Dienstag, 31. März 2009

Verteidiger fordern Putin als Zeugen im Chodorkowski-Prozess

Von Folker Hoffmann

Für die große, neoliberale Propaganda verbreitende deutsche Manipulationsschau ein schwer zu schluckender Brocken. Während im Land der Dichter, Wirtschafts- und Überwachungshenker millionenschwere Betrügereien als Kavaliersdelikte abgehakt werden, kommt es in Russland schon mal vor, dass dort ein krimineller Oligarch, es gibt noch eine Menge anderer von dieser Sorte die nicht vor Gericht gestellt werden, für schweren Betrug zu acht Jahren verurteilt wird. Das ruft die ach so freien Medienmanipulateure bei uns auf den Plan und lassen sie an der russischen Justiz verzweifeln.

"Der Westen betrachtet die Maßnahmen der russischen Justiz gegen den früheren Unternehmer auch als Maßstab für Demokratiefortschritte unter Präsident Dimitri Medwedjew."Manipulationsschau
Die einfache Erklärung für den Prozess gegen Chodorkowski, aus Sicht der Manipulationsschau, war die seinerzeit offene Unterstützung der Opposition gegen Putin durch den Oligarchen Chodorkowski.

Laut der neuen Anklage werden Chodorkowski und seinem Komplizen Lebedew Amtsmissbrauch und Diebstahl in Höhe von umgerechnet rund 30 Milliarden US-Dollar zur Last gelegt. Wahrlich keine Peanutsvorwürfe, die deutsche Justiz hätte das wohl mit einigen Tagessätzen geahndet und der Fall wäre vom Tisch. Immerhin hat Chodorkowski schnell vom Kapitalismus gelernt:
"Wenn ich nochmal von vorne anfangen könnte, würde ich gleich im Bankwesen einsteigen anstatt mit einer Kooperative."
In Deutschland soll es ja so etwas wie unabhängige Justiz geben, wenn man hiesigen Medien Glauben schenken darf. In Russland, laut gleicher Quellen, eben nicht. In Deutschland werden Verkäuferinnen aufgrund unbewiesener Anschuldigungen auf die Straße gesetzt oder Bäcker wegen eines Pausenbrotaufstrichs entlassen, während die Herren des gestohlenen Geldes mit satten Pensionen und Bonussen davon kommen.

Man sollte der russischen Justiz zumindest soviel Unabhängigkeit zubilligen, wie der deutschen. Was am Ende dabei herauskommt, bleibt abzuwarten. Russlands Präsident Medwedew sieht es zumindest rechtsstaatlich:
„Ob es sich um einen Schuld- oder Freispruch handelt, ist das jedenfalls ein Gerichtsbeschluss. Weder der Präsident noch sonst jemand darf sich da einmischen".
Eine Selbstverständlichkeit eigentlich - und dennoch unvorstellbar für neoliberale Medien, wenn es darum geht, Leuten wie Chordorkowski, einer der Hauptprofiteure des Wildwest-Kapitalismus der 90er Jahre in Russland, der im Jahre 2003 mit Exxon darüber verhandelte 40% an Yukos Oil zu übernehmen. Yukos Oil, ein aus russischem Volksvermögen von Chodorkowski zusammengeklauter Konzern, sollte für billige Dollars teilweise an Exxon verhökert werden. Wundert sich noch jemand, woher die konzertierte Aufgeregtheit der neoliberalen Megaphone kommt?

Mehr zum Thema:
Chodorkowski erneut vor Gericht

Die Angst der Regierer vor den Regierten

Von Folker Hoffmann

Obrigkeit und Untertanen gehen heute weniger denn je im Gleichschritt. Zu unterschiedlich sind die Interessen von Wählern und den von ihnen Gewählten, die sich eh nur dem Großkapital verpflichtet fühlen und ihm bis zur Selbstaufgabe gefügig sind.

Keine "Reform" der letzten Jahre die nicht gleichbedeutend mit mehr Ausbeutung und mehr Verarmung für das Volk, samt mehr Profit und mehr Reichtum für die ein Prozent der Superreichen einherging. Mehr als ein Prozent haben in Deutschland nämlich nicht von Schröders, Clements, Merkels und wie sie alle heißen, Agendapolitik profitiert. Das kann nicht oft genug gesagt werden. Eine gigantische, in diesem Ausmaß, wohl nie dagewesende Umverteilung von unten nach oben. Und das während des sogenannten "Aufschwungs". Nun wo der Crash nicht länger zu leugnen oder aufzuhalten ist, wollen die Gralshüter partikularer Kapitalinteressen beim NATO-Jubiläumsfest am 3. und 4. April in Kehl und Straßburg, nochmals so richtig die Sau raus lassen, und sich, bei üppigem Gelage, selbst beweihräuchern.

Da zu dieser Veranstaltung die jubelnden Volksmassen ausbleiben, um den Kriminellen vom Dienst zuzujubeln, bleibt man lieber unter sich und schützt sich vor denen, die man zu schützen vorgibt. Allein auf deutscher Seite unter dem Schutz von 15 000 Polizisten, bei einer erwarteten Anzahl von 30 000 Demonstranten. Die verängstigten "demokratischen" Pappnasen, die vorgeben vom Volk gewählt zu sein "um Schaden vom Volk abzuwenden", begeben sich in eine Bunkerisolation, fernab der Realität von Millionen Menschen und lassen den baden-württembergische Polizeipräsidenten Hetger schon mal vorsorglich am vergangenen Freitag in Kehl verkünden, dass Demonstranten nicht nur "verarbeitet" würden, sondern auch an der Brücke in Kehl eine "Selektion" vorgenommen wird. Nicht nur sprachlich erinnert das an die finstersten Zeiten deutscher Geschichte, sondern zeigt wieder die mentale Bereitschaft, noch bestehende Bürgerrechte gnadenlos niederzuknüppeln.

Dabei hatte die NATO, seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Pakts, gar keinen militärischen Gegner mehr, sondern beeilte sich neue zu suchen und zu erfinden. Das "Verteidigungsbündnis" ist bei der Erfindung von Gefahren nicht zimperlich, sei es bei der Vernichtung Jugoslawiens, sei es bei den sogenannten "asymmetrischen" Kriegen seit dem 11. September, deren wahren Hintermänner mit Sicherheit nicht bei Flugschülern, sondern bei hochprofessionellen Geheimdiensten und den Auftraggebern der weltgrößten Militärmacht zu finden sind. Die kommandiert auch so ganz nebenbei die NATO.

Bereits 1999 gab sich die NATO ein neues strategisches Konzept, das sowohl Out-of-Area-Einsätze als auch den atomaren Erstschlag gegen Staaten, die selbst nicht über Atomwaffen verfügen, vorsieht. Wo doch alle, die den Atomwaffensperrvertrag unterzeichneten, sich verpflichteten eine vollständige atomare Abrüstung einzuleiten. Auch Deutschland hat einen Finger, über die "nukleare Teilhabe" an den auf deutschem Boden lagernden US-Atomwaffen, am Abzug des nuklearen Holocaust.

Die Demonstrationen in Kehl und Straßburg richten sich gegen den militärischen Wahnsinn, der durch die NATO repräsentiert wird und solche Demonstrationen sind ausdrücklich durch das Grundgesetz geschützt.

Zu den Meldeauflagen, die die baden-württembergische Polizei mehreren Nato-Gegnern erteilt hat, um sie von der Teilnahme an den Protesten gegen den bevorstehenden Gipfel des Militärbündnisses in Strasbourg abzuhalten. erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fration DIE LINKE:
„Die Befürchtungen, dass für den Nato-Gipfel demokratische Grundrechte außer Kraft gesetzt werden, bestätigen sich mit der Ankündigung des baden-württembergischen Innenministers, gegen eine zweistellige Zahl von Natogegnern Meldeauflagen zu verhängen“

„Betroffen sind unter anderem mehrere Personen aus dem Raum Stuttgart. Ihnen wird nicht etwa vorgeworfen, an Straftaten beteiligt gewesen zu sein. Der Auflagenbescheid verweist lediglich darauf, dass die Betroffenen in linken Initiativen aktiv sind und an den Protesten gegen die sogenannte Sicherheitskonferenz in München teilgenommen haben.

Montag, 30. März 2009

NATO-SELBSTFEIER 2009 - MAKE NATO HISTORY

Die Vertreter der NATO-Staaten treffen sich dieses Jahr in der Region, um den 60. Geburtstag des sogennanten NATO-Bündnisses zu feiern. Eine äußerst gute Gelegenheit für viele Menschen zu zeigen, was sie davon halten. Damit der Überblick nicht verloren geht, versuchen wir mit dieser Sonderseite unseren bescheiden Beitrag für Vernetzung und Information zu leisten....

Hier gehts zur Stattweb-Extra Seite

Vorbereitendes Zähneknirschen des Innenministers Rech

Baden-Württembergs Innenminister *Heribert Rech (CDU) kündigte eine harte Gangart gegen Blockierer und Gewalttäter an. Beim NATO-Gipfel sollen 14 000 Polizeibeamte im Einsatz sein. Fest steht bislang nur, dass sich die Politiker am 3. April in Baden-Baden und einen Tag später in Straßburg treffen werden. Zudem ist am 4. April ein Fototermin in Kehl geplant. Innenminister Rech klappert mit allem, was er zur Verfügung hat, um die Demonstrationswilligen jetzt schon nach Kräften einzuschüchtern......

*Heribert Rech ist der Innenminister von Baden-Württemberg, und die meinen ja alles außer Hochdeutsch zu können. Der Rech kann nicht nur kein Hochdeutsch, er kann auch sonst nicht viel. Dafür hat er aber mit einem ständigen Harndrang zu kämpfen. Normalerweise werden ältere Herren in seiner Verfassung mit Kürbiskernen und Produkten daraus kuriert. Leider hat Rech den Harndrang auf der Zunge. Er kann sein Maul nicht halten und muss sich wichtig tun......

Dem Kapitalismus den Kampf angesagt - „Dieses Jahr ist unser Jahr!“

Von REGINE NAECKEL, 30. März 2009 -

Zehntausende demonstrierten am vergangenen Sonnabend unter der Parole „Wir bezahlen nicht für Eure Krise“ in Frankfurt und Berlin gegen die Regierungspolitik. Die Demonstration war Teil der Aktionen zum Welt-Finanz-Gipfel, der in dieser Woche in London stattfinden wird. Zeitgleich fand eine Demonstration in London statt.

„Ich bin heute hier, weil ich nicht will, dass die Gewinne privatisiert werden und die Verluste sozialisiert werden“, erklärte eine Teilnehmerin aus Berlin. „Die Banken werden von meinem Geld finanziert, die Autos werden von meinem Geld finanziert, und eine Kassiererin, die einen Pfandbon von 1,30 Euro unterschlägt, die wird entlassen. Und man kann gegen nichts etwas machen, das finde ich ganz furchtbar. Deshalb bin ich heute hier“, sagte ein anderer Demonstrant.

krise-demo In Deutschland hatte sich ein breites Bündnis aus außerparlamentarischen Gruppen, Organisationen und Netzwerken – darunter umweltpolitische Verbände, christliche Gruppen, Gruppen der Friedensbewegung – aber auch Teile der Gewerkschaften und Parteien zusammengeschlossen. Darunter attac, Verbände von Ver.di, der GEW, der IG Bau und IG Metall und die Linke. Bei der SPD und den Jungsozialisten hatte lediglich der Kreisverband Erlangen zur Demonstration aufgerufen, von Bündnis 90 / Die Grünen nur der Kreisverband Göttingen. Ihre gemeinsamen Forderungen: Die Reichen und Profiteure sollen für die selbstverschuldete Krise zahlen, einen staatlichen Schutzschirm darf es nur für die tatsächlichen Opfer der Krise geben, nämlich die sozial Schwachen, Erwerbslosen und Rentner. Ebenso dürfe die Krise nicht auf die Menschen des „globalen Südens“ und die Natur abgewälzt werden.

Bei der Auftaktveranstaltung am Roten Rathaus in Berlin forderte die Menschenrechtsaktivistin Tilder Kumichii aus Kamerun, es müsse ein breites Bündnis zwischen Industriestaaten und dritter Welt gegen die Krise geben. In ihrem Land seien die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise bereits früher und deutlich spürbar angekommen. Der IWF müsse dringend die Schuldenrückzahlung einstellen, wenn die betroffenen Staaten das Geld nur mehr unter menschenrechtswidrigen Bedingungen erwirtschaften könnten.

Carsten Becker vom Betriebsrat der Berliner Charité erläuterte den Druck auf die Pflegekräfte, der schon heute als Folge der Privatisierung eine verantwortungsvolle Gesundheitsversorgung fast unmöglich macht.

Andere Redner bekräftigten, es müsse in Deutschland endlich einen rechtlich festgeschriebenen Mindestlohn von 10 Euro und eine Mindestrente von 1.000 Euro geben. „Weg mit Hartz IV“ war eine der Forderungen, um Menschen aus der Armut und hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit zu bringen.

