Israels Außenminister Avigdor Lieberman von der rechtsextremen Partei »Jisrael Beitenu« ist dieser Tage in Lateinamerika unterwegs, um dem »iranischen Einfluß« in der Region entgegenzutreten. Zum Reiseauftakt polterte die für Zentralamerika und die Karibik zuständige Direktorin im israelischen Außenamt, Dora Shavit, gegen Venezuelas linken Präsidenten Hugo Chávez, der freundschaftliche Beziehungen zu Teheran unterhält. In der kolumbianischen Zeitung El Tiempo behauptete Liebermans Regionalbeauftragte, Venezuela lasse auf seinem Territorium »Zellen« der libanesischen Organisation Hisbollah operieren, die wiederum in iranischen Diensten stünden. Was die dort machen sollen, verriet sie nicht. Die Antwort kam prompt und war von erfreulicher Klarheit: »Nur ein Regime wie das Tel Aviver, dessen ganze Geschichte mit dem Blut Unschuldiger geschrieben ist, kann die Frechheit besitzen, einer friedliebenden Regierung wie der venezolanischen Abscheulichkeiten vorwerfen, die es selbst Tag für Tag anrichtet«, hieß es in einem Kommuniqué des Außenministeriums in Caracas.
Politisch korrekte Botschaften auch in Brasilien, wo Lieberman seine zehntägige Werbetour für ein härteres Vorgehen gegen Iran am Dienstag begonnen hatte. »Lieberman ist ein Faschist und ein Rassist«, erklärte der Außenpolitiker der regierenden Arbeiterpartei (PT), Valter Pomar, in der israelischen Zeitung Haaretz, in der selbiges auch schon Israelis bekundet hatten. Ein Sprecher des Außenministeriums in Brasilia sagte der Zeitung diplomatisch pflichtschuldigst, Pomar vertrete nicht die Position der brasilianischen Regierung. Weitere Stationen Liebermans sind Argentinien, Peru und Kolumbien, dessen Streitkräfte von Israelis in der Aufstandsbekämpfung trainiert werden. Dort dürfte Tel Avivs Spitzendiplomat dann herzlicher empfangen werden.
(rg)
Quelle: junge Welt
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen