Von Kevin Baron
STARS AND STRIPES, 26.07.09
(http://www.stripes.com/article.asp?section=104&article=63884)
ARLINGTON, Virginia – Verteidigungsminister Robert Gates reist an diesem Wochenende in den Nahen Osten – zu äußerst wichtigen Gesprächen, in denen er die Ansicht des Pentagons herausstellen will, dass Jerusalem und Washington hinsichtlich der nuklearen Ambitionen des Irans auf derselben Wellenlänge liegen.
Gates wird am Montag in Israel mit Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak zusammentreffen; Gates spricht von einem "Routine-Besuch".
Es wird aber viel zu diskutieren geben. Es ist der erste Besuch des US-Verteidigungschefs seit 2½ Jahren, und Israel hat selbst eine neue Regierung. Netanjahu wurde im April in das höchste Regierungsamt Israels gewählt und ist schon ins Weiße Haus gereist, um über seine Meinung zu den nuklearen Ambitionen des Irans und den Terrororganisationen in der Region und über Israels jetzige Einstellung zu Friedensgesprächen mit den Palästinensern aufzuklären.
Ein höherer Vertreter des US-Verteidigungsministeriums teilte am Freitag Reportern im Pentagon mit, dass beide, Israel und die USA, glauben, Teheran sei nur ein bis drei Jahre von der Produktion nuklearer Komponenten entfernt, die zum endgültigen Ziel – der Herstellung waffenfähigen Materials – führen.
Die Verbündeten unterscheiden sich nur in der Frage, wie lang auf eine Antwort des Irans auf das Angebot des Präsidenten Barack Obama zu Gesprächen ohne Vorbedingungen, das er vor drei Monaten gemacht hat, gewartet werden müsse.
"Wir haben die Israelis um Geduld gebeten, damit wir diplomatische Mittel einsetzen können," sagte der Pentagon-Offizielle. "Der Minister fährt nicht nach Israel, um dort eine Landkarte auszurollen und Notfall-Pläne für einen eventuellen "Strike" gegen den Iran zu machen. ("Strike" kann Schlag, aber auch Atomschlag bedeuten!)
Obama hat sich festgelegt: Die USA erwarteten bis September eine Antwort des Irans und zwar bis zur jährlichen Generalversammlung der Vereinten Nationen, die in New York stattfindet. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat diese Bühne schon wiederholt benutzt, um die USA in hitzigen Reden und dreisten Interviews hart zu kritisieren.
"Wir warten darauf, wie der Iran antworten wird," fügte der Offizielle hinzu. "Die Option des Militärschlags ist jedenfalls noch nicht näher gerückt."
Er teilte ferner mit, die in Israel für die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik Verantwortlichen seien zwar skeptisch, unterstützten letztlich aber doch die diplomatischen Bemühungen.
"Sie sind kribbelig," erklärte er. "Sie sagen nicht etwa zu uns: 'Lasst das doch!' Sie vertreten aber die Meinung, dass unsere Bemühungen zu nichts führen. Und das macht schon einen Unterschied. Sie sagen: 'Versucht es! Wir sind dafür, dass ihr alles versucht, ihr müsst aber ein zeitliches Limit setzen, denn wir wollen nicht, dass die Iraner immer nur reden und reden und reden ... ."
Israel bleibt während des Wartens aber nicht untätig. Im Juli hat es ein U-Boot und zwei Kriegsschiffe durch den Suezkanal geschickt. (s. dazu http://www.luftpostkl. de/luftpost-archiv/LP_09/LP15509_170709.pdf )
Mit dieser Aktion "will es demonstrieren, dass Israel sehr schnell handeln und den Iran angreifen kann," sagte David Schenker, der Berater des früheren Verteidigungsministers Rumsfeld war und jetzt Partner beim Washington Institute for Near East Policy ist.
(Das Institut in) Washington ist aber besorgt, dass ein Schlag gegen den Iran vielfältige Vergeltungsmaßnahmen auslösen könnte.
"Man wird uns für einen israelischen Angriff verantwortlich machen," sagte Schenker. "Wir werden gemeinsam mit den Israelis zu Zielen werden. Es geht nicht nur um iranische Raketen, die auf Tel Aviv fallen werden. Auch amerikanische Einrichtungen sind gefährdet, amerikanische Ziele im Ausland, US-Schiffe im Golf, israelische Ziele im Ausland, und auch unsere anderen Verbündeten werden Ziele sein, nicht nur für den Iran, sondern auch für die mit ihm verbündete Hisbollah. Deshalb denke ich, dass die Bedrohung wesentlich breiter ausfallen wird."
Unabhängig von Gates werden sich auch Obamas Sicherheitsberater, der im Ruhestand befindliche General James Jones, und sein Sonderbotschafter für den Mittleren Osten, George Mitchell, in Israel aufhalten. Sie sollen sich nach Auskunft des Offiziellen speziell um Fortschritte im Friedensprozess mit den Palästinensern bemühen.
Nach Jerusalem wird Gates König Abdullah von Jordanien besuchen, der kürzlich eine
hochmoderne Einrichtung zum Trainieren von Special Operations (Spezialeinsätzen) eröffnet hat und als Hauptpartner bei der Ausbildung von irakischen Sicherheitskräften angesehen wird.
(Wir haben den Artikel aus der US-Militärzeitung STARS AND STRIPES komplett übersetzt und mit Anmerkungen in Klammern und Hervorhebungen im Text versehen. Nach unserem Kommentar drucken wir den Originaltext ab.)
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Unser Kommentar
Der US-Kriegsminister Gates will Benjamin Netanjahu und Ehud Barak sicher nicht von einem – wahrscheinlich mit Atomwaffen geführten – Überfall auf den Iran abbringen, sondern allenfalls dazu veranlassen, bis zum Verstreichen der von Obama bereits verkürzten September-Frist damit zu warten. Die Karten für diesen Terrorangriff wurden schon unter Bush ausgerollt, und die Ziele sind längst markiert.
Was jetzt abläuft, ist eine reine Propagandschau, man will ja schließlich, wenn im Iran die Atompilze wachsen, sagen können, wir haben alles versucht und wirklich lange genug gewartet.
Nach einigen gut platzierten "Terroranschlägen" in den USA und in Europa werden, die jetzt noch vor sich hindösenden "Normalbürger", von willfährigen Medien aufgehetzt, nach Vergeltung schreien und Beifall klatschen, wenn sich die blutgierige US-Soldateska, unterstützt von ihren NATO-Hilfstruppen, einschließlich der Bundeswehr, ans große "Aufräumen" macht.
Ihr lieben Mitmenschen, schlaft nur ruhig weiter! Das Aufwachen wird furchtbar sein.
Quelle: luftpost-kl.de
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