Sonntag, 28. Februar 2010

Im Schnee zurückgelassen-Blaue Menschen-Wie können sie es nur wagen?

AUTOR: Adam KELLER אדם קלר

Übersetzt von Ellen Rohlfs


Im Schnee zurückgelassen

Nathan Sharansky, Chef der jüdischen Agentur, regt sich darüber auf, dass Israels Position auf den Uni-Campussen in Amerika schlechter wird. In einem Interview mit Israel-Radio am 12, 2. berichtet Sharansky, wie schockiert er war, als er hörte, dass die jüdischen Studenten Israels Handlungen scharf kritisieren und sagen , ‚wegen Israel schämen wir uns, jüdisch zu sein.“

Als er gefragt wurde: Um Israel Image zu verbessern, sollten wir vielleicht unsere Politik gegenüber den Palästinensern in den (besetzten) Gebieten verändern?“

Sharansky war bei dieser Frage sehr verwundert: „Nein, da gibt es keine Verbindung. Diese Studenten wissen nur nicht, dass Kritik an Israel eine neue Form von Antisemitismus ist. Vielleicht sollten wir die Zahl der zionistischen Vertreter an den Universitäten vergrößern, die ihnen sagen, sie sollen nicht weiter auf Antisemiten hören.

Vor langer Zeit, als er noch in der Sowjetunion lebte, wurde Sharansky als Dissident bekannt, der Kampagnen für die Menschenrechte ausführte und war durch viele Jahre hinter Gittern nicht gebrochen . Aber diese Sorge um die Menschenrechte hat er anscheinend im russischen Schnee gelassen.

Bil'in, 12. Februar 2010

Blaue Menschen

Letzte Woche haben die Bewohner von Bilin die Aufmerksamkeit der Medien gewonnen, indem sie sich blau anmalten und die „Außerirdischen des dreidimensionalen Filmes ‚Avatar’ nachahmten.

Die Medien haben zwar noch einiges Interesse an Kreaturen eines anderen Planeten. Aber hinter palästinensischen Dorfbewohnern herzurennen, die zum tausendsten Mal gegen den Landdiebstahl Israels protestieren. Wo steckt da die Neuigkeit?

http://palestinenote.com/cs/blogs/topnews/archive/2010/02/14/demonstrators-channel-avatar-at-bilin-protests.aspx


Bil'in, 12. Februar 2010

Wie können sie es nur wagen?

Es geschah hier im Hyatt-Hotel. Der palästinensische Terrorist betrat mit List das Hotel und tötete Rehavan Ze’ewi, ein Kriegsheld und israelischer Minister. So etwas kann nicht vergeben werden.

Der Mann, der hinter dem Attentat stand, ist nun im israelischen Gefängnis und wird dort solange bleiben, wie ich Ministerpräsident bin. So erklärte Benjamin Netanjahu an diesem Morgen.

Was haben die Palästinenser für Nerven! Wissen sie denn nicht, dass diese Methode, Attentäter in Hotels zu schicken, um einen Feind zu liquidieren, ein eingetragenes israelisches Geschäftsgeheimnis ist? Wir sollten sie wegen Missbrauch des Copyrights gerichtlich verklagen.




Quelle: Crazy Country-Left behind in the snow-People in Blue-How dare they?

Originalartikel veröffentlicht am 16. und 18.2.2010

Über den Autor

Ellen Rohlfs ist eine Mitarbeiterin von Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=10067&lg=de

Samstag, 27. Februar 2010

Der Weg nach Armaggedon


Paul Craig Roberts

Die Washington Times ist eine Zeitung, die die Bush/Cheney/Obama – Aggressionskriege im Nahen Osten gutheißt und dafür ist, es den Terroristen für den 9/11 heimzuzahlen. Daher war ich überrascht, als ich am 24. Februar erfuhr, dass die beliebteste Geschichte auf der Website der Zeitung der „Inside the Beltway“- Bericht „Explosive News“ („Explosive Neuigkeiten“) über die 31 Pressekonferenzen am 19. Februar in Städten in den Vereinigten Staaten von Amerika und im Ausland war, die von Architects and Engineers for 9/11 Truth („Architekten und Ingenieure für die Wahrheit über 9/11") abgehalten wurden, einer Organisation von Fachleuten, die jetzt 1.000 Mitglieder hat.

Noch mehr überraschte mich, dass der Nachrichtenbeitrag die Pressekonferenz seriös behandelte. Wie konnten sich drei World Trade Center-Wolkenkratzer plötzlich in feinen Staub auflösen? Wie konnten massive Stahlträger in drei Wolkenkratzern plötzlich versagen aufgrund eines kurz dauernden, isolierten Brandes mit nicht sehr hohen Temperaturen? „Tausend Architekten und Ingenieure wollen das wissen und wenden sich an den Kongress, damit dieser eine neue Untersuchung der Zerstörung der Twin Towers und des Gebäudes Nr. 7 anordne,“ berichtet die Washington Times.

Die Zeitung berichtet, dass die Architekten und Ingenieure zu der Auffassung gekommen sind, dass die Federal Emergency Management Agency (FEMA – Nationale Katastrophenmanagement-Agentur) und das National Institute of Standards and Technology (NIST – Nationales Institut für technologische Standards) „unzureichende, widersprüchliche und betrügerische Berichte über die Umstände der Zerstörung der Towers“ vorgelegt haben und „eine [gerichtliche] Untersuchung gegen Beamte der NIST durch eine Grand Jury fordern.“

Die Zeitung berichtet, dass der Sprecher der Architekten und Ingenieure Richard Gage sagte: „Vertreter der Regierung werden verständigt werden, dass ‚Unterlassung einer Anzeige wegen Verrats’ nach U.S. Code 18 (Sec. 2382) ein schweres Verbrechen gegen das Bundesgesetz ist, was diejenigen, die Beweise für den Verrat haben, zum Handeln verpflichtet. Die Auswirkungen sind enorm und können von grundsätzlicher Bedeutung für das anstehende Verfahren gegen Khalid Sheik Mohammed sein.“

Es gibt jetzt die Organisation Firefighters for 9/11 Truth („Feuerwehrleute für die Wahrheit über 9/11“). In der Pressekonferenz in San Francisco gab Eric Lawyer, der Vorsitzende dieser Organisation, die Unterstützung der Feuerwehrleute für die Forderung der Architekten und Ingenieure bekannt. Er berichtete, dass keine gerichtliche Untersuchung der Brände durchgeführt worden ist, die angeblich die drei Gebäude zerstört haben, und dass das Fehlen dieser Untersuchung ein Verbrechen darstelle.

Vorgeschriebene Vorgangsweisen wurden nicht eingehalten, und anstatt erhalten und untersucht zu werden wurde der Ort des Verbrechens zerstört. Er berichtete auch, es gebe mehr als 100 Berichte von Augenzeugen, die Explosionen gehört und wahrgenommen haben, und dass es Beweise für Explosionen in Radio-, Audio- und Videoaufnahmen gebe.

Ebenfalls in der Pressekonferenz präsentierte der Physiker Steven Jones den Nachweis von Nanothermit in den Rückständen der WTC-Gebäude, das von einer internationalen Gruppe von Wissenschaftern unter der Führung des Professors für Nanochemie der Universität Kopenhagen Niels Harrit gefunden wurde. Nanothermit ist ein High-Tech-Sprengmittel, das Stahlträger auf der Stelle zum Schmelzen bringen kann.

Ehe wir „Verschwörungstheorie” schreien, sollten wir uns dessen bewusst sein, dass die Architekten, Ingenieure, Feuerwehrleute und Wissenschafter keine Theorie vorlegen. Sie legen Beweise vor, die die offizielle Theorie in Frage stellen. Diese Beweise sind nicht aus der Welt zu schaffen.

Wenn der Ausdruck von Zweifeln oder Vorbehalten gegenüber der offiziellen Version des Berichts der 9/11-Kommission einen Menschen zum Verschwörungstheoriespinner macht, dann müssen wir auch die beiden Ko-Vorsitzenden der 9/11-Kommission und den Rechtsberater der Kommission einschließen, die alle Bücher geschrieben haben, in denen sie klar darlegten, dass sie von Regierungsbeamten angelogen wurden, als sie ihre Untersuchung durchführten, bzw. wenn sie den Vorsitz führten über die Untersuchung, die der geschäftsführende Direktor Philip Zelikow durchführte, ein Mitglied von Präsident George W. Bushs Übergangsteam und Auslandsgeheimdienst-Beraterteam und Mitautor von Bushs Außenministerin Condi „Mushroom Cloud“ (Atompilz) Rice.

Es wird immer Amerikaner geben, die alles glauben werden, was ihnen die Regierung sagt, sogar wenn sie wissen, wie oft die Regierung sie angelogen hat. Ungeachtet der teuren Kriege, die die soziale und medizinische Versorgung bedrohen, Kriege auf der Basis nicht existierender irakischer Massenvernichtungswaffen, nicht existierender Verbindungen Saddam Husseins mit al Qaida, nicht existierender Beteiligung Afghanistans an den Attacken des 9/11, und der nicht existierenden iranischen Atomwaffen, die als Begründung für den nächsten amerikanischen Aggressionskrieg im Mittleren Osten groß propagiert werden, glaubt mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Vereinigten Staaten von Amerika die fantastische Geschichte, die ihr die Regierung über den 9/11 erzählt hat - die einer muslimischen Verschwörung, die die gesamte westliche Welt ausgetrickst haben soll.

Darüber hinaus macht es diesen Amerikanern nichts aus, wie oft die Regierung ihre Geschichte ändert. Zum Beispiel hörten die Amerikaner zum ersten Mal von Osama bin Laden, als das Bush-Regime die Schuld an den 9/11-Attacken an ihm festmachte. Im Lauf der Jahre wurde der leichtgläubigen amerikanischen Öffentlichkeit ein Video nach dem anderen von bin Ladens Ankündigungen aufserviert. Experten verwarfen die Videos als Fälschungen, aber die Amerikaner ließen sich von ihrer Leichtgläubigkeit nicht abbringen. Dann tauchte plötzlich im letzten Jahr ein neuer 9/11 „Mastermind“ (Superhirn) auf, um bin Ladens Platz einzunehmen, der gefangene Khalid Sheik Mohammed, der Häftling, der 183-mal der Wasserfolter („Waterboarding“) unterzogen wurde, bis er gestand, hinter dem Angriff vom 9/11 zu stehen.

Im Mittelalter wurden durch Folter erzwungene Geständnisse als Beweise betrachtet, aber für Selbstbeschuldigung war im Rechtssystem der Vereinigten Staaten von Amerika seit unserer Gründung keinerlei Platz. Doch unter dem Bush-Regime und den republikanischen Bundesrichtern, die, wie uns versichert wurde, die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika verteidigen würden, ist die Selbstbeschuldigung von Khalid Sheik Mohammed der einzige Beweis, den die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika dafür vorlegt, dass muslimische Terroristen hinter dem 9/11 stehen.

Wenn ein Mensch die Leistungen betrachtet, die Khalid Sheik Mohammed zugeordnet werden, so sind diese einfach unglaublich. Khalid Sheik Mohammed ist ein brillianterer und fähigerer Superheld als V im Fantasiefilm „V für Vendetta“. Sheik Mohammed überlistete alle 16 U.S.-Geheimdienste und die der Alliierten und Handlanger der Vereinigten Staaten von Amerika einschließlich Israels Mossad. Kein Geheimdienst dieser Erde, auch nicht alle Geheimdienste zusammen konnten Sheik Mohammed das Wasser reichen.

Sheik Mohammed trickste den Nationalen Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten von Amerika aus, Dick Cheney, das Pentagon, das Außenministerium, Norad, die U.S.-Luftwaffe und die Luftraumüberwachung. Er ließ die Flughafensicherheit vier Mal an einem Morgen versagen. Er ließ die hoch entwickelte Luftverteidigung des Pentagon versagen und ein entführtes Flugzeug, das den ganzen Morgen seinen Kurs nicht eingehalten hatte, in das Pentagon krachen, während die U.S.-Luftwaffe zum ersten Mal in der Geschichte nicht imstande war, Abfangflugzeuge in die Luft zu bekommen.

Sheik Mohammed konnte diese Leistungen mit unqualifizierten Piloten erbringen.

