Donnerstag, 17. Januar 2008

Geld regiert die Welt

Cartoon Carlos Latuff

Von Paul Grignon

Geld regiert die Welt.
Wer also das Geld regiert …
„Einige der größten Männer in den USA, zugange in Handel und Herstellung, haben Angst vor etwas. Sie wissen, dass es eine Macht gibt, so organisiert, subtil, aufmerksam, verzweigt und allumfassend, dass sie besser nur flüstern, wenn sie ihre Stimme gegen sie richteten.“ (Woodrow Wilson, ehemaliger Präsident der USA)

„Jedes Mal, wenn eine Bank einen Kredit gibt, wird neues Guthaben erzeugt – neue Einlagen – brandneues Geld.“ (Graham F. Towers, Direktor der Bank von Kanada 1934-54)

„Der Vorgang, mit dem Banken Geld erzeugen, ist so simpel, dass der Geist ihn kaum fassen kann.“ (John Kenneth Galbraith, Ökonom)

„Erlaubt mir, das Geld eines Staates auszustellen und zu kontrollieren, und es ist mir egal, wer seine Gesetze macht.“ (Mayer Anselm Rothschild, Bankier)

Geld als Schuld

Zwei große Geheimnisse bestimmen unser Leben: Liebe und Geld.

Was Liebe ist, dieser Frage wurde schon ausführlich nachgegangen in Geschichten, Liedern, Büchern, Film und Fernsehen. Dasselbe kann aber nicht über Geld gesagt werden. Es ist nicht überraschend, dass Geldtheorie keine Kinohits inspiriert hat, aber sie wurde ja nicht einmal an den Schulen, die die meisten von uns besucht haben, erwähnt. Den meisten kommt auf die Frage, wo denn das Geld überhaupt herkommt, das Bild der Münzanstalt in den Sinn, die Noten druckt und Münzen presst. Geld, so glauben die meisten, wird von der Regierung hergestellt.

Das stimmt … aber nur teilweise.

Diese Symbole für Wert aus Metall und Papier, von denen wir als Geld sprechen, werden tatsächlich von einer Behörde des Staates hergestellt (Bei uns diverse nationale Münzanstalten). Aber der Großteil des Geldes kommt nicht von diesen Anstalten, er wird hergestellt – alltäglich und in riesigen Mengen – von privaten Gesellschaften, die sich Banken nennen. Die meisten von uns glauben, dass Banken Geld verleihen, dass ihnen andere anvertraut haben – leicht vorstellbar, aber nicht die Wahrheit. Tatsächlich schaffen Banken das Geld, das sie verleihen; es stammt weder aus ihren eigenen Einnahmen, noch aus verwalteten Guthaben, sondern unmittelbar aus dem Versprechen des Schuldners, es zurückzuzahlen. Des Schuldners Unterschrift auf dem Vertrag stellt eine Verpflichtung dar, der Bank das Geld zurückzuzahlen, plus Zinsen, oder das Haus, das Auto oder sonstige Güter zu verlieren, die man als „Sicherheit“ vorweisen musste. Das ist eine bedeutende Verbindlichkeit für den Schuldner.

Zu was verpflichtet sich die Bank durch diese Unterschrift?

Die Bank darf nun das Volumen des Kredits herbeizaubern und einfach auf das Konto des Schuldners buchen.

Klingt unglaublich? Das kann doch bestimmt nicht wahr sein …

Aber das ist es.

Um zu zeigen, wie es zu diesem „Wunder“ des modernen Bankwesens kam, betrachten wir einmal das „Märchen des Goldschmieds“:

Früher einmal, da wurde beinahe alles als Geld benutzt; es musste nur handlich sein und für viele Leute einen Wert darstellen, so dass man es als Tauschmittel benutzen konnte, etwa für Nahrung, Kleidung und Unterkunft. Muscheln, Kakaobohnen, hübsche Steine, selbst Federn wurden schon als Geld benutzt. Gold und Silber waren reizvoll, weich und einfach zu verarbeiten, daher wurden einige Kulturen sehr erfahren im Umgang mit diesen Metallen. Goldschmiede erleichterten den Handel, indem sie Münzen gossen, genormte Einheiten dieser Metalle, deren Gewicht und Reinheit zertifiziert war. Aber um sein Gold zu schützen, brauchte der Goldschmied einen Tresor, und schon bald standen seine Mitmenschen vor seiner Tür, die Platz im Tresor mieten wollten, um auch ihr Gold zu schützen. Rasch hatte der Goldschmied allen Platz im Tresor vermietet und verdiente ein wenig an seinem Tresor-Mietgewerbe.

Jahre gingen ins Land …

Da machte der Goldschmied eine gerissene Beobachtung: Einleger kamen selten herein, um ihr eigentliches Gold abzuholen, und sie kamen niemals alle gemeinsam. Und zwar weil die „Schecks“, die der Goldschmied als Quittungen für das Gold geschrieben hatte, auf dem Markt gehandelt wurden, als wären sie das Gold selbst. Dieses Papiergeld war sehr viel praktischer als schwere Münzen, und Mengen konnten einfach beziffert werden anstatt mühsam einzeln gezahlt werden zu müssen.

Inzwischen führte der Goldschmied ein weiteres Geschäft: Er verlieh sein Gold gegen Zinsen. Als sein praktisches Scheckgeld in Umlauf kam, verlangten Schuldner Kredite zunehmend in Form des Scheckgelds anstatt des tatsächlichen Metalls. Als die Wirtschaft wuchs, wollten mehr und mehr Leute Kredite vom Goldschmied. Da kam dem Goldschmied eine noch bessere Idee: Er wusste, dass nur sehr wenige seiner Einleger jemals ihr tatsächliches Gold zurücknahmen; da dachte er, er könne mit Leichtigkeit Schecks ausstellen, die vom Gold seiner Einleger gedeckt wurden, zusätzlich zu seinem eigenen. So lange diese Kredite zurückgezahlt werden würden, merkten seine Kunden davon gar nichts und blieben schadlos. Während der Goldschmied – nun eher Bankier als Handwerker – einen weit größeren Profit machen würde, als er könnte, wenn er nur sein eigenes Gold verleihen würde.