Einen eigenen kleinen Block bildeten die Geschädigten der Pleite gegangenen Lehman Brothers Bank. In aller Regel sind es Kleinsparer, die zum Teil ihre gesamten Einlagen und damit eine bescheidene Rücklage zu geringem Lohn oder knapper Altersversorgung verloren haben. „Das ist die erste Demonstration meines Lebens“, erklärte ein älterer Herr, der sein Leben lang mühsam gespart hatte und von einem Berater der Citibank – die die Zertifikate an Leichtgläubige verscherbelte – hinters Licht geführt worden war. 60.000 Euro hat er verloren, alles was er im Laufe eines 40jährigen Arbeitslebens angespart hatte. Für diese Menschen gibt es von der Bundesregierung bis heute keinen „Schutzschirm“.

„Diese Regierung hat kaum Geld für Rentnerinnen und Rentner, für Arbeitslose. Aber plötzlich machen sie das Fenster auf und sind in der Lage, über 500 Milliarden für die Banken innerhalb kürzester Frist zur Verfügung zu stellen. Und wir stellen die Frage, wer soll das eigentlich letztlich bezahlen. Was sind eigentlich die Ursachen dieser Krise? Eine Ursache ist genannt worden, sie heißt ganz einfach: Kapitalismus!“ Mit dieser knappen und treffenden Analyse erntete Gregor Gysi bei der Abschlusskundgebung in Berlin tosenden Beifall. Wie Gysi forderten die meisten Redner von der Bundesregierung ein sozialeres Krisenmanagement. Es sei ein Schutzschirm für Beschäftigung nötig und keine Rettung der Reichen.

30.000 Teilnehmer waren nach Angaben der Veranstalter allein nach Berlin gekommen, die Polizei zählte deutlich weniger, nämlich 15.000. In Frankfurt demonstrierten nach Angaben der Veranstalter 25.000, die Polizei gab die Zahl der Teilnehmer mit 12.000 an. „Weg ist Omas Häuschen, die Bank lacht sich ins Fäustchen“, las man auf einem der Spruchbänder. Umweltpolitische Aktivisten trugen ein Plakat mit der Aufschrift: „Wäre die Welt eine Bank, wäre sie längst gerettet“. Doch bei aller Buntheit: Seit langem wurde auf Deutschlands Straßen nicht mehr derart vehement Kritik am herrschenden Kapitalismus und der Regierung formuliert.

35.000 Demonstranten in London

put people first Bunt ging es am Sonnabend auch in der Londoner Innenstadt zu. Kapellen spielten auf, Fahnen und Wimpel wurden geschwenkt – ganz so wie bei einem Familienfest. „Put People First" war das Motto von mehr als 150 Gruppen, die in ihrem Protest noch deutlicher die Kritik an dem G20-Gipfel formulierten und aus ganz Großbritannien angereist waren. „Ich protestiere gegen die politischen Führer, die ja doch nichts zustande bringen. Da passiert überhaupt nichts. Es ist das Übliche. Deshalb ist die Zeit jetzt da für einen radikalen Wandel“, erklärt eine Teilnehmerin. „Ich habe vor einem Monat meinen Job verloren wegen der allgemeinen Unsicherheit und ich bin hier wegen der Leute, die füreinander einstehen“, äußert ein anderer seine Hoffnungen. Ein 20jähriger Arbeisloser sucht seit langem einen Job, das Rettungspaket für die Banken findet er ungerecht: „Das ist gestohlenes Geld, es gehört ihnen nicht“. Seine Kritik richtet sich gegen die Profiteure, „sie bekommen so viel Geld im Jahr, leben in großen Häusern und haben Jachten – das ist doch keine Arbeit!”

Friedlich zog der Demonstrationszug durch die Stadt, die Organisatoren waren zufrieden. Noch nie sei ein Bündnis mit einer so klaren Botschaft an die weltweiten Führungen zusammengekommen, sagt ein Vertreter des britischen Gewerkschaftsbunds. „Die G20-Treffen sind Treffen der Kapitalisten. Sie machen nichts – nichts für uns Arbeiter. Sie helfen nur den Banken und nicht der arbeitenden Klasse“, ist sich ein Demonstrant sicher. Die Forderungen sind dementsprechend: Keine Stellenstreichungen, angemessene Löhne und Wohlstand für alle Arbeiter. Die Wut auf die Banken war auch in London nicht zu übersehen: „Geld für Bedürftige und nicht für Gierige“ stand auf Spruchbändern.

Das war erst der Anfang

In London bereiten sich die Kritiker und Aktivisten nun auf eine noch größere Demonstration am 1. April während des G20-Gipfels vor. Warmlaufen wollen sich bereits heute Gegner des NATO-Gipfels, der vom 3. bis 5. April in Straßburg, Kehl und Baden-Baden stattfindet, eine erste Demonstration findet in Freiburg um 18 Uhr statt. Die internationale Großdemonstration wird dann am kommenden Sonnabend, den 4. April, in Straßburg stattfinden. Dort werden wieder Zehntausende erwartet. Polizei, Sicherheitskräfte und Stadtverwaltung bauen die Stadt seit Monaten zu einer Festung aus. Wie in Heiligendamm beim G8-Gipfel gilt auch im Fall des G20-Treffens und des Nato-Gipfels: Die Herrschenden können sich nur noch unter Polizei- und Militärschutz in hermetisch abschirmten Bereichen treffen – vom Protest der Bürger abgeschottet.

Der Sommer in Deutschland soll heiß werden. Nach den sicher sehr kämpferischen Maidemonstrationen wollen Studenten, Schüler und Lehrer einen bundesweiten Bildungsstreik durchführen. Am 17. Juni werden sie überall in Deutschland auf die Straßen gehen. Andere Gruppen fordern noch radikaler gleich einen Generalstreik anstelle der Bundestagswahl in diesem Jahr.

Quelle: Hintergrund

Ein tollkühner Plan namens soziale Revolution


Redebeitrag auf dem sozialrevolutionären und antinationalen Block auf der Krisen-Demo am 28.3.2009 in Frankfurt/Main

AUTOR: Jutta DITFURTH

Kürzlich bat ein IG-Metall-Funktionär in der Tagesschau die Bundesregierung, wieder »ordentliche Verhältnisse« herzustellen. Was für ein grundlegender Irrtum über das Verhältnis von Staat und Kapital. Und: Ist der »Normalzustand« des Kapitalismus nicht schon mörderisch genug? Der Multimilliardär Warren Buffett sagte zwei Jahre vor der Weltwirtschaftskrise zur New York Times:

»Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.«

Jetzt, mit der Weltwirtschaftskrise, geht der Krieg in eine neue, härtere Phase.

Natürlich versuchen die Herrschenden, möglichst viele Krisenfolgen in den Trikont, in die sogenannte Dritte Welt zu verschieben. Allein in China wird es Ende des Jahres 40 Millionen arbeitslose Wanderarbeiter geben, die ihre Familien nicht mehr ernähren können. Nahrungsmittelprogramme von UN-Hilfsorganisationen für afrikanische Staaten wurden letztes Jahr schon halbiert.

Die Befriedung des deutschen Untertanen funktioniert durch Konsum und Repression. Hundertausende von Leiharbeiter sind in wenigen Wochen geräuschlos entsorgt worden. Keine Solidaritätsstreiks, keine wilden Streiks, nichts. Mehr als eine Million Kurzarbeiter werden im Herbst arbeitslos. Sofern sie sich nicht ihr »Schicksal« und in Hartz IV ergeben, wird die soziale Frage mit Hilfe von Armee, Polizei und Justiz »gelöst«, notfalls mit Heimen, Sicherheitsverwahrung und Psychiatrien.

Die soziale Ordnung in Deutschland bleibt eine Gefängnisordnung.

Während Staatschefs uns einreden wollen, dass sie in unserem Interesse agieren, handeln sie in Wahrheit im Interesse der hinter ihnen stehenden Kapitalfraktionen. Der Zugang zu Energiereserven ist zentral in der innerkapitalistischen Konkurrenz. Auch deshalb – Weltwirtschaftskrise hin und Massenelend her – rüstet die USA für den Krieg in Afghanistan auf.

Wird es den kapitalistischen Zentren gelingen, ihre wachsenden Ghettos unter Kontrolle zu halten und einen größeren Teil ihrer Mittelschicht vor dem Absturz zu retten? Falls ja: zu welchem Preis und auf wessen Leichenbergen? Mehr Menschen als bisher werden unter den Augen auch deutscher Polizisten im Mittelmeer ertrinken, bevor sie europäische Küsten erreichen.

Und wir: Finden wir die strategischen Punkte der Schwäche im System, um es zum Absturz zu bringen?

Diese Weltwirtschaftskrise hat enorme Vorteile für den Teil des Kapitals, der die Krise überstehen und seine Konkurrenten fressen kann. Das Kapital nutzt die Krise und entledigt sich der restlichen sozialen und demokratischen Menschenrechte und der ökologischen Erfordernisse aller Art und was sonst noch die Profite behindert.

Soziales Elend bringt keine automatische Linksentwicklung, schon gar nicht hier. Im autoritären Deutschland hat linker Widerstand keine erfolgreiche Tradition. Ein emigrierter Jude, vor deutschen Mördern geflohen, brachte erst in den 1960ern das Recht auf »résistance« nach Deutschland zurück. Herbert Marcuse sagte:

»Ich glaube, dass es für unterdrückte und überwältigte Minderheiten ein ›Naturrecht‹ auf Widerstand gibt, außergesetzliche Mittel anzuwenden, sobald die gesetzlichen sich als unzulänglich herausgestellt haben…«.

(Repressive Toleranz, 1964)

Unsere Gegner werden in diesem Jahr versuchen die Ideologie der »nationalen Schicksalsgemeinschaft« zu beschwören. Aber die deutsche Nation steht immer gegen soziale Gleichheit aller Menschen, gegen die Freiheit von Ausbeutung, Rassismus, Antisemitismus und Sexismus. Sie kennt weder grenzenlose Solidarität noch umfassende gesellschaftliche Emanzipation.

Ein menschenwürdiges Leben für alle ist nur in einer Gesellschaft ohne Lohnarbeit und Kapital vorstellbar und ohne das grenzenlose Wachstum des kapitalistischen Wirtschaftens mit seinem Zwang zu Profit, Konsum und Konkurrenz.

Quelle: die Autorin

Originalrede gehalten am 28.3.2009

Über die Autorin

Dieser Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl die Autorin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=7316&lg=de

Mehr zum Thema:

Hedgefonds Kapitalist-Legende Robertson: "In 10 Jahren wird, wer auch immer noch auf diesem Planeten am Leben ist, wieder effektiv von vorn anfangen müssen." Hier: Schwärzer gehts nicht


Sonntag, 29. März 2009

Demo-Bericht aus Berlin

Von Ursula Behr


Die Demo in Berlin hatte viele buntgemischte Menschen zusammengebracht, auffällig für mich auch die vielen älteren Menschen, welche ich sonst auf Demos nicht in dieser hohen Anzahl gesehen habe.

Schwarze Blöcke habe ich nicht bemerkt, anfangs war auch wenig Polizeipräsenz zu entdecken, auch wurde der Demonstrationszug nicht von Einsatzkräften flankiert. Teilweise herrschte eine Art Volksfeststimmung, Agressionen für mich nicht erkennbar.

Die gute Stimmung schlug um, als kurz vor der Abschlußkundgebung am Roten Rathaus, große Gruppen von behelmten Polizisten fast wie aus dem Nichts auftauchten und losrannten. Polizeiwagen hatten plötzlich Blaulicht an und fuhren los. Die Veranstalter riefen dazu auf, sich die Abschlußkundgebung nicht durch die Polizei kaputt machen zu lassen, auch wurden die Einsatzkräfte durch Durchsagen dazu aufgefordert, diese “Provokationen” zu lassen. Die ”Rangeleien” wurden durch Polizeikettenbildung abgesperrt, hinter der Rednertribüne marschierte weitere Polizei auf um sich jeder Zeit in Bewegung setzen zu können…

Ich habe die Situation als bedrohlich empfunden, die starke Polizeipräsenz hat nach meiner Meinung die umschlagende Stimmung und den Unmut der friedlichen Protestierer hervorgerufen. Das hätte nicht sein müssen, diese Drohkulisse. Meine Tochter meinte, dies mache der Polizei Spaß. Hat sie recht? Normalerweise hätte ich versucht, “Rangeleien” zu fotogafieren, aus Sorge um meine Tochter, habe ich es unterlassen. Hier geht's weiter zur Bildreportage von Ursula Behr


Hinweise und mehr Berichte:

Am Samstag demonstrierten in Berlin (30.000), Frankfurt (25.000), Wien (20.000), Oslo, London (20 bis 35.000) und noch einigen anderen Städten Zehntausende, wenn nicht gar über 100.000 Menschen gegen die Abwälzung der Krise auf Steuerzahler und Beschäftigte.

