Übersetzt von Ellen Rohlfs. Herausgegeben von Susanne Schuster
Dies ist die Art politischer Aktion, die ich uneingeschränkt gut heiße. Sie hat Substanz und Phantasie und bringt die Schlacht direkt auf die andere Seite:
Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Hilfe
Der Verdächtige wird wegen Ermittlung eines versuchten Mordes gesucht. Am 23.4 2010 um 14:03 Uhr schoss der Verdächtige wahllos auf die Köpfe von gewaltlos Demonstrierenden. Als Folge davon wurde Imad Rezqa verletzt und erlitt eine Schädelfraktur und Gehirnblutungen. Man denke daran, dass der Verdächtige bewaffnet und gefährlich ist. Wenn man ihn sieht, soll man keinen Kontakt mit ihm aufnehmen. Man setze die Polizei sofort in Kenntnis. Wer weitere Details hat, berichte an …Warum trägt dieser Soldat eine Sonnenbrille? Vielleicht kommen all die Schlagzeilen über Haftbefehle gegen IDF-Offiziere und Politiker allmählich beim Fußvolk an.

IDF-Soldat “steckbrieflich gesucht” für die schwere Verwundung eines unbewaffneten palästinensischen Demonstranten
Augenzeugen dieses Vorfalles fotografierten diesen Soldaten, der auf den gewaltfreien Demonstranten schoss, der an der wöchentlichen Demo in Bilin gegen die Mauer teilnahm.
Dies war nur der jüngste von zahlreichen Vorfällen, bei der IDF-Soldaten diese Waffe benutzten, die ursprünglich dafür gedacht war, Tränengaskanister zu verschießen, um die Menge zu zerstreuen. Nun wurde sie direkt auf die Köpfe der unbewaffneten Demonstranten gerichtet. In der Vergangenheit haben sie zahlreiche Demonstranten, sowohl Palästinenser als auch Amerikaner, getötet und verletzt.

Auf dem Foto sieht man Imad Rezkans schwere Stirnwunde, die von einem Hooligan in Uniform (auf einem kleinen Foto daneben) verursacht wurde. Sieht das wie eine „oberflächliche Wunde“ aus, wie die IDF behauptet?
Der letzte Soldat, der tatsächlich einen Palästinenser getötet hat, wurde von einem inoffiziellen IDF-Gericht freigesprochen. Deshalb nimmt die Friedensbewegung diese Sachen in die eigene Hand und lässt die IDF wissen: wenn sie ihre Soldaten nicht zur Verantwortung zieht, dann werden es andere tun.
Es wird eine Zeit kommen, wenn palästinensische Überlebende und Opfer ihren Tag im Gericht bekommen werden und dann wird Gerechtigkeit herrschen. Ich hoffe nur, dass Israel eine volle Kasse für die Entschädigung hat, die sie Palästinensern für diese abscheulichen Angriffe schuldet.
Lesen Sie zuerst den Bericht in Haaretz und lesen Sie dann die typisch verlogene Version der IDF.
Rezka wurde ins Krankenhaus nach Ramallah gebracht, wo man festgestellt hat, dass der Aluminiumkanister einen Schädelbruch verursachte und zu einer Gehirnblutung führte. Er wurde dann zum Hadassah Ein Kerem Krankenhaus in Jerusalem gebracht, wo Chirurgen Schädelknochenteile entfernten und mit plastischer Chirurgie versuchten, die Stirn wiederherzustellen.
Der Kommando-Offizier sagte zu Haaretz, dass Rezka sich selbst in Gefahr gebracht habe und behauptet, dass der Bericht der Aktivisten über eine „schwere“ Verletzung „manipuliert“ sei, da er nur eine „oberflächliche Wunde“ hatte.
Ja genau, und das ist die moralischste Armee der Welt. Wer hat je von einer Gehirnerschütterung mit oberflächlicher Wunde in der Stirn gehört, die von einer Hochgeschwindigkeits-Tränengaswaffe verursacht wurde. Es sei eine „oberflächliche Wunde“?? Wer hat je von einer oberflächlichen Kopfverletzung gehört, die plastische Chirurgie benötigt? Einige meiner liberalen zionistischen Freunde beklagen, das ich mit meiner Kritik ungenügende Liebe gegenüber Israel zeige. Sag mir, wie ich das tun kann, wenn ich solche Gräueltaten erlebe?
Quelle: WANTED: IDF SOLDIER FOR GRAVELY WOUNDING UNARMED PALESTINAN DEMONSTRATOR
Originalartikel veröffentlicht am 30.4.2010
Über den Autor
Ellen Rohlfs und Susanne Schuster sind Mitglieder von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, der Übersetzer, der Prüfer als auch die Quelle genannt werden.
URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=10580&lg=de

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