Dienstag, 30. September 2008

Armee stationiert Kampftruppen in den USA gegen zivile Unruhen

Von Bill Van Auken
30. September 2008
aus dem Englischen (25. September 2008)

Zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte stationiert das Militär eine aktive reguläre Armee-Kampfeinheit auf Dauer im Innern der Vereinigten Staaten. Sie soll für Notfälle bereit stehen, unter anderem zur Bekämpfung ziviler Unruhen.

Ab dem 1. Oktober wird die Erste Kampfbrigade der Dritten Division (First Brigade Combat Team) unter dem Kommando der US-Armee-Nord stehen, die zum Northern Command (NorthCom) des Pentagon gehört. Das NorthCom ist nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 mit der ausdrücklichen Aufgabe geschaffen worden, das amerikanische Staatsgebiet zu verteidigen und Bundes-, Staats- und kommunale Behörden zu unterstützen.
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Die Einheit mit dem Spitznamen "die Raiders" zählt zu den Armeeeinheiten mit besonderer Kampferfahrung. In den letzten fünf Jahren war sie fast drei Jahre im Irak im Einsatz, wo sie 2003 an der Spitze des Angriffs auf Bagdad stand und den Häuserkampf in Ramadi anführte, um den Widerstand zu unterdrücken. Sie war das erste Brigade Kampfteam, das dreimal in den Irak geschickt wurde.

Aktive Einheiten wurden zwar auch schon bisher vorübergehend im Innern eingesetzt, wie zum Beispiel die kampfmäßig ausgerüsteten Truppen, die nach New Orleans geschickt wurden, als die Stadt nach dem Hurrikan Katrina praktisch unter Kriegsrecht stand. Aber hier hat zum ersten Mal eine Kampfeinheit der Armee einen Stationierungsbefehl erhalten, der ihr amerikanischen Boden als "Kampfzone" zuweist.

Das Pentagon betont in seinen offiziellen Verlautbarungen die Bedeutung spezialisierter Einheiten für den Fall eines Terrorangriffs in den USA. General George Casey, Generalstabschef der Armee, besuchte letzte Woche eine Einsatzübung von ungefähr 250 Mitgliedern der Einheit in Fort Stewart in Georgia. Nach Angaben des Armee-Pressebüros standen im Zentrum der Übung "Such- und Rettungsflüge, die Bergung Verwundeter und die Dekontaminierung von Menschen nach einem katastrophalen Atomangriff im Herzen des Landes."

"Wir befinden uns im Krieg mit einem globalen extremistischen Netzwerk, das nicht einfach verschwindet", sagte Casey den Soldaten. "Ich hoffe, wir werden sie nicht brauchen, aber wir müssen die Fähigkeiten haben."

Aber die Mission der 4.000 Soldaten des First Brigade Combat Team besteht nicht einfach darin, die Opfer von Terroranschlägen zu retten. Ein Artikel von Anfang des Monats in der Army Times ("Brigade homeland tours start Oct. 1"), einer Zeitschrift, die sich in der Armee großer Beliebtheit erfreut, zeichnet ein anderes und wesentlich bedrohlicheres Bild.

"Es kann sein, dass sie gebraucht werden, um bei zivilen Unruhen und der Kontrolle über Menschenmengen zu helfen", berichtet die Zeitung. Sie zitiert den Kommandanten der Einheit, Oberst Robert Cloutier, mit der Aussage, die Soldaten des 1. BCT würden in der Verwendung "des ersten nicht-tödlichen Waffenpakets im Arsenal der Armee" ausgebildet. Die Waffen, berichtet die Zeitung, "sollen unbotmäßige oder gefährliche Personen unter Kontrolle bringen, ohne sie zu töten." Zu der Ausrüstung gehören Gummigeschosse, Schilde, Schlagstöcke und Material zur Errichtung von Straßensperren.

Wie es scheint, haben die Soldaten den Befehl bekommen, im Rahmen der Ausbildung für ihren Einsatz in den USA diese nicht-tödlichen Waffen aneinander auszutesten.

"Ich bin als erster in der Brigade ‚getasert’ worden", sagte Oberst Cloutier der Army Times. Er beschrieb die Wirkung der Elektroschockwaffe als "der schlimmste Muskelkrampf, den du jemals hattest, am ganzen Körper, und das mit 10-facher Stärke."

Die Bemerkungen des Oberst lassen vermuten, dass die einfachen Soldaten in der Vorbereitung ihres Einsatzes an der "Heimatfront" ebenso routinemäßig getasert werden. Der brutalisierende Effekt und die Absicht eines solchen makaberen Trainings besteht darin, die Soldaten gegen Mitleid mit dem Schmerz immun zu machen. Mit Zivilisten, gegen die sie diese nicht-tödlichen Waffen möglicherweise einsetzen müssen, sollen sie kein Mitleid haben.

Militärsprechern zufolge, die in der Army Times zitiert werden, ist der dauerhafte Einsatz des First Brigade Combat Teams der Beginn der Stationierung regulärer Armeeeinheiten in den USA. Die Einheiten, die an diesem Einsatz teilnehmen, werden jährlich wechseln.

In einem Online-Interview fragten Reporter Anfang des Monats Offiziere von NorthCom nach der Bedeutung dieses neuen Einsatzgebiets für das Posse-Comitatus-Gesetz. Dieses 230 Jahre alte Gesetz verbietet den Einsatz von amerikanischem Militär für Polizeiaufgaben innerhalb der USA.

Oberst Lou Volger, NorthComs künftiger Operationschef, versuchte die Polizeiaufgaben herunterzuspielen, fügte dann aber doch hinzu: "Wir werden mit den Polizeikräften zusammenarbeiten, um die Situation zu verstehen und immer über die Gefahrenlage im Bilde zu sein."

Volger gab zu, was nicht zu leugnen war, dass das Brigade Combat Team eine militärische Einheit ist. Er versuchte aber, die Wahrscheinlichkeit herunterzuspielen, dass sie je eine militärische Rolle spielen werde. Sie "hat Sicherheitspersonal", sagte er, "sie nennen sie Sicherheitskräfte, aber diese sollen eigentlich nur sicherstellen, dass wir unsere eigenen Basen organisieren und bewachen können."

Oberstleutnnat James Shore, ein anderer NorthCom-Offizier, fiel ein: "Nehmen wir an, es entwickelte sich tatsächlich ein Szenarium, das man als zivile Unruhen bezeichnen könnte - selbst dann wäre noch eine Direktive des Präsidenten notwendig, dass es zu einem Einsatz kommen könnte, wie Sie ihn andeuten."

Es ist zwar noch nicht klar, wie es zu so einer Intervention kommen könnte. Aber Oberst Cloutier und seine Truppen bereiten sich jedenfalls schon darauf vor und üben den Einsatz von "nicht-tödlichen" Waffen zur Unterdrückung von Zivilisten.

Auch wenn die Militärführung versucht, in dieser Frage abzuwiegeln, bleibt es Realität, dass die Einmischung des Militärs in innenpolitische Angelegenheiten in den letzten Jahren schon stark zugenommen hat. Zwei quasi Kolonialkriege haben ihm im politischen Leben der USA schon eine viel stärkere Rolle verschafft.

Die Bush-Regierung bemüht sich, alle Hemmnisse für den Einsatz des Militärs für die Unterdrückung im Inland zu beseitigen. So fügte das Pentagon 2007 in seinen Haushaltsentwurf eine Maßnahme zur Änderung des Posse-Comitatus-Gesetzes ein. Damit sollte der Weg für den Einsatz des Militärs in den USA frei gemacht werden, für den Fall einer Naturkatastrophe, eines Terroranschlags oder "anderer Umstände, die den Präsidenten zum Schluss zwingen, innenpolitische Gewalt habe ein solches Ausmaß angenommen, dass die Bundesstaaten allein die öffentliche Ordnung nicht mehr aufrecht erhalten können."

Die Bestimmung gewährte dem Präsidenten weitgehende Vollmacht, das Kriegsrecht zu verhängen und aus zahlreichen Gründen einen "Notstand" zu erklären. Das hätte ihm erlaubt, Truppen überall in den Vereinigten Staaten einzusetzen, und das Kommando über die Nationalgarde der Bundesstaaten zu übernehmen, ohne auf die Zustimmung der Gouverneure angewiesen zu sein, "um öffentliche Unruhen zu unterdrücken".

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Die Bestimmung wurde im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Pentagon 2008 vom Kongress wieder gekippt, aber die Absicht wird weiter verfolgt. Wenn man sich die weitgehenden Vollmachten anschaut, die das Weiße Haus im Namen des Oberkommandierenden im globalen Krieg gegen den Terror für sich beansprucht - die Suspendierung von Habeas Corpus, umfassende Ausspähung der Bevölkerung, und Folter -, gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass es juristischen Beschränkungen für die Anwendung militärischer Gewalt im Inneren respektieren würde.

Es ist wohl kein Zufall, dass die Stationierung von US-Kampftruppen "als schnelle Eingreiftruppe der Bundesregierung im Falle natürlicher oder von Menschen verursachter Notfälle oder Katastrophen" - so die Worte der Army Times - mit dem Ausbruch des größten wirtschaftlichen Notstands und Finanzdesasters seit der Großen Depression der 1930er Jahre zusammenfällt.