30.000 sagen „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ in Berlin

Wenn die Welt eine Bank wäre...
hättet ihr sie längst gerettet


20000 Demonstranten in Frankfurt: Wir zahlen nicht für eure Krise!"

Filmbericht: Großdemo von ver.di, attac und DIE LINKE. am 28.03.09 in Frankfurt.

Samstag, 28. März 2009

Internierungslager in den USA als Antwort auf die Krise

Vorbereitung auf Unruhen seitens der Zivilbevölkerung in den USA - Die Gesetzgebung zur Errichtung von Internierungslagern an US-Militärbasen

Michel Chossudovsky

von Professor Michel Chossudovsky

Die wirtschaftliche und soziale Krise

Die Finanzkrise hat eine latente und anwachsende soziale Krise entfesselt, die sich über die Vereinigten Staaten ausbreitet.
Worum es geht, ist die betrügerische Konfiszierung von lebenslang Erspartem, von Pensionskassen und die Inbesitznahme von Steuereinnahmen, um die Billionen Dollar zur „Rettung“ der Banken, welche letztendlich dazu dienen, die Taschen der reichsten Amerikaner zu füllen.
Die Wirtschaftskrise ist zum großen Teil ein Ergebnis von Finanzmanipulationen und schierem Betrug, der sich gegen die gesamte Bevölkerung richtet, und mit einer erneuten Welle an Unternehmenszusammenbrüchen, Massenarbeitslosigkeit und Armut einhergeht.
Die Kriminalisierung des globalen Finanzsystems, charakterisiert durch das Netzwerk des „Schatten- Bankwesens”, führte zu einer Zentralisierung der Bankenmacht und einer noch nie dagewesenen Konzentration von privatem Vermögen.

Obamas „wirtschaftliches Stimulus” Paket und sein Haushaltsentwurf steuern zum weiterführenden Prozess der Konzentration und Zentralisierung der Bankenmacht bei, der kumulative Effekt wird letztendlich in einem weit umfassenden Konkurs von Großunternehmen münden, einer neuen Welle an Zwangsvollstreckungen, und ganz zu schweigen von dem Zusammenbruch der Sozialprogramms des Staates. (Für weitere Details, siehe Michel Chossudovsky, America's Fiscal Collapse, Global Research, 2. März 2009).
Der zunehmende Niedergang der realen, wirtschaftlichen Aktivitäten wird sich auf die Beschäftigung und auf Löhne niederschlagen, welche wiederum zu einem Kollaps der Kaufkraft führen wird. Die vorgeschlagene „Lösung“ der Obama-Administration verstärkt diese Entwicklung, wie auch den Prozess der Vermögenskonzentration, anstatt Ungleichheiten zu mildern.

Die Protestbewegung

Wenn die Menschen in den USA, deren Leben erschüttert und zerstört wird, aufwachen und das wahre Gesicht des globalen „freien Marktsystems”erkennen, dann wird die Rechtmäßigkeit der Wall Street, der Federal Reserve und die US-Regierung unter Beschuss kommen.
Eine unterschwellige Protestbewegung, die sich gegen den Sitz der wirtschaftlichen und politischen Macht richtet, ist dabei sich zu entwickeln.
Wie dieser Prozess stattfinden wird, ist schwer vorauszusagen. Alle Bereiche der amerikanischen Gesellschaft sind potentiell betroffen: Lohnempfänger, kleine, mittlere und selbst große Betriebe, Landwirte, Fachpersonal, Angestellte sämtlicher Behörden, Studenten, Lehrer, Gesundheitsfachpersonal, und Arbeitslose. Der Protest wird anfänglich von den verschiedenen Bereichen ausgehen. Es existiert hingegen an diesem Punkt noch keine organisierte, nationale Widerstandsbewegung, die sich gegen die wirtschaftliche und finanzielle Zielsetzung der Regierung richtet.

Obamas populistische Rhetorik verdeckt die wahre Natur der makroökonomischen politischen Zielsetzung. Im Auftrag der Wall Street handelnd, trägt das Wirtschaftspaket der Regierung, welche ein Billion Dollar schweres „Hilfspaket“ für die Finanz-Service-Industrie beinhaltet, verbunden mit massiven Sparkurs, dazu bei, die USA in eine bodenlose Krise zu stürzen.

Die „Orwellsche Lösung” der Großen Depression: Die Eindämmung von zivilen Unruhen

An diesem kritischen Punkt ist kein wirtschaftliches Rettungsprogramm in Sicht. Der Washington-Wall Street Konsens dauert an. Es gibt keine Zielsetzungen, keine formulierten Alternativen, die aus dem politischen und wirtschaftlichen System kommen.

Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? Wie wird die US-Regierung die sich abzeichnende soziale Katastrophe begegnen?

Die Antwort ist, soziale Unruhen einzudämmen. Der ausgesuchte Weg, der von der früheren Bush-Regierung weitergegeben wurde, ist die Verstärkung des Ministerium für Innere Sicherheit (Homeland Security) und die Militarisierung von zivilen, staatlichen Institutionen.

Die vorherige Regierung hat dafür ein Fundament geschaffen. Verschiedene Teile der „Anti-Terror” Gesetzgebung (einschließlich des Patriot Acts) und vom Präsidenten unterstellte Anordnungen, existieren seit 2001, die hauptsächlich unter dem Vorwand des „globalen Kriegs gegen Terrorismus” entstanden.

Homeland Security-Internierungslager

Direkt verbunden mit dem Thema soziale Unruhen einzudämmen, gehört das umfangreiche System von Internierungslagern, die ebenso ebenso ins Auge gefasst werden und die unter dem Gerichtsstand des Departments Homeland Security und des Pentagons stehen.

Ein Gesetzesentwurf mit dem Namen National Emergency Centers Establishment Act (HR 645) (Gesetz zur Einrichtung von Nationalen Notfallzentren), wurde im Januar dieses Jahres im US-Kongress eingeführt. http://www.govtrack.us/congress/billtext.xpd?bill=h111-645

Der angegebene Zweck dieser nationalen Notfallzentren ist es, kurzzeitige Unterkunft, medizinische und humanitäre Unterstützung für Individuen und Familien zu bieten, die durch einen Notfall oder durch ein große Katastrophe ihr zuhause verloren haben.” In Wahrheit jedoch handelt es sich hier um FEMA Internierungslager. HR 645 besagt, dass die Camps dazu benutzt würden um „andere angemessene Nutzen zu erfüllen, die vom Sekretär der Homeland Security bestimmt würden.“

Es existiert so gut wie keine Berichterstattung in den Medien zum Thema HR 645.

Diese „zivilen Einrichtungen” auf US-Militärbasen sind in Zusammenarbeit mit dem US-Militär zu errichten. Mit Vorbildern, die aus Guantanamo stammen, haben wir es hier mit der Militarisierung von FEMA Internierungseinrichtungen zu tun.

Sobald eine Person verhaftet wird und in einem FEMA Camp interniert wird, das auf einer Militärbasis untergebracht ist, so fällt diese Person aller Wahrscheinlichkeit nach, im Falle eines nationalen Krisenfalls, unter die de facto Gesetzgebung des Militärs:

HR 645 hat eine direkte Verbindung zur Wirtschaftskrise und die Möglichkeit eines Massenprotestes in den USA. Es begründet einen weiteren Schritt hin zur Militarisierung der zivilen Strafverfolgung, und setzt das Posse Comitatus Gesetz außer Kraft.

Mit den Worten des Rep. Ron Paul:
„die Fusionszentren, die Militär-Polizei, Überwachungskameras und eine inländische militärische Führung reichen nicht aus... selbst wenn wir wissen, dass Internierungslager schon bereitstehen, sie wollen jetzt die Errichtung von FEMA Camps auf Militäreinrichtungen legalisieren und benutzten dabei die gängige Ausrede, dass die Einrichtungen für nationale Notfälle da sind. Mit einer falschen, auf Schulden basierenden Wirtschaft, die von Tag zu Tag schlimmer wird, wird die Wahrscheinlichkeit der Gefahr von zivilen Angriffen auf die existierende Ordnung immer größer. Man braucht nur nach Island, Griechenland oder andere Länder zu schauen, um zu erkennen, was möglicherweise bald in den USA passieren wird.“ (Daily Paul, September 2008, Hervorhebung vom Autor)
Die vorgeschlagenen Internierungslager müssen im Kontext eines weiteren Prozesses der Militarisierung von zivilen Einrichtungen gesehen werden. Die Errichtung von Internierungslagern geht der Einführung des HR 645 (Errichtung von Notfallzentren) im Januar 2009 voraus. Es existieren, nach Angaben von verschiedenen (unbestätigten) Berichten circa 800 FEMA Gefängnislager in verschiedenen Regionen der USA. Darüber hinaus hat das US-Militär sein den achtziger Jahren „Taktiken, Techniken und Prozesse” entwickelt, um zivilen Widerstand zu unterdrücken, um diese im Falle eines Massenprotestes einzusetzen. (Das Handbuch der US-Amerikanisches Armee 19-15 unter Operation Garden Plot, Titel „Zivile Unruhen“ wurde im Jahr 1985 herausgebracht).

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Anfang 2006 wurden Steuereinnahmen angewiesen, um moderne Internierungseinrichtungen zu errichten. Im Januar 2006 erhielten Kellogg Brown und Roots, welche zu der Zeit eine Tochterfirma der Halliburton war, einen 385 Millionen Dollar Auftrag vom Department der Homeland Security, Immigration und Zollwesens (ICE):
“Der Vertrag, der sofort wirksam ist [Januar 2006], ist eingerichtet, um vorübergehende Inhaftierungs- und Abfertigungsmöglichkeiten zu gewährleisten, um existierende ICE Inhaftierungs- und Beseitigungseinrichtung und Operationprogramme im Falle eines durch einen Notfall ausgelösten Zustrom von Immigranten in die USA, oder um bei der schnellen Abwicklung von neuen Programmen unterstützend zu wirken...
Der Vertrag darf ebenso dazu verwendet werden, um die Deportation von Immigranten zu unterstützen, andere als US-Regierungsorganisationen im Falle eines Immigrationsnotstands, wie auch um im Falle eines nationalen Notfalls, wie beispielsweise Naturkatastrophen, zu reagieren. (KBR, 24 Januar 2006, Hervorhebung vom Autor)
Das Ziel der U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) ist es:
„Nationale Sicherheit zu gewährleisten und die Öffentliche Sicherheit zu schützen, in dem kriminelle Netzwerke und terroristische Organisationen anvisiert werden, die es auf die verwundbaren Stellen im Immigrationssystem abgesehen haben, auf unsere finanziellen Netzwerke, entlang unserer Grenzen, Bundesinstitutionen, und überall dort, wo die USA geschädigt werden kann. Das Endresultat ist ein sicheres und besser gesichertes Amerika.“ (ICE homepage)
Die Medien in den USA sind still bezüglich der Internierungseinrichtungen auf US-amerikanischem Boden. Während sie wie ganz nebenbei die millionenschweren Aufträge von Halliburtons Unterauftragnehmern beschreiben, beschränken sich Nachrichtenberichte auf die Möglichkeit von Mehrkosten (ähnlich denen, die bei KBR in Irak vorgekommen sind).
Was ist das politische Ziel und Zweck dieser Camps? Die mögliche Verwendung dieser Internierungseinrichtungen, nämlich amerikanische Bürger im Falle einer Kriegsrechtssituation einzusperren, wird in den Medien nicht diskutiert.

Kampfeinheiten für die „Heimat” Zugewiesen

In den letzten Monaten der Bush-Administration, noch vor den Präsidentschaftswahlen im November 2008, hat das Verteidigungsministerium die Zurückberufung der Dritten Infanterie, Kampfeinheit der Ersten Brigade aus dem Irak angeordnet. Die Verlegung der Kampfeinheit aus dem Kriegsgeschehen an die Heimatfront ist ein integraler Bestandteil der Homeland Security Zielsetzung. Die Kampfeinheitsbrigade wurde abkommandiert, um die Vollstreckung der Strafverfolgung innerhalb der USA zu unterstützen.
Die Kampfeinheitsbrigade gehört zur US-Armee Nord und ist Bestandteil der Armee der US-Nord-Kommando (USNORTHCOM). Die erste Kampfeinheitsbrigade und andere Kampfverbände würden im Falle eines zivilen Aufstands militärische Funktionen übernehmen:
Die Soldaten der ersten Kampfeinheitsbrigade werden darin geschult werden „die ersten nicht-tödlichen Waffen zu benutzten, die die Armee verwenden wird,” sagte der Kampfeinheitsbrigadeleiter Oberst Roger Cloutier, in dem er sich auf Gruppen- und Verkehrskontrollausrüstungen bezieht, wie auch auf nicht-tödliche Waffen, die dazu da sind um außer Kontrolle geratene oder gefährliche Individuen in Schach zu halten, ohne sie zu töten.
(Siehe Gina Cavallaro, Brigade homeland tours beginnt am 1. Oktober, Army Times, September 8, 2008).
Unter dem vorgeschlagenen Rückzug von US-Streitkräften aus dem Irak unter der Obama-Regierung, würde man erwarten, dass die Kampfeinheiten aus der Kriegssituation nach hause gebracht würden um in den USA auf einen neuen Einsatz zu warten.