Sheik Mohammed konnte sogar als Gefangener unter der Wasserfolter verhindern, dass das FBI die vielen beschlagnahmten Videos herausgab, auf denen entsprechend der offiziellen Geschichte zu sehen ist, wie das entführte Flugzeug in das Pentagon kracht.

Wie naiv muss jemand sein, um zu glauben, dass ein Mensch, oder in diesem Fall eine Hollywood-Fantasiefigur so mächtig und tüchtig ist?

Wenn Sheik Mohammed über diese übermenschlichen Fähigkeiten verfügt, wie konnten ihn da die unfähigen Amerikaner fangen? Dieser Mann ist ein Sündenbock, der bis zum Geständnis gefoltert wurde, um die amerikanischen Naivlinge weiter an die Verschwörungstheorie der Regierung glauben zu lassen.

Hier geht es darum, dass die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika das Rätsel des 9/11 zu einem Ende bringen muss. Die Regierung muss einen Schuldigen vor Gericht stellen und verurteilen, um den Fall abschließen zu können, bevor er explodiert. Jeder, der 183 Mal der Wasserfolter unterzogen wird, wird alles gestehen.

Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat auf die Beweise reagiert, die gegen ihre ausgefallene 9/11-Verschwörungstheorie erhoben werden, indem sie den Krieg gegen den Terror von äußeren auf innere Feinde umdefiniert hat. Heimatlandministerin Janet Napolitano sagte am 21. Februar, dass amerikanische Extremisten jetzt ein ebenso großes Anliegen sind wie internationale Terroristen. Extremisten sind natürlich Leute, die die Tagesordnung der Regierung durchkreuzen, wie etwa die 1.000 Architekten und Ingenieure für die Wahrheit über 9/11. Diese Gruppe hatte 100 Mitglieder, jetzt sind es 1.000. Was, wenn es 10.000 werden?

Cass Sunstein, ein Beamter des Obama-Regimes, hat eine Lösung für die 9/11-Skeptiker: sie unterwandern und zu Äußerungen und Handlungen provozieren, die benützt werden können, um sie zu diskreditieren oder zu verhaften. Aber werdet sie los um jeden Preis.

Warum mit solchen extremen Maßnahmen gegen angebliche Spinner losgehen, wenn diese nur Unterhaltung und Gelächter bewirken? Hat die Regierung Angst, dass da etwas dahinter steckt?

Warum nimmt die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika nicht einfach die vorgelegten Beweise auf und entkräftet sie?

Wenn die Architekten, Ingenieure, Feuerwehrleute und Wissenschafter nur Spinner sind, wäre es kein Problem, ihre Beweise zur Kenntnis zu nehmen und zu widerlegen. Warum ist es notwendig, sie mit Polizeiagenten zu unterwandern und hereinzulegen?

Viele Amerikaner würden entgegnen, dass „ihre“ Regierung nicht einmal im Traum Amerikaner durch die Entführung von Flugzeugen und die Zerstörung von Gebäuden töten würde, um ihre Regierungsziele zu erreichen. Aber am 3. Februar teilte der Direktor für die nationalen Geheimdienste dem Geheimdienstausschuss des Kongresses mit, die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika könne ihre eigenen Bürger umbringen, wenn sie sich im Ausland befinden. Keine Verhaftung, Verhandlung oder Verurteilung wegen eines Kapitalverbrechens ist erforderlich. Einfach umbringen.

Es liegt auf der Hand, dass, wenn die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika ihre Bürger im Ausland ermorden kann, sie diese auch im Inland umbringen kann, was sie auch gemacht hat. 100 Branch Davidians wurden in Waco, Texas, von der Regierung Clinton umgebracht ohne gesetzliche Rechtfertigung. Die Regierung beschloss einfach, ihre Macht einzusetzen, wohl wissend, dass sie ungeschoren damit durchkommen würde, was dann auch der Fall war.

Amerikaner, die glauben, „ihre“ Regierung würde nur moralisch einwandfrei handeln, sollten sich mit Operation Northwoods vertraut machen. Operation Northwoods war eine Verschwörung, entwickelt vom U.S.-Generalstab für die CIA, für die Begehung terroristischer Handlungen in amerikanischen Städten und die Fabrikation von Beweisen, die Castro die Schuld dafür zuweisen sollten, damit die Vereinigten Staaten von Amerika nationale und internationale Unterstützung für einen Regierungswechsel in Kuba gewinnen konnten. Der geheime Plan wurde von Präsident John F. Kennedy abgelehnt und von der Untersuchungskommission für die Ermordung Kennedys der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Er steht im National Security Archive (Nationalen Sicherheits Archiv) online zur Verfügung. Zahlreiche weitere Publikationen dazu sind im Internet zu finden, darunter bei Wikipedia. In James Bamfords Buch Body of Secrets wird die Verschwörung kurz beschrieben:

„Operation Northwoods, die die schriftliche Zustimmung des Vorsitzenden (General Lemnitzer) und jedes einzelnen Mitglieds des Generalstabs hatte, sah vor, dass unschuldige Menschen auf amerikanischen Straßen erschossen werden sollten; dass Boote, in denen sich Flüchtlinge aus Kuba befanden, auf hoher See versenkt werden sollten; dass eine Welle terroristischer Gewalt in Washington, D.C., Miami und anderswo entfesselt werden sollte. Menschen sollten verfolgt werden wegen Bomben, die sie nicht gelegt hatten; Flugzeuge sollten entführt werden. Mit gefälschten Beweisen sollte das alles Castro in die Schuhe geschoben werden, womit Lemnitzer und sein Klüngel den Vorwand und die öffentliche und internationale Rückendeckung bekommen hätten, die sie brauchten, um ihren Krieg zu beginnen.“

Vor dem 9/11 machten die amerikanischen Neokonservativen eindeutig klar, dass die Aggressionskriege, die sie im Nahen Osten zu beginnen beabsichtigten, „ein neues Pearl Harbour“ erforderten.

Zu ihrem eigenen und zum Wohl der übrigen Welt müssen die Amerikaner dem wachsenden Kreis der Experten Beachtung schenken, die ihnen sagen, dass die Darstellung des 9/11 durch die Regierung ihren Untersuchungen widerspricht.

9/11 war der Start für den neokonservativen Plan der Errichtung der Weltherrschaft durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Während ich das hier schreibe, kauft die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika die Zustimmung von Regierungen, die an Russland grenzen, für die Errichtung von Stützpunkten für U.S.-Abfangraketen. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben die Absicht, Russland mit Raketenbasen einzukreisen, von Polen über Mitteleuropa und Kosovo nach Georgien, Azerbaijan und Zentralasien. U.S.-Botschafter Richard Holbrooke erklärte am 20. Februar, dass al Qaida sich in Richtung der ehemaligen zentralasiatischen Teile der Sowjetunion bewege, wie Tajikistan, Kyrgyzstan, Uzbekistan, Turkmenistan und Kazakhstan. Holbrooke wirbt für U.S.-Stützpunkte in diesen ehemaligen Sowjetrepubliken unter dem Deckmantel des sich immer weiter ausdehnenden „Kriegs gegen den Terror.“

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben bereits den Iran mit Militärstützpunkten eingekreist. Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat die Absicht, China dadurch zu neutralisieren, dass sie die Kontrolle über den Mittleren Osten gewinnt und China vom Erdöl abschneidet.

Dieser Plan geht davon aus, dass Russland und China, nuklear bewaffnete Staaten, durch Raketenabwehrsysteme der Vereinigten Staaten von Amerika eingeschüchtert sein und sich der Hegemonie der Vereinigten Staaten von Amerika beugen werden und dass China Erdöl für seine Industrie und Militär brauchen wird.

Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika täuscht sich. Die militärische und politische Führung Russlands hat auf die offenkundige Drohung geantwortet, indem sie die NATO als direkte Bedrohung der Sicherheit Russlands bezeichnet, und durch die Ankündigung einer Änderung der russischen Kriegsdoktrin in Richtung eines präventiven Einsatzes von nuklearen Waffen. Die Chinesen sind zu selbstbewusst, um sich von einer gescheiterten amerikanischen „Supermacht“ drangsalieren zu lassen.

Die Schwachsinnigen in Washington stoßen vor in den Bereich des Atomkriegs. Der wahnsinnige Drang nach amerikanischer Hegemonie bedroht das Leben auf der Erde. Die Menschen in Amerika machen dieses Ergebnis möglich, indem sie die Lügen und Täuschungen „ihrer“ Regierung glauben.

erschienen am 26. Februar 2010 in > Foreign Policy Journal > http://www.foreignpolicyjournal.com/2010/02/26/the-road-to-armageddon/


Paul Craig Roberts war stellvertretender Finanzminister in der Regierung Reagan. Er ist Verfasser von „Supply-Side Revolution: An Insider‘s Account of Policymaking in Washington“ (Revolution der Anbieterseite: Bericht eines Insiders über Politik in Washington), von „Alienation and the Soviet Economy“ (Entfremdung und die sowjetische Wirtschaft) und von „Meltdown: Inside the Soviet Economy“ (Kernschmelze: Innenansicht der sowjetischen Wirtschaft), sowie gemeinsam mit Lawrence M. Stratton von „The Tyranny of Good Intentions: How Prosecutors and Bureaucrats Are Trampling the Constitution in the Name of Justice“ (Tyrannei der guten Absichten: Wie Strafverfolger und Bürokraten die Verfassung im Namen der Gerechtigkeit mit Füßen treten). Er war Co-Redakteur der Kommentarseite des Wall Street Journal und Mitherausgeber der National Review.

Übersetzung: antikrieg.com

Donnerstag, 25. Februar 2010

Ein Kriegsspiel zeigt, was ein Angriff auf den Iran auslösen könnte

Ein Kriegsspiel in Washington, das sehr bald schreckliche Realität werden könnte, beginnt mit einem "präventiven Luftschlag" Israels gegen iranische Atomanlagen

Von Warren P. Strobel, McClatchy Newspapers
STARS AND STRIPES, 22.02.10


WASHINGTON – Bei einem Kriegsspiel, das den Iran, Israel und die USA einschloss, zeigte sich, dass ein (Angriff auf den Iran durch) unbeabsichtigte Folgen außer Kontrolle geraten könnte. (Man ging von folgendem Szenario aus:)

Nachdem die Diplomatie gescheitert ist und sein Geheimdienst ihm wertvollem Informationen über zwei neue geheime Atomanlagen des Irans geliefert hat, startet Israel einen Präventivschlag gegen den Atomkomplex Teherans. Der Angriff ist erfolgreich, löscht sechs iranische Schlüsseleinrichtungen aus und wirft den vermuteten Bau einer Atombombe um Jahre zurück.

Aber was dann folgt, ist nicht angenehm.


Der US-Präsident und sein National Security Council (sein Nationaler Sicherheitsrat) versuchen, die Krise zu begrenzen. Das belastet die Beziehungen zwischen den USA und Israel, die bereits angespannt sind, weil Israel Washington vor dem Überfall nicht informiert hat. Das Weiße Haus sucht das Gespräch mit dem Iran, wird aber zurückgewiesen.

Stattdessen greift der Iran Israel an, und zwar sowohl direkt als auch durch seine Verbündeten im Libanon und im Gaza-Streifen. Er missdeutet das Verhalten der USA als Schwäche und vermint die Straße von Hormuz, die Hauptader für die Ölversorgung der Welt. Das führt zu einem Zusammenstoß und zu einer massiven Verstärkung der US-Streitkräfte im Persischen Golf.

Dieses neue Kriegsspiel fand im Saban Center for Middle East Policy statt, das zur Brookings Institution in Washington gehört, einem links der Mitte stehenden Think Tank; sein Verlauf dämpfte die Hoffnungen auf eine einfache Beseitigung der auch in der realen Welt bestehenden atomaren Bedrohung durch den Iran.

"Wenn man damit anfängt, ist es schwer, wieder aufzuhören." Das sei die aus diesem Kriegsspiel zu ziehende Lehre, sagte Kenneth Pollack, ein ehemaliger Offizieller des Weißen Hauses und der CIA, der die Simulation beaufsichtigte.

Pollack und andere, die an der Ende letzten Jahres durchgeführten ganztägigen Übung teilgenommen haben, beeilten sich, darauf hinzuweisen, dass Kriegsspiele die Realität nur unvollkommen nachbilden können. Wie die bekanntermaßen undurchsichtige und unnachgiebige iranische Führung in einer wirklichen Krise reagieren würde, ist besonders schwer vorherzusagen.