Jahrelang genoss der Goldschmied so im Geheimen ein gutes Einkommen von den Zinsen seiner Einlagen und der seiner Einleger. Nun ein bedeutender Geldgeber, wurde er ständig reicher als seine Mitbürger, und er zeigte es …

Der Verdacht regte sich, dass er das Geld seiner Einleger ausgab. Seine Einleger kamen und drohten damit, ihr Gold zurückzufordern, sollte der Goldschmied nicht auspacken, woher sein plötzlicher Wohlstand kam. Entgegen möglicher Erwartungen war das keine Katastrophe für den Goldschmied. Trotz seines doppelten Spiels funktionierte sein Plan: Die Einleger hatten überhaupt nichts verloren, ihr Gold war im Tresor in Sicherheit. Anstatt ihr Gold zurückzunehmen, forderten die Einleger, dass der Goldschmied – nun ihr Bankier – sie beteiligte, indem er ihnen Zinsen zahlte.

Das war der Anfang des Bankwesens.

Der Bankier bezahlte einen geringen Zins auf Einlagen des Geldes anderer Leute, das er dann wiederum anderen zu höherem Zins verlieh. Die Differenz deckte die Unterhaltskosten der Bank und ihren Profit. Die Logik dieses Systems ist einfach, und sie erscheint wie ein sinnvoller Weg, die Nachfrage nach Krediten zu decken.

Allerdings ist das nicht die Weise, wie das Bankwesen heutzutage funktioniert.

Unser Goldschmied/Bankier war nicht zufrieden mit dem Einkommen, das blieb, nachdem die Zinsen mit seinen Einlegern geteilt waren, und die Nachfrage nach Krediten wuchs rapide, als Europäer weltweit ausströmten. Aber Kredite waren durch die Menge an Gold im Tresor eingeschränkt. Dann hatte er eine noch dreistere Idee:

Da niemand außer ihm selbst wusste, wie viel überhaupt in seinem Tresor war, konnte er sogar Schecks verleihen, die überhaupt nicht durch Gold gedeckt waren. Solange nicht alle Scheckbesitzer gleichzeitig zum Tresor kamen, um ihr Gold abzuholen – wie solle es jemand bemerken?

Diese neue Intrige funktionierte sehr gut und der Bankier wurde unwahrscheinlich reich durch Zinsforderungen für Gold, das gar nicht existierte. Die Vorstellung, dass der Bankier einfach Geld aus dem Nichts erschaffen könne, war zu unerhört, um geglaubt zu werden, also kam dieser Gedanke den Leuten lange nicht. Aber die Macht, Geld einfach zu „erfinden“, stieg dem Bankier zu Kopf, wie man sich wohl vorstellen kann.

Mit der Zeit erregte das Ausmaß der Kredite und der pompöse Reichtum des Bankiers einmal mehr Verdacht. Einige Kreditnehmer verlangten wieder echtes Gold anstatt der papiernen Schecks. Gerüchte gingen um – plötzlich tauchten einige reiche Einleger auf, um ihr Gold zurückzufordern. Das Spiel war aus: Ein Meer von Scheckbesitzern versammelte sich auf der Straße vor den verschlossenen Türen der Bank. Tja, leider hatte der Bankier nicht genug Gold und Silber, um all das Papier auszuzahlen, das er ihnen gegeben hatte. So etwas nennt man einen „Ansturm auf die Bank“ und es ist, wovor jeder Bankier sich fürchtet.

Dieses Phänomen eines Ansturms auf die Bank ruinierte einzelne Banken und, kaum überraschend, schädigte das öffentliche Vertrauen in alle Bankiers. Es wäre nahe liegend gewesen, die Praxis der „Gelderschaffung aus dem Nichts“ für illegal zu erklären, aber die große Menge an Krediten, die die Bankiers anboten, waren für den Erfolg des europäischen Wirtschaftswachstums notwendig geworden. Also wurde diese Praxis stattdessen legalisiert und reguliert. Die Bankiers verpflichteten sich, Beschränkungen auf die Menge des fiktiven Schuldgelds zu achten. Die Schranke wäre weiterhin eine viel größere Zahl, als die Menge an Gold und Silber im Tresor. Sehr oft war das Verhältnis 9:1. Diese Regeln wurden durch Stichproben durchgesetzt. Es wurde auch abgemacht, dass im Falle eines Ansturms die Zentralbank örtliche Banken mit Notfalleinlagen unterstützen würde. Nur durch einen ausgedehnten Ansturm auf mehrere Banken gleichzeitig könnte die Kreditblase platzen und das System zusammenbrechen.

Das Geldsystem von heute

Über die Jahre wurde das „fractional reserve system“ und seine integrierten Banken, die von der Zentralbank geschützt werden, das beherrschende Geldsystem der Welt. Gleichzeitig wurde der Bruchteil des Goldes, der das Schuldgeld deckt, ständig kleiner – bis nichts mehr übrig blieb. Das grundlegende Wesen von Geld hat sich verändert: Früher war der Papierdollar tatsächlich eine Quittung, die man bei der Zentralbank gegen eine feste Menge Gold oder Silber umtauschen konnte. Heutzutage kann man einen Papier- oder Digitaldollar nur gegen einen weiteren solchen umtauschen. Früher gab es privat geschaffene Kredite nur in Form privater Banknoten, die Leute als Zahlungsmittel ablehnen konnten, so wie wir private Schecks heute ablehnen können. Heutzutage ist privat geschaffener Kredit direkt tauschbar in „Fiat-Währung“ der Regierung: Die Dollars, Euros und Pfund, die wir gewohnheitsmäßig als Geld ansehen. „Fiat-Währung“ bedeutet Währung erschaffen durch „Regierungs-Fiat“ oder „Erlass“, und Gesetze besagen, dass Bürger diese Währung als Zahlungsmittel akzeptieren müssen, oder Gerichte werden die Schuld nicht geltend machen.

Nun stellt sich also die Frage: Wenn Regierungen und Banken beide einfach Geld erschaffen können – wie viel Geld gibt es dann?

In der Vergangenheit war die komplette Menge Geld, die es gab, beschränkt durch die tatsächliche, physische Menge an Gütern, die als Geld genutzt wurden. Zum Beispiel: Um neues Gold- oder Silbergeld zu erschaffen, musste neues Gold oder Silber gefunden und geschürft werden. Heutzutage wird Geld buchstäblich als Schuld erzeugt. Neues Geld wird geschaffen, wann immer jemand einen Kredit von der Bank annimmt. Das Ergebnis ist, dass die Menge an Geld, die Geschaffen werden kann, nur durch einen einzigen Parameter eingeschränkt ist: Dem kompletten Maß der Verschuldung.