Die sich entwickelnde Situation der nationalen Sicherheit zeichnet sich durch eine Mischung aus zivilen und militärischen Einrichtungen aus:
  • Armee-Kampfeinheiten arbeiten zusammen mit zivilen Strafverfolgungsbehörden mit dem Ziel „sozialen Unruhen” unter Kontrolle zu halten.
  • Die Einrichtung von neuen Internierungslagern unter ziviler Gerichtsbarkeit der US-militärischen Einrichtungen.
Die FEMA Internierungslager sind Teil eines Continuity of Government (COG) (Übergangsregierung im Falle eines Nuklearen Krieges) welche anstelle der Kriegsrechtssituation eingerichtet werden.
Die Internierungslager sind dazu eingerichtet um „die Regierung” gegen Bürger „zu schützen”, in dem Protestierende wie auch politische Aktivisten interniert werden, die möglicherweise die Legitimität der nationalen Sicherheit, der wirtschaftlichen und militärischen Zielsetzungen infrage stellen könnten.

Bespitzelung von Amerikanern: Die „Big Brother” Datenbank

In Verbindung zu dem Thema des Internieren und des Massenprotestes stellt sich die Frage, wie die Daten über amerikanische Bürger gesammelt werden?
Wie werden die Individuen in den USA kategorisiert?
Welches sind die Kriterien des Homeland Security Departments?
In einem Bericht aus dem Jahre 2004 des Rates des Homeland Securitys mit dem Titel „Szenario-Planung“, bei dem es um die Verteidigung des Heimatfront [homeland] geht, werden die folgenden Kriterien für potentielle „Konspirativen” identifiziert:
„ausländische [muslimische] Terroristen”,
„Heimische radikale Gruppen” [Antikriegs- und zivile Bürgerrechtsbewegungen]
„Staatlich unterstütze Feinde [„Schurkenstaaten”, „instabile Nationen”}
“Verstimmte Angestellte” [Arbeits- und Gewerkschaftsmitglieder].
Im Juni des letzten Jahres hat die Bush-Regierung eine Gesetzesentwurf für Nationale Sicherheit (NSPD 59- HSPD 24) unter dem Titel herausgebracht: Biometrie für Identifikation und Screening zur Verbesserung der Nationalen Sicherheit (Für weitere Informationen, siehe Michel Chossudovsky, "Big Brother" Presidential Directive: "Biometrics for Identification and Screening to Enhance National Security", Global Research, Junie 2008)
Dieser relevante und weitreichende Prozess ist ohne öffentliche Debatte oder Bewilligung des Kongresses übernommen worden. Sie sind verbunden mit dem Thema des zivilen Aufstands. Sie sind ebenso Teil einer Logik hinter der die Errichtung von FEMA Internierungslagern unter HR 645 stehen.

Der Gesetzesentwurf NSPD 59 (Biometrie zur Identifikation und Screening um die Nationale Sicherheit zu Verbessern) geht weit über das enge Thema der biometrischen Identifikation hinaus, es schlägt die Sammlung und Speicherung von „assoziierten biografischen“ Informationen vor, das heißt Informationen über das private Leben von US-Bürgern, in kleinsten Details, die alle in „Übereinstimmung mit dem Gesetzt“:
„Die kontext-abhängigen Daten, die die biometrischen Daten vervollständigen, beinhalten Information über Geburtszeit und Ort, Staatsbürgerschaft, Wohnort und vorherige Wohnorte, derzeitiger Arbeit, und vorherige Arbeit, derzeitige Telefonnummer, wie auch Geschichte der vorherigen Telefonnummern, die Inanspruchnahme von Regierungsorganisationen und Steuerzahlungen. Andere kontext-abhängigen Daten beinhalten Bankverbindungen, wie auch polizeiliche Eintragungen im Strafregister auf lokaler, bundesstaatlicher und Staatenbasis. Die Datenbank kann ebenfalls gerichtliche Urteile oder andere öffentliche Berichte beinhalten, die Sorgerecht für Kinder, Ehe- und Scheidungsberichte angehen.“ (Siehe Jerome Corsi, June 2008)
Die Anweisung, die den 11. September und den „Globalen Krieg gegen den Terrorismus” als eine allumfassende Rechtfertigung für die Hexenverfolgung gegen anders denkende Bürger benutzt, kreiert gleichzeitig eine Atmosphäre der Angst und Einschüchterung, die sich durch das ganze Land ausbreitet.
Es setzt die Zusammenführung von verschiedenen Datenbanken voraus, wie auch eine Zusammenarbeit zwischen den Institutionen um die Informationen zu teilen, mit einem Blick auf die mögliche Zentralisierung von Informationen über amerikanischen Staatsbürgern.

In einem vorsichtig formulierten Text, „kreiert“ NSPD 59 „die Rahmenbedingung“ um es der Bundesregierung und den unterschiedlichen Polizei- und Geheimdienstorganisationen zu ermöglichen:
„untereinander kompatible Methoden und Prozesses zur Sammlung, Speicherung, Benutzung, Analyse und Mitbenutzung von biometrischen und mit ihnen verbundenen biografischen und kontext-abhängigen Informationen von Individuen in einer rechtmäßigen und adäquaten Weise zu benutzen, während gleichzeitig die Informationen den Gesetzen der Privatsphäre und anderen Rechten unter dem Amerikanischen Gesetz beachtet werden.”
Die NSDP 59 Anordnung empfiehlt: “Aktionen und damit verbunden Zeitleisten um die existierende Terroristen-orientierte Identifikation und Screening-Prozesse zu verwenden, um die Benutzung von biometrischen Daten auszuweiten.”

Die Prozesse unter dem NSPF 59 sind einheitlich zu der früheren Entscheidung vom Juni 2005, welche die Errichtung eines „Heimischen Spionagediensts" beinhaltete, unter der Leitung des FBIs. (Für weitere Details, siehe Michel Chossudovsky Bush Administration kreiert "Geheime Staatspolizei", 30. Juni 2005)
Unter einer Decke steckend mit dem Homeland Security (DHS), schlägt der„heimische Geheimdienst” vor, die FBI Antiterroreinheit, den Geheimdienst und Spionageoperationen in eine Abteilung zusammenzulegen.
Die neue Abteilung arbeitet unter der Schirmherrschaft des FBIs und hätte die Amtsbefugnis „den Besitz von Menschen zu enteignen, die dazu beitragen, Weapon of Mass Destruction (WMD) [Massenvernichtungswaffen, Anmerkung der Übersetzerin] zu verbreiten:” Sie wären in der Lage „Menschen in den USA auszuspionieren, die als Terroristen tatverdächtigt sind, oder wichtige Geheimdienst technische Informationen besitzen, selbst wenn sie nicht tatverdächtigt sind eine kriminelle Handlung zu vollstrecken.” (NBC Tonight, 29. Juni 2005)

Anhang

Originaltext des H.R. 645: Gesetz zur Errichtung von Nationalen Notfalleinrichtungen
Diese Version wurde dem Haus vorgelegt.

Dies ist der originale Text des Gesetzes so wie er von den Sponsoren formuliert wurde und dem Haus zur Verabschiedung vorgelegt wurde. Das ist die letzte Version des Gesetzesentwurfs, so wie er auf dieser Website zu finden ist.

[QUELLE: http://www.govtrack.us/congress/billtext.xpd?bill=h111-645]


HR 645 IH
111er Kongress
Erste Sitzung
H.R. 645
Zur Anweisung des Ministers für Homeland Security zur Errichtung von Notfalleinrichtungen in Militärischen Anlagen.
IM HAUSE DER REPRÄSENTANTEN
22. Januar 2009
Herr HASTINGS aus Florida führt den folgenden Gesetzesentwurf vor; welcher dem Komitee für Transport und Infrastruktur vorgelegt wurde, und darüber hinaus dem Komitee für Streitkräfte, für eine Periode, um dann vom Sprecher bestimmt zu werden, in jedem Fall zur Bestimmung solcher Provisionen so wie sie unter die Gesetzgebung des betreffenden Komitees fallen