Aber das Ergebnis unterstreicht, was Diplomaten, Offiziere und Analysten schon lange sagen: Sogar ein "erfolgreicher" Luftangriff auf die Atomanlagen des Irans – der dessen Programm um zwei bis vier Jahre verzögern würde – könnte einen gewaltigen unvorhersehbaren Preis fordern.

"Das ist ... eine Option, die sehr, sehr, sehr sorgfältig durchdacht werden muss," sagte ein führender europäischer Diplomat am Freitag. "Wir wissen, welche furchtbaren Folgen sie haben könnte." Er wollte anonym bleiben, um offener über dieses heikle Problem reden zu können.

Die wegen des iranischen Atomprogramms bestehenden Spannungen sind in dieser Woche wieder gestiegen, nachdem die UN-Überwachungsorganisation IAEA berichtet hat, dass der Iran heimlich an einem atomarem Sprengkopf arbeiten könnte, der auf eine ballistische Rakete zu montieren ist. Außerdem hat der Iran begonnen, Uran höher anzureichern, und ist damit dem Reinheitsgrad näher gekommen, der für eine Atomwaffe gebraucht wird.

Israel, das den Iran als direkte Bedrohung ansieht, hat sich geweigert, militärische Gewalt auszuschließen, obwohl Offizielle dieses Landes sagen, dass sie auch weiter auf diplomatischen Druck setzen. Es hat sogar Hinweise aus sunnitischen arabischen Staaten, besonders aus Saudi-Arabien, gegeben, dass sie im Falle eines Angriffs auf den schiitischen Iran, einen historischen Gegner, wegschauen würden.

Eines der Hauptergebnisse des Kriegsspiels in der Brookings Institution ist aber auch, dass Israel einen Angriff auf den Iran teuer bezahlen müsste. Am Ende der Simulation, acht Tage nach dem (angenommenen) israelischen Überraschungsangriff, sieht sich der israelische Premierminister unter starkem innenpolitischen Druck gezwungen, einen 48-stündigen Blitzkrieg aus der Luft über dem südlichen Libanon zu starten, um den Raketenbeschuss durch die Hisbollah, eine militante, vom Iran unterstützte Gruppe, zu stoppen. Israelische Offizielle erkennen, dass sie mit dem Blitzkrieg aus der Luft ihr Ziel kaum erreichen werden und bereiten eine größere, aufwendige Operation mit Bodentruppen im Libanon vor.

Israels Beziehungen zu den USA, seinem wichtigsten Verbündeten, sind schwer beschädigt. Um sie nicht noch weiter zu zerrütten, beugt sich Israel dem starken US-Druck und nimmt gelegentliche Raketeneinschläge aus dem Iran hin, ohne sich gleich zu rächen.

Ein Teilnehmer des Teams "Israel" erklärte, das Zurückwerfen des iranischen Atomprogramms habe sich trotz der ziemlich heftigen Reaktion des Irans gelohnt. Er bat darum, seinen Namen nicht zu nennen, da es zu den Grundregeln des Kriegsspiels gehöre, dass die Teilnehmer anonym bleiben.

Jonathan Peled, ein Sprecher der israelischer Botschaft, lehnte einen Kommentar zu dem Kriegsspiel oder zu dessen Ergebnis ab.

"Wir können dazu nur sagen, dass der Iran nicht nur für Israel eine Bedrohung ist, sondern auch für die ganze Region, die USA und die Welt; deshalb sollte sich die internationale Gemeinschaft unverzüglich zur Wehr setzen, zuerst und vor allem durch wirksame Sanktionen," äußerte er.

Das Brookings-Kriegsspiel war eine von drei Simulationen zum Umgang mit dem Atomprogramm des Irans, die im Dezember 2009 durchgeführt wurden. Die beiden anderen, die an der Harvard University und an der Universität Tel Aviv stattfanden, sollen zu dem Ergebnis gekommen sein, dass der Iran weder durch Sanktionen noch durch Drohungen zur Aufgabe seiner vermuteten Bestrebungen zum Bau von Atomwaffen abzubringen sei.

Bei dem Brookings-Kriegsspiel bildeten drei Experten-Teams, darunter auch ehemals führende US-Offizielle, die israelische, iranische und amerikanische Führung. Sie arbeiteten im Washingtoner Hauptquartier der Denkfabrik in getrennten Räumen. Die Führungen Israels und der USA kommunizierten miteinander, aber nicht mit den Iranern.

Eines der Hauptergebnisse der Simulation war, dass die Iraner sehr aggressiv auf den Angriff reagierten, viel aggressiver als sie das in Wirklichkeit tun würden – wie einige der Teilnehmer meinten. Auffallend war auch, dass sich Washington und Teheran häufig falsch einschätzten, weil sie keine direkte Verbindung miteinander hatten.

Der Iran rächte sich nicht direkt an den USA oder an den US-Truppen im Irak oder in Afghanistan. Er schlug gegen Israel zurück, griff dann Dhahran im östlichen Saudi Arabien (am Persischen Golf) an und begann damit, die Straße von Hormuz zu verminen.

"Die Iraner hatten kaum eine andere Wahl, als mit Gewalt zu antworten," sagte ein anderer Teilnehmer, der zum iranischen Team gehörte. "Es war interessant zu sehen, wie nützlich es für Teheran war, bis an die Grenze seiner Möglichkeiten zu gehen."

Ohne es zu wissen, überquerte der Iran mit seinen beiden letzten Aktionen (dem Angriff auf Saudi Araien und der Verminung der Straße von Hormuz) die von den USA gezogenen "roten Linien" und provozierte damit eine militärische Antwort der USA.

"Keiner konnte sich durchsetzen – aber die Iraner schnitten ganz gut ab," sagte das Mitglied des iranischen Teams.

Das iranische Führung war auch im Stande, ihre innenpolitische Opposition zu zerschlagen.


Unser Kommentar

Das Szenario des Washingtoner Kriegsspiels haben wir bereits in der LUFTPOST164/09 beschrieben. Israel überfällt mit einem "Präventivschlag" den Iran, und wenn der sich zur Wehr setzt, eilt der große Bruder USA seinem bedrohten Verbündeten zur Hilfe.

Da die Bundeskanzlerin Angela Merkel und führende Politiker der FDP und der SPD "das Existenzrecht Israels zum Bestandteil der deutschen Staatsräson" erhoben haben, dürfte auch die Bundeswehr sehr früh in diesen Konflikt verwickelt werden, der sich ganz schnell zum Dritten und letzten Weltkrieg ausweiten könnte. Russland und China, die sich durch einen großen Krieg im Mittleren Osten bedroht fühlen müssen, kommen zwar in dem geschilderten Kriegsspiel nicht vor, dürften aber nicht tatenlos zusehen, wenn die USA nach dem irakischen Öl auch das iranische Öl an sich reißen und ihre strategische Plattform im Mittleren Osten um ein weiteres muslimisches Land erweitern wollen.

Die logistischen Vorkehrungen für den Angriff auf den Iran sind längst abgeschlossen (s. hier und hier. Die der psychologischen Kriegsvorbereitung dienende Hetzkampagne gegen den Iran läuft auf Hochtouren (s. hier).

Der innenpolitischen Druck auf die erfolglose US-Regierung wird immer größer. Obama kann nicht mehr lange warten, wenn er mit einem neuem Krieg seine Präsidentschaft retten will. Wir können nur weiter warnen und unsere Leser bitten, das zu tun, was wir bereits am Ende der LUFTPOST 037/10 empfohlen haben (s. hier).

Übersetzung, Kommentar: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Eroberungskrieg und Zensur


Douglas Valentine

Nach der Schlacht von Hastings 1066 begrub die Armee Williams des Eroberers ihre gefallenen Kameraden, ließ aber die Leichen der englischen Verteidiger liegen, auf dass sie auf den Feldern verrotteten, wo sie lagen.

Das ist die brutale Natur des Krieges: der Sieger fügt dem Besiegten alle Arten von Leiden und Demütigungen zu.

Was die Vereinigten Staaten von Amerika in Irak und Afghanistan betreiben, ist mehr oder weniger genau das Gleiche.

William der Eroberer machte kein Hehl aus seiner brutalen Unterjochung der Engländer. Diese hassten ihn und leisteten seiner Okkupation 20 Jahre lang Widerstand, in denen er ihnen ihr gesamtes Eigentum abnahm und der normannischen oberen Klasse gab. Mehr als 300.000 englische Menschen wurden ermordet und ausgehungert (ein Fünftel der Bevölkerung), und rund 300.000 Franzosen und Normannen wurden in England angesiedelt und und in Autoritätspositionen eingesetzt.

Ein englischer Edelmann wurde mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit geblendet, kastriert und in ein Verlies geworfen in einem von den hunderten Gefängnissen, die William im ganzen Land errichtete, um die Bevölkerung in die Unterwerfung zu terrorisieren.

England hörte auf, England zu sein, und William bereute seine Sünden auf dem Totenbett.

Während die Unterjochung von Irak und Afghanistan durch die Vereinigten Staaten von Amerika weitgehend nach diesem Muster betrieben wird, unterscheidet sie sich in einer Beziehung. Im Gegensatz zu William, der seine Unterdrückung im hellen Licht des Tages durchführte, verbergen die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Verbrechen, um den Anschein moralischer Überlegenheit aufrecht zu halten, die die amerikanische „Einzigartigkeit“ kennzeichnet.

Geheime Operationen, Vertuschungen und Täuschung sind deshalb wichtig, da ohne den Glauben an die inhärente moralische Überlegenheit die amerikanische Öffentlichkeit die Ausplünderung fremder Länder durch ihre Regierung im Dienste von Amerikas herrschender Klasse wahrscheinlich nicht mittragen würde.

Die Politik der Vereinigten Staaten von Amerika, getötete Fremde nicht zu identifizieren oder genau zu zählen ist ein gutes Beispiel dafür, warum diese große Lüge aufrecht erhalten wird.

Die Vereinigten Staaten von Amerika verfolgen offiziell die Politik, die Zahl der Menschen nicht zu erfassen, die sie getötet oder verstümmelt, obdachlos gemacht, ausgehungert und Krankheiten, Seuchen und dem Wahnsinn preisgegeben haben. Es ist daher nicht möglich, quantitativ das Ausmaß des Elends zu ermessen, das Amerika im Irak verursacht hat, was es natürlich einfacher für die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika macht zu behaupten, dass all dieses Sterben und Leiden den Irakern zugute komme.

Es gibt Berichte von 5 Millionen Waisen im Irak. Das sind dreimal so viel wie die gesamte Zahl der Engländer, die William erobert hat.

Angesichts derart unermesslicher Zahlen wird leicht vergessen, dass jeder Mensch zählt, genauso wie Du zählst. Irgend jemand weiß, wer diese Menschen sind.

Um näher auf den Punkt zu kommen, in vielen, wenn nicht den meisten Fällen kennt die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika – die angeheuerten Killer im Militär und in der CIA – genau die Namen und Identitäten aller Personen, die sie ermorden, verstümmeln oder zu Waisen machen.

Sie sagen es Dir nicht, aber sie wissen es.

In Afghanistan zum Beispiel führten CIA und Militär durch Wiederaufbauteams in den Provinzen, weitere „zivile“ Programme und eine geheime Armee von Informanten eine Volkszählung in jedem Dorf, in jeder kleineren und größeren Stadt durch – ganz ähnlich Williams Domesday Book (genaue Erfassung der Bevölkerung und deren Eigentum als Grundlage für die Einhebung von Steuern etc., d.Ü.).

Als Befehlshaber der Okkupationsarmee der Vereinigten Staaten von Amerika will General Stanley McChrystel jeden Afghanen beim Namen kennen, damit er bestimmen kann, wer Taliban ist und wer nicht. McChrystal will wissen, wo jeder wohnt, wie viele Menschen seine Familie zählt, wer seine Frau, Kinder und Angehörigen sind und wo er arbeitet.

In Orten wie Marjah tut sich McChrystal etwas schwer, aber er will´s doch wissen und versucht, es zu erfahren, hauptsächlich durch Spione und alle Arten der elektronischen Überwachung einschließlich Satelliten.

