Wie in der FAZ vom 10. Januar nachzulesen ist, haben sich vier Fraktionsvorsitzende der CDU zu Wort gemeldet die Merkels Führungsstil kritisieren, und so tun als sei diese Aktion nicht von ihren Landesfürsten in Auftrag gegeben worden. Der designierte neue Führer, ein hessischer Ministerpräsident, beeilte sich umgehend darauf hinzuweisen, der Brief seines Befehlsempfängers Christean Wagner (Fraktionsvorsitzender der CDU im hessischen Landtag), sei nicht vorher mit ihm abgesprochen worden. Na, hat nicht Koch früher mit viel mehr Leidenschaft und Raffinesse viel besser brutalstmöglich gelogen?
Der Umgang der Milliardärs- und Staatspropagandamedien mit der Moderatorin des Berliner Gruselkabinetts, ist seit einigen Wochen nicht mehr so enthusiastisch wie zuvor. Ein Zeichen, so sicher wie das Amen in der Kirche, wie die Steigbügelhalter für autoritäre Figuren, mit der Inthronisierung eines neuen Heilsbringers medial vollauf beschäftigt sind. Man hat so seine Erfahrung.
Der Mann mit der langen Nase, (hier im Bild) und seines, besonders in Wahlkämpfen häufig geäußerten Fremdenhasses, scheint für sie der "starke Mann" zu sein, nach dem Krethi und Plethi sich in Krisenzeiten sehnen. Wenn die Kassen für wichtige gesellschaftliche Aufgaben leer sind, mit einer fortschreitenden Verarmung der Bürger in nächster Zeit zu rechnen ist, brauchen diese "Herrschaften" einen Mann an der Spitze, der mit Sicherheit nicht davor zurückschrecken wird, es bei sozialen Unruhen mal mit voller Wucht knallen zu lassen. Ein Mann so richtig nach dem Geschmack der deutschen Rüstungsindustrie, des deutschen Großkapitals und anderer Möchtegerngrößen, die Deutschland nach "vorne" bringen wollen. Will heißen, Deutschland als Weltmacht zu etablieren. Mit nichts sind deutsche Normalbürger in der Geschichte schlechter gefahren als mit den Großmachtsträumen ihrer Herrschereliten. Koch ist ihr Mann. Bei einem Alter von 52 Jahren wird er noch genügend Zeit haben um eminentes Unheil anzurichten. Sein Koalitionspartner FDP wird ihm dabei tatkräftig zur Seite stehen. Sie hat sich bereits ihre Faschistensporen, jüngst beim Putsch in Honduras, redlich verdient.
Folker Hoffmann
Der Marsch ins Dritte Reich
Der Führer sagt: "Jetzt kommt der letzte Winter,
nur jetzt nicht schlapp gemacht, ihr müsst marschier’n!"
Der Führer fährt voran im Zwölf-Zylinder.
Marsch, Marsch, Marsch, Marsch, ihr dürft die Fühlung nicht verlier’n!
Es ist ein langer Weg zum Dritten Reiche,
man sollt' nicht glauben, wie sich das zieht.
Es ist ein hoher Baum, die deutsche Eiche,
von der aus man den Silberstreifen sieht.
Der Führer sagt: "Nur nicht in Lumpen laufen!".
Er hat ihr schon gesagt, der Industrie:
"Wir wollen neue Uniformen kaufen,
der Hauptmann Röhm liebt uns nicht ohne die".
Es ist ein langer Weg zum Dritten Reiche,
ein bisschen Liebe macht ihn halb so schwer.
Es ist ein hoher Baum, die deutsche Eiche,
und kameradschaftlich sei der Verkehr!
Der Führer hat gesagt, er lebt noch lange,
und er wird älter als der Hindenburch.
Er kommt noch dran, da ist ihm gar nicht bange,
und drum pressiert’s ihm gar nicht, und dadurch
ist es ein langer Weg zum Dritten Reiche,
es ist unglaublich, wie sich das zieht.
Es ist ein hoher Baum, die deutsche Eiche,
von der aus man den Silberstreifen sieht.
Bertolt Brecht
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"Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zurzeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht." Kurt Tucholsky
Dienstag, 12. Januar 2010
Fertiggemerkelt - oder wie ein neuer Führer inthronisiert werden soll
Labels:
Deutschland,
Faschismus
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