--------------------------------------------------------------------------------
Der Gesetzentwurf
Zur Anweisung des Ministers für Homeland Security zur Errichtung von nationalen Notfalleinrichtungen auf militärischen Einrichtungen
Zum Beschluss durch den Senat und dem Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten von Amerika im Kongress zusammengetragen,
Absatz 1. Kurztitel
Dieses Gesetz kann als “Gesetz zur Errichtung von nationalen Notfalleinrichtungen“ zitiert werden.
Absatz 2. Errichtung von nationalen Notfalleinrichtungen
(a) Im Allgemeinen – In Übereinstimmung mit den Anforderungen dieses Gesetzesentwurfs, der Minister für Heimatschutz soll nicht weniger als 6 nationale Notfalleinrichtungen auf militärischen Einrichtungen errichten.
(b) Zweck der Nationalen Notfalleinrichtungen – Der Zweck der Nationalen Notfalleinrichtungen soll bestehende Infrastrukturen benutzen--
  1. zur Bereitstellung von vorübergehenden Unterkünften, medizinischer und humanitärer Versorgung von Individuen und Familien, die durch einen Notfall oder durch eine große Katastrophe ihr zu hause verloren haben.
  1. zur Bereitstellung von zentralen Niederlassungen zum Zwecke des Training und zur Sicherstellung der Koordination der Bundesstaatlichen, Nationalen und lokalen Ersthilfe-Personals;
  1. zur Bereitstellung von zentralen Niederlassungen zur Koordination von Bereitschaft, Reaktionsfähigkeit und Bergungsbemühungen durch Organisationen der Regierung, Privatorganisationen, ehrenamtlichen Einheiten, sowie religiös-organisierte Gruppen; und
  1. um andere besondere Notwendigkeiten zu begegnen, wie sie vom Minister des Homeland Security bestimmt werden.
Absatz 3. Bestimmung von Militärischen Einrichtungen als Nationale Notfalleinrichtungen
(a) Im Allgemeinen- Nicht später als 60 Tage nach dem Datum der Einführung dieses Gesetzesentwurfs, soll der Minister für Homeland Security in Zusammenarbeit mit dem Minister für Verteidigung nicht weniger als 6 militärische Einrichtungen bestimmen, die als Anlage für die Errichtung von Notfalleinrichtungen verwendet werden.
(b) Mindestanforderungen- Die Anlage, die als nationale Notfalleinrichtungen bestimmt sind sollen--
  1. über die Möglichkeit verfügen, über einen längeren Zeitraum Unterkunft, Gesundheitsservice, Transport, Erziehung, öffentliche Einrichtungen, humanitäre und andere Übergangsnotwendigkeiten für eine große Zahl an Individuen, die von einem Notfall oder einer großen Katastrophe betroffen sind;
  1. umweltverträglich und sollte nicht Gesundheitsrisiken darstellen, für Individuen, die diese Einrichtung benutzen
  1. in der Lage sein, ausgeweitet, wie auch verkleinert zu werden, um große Katastrophenbereitschaft und Reaktionsfähigkeit, Einsätze und Prozesse mit einzubeziehen;
  1. in der Lage sein, existierende Strukturen, die zum Training und zur Koordination der Ersthilfekoordination nötig sind während Nicht-Katastrophenzeiten unterzubringen
  1. in der Lage sein, über die nötige Infrastruktur zu verfügen, um schnellstmöglich vorübergehende Unterbringungen, medizinische Hilfe und humanitäre Unterstützung zu gewährleisten;
  1. soll über eine vollständige Operation-Kommandozentrale verfügen, inklusive 2 moderner Kommando- und Kontrollzentren, die aus Rund-um-die-Uhr Operationsüberwachungszentren bestehen, wie folgt:
(A) eines der Kommando- und Kontrollzentren soll in ständigem Bereitschaftsmodus sein; und
(B) das andere soll für tägliche Trainingseinheiten verwendet werden; und
(7) jederzeit leicht zugänglich sein und in der Lage sein, Behinderte und medizinische Versorgungseinrichtungen, einschließlich, während eines Notfalles oder einer großen Katastrophe
  1. Ort der nationalen Notfalleinrichtungszentren- Es sollten nicht weniger als ein nationales Notfalleinrichtungszentrum in jedem der folgenden Bezirken errichtet werden:
  1. Bezirk bestehend aus der Region I, II, III der bundesstaatlichen Notfallmanagementeinrichtung
  2. Bezirk bestehend aus der Region IV der bundesstaatlichen Notfallmanagementeinrichtung
  3. Bezirk bestehend aus der Region V un VI der bundesstaatlichen Notfallmanagementeinrichtung
  4. Bezirk bestehend aus der Region VII der bundesstaatlichen Notfallmanagementeinrichtung
  5. Bezirk bestehend aus der Region VIII und IX der bundesstaatlichen Notfallmanagementeinrichtung
  6. Bezirk bestehend aus der Region X der bundesstaatlichen Notfallmanagementeinrichtung
  1. Vorzug zur Bestimmung von Geschlossenen Militärischen Einrichtungen- Wenn immer möglich, soll der Minister für Heimatschutz, und der Minister für Verteidigung, eine geschlossene militärische Einrichtung als Ort für das nationale Notfalleinrichtungszentrum bestimmen. Wenn die Minister für Heimatschutz und Verteidigung gemeinsam darüber entscheiden, dass es keine genügend große Anzahl an geschlossenen militärischen Einrichtungen gibt, die die Anforderungen die unter Unterabsatz (b) und c aufgeführt sind, soll die Minister gemeinsam den Anteil der existierenden militärischen Einrichtungen, die nicht geschlossene militärische Einrichtungen sind, als nationale Notfalleinrichtungen bestimmen.
    (e) Übertragung der Kontrolle der geschlossenen militärischen Einrichtungen- Im Fall, dass eine geschlossene militärischen Einrichtung als nationale Notfalleinrichtung verwendet wird, soll nicht später als 180 Tage nach der Bestimmung, der Minister für Verteidigung die Gesetzgebung des Ministers für Homeland Security an diese geschlossene militärische Einrichtung übertragen.
    (f) Gemeinsame Vertrag für die gemeinsame Benutzung von existierenden militärischen Einrichtungen: Im Falle einer existierenden militärischen Einrichtung, die keine geschlossene militärische Einrichtung darstellt, als eine nationale Notfalleinrichtung gewählt werden, und zwar nicht später als 180 Tage nach dem Datum der Designierung, soll das Ministerium für Homeland Security und das Verteidigungsministerium eine gemeinsamen Vertrag unterzeichnen, zur Bereitstellung einer nationalen Notfalleinrichtung.
(g) Berichte-
  1. Vorläufiger Bericht-Nicht später als 90 Tage nach dem Gesetzesbeschluss, soll der Minister für Homeland Security zusammen mit dem Minister für Verteidigung, dem Kongress einen Bericht vorlegen, der für jeden Gelände folgendes beinhaltet:
(A) Entwurf, warum dieser Gelände gewählt worden ist;
(B) Entwurf hinsichtlich der Erfordernisse, um die existierende Infrastruktur des Gelände zu bauen, instand zusetzen, oder zu verbessern;
(C) Entwurf hinsichtlich der Erfordernisse, den Gelände gesundheitstechnisch zu klären;
(D) Entwurf für vorläufige Pläne für die Überantwortung der Kontrolle dieses Geländes von Verteidigungsministeriums auf den Minister für Homeland Security, falls notwendig unter Unterabsatz (e); und
E) Entwurf der vorläufigen Pläne für die gemeinsame Vertrag zur Errichtung einer nationalen Notfalleinrichtung auf dem Gelände, falls notwendig, unter Unterabsatz (f).
  1. Aktualisierter Bericht- Nicht später als 120 Tage nach dem Gesetzesbeschluss, soll der Minister für Homeland Security zusammen mit dem Minister für Verteidigung, dem Kongress einen Bericht vorlegen, der für jeden Gelände folgendes beinhaltet:
(A) einen aktualisierten Bericht, der Informationen beinhaltet, wie unter Paragraph 1 beschrieben (1)
(B) einen Entwurf über den Fortschritt, der gemacht wurde bezüglich der Übergabe der Kontrolle der Standorte, falls notwendig unter Unterabsatz (e)
  1. einen Entwurf über den Fortschritt der gemacht wurde bezüglich des gemeinsamen Vertrags für die Errichtung von nationalen Notfalleinrichtungen auf den Standorten, falls notwendig, unter Unterabsatz (f); und
  1. Empfehlung hinsichtlich der Autorisation und Bereitstellung, die möglicherweise notwendig werden, um die nationale Notfalleinrichtung auf dem Standort zu errichten.
  1. Endbericht- Nicht später als 1 Jahr nach dem Gesetzesbeschluss, soll der Minister für Homeland Security zusammen mit dem Minister für Verteidigung, dem Kongress einen Bericht vorlegen, der für jeden Gelände folgendes beinhaltet--
(A) endgültige Informationen, die die Übergabe der Kontrolle auf den Standorten beschreiben (in Detail), falls notwendig unter Unterabsatz (e);
(B) der endgültige gemeinsame Vertrag zur Errichtung einer nationalen Notfalleinrichtung auf dem Standort, falls notwendig unter Unterabsatz (f); und
  1. alle ergänzenden Informationen die für die Errichtung des nationalen Notfalleinrichtung auf dem Standort wichtig sind
  1. Zusätzliche Berichte- Der Minister für Homeland Security, der zusammen mit dem Verteidigungsminister handelt, kann dem Kongress zusätzliche Berichte vorlegen, falls notwendig, um Aktualisierungen über Schritte, die unternommen worden sind, um die Anforderungen für dieses Gesetz zu erfüllen.
ABSATZ 4. BESCHRÄENKUNGEN FÜR SATZUNGSGEMÄSSE KONSTRUKTION.
Dieses Gesetz berührt nicht--
  1. die Amtsbefugnis der Bundesregierung von Bereitstellungen bei Notfällen oder großen Katastrophen oder zur Einführung von Katastrophenhilfen und Einsatzprogrammen, einschließlich derjenigen autorisierten Programme von Robert T. Staffort Katastrophenbereitschaft und Notfallunterstützungsgesetz ((42 U.S.C. 5121 et seq.); oder
    Die Amtsbefugnis eines Staates oder einer örtlichen Regierung, um auf Notfälle zu reagieren.
ABSATZ 5. AUTORISATION VON BEREITSTELLUNGEN
Es werden $180.000.0000 werden autorisiert für jedes fiskalische Jahr (2009 und 2010) um dieses Gesetz durchzuführen. Solche Zahlungen bleiben erhältlich, bis sie aufgewandt worden sind.
ABSATZ 6. DEFINITIONEN
In dem Gesetz werden die folgenden Definitionen verwendet:
    (1) GESCHLOSSENE MILITÄRISCHE EINRICHTUNGEN- Die Bezeichnung “geschlossene militärische Einrichtung” meint eine militärische Einrichtung, oder ein Teil dieser, die zur Schließung oder Neuausrichtung, die unter dem Verteidigungsbasen- Schließung und Neuausrichtungsgesetz aus dem Jahre 1990 (Teil A, Absatz XXIX des Öffentlichen Rechts 101-510; 10 U.S.C. 2687) freigegeben wurde, die alle, oder zwei von drei folgenden Anforderungen entsprechen:
A) Befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem Transportkorridor
B) Befindet sich in einem Bundesstaat mit einem großen Angriffs- oder katastrophenanfälligen Aktivitäten
C) Befindet sich in der Nähe einer Metropole.
  1. NOTFALL- Der Begriff “Notfall” hat die Bedeutung solch eines Begriffes gemäß Absatz 102 der Robert T. Staffort Katastrophenbereitschaft und Notfallunterstützungsgesetz ((42 U.S.C. 5122).
  2. GROSSE KATASROPHE- Der Begriff „Große Katastrophe“ hat die Bedeutung solch eines Begriffes gemäß Absatz 102 der Robert T. Staffort Katastrophenbereitschaft und Notfallunterstützungsgesetz ((42 U.S.C. 5122).
  3. MILITÄRISCHE EINRICHTUNG- Der Begriff „Militärische Einrichtung“ hat die Bedeutung solch eines Begriffes gemäß Absatz 102 der Robert T. Staffort Katastrophenbereitschaft und Notfallunterstützungsgesetz (Teil A des Titels XXIX des Öffentlichen Rechts 101-510; 10 U.S.C. 2687 Note).
Orginalartikel: Preparing for Civil Unrest in America Preparing for Civil Unrest in America
Übersetzt von: Dr. Irena Fürhoff


Quelle: znet


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Freitag, 27. März 2009

Der kapitalistische Systemfehler


Von Otto Meyer

Die sich weiter verschärfende globale Krise des Kapitalsystems hat ihre Ursache nicht in einem Fehler, den die Regierenden korrigieren könnten. Nicht ein einzelner Fehler ist zu suchen – der Kapitalismus insgesamt ist der Fehler. Ebenso irreführend kann es sein, wenn von einer »Finanzmarktkrise« geredet wird, die nun leider auf die »Realwirtschaft« übergreife. In solcher Terminologie landet man ganz schnell bei den das Volk verdummenden Nazi-Sprüchen von dem guten »schaffenden Kapital« der »Realwirtschaft«, dem das böse »raffende Kapital des Finanzmarktes« die Luft zum Atmen nehme. Dieses Feindbild breitet sich heute auch ohne direkten Rückgriff auf das antisemitische Ticket der Nazis aus. Hauptschuldige sind angeblich die Finanzjongleure angloamerikanischer Provenienz mit ihren Zentren »Wallstreet« oder »Londoner Börse«, unter deren unseriösem Treiben nun die richtig arbeitenden Betriebe zu leiden hätten, besonders auch in Deutschland …

Ob »Finanzmarkt«, »Realwirtschaft«, »Dienstleistungssektor« oder »Staatssektor« – der Kapitalismus ist ein Herrschaftssystem, das alle wirtschaftlichen, staatlichen, sozialen, kulturellen und ideologischen Institutionen durchdringt und voneinander abhängig macht. Eine Krise kann sich zwar zunächst in nur einem Sektor bemerkbar machen, aber das heißt nicht, daß hier auch ihr Entstehungsort zu finden wäre. Nachweislich hat nicht ursächlich der Finanzmarkt die sogenannte Realwirtschaft in die jetzige Krise »getrieben«. Eher verhält es sich umgekehrt: Seit Jahrzehnten haben die herstellenden Betriebe infolge der unter dem Diktat der Konkurrenz wachsenden Produktivität mehr hergestellt, als für die kaufkräftige Nachfrage gebraucht wurde. Deshalb gewährten sie bald großzügige Ratenzahlungen oder Konsumentenkredite mit Billigzinsen unter Einschaltung der Banken. Die Überproduktion beispielsweise im Automobilsektor – »Überproduktion« bezogen nicht auf die mögliche, sondern auf die kaufkräftige Nachfrage – ist seit Jahrzehnten ein Thema auf den Wirtschaftsseiten der Zeitungen. Sie wurde aber mittels raffinierter Kreditinstrumente hinausgeschoben und sukzessive höhergeschraubt. Ähnliches hat sich auf dem US-Häusermarkt abgespielt. Der Staat als gesetzlicher Rahmengeber ließ sich von neoliberal agierenden »Wirtschaftsweisen« und »Beratern« zu Gesetzesänderungen drängen. Doch all die vielen »Reformen« konnten das volkswirtschaftliche Desaster nur verzögern und so die Gefahr potenzieren, aber nicht aufhalten.

Solange das System des Kapitalismus Wirtschaft und Gesellschaft dominiert, treibt es immer wieder in Krisen kleineren und größeren Ausmaßes. Der Ökonom Schumpeter nannte sie »schöpferische Zerstörungen«; richtiger wäre es, sie als »zerstörerische Schöpfungen« zu bezeichnen. Mögen die kleineren, begrenzten Krisen auch dem sogenannten Fortschritt dienen, indem sie nicht nur zerstören, sondern auch zu Neuschöpfungen führen können, so überwiegen bei den Mega-Krisen die zerstörerischen Wirkungen. Sie vernichten unvorstellbare materielle und immaterielle Werte; Gesellschaftsordnungen können katastrophisch erschüttert, Millionen Menschen in Armut und in den Tod getrieben werden. Entdemokratisierung und die Errichtung faschistischer Diktaturen – mit dem zweiten Weltkrieg im Gefolge – waren Ergebnisse derartiger Groß-Krisen des Kapitalsystems.

Wie läßt sich der endemische kapitalistische Grundfehler beschreiben? Karl Marx hat hierzu die wesentlichen Analysen geleistet, mit dem Ergebnis, daß die Menschheit Wege finden müsse, den Kapitalismus in Richtung Kommunismus zu überwinden. Spätere Forscher wie Rosa Luxemburg, Paul Mattick oder Ernest Mandel haben die Erkenntnisse aktualisiert. Selbst der britische linksliberale Ökonom John Maynard Keynes ließ sich von Marx inspirieren, wollte jedoch einen für die Kapitalherrschaft verträglicheren Weg gefunden haben. Ob die Keynesianer tatsächlich Anleitungen geben können, wie die systemimmanente Zerstörungskraft kapitalistischer Krisen gelindert und auf Dauer gebändigt werden kann, ist umstritten. Wahrscheinlich kann der Keynesianismus eine Groß-Krise auch nur hinauszögern und so ebenfalls ihr Zerstörungspotential anwachsen lassen.

