Samstag, 13. März 2010

Pandemie-Panikwellen: die Wächter dürfen keine Lachfiguren werden

von Stephan

Als vor Monaten das Thema Schweinegrippe und Pandemie in aller Munde war und die Medien ausführlich über die Gefahr der Pandemie berichteten (Panik verbreiteten), war ich als einfacher Bürger verängstigt und fühlte mich als verantwortungsloser Familienvater, weil ich wie anscheinend viele Menschen in der gleichen Situation ihre Lieben nicht impfen ließen. Nun sind die Rauchschwaden verzogen und ich versuche wieder bei klaren Verstand die Gedanken zu sortieren. Was sind die Fakten und welches Bild erzeugten die Medien, Experten und vor allem die hoch angesehene WHO?

Übersicht über die Panikwellen der letzten Jahre (Todesfälle insgesamt über alle Jahre weltweit):


* es gibt eine wissenschaftliche Diskussion darüber, ob in einigen Jahren eventuell mehrere tausend Fälle auftreten könnten
** Durchschnitt einer Influenzawelle in Deutschland: c.a. 10000-20000 Tote pro Jahr (Quelle: Robert Koch Institut)

Beim Betrachten dieser Zahlen fällt auf wie minimal der tatsächlich entstandene Schaden durch die "Pandemien" wirklich war. Um abzuschätzen, wie hoch das Risiko für jeden Einzelnen war, muß man diesen Zahlen ja die Gesamtbevölkerung der Welt gegenüberstellen (es handelt sich um globale Zahlen !) . Zur Zeit gehen wir von 6,5 Milliarden Menschen aus. Somit verstarben 0,00000009 % Prozent der Weltbevölkerung an der Schweinegrippe. Wenn man diesem absolut marginalen Schaden das Ausmaß der Warnkampagne gegenüberstellt, wie wir es gerade erlebt haben, dann bleibt ein fader Beigeschmack zurück. War es das wert, wird sich jeder fragen. Und jede der oben aufgeführten Krankheiten hatte ein ähnliches Warnszenario.

Unbestreitbar ist die Gefahr einer Pandemie für die Weltbevölkerung. Im Zeitalter der hohen Mobilität kann man davon ausgehen, daß sich eine Pandemie wesentlich schneller als in früheren Jahrhunderten ausbreiten würde. Ein Warnsystem und ein ausgeklügeltes Pandemiebekämpfungsprogramm würden sicherlich dazu beitragen, daß eine solche Seuche besser eingedämmt werden könnte. Aber ein Warnsystem ist nur gut, wenn es von der Weltbevölkerung auch ernstgenommen wird. Würde eine Warnung vor einer Pandemie anfänglich nicht ernstgenommen, dann würden die Bekämpfungsmaßnahmen verspätet einsetzen und damit der sich verbreitenden Krankheit einen Vorteil bei der Verbreitung verschaffen.

Bei allen oben aufgeführten Krankheitsepisoden waren die Medien an der Ausbreitung der jeweiligen Panikwellen maßgeblich beteiligt. Unzählige Fachleute, Professoren, Mediziner wurden befragt. Selektiv wurden nur die Meinungen verbreitet und von der Bevölkerung wahrgenommen, die Angst verbreiteten. Faustdicke Schlagzeilen warnten vor unzähligen Toten, die (im schlimmsten Falle) zu erwarten wären. Im letzten Fall, der Schweinegrippe trug allerdings die WHO maßgeblich dazu bei, indem sie nacheinander alle Pandemiestufen bis hin zur bisher noch nie ausgerufenen Pandemiestufe 6 ausrief und das bei einer extrem harmlosen Grippewelle. Bisher wurde die WHO als eine integere und seriöse Instistution wahrgenommen. Jetzt kommen Zweifel auf.