Der wirkliche Grund für die zunehmenden Vorbereitungen für den Einsatz des amerikanischen Militärs in den USA selber sind nicht die Ereignisse des 11. September 2001 oder die Gefahr, dass sie sich wiederholen könnten. Vielmehr ist die innenpolitische Mobilisierung der Armee eine Reaktion des amerikanischen herrschenden Establishments auf die zunehmende politische Instabilität.

Unter den Bedingungen der Wirtschaftskrise droht die beispiellose gesellschaftliche Kluft, die die arbeitende Bevölkerung von der obszön reichen Finanzelite trennt, den bestehenden politischen Rahmen zu sprengen.

Siehe auch:
Säuberung bei der Air Force: wachsende Spannungen in einem militarisierten Staat
(10. Juni 2008)

Quelle: WSWS

Freitag, 19. September 2008

Die Welt als Schachbrett

Bild: Zbig­niew Brzezinski
Wikimedia Public domain
Der neue Kalte Krieg des Obama-Beraters Zbigniew Brzezinski (Teil I)

Von Hauke Ritz

Der 1928 in Warschau geborene Zbig­niew Brzezinski gilt neben Henry M. Kissinger und Samuel P. Huntington als graue Eminenz unter den US-Geostrategen. Er trägt durch seine Beratertätigkeit für US-Präsident James Carter von 1977 bis 1981 u. a. eine Mitverantwortung an der Talibanisierung Afghanistans, unterstützten die Vereinigten Staaten doch die Mudschaheddin massiv im Kampf gegen die UdSSR. Nach Brzezinskis Bekunden wollten die USA die Sowjetunion in die »afghanische Falle« locken und ihnen so »ihr Vietnam« bereiten. Heute ist er Professor für Amerikanische Außenpolitik an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, Berater am Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington D.C. und Verfasser von politischen Sachbüchern. Daneben betätigt sich Brzezinski als Berater für mehrere große US-amerikanische und internationale Unternehmen. Unlängst geriet er wieder in die Schlagzeilen, als über die Medien verbreitet wurde, daß er in das außenpolitische Team des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama eingetreten ist.

In dem folgenden Artikel untersucht Hauke Ritz die geopolitischen Konzepte Brzezinskis. Der jW-Beitrag ist die stark gekürzte Fassung eines Textes aus »Quo vadis, Amerika? Die Welt nach Bush«. Das 288 Seiten umfassende Buch mit 24 Beiträgen von u. a. Norman Birnbaum, Saskia Sassen und Immanuel Wallerstein ist soeben im Verlag der Blätter für deutsche und internationale Politik erschienen und kostet 12 Euro (blaetter.de). (jW)

Die politischen Zyklen der westlichen Welt sind eng verknüpft mit den Amtszeiten amerikanischer Präsidenten. Mit jedem neuen US-Präsidenten verändert die Welt ein wenig ihren Charakter. So war die Präsidentschaft William Clintons mit einer optimistisch nach außen vertretenen Globalisierung verbunden. Was im Heimatland des Imperiums eine riesige Finanzblase erzeugte, führte allerdings von Südostasien über Rußland bis Argentinien zu einer ganzen Reihe von tragischen Wirtschaftskrisen. Die Amtszeit George W. Bushs war eng verknüpft mit dem »Krieg gegen den Terror«. Der selbsternannte Kriegspräsident gewöhnte die Welt an die Wiedereinführung von Folter und geheimen Gefängnissen. Nach acht Jahren Amtszeit ist das internationale Ansehen der Vereinigten Staaten stark beschädigt und beschränkt zunehmend auch den Bewegungsspielraum US-amerikanischer Außenpolitik.

Nun bereiten sich die Vereinigten Staaten erneut auf einen Regierungswechsel vor. Man fragt sich, welcher Flügel der Elite nun an die Macht kommen wird und womit die Welt als nächstes zu rechnen hat. Vieles deutet darauf hin, daß Barack Obama die besten Aussichten hat. Umso mehr stellt sich die Frage, wie der von ihm propagierte »Wandel« aussehen wird.

Obama wird von dem Multimilliardär Georg Soros und dem ehemaligen Sicherheitsberater unter Präsident James Carter, Zbigniew Brzezinski, unterstützt. Brzezinski ist zugleich als außenpolitischer Berater Obamas tätig. Als graue Eminenz unter den US-Geostrategen verkörpert er die Sichtweisen und Interessen eines ganzen Flügels der amerikanischen Elite. Aufgrund seines intellektuellen Ranges muß sein Einfluß sehr hoch veranschlagt werden.

Hinzu kommt noch, daß Zbigniew Brzezinskis Tochter, die Fernsehmoderatorin Mika Brzezinski, Obama unterstützt, während ihr Bruder Mark Brzezinski zu den Beratern Obamas gehört. Vieles spricht deshalb dafür, daß in einer Präsidentschaft Obamas die geopolitischen Vorstellungen der »Brzezinski-Fraktion« zum Tragen kommen.

Zbigniew Brzezinski gilt neben Henry Kissinger als der führende Stratege US-amerikanischer Außenpolitik im 20. Jahrhundert. In seinem jüngsten Buch »Second Chance« aus dem Sommer 2007 unterzieht er die Regierungen Bush I, Clinton und Bush II einer fundamentalen Kritik. Nach seiner Ansicht haben sie die Chance unzureichend genutzt, nach dem Zusammenbruch der UdSSR ein System dauerhafter amerikanischer Vorherrschaft zu errichten. Er schlägt deshalb vor, die unilaterale Politik einzuschränken und verstärkt auf Kooperationen und Absprachen mit Europa und China zu setzen. Auch mit Syrien, Iran und Venezuela sollen Verhandlungen aufgenommen werden – ganz wie Barack Obama dies bereits angekündigt hat. Zugleich soll jedoch Rußland isoliert und möglicherweise auch destabilisiert werden.

Die wesentliche Differenz zwischen Brze­zinski und den Neokonservativen besteht im Verhältnis zum Islam und zu Israel. Brzezinski setzt sich für eine konstruktive Lösung des Israel-Palästina-Konfliktes ein. Als klassischem Geopolitiker sind ihm, anders als Bush junior, religiöse Motive fremd. In jüngster Zeit trat er zudem als Kritiker einer Politik auf, die sich auf einem Kampf der Kulturen begründet. Doch diese Differenzen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich Brzezinski hinsichtlich des Ziels amerikanischer Vorherrschaft mit den Neokonservativen einig ist.

Glaubten die Neocons, das Ziel der US-amerikanischen Hegemonie durch die direkte militärische Kontrolle der Ölvorräte des Nahen Ostens zu erreichen, so könnte sich unter einer von Brzezinski beeinflußten Präsidentschaft Obamas der Schwerpunkt amerikanischer Außenpolitik auf die aufsteigenden Rivalen Rußland und China verlagern. Eine von Brzezinski beeinflußte Politik Obamas hätte zum vorrangigen Ziel, eine weitere Vertiefung der Bündnisbeziehungen zwischen beiden Staaten, wie sie sich in der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) vorbereiten, zu verhindern. Ziel wäre es, China durch spezielle Angebote aus dem Bündnis zu lösen – und Rußland zu isolieren. [...]

Die »Zweite Chance«

Das 1997 veröffentlichte Buch »The Grand Chessboard« (Das große Schachbrett), Brzezinskis Hauptwerk, gewährt einen tiefen Einblick in die langfristigen Interessen US-amerikanischer Machtpolitik. Es enthält einen analytischen Abriß der geopolitischen Zielsetzungen der Vereinigten Staaten für einen Zeitraum von 30 Jahren.

In der deutschen Übersetzung heißt das Buch »Die einzige Weltmacht«.1 Dieser Titel bezeichnet den ersten Grundsatz, nämlich den erklärten Willen, die »einzige« und – wie Brzezinski es nennt – sogar »letzte« Weltmacht zu sein. Noch entscheidender ist jedoch die zweite Prämisse. Derzufolge ist Eurasien »das Schachbrett, auf dem der Kampf um globale Vorherrschaft auch in Zukunft ausgetragen wird«. (S. 57)

Diesem zweiten Grundsatz liegt die Einschätzung zugrunde, daß eine Macht, die in Eurasien die Vorherrschaft gewinnt, damit auch die Vorherrschaft über die gesamte übrige Welt gewonnen hätte. »Dieses riesige, merkwürdig geformte eurasische Schachbrett – das sich von Lissabon bis Wladiwostok erstreckt – ist der Schauplatz des global play« (S. 54), wobei »eine Dominanz auf dem gesamten eurasischen Kontinent noch heute die Voraussetzung für globale Vormachtstellung ist«. (S. 64) Und zwar einfach deshalb, weil Eurasien der mit Abstand größte Kontinent ist, auf dem 75 Prozent der Weltbevölkerung leben und der drei Viertel der weltweit bekannten Energievorkommen beherbergt. [...]

