AUTOR: Hans-Jürgen FALKENHAGEN & Brigitte QUECK. Kommentiert von Hamid Beheschti
Es würde an ein Wunder grenzen, wenn die CIA und ihre auf der ganzen Welt für sie arbeitenden Nichtregierungsorganisationen, von denen eine davon von dem US- Multimilliardär Soros, geleitet wird, sich diesmal nicht in die inneren Angelegenheiten des Irans eingemischt hätte.
Rühmte sich doch Soros in seinem Buch: „Die Vorherrschaft der USA- eine Seifenblase“ damit, dass er mit seinen Geldern dazu beigetragen hätte, das sozialistische Weltsystem zu beseitigen. Wer schwafelt da heute noch von der sogenannten „Volksrevolution“ in der DDR 1989, oder den Volksrevolutionen in Jugoslawien, Georgien der Ukraine oder anderswo ?
Leider spielten in all diesen Staaten auch bezahlte Kollaborateure, wie man heute weiß, eine große Rolle.
Es verwundert deshalb keineswegs aus dem Munde des früheren pakistanischen Armeegenerals Mirza Aslam Being zu erfahren, dass die CIA diesmal 400 Millionen Dollar innerhalb des Irans ausgegeben habe, um eine „bunte“ Revolution bei den Wahlen zu inszenieren. Er erklärte, dass die USA die Lage im Iran beeinflussen wollen, um eine pro-US –Regierung an die Macht zu bringen.
Er gratulierte dem iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad zu seiner Wiederwahl, unterstreichend, dass sich die gut nachbarlichen Beziehungen unter seiner 4- jährigen Präsidentschaft zu Pakistan verbessert hätten:
„Ahmadinejad’s Wiederwahl ist ein entscheidender Punkt der Regierungspolitik und falls sich Pakistan, Afghanistan mit dem Iran verbinden, dann müssen die USA das Feld räumen, speziell was das okkupierte Afghanistan anbelangt“, erklärte Being. ( siehe unter : Dprogram.net vom 14.6.09)
Am 19. Juni äußerte Kissinger gegenüber BBC Newsnight, dass falls ein volksfreundliches (sprich: US genehmes Regime ! d. Verf. ) im Iran nicht installiert werden würde, dann “sollten wir für einen Regimewandel von außerhalb sorgen“.
Dies ist eine eindeutige Kriegserklärung, die kriminelle Akte gegenüber einer souveränen Nation plant.
So hatte der Konkurrent von Ahmadinejad, Mousavi, wie wir erfahren haben, seinen Sieg bereits einige Stunden vor Wahlschluss erklärt. Übrigens war das Gleiche bei der Wahl im Jahre 2001 in Jugoslawien zu verzeichnen.
Auch da erklärten Kostunica und der Westen genau wie diesmal beim Iran im Gleichklang:
„Die Wahlen sind gefälscht!“
Wenn man dann noch wie damals in Jugoslawien den bezahlten Pöppel unter Führung der Jugendorganisation OTPOR agieren lässt, die ebenfalls wie später bekannt wurde, von der NGO eines Herrn Soros bezahlt wurde und die für ihre „Bemühungen“ seitens der Friedrich Ebert – Stiftung den Menschenrechtspreis 2001 erhalten hat, sieht das nach außen doch wirklich wie eine „Volksrevolution“ aus.
Ja, es soll auch danach aussehen, haben sich die USA doch schon zu oft in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten mit Waffengewalt eingemischt und als das Volk dort ihren Kandidaten wählte, diesen ermordet und einen US – Statthalter eingesetzt.
Da muss man sich freilich endlich etwas anderes einfallen lassen, das nach außen „demokratisch“ aussieht !! Ein spezifisches Detail dazu: Die genannte Studentenopposition OTPOR wurde auch in allen ehemaligen Sowjetrepubliken aktiv, wenn es um Wahlen oder Umstürze ging!!
Und dort, wie gegenwärtig im Iran, wurden die westlichen Medien im Sinne vor allem der Rüstungsmonopole ihrer Länder aktiv. Schon im Vorfeld der Wahlen im Iran konnte man von ihnen hören, dass diese bestimmt gefälscht werden würden.