Regierungen schaffen ein zusätzliches, satzungsmäßiges Limit auf die Geldmenge, indem sie Grenzwerte festlegen, die „fractional reserve requirements“ genannt werden. Im Wesentlichen mutwillig, sind diese Grenzwerte von Land zu Land und von Zeit zu Zeit unterschiedlich. Früher war es üblich, wenigstens Gold im Wert eines Dollars als Deckung für zehn ungedeckte Dollars zu haben. Heutzutage gelten die Grenzwerte nicht länger für das Verhältnis Geld zu Gold, sondern gerade mal für das Verhältnis neuen Schuldgelds zu vorhandenem Schuldgeld. Heutzutage bestehen die Reserven einer Bank aus zwei Dingen: Der Menge an Bargeld oder Vergleichbarem, die die Bankiers bei der Zentralbank eingelegt haben, und der Menge an bestehendem Schuldgeld, die die Bank als Einlagen hat.

Um das einfach zu veranschaulichen, stellen wir uns einmal vor, dass eine neue Bank gerade neu eröffnet hat und noch keinen Einleger hat.

Allerdings haben die Investoren der Bank eine Einlage von 1.111,12$ bei der Zentralbank gemacht; tatsächlich vorhandenes Bargeld bei der Zentralbank. Das nötige Verhältnis von Schuldgeld zu Bargeld ist 9:1.
• Schritt 1:

Die Türen sind geöffnet und die neue Bank begrüßt ihren ersten Kreditnehmer. Er braucht 10.000$, um ein Auto zu kaufen. Das Verhältnis von 9:1 erlaubt der Bank, durch ihre Reserven bei der Zentralbank – auch als „Turbogeld“ bekannt – einfach und ganz legal Geld zu „erfinden, und zwar die neunfache Menge, also 10.000$, auf Grundlage der Verpflichtung des Kreditnehmers. Diese 10.000$ kommen nirgendwo her. Es ist brandneues Geld, einfach in das Konto des Kreditnehmers getippt, als Bankkredit. Der Schuldner stellt dann einen Scheck darauf aus, um das gebrauchte Auto zu kaufen.

• Schritt 2:

Die Verkäuferin löst nun diesen frisch erschaffenen Kredit von 10.000$ bei ihrer Bank ein. Im Gegensatz zum „Turbogeld“, eingelegt bei der Zentralbank, darf dieser neue Kredit nicht mit dem festgelegten Verhältnis multipliziert werden. Stattdessen wird er dadurch geteilt. Bei einem Verhältnis von 9:1 kann also immerhin ein neuer Kredit von 9.000$ ausgestellt werden, auf der Grundlage dieses 10.000$-Schecks.

• Schritt 3:

Werden diese 9.000$ dann von einer dritten Partei bei derselben Bank eingezahlt, die sie geschaffen hat, oder auch bei einer anderen Bank, so entstehen daraus wieder weitere Kredite, diesmal im Wert von 8.100$. Wie eine russische Matruschka, bei der jede Hülle eine weitere, kleinere beinhaltet, ermöglicht jede solche Einlage einen weiteren, kleineren Kredit – in einer unendlichen, fallenden Reihe.

Nun: Wenn das erschaffene Schuldgeld nicht bei einer Bank landet, dann endet dieser Vorgang. Das ist der unvorhersehbare Teil des Gelderschaffungsmechanismus. Wahrscheinlicher aber ist es, dass die Kredite bei jedem Schritt wieder ihren Platz bei einer Bank finden und der anschließende Vermehrungsprozess sich immer und immer wiederholen kann, bis beinahe 100.000$ brandneues Geld im Bankensystem erschaffen wurden. Dieses ganze neue Geld wurde vollständig aus Schulden erschaffen, und der gesamte Prozess war gesetzlich erlaubt auf Grundlage der eingänglichen Reserven von 1.111,12 „echten“ Dollars, die immer noch unberührt bei der Zentralbank liegen.
Darüber hinaus:

In diesem raffinierten System müssen die Bucher aller Glieder der Kette nachweisen, dass die Bank stets 10% mehr Ein- als Auslagen hat. Das gibt Banken einen echten Anreiz, Einlagen zu bekommen, um Kredite geben zu dürfen und stützt die allgemeine, irreführende Annahme, dass Kredite aus Einlagen stammen. Außer wenn alle nachfolgenden Kredite bei derselben Bank landen würden, kann man also nicht sagen, dass eine Bank ihre anfänglichen „Turbogeldeinlagen“ von 1.111,12$ auf fast 90-fache Größe vermehrt hat, indem sie Bankkredite aus dem Nichts ausstellte. Allerdings ist das Bankensystem ein geschlossener Kreislauf – Bankkredite von einer Bank werden zu Einlagen bei einer anderen Bank und umgekehrt. Im Idealfall völlig gleichberechtigter Umsätze wäre der schlussendliche Effekt genau derselbe, als würde der gesamte Prozess an nur einer Bank stattfinden. Und zwar: Die ursprünglichen Einlagen der Bank bei der Zentralbank im Wert von 1.111,12$ ermöglichten es ihr, im Endeffekt Zinsen auf bis zu 100.000$ zu beziehen, die die Bank nie besaß.

Banken verleihen Geld, das sie NICHT HABEN!

Wenn das lächerlich anmutet, schaut hier:

In den letzten Jahrzehnten sind durch beständigen Lobbyismus der Banken die Bedingungen, um neue Einlagen bei der Zentralbank zu machen, in manchen Ländern so gut wie aufgehoben worden, und das tatsächliche Verhältnis ist nicht unbedingt länger 9:1. Für manche Gattungen von Bankkonto sind 20:1 oder auch 30:1 üblich. In manchen Fällen gar keine Reserven. In jüngerer Zeit – indem man Kreditgebühren nutzt, um die nötigen Reserven vom Kreditnehmer zu holen – haben Banken einen Weg gefunden, Reservebedingungen komplett zu umgehen.