Alle diese biografischen Informationen über Afghanen werden gesammelt in einem Computer in McChrystals Büro. Die CIA beobachtet diesen Computer sorgfältig und erstellt zusammen mit ihren Partnern bei den militärischen Spezialeinheiten ein eigenes Verzeichnis für die Taliban. (Fakten über die CIA und militärische Spezialeinheiten sind dem Buch „The Phoenix Program“ des Autors entnommen).

In diesem Verzeichnis der Taliban wird jeder nach den gleichen biografischen Kriterien beschrieben wie jeder andere Afghane. Zusätzlich wird jeder Taliban kategorisiert nach seinem Rang und seiner Position in der Organisation. Das Fußvolk wird den Marines überlassen. Höher stehende Ziele sind in einem eigenen Verzeichnis erfasst und gehören der CIA und militärischen Spezialeinheiten.

Besonders wertvolle Ziele genießen die selbe besondere Beachtung, die seinerzeit William der Eroberer den englischen Edelleuten widmete. Besonders wertvolle Ziele haben Güter (intellektuelle, aber auch z.B. Opiumfelder), die für McChrystal von Interesse sind, daher werden mehr biografische Informationen über sie gesammelt. Ihre Bewegungen werden 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche verfolgt. Durch Spione und ausgeklügelte elektronische Überwachung ist McChrystal ziemlich gut darüber informiert, wenn sie eine sichere Unterkunft verlassen und zu einer anderen fahren.

Die Kampfflugzeuge sind vollgetankt und die Drohnen sind bereits in der Luft und warten.

Und so und darum wurden 27 afghanische Zivilisten am 21. Februar 2010 kurzerhand ermordet, während sie auf der Fahrt zwischen entfernten Provinzen in einem Konvoi von Minibussen waren. Die CIA und die militärischen Spezialkräfte waren aufmerksam gemacht worden, dass dieses und jenes besonders wertvolle Ziel mit seiner Familie unterwegs war, und McChrystal nützte die Gelegenheit, sie alle zu töten.

In einem schmutzigen Krieg wie dem in Afghanistan erfolgt die Tötung besonders wertvoller Ziele fast immer, während sie zuhause sind oder mit ihrer Familie reisen, sonst sind sie im Untergrund und nicht zu erwischen.

Weil diese psychologische Kriegsführung der Tötung wichtiger feindlicher Anführer zusammen mit ihren gesamten Familien Politik ist (wenn auch eine geheime Politik), wird sie als “Schwarze Propaganda” bezeichnet.

Es ist psychologische Kriegsführung, weil sie eine ernüchternde Wirkung auf die Kämpfer der Taliban ausübt, die in höhere Ränge aufsteigen wollen. Es handelt sich um Propaganda, da jeder afghanische Bürger sich dieser Politik bewusst ist. Und sie ist schwarz, weil die Amerikaner nicht glauben können, dass das wahr ist.

Sie können aus zwei Gründen nicht glauben, dass das stimmt. Erstens, weil General McChrystal wie ein amerikanischer Edelmann aussieht und wie William Reue zeigt.

Und sie glauben, weil die großen Medien die Große Lüge verbreiten.

Und dennoch, ungeachtet der Werbetätigkeit der Newsweek-Korrespondenten, ist General McChrystal nicht weniger grausam als William der Eroberer. Sein Job ist es, Schlachten zu schlagen, Feinde zu töten und ihre Körper zu verstümmeln.

Der einzige Unterschied besteht darin, dass William höchstpersönlich vor aller Augen mit einer Streitaxt und einem Schwert tötete, während McChrystal sich fernab von der Schlächterei aufhält, ohne Zeugen, und andere seine schmutzige Arbeit verrichten lässt, mit 2.000-Pfund-Bomben, mit von Drohnen abgefeuerten Raketen, mit Gewehren, und mit Zensur.

Das meiste von all dem funktioniert nur, weil niemand jemals etwas über Namen und Lebensläufe der unschuldigen Opfer erfährt.


Erschienen am 24. Februar 2010 auf > http://www.antiwar.com/ > http://original.antiwar.com/douglas-valentine/2010/02/23/conquest-and-censorship/

Übersetzung: antikrieg.com

Dienstag, 23. Februar 2010

Die Schleimspur der Unterwürfigkeit zieht sich durch alle Parteien

von Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin

Es war einmal ein Staat, der gründete sich von Beginn an auf mystifizierende Unwahrheiten und ethnische Vertreibung. Als neue israelische Historiker – und hier ist insbesondere Prof. Ilan Pappe zu nennen – dies mit historischen Fakten aufdeckten, wurden sie zu „Staatsfeinden“ und aus dem „Märchenland“ gemobbt.


Schlimmer noch: Wir machten uns zu willfährigen Helfern, indem Ilan Pappe die Stadt München Räume für einen Vortrag und Diskussionsabend verweigerte. Jetzt haben wir die Wiederholung, indem die Trinitatis-Gemeinde und die Heinrich-Böll Stiftung (der Grünen) ihre Zusage zur Durchführung einer Veranstaltung mit Prof. Norman Finkelstein rückgängig machte.

Nun hat auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung (der Linken) ihre Zusage zurückgezogen, diese Veranstaltung mit Finkelstein zu übernehmen.

Prof. Finkelstein zog es daher vor die Deutschlandreise zu stornieren.

Ein wahres Spiegelbild zeigt sich hier wieder, das sich durch unsere deutsche Parteienlandschaft zieht. Die SPD in München mit OB Ude verweigert die Räume für Ilan Pape, Sohn von deutschen Holocaustüberlebenden. Die Grünen und die Linke (meint sie damit wirklich koalitionsfähig im Bund zu werden?) lehnen die Räumlichkeiten für Norman Finkelstein ab, Sohn von Holocaustüberlebenden. Israel / der „jüdische Staat“ hat es geschafft, dass Deutschland die Terminologie der Einteilung von „guten“ (= zionistischen) und „schlechten“ Juden voll übernommen hat - d.h. den „selbsthassenden“ oder jüdischen „Antisemiten“, wie man uns gerne bezeichnet und damit ausgrenzen, unglaubwürdig und mundtot, machen will. Tatsächlich mag ich mich und meinen jüdischen Mann sehr gern.

Gerade in Deutschland sollte man nicht noch einmal eine Trennung und Ausgrenzung von Juden hinnehmen. Deutschland sollte endlich akzeptieren, dass Israel eben nicht für alle Juden spricht - ein Staat, der systematisch die Menschenrechte mit Füßen tritt, weiterhin alle UN-Resolutionen missachtet, den Nahen Osten mit Kriegsdrohungen überzieht und noch über 11.000 Gefangene willkürlich einsitzen lässt.

Wer spricht denn noch von den 1,5 Millionen eingesperrten Gaza-Eingesperrten? Ist kein Thema mehr, nachdem der „ausgewogene Goldstone-Report“ fast schon wieder aus den Medien verschwunden ist. Im Gegenteil: Der vorher so angesehene Richter Goldstone ist inzwischen dank israelischer Propaganda zum „umstrittenen“ Richter mutiert.

Auch beim jüngsten Beispiel der unmoralischen und mörderischen Politik Israels scheuen sich deutsche Politiker „laute Töne“ anzuschlagen. Aus Rücksicht auf die guten Beziehungen zu Israel schreckt die Regierung davor zurück den Botschafter einzubestellen und diesen wegen eines Mordanschlags auf einen Hamas-Führer in Dubai zu befragen, obwohl einer der mutmaßlichen Attentäter im Besitz eines deutschen Passes war. Aufgrund unserer historischen Verantwortung tolerieren wir also vermeintliche israelische staatliche Mordaufträge. Zu hoch hängen will, die Bundesregierung und das Außenministerium den Fall nicht. Die Beziehungen zu Israel sollen nicht belastet werden.

Schöne Beziehungen sind das!! Da machen wir unser demokratisches Gefüge und unser Grundgesetz zu Makulatur, wenn wir diese israelische Politik weiter unterstützen. Daher ist auch Israel in Deutschland dank Kanzlerin Merkel „Staatsräson“. Außerdem steht im Koalitionsvertrag nicht Israel, sondern „Jüdischer Staat“. Damit wird unsere Verantwortung für das Lebensrecht der Palästinenser negiert, genau wie das der Jüdische Staat will.

Aber was ist schon von deutschen Politikern zu erwarten, die sich ständig mit israelischen Preisen und Ehrendoktorwürden überhäufen lassen, den Vorsitz von deutsch-israelischen Gesellschaften übernehmen und die Bundeszentrale für Politische Bildung in eine Zentrale für „israelische“ Propaganda-Bildung umfunktioniert haben.

Auf der gleichen Linie liegt Steinmeiers „Abschiedsgeschenk“ an Israel und Ägypten für den „Grenzbefestigungszaun“, nämlich Zähne fletschende Schäferhunde als deutsches „Grenzsicherungsgeschenk“. Mit dieser Art von „Grenzsicherungsgeschenken“ haben wir ja eine jahrzehntelange Erfahrung. Diese Schleimspur der Unterwürfigkeit zieht sich durch alle Parteien gleichmäßig. Das ist dank Israels Lobbyarbeit einmalig in der Welt und in Perfektion gelungen.

Dieser jüdische Staat stinkt nicht nur von den Socken her – die Armee will alle IDF Soldaten mit neuartigen Socken gegen stinkende Füße ausrüsten -, sondern er stinkt vom Kopf her. Eine Armee – die moralischste Verteidigungsarmee der Welt – mit Soldatinnen, die oftmals noch brutaler als Männer gegen die palästinensische Bevölkerung vorgingen, diese erniedrigten und mordeten. Gegen diesen morbiden Gestank in Israel helfen auch keine Gasmasken, die die israelische Bevölkerung bekommt.

Tatsächlich fährt Propaganda-Minister Yuli Edelstein ein neues Geschütz im Propagandakrieg auf. Die in der „Diaspora“ lebenden Israeli sollen die Untaten des „Jüdischen Staates“ „schönreden“. Außerdem wollen Netanjahu und Lieberman die Auslands-Israeli wählen lassen, um so die Rechte noch mehr zu stärken. Die Kadima-Partei nennt den Gesetzesentwurf antizionistisch, denn der Zionismus, die jüdische Nationalbewegung, basiere darauf. dass Juden im eigenen Staat leben.

Das Privileg, das Schicksal Israels zu bestimmen, muss in den Händen derer liegen, die auch bereit sind, den Preis für diese Entscheidung zu zahlen. Die Tageszeitung Haaretz sprach von einer „Demokratie per Fernbedienung“. Es sei einfach ein „Nationalist in Manhattan zu sein. Haaretz vergaß dabei die „Nationalisten“ (Salon-Zionisten) in Deutschland, angefangen vom Zentralrat der Juden in Deutschland bis zum „Pornoverfasser“ H.M. Broder. Diesen ganzen selbsternannten Hütern des Zionismus und Verwaltern der „erlaubten“ Israel-Kritik sollten wir alle – inklusive der deutschen Politik – endlich Paroli bieten, anstatt sie ständig zu hofieren und gewähren zu lassen.

Da spricht fast die gesamte deutsche Presse nach dem Tritt gegen Charlotte Knobloch nach ihren Fehltritten und deren Verzicht auf eine weitere Kandidatur als Präsidentin des Zentralrats von einem neuen deutschen Judentum in Gestalt von Dieter Graumann als Nachfolger. Sicherlich, Dieter Graumann vertritt das neue / alte Judentum wie gehabt, und es geht nahtlos weiter. Hatte er sich nicht schon oft hervorgetan, als er z.B. Rupert Neudecks Buchvorstellung verhindern wollte, FAZ Redakteure nach ihm nicht genehmen Artikeln oder Felicia Langer nach ihrer Bundesverdienstkreuz-Verleihung attackierte. Das ist hier nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was wir vom neuen Zentralratspräsidenten zu erwarten haben. Ich freue mich schon auf ihn!

Fazit: Israel-kritische Juden werden in Deutschland wieder ausgegrenzt. Wer Jude ist und in Deutschland auftreten darf, bestimmt die Israel-Lobby – mit Hilfe und vorauseilendem Gehorsam der deutschen Politik. Eine Schande für jeden aufrechten Demokraten!