Nach den Wahlen, am 20.6.09, entlarvte sich ein deutscher Berichterstatter aus dem Iran, indem er in den Abendnachrichten erklärte, dass es denn „so abgemacht war (!!), dass die iranische Opposition auch in den Folgetagen nach den Wahlen auf die Strasse gehen wird“.
Woher hatte dieser Korrespondent sein Insiderwissen ?!
Manche Berichterstatter erklärten auch ganz unverfroren, dass man seitens der Deutschen Welle seit vielen Wochen schon „ in Persisch sendet, um der Opposition im Iran eine Stimme zu geben.“ Das aber ist offene Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten!
Man stelle sich das Gleiche bei den Wahlen in Deutschland vor, wenn dann andere Staaten, z. B. aus Asien, oder dem Nahen Osten die Opposition in Deutschland offen unterstützen würden !! Übrigens blockiert Deutschland seit dem 15.6.09 den iranischen Nachrichtensender www.irna.ir. Versteht das die Regierung in Deutschland unter Meinungsfreiheit?
Eine andere Frage ist die Einschätzung der Wahlergebnisse durch sog. seriöse iranische Vertreter in Deutschland, die ausgehend von der Auszählung der iranischen Wählerstimmen in Deutschland, bezogen auf Ahmadinejad, bzw. seine Konkurrenten Mousavi oder Karroobi auf die Wahlergebnisse im Iran selbst schließen.
Das ist aber ist schon vom normalen Menschenverstand her völlig abwegig.
Das wäre genauso, wie wenn man z. B. bei Wahlen in Kuba von den Stimmen der kubanischen Opposition in den USA oder in Deutschland auf die Situation in Kuba schließen würde.
Kommentar
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Worum ging es bei den iranischen Wahlen?
Hamid Beheschti
24.6.2009
Die Frage ist: Gab es gravierende Wahlfälschungen im Iran oder nicht?
Die Frage ist so alt wie die Informationsfreiheit: Welchen Informationen vertrauen wir?
Hängt dies davon ab, welche Interessen wir haben und für welche Seite wir Partei ergreifen?
Gibt es überhaupt eine Wahrheit in jeder Auseinandersetzung, die herauszufinden und darüber zu berichten Aufgabe eines jeden Berichterstatters ist? Oder ist es genauso beliebig, wie eben die Interessenlage und die subjektive Einstellung des Berichterstatters und des Betrachters?
Natürlich, wenn Sie die Wahlen im Iran aus dem Blickwinkel betrachten, dass man sich den Interessen der einzigen Supermacht widersetzen sollte, kommen Sie zu einem ganz anderen Ergebnis, als wenn Sie die Präsidentschaftswahlen im Iran als eine Möglichkeit betrachten, dass die dortige Bevölkerung ihre bisherige Regierung – falls sie damit unzufrieden ist – friedlich abwählt.
Also die Frage ist: Worum ging es bei diesen Wahlen? Um das Votum des iranischen Volkes oder um die Machenschaften der US-Regierung?
Mein Eindruck ist, dass für Herrn Falkenhagen und Frau Queck in ihren Artikeln :“Hetzkampagne gegen den Iran ...“ und „Die CIA, der Iran und die Wahl“, die große Anzahl von Inhaftierten nach den 10. Präsidentschaftswahlen und mehr als ein Dutzend Erschossenen und die vielen Verletzten auf den Straßen des Landes nicht der Rede wert sind, weil ihm die Gegnerschaft zum US-Imperialismus als viel wesentlicher erscheint.
Dass meine Landsleute mit großer Mehrheit einen Regierungswechsel herbeisehnten und dafür auf die Straßen gingen, sich dafür niederknüppeln ließen und sogar ihren Tod in Kauf nahmen, steht für mich außer Frage. Dafür sind die vielen Informationen aus ganz unterschiedlichen Quellen ein Beleg. Wenn dem nicht so wäre, wovor hat denn Ahmadinejad Angst? Dass Iraner in einer freien und friedlichen Atmosphäre ihre Wahl treffen?