Die neoliberal agierenden »Reformer«, »Privatisierer« und »Deregulierer« jedenfalls haben Keynes’ ironisch-euphemistische Vision von der »Euthanasie (schöner, sanfter Tod; O.M.) des Rentiers« (das heißt vom allmählichen Aussterben der Schicht derer, die nur von den Profiten leben, ohne unternehmerisch tätig zu sein) als ernst zu nehmendes Schreckgespenst der Kapitalistenklasse vor Augen gemalt. Deshalb ließ man sie seit gut dreißig Jahren mit ihren Konterreformen und ihren Strategien zum Klassenkampf von oben die Volkswirtschaften nach ihrem Bilde des Homo oeconomicus umformen, weltweit und inzwischen ähnlich in den industriellen Zentrumsländern. Aber auch eine Wirtschaftspolitik in der Nachfolge Friedrich von Hayeks, des neoliberalen Kirchenvaters, konnte die jetzige Megakrise lediglich aufschieben und für Jahrzehnte sich aufstauen lassen, verhindern konnte sie sie nicht.

Zur Lösung der Krise wäre nach Marx nur eine mächtig werdende kommunistische Bewegung in der Lage. Sie werde entstehen, meinte er, wenn die Arbeiterklasse endlich sich ihrer unfreien und elenden, weil ausgebeuteten Lage und zugleich ihrer latenten Kraft bewußt werde. Denn jedes kapitalistisch bestehende Lohnverhältnis, auch das gewerkschaftlich »mitbestimmte« und »sozial abgesicherte«, wie es heute auch bei uns nach den neoliberalen »Reformen« kaum noch zu finden ist, zwingt die Beschäftigten, mehr Werte zu schaffen, als der Kapitalist (neben den Ausgaben für Anlagen und Vorprodukte) ihnen für Löhne und Gehälter auszahlt. Diesen »Mehrwert« eignet sich allein die Klasse der Produktionsmittelbesitzer an, obwohl er eine »Schöpfung« aller am Produktionsprozeß Beteiligten ist und diese somit alle über dessen Verwendung entscheiden müßten.

Die Kapitalisten verbrauchen einen Teil des Mehrwertes für den eigenen Konsum. Der größere Teil wird entweder für die Ausweitung eigener Betriebe verwandt oder dem Kapitalmarkt gegen Zins und Zinseszins zugeführt. Er wird akkumuliert und dient der Erringung besserer Positionen im Konkurrenzkampf. In der weiter anwachsenden Akkumulation liegt der Ursprung sowohl für die Expansionskraft des Kapitalsystems wie aber auch für sein zunehmendes Zerstörungspotential. Denn die Ausweitung stößt systemimmanent an Grenzen. Sie hinauszuschieben, erfordert immer größere Investitionen. Um die Profitrate zu erhalten, wird die Lohnrate (einschließlich der Allgemeinausgaben für Soziales) abgesenkt. Die Lohnabhängigen aber können nur so viel kaufen, wie sie als Lohn erhalten haben. Deshalb können die Kapitalisten einen größer werden Teil ihres Mehrwertes nur noch realisieren, indem sie untereinander Geschäfte machen. Was auch für eine Weile funktioniert: mehr Luxuskonsum, hier und da Aufbau neuer Geschäftsfelder, vorfinanziert oft durch Kredite, die aber eines Tages eingelöst werden müssen. Betrieben, die in der Konkurrenz nicht mithalten können, droht Zahlungsunfähigkeit. Es kommt zu Firmenzusammenbrüchen und Massenentlassungen – alles entsprechend dem von Marx entdeckten kapitalistischen »Gesetz vom tendenziellen Fall der Profirate«.

Wenn genügend Konkurrenten in die Pleite getrieben werden, kann es für die starken und siegreichen Kapitalbesitzer mit für sie stabilisierter Profirate wieder aufwärts gehen – vorausgesetzt, daß die Bevölkerung das böse Spiel weiter erträgt. Die abhängig Beschäftigten sind durchgehend die Verlierer. Sie verlieren ihre Arbeitsplätze und ihr Einkommen oder müssen länger und schlechter bezahlt schuften. Auch sie werden immer weiter in gegenseitige Konkurrenz getrieben, einzeln wie in Statusgruppen, Belegschaften werden zu Kampfkollektiven, Kollegialität und gemeinsam einzusetzende Fähigkeiten werden ständig zerstört. Eine grundsätzliche Systemänderung müßte ihr Ziel sein, nämlich die Ausrichtung der Produktion nach den Bedürfnissen und nicht nach Profitinteressen der Besitzenden. Eine Arbeiterklasse, die ihre Solidarität entdeckte, auch mit all jenen, die nicht zulassen wollen, daß der Krieg aller gegen alle das gesellschaftliche Überleben regeln soll, national wie international, wäre eine ungeheure Macht. Hierzu bedürfte es einer Allianz mit der technischen, wissenschaftlichen und kulturellen Intelligenz. Der Kardinalfehler des Kapitalsystems, diese Grundtorheit seit mehreren Jahrhunderten, läßt sich überwinden. Die Potentiale einer aufgeklärten Menschheit sind unerschöpflich, auch tragfähig für die schrittweise Errichtung einer kommunistischen Gesellschaft in Frieden, Freiheit und Solidarität.

Quelle: Ossietzky

Nehmt den Banken das Recht der Geldschöpfung!

Von Folker Hoffmann

"Erlaubt mir, das Geld eines Staates auszustellen und zu kontrollieren, und es ist mir egal, wer seine Gesetze macht.“ Mayer Anselm Rothschild, Bankier
Die Krise ist da, nur scheinen viele Menschen es noch immer nicht bemerkt zu haben und lassen sich von bezahlten Laberwelles mit Ring in der Nase vorführen, während sie gleichzeitig durch Arbeitslosigkeit, Lohnsenkung, Rentesenkung, schlechtere Ausbildungs- und Gesundheitssysteme, das Vermögen des Großkapitals retten. Das Absurde dabei ist die Tatsache, dass die Gesellschaft als Ganzes sich auf Jahrzehnte bei den Halsabschneidern von Bankern verschuldet, ohne das die jemals über die Menge des ausgeliehene Geld verfügten. Müssen sie ja auch nicht, denn die gekauften Politiker der Industriegesellschaften haben ihnen das Privileg eingeräumt, Geld aus dem Nichts zu schaffen. Wie das im Einzelnen funktioniert, kann weiter unten nachgelesen werden.

Regierungen in aller Welt überbieten sich gegenseitig mit vermeintlich radikalen Sprechblasen, das wilde Kapital zu zähmen. Die Regierung des US-amerikanischen Kapitals, repräsentiert durch Obama, verkündet lautstark, dass man sich nun sogar mit Hedgefonds und anderem Wall-Street-Gesindel anlegen werde. Na und? Was ändert das? Richtig, eben nichts! Das Finanzpack wird in kürzester Zeit neue "Produkte" erfinden, die zwar nicht zum Nutzen der Allgemeinheit sind, aber die weltweite Diktatur des Kapitals weiter zementieren und somit der Krieg des herrschenden Kapitals gegen die eigenen Untertanen weiter geführt werden kann. Die Aufrechterhaltung der bestehenden Gesellschaftsstruktur muss unangetastet bleiben.

Nun soll bei dem anstehenden G-20-Gipfel in London auch über globale Konjunkturpakete gesprochen werden, die über erhöhte Staatsausgaben finanziert werden sollen. Dieses Geld, was die Staaten und die Banken nicht haben, wird nun bei den Banken geschöpft, eine bessere Beschreibung wäre wohl aus dem Nichts geschafft, was eigentlich nur Göttern, Illusionisten und eben Banken vorbehalten ist, und mit diesem Nichts verschuldet sich die Gesellschaft kollektiv auf Jahrzehnte bei den Bankmafiosos und muss ihnen einen hohen Tribut in Form von Zinsen zahlen.

Dieser, von den Parlamenten legalisierte Betrug, wird selbstverständlich in London nicht zur Sprache kommen. So wenig wie er in den gekauften Medien zur Sprache kommt. Die Rettungspakete für die Banken sind Zuwendungen für die großen Finanzinstitutionen. Sie stellen keine sichere Ausgabenspritze für die Realwirtschaft dar. Ganz im Gegenteil. Die Rettungspakete tragen dazu bei, die Restrukturierung des Bankensystems zu finanzieren, was zu einer massiven Konzentration von Reichtum und einer Zentralisierung der Bankenmacht führt.

Dann werden die selbsternannten Finanzeliten diese großen Mengen von flüssigen Mitteln zusammen mit den Hunderten von Milliarden, die sie durch Spekulationen erworben haben, dazu benutzen, Unternehmen der Realwirtschaft (Fluglinien, Automobilindustrie, Telekommunikation, Medien usw.) aufzukaufen, deren notierter Wert an den Börsen ins Trudeln geraten sind.

Ein gutes Geschäft für das Finanzpack, das sich selbst als Elite versteht. In Wahrheit eine Auslese der kriminellsten Hirne die aufzutreiben sind. Sie brauchen sich nicht zu verantworten und wenn einer ihrer Handlanger die Frage nach den Ursachen der Finanzkrise beantworten soll, kommt folgendes dabei heraus: Bush erklärt die Finanzkrise Wie, wusste er es nicht besser? Oder rein gar nichts? Immerhin besser als die Laberwelles. Nur die Geldschöpfung aus dem Nichts wird unangetastet bleiben und mit inneren und äußeren Kriegen bis zum letzten Banker verteidigt.

In diesem Sinne, Wir zahlen nicht für Eure Krise!


Zum Thema:

Der Staat wird von den Banken übernommen

Das Falschgeld der Eliten

Die Geheimnisse der privaten FED

Geld regiert die Welt - oder wie entsteht Geld

Obamas Rettungsplan für die Banken: keine Lösung, sondern legaler Diebstahl

Donnerstag, 26. März 2009

Angsthase des Tages: Britischer Banker "Sir" Fred Goodwin

Von Folker Hoffmann

"Sir" Fred Goodwin, ehemaliger und geadelter Chef der nur mit Staatsknete in Höhe von 21,6 Milliarden Euro vor einer Pleite geretteten Royal Bank of Scotland, kann sich in seinem Wohnhaus in Edinburgh nicht länger ungestört seiner üppigen Rente von 760 000 Euro erfreuen. Grund: Der Volkszorn entlud sich an den Scheiben seines Autos, einer vor dem Haus geparkten Mercedes-Benz S-600-Limousine - und denen seiner Villa in der Oswald Street in Edinburgh. Goodwin, der wegen seiner drastischen Sparmaßnahmen auch "Fred the Shred" (Fred der Zerkleinerer) genannt wurde, hatte sich Forderungen der Regierung widersetzt, auf einen Teil seiner Pension zu verzichten. Fred dachte sich wohl, warum auch? Wer schreddert schon seine üppige Rente freiwillig?

Viele Briten haben ihr Hab und Gut bereits verloren und legen nun ihre sonst so vornehme Zurückhaltung zur Seite. Sie wissen inzwischen, mit gutem Zureden ist nichts zu erreichen. Tacheles ist angesagt.

„Stürmt die Bank“, heißt das Motto für die Großaktion „Financial Fools' Day“, die Knight und seine Mitstreiter am 1. April vor der Bank von England planen.
Zur Erinnerung hier noch einmal die genauen Termine - und Möglichkeiten zur Anreise für die Aktion "Wir zahlen nicht für Eure Krise" am 28. März 2009 in Berlin und Frankfurt.

Lasst die Banken nicht den Staat übernehmen!

Mittwoch, 25. März 2009

Der Staat wird von den Banken übernommen

Der neue US-Haushalt: kein Geld für das Volk, aber Billionen für die Banken und für den Krieg.

zf. Im folgenden geben wir in deutscher Übersetzung wesentliche Passagen eines umfangreichen aktuellen Artikels des kanadischen Wirtschaftswissenschaftlers Michel Chossudovsky wieder. Das vollständige Original erschien am 2. März mit dem Titel «America’s fiscal collapse» auf der Internetseite www.globalresearch.ca.

von Professor Dr. Michel Chossudovsky


Die verkündeten Prioritäten des Wirtschaftspaketes von Obama sind Gesundheit, Ausbildung, erneuerbare Energien, Investitionen in Infrastruktur und Verkehr. «Qualitätserziehung» steht an vorderster Stelle. … Auf den ersten Blick sieht der Budgetvorschlag ganz nach einem expansionistischen Programm aus, ein bedarfsorientierter «Zweiter New Deal», der darauf ausgerichtet ist, Arbeitsplätze zu schaffen, zerrüttete Sozialprogramme wiederaufzubauen und die Realwirtschaft wiederzubeleben. […]

Um die angegebenen Ziele zu erreichen, bräuchte es eine signifikante Erhöhung der öffentlichen Ausgaben für Sozialprogramme (Gesundheit, Ausbildung, Wohnungsbau, soziale Sicherheit) genauso wie die Verwirklichung eines grossangelegten öffentlichen Investitionsprogrammes. In der Zusammensetzung der öffentlichen Ausgaben wären ausserdem bedeutende Verschiebungen notwendig, sprich: weg von der Kriegswirtschaft, was erfordern würde, Ausgaben aus dem Militärbereich zugunsten ziviler Programme einzusetzen.