Besonders, da sich immer mehr herausstellt, daß mit der Panik prächtig verdient werden kann. So führte die Vogelgrippe zu einem Absatzboom des Medikamentes Tamiflu. Im Falle der Schweinegrippe wurden weltweit geschätzte 18 Milliarden Dollar für Impfstoffe ausgegeben. Hierbei gab es den einmaligen Fall, daß die staatlichen Gesundheitsbehörden vielfach Absatzgarantien für die Impfdosen gaben (siehe WOZ: Reich durch die Nadel). Nachdem sich schon bald in Deutschland abzeichnete, daß die Pandemie längst nicht so gefährlich war wie von unzähligen Medizinern und anderen Fachleuten angekündigt, floppte die Impfaktion. Viele Bürger, die sich nicht hatten impfen lassen klopften sich auf die Schultern und waren stolz darauf, daß sie diesmal nicht auf die Tricks der pharmazeutischen Industrie hereingefallen waren. Leider ist dies eine Täuschung. Das Geld für die Millionen an nun überflüssigen Impfdosen ist aus der Tasche des Steuerzahlers geflossen und hat den Pharmaunternehmen Gewinne in Milliardenhöhe beschert. Dieses Geld steht jetzt natürlich für andere Einsatzzwecke nicht mehr zur Verfügung. - Maßgeblich für dieses Riesengeschäft war das Verhalten der WHO, die vor geraumer Zeit die Regeln für die Festlegung einer Pandemiestufe so geändert hatte, daß die Gefährlichkeit für die Beurteilung keine Rolle mehr spielte. Nur so war es möglich die Warnung in dem Maße zu eskalieren, wie es geschehen ist. Nur so war es möglich die verantwortlichen Politiker dazu zu veranlassen die Geldbörsen des Steuerzahlers weit zu öffnen.

Die Rolle der WHO wird nun zum Glück auf europäischer Ebene untersucht. In einem Artikel unter dem Titel: "Nations Urge WHO to Change Criteria for Pandemic", der am 19. Mai 2009 von Frank Jordans, Associated Press, veröffentlicht wurde, ist klar zu lesen, dass "Dutzende von Staaten" die WHO bedrängten ihre Definition einer "Pandemie" doch noch zu ändern und "zu berücksichtigen, wie tödlich ein Virus ist und nicht nur, wie schnell er sich ausbreitet." Warum wurde dies nicht gemacht ? Es stellt sich die Frage wie weit die Lobby der pharmazeutischen Industrie die Entscheidungsprozesse der WHO geprägt hat.War hier gar Korruption im Spiel ? (siehe auch folgenden Artikel in AERZTEBLATT.DE WHO wegen Strategie bei Schweinegrippe unter Druck).

Grundsätzlich stellt sich jetzt für jeden Einzelnen die Frage, wie die von wem auch immer geschürten und angeheizten Panikwellen für die oben aufgeführten Krankheiten zu bewerten sind.

Erste Schlußfolgerung ist, daß bisher jede Warnung letztlich ein Fehlalarm war. Die Aufregung hat sich nicht im mindesten gelohnt.

Zweite Schlußfolgerung ist, daß an mindestens 2 der Panikwellen prächtig verdient wurde und der Verdacht naheliegt, daß hier zugunsten eines finanziellen Profites mit den Ängsten der Bevölkerung gespielt wurde. Dies ist umso verdammenswerter, als damit auch die Glaubwürdigkeit der warnenden Institutionen nachhaltig untergraben wurden. In Anlehnung an ein altes Sprichwort: "Wer einmal warnt und nichts passiert, dem glaubt man nicht auch wenn er dann die Wahrheit spricht."

Dritte Schlußfolgerung ist, daß viele Mediziner und Journalisten ohne eine Spur erkennbaren Mißtrauens auf Informationen von eventuell manipulierten Institutionen gehört haben und sich als Werkzeug haben mißbrauchen lassen. Im Einzelfall ist es sicherlich nachzuvollziehen, warum viele der Fachleute sich auf die Warnungen verlassen haben und entsprechend den offiziellen Empfehlungen verhalten haben. Aber darf man gerade von diesen Menschen nicht eine nachträgliche Reflektion der Ereignisse verlangen ? Muß man nicht gerade von diesen Fachleuten verlangen, daß sie einen nachhaltigen Druck auf die Institutionen ausüben die Sachverhalte und Korruptionsvorwürfe bestmöglich aufzuklären ? Die Wächter, die uns vor Gefahren warnen sollen, dürfen keine Lachfiguren werden, denen niemand mehr glaubt ! Das kann für uns alle gefährlich werden.

Und weitere Fragen stellen sich:

  • Waren wir die Bürger und Familienväter gar nicht die Adressaten der Panikkampagnen?
  • Sollten vielleicht eher die Politiker in Zugzwang gebracht werden, da sie fürchten mussten vom Wähler als verantwortungslos an der Urne ab gestraft zu werden?
  • Ist es medizinisch und ethisch haltbar unzureichend getesteten Impfstoff millionenfach Kindern und Erwachsenen zu injizieren?