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Eine Replik an Dr. Hamid Beheschti
Hans-Jürgen Falkenhagen und Brigitte Queck
26.6.2009
Sehr geehrter Herr Dr. Beheschti
Wir wollen Ihnen hier respektvoll unter Achtung auch Ihrer Meinung im Namen der uns heiligen Meinungs- und Informationsfreiheit antworten und grüßen Sie ganz herzlich als in vielen Fragen sachkundigen Wissenschaftler und Publizisten.
Eigentlich wollten wir in Tlaxcala keine verbalen Direktduelle zwischen Autoren zum Iranproblem. Dennoch sind wir nun herausgefordert, auf Ihre Ausführungen in Tlaxcala vom 24. 06. 2009 zu antworten.
Eigentlich herrscht in Teheran seit Tagen wieder Ruhe. Die Lage hat sich beruhigt und es hat unseres Wissens nach schon mindestens seit Freitag dem 19. Juni auch keine größeren Zwischenfälle mehr gegeben. Im gesamten Iran gab es ohnehin keine relevanten Unruhen. Weitere Ausführungen dazu schienen uns folglich nicht mehr notwendig zu sein. Nun ist es aber doch nicht so.
Irgendwie war man in Washington unzufrieden geworden, dass es mit der mit 400 Millionen US-Dollar allein aus Quellen des CIA finanzierten „grünen Revolution“ nicht geklappt hat und so werden in den westlichen Medien weiter virtuelle Bilder erzeugt, die der Welt so etwas wie massenhaften Widerstand des iranischen Volkes gegen das so genannte Mullah-Regime vorgaukeln sollen. Dabei werden auch alte Aufnahmen von Mussawi (Mousavi) reproduziert, die ihn zeigen, wie er zu den Massen spricht, nur wird das Datum nicht angegeben und man hört auch nicht, was er sagt. Ob seine Stellungnahmen im Internet auf seiner oft zitierten Webseite authentisch sind, wissen Experten auch nicht so genau.
Gut ist, dass Sie den „Aufruf von Mussawi“ übersetzt und publiziert haben, der genau genommen nicht zur Gewalt und zu illegalen Widerstand auffordert.
Die Anschuldigungen auf Wahlfälschungen sind alle grundsätzlich unbewiesen und sogar leicht widerlegbar. Darauf geht zum Beispiel ein profunder Kenner des Irans, namens Esam Al-Amin u.a. in einem am 26. Juni 2009 in der Zeitung „junge Welt“, Seite 10, veröffentlichten Beitrag mit dem Titel „Nichts als unbewiesene Anschuldigungen“ detailliert ein (s. www.jungewelt.de).
Es gibt die vielen Meinungsumfragen, die den Wahlsieg von Ahmadinedschad belegen. Insgesamt bekam Ahmadinedschad lt. erstem Wahlergebnis vom 13. Juni insgesamt 62,6 %, Mussawi 33,8 % der abgegebenen Stimmen. Selbst bei den Aseri-Wählern und –Wählerinnen im aserbaidschanischen Teil des Irans ergeben die Umfragewerte für Ahmadinedschad einen klaren Vorsprung, obwohl Mussawi einen Aseri-Hintergrund hat. Das Gesamtwahlergebnis in dieser Region lautete 52 % für Ahmadinedschad und 45 % der Stimmen für Mussawi.
Dass das erste Wahlergebnis schon so früh (etwa zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale) bekannt gegeben werden konnte, ist nicht ungewöhnlich. In westlichen Ländern gibt man schon wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale die Ergebnisse der ersten Hochrechnungen bekannt, die annähernd genau das endgültige Wahlergebnis vorhersagen, und das bei Parteienwahlen, deren Ergebnisse komplizierter zu ermitteln sind, als die Ergebnisse von Personenwahlen noch dazu zwischen nur 4 Kandidaten.
In den 45 713 Wahlurnen im Iran befanden sich im Durchschnitt weniger als 860 Stimmzettel pro Urne und das war schnell und leicht nachprüfbar zu zählen. Die Wahlhelfer im Iran sind vertrauenswürdige Personen wie Lehrer, zivile Beamte und andere professionelle Helfer. Da lässt sich der unterstellte Massenwahlbetrug nicht durchführen.