Brzezinski kommt [...] zu dem Schluß, daß das erste Ziel amerikanischer Außenpolitik darin bestehen muß, »daß kein Staat oder keine Gruppe von Staaten die Fähigkeit erlangt, die Vereinigten Staaten aus Eurasien zu vertreiben oder auch nur deren Schiedsrichterrolle entscheidend zu beeinträchtigen.« (S. 283) Es gelte, »die Gefahr eines plötzlichen Aufstiegs einer neuen Macht erfolgreich« hinauszuschieben. (S. 304) Die USA verfolgen das Ziel, »die beherrschende Stellung Amerikas für noch mindestens eine Generation und vorzugsweise länger zu bewahren«. Sie müssen »das Emporkommen eines Rivalen um die Macht (...) vereiteln«. (S. 306)

Diese Äußerungen klingen zehn Jahre nach Erscheinen des Buches und nach dem Scheitern der Bush-Regierung außerordentlich fragwürdig. In seinem jüngsten Buch erkennt Brzezinski jedoch eine »zweite Chance«, das Bemühen um eine dauerhafte amerikanische Vorherrschaft umzusetzen. Dies wird besonders deutlich an der Rolle, die Brzezinski – ganz wie Obama – damals wie heute Europa zuspricht. Ein transatlantisch orientiertes Europa habe für die USA die Funktion eines Brückenkopfes auf dem eurasischen Kontinent (S. 91). Gemäß dieser Logik würde eine EU-Erweiterung nach Osten zwangsläufig auch eine Osterweiterung der NATO nach sich ziehen. Diese wiederum – so die Idee – soll den amerikanischen Einfluß weit nach Zentralasien ausdehnen und einen Machtvorsprung gegenüber Konkurrenten sichern: »Amerikas zentrales geostrategisches Ziel in Europa läßt sich also ganz einfach zusammenfassen: Durch eine glaubwürdigere transatlantische Partnerschaft muß der Brückenkopf der USA auf dem eurasischen Kontinent so gefestigt werden, daß ein wachsendes Europa ein brauchbares Sprungbrett werden kann, von dem aus sich eine internationale Ordnung der Demokratie und Zusammenarbeit nach Eurasien hinein ausbreiten läßt« (S. 129).

Brzezinski war sich jedoch bereits 1997 bewußt, daß auch bei erfolgreicher Umsetzung dieses Plans die Weltmachtposition der USA nur von kurzer Dauer sein kann. Warnend schreibt er an anderer Stelle: »Amerika als die führende Weltmacht hat nur eine kurze historische Chance. Der relative Frieden, der derzeit auf der Welt herrscht, könnte kurzlebig sein« (S. 303). Deshalb definiert er als langfristiges Ziel des Machterhalts die Fähigkeit, »ein dauerhaftes Rahmenwerk globaler geopolitischer Zusammenarbeit zu schmieden«. (S. 305) Er spricht in diesem Zusammenhang auch von einem »transeurasischen Sicherheitssystem (TSEE)« (S. 297), das über die Grenzen einer nach Zentralasien erweiterten NATO hinaus Kooperationen mit Rußland, China und Japan beinhalten würde. Europa käme dabei die Rolle eines »Eckpfeilers einer unter amerikanischer Schirmherrschaft stehenden größeren eurasischen Sicherheits- und Kooperationsstruktur« (S. 91) zu.

Doch was ist mit diesem transeurasischen Sicherheitssystem konkret gemeint? Deutlicher könnte dies in Verbindung mit den Positionen anderer Strategen und Staatsmänner werden. Tatsächlich fällt ein interessantes Licht auf Brzezinskis Ziele, wenn man sie mit Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin in seiner Rede auf der Münchner »Sicherheitskonferenz« am 10. Februar 2007 konfrontiert. Putin wandte sich darin gegen die von den USA nach dem Kalten Krieg favorisierte Geopolitik, die seiner Ansicht nach eine »unipolare Welt« anstrebe: »In wie freundlichen Farben auch immer man (eine solche unipolare Welt – H. R.) ausmalen mag, letztlich bezieht sich der Terminus auf eine bestimmte Situation, in der es ein Zentrum der Staatsgewalt, ein Machtzentrum und ein Entscheidungszentrum gibt. Das ist eine Welt, in der es einen Herrn gibt, einen Souverän.«

Und weiter heißt es: »Was gegenwärtig in der Welt geschieht, ist eine Folge der Versuche, genau dieses Konzept, das Konzept einer unipolaren Welt, in die internationalen Beziehungen zu tragen. (...) Gegenwärtig erleben wir eine fast unbeschränkte, übermäßige Anwendung von Gewalt – militärischer Gewalt – in den internationalen Beziehungen, einer Gewalt, die die Welt in einen Abgrund permanenter Konflikte stürzt. (...) Politische Lösungen zu finden, wird gleichfalls unmöglich. (...) Ein Staat – und dabei spreche ich natürlich zunächst und vor allem von den Vereinigten Staaten – hat seine nationalen Grenzen in jeder Hinsicht überschritten.«2

Aus russischer Sicht ist die langfristige Strategie amerikanischer Außenpolitik gerade unter geopolitischen Gesichtspunkten eindeutig: Wie von Brzezinski vorgeschlagen, streben die USA an, ihren Einfluß auf dem asiatischen Kontinent immer weiter auszudehnen. Dabei dient ihnen Europa als Sprungbrett auf dem eurasischen Kontinent. Da jede Osterweiterung der Europäischen Union unter den gegebenen Umständen zugleich auch den amerikanischen Einfluß ausdehnt, sollen durch eine Kombination aus EU-Osterweiterung und Expansion der NATO viele der ehemaligen Sowjetrepubliken – wie zum Beispiel Georgien, Aserbaidschan, Ukraine und Usbekistan – in die westliche Einflußzone integriert werden.

Maßgeblich für diese Integration ist, daß sich ein Land für ausländisches Kapital öffnet und an das westliche Rechtsverständnis anpaßt. Geschieht dies, dann ist es westlichen Konzernen möglich, sich die Rohstoffvorkommen zu sichern und über die Medien Einfluß auf die Öffentlichkeit eines Landes zu gewinnen.

Zentrale Bedeutung kommt dabei der Re­gion um das Kaspische Meer zu. Da diese über die zweitgrößten Öl- und Gasreserven verfügt und zudem militärstrategisch von besonderer Bedeutung ist, würde eine westliche Vormachtstellung in dieser Region die Position der USA auf dem eurasischen Kontinent massiv stärken. Zusammen mit der Kontrolle der US-verbündeten OPEC-Staaten Kuwait, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar und den eroberten Staaten Irak und Afghanistan würde sie einer Vorherrschaft der USA über Zentral­asien die nötige Autorität verleihen, um von dort schließlich ganz Eurasien, einschließlich Chinas und Rußlands, in eine von den USA entworfene überstaatliche Sicherheitsstruktur zu integrieren.

Die von Europa ausgehende NATO-Osterweiterung und die von der Bush-Regierung im Süden Eurasiens (Irak, Afghanistan) begonnenen militärischen Interventionen bilden zusammen gewissermaßen einen Keil, mit dem die USA in das Herz der eurasischen Landmasse vorstoßen. Gelingt es den USA tatsächlich, dieses Ziel zunächst in Eurasien zu erreichen, wäre die hergestellte Ordnung aufgrund der Größe und Bedeutung des eurasischen Kontinents paradigmatisch für die gesamte übrige Welt. Lateinamerika, Afrika, Australien und alle Inselstaaten wären, dem Brzezinski-Plan zufolge, gezwungen, sich einer solchen Ordnung anzuschließen.

Die USA wären dann nicht nur die »einzige«, sondern – wie Brzezinski es formuliert – auch die »letzte echte Supermacht« (S. 307). [...]

Politik der Ausgrenzung

Seit Brzezinski diese Ziele formulierte, haben die USA einen starken Verlust geopolitischer Macht erfahren. In seinem jüngsten Buch »Second Chance« gibt er offen zu, daß der Plan einer direkten militärischen Besetzung einiger Länder des Nahen Ostens, wie sie den Neokonservativen vorschwebte, gescheitert ist.3 Doch diese Niederlage ist für Brzezinski nicht so massiv, daß er die 1997 formulierten Pläne einer US-Vorherrschaft in Eurasien grundsätzlich aufgeben möchte. Das Scheitern der direkten militärischen Machtausdehnung im Süden Eurasiens bedeutet für ihn lediglich, daß nun die von Europa ausgehende Osterweiterung der NATO an Priorität gewinnt. Dies bedeutet jedoch einen massiven Vorstoß in die russische Einflußsphäre. Damit würde nach dem Iran nun Rußland ins Fadenkreuz der US-Geopolitik geraten.

Die unipolare Welt, vor der Putin vor einem Jahr auf der Münchner Sicherheitskonferenz warnte, ist also keine Schimäre, sondern ein reales geopolitisches Projekt der USA. Dies ist auch daran ersichtlich, daß die Vereinigten Staaten im Zuge der Expansion der NATO nach Osten Tatsachen schaffen, ohne Rußland und China wirklich einzubeziehen bzw. deren Sicherheitsinteressen ernst zu nehmen.

Insgesamt erleben wir in den letzten Jahren, vor allem seit dem 11. September 2001, eine starke Zunahme gewaltförmigen Handelns in den internationalen Beziehungen. Insbesondere die USA legten wenig Wert auf internationale Absprachen und Konsensbildung. Das Völkerrecht wurde durch das unilaterale Handeln der USA zunehmend ausgehöhlt, während Institutionen wie die UNO geschwächt worden sind. An ihre Stelle sind die sogenannten friedenserhaltenden Einsätze der USA, EU oder NATO, zum Beispiel im ehemaligen Jugoslawien, getreten. Dabei wird als selbstverständlich vorausgesetzt, daß das westliche Verteidigungsbündnis oder westliche Staaten die gesamte Weltgemeinschaft vertreten können.