Eine zusätzlich neue Qualität wird erreicht, wenn zur Hetzjagd gegen den Initiator der Kölner Domplatte (die Bildwand), Walter Hermann, aufgerufen wird. Da hat sich also eine Gruppe „couragierter“ Kölner Bürger zusammengetan – Pro Köln lässt grüßen! -, um Walter Herrmann bei der Kölner Staatsanwaltschaft wegen Verbreitung von Antisemitismus und Anstachelung von Hass anzuzeigen. Unter der Ägide von „Monika S.“ – Monika wer? – und dem Kölner „Theatermann“ Gerd Buurmann läuft diese Strafanzeige.

Gerade Walter Herrmann, Aachener Friedenspreisträger, ein honoriger Mensch und angesehener Buchautor, der immerhin mit seiner engagierten Bilderwand gegen israelische Kriegsverbrechen über 100.000 Unterschriften sammeln konnte – auch ich habe unterschrieben – soll hier mundtot gemacht werden. Lassen Sie uns alle an die Staatsanwaltschaft Köln (Am Justizzentrum 13, 50939 Köln) schreiben für Walter Herrmann und den Erhalt seiner Bilderwand.

Am 21.02.2010 schrieb auf der „Achse der selbst ernannten Guten“ eine Lucy de Beukelaer, ein Scherzkeks (stammt sie von der Keks-Dynastie ab?), unter dem passenden Titel „Merde de Cologne“ gegen den „pensionierten Penner“ (Walter Herrmann) und rief dazu auf, die Installation platt zu machen. Das ist der gleiche Tonfall, mit dem der Achsen-Mitinitiator und gerichtlich bestätigte Pornoverfasser Broder über seine Prozessgegner spricht, die er alle in der der zweiten Instanz platt machen will.

Ein „Funken“ Hoffnung besteht nach so vielen brillanten und intellektuellen Israel-Kritikern der Generation der 60-Jährigen und +: Die Enkelgeneration z.B. in Gestalt von Avindar Begin, Sohn von Knesset Mitglied Benny Begin und Enkel von Menachim Begin, meint (O-Ton): „Mörderisches Blut fließt in den Arterien der Israelis.“

Verinnerlichen wir endlich alle und gerade in Deutschland unsere besondere Verantwortung: Israel will alles nur keinen Frieden.

Wie sprach Professor David Urban, Rechtsprofessor der Georgetown Universität in Washington über das Verbot den anderen zu beschämen, das für die jüdische Vorstellung von Würde so bedeutsam sei. Der Talmud lehre, man solle sich eher verbrennen, als seinen Nächsten zu erniedrigen. Gegen dieses Gebot verstoße die Folter. Nicht nur gegen dieses Gebot verstößt Israel – der „Jüdische Staat“. Lassen wir das nicht länger zu.

© Evelyn Hecht-Galinski - 21.2.2010

Quelle: Das Palästina Portal

Das Ende der Vision Obamas von einer Welt ohne Atomwaffen

Scott Ritter (2207), Wiki
Scott Ritter, ein ehemaliger US-Offizier und UN-Waffeninspekteur, enthüllt das falsche Spiel, das die Obama-Regierung mit dem Iran getrieben hat, um den lange geplanten Überfall auf dieses Land psychologisch vorzubereiten.


Von Scott Ritter
TruthDig, 16.02.10

Jeder, der die Sicherheitspolitik der USA oder eines anderen Landes studiert, weiß das der Teufel im Detail steckt. Im April 2009 hat Präsident Barack Obama in einer Rede in Prag, der Hauptstadt der Republik Tschechien, seine Vision von einer Welt ohne Atomwaffen entwickelt.

Seit dieser Zeit, hat die Obama-Regierung jedoch wenig getan, um diese Vision in die Tat umzusetzen. Wenn man hinter die großartigen Ankündigungen des Präsidenten über seine beabsichtigte Politik schaut, steht er mit leeren Händen da. Bei der Ratifizierung des Comprehensive Test Ban Treaty / CTBT (des Atomwaffenteststopp-Vertrages,) tut sich nichts. Der Strategic Arms Reduction Treaty / START (der Vertrag zur Verringerung der Strategischen Nuklearwaffen,) wurde nicht verlängert. Die Entwicklung einer neuen Generation amerikanischen Atomwaffen wurde nicht eingefroren. Ohne Fortschritt auf diesen Gebieten liegen die Chancen auf positive Ergebnisse bei der im Mai 2010 stattfindenden Konferenz zu dem Nuclear Non-Proliferation Treaty / NPT praktisch bei Null. (Infos zum Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen hier und hier.)

Der deutlichste Indikator für die erfolglose Politik der Obama-Regierung zur Verhinderung der Weitergabe von Atomwaffen, ist die Tatsache, dass es im Streit um das Atomprogramm des Irans keine Fortschritte gegeben hat und die Kontroverse über den vorgeschlagenen Uran-Austausch immer noch andauert. Bei dem Deal hätte der Iran einen bedeutenden Teil seines auf 3,5 Prozent angereicherten Urans – das für die geplanten iranischen Atomkraftwerke ausreicht – gegen Brennstäbe aus 19,5-prozentigem Uran tauschen müssen. Diese Brennstäbe braucht der Iran für seinen von den USA errichteten Forschungsreaktor, mit dem Isotope für medizinische Zwecke erzeugt werden sollen. Zum Bau von Atomwaffen wird auf 90 Prozent angereichertes Uran gebraucht. Weil der Kernbrennstoff für den Forschungsreaktor knapp wird, braucht Teheran neue Brennstäbe, sonst muss es diesen Reaktor stilllegen. Als Unterzeichnerstaat des NPT hätte der Iran das Recht, die benötigten Brennstäbe unter Kontrolle der International Atomic Energy Agency / IAEA auf dem offenen Markt zu kaufen, aber die USA und Europa haben diesen Kauf mit der Begründung verhindert, der Iran müsse erst seine eigene Urananreicherung aufgeben, mit der er gegenwärtig 3,5-prozentiges Uran herstellt.

Der Grund für die US-amerikanischen und europäischen Bedenken ist nicht die Urananreicherung auf 3,5 Prozent, sondern die Befürchtung, dass der Iran die dafür verwendete Anreicherungs-Technik benutzen könnte, um nach entsprechenden Modifikationen aus diesem niedrig angereicherten Uran auf 90 Prozent angereichertes atomwaffenfähiges Uran herzustellen. Diese Befürchtung und die Ängste vor einem atomar bewaffneten Iran lassen außer Acht, dass die IAEA heute den iranischen Gesamtvorrat an Nuklear-Material vollständig unter Kontrolle hat und jede (ungenehmigte) Abzweigung davon sofort feststellen würde. Außerdem gibt es neben der Fähigkeit zur Urananreicherung keine verlässlichen Beweise dafür, dass sich der Iran mit einem Atomwaffenprogramm beschäftigt hat.

Aber der einschüchternde Druck, den die Nulltoleranz-Politik Israels auf die amerikanischen und europäischen Politiker ausübt, wenn es um den Iran und sein auf friedliche oder (angeblich) andere Zwecke ausgerichtetes Atomprogramm geht, hat eine Situation geschaffen, in der sich der gesunde Menschenverstand verflüchtigt und alles möglich wird. Nehmen Sie zum Beispiel die gegenwärtigen Vorräte des Irans an 3,5-prozentigem Uran. Die IAEA hat bescheinigt, dass der Iran im Besitz von etwa 1.800 Kilogramm dieses Materials ist. Übereifrige Politiker und Geheimdienstler, die zu Hypothesen neigen, haben das Szenario entwickelt, der Iran könne diesen Vorrat an 3,5-prozentigem Uran, wenn er ihm zur freien Verfügung überlassen bleibe, als Ausgangsmaterial für einen grundlegenden Versuch zur Anreicherung seines Urans auf 90 Prozent benutzen, das dann für den Bau einer einzigen Atombombe ausreiche. Für diesen Durchbruchs-Versuch müsste der Iran Tausende seiner Zentrifugen, die er bisher für die Anreicherung auf 3,5 Prozent benutzt hat, für die höhere Anreicherung umrüsten. Ironischerweise ist der nächste Schritt in dem entwickelten Szenario die Umstellung der iranischen Zentrifugen auf eine Urananreicherung von 20 Prozent – auf etwa die Stufe, die Teheran für die Kernbrennstäbe seines Forschungsreaktors braucht.

Die Angst vor einem möglichen verdeckten iranischen Durchbruchsversuch zur Urananreicherung erreichte ein fiebriges Ausmaß, als der Iran im September 2009 die Existenz einer im Bau befindlichen, kleinen, unterirdischen, mit Zentrifugen arbeitenden Anreicherungsanlage in der Nähe der Stadt Qom bekannt gab – wobei ein US-Geheimdienst behauptete, das sei erst geschehen, nachdem er diese Anlage entdeckt hatte. Die Tatsache, dass diese Einrichtung noch im Bau war und im September 2009 aus wenig mehr als einer ausbetonierten Baugrube ohne jede Installation bestand, konnte die Ängste derjenigen, die hinter jedem Busch oder unter jedem Felsen eine iranische Atombombe vermuten, nicht besänftigen. Plötzlich sollte der Iran kurz vor dem Bau einer Atombombe stehen, und es musste unbedingt etwas getan werden, um das zu verhindern.

Die Aufmerksamkeit wechselte jetzt von der fortschreitenden Urananreicherung des Irans, deren dauerhafte Einstellung die USA und Europa nach wie vor forderten, zu dem 1.800 Kilogramm-Vorrat an 3,5-prozentigem Uran, über den der Iran verfügte. Aus diesem Material hätte der Iran theoretisch eine Atombombe herstellen können. Wenn es gelungen wäre, das (gesamte) Material unter internationale Kontrolle zu bekommen, wären die (unterstellten) iranischen Ambitionen zum Bau einer Atombombe zumindest für einige Zeit zu vereiteln gewesen. Der Iran wollte dieses Material aber nicht einfach abliefern. Deshalb wurde zwischen den USA und dem Iran ein Deal ausgehandelt, der vorsah, dass der Iran 1.600 Kilogramm seines auf 3,5 Prozent angereicherten Urans Russland übergeben sollte, das es auf 19,5 Prozent anreichern und an Frankreich weiterleiten wollte; Frankreich hätte dann daraus Brennstäbe hergestellt, die nicht für den Bau einer Atombombe geeignet sind. Dieser Urantausch schien eine elegante Lösung für ein lästiges Problem zu sein. Tatsächlich verkaufte ihn Präsident Obama als seine eigene Initiative, als er im Oktober 2009 bekannt gegeben wurde.

Dem Iran ging es bei dem Tausch immer um den Erhalt der aus 19,5-prozentigem Uran hergestellten Kernbrennstäbe für seinen Forschungsreaktor in Teheran, in dem dringend benötigte Isotope für medizinische Zwecke erzeugt werden. Die Iraner ließen sich aber vor allem auch deshalb auf dieses Geschäft ein, weil es ihnen nicht nur Brennstäbe verschafft, sondern ihnen auch die Anreicherung ihres Urans auf 19,5 Prozent erspart hätte; damit wäre ihnen auch die Umrüstung ihrer auf eine Urananreicherung von 3,5 Prozent ausgelegten Zentrifugen erspart geblieben. Der Iran hat immer wieder betont, er habe weder vor noch wünsche er es, Uran über 3,5 Prozent hinaus anzureichern, weil er für die Brennstäbe seiner Atomreaktoren, die Strom erzeugen sollen, nur 3,5-prozentiges Uran brauche. Wäre die Urananreicherung auf 3.5 Prozent beschränkt geblieben, hätte das nicht nur eine Arbeitserleichterung für den Iran bedeutet, damit wäre auch der IAEA, die überprüft, ob sich der Iran an den NPT hält, das Überwachen und Inspizieren erleichtert worden. Der Iran sah den Urantausch auch als Möglichkeit an, für sein (begrenztes) Urananreicherungs-Programm die Akzeptanz der internationalen Gemeinschaft zu erhalten; dieser Wunsch stand natürlich in diametralem Gegensatz zu den Zielen der USA und Europas.