In Wirklichkeit haben wir es mit der drastischsten Beschneidung der öffentlichen Ausgaben in der amerikanischen Geschichte zu tun, welche zu einer sozialen Verwüstung und der potentiellen Verarmung von Millionen von Menschen führt.

Das Versprechen Obamas dient im wesentlichen den Interessen der Wall Street, den Auftragnehmern der Verteidigung und den Ölkonglomeraten. Die «Rettungspakete» der Banken von Bush/Obama ihrerseits führen Amerika in eine schwindelerregende Schuldenkrise der öffentlichen Hand. Die ökonomischen und sozialen Verschiebungen sind unter Umständen verheerend.

Das Budget, das Obama dem Kongress am 26.2.2009 vorlegte, sieht für das Haushaltsjahr 2010, das am 1.10.2009 beginnt, Ausgaben in Höhe von 3,94 Billionen [3940 Milliarden] Dollar vor, eine Steigerung um 32 Prozent. Die gesamten Staatseinkünfte für das Haushaltsjahr 2010 liegen nach vorläufigen Schätzungen des Budgetplanungsbüros in der Grössenordnung von 2,381 Billionen [2381 Milliarden] Dollar.
Gemäss der Rede des Präsidenten wird das zu erwartende Budgetdefizit in der Grössenordnung von 1,75 Billionen [1750 Milliarden] liegen, das sind beinahe 12 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der USA. […]
Die Rettungspakete für die Banken sowohl von Bush als auch von Obama sind Zuwendungen für die grossen Finanzinstitutionen. Sie stellen keine sichere Ausgabenspritze für die Realwirtschaft dar. Ganz im Gegenteil. Die Rettungspakete tragen dazu bei, die Restrukturierung des Bankensystems zu finanzieren, was zu einer massiven Konzentration von Reichtum und einer Zentralisierung der Bankenmacht führt. […]
Dann werden die Finanzeliten diese grossen Mengen von flüssigen Mitteln zusammen mit den Hunderten von Milliarden, die sie durch Spekulationen erworben haben, dazu benutzen, Unternehmen der Realwirtschaft (Fluglinien, Automobilindustrie, Telekommunikation, Medien usw.) aufzukaufen, deren notierter Wert an den Börsen ins Trudeln geraten ist.

Im wesentlichen erfordert es ein Budgetdefizit (kombiniert mit massiven Kürzungen bei den Sozialprogrammen), um sowohl die Geldmittel für die Zuwendungen an die Banken zu beschaffen als auch die Verteidigungsausgaben und die Flut militärischer Ausgaben für den Krieg im mittleren Osten zu finanzieren.
Obamas Budget sieht vor:

1. Verteidigungsausgaben von 534 Milliarden Dollar für 2010, eine Bewilligung von zusätzlichen 130 Milliarden Dollar für die Kriege in Afghanistan und im Irak für das Haushaltsjahr 2010 und weitere 75,5 Milliarden Dollar unvorhergesehene Kriegskosten für den Rest des Haushaltsjahres 2009. Die Verteidigungsausgaben und die Kosten für den Krieg im Mittleren Osten liegen mit den verschiedenen Nachtragsbudgets (offiziell) bei ungefähr 739,5 Milliarden. Einige Schätzungen veranschlagen die gesamten Verteidigungs- und Militärausgaben auf über eine Billion Dollar.

2. Ein von Obama angekündigtes Rettungspaket für Banken in der Grössenordnung von 750 Milliarden Dollar, das zu den 700 Milliarden Dollar Sanierungsgeld hinzukommt, die bereits von der abtretenden Bush-Administration unter dem Rettungs- und Stabilisierungsfonds (Troubled Assets Relief Programm TARP) gesprochen wurden. Die Summe beider Programme beläuft sich auf atemberaubende 1,45 Billionen [oder 1450 Milliarden] Dollar, die durch das Finanzministerium finanziert werden müssen. Wohlgemerkt: Die aktuelle Menge an flüssiger finanzieller «Hilfe» für die Banken ist bedeutend grösser als 1,45 Billionen [1450 Milliarden].

3. Die Nettozinsen für die ausstehenden Staatsschulden werden vom Budgetplanungsbüro für 2010 auf 164 Milliarden US-Dollar geschätzt. […]

Das Haushaltsdefizit

Diese 3 Ausgabenkategorien (Verteidigung, die Rettungspakete für die Banken und die Zinsen für die öffentlichen Schulden) würden praktisch die gesamten Einnahmen des US-Bundeshaushalts für 2010 in Höhe von 2381 Milliarden US-Dollar verschlingen.

Eine weitere Vergleichsgrundlage bieten alle Einnahmen, die für 2010 aus der auf Bundesebene erhobenen Einkommenssteuer zu erwarten sind, in Höhe von 1061 Milliarden US-Dollar: Das Geld also, das alle Haushalte Amerikas jährlich als Bundessteuern zahlen, würde nicht ausreichen, um die Überweisungen an die Banken zu finanzieren, die sich offiziell auf 1,45 Billionen [1450 Milliarden] US-Dollar belaufen. Diese Zahl beinhaltet die (im Haushaltsjahr 2009 genehmigten) 700 Milliarden US-Dollar im Rahmen des TARP-Programms plus die jetzt von der Obama-Regierung vorgeschlagenen 750 Milliarden US-Dollar. […]
TARP ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Eine ganze Palette von Zuweisungen für Sanierungen zusätzlich zu den 700 Milliarden wurde von Obama bereits beschlossen, noch bevor er das Präsidentenamt übernahm. Im November wurde das Bankenrettungsprogramm der Bundesregierung auf gigantische 8500 Milliarden US-Dollar veranschlagt, eine Summe, die im Vergleich über 60% der gesamten Staatsschulden der USA entspricht, die im Jahr 2007 auf 14 000 Milliarden US-Dollar geschätzt wurden.

Unterdessen sind im Budget-Voranschlag Obamas 634 Milliarden Dollar für einen Reservefond zur Finanzierung des allgemeinen Gesundheitswesens vorgesehen. Auf den ersten Blick scheint das eine grosse Summe zu sein. Doch ist sie für einen zehnjährigen Ausgabezeitraum vorgesehen – mit anderen Worten handelt es sich also um eine bescheidene jährliche Zusage von 63,4 Milliarden.

Die öffentlichen Ausgaben werden drastisch gekürzt werden, um das in die Höhe schnellende Haushaltsdefizit einzugrenzen. Gesundheits- und Bildungsprogramme werden nicht nur stark unterfinanziert bleiben, sondern weiter gekürzt, umgemodelt und privatisiert werden. Das voraussichtliche Resultat wird die komplette Privatisierung der öffentlichen Dienstleistungen und ein Ausverkauf der staatlichen Vermögenswerte, inklusive der öffentlichen Infrastruktur, der städtischen Dienste, Autobahnen, Nationalparks und so weiter sein. Der Finanzkollaps mündet in eine Privatisierung des Staates.


Die Finanzkrise wird noch verschärft durch die Schrumpfung der Steuereinnahmen, die aus dem Rückgang der Realwirtschaft resultiert. Arbeitslose und bankrotte Firmen zahlen keine Steuern. Eins kommt zum anderen. Die Lösung der Finanzkrise wird zum Ausgangspunkt des weiteren Zusammenbruchs. […]
Ist das Finanzministerium in der Lage, das wachsende Budgetdefizit, offiziell mit 1,75 Billionen [1750 Milliarden] US-Dollar angegeben, durch Ausgabe von US-Schatzwechseln und Staatsanleihen zu finanzieren?
Das grösste Budgetdefizit der US-Geschichte gemeinsam mit den niedrigsten Zinsraten in der US-Geschichte: Mit dem von der Federal Reserve vorgegebenen Leitzinssatz von nahezu null Prozent befindet sich der Markt für US-Dollar-Staatsanleihen in einer Zwangsjacke. […]

Wer möchte in US-Staatsanleihen investieren? Wie hoch ist die Nachfrage an Staatsanleihen mit einer extrem geringen Verzinsung?

Der Markt für in US-Dollar notierte Schuldtitel ist nahe am Stillstand. Das bedeutet, dass das Finanzamt nicht mehr in der Lage ist, das Mammut-Budgetdefizit durch öffentliche Neuverschuldung zu finanzieren, wodurch die gesamte Budgetierung in die Zwickmühle gerät. […]

Die «Mainstream»-Medien suggerieren, die Banken würden aus dem TARP-Programm heraus verstaatlicht. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall: Der Staat wird von den Banken übernommen, der Staat wird privatisiert. Das Etablieren eines weltweiten unipolaren Finanzsystems ist Teil eines grösseren Projekts der Wall-Street-Finanzeliten auf dem Weg zur Konturierung einer Weltregierung. •
Quelle: www.globalresearch.ca vom 2.3.2009
(Übersetzung Zeit-Fragen)

Die Wahrheit über die Banken und ihre «Partnerschaft» mit der Regierung

Ein paar Hintergründe zum Verständnis der neuesten Entscheidungen der US-Notenbank FED

von Edward C. Griffin
Unter dem Titel: «US-Notenbank beginnt Geld zu drucken», schrieb der Informationsdienst Interhyp-Zinskommentar am 20. März: «Mit der Ankündigung, in Zukunft langlaufende Anleihen im Wert von über 1000 Milliarden Dollar aufkaufen zu wollen, hat die US-Notenbank eine weitere Phase der Lockerung ihrer Geldpolitik eingeläutet. Ziel dieser Massnahme ist es, weiteres Geld in das System zu pumpen und die Kosten für langfristige Kredite zu senken.

Ben Bernanke startet damit das grösste Experiment in der neueren Geschichte der Notenbanken. In der Theorie soll diese Massnahme eine drohende Deflation verhindern, und bei Erholung der Wirtschaft soll die dann überflüssige Liquidität wieder eingesammelt werden, um ein gesundes Mass an Inflation sicherzustellen. Ob dieses Wunschdenken aufgeht oder ob mit diesen Massnahmen nicht mittelfristig weitere Verwerfungen an den Finanzmärkten produziert werden, ist völlig offen. Auffallend ist, dass die beiden Hauptverursacher der Kreditmarktkrise – nämlich die USA und England – mit ihren stark von der Politik beeinflussten Zentralbanken aggressiv zu bisher unerprobten Massnahmen greifen, um den eigentlich notwendigen drastischen Anpassungen in ihren Ländern zu entgehen. Das Wachstum beider Staaten wird seit Jahrzehnten von kreditfinanziertem Konsum getrieben, und dieses Modell ist jetzt gescheitert.

Am amerikanischen Zinsmarkt hat die Ankündigung der Käufe der Notenbank zu einem Absinken der Renditen geführt, und auch in Deutschland wurde der Zinsanstieg der vorherigen Tage seit gestern wieder korrigiert. Gleichzeitig ist aber bei den langen Laufzeiten eine gewisse Nervosität im Markt zu spüren, da niemand weiss, ob die Gelddruckaktionen der Notenbanken nicht mittelfristig zu unkontrollierbaren Inflationseffekten führen können.»

Worum es bei der aktuellen Entscheidung der US-Notenbank FED geht, illustriert der folgende Text von Edward C. Griffin.

Wir reden über die Tatsache, dass die Banken Geld aus dem Nichts kreieren und dann darauf Zinsen erheben. Und das ist der grundlegende Betrug. Wenn eine Bank einem Geld leiht, dann existierte dieses Geld vor dem Betreten der Bank noch nicht. Es hat Rechtskraft – vor kurzem sagte ich, dass das Federal Reserve System eine Partnerschaft mit der Bundesregierung einging; also ist die Regierung ihr Partner und so hat die Regierung Gesetze erlassen, um diesen Betrug ziemlich legal zu machen, dass die Banken sich nun Dinge erlauben können, für die Sie und ich, wenn wir sie täten, ins Gefängnis kämen. Die Banken können sie aber tun, weil sie ihre Partner in der Regierung haben, die sagen: «Okay, die Banken und nur die Banken können dies tun.» Und eines dieser Dinge ist, dass die Banken Geld ausleihen können, das sie nicht haben, und dass sie Zinsen darauf erheben können. Und so wird Geld in den Vereinigten Staaten und in den meisten westlichen Ländern kreiert.