Also … auch wenn die Regeln komplex sind, merkt der gesunde Menschenverstand:
Banken können so viel Geld erschaffen, wie wir leihen können.
„Jedermann spürt unbewusst, dass Banken kein Geld verleihen.
Wenn man von seinem Konto abheben möchte, sagt einem die Bank nie, dass man gerade nicht kann, weil sie das Geld jemand anderem geliehen hat.“
(Mark Mansfield, Ökonom und Autor)
Trotz der ständig gezeigten Münzanstalten macht von der Regierung ausgestelltes Geld normalerweise weniger als 5% der Geldmenge im Umlauf aus. Mehr als 95% alles heutzutage vorhandenen Geldes wurde erschaffen, indem jemand mit seiner Unterschrift eine Schuldverpflichtung gegenüber einer Bank einging. Hinzu kommt, dass dieses Schuldgeld in großen Mengen geschaffen und vernichtet wird – jeden Tag – indem neue Schulden gemacht und alte abbezahlt werden.
„Ich fürchte, dass ein normaler Bürger nicht gerne hört, dass Banken Geld erschaffen können und es auch tun. …Und die über den Kredit einer Nation verfügen, lenken deren Politik und haben das Schicksal des Volkes in der Hand“
(Reginald McKenna, ehem. Vorsitzender der Midlands Bank of England)
Banken können dieses Geldsystem nur betreiben, wenn die Regierung kooperiert. Zunächst verabschieden Regierungen Gesetze, die eine Währung als gesetzliches Zahlungsmittel etablieren. Dann erlauben es Regierungen den privaten Banken, Kredite in dieser Währung auszuzahlen. Weiterhin setzen staatliche Gerichte Schuldforderungen um. Zu guter letzt verabschieden Regierungen Regelungen, um die Funktionalität und Glaubwürdigkeit dieses Geldwesens in den Augen der Öffentlichkeit zu sichern, während sie rein gar nichts tun, um die Öffentlichkeit darüber zu informieren, woher Geld eigentlich kommt.

Die einfache Wahrheit ist, dass sobald wir auf der gepunkteten Linie unterschreiben, um einen sogenannten Kredit zu erhalten, unsere Verpflichtung, ihn zurückzuzahlen, abgesichert durch die Güter, welche wir als „Sicherheit“ angeben und im Falle der Insolvenz abgeben müssen, das einzig wirklich Wertvolle bei diesem Handel darstellt. Für jeden der glaubt, dass wir unserer Verpflichtung nachkommen werden, stellt dieser Vertrag, oder Pfand, nun ein handliches, tauschbares und verkäufliches Stück Papier dar. Es ist ein Schuldschein, der einen echten Wert darstellt und daher eine Art Geld ist. Es ist genau das Geld, das der Schuldner gegen seinen sogenannten Kredit tauscht.

Nun bedeutet aber ein Kredit in der echten Welt, dass der Geber etwas zu verleihen haben muss. Wenn man einen Hammer benötigt, wird die Leihgabe eines Hammers, den es nicht gibt, nicht viel helfen. Aber in der künstlichen Welt des Geldes darf das Versprechen einer Bank, Geld zurückzuzahlen, das sie nicht hat, als Geld verbreitet werden. Und wir akzeptieren es als solches.
„So ist unser national umlaufendes Medium nun Transaktionen von Banken ausgeliefert, die verleihen – nicht Geld, sondern Versprechen Geld zu liefern, das sie nicht haben.“
(Irving Fisher, Ökonom und Autor)
Sobald der Kreditnehmer den Schuldvertrag unterschreibt, erfüllt die Bank ihren Teil des Handels, indem sie mit wenigen Tastenschlägen ein entsprechendes Guthaben des Schuldners bei der Bank erschafft. Vom Standpunkt des Schuldners wird daraus Schuldgeld auf seinem oder ihrem Konto. Weil die Regierung zulässt, dass die Schuld der Bank gegenüber dem Kreditnehmer in Fiat-Währung der Regierung verwandelt werden kann, muss jeder diese so annehmen – als Geld. Und wieder ist die zugrunde liegende Wahrheit sehr einfach: Ohne den Schuldvertrag, den der Kreditnehmer unterschrieben hat, hätte der Bankier rein gar nichts zu verleihen.

Haben Sie sich je gewundert, wie jeder – Regierungen, Konzerne, kleine Unternehmen, Familien – alle gleichzeitig verschuldet sein können in diesem astronomischen Ausmaß?

Haben Sie sich je gefragt, wie überhaupt so viel Geld zum Verleihen existieren kann?

Jetzt wissen Sie es! Gar nicht!

Banken verleihen kein Geld, sie erschaffen es ganz einfach aus Schulden. Und da Schulden potentiell unbegrenzt sind, ist es auch der Nachschub an Geld. Und, wie sich herausstellt, ist das Gegenteil ebenfalls wahr: Keine Schulden, kein Geld.

Ist es nicht erstaunlich, dass trotz unglaublichen Reichtums an Ressourcen, Innovation und Produktivität, die uns umgeben, beinahe jeder von uns – von Regierungen über Unternehmen bis zu Individuen – schwer bei Bankiers verschuldet sind?

Wenn die Leute nur innehalten und nachdenken würden:
Wie kann das sein? Wie kann es sein, dass die Leute, die tatsächlich den ganzen Reichtum in der Welt herstellen, verschuldet sind bei denen, die gerade mal das Geld verleihen, das diesen Reichtum darstellt.
Noch erstaunlicher ist, dass sobald wir begreifen, dass Geld eigentlich Schuld ist, wir begreifen, dass, würde es keine Schulden geben, es gar kein Geld gäbe.
„So ist unser Geldsystem. Gäbe es keine Schulden in unserem Geldsystem, dann gäbe es gar kein Geld“
(Mariner S. Eccles, Vorsitzender des Federal Reserve Board)
Wenn das für Sie Neuigkeiten darstellt, dann sind Sie nicht allein.

Die meisten stellen sich vor, dass wenn alle Schulden abbezahlt wären, es der Wirtschaft gut tun würde. Das stimmt sicherlich von einem persönlichen Standpunkt: Genau wie wir mehr Geld zum ausgeben haben, sobald unsere Kreditabzahlungen beendet sind, glauben wir, dass falls jeder schuldenfrei wäre, es insgesamt mehr Geld zum ausgeben gäbe. Aber das genaue Gegenteil ist wahr: Es gäbe überhaupt gar kein Geld mehr.

