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| Paul Craig Roberts |
Von Paul Craig Roberts
INFORMATION CLEARING HOUSE
Letzten Freitag lautete eine Schlagzeile bei Bloomberg.com (einer US-Website für Wirtschaftsnachrichten): US-Aktien legen zu, US-Bundesanleihen weniger gefragt, weil die Arbeitslosenquote sinkt!
Schauen wir uns doch einmal den behaupteten Rückgang der Arbeitslosenquote etwas näher an! Glauben Sie, dass die US-Autoindustrie im Juli mitten in der GM-Pleite trotz des Ausverkaufs und der Schließung ganzer GM-Produktionsbereiche und des Bankrotts vieler GM-Zulieferer 28.000 neue Jobs geschaffen hat? Sie glauben das nicht? Das Bureau of Labor Statistics / BLS (das Amt für Beschäftigungs-Statistik des US-Arbeitsministeriums) hat das aber doch berichtet!
Die 28.000 neuen Arbeitsplätze wurden durch "saisonale Berichtigungen" geschaffen. Der Juli ist der Monat, in dem das BLS immer "Berichtigungen" vornimmt, um die bei der Umstellung der Produktion auf neue Modelle stattfindenden vorübergehenden Entlassungen von Automobil-Arbeitern (für die Statistik) saisonal abzumildern. In diesem Jahr hat es jedoch kaum Produktionsumstellungen gegeben, aber die (geschätzten) saisonalen Berichtigungen (der Arbeitslosenstatistik) wurden trotzdem vorgenommen. Bei den Anpassungen wird auch die Situation der während der Umstellung der Autoproduktion teilweise pausierende Zulieferindustrie berücksichtigt. (Die normalerweise nach der sommerlichen Produktionspause wieder eingestellten Arbeiter der Automobilindustrie wurden "statistisch" erfasst, obwohl es in diesem Jahr kaum Wiedereinstellungen gegeben hat.)
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| Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de |
Die Arbeitslosenstatistik wurde auch dadurch "geschönt", dass Langzeitarbeitslose nicht mehr mitgezählt werden. Erinnern Sie sich daran, dass seit der Clinton Regierung die entmutigten, länger als ein Jahr arbeitslosen Menschen nicht mehr statistisch erfasst werden. Die Länge des gegenwärtigen Abschwungs bedeutet, dass Kurzzeitarbeitslose, die jetzt noch mitgezählt werden, schon bald zu Langzeitarbeitslosen mutieren, die einfach aus der Statistik verschwinden, damit die "bereinigte" Arbeitslosenquote sinkt.
Offizielle Statistiken können viele Verzerrungen aufweisen. So basieren zum Beispiel die Schätzungen zur Industrieproduktion auf dem Stromverbrauch. Ungewöhnlich heißes Wetter, das alle Klimaanlagen auf Hochtouren laufen lässt, ruft in der Statistik eine Zunahme der Industrieproduktion hervor. Kühles Wetter in den Sommermonaten reduziert den Stromverbrauch und signalisiert damit einen angeblichen Rückgang der Industrieproduktion.
Gestiegene Umsätze im Einzelhandel können auch durch eine steigende Inflation verursacht werden.
Auch eine Zunahme des erfassten Bruttoinlandsprodukts kann das Ergebnis einer unterschätzten Inflationsrate sein.
Andere Verzerrungen entstehen durch Vergleiche mit vergangenen Jahren. Heute werden nicht mehr länger zurückliegende Spitzenwerte zum Vergleich herangezogen, sondern eher die schlechten Ergebnisse aus der jüngeren Vergangenheit. Damit lässt sich der tatsächliche Niedergang abflachen, und die Verhältnisse scheinen besser zu sein, als sie tatsächlich sind.
Mit gefälschten Wirtschaftsdaten wird uns eine Erholung der Wirtschaft vorgegaukelt, um Leute wieder auf den Aktien- und Immobilien-Markt zu locken, damit sie auch noch den Rest ihres Reichtums verspielen.
Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de


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