Legitime Gewerkschaftsführung trotzt Repression und stellt sich gegen Privatisierungsbefürworter um Präsident Arias
Bereits für den vergangenen Freitag hatte der Vorstand eine Versammlung angesetzt. Knapp 300 der rund 1200 Gewerkschaftsmitglieder kamen, obwohl die Hafengesellschaft JAPDEVA dagegen mobilisiert und die Mitarbeiter eingeschüchtert hatte. "Wir werten diese Beteiligung angesichts des Drucks als Erfolg, konnten aber nicht das für Entscheidungen nötige Quorum erreichen", sagte Perez. Damit das Treffen überhaupt stattfinden konnte, hatten sich Donnerstagnacht vier Vorstandsmitglieder an den Eingang der Versammlungshalle gekettet. Die Versammlung am Donnerstag wird nicht auf dem Betriebsgelände durchgeführt, sondern in der Traditionsgastätte "Black Star Liner".
Im Januar hatte eine Gruppe von Privatisierungsbefürwortern entgegen den Gewerkschaftstatuten zu einer Versammlung gerufen und sich als neuen Vorstand installiert. Obwohl das bei fehlendem Quorum der Mitgliedschaft und angesichts der Tatsache, dass die Amtszeit des legitimen Vorstands erst im Januar 2011 endet, ein Verstoß gegen alle demokratischen Spielregeln ist, erkannte das Arbeitsministerium den ihm politisch genehmen Putschvorstand an. Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) nannte dies einen Verstoß gegen die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 87 und 98.
Nach seinem Amtsantritt im Mai 2006 hatte Präsident Óscar Arias auf einer Europareise erklärt, die wichtigen Karibikhäfen privatisieren zu wollen. SINTRAJAP lehnt dies ab, denn sie sieht darin nicht nur eine Gefahr für die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, sondern auch für ein einzigartiges Sozialprojekt: Die öffentliche Hafengesellschaft JAPDEVA ist verpflichtet, einen Großteil der Gewinne in den Bau von Schulen, Brücken, Straßen und Gesundheitszentren zu investieren. Außerdem vergibt sie Kredite an Kleinbauern und an Schüler aus armen Familien. Internationalen Investoren, die begierig auf das Filetstück in der Karibikprovinz schauen, ist diese Sozialverpflichtung freilich ein Dorn im Auge. Die Provinz Limón gilt als die ärmste Costa Ricas.
Internationale Solidaritätsbotschaften können gesendet werden an: soliCR@gmx.net
Der Autor arbeitet für das unabhängige Kommunikationszentrum Voces Nuestras in San José, Costa Rica.
Quelle: amerika21.de
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