Das Schreiben, das angeblich aus von einem untergeordneten Beamten des Innenministeriums in der Nacht zum 13. Juni an das Oberhaupt der Islamischen Revolution Ali Khamenei gerichtet worden sein soll, nach dem Ahmadinedschad nur Dritter der Wahl geworden sei, hat sich als plumpe Fälschung erwiesen.
Was die zu vielen Wahlzettel im Verhältnis zu den Wahlberechtigten betrifft, so ist das auch schon geklärt. Natürlich kann es dem einen oder anderen Wähler bisweilen gelingen, wenn die Wahlhelfer nicht aufpassen, zwei oder drei Stimmzettel statt einen in die Wahlurne zu schieben. Solche Mogeleien sind aber bei allen Kandidaten möglich gewesen. Auch Herr Mussawi könnte hier zu viele Stimmen erhalten haben. Erwiesen ist aber inzwischen, dass solche Unregelmäßigkeiten nur sehr geringe Dimensionen gehabt haben. Wenn übrigens mehr Stimmzettel, als es Wahlberechtigte gab (ein weiterer Vorwurf) , abgegeben worden wären, hätte die Wahlbeteiligung weit über 85 %, wie offiziell gemeldet, liegen und sogar die 100 % übersteigen müssen. Das wäre natürlich absurd.
Wir denken auch, dass beim endgültigen amtlichen Wahlergebnis sich die Ergebnisse für die vier Kandidaten um einige Zehntel Prozentpunkte nach unten oder oben verschieben werden. Vielleicht hat auch Ahmadinedschad, statt 62,6 % der Stimmen nur 61 oder 60 % der Stimmen erhalten, er könnte aber genau so 63 % oder 64 % bekommen haben. Die Umfragewerte weisen eindeutig auf eine überwältigende Mehrheit für ihn. Warten wir es also ab!
Man kann auch nach allen Indizien davon ausgehen, dass auch ein hoch bezahlter Auftragsmord an einer gewissen (aber sehr dubiosen) Neda Agha-Soltan begangen wurde. Nachdem die Teheraner Staatsanwaltschaft anhand von Untersuchungen auch der Patronen ausgeschlossen hat, dass Neda von eine Polizeikugel oder Kugel anderer Sicherheitskräfte getroffen wurde, und es eindeutig ein Nahschuss war, der sie tötete, kann es sich nur um einen Auftragsmord westlicher Geheimdienste gehandelt haben, die das politische Interesse bedienten, eine „Ikone des iranischen Widerstands“ zu kreieren Natürlich muss nach wie vor auch dem Verdacht nachgegangen werden, dass es sich um einen simulierten oder vorgetäuschten Mord gehandelt hat, wie es u.a. die Zeitung „Welt kompakt“ vom 23. Juni auf Seite 2/3 nahe legt. Dort heißt es (immerhin objektiv bewertet), „Alles konnte nicht als echt verifiziert werden“ Und zitiert wird ein Forensiker: „Ihr Blut aus der Nase spricht für die Echtheit, jedoch schaue Neda als Schwerverletzte und Sterbende ungewöhnlich direkt in die Kamera“. Am Anfang hatte sie sogar einen schelmischen Blick. Die dann tote Neda hatte das Gesicht wie eine Maske.
Doch fragen wir auch:welche Rolle spielte der Mann in ihrer direkten Nähe, der laut Zeugen erst einige ungezielte Schüsse abgab, und dann direkt auf Neda zielte? Und wie kamen die Fotografen, wie bestellt zur rechten Zeit an Ort und Stelle“? Ansonsten verweisen wir auf einen Beitrag zum „Fall Neda“ von Yavuz Özoguz unter www.muslim-markt.de vom 23.Juni 2009. der die fundamentalen Widersprüche zum Tode Nedas aufdeckt.
Wir haben auch genügend Informationen, die beweisen, dass der angebliche Massenwiderstand, wenn es diesen überhaupt im Iran gegeben hat, schnell wie ein Kartenhaus zusammengebrochen ist.