Glücklicherweise gibt es ja noch anscheinend aufrechte Menschen, die sich um diese Thematik ausführlich kümmern und solche und ähnliche Fragen an geeigneter Stelle stellen. Ich verweise da auf die Webpage von Dr.Wolfgang Wodarg (Arzt und Bundestagsabgeordneter, sowie scheidender Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Europarats). Alles was ich von ihm bisher recherchieren konnte machte einen soliden Eindruck ( http://www.wodarg.de/ ). Jeder der sich für diese Thematik interessiert sollte mal einen Ausflug auf seine Webpage machen.

Und hier noch ein paar Hintergrundinformationen:

SARS:

Der einzige größere Ausbruch der Krankheit war bisher die SARS-Pandemie 2002/2003 mit knapp 1.000 Todesopfern (aus WIKIPEDIA). Hier die Statistik der WHO vom 7.3.2003 (http://de.wikipedia.org/wiki/SARS-Pandemie_2002/2003):

Land ↓ Fälle ↓ Tote ↓ Genesene ↓ Mortalitätsrate in % ↓
AUS Australien 6 0 6 00,00
BR Brasilien 1 0 1 00,00
D Deutschland 9 0 9 00,00
FIN Finnland 1 0 1 00,00
F Frankreich 7 1 6 14,28
HK Hongkong 1755 296 1448 16,86
IND Indien 3 0 3 00,00
RI Indonesien 2 0 2 00,00
IRL Irland 1 0 1 00,00
I Italien 9 0 9 00,00
CDN Kanada 251 41 210 16,33
CO Kolumbien 1 0 1 00,00
ROK Südkorea 3 0 3 00,00
KWT Kuwait 1 0 1 00,00
MO Macao 1 0 1 00,00
MAL Malaysia 5 2 3 40,00
MGL Mongolei 9 0 9 00,00
NZ Neuseeland 1 0 1 00,00
RP Philippinen 14 2 12 14,28
RC Republik China Rep. China 665 180 475 27,06
RO Rumänien 1 0 1 00,00
RUS Russland 1 0 1 00,00
S Schweden 3 0 3 00,00
CH Schweiz 1 0 1 00,00
SGP Singapur 238 33 205 13,86
E Spanien 1 0 1 00,00
ZA Südafrika 1 1 0 100,00
T Thailand 9 2 7 22,22
SGP Vereinigte Staaten 33 7 26 21,21
GB Vereinigtes Königreich 4 0 4 00,00
VN Vietnam 63 5 58 7,93
CN Volksrepublik China VR. China 5327 349 4949 6,55
Summe 8422 916 7442 10,87


Vogelgrippe:

Bei den wiederholten Ausbrüchen der Krankheit starben (laut WHO-Webseite vom 17. Februar 2010) seit Dezember 2003 von 478 registrierten infizierten Menschen nachweislich 287 Personen. Im Einzelnen weist die WHO-Statistik folgende bestätigte Erkrankungsfälle bei Menschen aus:

Land Erkrankungen Todesfälle
Ägypten 99 30
Aserbaidschan 8 5
Bangladesch 1 0
Kambodscha 9 7
VR China 38 25
Dschibuti 1 0
Indonesien 163 135
Irak 3 2
Laos 2 2
Myanmar 1 0
Nigeria 1 1
Pakistan 3 1
Thailand 25 17
Türkei 12 4
Vietnam 112 58

Creutzfeld Jacob Syndrom (im Zusammenhang mit BSE):

Zahlen der Universitätsmedizin Göttingen: http://www.cjd-goettingen.de/vcjd.html

vCJK-Fälle weltweit:

UK

167

Frankreich

25

Irland

4

Italien

2

USA

3

Kanada

1

Saudi-Arabien

1

Japan

1

Niederlande

3

Portugal

2

Spanien

5

Stand: 09.02.2010

Schweinegrippe:

Statistik der WHO (WHO Statistik Schweinegrippe)

Region

Cumulative total

as of 25 October 2009


Cases*

Deaths

WHO Regional Office for Africa (AFRO)

13536

75

WHO Regional Office for the Americas (AMRO)

174565

4175

WHO Regional Office for the Eastern Mediterranean (EMRO)

17150

111

WHO Regional Office for Europe (EURO)

Over

64000

At least

281

WHO Regional Office for South-East Asia (SEARO)

42901

605

WHO Regional Office for the Western Pacific (WPRO)

129509

465




Total

Over 441661

At least 5712


Statistik Influenzatote seit 1984:

Quelle: RKO: epedemiologisches Bulletin August 2007

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