Mit dem unilateralen Handeln der USA geht die Zunahme gewalttätiger »Konfliktregulierung« einher. Man denke nur an die präventive Erstschlagdoktrin der USA und ihre Anwendung im Irak-Krieg. Oder man führe sich den Einsatz von Uranmunition im Irak- und Afghanistan-Krieg vor Augen, der – in der Presse weitgehend verschwiegen – in beiden Kriegsgebieten die Mißbildungsrate bei Säuglingen vervielfacht hat. Zu nennen ist zudem die in die Wege geleitete NATO-Osterweiterung bis ans Kaspische Meer, die Rußland zwangsläufig beunruhigen muß.

Ähnlich verhält es sich mit der Stationierung eines Raketenschildes nicht nur in Tschechien und Polen, sondern auch in weiteren an Rußland angrenzenden Regionen, und schließlich die von den USA vorangetriebene Aufrüstung im Weltraum, von dessen strategischer Logik noch zu reden sein wird. [...]

All dies zeigt deutlich, daß die von den USA angestrebte Weltordnung nicht auf Konsensbildung und demokratischen Absprachen beruht. Statt dessen läßt die Politik nicht erst der Bush-Regierung die geopolitische Strategie erkennen, durch Schaffung vollendeter Tatsachen einen Machtvorsprung vor Europa, China und Rußland zu gewinnen. Durch den drastischen Anstieg der Rüstungsausgaben seit 9/11, die längst alle Rekorde des Kalten Krieges hinter sich gelassen haben, versuchen die USA, einen technologisch uneinholbaren Vorsprung vor ihren Konkurrenten zu erlangen. Diese Politik ist hochgefährlich, da sie notwendigerweise Gegenreaktionen hervorruft und bereits jetzt ein neues Wettrüsten in Gang gesetzt hat. Und es ist mehr als fraglich, ob dieser Politik ihre Gefährlichkeit genommen werden kann, indem ein zukünftiger Präsident Obama mit China und Europa Absprachen trifft, während er Rußland, so er den Plänen Brzezinskis Folge leistet, weiterhin einer verschärften militärischen Bedrohung aussetzt.

Besonders deutlich wird diese Politik der Ausgrenzung Rußlands am Beispiel der strategischen Funktion des geplanten Raketenschildes. Dessen Stationierung in Polen und Tschechien ist keineswegs dazu gedacht, iranische Raketen, wie vorgegeben, abzufangen. Erstens verfügt der Iran gar nicht über Raketen mit einer Reichweite von 5000 bis 8000 Kilometern. Zweitens ist die Entwicklung solcher Lenkwaffen ein langwieriger Prozeß, da von ersten Testflügen, die kaum unbemerkt vonstatten gehen könnten, bis zur endgültigen Fertigstellung Jahre vergehen. Und drittens, sollte der Raketenschild tatsächlich der Abwehr iranischer Raketen dienen, so wäre der russische Kompromißvorschlag, ein gemeinsames Abfangsystem in Aserbaidschan zu errichten, weit besser dafür geeignet. Denn dort stationierte Abfangraketen könnten iranische Raketen bereits am Beginn ihrer Flugbahn treffen und zerstören. [...]

Daß die USA diesen Kompromißvorschlag ausgeschlagen haben, läßt nur einen Schluß zu: Der Raketenschild richtet sich in erster Linie nicht gegen den Iran, sondern gegen Rußland. Dies wird auch dadurch unterstrichen, daß die anderen Basen des Raketenschildes ebenfalls in Grenzregionen zu Rußland, wie beispielsweise Alaska, stationiert sind. [...]
Der neue Kalte Krieg
Während des Kalten Krieges hatten sich beide Seiten stets darum bemüht, eine nukleare Erstschlagkapazität zu erwerben. Diese bedeutet, daß eine Seite in der Lage ist, die jeweils andere in einem Überraschungsangriff zu enthaupten und sie somit der Fähigkeit zu berauben, einen Gegenschlag auszuführen – etwa indem man entweder alle gegnerischen Atomwaffen in einem Überraschungsschlag außer Gefecht setzt, die Kommandostrukturen vollständig lahmlegt oder indem man einen Gegenschlag soweit zu begrenzen vermag, daß es möglich ist, ihn erfolgreich abzuwehren.

An dieser Stelle kommt der Raketenschild ins Spiel. Seine strategische Bedeutung besteht darin, jene paar Dutzend Raketen abzufangen, die Moskau nach einem amerikanischen Überraschungsangriff noch für einen Zweitschlag zur Verfügung stünden. Der Raketenschild ist also ein entscheidender Faktor in dem Bemühen, eine nukleare Erstschlagkapazität gegenüber Rußland aufzubauen. Zwar ist zunächst geplant, nur zehn Abfangraketen in Polen zu stationieren. Doch sofern das System erst einmal errichtet ist, könnte deren Zahl leicht erhöht werden.

Daß diese strategischen Überlegungen bei derzeitigen amerikanischen Rüstungsanstrengungen tatsächlich eine Rolle spielen, zeigt ein im April/Mai 2006 in »Foreign Affairs«, der führenden außenpolitischen Fachzeitschrift, publizierter Aufsatz. Der Essay trägt den Titel: »The rise of U.S. nuclear primacy«4 – zu Deutsch: Der Aufstieg nuklearer US-Vorherrschaft. Die beiden Autoren, Keir A. Lieber und Darley G. Press, stellten sich darin die Frage, ob China oder Rußland im Falle eines nuklearen Überraschungsangriff durch die USA in der Lage wären, mit einem Zweitschlag zu reagieren. Um zu ermitteln, wie sehr sich das nukleare Gleichgewicht seit dem Ende des Kalten Krieges verschoben hat, ließen die Autoren im Computermodell einen US-amerikanischen Überraschungsangriff auf Rußland simulieren. Sie benutzten dabei die Methoden, die im Verteidigungsministerium seit Dekaden verwendet werden. Das Ergebnis war, daß die russischen Verteidigungskräfte weitgehend radarblind sind und selbst einen von U-Booten im Pazifik aus gestarteten Angriff wahrscheinlich erst bemerken würden, wenn die ersten Raketen Moskau erreichen. Selbst wenn ein Überraschungsangriff darauf verzichten würde, zuallererst die Radaranlagen und die Kommandozentralen auszuschalten, wären Lieber und Press zufolge die USA in der Lage, etwa 99 Prozent der russischen Atomraketen im Erstschlag zu zerstören. Das verbliebene eine Prozent der russischen Atomkapazität, das Moskau in einem Zweitschlag noch abfeuern könnte, würde nach Ansicht der Autoren durch den Raketenschild neutralisiert werden.

Dieser Artikel führt vor Augen, worin die eigentliche Funktion des Raketenschilds besteht: Er soll den USA die Fähigkeit sichern, einen Atomkrieg zu führen, ohne selbst von Gegenschlägen getroffen zu werden. Wäre diese Fähigkeit erst einmal erworben, so ließe sie sich als geopolitisches Druckmittel einsetzen, um nationale Interessen durchzusetzen. So könnte eine absolute nukleare Überlegenheit etwa dazu dienen, einen Machtverlust auf wirtschaftlichem oder finanzpolitischem Gebiet auszugleichen.
Mini Nukes und Bunker Busters
Daß es sich dabei um mehr als nur eine pessimistische Befürchtung handelt, zeigen noch andere Aspekte der amerikanischen Rüstungsanstrengungen. So entwickeln die USA derzeit Atomwaffen mit begrenzter Sprengkraft. Diese sogenannten Mini Nukes werden wiederum zu speziellen bunkerbrechenden Waffen, sogenannten Bunker Busters, weiterentwickelt. Das Besondere dieser Waffen ist, daß sie mit hoher Geschwindigkeit auftreffen und sich einige Meter in die Erde eingraben können und auf diese Weise im Idealfall unterirdisch explodieren.

Offiziell begründet man die Entwicklung dieser neuen Generation von Atomwaffen mit dem Ziel, nur auf diese Weise tief unter der Erde befindliche Bunkeranlagen, wie etwa im Iran, mittels der entstehenden Druckwelle zerstören zu können. Doch diese Begründung ist zweischneidig. Zum einen hat man damit indirekt zugegeben, daß die schon öfters von investigativen Journalisten aufgedeckten Pläne, in einem möglichen zukünftigen Iran-Krieg Atomwaffen einzusetzen,5 durchaus ernstzunehmen sind. Und zum anderen besitzt nicht nur der Iran derartige Bunker; auch entscheidende Kommandostrukturen der russischen Nuklearstreitkräfte befinden sich in unterirdischen Bunkeranlagen. [...]

Fußnoten:

Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft, Berlin 1997, S. 307 – Dieses Werk im folgenden mit Seitenzahl im Text.
Rede von Wladimir Putin auf der Konferenz für Sicherheitspolitik in München am 10.2.2007, dokumentiert in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 3/2007, S.374 (auch in jW v. 14.2.2007 - d. Red.)
Zbigniew Brzezinski, Second Chance, New York 2007
Keir A. Lieber und Darley G. Press, The Rise of U.S. Nuclear Primacy, in: Foreign Affairs, 2/2006, S. 42-54
Seymour M. Hersh, The Iran Plans, in: The New Yorker, 17.4.2006


Quelle: junge Welt

Sonntag, 14. September 2008

Willkommen im neuen, verbesserten Polizeistaat - Die wahren Urheber des 11.September

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos http://www.koufogiorgos.de
AUTOR: David MCGOWAN Übersetzt von Hergen Matussik
Vor sieben Jahren ereigneten sich die Anschläge auf das World Trade Center in New York City und das Pentagon in Washington vom 11. September 2001. Unzählige Male ist uns seither gesagt worden, diese Ereignisse hätten die Welt grundlegend verändert. Der globale Krieg gegen den Terror (GWOT) wurde ausgerufen und dient als Rechtfertigung für das, was von vielen als Krieg gegen Freiheit und Selbstbestimmung der Bürger der Länder der sogenannten freien Welt und als kaum verhüllte imperialistische Expansion wahrgenommen wird.