Was Ihre Aussage angeht, dass eine Bevölkerung die Möglichkeit haben muss, eine Regierung, mit der sie unzufrieden ist, friedlich abzuwählen, so stimmen wir Ihnen voll zu. Auch alle Völker der westlichen (US-amerikanischen) Einflusssphäre wünschen sich nichts sehnlicher als das. Manche Satelliten-Regierung gehört längst abgewählt. Die Völker hier wünschen sich auch, dass die Finanzoligarchen, die sie ausbeuten und ausplündern und sie dabei auch noch schäbig betrügen (siehe die Welt-Finanzkrise), schnell in den Orkus geschickt werden.
Die Iraner, so schätzen wir ein, sind den „großen Betrügern“ nicht auf den Leim gegangen. Sie wollen sich offensichtlich nicht der Diktatur der Finanzoligarchen der USA unterwerfen, die ihrerseits nichts sehnlicher wünschen, als an das iranische Erdöl und Erdgas ranzukommen und den Iran als selbständige Nation auszuschalten. Dagegen wehren sich die Iraner offenkundig mit Erfolg, und sie haben dabei eine starke Führung. Allah sei Dank. Das haben sie auch diesmal mit ihrer Mehrheitswahl für Ahmadinedschad (Ahmadinejad) bewiesen. Es gibt also noch mehrheitlich intelligente Völker auf dieser Welt. Und es gibt Völker, die in ihrer großen Mehrheit ein starkes Gespür für Gerechtigkeit haben und das auch manifestieren.
Ob Mussawi (Mousavi) als Agent der USA zu betrachten ist, wie jetzt vielfach zu lesen ist, bezweifeln wir. Er war bislang ein ehrlicher patriotischer und auch im Sinne des Islams strenggläubiger Politiker. Allerdings könnte er in letzter Zeit unter den Einfluss sehr fragwürdiger Personen geraten sein. Einige nennen in diesem Zusammenhang auch seine jetzige Ehefrau. Auch Rafsandschani als nachweislich reichster Mann des Irans mit über einer Milliarde Euro Privatvermögen, der derzeitige Noch-Vorsitzende des Expertenrates, ist ins Zwielicht geraten. Wir wollen hier aber nicht den Stab brechen. Die Korruptionsvorwürfe gegen ihn müssen von der iranischen Justiz genau geprüft werden. Über das Umfeld von Mussawi fehlen uns zudem exakte Informationen.
Wir haben auch nicht den Eindruck, dass Ahmadinedschad, wie Sie behaupten, vor dem Volke Angst hat. Skeptisch steht er vielleicht einigen Dollar-Milliardären und Dollar-Multimillionären der iranischen Gesellschaft gegenüber, die ihre Seelenverwandtschaft zu den Milliardären und Multimillionären der USA und Westeuropas entdeckt zu haben scheinen und dabei ihre Pflichten gegenüber ihrem Land und Volk, auch gegenüber der Idee der islamischen Revolution vergessen.
Man braucht vor dem Volk keine Angst zu haben, wenn man seine Interessen vertritt.
Ein US-Amerikaner sagte uns vor Jahren: „Mit viel Geld erreicht man auf dieser Welt alles“. Auf die Gegenfrage, wollen Sie damit sagen, dass sie damit auch alle moralischen Prinzipien in ein Nichts verwandeln können, erklärte er in einem Anflug von Ehrlichkeit: “Auch das schaffen wir Amerikaner mit Geld.“
Übrigens: Dass der CIA 400 Millionen Dollar spendiert hat, um diesmal die „grüne Revolution“ nach z. B. der „Rosenrevolution“ in Georgien zu inszenieren, dafür haben wir jetzt viele Bestätigungen erhalten. Natürlich wollen wir als Deutsche darüber gar nicht zu sehr die Keule der Empörung schwingen. Wir haben auch eine schandvolle Vergangenheit und die geht nicht nur in die NAZI-.Zeit zurück. In einem Buch über die Arbeit des Geheimdienstes von Bismarck in Preußen des 19. Jahrhunderts, das wir unlängst lasen (s. Stieber, W., „Spion des Kanzlers“ unter ISBN 3-512-00518-7), ist auch schon von viel Geld die Rede, u a. an den bekannten Bayernkönig Ludwig II., den Kunstmäzen von Preußens Gnaden, der schließlich verrückt wurde. Es ging seinerzeit darum, das Königreich Bayern 1870/71 mit viel Geld und Betrügereien an das deutsche Kaiserreich anzuschließen.