Lassen Sie mich ein Beispiel geben. Ich erwähnte, dass das Kartell aus einer Partnerschaft zwischen den Banken und der Bundesregierung besteht. Nun, wenn Menschen eine Partnerschaft eingehen, ist es gewöhnlich so, dass jede Seite daraus etwas zieht, ansonsten würden sie es nicht tun. Deshalb stellt sich die Frage: Warum gingen die Banken diese Partnerschaft ein, und warum ging die Bundesregierung diese Partnerschaft ein? Nun, die Antwort auf beide Fragen ist der Mechanismus, den ich hier gerade beschreibe – dieser Mechanismus, durch den Geld buchstäblich aus dem Nichts kreiert wird – und davon profitieren beide Partner auf unterschiedliche Art.

Und so funktioniert es: Lassen Sie uns mit der Regierungsseite in dieser Partnerschaft beginnen. Angenommen, die Regierung braucht mehr, viel mehr Geld zum Ausgeben, als sie durch Steuern einnimmt – und natürlich ist das heutzutage die alltägliche Realität.

Politiker geben gerne Geld aus, denn je mehr sie für Unterstützungsleistungen für die Wähler ausgeben, um so mehr Stimmen erhalten sie; aber sie erheben nicht gerne Steuern, denn je mehr Steuern sie erheben, um so weniger Wählerstimmen erhalten sie. Deshalb müht sich der Politiker immer ab, Wege zu finden, Geld auszugeben, aber nicht über Steuern vom Steuerzahler. Nun, wie macht man das, wie kann man mehr Geld ausgeben als man einnimmt? Die Antwort ist ganz einfach: Man leiht es sich aus. Nun, bei Ihnen und bei mir ist das doch genauso – wenn wir über unsere Verhältnisse Geld ausgeben wollen und falls wir kreditwürdig sind, können wir zur Bank gehen und Geld ausleihen. Nun, das funktioniert eine Weile, aber früher oder später muss das Darlehen, einschliesslich Zinsen, zurückbezahlt werden. Und deshalb können Sie und ich dies nur für einen sehr kurzen Zeitraum und für eine begrenzte Menge Geld tun. Aber im Falle der Bundesregierung handelt es sich um einen unbegrenzten Zeitraum und um unbegrenzte Geldmengen.

Und so läuft es: Angenommen, die Bundesregierung möchte Geld ausleihen, mehr als sie durch Steuern einnehmen kann. Das erste was sie macht, ist, auf den freien Markt zu gehen und Angebote zu machen, um sich Geld zu leihen, zum Beispiel von Individuen wie Ihnen und mir oder von Einrichtungen, Korporationen oder anderen Ländern. Leute leihen der Bundesregierung Geld, als Gegenleistung für langfristige Staatsanleihen oder mittelfristige Schatzwechsel, abhängig von der Dauer, in der das Darlehen zurückbezahlt werden muss. Deshalb hat die Regierung mehr Geld, als sie durch Steuern einnimmt. Nun, ebenso wie bei Ihnen und mir jedoch kommt die Zeit, in der das Geld, einschliesslich Zinsen, zurückgezahlt werden muss. Und siehe da, wenn dies passiert, haben sie immer noch nicht genug Geld, was sie auf Grund von Steuereinnahmen zahlen könnten. Und nun müssen sie sich noch mehr Geld leihen, um das ursprüngliche Darlehen und die fälligen Zinsen zahlen zu können. Und dieser Vorgang geht immer und immer weiter, und dieses Phänomen bezeichnen wir als steigende Staatsverschuldung – das geht immer so weiter. Es gibt offensichtlich kein Limit, bis zu dem die Politiker ausleihen können.

Nun, das Geld, das aus dem privaten Sektor kommt – von mir, von Ihnen, Sparguthaben, Rentenfonds, aus anderen Ländern und so weiter – dieses Geld existiert tatsächlich, aber es reicht nicht aus. Sie brauchen mehr – die Regierung braucht mehr als sie von den Leuten kriegen kann, die Geld haben, um es ihr zu leihen. Und an diesem Punkt kommt das Fass zum Überlaufen, wenn sie mehr wollen, als sie kriegen können und das Federal Reserve System einschalten. Gemäss der getroffenen Vereinbarungen wird das Federal Reserve System jede zum gegenwärtigen Zeitpunkt gewünschte Summe kreieren und scheinbar der Regierung leihen. Ich sage «scheinbar» leihen, denn in Wirklichkeit handelt es sich nicht um einen Kredit, sondern eine Dienstleistung: Sie kreieren das Geld für die Bundesregierung aus dem Nichts.

Also wendet sich das Finanzministerium an die Federal Reserve Bank und sagt: «Okay, ich brauche heute noch mal eine Milliarde Dollar. Wir haben nicht genug Steuereinnahmen, um das abzudecken, und im Privatsektor gab es nicht genug Leute, die uns Geld geliehen haben, aber wir brauchen einfach mehr Geld. Wir brauchen, bitte, noch eine Milliarde Dollar.» Und die Federal Reserve Bank sagt: « Okay, hier ist es.» Also der Chef der Federal Reserve Bank schreibt ihm einen Scheck – natürlich nur im übertragenen Sinne, das wird ja alles über Computer abgewickelt, aber zur Veranschaulichung stellen wir uns einmal vor, der Chef schreibt den Scheck über eine Milliarde Dollar. Die Regierung hat nun den Scheck, zahlt ihn auf ihr Bankkonto ein, und beginnt, Überweisungen zu tätigen, die dagegen verrechnet werden. Und dieses Geld, das an die Federal Reserve Bank gezahlt wurde, hat bis dahin noch gar nicht existiert. Es wurde aus der Luft geschaffen, als wenn die Regierung zur Druckerpresse gegangen wäre und es selbst gedruckt hätte. Aber das haben sie in diesem Fall gar nicht getan, sie gingen zu den Banken und erhielten einen Kredit von Geld, das gar nicht existent war.

Das wird alles so kompliziert, dass die Leute es nicht mehr verstehen, und dann denken sie, da es ja irgend etwas mit dem Bankensystem zu tun hat, muss das Geld im Vorfeld irgendwie existiert haben, was aber nicht der Fall ist. Also, auf diese Weise entsteht Geld für die Regierung. Sie kann sich immer auf ihre Partner in der Federal Reserve Bank verlassen, um jede gewünschte Summe kreieren zu lassen, und braucht deshalb nicht einmal zum privaten Sektor zu gehen, um Geld zu leihen. Es ist einfach garantiert immer da. Nun, das ist der Grund, warum die Regierung an diesem Arrangement festhält. Man sieht, worin ihr Vorteil besteht. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Wenn wir an diesem Punkt aufhören, wie viele Kommentatoren das machen, und sagen: «Ach, wie schrecklich, dass sie aus dem Nichts Geld produzieren für die Regierung und die Regierung für dieses Nichts Zinsen zahlt», dann ist das ein Kinderspiel im Vergleich zur eigentlichen Geschichte.

Ich werde nun den nächsten Teil besprechen. Bis hierher ging es um die Regierung, warum machen die Banken dabei mit? Dafür müssen wir verfolgen, was mit dem Geld passiert, das für die Regierung aus dem Nichts erschaffen wurde. Es fliesst ins private Bankensystem. Nehmen wir zum Beispiel 1000 Dollar, die einem Postboten dafür gezahlt wurden, dass er unsere Post zustellt. Er arbeitet für die Regierung. Nun erhält er also 1000 Dollar in seiner Lohntüte, die aus der Milliarde stammen, welche aus dem Nichts geschaffen und der Bundesregierung übergeben wurde. Wir werden jetzt also einmal 1000 Dollar davon verfolgen, die zu dem Postboten gehen. Er hat seine Lohntüte und macht sich keine Gedanken, ob das Geld vor ein paar Minuten oder gestern auch schon existiert hat, es ist ihm egal, denn es sieht wie ein ganz normaler Scheck aus – die Banken nehmen es an und tauschen es in Bargeld. Also trägt er es zu seiner Bank an der Ecke und zahlt es auf sein Privatkonto ein. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Das Geld ist aus dem Federal-Reserve-Regierungs-Kontext heraus- und in das kommerzielle Bankensystem eingetreten, als Einzahlung.

Wenn ich jetzt der Chef dieser speziellen Bank wäre, könnte ich eigentlich in die Schalterhalle hinaustreten und verkünden: «Alle mal herhören, es gibt eine gute Nachricht. Dieser Herr hier hat gerade 1000 Dollar in unsere ehrwürdige Bank eingezahlt.» Und das ist wirklich eine gute Nachricht, denn viele von den Kunden dort sind ja gerade gekommen, um Geld von der Bank zu borgen, und sie wissen, wenn die Bank selbst genug Geld zum Verborgen hat, sinken die Zinsen, und alle sind zufrieden. Also fragt vielleicht einer: «Wieviel hat dieser Herr gerade eingezahlt?»

Und ich sage: «Er hat 1000 Dollar eingezahlt.»

Und dann sagt diese Person vielleicht: «Aber das reicht nicht, ich will 9000 Dollar borgen für dieses Auto, das ich mir kaufen will, und 1000 Dollar gleichen das nicht aus.»

Und dann müsste ich sagen, wie in dem Punch-Artikel, in dem der Bankdirektor mit dem Kunden spricht: «Machen Sie sich mal keine Gedanken, das Banksystem ist komplizierter, als Sie sich vorstellen können. Auch wenn wir nur 1000 Dollar eingenommen haben, können wir Ihnen trotzdem die 9000 Dollar leihen.»
Und wenn dann irgend jemand fragt, wie das gehen soll, lautet die Antwort: «Keine Aufregung, das geht schon, legal ist es auch, wir können das machen. Wir kreieren die zusätzlichen 8000 Dollar aus dem Nichts. Die 1000 Dollar wurden eingezahlt, und wir können bis zu 9000 Dollar für jeden Tausender produzieren, der bei unserer Bank eingezahlt wurde.»
Und dieses Geld stammt buchstäblich aus dem Nichts, zum Zeitpunkt der Kreditvergabe. Das bedeutet, für jede aus dem Nichts geschaffene Milliarde, die die Bundesregierung ausgibt, entstehen im privaten Bankensystem noch einmal 9 Milliarden aus dem Nichts und werden an Leute wie Sie und mich verliehen und an Unternehmen und so weiter. Wir benutzen das Geld nun für unsere Zwecke – die Bank profitiert nicht davon, sie verleiht es an uns. Aber wir zahlen der Bank Zinsen für dieses Geld, so, als wäre es wirklich vorhanden, weil jemand sich selbst einschränken musste, um es uns leihen zu können. Wir glauben, das von uns geborgte Geld wurde von jemandem als Sparguthaben eingezahlt, und die Zinszahlung ist gerechtfertigt, weil wir dieser Person die Einschränkung vergelten müssen, die sie sich auferlegt hat, damit wir das Geld zur Verfügung haben – dabei wurde das Geld aus dem Nichts geschaffen. Und so zahlen wir also Zinsen für nichts. Das ist der Betrug von dem ich spreche. Auf diese Weise entsteht all unser Geld, nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern in der ganzen westlichen Welt. Und wenn das kein Betrug ist, dann wüsste ich nicht, was sonst.

Banken und Kriege

ecg. Einer der am wenigsten beachteten Fakten der Geschichte ist meiner Ansicht nach, dass alle Kriege seit der Einführung von Geld – Papiergeld und dergleichen – von Banken verschärft wurden, indem sie Geld einfach zur Verfügung stellten, um jeweils beide Kriegsparteien zu finanzieren. Das ist schlicht eine historische Tatsache. Für mich ist klar: Wenn sie nicht einfach Geld aus dem Nichts hätten erzeugen können, wenn es nicht möglich gewesen wäre, diese versteckte Steuer mit dem Namen «Inflation» zu benutzen, um Geld für die Kriege einzutreiben, dann wären viele Kriege wohl nicht geführt worden. Es hätte vermutlich einige Scharmützel und begrenzte Schlachten gegeben, aber die meisten Menschen hätten mehr nicht toleriert … Ich glaube nicht, dass das amerikanische Volk heute den Krieg im Irak tolerieren würde, wenn es ihn direkt mit Steuern finanzieren ­müsste. Vielen Bürgern ist nicht klar, dass sie den Krieg durch die Inflation finanzieren – das wird ihnen erst noch klar werden. Doch würde der Steuereintreiber direkt zu ihnen kommen und sagen: «Schau, wir müssen dieses Jahr die Steuern verdoppeln, weil wir diesen Krieg im Irak haben und weil wir den Terrorismus im Irak bekämpfen, also wir brauchen die doppelte Summe wie letztes Jahr», dann würden die meisten, die allermeisten Amerikaner sagen: «Nein, lass uns die Sache nochmal anschauen.» Das Bankwesen ist also für die Kriege so wichtig, weil es den kriegführenden Regierungen die Finanzierung ihrer Kriege relativ einfach macht – und das wissen die Bankiers schon seit sehr langer Zeit. Und wie bereits erwähnt, waren die Rothschilds die ersten, die am historischen Horizont auftauchten und sich bedrohlich ausbreiteten, und wir stellen fest, dass sie in vielen Kriegen beide Parteien finanzierten.

Quelle: Zeit-Fragen