So ist es also, wir sind vollkommen abhängig von immer neuen Bankkrediten, damit es überhaupt Geld gibt. Keine Kredite, kein Geld – genau das, was während der Weltwirtschaftskrise passierte: Der Geldnachschub schwand drastisch, als der Nachschub an Krediten nachließ.
„Es ist ein erschütternder Gedanke: Wir sind vollkommen abhängig von den Banken. Jemand muss jeden Dollar, der im Umlauf ist, bar oder nicht, leihen. Wenn die Banken reichlich künstliches Geld herstellen, herrscht Wohlstand. Wenn nicht, verhungern wir. Wir haben absolut kein nachhaltiges Geldsystem. Sobald man einen Blick auf das gesamte System wirft, erscheint die tragische Absurdität unserer hoffnungslosen Lage unglaublich, aber so ist es.“
(Robert H. Hemphill, Kreditmanager, Federal Reserve Bank Atlanta)

Fortwährende Schulden

Und das ist noch nicht alles:

Banken erschaffen nur das Grundkapital. Sie erschaffen nicht die Menge, die für die Zinsen erforderlich ist. Doch wo soll die herkommen?

Der einzige Ort, an den Schuldner gehen können, um das Geld zu bekommen, die Zinsen zu bezahlen, ist die allgemein zugängliche Geldmenge. Aber fast alles darin wurde auf genau dieselbe Weise erschaffen – als Bankkredit, der zurückgezahlt werden muss mit mehr, als erschaffen wurde. Also gibt es überall andere Schuldner in derselben Lage: Verzweifelt versuchend, das Geld zu bekommen, das sie brauchen, um Schulden UND Zinsen zurückzubezahlen, aus der gesamten Geldmenge, die nur auf Grundschulden beruht. Es ist eindeutig unmöglich, dass jeder Grundschuld und Zinsen zurückzahlen kann, da das Geld für die Zinsen nun mal nicht existiert. (…)

Das große Problem ist, dass bei langfristigen Krediten wie Hypotheken und Staatsverschuldung die totalen Zinsen bei weitem die Grundschuld übertreffen. Es sei denn, es wird eine Menge zusätzlichen Geldes erschaffen, um die Zinsen zu zahlen, führt das zu einer sehr hohen Zahl an Insolvenzen und Schließungen und einer nicht funktionierenden Wirtschaft.

Um eine funktionierende Gesellschaft aufrechtzuerhalten, muss die Quote der Insolvenzen niedrig sein. Und um das zu erreichen, muss immer mehr Schuldgeld erschaffen werden, um den heutigen Bedarf an Geld zu stillen, also nur um die Zinsen zu bezahlen. Aber selbstverständlich wird dadurch die Gesamtschuld größer, und das führt zu immer mehr Zinsen, was schließlich in einer dauerhaft eskalierenden und unausweichlichen Spirale exponentiell steigender Verschuldung endet. Es liegt nur an der Zeitverzögerung zwischen der Gelderschaffung als Kredite, dass die allgemeine Geldknappheit nicht die Tatsachen einholt und das gesamte System zusammenbricht.

Wie dem auch sei: Während das unersättliche Kreditmonster der Banken größer und größer wird, wird die Notwendigkeit, mehr und mehr Geld zu schaffen, um es zu füttern immer dringlicher. Wieso sind die Zinssätze so niedrig? Wieso erhalten wir unaufgefordert Kreditkartenwerbung mit der Post? Wieso gibt die US-Regierung Geld schneller aus als jemals zuvor?

Könnte es ein Aufschieben des Zusammenbruchs des gesamten Geldsystems sein?

Ein vernünftiger Mensch muss fragen: Kann das wirklich ewig so weitergehen?

Ist ein Zusammenbruch nicht unausweichlich?
„Etwas, das man über unser Geldsystem wissen sollte, ist, dass es, genau wie bei der „Reise nach Jerusalem“, so lange die Musik spielt keine Verlierer gibt.“
(Andrew Gause, Geldhistoriker)
Geld vereinfacht Produktion und Handel. Steigt der Geldnachschub, verliert Geld zunehmend an Wert, es sei denn, die Menge an Handel und Gütern steigt proportional. Bedenkt man zudem, dass, wenn gesagt wird, die Wirtschaft wachse um 3% pro Jahr, das wie eine stetige Rate klingt – aber das ist sie nicht. 3% in diesem Jahr stellen mehr Güter und Dienstleistungen dar als 3% im letzten Jahr, denn es sind 3% des neuen Gesamtwertes. Statt einer Geraden, die man sich anhand der Worte vorstellt, ist es in Wirklichkeit eine exponentielle Kurve, die steiler und steiler wird.
„Das große Manko der Menschen ist unsere Unfähigkeit, die Exponentialfunktion zu verstehen“
(Albert A. Bartlett, Physiker)
Das Problem ist natürlich, dass ständiges Wachstum der echten Wirtschaft ständig ansteigenden Gebrauch von Rohstoffen und Energie erfordert. Mehr und mehr Dinge müssen aus Rohstoffen in Müll verwandelt werden, jedes Jahr bis in alle Ewigkeit, nur um den Zusammenbruch des Systems aufzuhalten.
„Jeder der glaubt, exponentielles Wachstum könne ewiglich in einer endlichen Welt fortschreiten, ist entweder ein Irrer oder ein Ökonom“
(Kenneth Boulding, Ökonom)
Was können wir gegen diese geradezu furchteinflößende Lage tun?

Eine Sache wäre, ein grundverschiedenes Konzept von Geld anzuerkennen. Es ist an der Zeit, dass mehr Leute sich und ihrer Regierung vier einfache Fragen stellen. Rund um die Welt leihen sich Regierungen Geld gegen Zinsen von privaten Banken. Staatsverschuldung ist ein wesentlicher Teil der Totalverschuldung. Die Zinsen zu decken bedarf eines großen Teils unserer Steuern.

Nun wissen wir, dass Banken das Geld, das sie verleihen, einfach „erfinden“, und Regierungen haben ihnen die Erlaubnis erteilt, das zu tun.

1. Die erste Frage ist: Warum leihen Regierungen das Geld von privaten Banken gegen Zinsen, wenn sie das Geld, das sie benötigen, auch genauso gut selbst – und zínsfrei – erstellen könnten?