Was die Zahl der Toten und Verletzten auf den Straßen von Teheran betrifft, so berührt uns das sehr wohl, insbesondere wenn es sich um verführte junge Männer und Frauen gehandelt hat. Wir treten für eine Welt ein, in der es keine unschuldigen Toten von Krieg und Gewalt gibt. Allerdings haben wir seit Jahren täglich die Zehntausenden z. B. im Irak- und Afghanistankrieg getöteten Männer, Frauen und Kinder vor Augen. Sie starben und sterben bis zum heutigen Tag meistens im Maschinengewehrfeuer sowie Artilleriegranaten-, Bomben- und Raketenhagel der amerikanischen Cis und ihrer Hilfstruppen. Wir wollen, dass das dem iranischen Volk erspart bleibt. Deswegen ist unsere Losung auch die Losung der Friedensnobelpreisträgerin von 1905, Bertha von Suttner „Die Waffen nieder“. Legitim ist nur noch das Selbstverteidigungsrecht der Völker, auch des iranischen Volkes. Was die Verhafteten betrifft, von denen Sie sprechen, wünschen wir, dass sie bald frei kommen bzw. einen fairen Strafprozess bekommen. So wie uns iranische Stellen informierten, ist das gewährleistet.
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Forderung Moussawis nach Neuwahlen dient den Destabilisierungsabsichten der Gegner der derzeitigen politischen Ordnung im Iran im Interesse des westlichen Monopolkapitals
Brigitte Queck
28.6.2009
In meiner Funktion als Leiterin des Vereins „Mütter gegen den Krieg Berlin Brandenburg“ stehe ich seit Jahren auch mit verschiedenen Menschen aus dem Iran in Verbindung u. a. auch mit einem der früheren Leiter der internationalen Beziehungen der iranischen Kommunisten in Deutschland. Dieser erklärte mir, dass in Deutschland viele Volksmuhadschedin von Deutschland aus seit Jahren eine Destabilisierung des Iran betreiben und jeden ihrer Landsleute, der eine gegenteilige Meinung verlauten lässt, mit offenen Drohungen zum „Schweigen“ bringen !
Als Völkerrechtlerin (Studium internationales Recht) beurteile ich die Vorgehensweise westlicher Regierungen, mit den USA an der Spitze, vor allem vom rechtlichen und völkerrechtlichen Standpunkt aus. Immer zielen die westlichen Staaten bezüglich der ihnen missliebigen Länder auf deren führende Präsidenten, die sie bei den Menschen ihrer Staaten und der Weltöffentlichkeit mit immer neuen Lügen in Misskredit zu bringen versuchen.
Ein Staat aber, der durch einen inneren Bürgerkrieg, bzw. Aggressionskriege von außen, seines Staatsoberhauptes verlustig gegangen ist, ist im rechtlichen Sinne kein Staat mehr. Man kann mit ihm umspringen, wie man will. Der Westen kann dann leicht- oft noch durch Ausnutzung der inneren Opposition in diesen Ländern oder gar blauäugiger Friedensbewegter- eine neue, ihren ökonomischen Interessen entsprechende, Marionettenregierung an die Macht bringen.