Der folgende Artikel von David McGowan, am 12. September 2001 veröffentlicht, macht sichtbar, was bereits in den Tagen nach den Anschlägen wahrnehmbar war und welche Fragen seither immer noch unbeantwortet blieben. Es hat sich durch die Anschläge vieles geändert – die eingeschlagene Richtung aber bleibt unverändert. - HM, Tlaxcala


Willkommen im neuen, verbesserten Polizeistaat
„Wir werden künftig eine Menge Artikel von sogenannten Experten und Verantwortlichen im Dienst der Allgemeinheit sehen. Sie werden vor weiterer Gewalt warnen, vor weiteren Entführungen und vor noch mehr Terroristen. Die Massenmedien, die Streitkräfte und Geheimienste werden unser Dasein mit faschistischen Einschüchterungstaktiken und Vorhersagen sättigen, deren Verwirklichung schon jetzt geplant ist.“

'Verschwörungstheoretikerin' Mae Brussel im Jahr 1974
Ich habe einen Freund, mit dem ich häufig in Meinungsverschiedenheiten über politische Angelegenheiten gerate. Er glaubt, ich sei ein abgedrehter Verschwörungstheoretiker, und ich glaube, er ist ein reaktionärer Faschist. Aber über eines stimmten wir tatsächlich überein:

Vor ein paar Wochen sagte ich zu ihm, es habe den Anschein, als manövrierten uns unsere furchtlosen Führer gefährlich nahe an den Punkt, an dem „taktische“ Nuklearwaffen auf die Welt losgelassen werden. Obgleich er ernsthaft bezweifelte, daß dies der Fall ist, war er ebenfalls der Aufassung, daß solches skrupellos und unverantwortlich wäre. Er sagte, er könne sich kein Szenario vorstellen, in dem ein solcher Schritt gerechtfertigt wäre und daß wir es um jeden Preis vermeiden sollten, diese Schwelle zu überschreiten. Diese Tür zu öffnen, so glaubte er, würde lediglich dazu dienen, Spannnungen zu erhöhen und die Welt, in der wir leben um ein Vielfaches gefährlicher zu machen.

Er war einer von mehreren Leuten, die mich gestern anriefen, um über die angeblichen Terroranschläge auf Amerika zu sprechen. Während des Gesprächs erklärte er rundheraus, daß die Täter und ihre Hintermänner mit Atomwaffen vernichtet werden sollten. Als ich ihn an unsere Unterhaltung von vor nur ein paar Wochen erinnerte, sagte er, die Dinge hätten sich jetzt verändert. Ich fragte ihn, ob nicht genau dies das Ziel der Anschläge gewesen sei. Davon unbeeindruckt wiederholte er seine Überzeugung, ich sei ein abgedrehter Verschwörungstheoretiker.

Entschuldigt meinen Zynismus an dieser Stelle, aber haben wir Amerikaner unser Denkvermögen komplett verloren? Sind wir mittlerweile derart gehirntot, daß wir uns vollständig auf die Erzeugnisse unserer Medien mit ihrem endlosen Reservoir von „Experten“ verlassen, um aus den Geschehnissen in der Welt schlau zu werden. Sind wir wirklich so dämlich - oder glauben unsere Führer lediglich, daß wir es sind?

Die am Morgen des 11. September begangenen Taten waren Verbrechen - schreckliche Verbrechen gegen die Menschheit, um hieran keinen Zweifel zu lassen. Sie waren gleichzeitig bei gründlicher Analyse allerdings auch nicht sehr verschieden von irgendwelchen anderen Verbrechen. Der erste Schritt zur Aufklärung eines Verbrechens besteht darin zu fragen, wer ein Motiv hatte, und wer die Mittel und die Gelegenheit hatte, das Verbrechen zu begehen.

Was das Motiv anbetrifft, so verlangt man von uns zu glauben, daß eine Gruppe von islamischen Terroristen die am ehesten in Frage kommenden Verdächtigen sind. Aber ist das wirklich der Fall? War es eine staatlich geförderte terroristische Vereinigung, die von der Durchführung eines solchen Anschlags am meisten zu gewinnen hatte? Oder waren es unsere eigenen Führer in Politik, Wirtschaft und Militär?

Es mag gut sein, daß die Menschen in den Gebieten Palästinas heute in den Straßen tanzen, um den Schlag gegen die Vereinigten Staaten zu feiern. Allerdings werden sie kaum als Gewinner dieser nationalen Tragödie in Erscheinung treten. Wenn die Bomben auf sie niederfallen - und das wird mit Sicherheit geschehen - wird der Verlust an Leben, Eigentum und Hoffnung für sie bei weitem größer sein als für die Menschen in New York. Ihr kurzfristiger „Sieg“ wird tatsächlich keiner sein.

Dies soll sicherlich nicht heißen, daß es keine Regierungen, Gruppierungen oder Organisationen rings um die Welt - oder innerhalb der Grenzen dieses Landes - gäbe, die legitimen Groll gegen die Regierung der Vereinigten Staaten hegen. Die Zahl solcher Gruppierungen ist Legion. Zweihundert Jahre offener und verdeckter imperialistischer Unternehmungen haben eine Menge Feinde für das amerikanische Staatschiff und eine unerhörte Menge tiefsitzender Verbitterung geschaffen. Dennoch gab es für keine dieser Gruppen mit der Durchführung derartiger Anschläge etwas zu gewinnen.

Die Vereinigten Staaten auf der anderen Seite haben eine Menge durch die Nachwirkungen dieses Kapitels amerikanischer Geschichte zu gewinnen. Natürlich spreche ich hier nicht von den Menschen dieses Landes, die einen hohen Preis für das Blutbad vom 11. September bezahlen werden. Der Große Bruder hat uns versichert, daß wir vor künftigen Anschlägen dieser Art geschützt sein werden, und wir werden die repressiven und offen faschistischen „Reformen“, die jetzt anstehen, mit offenen Armen begrüßen.

Die Völker, sei es das Volk dieses Landes oder die Völker der restlichen Welt, sind immer diejenigen, die die Rechnung für die Fehler und Verbrechen ihrer Regierungen bezahlen. Das Volk eines unglückseligen Landes (oder mehrerer Länder) wird mit den Leben seiner Menschen und ihrer Kinder bezahlen. Die Menschen in Amerika und ein großer Teil der Menschen der westlichen Welt werden bezahlen, indem sie ihre verbleibenden Menschenrechte, ihre Bürgerrechte und ihre geschützte Privatsphäre weitgehend verlieren.

Ein solches Szenario nützt nur jenen, die am oberen Ende der Nahrungskette sitzen. Unsere gewählten Führer - die nur in dem Sinne gewählt sind, daß man uns die Wahl zwischen zwei austauschbaren Kandidaten gibt - werden den Freibrief feiern, mit dem sie Gesetze durchsetzen werden, die so schockierend reaktionär sind, daß sie vor ein paar Tagen noch schlicht undenkbar gewesen wären. Die Militärausgaben und Militarisierung des Landes werden fiebrige Höhen erreichen.

Willkommen im neuen und ausgebauten Polizeistaat - dem größten, mächtigsten und technologisch höchstentwickelten, den die Welt je gesehen hat. Während es mit der vielgelobten US-Wirtschaft abwärts geht und die Arbeitslosenzahlen die höchsten Werte der letzten Jahre erreichen, kommt all dies den Machthabern wunderbar gelegen.

Die häßliche Wahrheit ist, daß all die „Antiterror“-Maßnahmen nicht dazu gedacht sind, unsere „Freiheit“ zu schützen, sondern Wohlstand und Macht - insbesondere die noch nicht dagewesenen Ansammlungen von Reichtum, die gegenwärtig im Besitz des Teils von Amerika sind, der sich in Konzernen organisiert hat - und um genau jene Freiheiten zu beschneiden, die den weiteren Besitz dieser Reichtümer gefährden.

Diese amerikanische Tragodie spielt mit anderen Worten direkt in die Hände der Elite in Konzernen und Militär dieses Landes, die seit Jahren eine noch kriegerischere und imperialistischere Außenpolitik und eine um ein Vielfaches repressivere Politik hier an der Heimatfront propagieren.

Da ihnen hiermit der Vorwand gegeben ist, solche Maßnahmen durchzusetzen, sind es unsere Führer, ob nun gewählt oder nicht, die am meisten durch das gestrige Blutbad zu gewinnen haben.

Was die Frage angeht, wer die Möglichkeit und die Gelegenheit hatte, diese Verbrechen zu begehen, so besagt die offizielle Version der Ereignisse, daß sie das Werk einer gutorganisierten ausländischen Terror-Organisation waren. Regierungsbeamte haben anerkannt, daß die Operation aus einer außergewöhnlich gut geplanten Serie von Anschlägen bestand, die viele Monate der Planung und die Existenz eines großen Netzwerks von Mitverschwörern voraussetzten.

Die Operation war derart gut organisiert, daß Sprecher der Regierung und die Kommentatoren im Fernsehen (die in Wahrheit dasselbe sind) nicht imstande waren, einige der Ereignisse des Tages zu erklären. Viele Fragen blieben unbeantwortet und einige sind noch nicht einmal gefragt worden. Einige der Antworten, die uns angeboten wurden, strapazieren die Glaubwürdigkeit weit über das erträgliche Maß hinaus.

