahl zu annulieren, die einen ihm nicht genehmen Wahlsieger Ahmadinedschad hervorbrachte, hat das Militär in Honduras einen Staatsstreich durchgeführt, und den populären, demokratisch gewählten Präsidenten Zelaya, abgesetzt. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass dies nicht ohne aktive Mithilfe westlicher Geheimdienste geschah. Die Schlapphüte handeln im Auftrag ihrer Regierungen. Diese wiederum hängen als Befehlsempfänger an den Fäden des Großkapitals und geben weiter was ihnen aufgetragen wird. Wahlergebnisse, die in demokratischen Wahlen zustande kommen, aber der wirtschaftlichen Ausbeuterklasse nicht in den Kram passen, werden nicht respektiert und durch Putschs und/oder Militärinterventionen zunichte gemacht. So wie bei den Wahlen in Palästina 2006, als die Hamas die absolute Mehrheit errang. Erst Gelder streichen, dann stellvertretend innerpalästinensische Kämpfe mit Hilfe des Mossad und anderer Geheimdienste austragen lassen.


Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Das ist beim subversiven Kampf des internationalen Kapitals gegen alternative Gesellschaftsordnungen nie anders gelaufen. Seit langem ist die Entwicklung in Lateinamerika der global im Einsatz befindlichen Hochfinanz ein Dorn im Auge und sie ließ keine Gelegenheit verstreichen den lateinamerikanischen Befreiungsprozess zu bekämpfen. Ob in Chile oder bei seinem Militäreinsatz gegen den Zwergstaat Grenada, die kläglich gescheiterte Schweinebuchtinvasion auf Kuba, samt mehrerer erfolgloser Mordanschläge auf Fidel Castro, überall war die CIA federführend.

Selbst deutsche Parteienstiftungen stehen bei der Aufteilung der Beute nicht abseits und leisten im Auftrag ihrer Gönner wertvolle, umstürzlerische Arbeit. Sie sehen seit langer Zeit ihre Hauptaufgabe darin, Unruhen in Staaten zu schüren, die aus der westlichen Kapitaldominanz ausscheren wollen, um eigene Wege zu gehen. Die Adenauer-Stiftung beispielsweise, betreibt in Venezuela mit Nazi-Propaganda und deutschen Steuergeldern ihr Schmierenspiel gegen die Regierung von Präsident Hugo Chávez.

Die Bolivarianischen Alternative für Amerika (ALBA) ist inzwischen zu einem Bündnis von nun insgesamt neun Staaten der Regionen Süd- und Mittelamerika sowie der Karibik angewachsen. Eine echte Herausforderung für das marode Wirtschafts- und Gesellschaftssystem der USA und ihrer Vasallen.

Der Putsch in Honduras deutete sich seit einiger Zeit bereits an. Verschiedene lateinamerikanische Regierungen stärkten vor einigen Tagen Honduras Präsident Zelaya den Rücken.

"Die Alba-Staaten, die sich erst vorgestern in Venezuela trafen, erklärten, man werde keine andere Regierung als die von Manuel Zelaya anerkennen. Die Organisation Amerikanischer Staaten rief eine Dringlichkeitssitzung ein und forderten die Opposition auf, sich an die demokratische Ordnung zu halten. Venezuelas Präsident Hugo Chávez meinte, die aktuellen Vorgänge zeigten, dass die Oberschicht des Landes Angst vor der Abstimmung des Volkes habe. Die deutlichsten Worte wählte Fidel Castro. Er verglich den gestrigen Aufruf von Zelaya mit der letzten Rede von Salvador Allende und schloss seinen Text mit den Worten: Das Volk von Honduras wird diese Geste niemals vergessen!"
Der gegenwärtige Finanzcrash und das damit verbundene Risiko, dass die jetzige Herrscherclique ihre priviligierte Stellung und ihren Einfluss verliert, macht sie so unberechenbar und gefährlich. In die Enge getrieben, wird sie eine alterprobte Karte ziehen, die immer in diesen Situationen stach: nämlich Krieg! Wenn man ihr nicht zuvorkommt.

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