Als z. b. bei den Wahlen in Jugoslawien im Jahre 2001 (dem voraus gingen offene Angriffe der westlichen Politiker und Medien gegen Milosevic, sollte dieser wiedergewählt werden, wäre ein erneutes Bombardement von Jugoslawien nicht ausgeschlossen !) wartete der Westen und die vom ihm finanziell unterstützte Opposition eine Neuauszählung der Wahlzettel nicht ab. Kritiker, auch aus den Reihen anderer Länder vermuten heute zurecht, dass die Wahlen zugunsten Milosevics rechtens waren, diese aber den Vorstellungen des Westens zuwider liefen. 4000 Oppositionelle aus Czacak wurden damals speziell nach Belgrad gefahren und stürmten das Parlament, in dem eine Neuauszählung der Stimmen stattfand. Tausende und Abertausende Wahlzetteln flogen auf die Strasse. Die Neuauszählung der Wahlscheine war so gescheitert. Mit Applaus der Opposition in Jugoslawien erklärte sich schließlich Kostunica zum Wahlsieger und Präsidenten, obwohl, wie Angelika Beer, damals Mitglied des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, in einem Live- Interview nach ihrer mehrtägigen Reise durch den Kosovo verwundert festgestellt hatte, dass allein dort Milosevic mehr Stimmen erhalten hatte als Kostunica. Ein interessantes Detail im
Nachhinein: heute befindet sich der größte Militärflughafen der USA außerhalb ihres Landes im Kosovo und die USA bzw. NATO haben damit direkte Verbindung in Länder wie den Irak, Afghanistan, Pakistan u.a., in denen die Vereinigten Staaten von Amerika krampfhaft mit allen ihnen zur Verfügung stehenden militärischen Mitteln versuchen, die dortige Widerstandsbewegung gegen ihr neokoloniales Besatzungsregime zu brechen.---
Auch bei der Einschätzung der Wahlen im Iran sollte man folgendes in Betracht ziehen:
Cui bono ? Wem nutzt das ?
Wer die Wahlergebnisse im Iran seitens des Auslandes in Zweifel zieht, geht von der Position der Überlegenheit aus, dass in den westlichen Staaten ehrliche Wahlen stattfinden und nur woanders werde betrogen.
Zweitens haben sich bereits Persönlichkeiten aus dem ehemaligen Establishment der USA, z. B. Paul Craig Roberts, stellvertretender Finanzminister während Ronald Reagans erster Amtszeit, gemeldet und darauf hingewiesen, dass es eindeutige Beweise für die massive Einmischung der USA im Vorfeld und während der Wahlen im Iran gab. Dabei seien im Iran seitens der CIA 400 Millionen Dollar „Wahlhilfe“ geflossen ( siehe unter : www.zeit-fragen.ch ). Speziell der Konkurrent Moussavi wurde übrigens von dem reichsten Mann im Iran, Haschemi Rafsandschani, unterstützt, der von Ahmadinejad schon seit längerem der Korruption beschuldigt wurde.
Weiterhin sei darauf hingewiesen, dass es den USA nicht gefallen kann, dass der derzeitige iranische Präsident sehr gute Kontakte zu Russland, China, Indien und den lateinamerikanischen Staaten unterhält.
Wenn man dann außerdem noch berücksichtigt, dass der Iran reiche Erdöl- und Erdgaslagerstätten hat und der Pik Öl längst überschritten ist und weiß, dass der Iran wie weiland der Irak kürzlich gewarnt hat, alle Ölverkäufe künftig nur noch in Euro abzuwickeln, den verwundert nicht, dass eine iranische Regierung unter Ahmadinejad den USA und gewissen von ihnen abhängigen Vasallenstaaten, schon lange ein Dorn im Auge ist.
Der frühere pakistanische Armeegeneral Mirza Aslam Beig, der wie Vertreter vieler Staaten in der Welt, Ahmadinejad zum Wahlsieg gratulierten, brachte es auf den Punkt, indem er unterstrich:
„Ahmadinejad’s Wiederwahl ist ein entscheidender Punkt der Regierungspolitik und falls sich Pakistan, Afghanistan mit dem Iran verbinden, dann müssen die USA das Feld räumen, speziell was das okkupierte Afghanistan anbelangt“, ( siehe unter : Dprogram.net vom 14.6.09).
Wenn man aufmerksam die Westpresse studiert und die nicht nachlassenden medialen Attacken westlicher Politiker auf den Iran verfolgt, kommt man nicht umhin, Vergleiche ähnlichen Vorgehens des Westens, speziell der NATO- Staaten, zu den Ländern zu ziehen, die einen anderen Entwicklungsweg gehen wollen. So ist auf der Nachrichtenspalte des heutigen „Tagespiegel“ vom 28.6.09 zu lesen „Opposition sieht kein Angebot“. Darin wird im Gleichklang mit anderen westlichen Medien darauf verwiesen, dass der vom Westen unterstützte Konkurrent Ahmadinejads, Mousavi, keine Überprüfung der Wahlzettel im Iran, sondern sogar Neuwahlen fordert.