2. Die zweite große Frage ist: Wieso überhaupt Geld als Schuld generieren? Wieso nicht Geld schaffen, das ständig umläuft, und nicht fortwährend gegen Zinsen erneut geliehen werden muss, um überhaupt zu existieren?

3. Die dritte Frage: wie kann ein Geldsystem, das nur unter beschleunigendem Wachstum funktioniert, genutzt werden, um eine nachhaltige Wirtschaft zu schaffen? Ist es nicht einleuchtend, dass beschleunigtes Wachstum und Nachhaltigkeit inkompatibel sind?

4. Zu guter letzt: Warum ist unser jetziges System vollständig abhängig von andauerndem Wachstum? Was muss geändert werden, um die Entstehung einer Nachhaltigen Wirtschaft zu ermöglichen?

Wucher

Es gab eine Zeit, da wurde jegliche Zinsnahme auf Kredite als Wucher bezeichnet und wurde mit harten Strafen geahndet, eingeschlossen dem Tod. Jede große Religion verbat Wucher. Die meisten Argumente gegen diese Praxis waren moralischer Natur: Es war anerkannt, dass der einzige legitime Zweck des Geldes die Vereinfachung des Handels echter Güter und Dienstleistungen war. Jedwede Art, Geld zu verdienen einfach indem man Geld hatte, wurde als das Verhalten eines Parasiten angesehen, oder eines Diebes.

Als jedoch der Kreditbedarf des Handels anstieg, wurden moralische Argumente schließlich durch das Argument abgelöst, dass Verleih ein Risiko beinhaltet als auch eine Gelegenheitseinbuße des Verleihers, und somit das Bestreben des Verleihers, einen Profit daraus zu schlagen, berechtigt sei. Heutzutage erscheint dieser Gedanke altmodisch. Heutzutage wird das Prinzip, Geld aus Geld zu machen, als Ideal angesehen, das man anstrebt. Wieso sollte man arbeiten, wenn man sein Geld für sich „arbeiten“ lassen kann? Wenn man jedoch versucht, sich eine nachhaltige Zukunft vorzustellen, ist klar, dass Zinsnahme nicht nur unmoralisch, sondern auch ein handfestes systemisches Problem ist.

Stellen Sie sich eine Gesellschaft und Wirtschaft vor, die über Jahrhunderte andauern kann, denn anstatt ihre Hauptvorräte an Energie zu plündern beschränkt sie sich auf ihren täglichen Ertrag. Es wird nicht mehr abgeholzt als in derselben Zeit nachwächst. Alle Energie ist erneuerbar: Solar, Wind, Geothermal, Magnetisch oder was wir sonst auch entdecken mögen. Diese Gesellschaft lebt innerhalb der Grenzen ihrer nicht erneuerbaren Rohstoffe, indem sie alles wieder verwendet und recycelt. Die Bevölkerung erhält sich selbst und bleibt stabil.

Eine solche Gesellschaft könnte niemals funktionieren auf der Grundlage eines Geldsystems, das vollkommen von andauernd beschleunigtem Wachstum abhängt. Eine stabile Wirtschaft würde ein Geldwesen benötigen, das zumindest in der Lage ist, stabil zu bleiben ohne zu kollabieren.

Nehmen wir an, dieser Kreis stellt das Gesamtvolumen einer stabilen Geldmenge dar. Nehmen wir weiterhin an, dass Geldverleiher tatsächlich Geld besitzen müssen, um es zu verleihen. Wenn nun manche innerhalb dieser Geldmenge anfingen, systematisch Geld gegen Zinsen zu verleihen, würde ihr Anteil an der Geldmenge wachsen. Wenn sie alles beständig weiterverleihen würden – eingeschlossen der eingenommenen Zinsen – was wäre das unausweichliche Ergebnis?

Ob nun Gold, Fiat- oder Schuldgeld – es ist gleich: Die Geldverleiher hätten schließlich alles Geld. Und nach den Schließungen und Insolvenzen sogar noch alle echten Besitztümer. Nur wenn die Gewinne des Verleihs gegen Zins gleichmäßig innerhalb der Bevölkerung verteilt würden, wäre dieses Kernproblem beseitigt. Schwere Besteuerung von Bankgewinnen könnte dieses Ziel erreichen – aber wieso sollten Banken dann weiterhin Interesse an ihrem Geschäft haben? Wenn wir jemals in der Lage sein wollen, uns aus der derzeitigen Lage zu befreien, könnten wir uns das Bankwesen geführt als gemeinnützigen Dienst an der Gesellschaft vorstellen, der die Zinseinnahmen als allgemeine Bürgerdividende ausschüttet; oder Verleih ohne überhaupt Zinsen zu verlangen.
„Ich habe noch nie jemanden gesehen, der durch Logik und Verstand begründen konnte, weshalb die Regierung ihr eigenes Geld leihen sollte …Ich glaube die Zeit wird kommen, in der die Leute fordern werden, dass dies geändert wird. Ich glaube in diesem Land wird die Zeit kommen, in dem sie sogar Sie, mich und alle anderen mit dem Kongress verbundenen Leute beschuldigen werden, die nichts getan und zugesehen haben, während dieses idiotische Spiel weiterlief.“
(Wright Patman, demokratischer Abgeordneter 1928-1976,
Vorsitzender des Komitees für Bankwesen und Währungen 1963-75)

Das System verändern

Wenn es die grundlegende Natur des Systems ist, die die Probleme verursacht, wird flicken daran sie niemals lösen. Das System selbst muss ausgetauscht werden.

Viele Kritiker des Geldwesens fordern eine Rückkehr zum goldgedeckten Geld und behaupten, Gold habe eine lange Geschichte der Verlässlichkeit. Sie vernachlässigen die vielen Schwindel, die mit Gold betrieben werden können: Münzen abschaben, das Metall verdünnen, den Markt bestimmen, was alles reichlich im alten Rom betrieben wurde und zu seinem Niedergang beitrug.

Manche befürworten Silber, das es häufiger vorkommt als Gold und deshalb schwieriger zu monopolisieren ist. Viele stellen die Frage, ob man überhaupt zurück zu Edelmetallen wechseln sollte – niemand möchte wieder schwere Beutel mit Münzen herumschleppen, um einkaufen zu gehen. Mit Sicherheit wäre Papier-, Digital-, Plastik-, oder wahrscheinlicher biometrisch gekennzeichnetes Geld das tatsächliche Tauschmittel, mit demselben Potential, unendlich viel Schuldgeld zu erschaffen, das wir bereits heute haben. Darüber hinaus: Würde Gold einmal mehr die einzige Grundlage des Geldes sein, hätten die, die kein Gold besitzen, auf einmal kein Geld.