Eine unbeantwortet gebliebene Frage ist, wie ein Flugzeug derart weit in den Luftraum des Pentagon eindringen konnte - nachdem nicht weniger als zwei weitere Flugzeuge bereits in die Türme des World Trade Centers eingeschlagen waren. Entgegen den derzeit zirkulierenden lächerlichen Behauptungen ist der Luftraum rings um das Pentagon der vielleicht am gründlichsten kontrollierte Luftraum der Welt. Dies sollte unmittelbar nach einem großangelegten Anschlag durch „Terroristen“ in New York City nur noch mehr den Tatsachen entsprechen.

Es ist behauptet worden, daß selbst wenn das sich nähernde Flugzeug einen Alarm ausgelöst hätte, es nicht zum Ziel von Abwehrmaßmnahmen geworden wäre, weil es sich um ein kommerzielles Flugzeug mit vielen unschuldigen Leben an Bord handelte. Unsinn. Jeder, der glaubt, daß Angehörige des amerikanischen Militärs oder der Nachrichtendienste zögern würden, ein kommerzielle Flugzeug abzuschießen, nachdem zuvor bereits zwei Flugzeuge bei einem Selbstmordanschlag verwendet wurden, lebt in einer medieninduzierten Phantasiewelt.

Daher sollte die Frage, wie dieses Flugzeug imstande war, die hervorragenden Schutzvorrichtungen des Pentagon „zu umgehen“, von Amerikas „freier“ und „unabhängiger“ Presse gründlich geprüft werden. Allerdings besteht praktisch keinerlei Chance, daß das geschehen wird. Eine weitere Frage, die es zu beantworten gilt, ist, wie Teams von wahrscheinlich bewaffneten Luftpiraten in der Lage waren, die Sicherheitsmaßnahmen von nicht weniger als drei großen Flughäfen zu umgehen und erfolgreich vier unterschiedliche Flüge in ihre Gewalt zu bringen.

Entgegen anderslautenden Behauptungen, die gegenwärtig kursieren, sind die an US Flughäfen geltenden Sicherheitsverschriften alles andere als „lax“. Diese Tatsache wurde heute morgen implizit anerkannt, als Berichte eintrafen, denen zufolge die Entführer aus Rasierklingen und anderen Gegenständen improvisierte Waffen in ihrem Waschzeug geschmuggelt hätten. Die Nachrichtensprecher haben diese Geschichte tatsächlich mit ernsten Gesichtern präsentiert.

Dieses Szenario wäre lächerlich, wenn die Geschichte nicht so tragisch wäre. Den letzten offiziellen Berichten zufolge sind drei bis fünf Terroristen an Bord jedes der entführten Flugzeuge gegangen. Alle diese Terroristen waren natürlich derartige religiöse Fanatiker, daß sie damit einverstanden waren, ihr Leben für die Sache hinzugeben, an die sie glaubten, und offenbar kamen keinem von ihnen Zweifel während der Operation.

Glaubt irgendjemand wirklich, daß ein paar Typen mit Zahnbürsten, an denen Rasierklingen befestigt sind, schnell und effektiv die Kontrolle über einen kommerziellen Flieger übernehmen können? Ich denke, eine solche Bande hätte Schwierigkeiten, einen Schnapsladen zu überfallen. Wie konnte solch eine „terroristische Zelle“ die Mannschaften der Flugzeuge überwältigen und -wahrscheinlich gleichzeitig - alle Passagiere des Fluges im hinteren Teil der Maschine zusammenpferchen, wie berichtet wurde?

Ich halte mich nicht für einen besonders mutigen oder heldenhaften Typen, aber ich würde keine Sekunde zögern, auf ein paar Typen mit Zahnbürsten loszugehen, insbesondere wenn es dabei um mein Leben oder das meiner Familie ginge und wenn ich wüßte, daß ich ungefähr sechzig Leute (die durchschnittliche Zahl von Passagieren auf den Flügen) hinter mir hätte, die mich unterstützen. Vielleicht sollte ich nicht von mir auf andere schließen, aber irgendwie glaube ich, daß die meisten Amerikaner der Stuation gewachsen wären.

Wie dem auch sei, diese Terrorteams waren offenbar erfolgreich, wo so viele andere, besser bewaffnete Terroristen scheiterten. Wie offizielle Stellen zugegeben haben scheitert die Mehrzahl von versuchten Flugzeugentführungen. Seit über einem Jahrzehnt hat es keine erfolgreiche Entführung in diesem Land mehr gegeben. Aber diese Tems waren erfolgreich, und zwar in beeindruckendem Maß: bei vier von vier Versuchen, und das lediglich mit den primitivsen „Waffen“. Welchem Umstand haben wir diese Tatsache zuzuschreiben? Keine Chance, in den Medien hierüber Aufschluß zu erhalten.

Die wahrscheinlich offensichtlichste Frage, die sich aus den Anschlägen ergibt, und die von offizielle Stellen nur mit wenig Überzeugungskraft zu beantworten versucht wurde, ist, wie die Planung für eine derartige Operation der Aufmerksamkeit der nationalen Sicherheitsdienste entgehen konnte. Wann immer ein Ereignis dieser Art stattfindet, ist das Verhalten der Nachrichtendienste ziemlich vorhersagbar: Sie lassen Köpfe und Schultern hängen, grinsen dämlich und lassen sich über ihre Hilflosigkeit aus: „Wir haben unser Bestes getan,“ erklären sie, „aber unsere Möglichkiten sind begrenzt, unsere Gegner bestens gerüstet und unsere Quellen sind nicht unfehlbar.“

Das ist eine wirklich nette Geschichte, aber die Wahrheit ist, daß die CIA, zusammen mit FBI, ONI, DIA, NSC, NSA, DEA und praktisch jeder anderen Abkürzung mit drei Buchstaben, die man sich vorstellen kann, das größte und gefährlichste Netz von Geheimdiensten darstellt, das die Welt je gesehen hat.

Die Agenten dieses Netzwerks haben jede ausländische Regierung dieses Planeten infiltriert, ebenso jede terroristische Vereinigung von Bedeutung und jede lokale Befreiungsbewegung, die jemals auch nur eine entfernte Bedrohung für die Absichten der Leute darstellen könnte, die das amerikanische Staatsschiff lenken. Es ist schlicht unvorstellbar, daß ein solcher Anschlag ohne das Wissen von zahlreichen Mitgliedern des nationalen Sicherheitsapparates geplant, koordiniert und durchgeführt werden konnte.

Das ist die unvermeidliche Realität, die sich durch keinen Aufwand an durch Schönfärberei durch die Medien oder die Regierung beseitigen läßt, obwohl die Politiker und ihre Marionetten in den Medien Überstunden machen werden, um genau dies zu tun. Man muß nur den Fernseher aus- und das Gehirn einschalten, um zu sehen, wie lächerlich die Behauptung ist, die Anschläge hätten die Geheimdienste überrascht.

Die wahrscheinlich unangenehmste Frage, die durch die Anschläge aufgeworfen wird, ist, was genau den Einsturz der Zwillingstürme bewirkt hat. Die Wucht des Einschlags der Flugzeuge betraf nur die oberen Stockwerke der Türme; ihre Fundamente waren nicht betroffen. Der britische Guardian räumte ein, daß der ursprüngliche Einschlag der Flugzeuge für die Gebäude eine geringere Belastung bedeuteten als die starken Höhenwinde, denen sie regelmäßig ausgesetzt sind. Die Gebäude wurden eigens dafür entworfen, derartige horizontale Belastungen auszuhalten.

Der Guardian und die ihn beratenden Experten kommen zu dem Schluß, daß der Einsturz der Gebäude das Ergebnis von weiteren Explosionen war, die dem in großen Mengen ausgelaufenem Flugzeugtreibstoff zugeschriben werden. Aber wie könnte diese Entzündung des Treibstoffs als verzögerte Explosion geschehen sein? Wie die endlos abgespulten Videoaufzeichnungen deutlich illustrieren, waren als Ergebnis der ursprünglichen Einschläge gigantische Feuerbälle zu sehen, wobei Teile der Gebäude unmittelbar in den Flammen verschwanden.

Es ist unvorstellbar, daß die Treibstofftanks der Flugzeuge nicht bei dem Aufprall zerbrachen und sich ihr Inhalt unmittelbar entzündete. Denn wenn das nicht geschah, wie wären dann die anfänglichen Explosionen und Feuerbälle zu erklären, die die ganze Welt gesehen hat? Was hätte die spektakulären anfängflichen Explosionen bewirken sollen, wenn es nicht der Treibstoff war?

Aber wenn dies der Fall war, was war dann Ursache der folgenden Explosionen, zu denen es anscheinend kam? Diese Explosionen wurden früh am Tag von einem Journalisten der NBC beschrieben. Der Korrespondent berichtete während der Sendung, er habe soeben mit einem Sicherheitsbeauftragten der Feuerwehr gesprochen, der bestägte, daß dem Einsturz der Türme starke Explosionen vorangegangen waren.

Ein Radiosprecher des Chicagoer Senders WLS, dessen frühere Kollegin* bei CBS vor Ort an den Türmen war, sagte in seiner Sendung, daß seine Kollegin unmittelbar vor dem Einsturz einen großen Feuerball unterhalb der Gebäude wahrgenommen habe. Welchen Reim sollen wir uns auf diese vereinzelt auftauchenden Berichte machen, die während des gesamten unaufhörlichen Nachrichtengewitters in den Medien niemals weiter verfolgt wurden?

