
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Von Folker Hoffmann
Während die Banken wieder Millionen-Prämien - durch großzügige Spenden des Steuerzahlers - an ihre Finanzwelpen und Manager zahlen, hat auch das globale Finanz-Kasino seine Pforten bereits wieder sperrangelweit geöffnet und lädt zum Zocken ein. Die Tagessau gibt sich pflichtgemäß erstaunt und versteht die Welt nicht mehr. Als wenn was anderes zu erwarten gewesen wäre.
Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao hatte zwar den G8-Gipfel in Benito Bermussoconis Italien, wegen der Unruhen in der chinesischen Provinz Xinjiang, bereits vorzeitig verlassen, aber der chinesische Staatssekretär Dai Bingguo tat, was Gläubiger tun, wenn sie ihre Forderungen mangels Masse nicht eintreiben können. Er knöpfte sich den US-Dollar vor und sprach ihm seine Sonderstellung als Weltleitwährung ab. Die Chinesen wissen wovon sie reden, sitzen sie doch auf 763,5 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen, die so richtig keiner haben will, wenn die Chinesen auf Einkaufstour gehen. Nichtmals die Amerikaner selbst sind gewillt den Chinesen für US-Dollar ihre Firmen zu verkaufen. Die Waffe, die der Hochfinanz der USA ihre Vorherrscherrolle sichert, US-Dollar als Weltleitwährung, wagen China und Russland in Frage zu stellen.
Kein Wunder, dass die unbotmäßigen Chinesen Unruhen im eigenen Land durch fremdgesteuerte Uiguren am Hals haben, so wie sie es schon mit den ebenso fremdgesteuerten Glückskeksenlamas, kurz vor den Olympischen Spielen voriges Jahr, hatten.
Mit den Russen ist auch noch nichts in trockenen Tüchern, so sehr sich Obama bei seinem Besuch in Moskau auch bemühte einen Keil zwischen Putin und Medwedew zu treiben. Allerding arbeitet man weiter dran, so wie man versucht einen neuen Pfau Reza Pahlavi auf den verwaisten persischen Thron zu hieven. Schließlich haben die USA Übung in Putschs gegen demokratisch gewählte Regierungen und wenn's ums Öl und Gas geht, das sich die Iraner nicht länger mit wertlosen US-Dollars abkaufen lassen wollen, läuten bei der privaten FED alle Warnglocken. Gelingt nicht der grüne Putsch, ist Krieg angesagt. Israel steht bereits im Startloch und wartet nur auf ein Signal aus Washington.
Die EZB als treuer Vasall und Ableger der US-amerikanischen Hochfinanz, sieht im Augenblick kein Problem mit dem US-Dollar als Weltleitwährung und behauptet völlig sinnentleert, dass sich auch in der Krise der Dollar als weltweite Leitwährung gut behauptet hätte. Das die USA nach den Regeln des IWF und der Weltbank eigentlich bankrott sind und unter ökonomischer Vormundschaft gestellt werden müssten, lässt sie vorsichtshalber unerwähnt.
Aber so richtig sicher kann sich die USA auf die Unterstützung der EU wiederum auch nicht sein. Zumindest Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat sich für eine Reform-Debatte der globalen Geldordnung ausgesprochen. Der britische Premier Gordon Brown blockt, so wie es die Briten in jeder Frage tun, die ihre Schoßhundstellung auf dem Knie der USA beeinträchtigt, und meint:
"Jede Debatte über alternative Leitwährungen wäre langfristig zu sehen."Alle Länder haben genug vom Krieg – außer den USA. Krieg – auch Atomkrieg – ist die neokonservative Strategie zur Erlangung der Weltherrschaft, schreibt der ehemalige stellvertretende US-Finanzminister unter Ronald Reagan, Paul Craig Roberts. Damit ist es ihnen bitterernst und jedes Land, das die Hegemonie des Dollars als Weltleitwährung beenden will, wird vom US-Militärapparat bedroht werden. Das ist zwar nicht demokratisch, aber seit wann ist das internationale Kapital jemals demokratisch aufgetreten? Und bei den Medien ist schon lange zu beobachten, wie sie zu eigenständigem Denken nicht mehr in der Lage sind. Das lässt man sich ganz einfach abkaufen. Wie sich die selbsternannten Eliten überhaupt dadurch auszeichnen, dass ihnen ihre Karrieren weit wichtiger sind, als die Verpflichtung zur Wahrheit. Unabbhängiges selbständiges Denken wird zusehends als unpatriotische Handlung verunglimpft, die immer mehr im Terrorismus anzusiedeln ist.
Mit Neusprech gelingt es mühelos, diese Wandlungen und Umformungen von Bedeutung und Inhalten zu handhaben. Die neuen Generationen, die in dieses System hineingeboren werden, kennen keine Unterschiede zu früher und müssen darum auch nicht zum Schweigen gebracht werden. Sobald die Angehörigen der älteren Generationen unter Kontrolle gebracht wurden, ist die Wahrheit das, was der Große Bruder verkündet. Was immer es auch sei.




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