Andere Befürworter einer Währungsreform schlussfolgerten, dass Gier und Unehrlichkeit die Hauptprobleme sind, und dass es bessere Wege geben muss, ein ehrliches und gerechtes Geldsystem zu erschaffen, als wieder auf Gold und auf Silber zu bauen. Erfinderische Geister haben eine Vielzahl alternativer Wege vorgeschlagen, Geld zu generieren.

Viele private Tauschsysteme erzeugen Geld als Schuld, so wie es Banken tun, aber es wird offen gemacht und ohne Zinsen zu fordern. Ein Beispiel ist ein Tauschsystem, in dem Schulden als Verpflichtung für Arbeitsstunden ausgedruckt werden, wobei alle Arbeit gleich bewertet wird mit einem Geldbetrag, der dann den Tausch von Stunden in den Preis von Gütern erlaubt. Diese Art Geldwesen kann von jedem aufgestellt werden, der eine Möglichkeit hat, die Buchführung zu erledigen und gewillte, vertrauenswürdige Beteiligte zu finden. Ein lokales Tauschhandelssystem zu erstellen, selbst wenn es im Moment kaum von Nutzen wäre, wäre ein umsichtiger Plan für den Notfall in jeder Gemeinde.

Eine Währungsreform, genau wie eine Wahlrechtsreform, ist ein großes Thema und eines, das den Willen zur Veränderung und zum Querdenken voraussetzt. Eine Währungsreform, wieder wie eine Wahlrechtsreform, wird nicht von selbst stattfinden, da die enorm einflussreichen Interessen, die vom Status Quo profitieren, ihr Möglichstes tun werden, um ihren Vorteil zu erhalten.

Jetzt da wir gesehen haben, dass Geld nur ein Gedanke ist und dass in Wirklichkeit alles Geld sein kann, was wir dazu machen, hier ein sehr einfaches alternatives Konzept von Geld als Erwägung. Diese Variante beruht auf Systemen, die in der Vergangenheit funktioniert haben, in England und Amerika. Systemen, die von den Goldschmieden/Bankiers und ihrem System untergraben wurden:

Um eine Wirtschaft auf der Grundlage von dauerhaftem, zinslosen Geld zu schaffen, könnte Geld einfach von der Regierung erschaffen und der Wirtschaft zugeführt werden; vorzugsweise durch den Bau haltbarer Infrastruktur, die der Wirtschaft nutzt, so wie Strassen, Brücken, Häfen und öffentlichen Märkten. Dieses Geld würde nicht als Schuld erschaffen werden, sondern als Wert – ein Wert in Form dessen, wofür es ausgegeben wurde. Würde dieses neue Geld einen entsprechenden Handelszuwachs fördern, der seine Nutzung erforderlich machen würde, würde das keine Inflation nach sich ziehen. Wenn Regierungsausgaben aber doch zu Inflation führen würden, gäbe es zwei Möglichkeiten:
o Inflation als Entsprechung einer allgemeinen Steuer auf Geld – ob das Geld nun 20% an Wert verliert oder die Regierung 20% des Geldes von uns einzieht, die Auswirkung auf unsere Kaufkraft ist dieselbe. So gesehen könnte Inflation anstelle von Besteuerung politisch vertretbar sein, wenn damit gut und in
Grenzen gehaushaltet wird.

o Oder aber die Regierung könnte Inflation entgegenwirken, indem sie Steuern aus dem System entzieht und somit die
Geldmenge verringert und ihren Wert stabilisiert.
Um Deflation zu steuern – den Vorgang fallender Löhne und Preise – würde die Regierung einfach mehr Geld schaffen und ausgeben. Ohne konkurrierende private Schuldgeld-herstellung hätten Regierungen wirksamere Mittel, um die Geldmenge des Staates zu kontrollieren. Die Öffentlichkeit wüsste, wer die Schuld trägt, wenn etwas schief liefe. Regierungen würden an ihrer Fähigkeit, den Geldwert stabil zu halten, gemessen werden. Die Regierung würde weiterhin durch Steuern finanziert, wie jetzt schon, aber die Steuergelder würden sehr viel mehr nützen, da nichts davon gebraucht werden würde, um Zinsen an private Bankiers zu bezahlen. Es könnte keine Staatsschulden geben, falls die Regierung einfach das benötigte Geld schaffen würde. Unsere gemeinschaftliche ständige Knechtschaft zu den Banken durch Zinsen auf die Staatsschuld wäre nicht länger möglich.
„Geld ist eine neue Form der Sklaverei, unterschieden von der alten lediglich durch die Tatsache, dass sie unpersönlich ist – es gibt keine Zwischenmenschlichkeit zwischen Herr und Sklave.“ (Leo Tolstoi)
Die Unsichtbare Macht
„Niemand ist mehr Sklave, als der, der sich für frei hält, ohne es zu sein.“
(Johann Wolfgang von Goethe)
Was uns glauben gemacht wurde Demokratie und Freiheit zu sein, ist in Wirklichkeit eine raffinierte und unsichtbare Art wirtschaftlicher Diktatur. Solange unsere Gesellschaft vollständig abhängig von ständig erneuerten Bankkrediten ist, um die Geldmenge zu erhalten, werden Bankiers in der Position sein zu entscheiden, wer das Geld bekommt, das er braucht, und wer nicht.
„Das moderne Bankwesen stellt Geld aus dem Nichts her. Der Vorgang ist vielleicht der verblüffendste Taschenspielertrick, der jemals erfunden wurde. Das Bankwesen wurde ersonnen im Frevel und geboren in Sünde. Bankiers besitzen die Welt. Nimm sie ihnen aber lass ihnen die Macht, Geld zu erschaffen, und mit einem Federstrich werden sie genug Geld haben, um sie wieder zurückzukaufen …
Nimm ihnen diese gewaltige Macht, und alle großen Vermögen wie meines werden verschwinden. Und sie sollten verschwinden, denn so wäre dies eine bessere und fröhlichere Welt. Aber wenn du weiterhin Sklave der Banken sein und den Preis deiner eigenen Versklavung zahlen willst, dann lasse die Bankiers weiter Geld erschaffen und die Kredite kontrollieren.“
(Sir Josiah Stamp, Direktor der Bank of England 1928-41)
(dem nachgesagt wird, zu der Zeit der zweitreichste Mann Englands gewesen zu sein)