Das soll:
- ein Anheizen der Opposition im Inneren des Iran bewirken,
- Wasser auf die Mühlen derjenigen gießen, die ehrliche Wahlen im Iran bezweifeln,
- das Ansehen der iranischen Staatsführung im Lande untergraben,
- und schließlich, wie in verschiedenen Ländern der Welt bereits vorexerziert, einen Wunschkandidaten des Westens als Präsidenten im Iran zur Macht bringen.
Die Politiker des Westens führen deshalb eine Medienkampagne per Excellence gegen den Iran durch, um dort einen Bürgerkrieg anzustacheln, in den man dann als „Menschenrechtskämpfer“ schließlich militärisch „helfend“ eingreifen kann . So darf es denn auch nicht verwundern, dass der „Tagesspiegel“, ebenfalls vom 28.6.09, ausgerechnet den früheren CIA Nahostexperten Gerecht im Interview mit Juliane Schäuble zu Wort kommen lässt, der unter : „Die Islamische Republik ist am Ende“ eine Wunschvorstellung des Westens formuliert. Entlarvend sagt dieser im Hinblick auf einen im Interesse des Westens gewollten politischen Umschwung im Iran: „Wenn die Demokratiebewegung im Iran erfolgreich ist,...dann würde sich mit dem Irak bereits eine 2. Demokratie in dieser Region entwickeln“.
Jedem, der die Ereignisse im Irak genau kennt, kann von Demokratie in dieser Region nichts spüren, sondern den Versuch einer militärischen Knebelung eines ganzen Volkes, vor allem seitens der USA.
Doch nun zurück zum Iran und ein kleiner geschichtlicher Rückblick.
Ob wir nun an die 1920 im Nordiran ausgerufene Sowjetrepublik, die mit Hilfe auch weißgardistischer und britischer Truppen niedergeschlagen wurde, bzw. an die mit Hilfe der Reaktion im Lande und in Anlehnung an die USA gestürzte Volksregierung in Iran- Aserbaidschan 1946, aber auch an die Niederschlagung der iranischen Nationalen Front unter Ministerpräsident Mossadegh denken, der 1951 die Verstaatlichung der iranischen Erdölindustrie durchgesetzt hatte und der schließlich von General Zahedi in Verbindung mit den Westmächten gestürzt wurde, immer ging es der Reaktion im Iran bis heute darum, dem Volk ihre Rohstoffe und Naturreichtümer zu rauben.In dieser Hinsicht war ihnen jedes Mittel und jedes Verbrechen recht. Im Verbund mit den Staaten der westlichen Hemisphäre ging die iranische Reaktion dabei über Leichen !
Wenn Kriegsverbrecher von „Demokratie“ schwafeln, wie z. B. der frühere CIA- Nahostexperte Gerecht, sollten wir aufmerken. Deren Demokratiebegriff ist unserem diametral entgegengesetzt. Diese Herrschaften verstehen unter Demokratie keineswegs „Volksherrschaft“ im eigentlichen Sinne des Wortes, sondern Missachtung des Volkswillens, Unterdrückung und Aggressionskriege, mittels derer man die Völker wieder neu kolonialisieren kann.
Allen Menschen, die angesichts der gleichgeschalteten Medienkampagne des Westens sich selbst informieren wollen, sei die Rede des iranischen Staatsoberhauptes und Religionsführers Imam Khameneis zur Wahl im Iran vom 13. Juni 2009 unter : www.shia-forum.de/index.php?showtopic=27138&st=0&p=237779& bzw. der Forum-Beitrag von Yavuz Özoguz vom 21.6.09 im www.muslim-markt.de unter : „Panikartiker Rückzug der Westpropaganda öffnet Weg zur Vernunft“ oder www.voltairenet.org/article160670.html „The CIA and the Iranian experiment“ empfohlen, die das von mir oben Dargelegte untermauern.
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Lassen wir die Freiheit zu!
Quelle: die Autoren
Originalartikel veröffentlicht am 24.6.2009
Über den Autor
H-J Falkenhagen und Brigitte Queck sind assoziierte Autoren und Hamid Beheschti ist ein Mitglied von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Dieser Artikel kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl die Autoren als auch die Quelle genannt werden.
URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=7931&lg=de




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