Kein Vorschlag zur Abwicklung des Urantauschs über einen neutralen Dritten, über mehrere Monate oder mehrere Jahre konnte die iranische Position mit der Position der USA und Europas versöhnen. Der Kern des Problems ist das iranische Urananreicherungs Programm an sich. Jeder Urantausch ist wenig mehr als ein Schaugeschäft im Rahmen des eigentlichen Konflikts, bei dem es darum geht, ob die internationale Gemeinschaft dem Iran gestattet, überhaupt Uran anzureichern. Den USA und Europa geht es nicht darum, die Anreicherung auf 3,5 Prozent zu begrenzen oder auf 19,5 Prozent zu erweitern; das ist völlig irrelevant, denn ihre gemeinsame Politik ist nur darauf ausgerichtet, jede Urananreicherung im Iran zu verhindern.

Der fatale Fehler, den Obama bei seinem Vorschlag zum Urantausch im Oktober 2009 gemacht hat, war sein Versäumnis, ausdrücklich zu erklären, dass der Urantausch nur stattfinden wird, wenn der Iran sein Urananreicherungs-Programm (komplett) einstellt. Während wichtigtuerische Politiker der Obama-Regierung oder aus deren Umfeld sich darauf berufen, dass diese Bedingung erfüllt werden muss, weil in Resolutionen des UN-Sicherheitsrates die Einstellung der Urananreicherung im Iran gefordert wird, macht jede Vereinbarung über den Vorrat des Irans an schwach angereichertem Uran diesen zu einem legitimen Handelsgut und legitimiert damit auch de facto den zur Herstellung dieses Handelsgutes notwendigen Prozess (also die Urananreicherung im Iran). Da sich der Iran immer hartnäckig geweigert hat, sein Urananreicherungs-Programm aufzugeben, hatte er allen Grund, den vorgeschlagenen Urantausch als eigenständiges Geschäft zu betrachten, das sich auf ein Kurzzeitproblem beschränkte und nicht als Bestandteil der unter Führung der USA erhobenen Forderung nach Einstellung der iranischen Urananreicherung zu betrachten war.

Es war nie ein Ziel der US-Politik, den Iran mit Brennstäben aus 19,5-prozentigen Uran zu versorgen oder ihn auf eine Urananreicherung auf 3,5 Prozent zu beschränken, es ging immer nur darum, dem Iran möglichst viel seines auf 3,5 Prozent angereicherten Uranvorrates zu entziehen und ihm dadurch jede Möglichkeit zu nehmen, dieses schwach angereicherte Uran als Grundstock für den Bau einer Atombombe zu verwenden, egal wie unglaubwürdig diese Unterstellung auch war. Deshalb hat die Obama-Regierung den Details des (geplanten) Tauschgeschäftes auch nie viel Aufmerksamkeit gewidmet, weil diese für sie bedeutungslos waren. Den USA ging es weniger um einen Urantausch, als darum, dem Iran möglichst viel seines Uranvorrates wegzunehmen und unter internationale Kontrolle zu stellen. Wenn der Iran 1.600 Kilogramm seines 1.800-Kilogramm umfassenden Uranvorrates abgeliefert hätte, wäre die Obama-Regierung in der Lage gewesen, die Ängste vor dem unmittelbar bevorstehenden Bau einer iranischen Atombombe zu besänftigen. Der Iran hätte mehrere Monate gebraucht, um seinen Vorrat an schwach angereichertem Uran wieder auf ein Niveau zu bringen, das zur Herstellung seiner hypothetischen Atombombe ausreichen würde. Während dieser Zeit hätten die USA ihre Bemühungen um eine Einstellung der iranischen Urananreicherung verdoppelt und ein umfassendes Paket strenger Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt, wenn der nicht zur Kooperation bereit gewesen wäre.

Der fatale Fehler des US-Vorgehens bestand in der fehlenden Einsicht, dass sich komplizierte Realitäten nicht durch nur auf dem Papier stehende Vereinbarungen regeln lassen. Die Obama-Regierung hatte auf eine sofortige Zustimmung des Iran zu dem Urantausch gehofft. Sobald das angereicherte Uran den Iran verlassen hätte, wollten die USA ihren diplomatischen Druck verdoppeln, um mit einer internationalen Vereinbarung über Sanktionen die iranische Urananreicherung zu stoppen. Die Macher der US-Politik stellten sich einen nahtlosen Übergang zwischen den verschiedenen Stufen ihres Planes vor. Als der Iran, nachdem er dem Urantausch grundsätzlich zugestimmt hatte, aber eine verbindliche Festlegung der Details dieses Deals forderte, stieß die Durchführung des US-Plans auf Schwierigkeiten.

Im Dezember 2009, als die USA das iranische Uran eigentlich schon längst unter internationaler Kontrolle wissen und eine Sanktionskampagne in Gang gesetzt haben wollten, versuchte der Iran noch über Details zu verhandeln und erweckte in der Öffentlichkeit den Eindruck, an dem Urantausch festhalten zu wollen. Damit lähmte er die Bemühungen der USA, Unterstützung für ihre beabsichtigten Sanktionen zu erhalten, weil die meisten Nationen nichts tun wollten, was die Verhandlungen über den Urantausch hätte stören können. Kurz vor Beginn des Jahres 2010 zwang die iranische Verzögerungstaktik die USA, alle Vorwände für den Urantausch aufzugeben. Während iranische Unterhändler den Tausch über mehrere Monaten abwickeln wollten, versuchten ihn die USA über mehrere Jahre zu strecken und machten ihn damit nutzlos für den eigentlich damit verfolgten Zweck, nämlich den iranischen Forschungsreaktor mit Brennstäben zu versorgen, die für die Produktion medizinischer Isotope gebraucht werden.

Nachdem das wirkliche Ziel der US-Politik offenkundig geworden war, kündigte der Iran letzte Woche an, er werde jetzt selbst das Uran, das er für die Brennstäbe seines Forschungsreaktors braucht, auf 19,5 Prozent anreichern. Ob der Iran tatsächlich die technischen oder praktischen Fähigkeiten hat, die zur Realisierung dieses Planes erforderlich sind, ist fraglich. Die Umrüstung der vorhandenen Zentrifugen-Kaskaden auf die 19,5-prozentige Anreicherung des Urans ist zwar möglich (s. hier), aber der Iran hat bisher noch nie versucht, angereichertes Uran in Brennstäbe umzuwandeln. Außerdem erhebt sich die Frage, ob der Vorrat des Irans an Uranhexafluorid / UF6, dem gasförmigen Stoff, aus dem in den Zentrifugen das angereicherte Uran gewonnen wird, überhaupt brauchbar ist.

Die iranischen Vorräte an aus dem Ausland beschafftem UF6 sind fast erschöpft. Das gilt auch für den Vorrat an UF6, den der Iran aus natürlichem Uran erzeugt hat, das aus dem Ausland eingeführt wurde. Was dem Iran bleibt, ist UF6, das aus im Iran selbst abgebautem Uran hergestellt wird. Sein eigenes Uran ist aber wahrscheinlich mit Molybdän verunreinigt, einer metallischen Substanz, deren Anwesenheit die Zentrifugen zerstören könnte, wenn sie auf die mehr als 60.000 Umdrehungen pro Minute hochgefahren werden, die für die Gewinnung angereicherten Urans aus UF6 notwendig sind. Wenn es dem Iran nicht gelingt, das Molybdän aus seinem einheimischen UF6 herauszuziehen und kein ausländischer Lieferant ihn mit natürlichem Uran oder sauberem UF6 versorgt – was der IAEA mitgeteilt werden müsste – wird das iranische Anreicherungs-Programm zum Stillstand kommen.

Das könnte den Iran aber nicht davon abhalten, seinen vorhandenen Vorrat an 3,5-prozentigem Uran als Grundstock für einen Versuch zur Produktion von 19,5-prozentigem Uran zu verwenden. Die Umrüstung seiner Zentrifugen auf das höhere Anreicherungs-Niveau liegt wohl im Bereich seiner technischen Fähigkeiten. Das ist die endgültige Bestätigung für das Scheitern der US-Politik zur Nichtweitergabe von Atomwaffen im Hinblick auf das Atomprogramm des Irans; die USA wollten (mit den geschilderten Tricks) verhindern, dass der Iran sein schwach angereichertes Uran in hoch angereichertes spaltbares Material verwandelt, und haben ihm (durch ihr Taktieren) genau diese Möglichkeit verschafft. Wenn sich die USA darum bemüht hätten, den Iran auf eine 3,5-prozentige Anreicherung zu beschränken, hätte jede Abweichung von diesem Niveau Argwohn hervorgerufen. Weil die Obama-Regierung den Iran aber praktisch dazu gezwungen hat, sein Uran selbst auf 20 Prozent anzureichern, hat sie die Möglichkeiten zur Entdeckung und Verhinderung (eines vermuteten iranischen Atomwaffen-Programms), die vorhanden waren, als der Iran sein Uran nur auf 3,5 Prozent angereichert hat, deutlich verschlechtert.

Die Anzahl von Zentrifugen, die für die Anreicherung von 20-prozentigem Uran auf ein höheres Niveau gebraucht wird, ist sehr viel kleiner, als die Anzahl, die für eine Anreicherung von 3,5 Prozent auf 20 Prozent erforderlich ist. Außerdem könnte der Iran, wenn er 20-prozentiges Uran anreichert, das Endziel von 90 Prozent viel schneller erreichen, als bei einem Beginn mit 3,5-prozentigem Uran. Die Obama- Regierung hat es dem Iran nicht nur leichter gemacht, ein heimliches Anreicherungsprogramm zur Gewinnung waffenfähigen Urans zu verbergen, sie hat es auch viel effizienter gemacht. Dass es keine Beweise für die Existenz eines solchen Programms gibt, spielt in den Augen derjenigen, die dem Iran von Anfang an ein solches Programm unterstellt haben, keine Rolle. In einem Universum, das von Theorien beherrscht wird, hat das Taktieren der US-Regierung mit dem Urantausch die dem Iran unterstellten Absichten nur wahrscheinlicher gemacht. Da die US-Politik zur Nichtverbreitung von Kernwaffen in Bezug auf den Iran aber mehr von Vermutungen als von Fakten bestimmt wird, kann man fast sicher sein, dass die US-Antwort auf diese neue (geschaffene) Fiktion sehr real und handfest sein wird und für den Mittlern Osten und die Welt nur negative Folgen haben kann.

Die sich zuspitzende Krise um das Atomprogramm des Irans ist nur einer von mehreren von den USA zu verantwortenden Misserfolgen bei der Nichtverbreitung von Kernwaffen, die in ihrer Kombination schlechte Voraussetzungen für die im Mai anstehende Konferenz zur Überprüfung des NPT-Vertrages (des Vertrages über die Nichtverbreitung von Kernwaffen) geschaffen haben. Als im Mai 2009 die Einberufung eines Vorbereitungskomitees für die NPT-Konferenz beschlossen wurde, gab es große Hoffnungen auf Fortschritte in Bezug auf eine internationale Einigung bei den Problemen zur Nichtweitergabe von Atomwaffen und zur Erneuerung des NPT auf der Basis dieser Einigung. Viele dieser Hoffnungen leiteten sich aus den Erklärungen und der Rhetorik Obamas über atomare Abrüstung und Rüstungskontrolle ab. Leider hat seine Rhetorik nie mit der Realität übereingestimmt.

So stand nicht nur die US-Politik gegenüber dem Iran in totalem Widerspruch zum NPT – nach dessen Artikel IV ist es dem (Unterzeichnerstaat) Iran nämlich erlaubt, Uran für friedliche Zwecke anzureichern – auch die Ankündigungen der Obama-Regierung, die von entscheidender Bedeutung für einen Erfolg der NPT-Überprüfungskonferenz waren, wurden nicht realisiert: Es gab keine Bewegung in Richtung auf die Ratifizierung des CTBT (s. Anfang dieses Artikels) und keine Verlängerung des START-Abkommens mit den Russen, durch die eine weitere Verringerung der Atomwaffenarsenale beider Staaten möglich gewesen wäre. Es gibt fast keine Chance den CTBT dem US-Senat zur Ratifizierung vorzulegen, der ihn wahrscheinlich auch nicht ratifizieren würde. Nach dem Versäumnis der Obama-Regierung, das START-Abkommen über sein Ablaufdatum im Dezember 2009 hinaus zu verlängern, stehen die USA und Russland ohne Kontrollinstrument für die Abrüstung da, und die seit dem Ende des Kalten Krieges schlafenden Tendenzen (zu gegenseitigem Misstrauen) sind in beiden Nationen wieder erwacht; die Russen entwickeln eine neue Generation ballistischer Interkontinentalraketen, und die USA sprechen über eine Modernisierung ihrer Atomsprengköpfe.