Zweifelsohne macht der Einsturz der Türme, wie er für alle Welt sichtbar aufgezeichnet wurde, ganz entschieden den Eindruck eines kontrollierten Abrisses, herbeigeführt durch präzises Plazieren von technologisch hochentwickelten Sprengstoffen. Die Welt wurde niemals zuvor Zeuge von solch vollständiger Zerstörung eines Gebäudes in Folge einer Kriegshandlung oder eines „terroristischen“ Anschlags.

Wir haben mit angesehen, wie die Vereinigten Staaten viele Gebäude zum Gegenstand der Zerstörung machten. Im letzten militärischen Abenteuer sahen wir, wie unter anderem ein Botschaftsgebäude und ein Fernsehsender direkte und mehrfache Trefer von modernsten Bomben und ferngelenkten Raketen erhielten. Die Gebäude waren zweifelsfrei zerstört, der Schaden jedoch kam in keinster Weise dem Schutthaufen nahe, auf den die Zwilligstürme reduziert wurden.

Wir sahen wie ein israelisches Apartementhochhaus während des Golfkrieges einen direkten Treffer durch eine Scud-Rakete erhielt ... nun, wahrscheinlich sahen es die meisten von uns nicht, abgesehen von denjenigen, die während des kurzen Moments, in dem dieser Filmbericht gesendet wurde, zufälligerweise CNN eingeschaltet hatten. Wie sich in der Folge herausstellte, wurde die Scud-Rakete von einer zuverlässigen Patriot-Rakete abgefangen - oder so behauptete man jedenfalls ... ganz so, als ob es den fraglichen Filmbericht nie gegeben hätte.

Der Punkt, um den es hier geht, ist, daß das Gebäude getroffen und reichlich beschädigt wurde, was zweifellos auch viele Leben kostete. Aber auch in diesem Falle war das Gebäude in deutlich besserem Zustand, als die Türme des WTC - obwohl es in der Mitte beinahe vollständig auseinandergerissen war. Das bringt mich dazu mich zu fragen, ob Amerika nicht viel zu viel Zeit und Geld investiert hat, um immer stärkere und effizientere Waffensysteme zu entwickeln.

Wer hätte je gedacht, daß die beste Waffe, mit der man einen ganzen Turm zu Schutt verwandeln kann, das Flugzeug selbst ist? Es muß noch nicht einmal ein Militärflugzeug sein - jeder normale Linienflieger reicht für den Zweck. Es liegt auf der Hand, daß dringend jemand die frühen Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet hätte weiterverfolgen sollen, die die Japaner während des Zweiten Weltkriegs geleistet hatten.

In der Analyse müssen wir uns die folgenden Fragen stellen: Wer hatte die Möglichkeit, hochtrainierte Kommandos an Bord von vier kommerziellen Linienflugzeugen zu bringen, die von drei verschiedenen Flughäfen starteten?

Wer hatte die Fähigkeit, den Luftraum des Pentagon zu verletzen -ungehindert und ohne jeden Abfangversuch? Welche Waffen wurden in Wirklichkeit eingesetzt, um die Flugzeuge zu entführen und wer hatte die Mittel, sie an Bord zu bringen? Wer hatte die Fähigkeit, einen solchen ehrgeizigen, auf mehrere Ziele gleichzeitig gerichteten Anschlag zu verüben, ohne daß die US Nachrichtendienste eingreifen. Wer hatte die Mittel, jedes der vier Teams mit wenigstens einem gutausgebildeten und zum Selbstmord bereiten Piloten auszustatten? Wer hatte Mittel und Möglichkeit, Sprengladungen für weitere Explosionen anzubringen, wenn solche zum Einsatz kamen?

Schließlich ist die vielleicht wichtigste Frage: Wer hat bei den unerfreulichen Folgen am meisten zu gewinnen? Das ist sicher nicht das amerikanische Volk oder irgendeine Widerstandsbewegung innerhalb der Grenzen dieses Landes. Es ist ganz eindeutig nicht das/die noch-nicht-identifizierte(n) Objekte) des Zorns dieses Landes (zu denen wahrscheinlich Irak gehören wird).

Diese Fragen sollten die übrig bleibenden Möglichkeiten begrenzen.

Es ist gut möglich und in der Tat wahrscheinlich, daß Mitglieder irgendeiner „Extremisten“-Gruppe die Fußtruppen dieser Anschläge gestellt haben. Aber es ist gleichermaßen wahrscheinlich, daß diese als Bauern in dem globalen Schachspiel benutzt wurden, das uns als kollektive Wirklichkeit dient.

Es ist auch wahrscheinlich, daß die „Terroristen“ durch von ihnen als legitim empfundene Beweggründe gegen durch die US Regierung verursachte Mißstände angetrieben wurden. Diese Beweggründe wurden wahrscheinlich von ihren Anstiftern nicht geteilt, die die Überzeugungen ihrer Marionetten zynisch manipulierten, um ihren eigenen Zwecken zu dienen. Die meisten der Teilnehmer wußten wahrscheinlich nicht, daß sie sich auf Selbstmordaktionen einließen. Es ist ziemlich wahrscheinlich, daß nur die Piloten dies wußten, und es ist gut möglich, daß sie ein bißchen mehr „Training“ erhielten als der durchschnittliche Pilot.

Zu diesem Zeitpunkt ist all dieses notwendigerweise Spekulation. Die wahren Tatsachen dieses Falles werden im Laufe der Zeit in Einzelteilen und Bruchstücken auftauchen, vermischt mit einer gesunden Dosis von Falschinformationen. Es wird nicht von Bedeutung sein, in welche Richtung diese einzelnen Tatsachen weisen. Die offizielle Story ist schon geschrieben.

*Es wurde zuvor fälschlicherweise berichtet, daß die Frau, die den Anruf machte, die Frau des Rundfunksprechers gewesen sei. Tatsächlich war sie lange Zeit seine Kollegin gewesen. Der Reporter, der mich auf diesen Bericht aufmerksam gemacht hatte, setzte sich mit dem Sender in Verbindung, um über den Kauf eines Tonbands der Sendungen am 11. September zu verhandeln. Er erhielt die folgende Antwort: „Es ist uns gesetzlich nicht gestattet, Aufzeichnungen von Sendungen herauszugeben.“

Quelle: Tlaxcala

Montag, 8. September 2008

"Enthüllung": Wenn Politiker sich gegenseitig am Schniedelwutz fassen


Ein neues Werk des satirischen Bildhauers Peter Lenk ist am Samstag in seiner Heimatgemeinde Bodman- Ludwigshafen am Bodensee enthüllt worden. Das zehn mal vier Meter große Relief an der Rathauswand in Form eines Triptychons ist eine respektlose, provozierende Abrechnung des 61-jährigen Künstlers mit Politikern und Wirtschaftsbossen.....

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Montag, 1. September 2008

Der inszenierte Terrorrismus: Die CIA und Al Qaida

Autor: Professor Michel Chossudovsky
Eines der wichtigsten Ziele der US-amerikanischen Kriegspropaganda besteht darin, sich ein „Feindbild zu erschaffen“, eine „Gefahr von Außen“ – personifiziert in diesem Fall durch Osama bin Laden – welche „Amerika bedroht“.

Dieses Feindbild rechtfertigt nun einen Präventivkrieg gegen „islamische Terroristen“, um das Vaterland zu verteidigen. Somit wird die Realität ins Gegenteil verkehrt: Die USA greifen nicht an, die USA werden angegriffen.

Als Folge der Ereignisse vom 11. September wurde dieses selbst erschaffene Feindbild der „Gefahr von Außen“ schließlich dazu benutzt, die wirklichen strategischen und ökonomischen Motive für den Krieg im Nahen Osten und Zentralasien zu verschleiern. Unter dem Banner der Selbstverteidigung wird dieser Präventivkrieg als „gerechter Krieg“ mit einem humanitärem Auftrag dargestellt.

Nun, da die Antikriegsstimmung im Land zunimmt und die politische Legitimierung der Bush-Regierung immer mehr zu bröckeln beginnt, muss etwas getan werden, um die immer lauter werdenden Zweifel an der Existenz dieser imaginären „Gefahr von Außen“ zu zerstreuen.

So wird die Bekämpfung des Terrorismus zum Bestandteil der Kriegspropaganda und die Medien werden fleißig mit Desinformationen gefüttert. Die Terrorwarnungen müssen möglichst „authentisch“ erscheinen, damit das Ziel, die gegenwärtigen Terrorgruppen als „Feinde Amerikas“ darzustellen, erreicht werden kann.

Ironischerweise ist gerade die so oft als „Feind Amerikas“ und Verursacher der Anschläge vom 11. September dargestellte Gruppe Al Qaida in Wirklichkeit eine Schöpfung der CIA.

Seit dem Beginn des Krieges zwischen Afghanistan und der Sowjetunion in den frühen 1980er Jahren hat der US-Geheimdienstapparat die Entstehung der „Islamischen Brigaden Afghanistans“, den Ursprung Al Qaidas, unterstützt und in der Folge alles dafür getan, die Wahrheit über die Entstehungsgeschichte dieses selbst erschaffenen „Staatsfeindes Nummer Eins“ auszulöschen.

