Montag, 31. Mai 2010

Der Merkel ist der Köhler abhanden gekommen

Nach der Offenbarung Köhlers, was das eigentliche Ziel des deutschen Einsatzes in Afghanistan ist, nämlich einen Wirtschaftskrieg zur Sicherung deutscher Arbeitsplätze zu führen, sah er sich heute gezwungen das Handtuch zu werfen. Denn das der oberste Repräsentant des deutschen Herrschaftsetablissements die Kriegslüge offen ansprach, hat ihm in den Reihen der politischen und wirtschaftlichen Klasse keine Sympathien eingebracht.


Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Es wird eng für Merkel, es sei denn, sie kann auch weiterhin auf die aktive Unterstützung von Friede Springer, die Erbin der Axel-Springer-Gruppe, sowie von Liz Mohn, der Direktorin der Bertelsmann-Gruppe, rechnen. Dann könnte sie die Kurve noch einmal kriegen. Merkels Stärke hat ja immer darin bestanden, den angefeuchteten Finger in die Luft zu halten um zu spüren woher der aktuelle Wind gerade weht. Eine Eigenschaft, die ihr bereits vor, während und nach der sogenannten Wende zugute kam.

Nicht jeder schaffte es, wie Merkel, in der DDR bis zur FDJ-Sekretärin der Abteilung für Agitation und Propaganda aufzusteigen und eine wichtige Rolle für politische Kommunikation zu übernehmen.

Erst einen Monat nach dem Mauerfall wechselte Merkel die Seiten und schloss sich von einem Tag auf den anderen dem Demokratischen Aufbruch an, einem Ableger der westdeutschen Christdemokraten. Dort machte sie das, was sie schon in der DDR tat. Nur nannte man es im westdeutschen Sprachgebrauch "Pressesprecherin". Als bekannt wurde, dass der Vorsitzende des Demokratischen Aufbruchs, Wolfgang Schnur, ein ehemaliger Stasi-Mitarbeiter war, teilte Merkel diese schmerzliche Nachricht der Presse mit und übernahm prompt Schnurs Position. Innerhalb von 14 Monaten verwandelte sich die Verantwortliche für kommunistische Propaganda bei der DDR-Jugend zur christdemokratischen Ministerin für Jugend im vereinten Deutschland.

Bis auf den heutigen Tag hinterlässt die führende Politikerin Deutschlands eine magere politische Bilanz. Von der ihr genehmen Presse als "Klima-und-was-noch-so-alles-Kanzlerin" hochstilisiert, ist nichts geblieben. Die Anpassungsfähigkeit, politische Grundsätze zu wechseln wie andere schmutzige Unterwäsche, ist an Beliebigkeit schwer zu überbieten. Die Absetzungsbewegungen von Merkel innerhalb der Union werden zunehmen. Ob das ausreich bleibt abzuwarten. Sie sollte sich an Köhler ein Beispiel nehmen und die politische Bühne verlassen.

FH

Siehe auch: Schon in meinen persönlichen Erfahrungen mit Köhler zeichnete sich sein Sturz ab (ein Nachruf)

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