Montag, 20. Juli 2009

Operation Wunderland

Von Mein Parteibuch | 20.Juli 2009

Vor etwa einem Jahr hat Mein Parteibuch einen längeren, grundlegenden Beitrag zur Geschichte der Mediensteuerung in Deutschland veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die angeblich freie Presse im westlichen Nachkriegsdeutschland eine Illusion war und in Wirklichkeit Militär und Geheimdienste der USA die Medien in Deutschland steuerten. Diese Erkenntnis fügt sich passgenau in das Bild ein, dass die CIA unter Allen Dulles mit der Operation Mockingbird auch in den USA selbst eine gigantische verdeckte Operation zur Medienmanipulation gefahren hat.

Über die Kontrolle der Medien steuerten US-Geheimdienste auch die deutsche Politik nahezu nach Belieben. Wo das nicht reichte, um die politischen Vorstellungen der USA in Deutschland durchzusetzen, griff, wie im Beitrag “Demokratie in Deutschland - Gefälscht von der CIA” unter Verweis auf den inzwischen zehn Jahre alten WDR-Fernsehbeitrag “Germany Made in USA” dargelegt wurde, die CIA allerdings auch direkt massiv in die deutsche Politik ein und sorgte unter anderem mit Bestechungsgeldern dafür, dass auch die Gewerkschaften und die SPD auf die den USA genehme streng antikommunistische Linie zur deutschen Teilung und Einbindung eines kapitalistischen Westdeutschlands in die westlichen Militär- und Wirtschaftsstrukturen gebracht wurden.

Über die offizielle Propaganda der USA zur Umerziehung der deutschen Bevölkerung, die obwohl sie das Wertesystem des Nationalsozialismus tief verinnerlicht hatte, eigentlich mehrheitlich eher für die Vergesellschaftung von Großindustrien und ein vereinigtes entmilitarisiertes Deutschland war, hat der WDR nun vor drei Monaten im Nachtprogramm eine sehenswerte dreiteilige Serie ausgestrahlt: Operation Wunderland.

Neben Originalen von US-Propagandafilmen für das westliche Nachkriegsdeutschland basiert die Serie insbesondere auf Interviews mit dem ehemaligen Offizier der US-Militärregierung Robert Wolfe, mit dem Berater des weißen Hauses Robert R. Bowie, mit dem ehemaligen CIA-Chef von Berlin Peter Sichel, dem Journalisten Antonius John und dem ehemaligen Leiter des Frankfurter Amerikahauses Hans Tuch.

Die ersten zehn Minuten des ersten Teiles von Operation Wunderland sind hier zu sehen:


Die weiteren Teile gibt es hier:

Teil 1 - Part II
Teil 1 - Part III
Teil 1 - Part IV
Teil 2 - Part I
Teil 2 - Part II
Teil 2 - Part III
Teil 2 - Part IV
Operation Wunderland Teil 3 (Anmerkung: Teil 3 wird bei Google Video fälschlicherweise als Teil 1 bezeichnet)

Mit einigen sehr gängigen geschichtlichen Mythen wird in dieser Serie aufgeräumt. Auch wird beispielweise deutlich, dass Konrad Adenauer die Stalin-Note ablehnte, weil er die deutsche Einheit nicht wünschte. Bekanntlich setzte Konrad Adenauer damit einerseits die Forderung seines Schwagers John McCloy um, dessen Auftrag als Hoher Kommissar der USA in Deutschland darin bestand, nach dem Motto “lieber das halbe Deutschland ganz als das ganze Deutschland halb” zumindest einen Teil Deutschlands in ein westliches Militär- und Wirtschaftsbündnis zu führen, und andererseits sicherte er sich dadurch die Macht, dass er so nicht befürchten musste, der rote Osten könne bei gesamtdeutschen Wahlen womöglich dafür sorgen, dass ein SPD-Politiker Bundeskanzler würde.

Zur von konservativen Politikern immer wieder öffentlich beschworenen Gefahr einer militärischen Invasion Westdeutschlands durch die Sowjetunion oder die DDR wird auch vom früheren Berliner CIA-Chef Peter Sichel vor laufender Kamera festgestellt, dass diese Gefahr eine Lüge der Propaganda war. Wer die Strategie der Spannung kennt, den überrrascht das natürlich nicht. Weiterhin wird erklärt, dass das westdeutsche Wirtschaftswunder neben dem Marshallplan bekanntlich insbesondere auch auf der Repatriierung von Nazi-Vermögen beruhte, die in der Schweiz und Argentinien versteckt waren.

Auch wenn damit einige Propaganda-Lügen der USA und ihrer Handlanger in Deutschland aufgedeckt werden, so wird allerdings eine dicke und sehr einflussreiche Propaganda-Lüge in der Serie “Operation Wunderland” gleich mehrfach als Wahrheit verkauft. Zum Krieg der USA gegen Nordkorea wird leider auch in Operation Wunderland behauptet, dass 1950 Nordkorea Südkorea überfallen habe, obwohl bei gründlicher Betrachtung die Fakten eher dafür sprechen, dass es genau andersherum war.

Aber das wäre dann wohl auch im Nachtprogramm des WDR zuviel an Bloßstellung für die Transatlantiker gewesen und so gratuliert Mein Parteibuch dem WDR dazu, wenigstens alle zehn Jahre mal eine Sendung auszustrahlen, in der wenigstens die halbe Wahrheit gezeigt wird. Es darf schließlich nicht sein, dass die transatlantische Freundschaft darunter leidet, wenn die Leute in Deutschland mitbekommen, wie sie seit Jahrzehnten von der CIA an der Nase herumgeführt werden.


Quelle: http://www.mein-parteibuch.com/blog/2009/07/20/operation-wunderland/

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