„Das Unvermögen der Kolonisten, ihr eigenes Geld dauerhaft ohne George III und die internationalen Bankiers auszustellen, war der Hauptgrund für den Unabhängigkeitskrieg“
(Benjamin Franklin)


Wenige Leute sind sich heutzutage bewusst, dass die Geschichte der USA seit der Revolution von 1776 größtenteils die Geschichte eines epischen Kampfes um die dauerhafte Freiheit von der Kontrolle der europäischen internationalen Banken war. Dieser Kampf wurde schließlich im Jahre 1913 verloren, als Präsident Woodrow Wilson den „Federal Reserve Act“ unterschrieb und damit dem internationalen Bankenkartell die Kontrolle über Amerikas Geld übertrug.
„Ich bin ein zutiefst unglücklicher Mann. Ich habe unwissentlich mein Land ruiniert. Eine große industrielle Nation wird von ihrem Kreditwesen kontrolliert. Unser Kreditwesen ist vereinigt. Daher ist das Wachstum unserer Nation und alle unsere Tätigkeiten in den Händen einiger weniger. Wir sind eine der schlechtregiertesten, meistkontrollierten und beherrschten Regierungen der zivilisierten Welt. Nicht länger eine Regierung der freien Meinung, nicht länger eine Regierung der Überzeugung oder des Mehrheitsentscheides, sondern eine Regierung der Ansichten und Nötigungen einer kleinen Gruppe beherrschender Männer.“
(Woodrow Wilson, Präsident der USA 1913-21)
Die Macht dieses Systems ist tief verwurzelt, genau wie das erzieherische und mediale Schweigen zu diesem Thema. Vor Jahren befragte der kanadische stellvertretende Premierminister eine Menge Nichtökonomen, Intellektuelle sowie ‚Otto-Normalbürger’ auf der Strasse und fand heraus, dass nicht einer von ihnen ein zutreffendes Bild von der Geldentstehung hatte. Tatsächlich kann man wohl sagen, dass die meisten Leute, eingeschlossen der sichtbaren Mitarbeiter der Banken, dem Thema niemals einen Gedanken gewidmet haben.

Und Sie?

„All die Ratlosigkeit, Verwirrung und Verzweiflung in Amerika entsteht nicht so sehr durch Fehler in der Verfassung oder des Staatenbundes, nicht durch Mangel an Ehre oder Tugend, als durch die ausgesprochene Ignoranz gegenüber dem Wesen von Geld, Kredit und Geldkreislauf.“
(John Adams, Urheber der amerikanischen Verfassung)
Das moderne Geld als Schuldsystem wurde vor etwas mehr als 300 Jahren begründet, als die erste „Bank of England“ eingerichtet wurde durch die königliche Charta zum fraktionalen Verleih von Schecks auf Gold in einem bescheidenen Verhältnis von 2:1. Dieses bescheidene Verhältnis war nur der sprichwörtliche „Fuß in der Tür“, das System ist inzwischen weltumspannend, erschafft nahezu unbegrenzte Mengen an Geld aus dem Nichts, und bindet beinahe jeden Erdenbürger an eine ständig wachsende Schuld, die niemals abbezahlt werden kann. Hätte es zufällig dazu kommen können oder ist es eine Verschwörung?

Offensichtlich steht hier sehr viel auf dem Spiel.

„Wer auch immer die Geldmenge in unserem Land kontrolliert, ist der uneingeschränkte Herrscher über den gesamten Handel und die Industrie … Und sobald man begreift, dass das ganze System sehr einfach gesteuert werden kann, so oder so, durch einige wenige an seiner Spitze, dann braucht einem nicht mehr erklärt werden, woher Zyklen der Inflation und Rezession kommen.“
(James A. Garfield, ermordeter Präsident der USA)

„Die Regierung sollte sämtliches Geld und Guthaben schaffen und in Umlauf bringen, das sie braucht, um den Bedarf ihrer selbst und den aller Konsumenten zu decken. Durch Einführung dieses Prinzips würden die Steuerzahler Unmengen an Zinsen sparen. Das Privileg, Geld zu schaffen und auszuteilen, ist nicht nur das höchste Vorrecht der Regierung, sondern auch ihre größte gestalterische Einflussmöglichkeit.“
(Abraham Lincoln, ermordeter Präsident der USA)

„Bis die Geldschöpfung wieder der Regierung obliegt und als ihre deutlichste und heiligste Verantwortung anerkannt wird, ist alles Gerede über Souveränität des Parlaments und Demokratie leer und aussichtslos … Sobald eine Nation diesen Einfluss abtritt, ist es gleich, wer ihre Gesetze schreibt …Zinswucher, sobald wirksam, zerstört jede Nation.“
(William Lion Mackenzie King, ehem. Premierminister von Kanada)
(der die Bank von Kanada verstaatlichte)

„Wir sind dankbar gegenüber der Washington Post, New York Times, TIME Magazin und anderen großen Publikationen, deren Chefs unseren Treffen beigewohnt und ihre Versprechen der Verschwiegenheit für beinahe 40 Jahre gehalten haben. Es wäre unmöglich gewesen, unseren Plan für die Welt zu entwickeln, wenn wir in all den Jahren im Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden hätten. Aber die Welt ist nun weiter fortgeschritten und bereit, in Richtung einer Weltregierung zu marschieren. Die übernationale Herrschaft einer intellektuellen Elite und den Weltbankiers ist sicherlich vorzuziehen gegenüber der nationalen Selbstbestimmung, die in vergangenen Jahrhunderten praktiziert wurde.“
(David Rockefeller, in einer Ansprache eines Treffens der Trilateral Commission 1991)

„Nur die kleinen Geheimnisse müssen gewahrt werden, die großen wahren sich selbst aufgrund öffentlichen Unglaubens.“
(Marshall McLuhan, Medienguru)

Money as Debt by Paul Grignon
http://moneyasdebt.net/
Credits:
„Money as Debt“ owes its origin to the work of many dedicated educators and advocates of monetary reform. It is intended as a general introduction to the conceptual basis of money.
2006 Paul Grignon all rights reserved

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