Präsident Obama hatte die Hoffnung geweckt, die NPT-Überprüfungskonferenz im Jahr 2010 könnte den Weg zu einer globalen Einigung auf eine umfassende atomare Abrüstung und eine (erneuerte) Verpflichtung zur Nichtweitergabe von Atomwaffen ebnen. Nun
verstärkt das sich bereits jetzt abzeichnende Scheitern dieser Konferenz nur die in den USA ohnehin vorhandene Tendenz, sich nicht auf internationale Abkommen einzulassen, sondern stattdessen auf eine unilaterale Politik zu setzen, die auf der falschen Annahme gründet, Sicherheit sei durch atomare Überlegenheit zu erreichen. Man muss nur an die Ereignisse am 11. September 2001 denken und sich das andauernde Fiasko vergegenwärtigen, das Amerika seinen "Krieg gegen den Terror" nennt, um die in diesem Argument enthaltene Fehleinschätzung zu erkennen.

Die von den USA in Zusammenhang mit dem Atomprogramm des Irans verfolgte Politik hat großen Anteil an dieser Fehlentwicklung, wenn es nicht sogar die eigentliche Ursache dafür ist. Die Obama-Regierung hätte den vereinbarten Urantausch als gute Gelegenheit nutzen müssen, den Iran in die internationalen Gemeinschaft zurückzuführen. Man hätte nicht versuchen sollen, die Urananreicherung im Iran zu stoppen, sondern sie durch verstärkte IAEA-Inspektionen zu legitimieren; man hätte auch das Angebot des Irans annehmen sollen, seinen Uranvorrat in ein unter strenger internationaler Kontrolle stehendes, regionales Uranlager einzubringen. Dann wäre die Politik nicht so ins Schwimmen geraten, wie das Ende 2009 geschehen ist.

Die Furcht vor dem Phantom einer iranischen Atombombe wäre vergangen und mit ihr auch das unglaubwürdige Beharren der USA auf ballistischen Abwehrraketen, das sich so nachteilig auf die laufenden Abrüstungsverhandlungen zwischen den USA und Russland ausgewirkt hat. Wäre die Obama-Regierung bei ihrer im September 2009 verkündeten Entscheidung geblieben, den umstrittenen Raketenabwehrplan aus der Bush-Ära, der die Stationierung eines (stationären) Raketenabwehr-Systems in Polen und Tschechien vorsah, zu begraben, wäre das START-Abkommen verlängert worden. Aber der Taschenspieler-Trick, das aufgegebene Programm sofort durch ein anderes (viel gefährliches mobiles) Programm zu ersetzen, löste bei der russischen Militärführung Besorgnis über die tatsächlichen politischen Ziele der Obama-Regierung aus. (s. hier.)

Die Obama-Regierung hat demonstriert, dass sie trotz der noblen Absichten und hehren Ziele im Bereich der Abrüstung und der Nichtverbreitung von Kernwaffen, die sie zu Beginn ihrer Amtszeit verkündet hat, auch von der Sucht nach Atomwaffen befallen ist, unter der die USA seit 1945 leiden. Diese Sucht, aus der sich auch die Selbsternennung der USA zum Weltpolizisten und zum Retter der Welt ableitet, verhindert jede politische Vereinbarung, welche die atomare Überlegenheit der USA schwächen oder beseitigen könnte. In einer Zeit, in der die Welt die Führung der USA auf dem Feld der Abrüstung und der Nichtweitergabe von Atomwaffen gebraucht hätte, bekam sie nur eine Auffrischung der überholten Politik der Vergangenheit, eingepackt in die paranoiden Wahnvorstellungen einer Nation, die weder im Stande noch bereit ist, die Realität zu begreifen. Wirkliche Sicherheit für die internationale Gemeinschaft kann nicht von einer Nation allein garantiert werden – auch nicht von den USA, die eine auf atomarer Überlegenheit aufgebaute Politik der Abschreckung verfolgen. Wahre Sicherheit gibt es nur in einer Welt ohne Atomwaffen.

Um die USA zu sichern, muss ein Präsident den Mut haben, auf das zu verzichten, was uns in der Vergangenheit als das Fundament unseres Überlebens angepriesen wurde, uns in Wirklichkeit aber nur an die Zerstörungen erinnert, die wir damit angerichtet haben – auf Atomwaffen. Präsident Obama hatte diese Vision in der grundlegenden Rede, die er im April 2009 in Prag gehalten hat. Seit dieser Zeit verfolgen die USA bei der Rüstungskontrolle und der Nichtweitergabe von Atomwaffen aber eine Politik, der es nicht gelungen ist, sie selbst und die Welt auf den Weg zum Frieden und zur Sicherheit zu führen, und die alles nur noch schlimmer gemacht hat.

Die Politik ist nicht nach erklärten Absichten, sondern nach erreichten Ergebnissen zu beurteilen. Deshalb besteht die Politik der Obama-Regierung nur aus entsetzlichen Fehlschlägen. Die US-Regierung versucht, die Schuld für ihre Misserfolge dem Iran, China Russland und Nord-Korea anzulasten. Aber die Hauptursache für das Versagen sind Barack Obamas totaler Mangel an Mut und Überzeugungskraft. Er verbreitete zwar die Vision einer atomwaffenfreien Welt, erlag aber der gleichen Selbstüberschätzung und Machtgier der schon andere US-Präsidenten vor ihm erlegen sind, wenn sie in Versuchung gerieten, den USA die Überlegenheit über den Rest der Welt zu sichern, die sie sich von Atomwaffen versprachen.

Scott Ritter war US-Waffeninspekteur in der Sowjetunion (1988-1990) und Chefinspekteur der Vereinten Nationen im Irak (1991-1998). Er ist Autor der Bücher “Iraq Confidential” (Geheimes aus dem Irak), erschienen 2006, “Target Iran” (Ziel Iran), erschienen 2007, und “Dangerous Ground: The Failure of U.S. Arms Control Policy From FDR to Obama” (Trügerischer Boden: Die Versäumnisse der US-Abrüstungspolitik von Franklin D. Roosevelt bis Obama), das in diesem Jahr bei Nation Books erscheinen wird.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Montag, 22. Februar 2010

Leseempfehlung an Zensursula - oder wie der Vatikan Pädophilieverbrechen in den eigenen Reihen vertuscht

Die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann rechnet in einem bemerkenswerten junge Welt-Artikel "Der Papst weint Krokodilstränen" mit der verlogenen Doppelmoral in Sachen Kindesmissbrauch, wenn der kath. Klerus ihn begeht, ab.


Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Man erfährt beispielsweise etwas von zwei Geheimschreiben, die im Tresor jedes Bischofs verschlossen liegen.

"Das erste stammt von Kardinal Ottaviani von 1962 und heißt: Crimen sollicitationis (Verführung zu sexuellen Handlungen). Das zweite stammt von Kardinal Ratzinger, ist aus dem Jahr 2001 und heißt: De delictis gravioribus (Von den schwersten Verbrechen). In diesen beiden Geheimschreiben wird die »ausschließliche Kompetenz des Vatikans«, was Pädophiliefälle anbelangt, betont und werden sämtliche Bischöfe unter Strafe der Exkommunikation aufgefordert, alle Pädophiliefälle ausschließlich und nur an den Vatikan zu melden."
Oder das im Neuen Weltkatechismus von 1992 Nummer 2357 der Papst seine Schäfchen belehrt:
"es sei besser, die eigenen Töchter zur Vergewaltigung preiszugeben, als homosexuelle Akte zuzulassen."
Der Vatikan hat in seiner langjährigen Geschichte der "Unfehlbarkeit" nicht nur "Irrtümer" begangen, sondern gerade auch widerliche Verbrechen.

Hier geht's zum Artikel in der jungen Welt

Sonntag, 21. Februar 2010

Alle reden über Guido

Mein Gott, wie geben sich die staatstragenden Lügenmedien empört über Westerwelles Sprachgebrauch. Im Chor der Aufrechten und Empörten stimmen querbeet, von links bis rechts, alle ein, die an Sonn- und Feiertagen ihrem Gewissen freien Lauf lassen. Der Alltag steht ganz im Dienst der Aufgabe am Althergebrachten festzuhalten, oder sich als „regierungsfähig“ zu erweisen und Wahlaussagen zu relativieren.


Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

„Menschenverachtend“ sei das was er da gesagt habe. „Schrill“ und zudem ein „Esel“ sei er, so wie die „spätdekadenten“ Eliten des untergegangenen Römischen Reiches. Dabei hat die „Freiheitsstatue“ nur das gesagt, was andere Statuen seit eh und je von sich geben. Vor etwas mehr als einem Jahr sagte der FDP-Chef des Berliner Bezirks Mitte und stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus, Henner Schmidt, dem Berliner Kurier : „Arme sollen sich Zubrot durch Rattenjagd verdienen.“ Es wurde sich auch damals empört. Gewählt wurden sie trotzdem. Vielleicht wäre eine „Jagd“ auf die wirklich dekadenten Ratten der Oberschicht angesagt und erheblich sinnvoller.

Guido und seine Kaste benötigen das Prekariat. Es ist unverzichtbar für ihre hochtrabenden Pläne, Deutschland wieder als Weltmacht hochzupuschen. Dazu bedarf es opferbereites, nicht dem Nachdenken zuneigendes Kanonenfutter, welches sich bedingungslos für die Interessen des Kapitals einsetzen lässt. Schlachtet und sich im Zweifelsfall auch schlachten lässt. Im Sprachgebrauch unserer heruntergekommenen Medien nennt man so etwas „Demokratie“ im Rest der Welt einführen. Mit „Demokratie“ ist Diktatur gemeint. Nicht irgendeine, sondern die Diktatur des Geldes, des Kapitals, der Finanzmafia, der internationalen Kriminalität oder welches Synonym man auch immer für diesen Begriff verwenden will.

Kriege kosten Geld - viel Geld. Da bleibt nichts übrig für die Unterschicht, es sei denn sie verdingt sich als Kanonenfutter - oder warum nicht auch als persönliche Bodyguards der Volksverarscher - damit denen nur ja nichts zustöβt und sie bei ihren Auftritten nicht nennenswert gestört werden.

Allein die Milliarden deutscher Steuergelder mit denen Israel sich ungestört völkerrechtswidrigem Landraub, terroristischen Phosphorbombenkriegen und der Quälerei des palästinensischen Volkes widmen darf, würden reichen um den Verarmten in Deutschland ein besseres, materielles Dasein zu ermöglichen. Dank der Subventionen des deutschen Steuerzahlers wird Israels Marine mit Korvetten und U-Booten aus Deutschland beliefert, die es sich sonst gar nicht leisten könnte. Nicht um sich zu verteidigen, sondern um bei der Neo-Kolonialisierung des ölreichen Nahen- und Mittleren Ostens, im Verbund mit der NATO, gemeinsamen Kapitalinteressen zu dienen. Bekannt unter dem Namen „geostrategische Sicherheitspolitik“. Hört sich besser und vor allen Dingen viel komplizierter und wichtiger an.

Ziel all dieser Veranstaltungen ist, um es mit George Orwell auf den Punkt zu bringen:

Eine hierarchische Gesellschaft ist nur auf der Grundlage von Armut und Unwissenheit möglich

Die neue Variante ist die Vergangenheit, und keine andere Vergangenheit kann je existiert haben.Im Prinzip soll jede Kriegsanstrengung die Gesellschaft am Rande des Verhungerns halten.

Der Krieg wird von den Herrschenden gegen die eigenen Untertanen geführt - und sein Ziel ist weder ein Sieg über Eurasien oder über Ostasien - sondern die Aufrechterhaltung der Gesellschaftsstruktur.

Macht heißt, allen Untertanen nicht nur vollkommenen Gehorsam gegenüber dem Staate, sondern auch vollkommene Meinungsgleichheit aufzuzwingen.

Folker Hoffmann

Mehr als Erdnussbutter

Andrew Bacevich

So beschreiben Offiziere des U.S.-Militärs den Sinn, den sie im Jahr Neun des Langen Krieges sehen: „Unser Ziel ist es, den Menschen zu helfen, nicht die Taliban zu töten.“ Also sprach Captain Ryan Sparks, Kommandeur der Bravo-Kompanie, 1. Bataillon, 6. Marineregiment, zur Zeit an Operationen beteiligt, die darauf abzielen, den Menschen in der afghanischen Provinz Helmand eine gute Regierung zu bringen.


Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Diese Denkweise findet Zustimmung weit jenseits der Kriegszonen. In der gleichen Ausgabe der Washington Post, in der Captain Sparks zitiert wurde, war auch eine Kolumne zu finden, in der Michael Gerson sich beifällig über Amerikas „weichherzige Legionen“ äußerte. Gerson berichtete über die Beiträge des U.S.-Militärs zu den Hilfemaßnahmen in Haiti.

Haiti, so stellt sich heraus, ist im Großen und Ganzen wie Afghanistan, nur ohne Waffen. Ein von Gerson interviewter Marineoffizier sagte: „Es ist ganz ähnlich wie in Irak und Afghanistan, nur gibt es hier keine bösen Hintermänner. Wir helfen der Bevölkerung, gewinnen ihr Vertrauen. Sie ist unser wirklicher Verbündeter.“

Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika gewinnen heutzutage Kriege nicht dadurch, dass sie feindliche Armeen besiegen, sie gewinnen sie durch die Verteilung von milden Gaben und indem sie gute Werke verrichten. Aus dem Zenturion ist der gute Samariter geworden. Jedenfalls ist Gerson beeindruckt.

Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika haben zehntausende Dosen Erdnussbutter an haitianischen Schulen verteilt, so berichtet er, während an Bord eines Kriegsschiffs der Marine „eine 96 Jahre alte haitianische Frau auf der Intensivstation betreut wird wie ein Admiral.“ All das wirft ein Licht auf einen, wie Gerson das nennt, „dramatischen Umschwung im militärischen Denken,“ den er auf General David Petraeus zurückführt, der heute findet, dass die U.S.-Streitkräfte „eine Art von nicht invasiver Chirurgie betreiben – die Struktur und Sicherheit dadurch herstellt, dass sie Einrichtungen des Gemeinwesens aufbaut, die nach dem Abzug Amerikas weiterhin bestehen müssen.“

In Gersons Welt hat das Erdnussbutter verteilende Militär der Vereinigten Staaten von Amerika erst jetzt Haiti entdeckt. In seiner Kolumne findet sich kein Hinweis auf die Tatsache, dass Marines von 1915 bis 1934 Haiti besetzt und verwaltet haben. Die „Einrichtungen des Gemeinwesens”, die nach ihrem Abzug blieben – hauptsächlich ein korruptes habgieriges einheimisches Offizierskorps – dienten nicht wirklich den Interessen der Menschen in Haiti.

Aber warum an derlei unangenehme Dingen denken? Vergiss die Geschichte, und es wird viel leichter, sich einzureden, dass die Anwesenheit von Streitkräften der Vereinigten Staaten von Amerika in der Karibik oder auf der anderen Seite der Erdkugel nichts mit einer neueren Version des Imperialismus zu tun hat, sondern mit den wohlwollenden und großzügigen Absichten der Vereinigten Staaten von Amerika, Licht in eine dunkle und geplagte Welt zu bringen.

Hier hofft man, dass Haitianer, Afghanen, Iraker und andere Adressaten des amerikanischen Wohlwollens über ein Gedächtnis verfügen, das ähnlich bereitwillig selektiv arbeitet wie Kolumnisten, die angestellt werden, um sentimentales Gelaber für die Washington Post zu produzieren.


erschienen am 19. Februar 2010 in WORLD AFFAIR´S JOURNAL > http://www.worldaffairsjournal.org/new/blogs/bacevich/More_Than_Peanut_Butter

Andrew J. Bacevich ist Professor für Internationale Beziehungen und Geschichte an der Universität Boston. Er schloss 1969 die U.S.-Militärakademie ab und diente später in Vietnam, Deutschland, El Salvador und am Persischen Golf. Seinen Doktortitel erwarb er an der Princeton-Universität im Bereich Geschichte der amerikanischen Diplomatie. Vor seinem Eintritt in die Bostoner Universität 1998 unterrichtete er in West Point und an der John Hopkins-Universität. Er verfasste eine Reihe von Büchern und hat Artikel in allen bedeutenden Zeitungen in den Vereinigten Staaten von Amerika publiziert.

Übersetzung: antikrieg.com

Freitag, 19. Februar 2010

Ein früherer UN-Waffeninspekteur sagt: Die Wahrheit über das Atomprogramm des Irans wird über die Hetze in den US-Medien siegen!

Der ehemalige US-Offizier und UN-Waffeninspekteur Scott Ritter weist alle Spekulationen über ein bestehendes Atomwaffenprogramm des Irans zurück.

PRESS TV, 12.02.10

(Der iranische TV-Sender) Press TV hat Scott Ritter, den ehemaligen Chefwaffeninspekteur der Vereinten Nationen, zum Atomprogramm des Irans und zur Position des Westens zu diesem Programm interviewt.

Press TV: Herr Ritter, wir freuen uns, Sie hier zu haben. Lassen Sie uns mit einer Frage anfangen, die wir die Schlüsselfrage nennen möchten. Können Sie unseren Zuschauern als ehemaliger UN-Waffeninspekteur sagen, wer David Albright wirklich ist. (Der selbsternannte "Waffeninspekteur" David Albright vermutet, der Iran könne sich pakistanische Pläne für den Bau von Atomsprengköpfen verschafft haben.)

Scott Ritter: Nun, David Albright ist ein Physiker, der sich als Wissenschaftler mit dem Problem der Nichtverbreitung von Kernwaffen befasst. Er unterhält sehr enge Beziehungen zu bestimmten Personen in der International Atomic Energy Agency / IAEA und zu Kreisen in den USA, in Israel und in Europa, die sich ebenfalls mit der Nichtverbreitung von Kernwaffen beschäftigen.

Albright ist der (Gründer und) Kopf eines Think Tanks (des Institute for Science and International Security / ISIS), der das Problem der Nichtverbreitung von Kernwaffen untersucht und sich in den beiden letzten Jahren vor allem auf der Nichtweitergabe von Kernwaffen an den Iran konzentriert hat. Ich denke, es ist wichtig, das zu wissen, weil er deshalb nicht als unvoreingenommener Beobachter und Kommentator angesehen werden kann. Seine Kommentare und Analysen sind eher von die Meinungen seiner Kontaktleute und Verbindungen als von eigenen Erfahrungen aus erster Hand geprägt.

Er selbst hat keine persönlichen beruflichen Erfahrungen zu dem Problem der Nichtverbreitung von Kernwaffen. Er ist nur ein Berichterstatter und Kommentator, der sich auf die Informationen anderer Leute verlässt, die er bündelt und weitergibt.

Press TV: War dieser Herr Albright oder Dr. Albright, wie er sich nennt, jemals Chefwaffeninspekteur der UNO wie Sie selbst?

Scott Ritter: Nein. David Albright wurde von der IAEA zusammen mit anderen Wissenschaftlern nach der Flucht von Saddam Hussains Schwiegersohn Hussain Kamel eingeladen, bei der Sichtung von Millionen Seiten entdeckter Dokumente zu helfen. Die IAEA und die United Nations Special Commission baten die Wissenschaftler, bei der Durchsicht dieser Materialien zu helfen; man wollte schnell feststellen, was davon relevant und was nicht relevant war. Albright war anfangs daran beteiligt, er ist aber kein ausgebildeter Waffeninspekteur und wurde auch niemals als solcher anerkannt. Er war nur Gast bei dieser einzigen Inspektion, um bei der Sichtung des Materials zu helfen.

Press TV: Nur Gast, nach Ihren Worten "ziemlich voreingenommen" und – wie aus einem Ihrer Artikel hervorgeht – ein ungeübter Atomwaffen-Inspekteur, und trotzdem ist es ihm im letzten Jahrzehnt gelungen, sich einen guten Ruf als Analytiker von Atomproblemen zu verschaffen. Was motiviert ihn eigentlich dazu?

Scott Ritter: Nur er selbst kann diese Frage beantworten. Ich denke, es ist klar, dass er kein unvoreingenommener Kommentator ist. Er ist jemand, der eine bestimmte Absicht verfolgt. Er ist nicht jemand, der die Tatsachen auf dem Tisch ausbreitet und Sie aus diesen Tatsachen Ihre eigenen Schlüsse ziehen lässt. Er ist offensichtlich eine Person, die gegen den Iran voreingenommen ist. Er hat eine vorgefasste Meinung über den Iran und sieht die Schuld immer bei ihm; deshalb interpretiert er jeden Fetzen Information aus dem Iran als Beweis für dessen Fehlverhalten. Damit verfolgt er den Zweck, seinen eigenen Namen und den Namen seiner Organisation möglichst oft ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit zu rücken.

Press TV: Auch mit Informationen, die nicht zutreffen?

Scott Ritter: Sie müssen verstehen, dass immer dann, wenn es um den Iran geht – genau wie damals beim Irak – die Wahrheit nicht gefragt ist. Es geht nur darum, die Öffentlichkeit durch die Medien zu konditionieren, und die Medien benutzen Personen wie David Albright und andere, um eine Hetze in Gang zu setzen und einen Mythos des Fehlverhaltens zu kreieren, in dem die tatsächliche Situation keine Rolle spielt. Sie verbreiten vorgefasste Meinungen, hinter denen sich böse Absichten verbergen, und darauf ist David Albright spezialisiert; es geht ihm nicht um Fakten über das Atomprogramm des Irans, sondern um die Verbreitung vorgefassten Meinungen, die im Westen, in den USA und anderswo, über die (angeblich) bösen Absichten des Irans bestehen. Da stören Tatsachen nur. Albrights Analysen basieren nicht auf Fakten, sondern nur auf Glaubenssätzen. Wir sollen einfach nur glauben, dass David Albright und andere es gut meinen, wenn sie ihre Analysen verbreiten, die sich immer wieder als unvollständig und häufig als unzutreffend erwiesen haben.

Press TV: Herr Ritter, wir haben nur eine begrenzte Zeit, ich möchte Ihnen aber gern noch folgende Frage stellen: Albrights jüngste Kommentare zu den atomaren Fähigkeiten des Irans und ihre Verbreitung durch einige Nachrichten-Medien haben viele Emotionen gegen den Iran geweckt. Warum wird er in Anbetracht seiner beschränkten Kompetenz, die sicher nicht schwer herauszufinden wäre, so häufig zitiert, und warum traut man seinen Informationen überhaupt?

Scott Ritter: Nun, vor allem ist er sehr redegewandt. Im Endeffekt spielt David Albright die Rolle des Sachverständigen sehr gut. Er versteht es, gut zu formulieren. Er ist mit der Fachterminologie vertraut und liefert den Reportern gute Zitate für ihre Artikel; außerdem wirkt er im Fernsehen sehr glaubwürdig. Es geht immer mehr um die Art der Darstellung als um die Substanz; so ist das leider, wenn sich die westlichen Mainstream-Medien mit dem Iran und seinem Atomprogramm befassen. Es geht nicht um die Substanz. Es geht nicht um die Wirklichkeit. Es geht nur um Vorstellungen, und der Westen ist nun einmal voreingenommen; hier wird nur Negatives über den Iran akzeptiert und alles zurückgewiesen, was den Iran in einem positiven Licht erscheinen lässt. Und David Albright ist sehr gut darin, ein sehr negativen Bild vom Iran zu malen.

Press TV: Noch eine letzte Frage: Als sich Albright über die Kernforschungs-Aktivitäten Syriens und des Iraks aufgeregt hat, wurden deren Reaktoren von Israel angegriffen und bombardiert, und jetzt schreibt er über den Iran. Was, meinen Sie, kommt dabei daraus?

Scott Ritter: Ich hoffe, dass es nicht wieder eine Militäraktion ist. Das Ergebnis müsste eigentlich ein anderes sein, denn im Iran handelt es sich um ein ganz anderes Programm. Der Iran hat das Recht auf seiner Seite. Für den Iran sprechen die Tatsachen, und deshalb glaube ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht an eine Militäraktion gegen den Iran. Ich denke, die Wahrheit über das Atomprogramm des Irans wird über die Märchen siegen, die Albright und andere darüber verbreiten.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de