Der US-Geheimdienstapparat hat sich seine eigenen Terrorgruppen erschaffen - und infolgedessen auch die Terrorwarnungen bezüglich eben jener selbst erschaffenen Terrorgruppen. Mittlerweile ist daraus eine zusammenhängende, milliardenschwere Kampagne zur Verfolgung und Bekämpfung des Terrorismus geworden.

Osama bin Laden und seine Gefolgsmänner, von den westlichen Medien entsprechend dargestellt, mutieren in diesem Kampf gegen den Terror zu den ersten Schreckgespenstern Amerikas nach Ende des kalten Krieges, welche die westliche Demokratie bedrohen. Die Annahme, dass Amerika durch „islamische Terroristen“ bedroht wird, durchzieht das gesamte US-Sicherheitssystem und dient der Rechtfertigung von Angriffskriegen im Nahen Osten und gleichzeitig der Implementierung von Überwachungsstaatstrukturen im eigenen Land.

Geschichtlicher Hintergrund

Wo liegen die historischen Wurzeln von Al Qaida und wer ist Osama bin Laden?

Der vermeintliche Drahtzieher hinter den Terroranschlägen vom 11. September, der in Saudi-Arabien geborene Osama bin Laden, wurde während des Afghanistankrieges “ironischerweise durch die CIA zur Bekämpfung sowjetischer Eindringlinge“ rekrutiert. (Hugh Davies: Informers’ point the finger at bin Laden; Washington on alert for suicide bombers. The Daily Telegraph, London, 24. August 1998)

Im Jahre 1979 begann in Afghanistan die bis dahin größte verdeckte Operation in der Geschichte der CIA.
„Zwischen 1982 und 1992 beteiligten sich etwa 35.000 muslimische Extremisten aus 40 islamischen Staaten am Krieg Afghanistans gegen die Sowjetunion, aktiv unterstützt durch Pakistans Geheimdienst ISI und die CIA, deren gemeinsames Ziel es war, den afghanischen Dschihad zu einem weltweiten Krieg aller muslimischen Staaten gegen die Sowjetunion auszuweiten. Zehntausende begannen in den pakistanischen Madrasas [Koranschulen] zu studieren. Letztendlich wurden mehr als 100.000 ausländische muslimische Extremisten direkt durch den afghanischen Dschihad beeinflusst.“ (Ahmed Rashid: The Taliban: Exporting Extremism. Foreign Affairs, November-December 1999)
Dieses Projekt der US-Geheimdienststrukturen wurde durch den pakistanischen Geheimdienst ISI aktiv unterstützt, welcher damit betraut war, den Islamischen Brigaden verborgene militärische Unterstützung zur Verfügung zu stellen und zusammen mit der CIA die Madrasas und Trainingscamps der Mudschaheddin zu finanzieren.

Diese Unterstützung der Mudschaheddin durch die US-Regierung wurde der Weltöffentlichkeit als „notwendige Antwort“ auf die Invasion der Sowjetunion in Afghanistan im Jahr 1979 präsentiert, welche geschah, um die pro-kommunistische Regierung Babrak Kamals zu unterstützen.

Die Geheimdienstoperationen der CIA in Afghanistan, welche die Heranbildung der „Islamischen Brigaden“ beinhaltete, begannen aber schon weit vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in Afghanistan. Das wahre Motiv Washingtons bestand in der absichtlichen Provokation eines Bürgerkrieges, der nun seit mehr als 25 Jahren andauert.

Die Rolle der CIA bei der Entstehung von Al Qaida wird besonders in einem Interview deutlich, welches Zbigniew Brzezinski, zu jener Zeit Berater für nationale Sicherheitsfragen (National Security Adviser) unter Jimmy Carter, im Jahr 1998 gab:

Brzezinski: In der offiziellen Version der Weltgeschichte begann die Unterstützung der Mudschaheddin durch die CIA in den 1980er Jahren, sprich nach dem Einmarsch der Sowjet-Truppen in Afghanistan [am] 24. Dezember 1979. Die bisher gut behütete Realität dahinter sieht jedoch völlig anders aus. Tatsächlich unterzeichnete Präsident Carter den ersten Befehl zur verdeckten Unterstützung der Gegner des pro-sowjetischen Regimes in Kabul bereits am 03. Juli 1979. Am gleichen Tag schrieb ich dem Präsidenten eine Nachricht, in der ich ihn darauf hinwies, dass meiner Ansicht nach diese Unterstützung unweigerlich zu einer sowjetischen Militärintervention führen würde.

Frage: Aber trotz dieses Risikos waren sie ein Befürworter dieser verdeckten Operation. Vielleicht wünschten Sie sich ebenfalls eine Kriegserklärung der Sowjetunion und wollten diese provozieren?

Brzezinski: Das ist so nicht ganz richtig. Wir haben die Russen nicht gedrängt zu intervenieren, wir haben nur absichtlich die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht.

Frage: Als die Sowjets ihre Intervention mit der Bekämpfung einer verdeckten Einmischung der Vereinigten Staaten in Afghanistan begründeten, glaubte ihnen niemand, obwohl diese Aussage im Grunde genommen richtig war. Bereuen Sie diesen Schritt aus heutiger Sicht nicht?

Brzezinski: Was soll ich bereuen? Diese verdeckte Operation war eine hervorragende Idee. Sie bewirkte, dass die Russen in die afghanische Falle tappten und sie erwarten ernsthaft, dass ich das bereue? Am Tag, an dem die Russen offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich Präsident Carter: Jetzt haben wir die Möglichkeit, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu liefern. Und tatsächlich sah sich Moskau während der folgenden 10 Jahre gezwungen, einen Krieg zu führen, den sich die Regierung nicht leisten konnte, was wiederum die Demoralisierung und schließlich den Zusammenbruch des sowjetischen Herrschaftsgebiets zur Folge hatte.

Frage: Und sie bereuen es also auch nicht, den islamischen Fundamentalismus unterstützt und somit Waffen und Know-how an zukünftige Terroristen weitergegeben zu haben?

Brzezinski: Was ist wohl bedeutender im Lauf der Weltgeschichte? Die Taliban oder der Zerfall des sowjetischen Reiches? Ein paar verwirrte Moslems oder die Befreiung Mitteleuropas und das Ende des Kalten Krieges? (The CIA’s Intervention in Afghanistan, Interview with Zbigniew Brzezinski, President Jimmy Carter’s National Security Adviser. Le Nouvel Observateur, Paris, 15.-21. January 1998; Veröffentlichung in Englisch: Centre for Research on Globalisation: http://www.globalresearch.coa/articles/BRZ110A.html. Kursivschrift wurde hinzugefügt)

Laut Brzezinskis Bericht wurde ein „militantes islamisches Netzwerk“ von der CIA gegründet.

Der „islamische Dschihad“ (oder der heilige Krieg gegen die Sowjets) wurde ein substantieller Bestandteil der Machenschaften der CIA. Er wurde durch die USA und Saudi Arabien vorangetrieben, wobei ein bedeutender Anteil der Mittel hierfür aus dem fluktuierenden Drogenhandel der Region des Goldenen Halbmondes stammte:
“Im März 1985 unterzeichnete Präsident Reagan die National Security Decision Directive 166 …,[durch welche] eine verstärkte militärische Unterstützung der Mudschaheddin genehmigt [wurde] und welche ebenfalls die neuen Ziele des geheimen Krieges in Afghanistan offenbarte: den Sieg über die sowjetischen Truppen in Afghanistan durch verdeckte Aktionen sowie den Rückzug der Sowjets aus Afghanistan. Diese neue verdeckte Unterstützung durch die Vereinigten Staaten begann zunächst mit einer drastischen Aufstockung militärischer Güter – diese stieg bis 1987 stetig bis auf 65.000 Tonnen pro Jahr … sowie mit einem „endlosen Strom“ von Spezialisten der CIA und des Pentagons, welcher sich auf der Hauptstrasse nahe Rawalpindi in Pakistan zu den geheimen Hauptquartieren der pakistanischen ISI bewegte. Dort trafen sich die Spezialisten der CIA mit Agenten des pakistanischen Geheimdienstes, um bei der Planung von Operationen der afghanischen Rebellen zu helfen”. (Steve Coll, The Washington Post, July19, 1992
Die CIA benutzte die pakistanische ISI als Vermittler und spielte somit eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung der Mudschaheddin. Im Gegenzug wurde das von der CIA gesponserte Guerillatraining in den Islamunterricht integriert. Die Madrasas wurden von fundamentalistischen Wahhabiten errichtet, deren Finanzierung aus Saudi-Arabien stammte: „Mit Unterstützung der Vereinigten Staaten wurden durch den pakistanischen Diktator General Zia ul Haq Tausende religiöser Schulen erbaut, die sich zu Keimzellen der Taliban entwickelten.” (Revolutionary Association of the Women of Afghanistan (RAWA): RAWA Statement on the Terrorist Attacks in the U. S.. Centre for Research on Globalisation (CRG), http://globalresearch.ca/articles/RAW109A.html, 16. September 2001)

Vorherrschende Themen dieser Schulen waren der Islam als komplette sozialpolitische Ideologie, die Verletzung der Werte des heiligen Islam durch die atheistischen Sowjet-Truppen sowie die Notwendigkeit einer Revolte gegen das linksgerichtete, von Moskau unterstützte afghanische Regime zwecks einer Wiederherstellung der Unabhängigkeit des afghanischen Volkes. (Dilip Hiro: Fallout from the Afghan Jihad. Inter Press Services, 21 November 1995)

Pakistans ISI als „Vermittler“

Die verdeckte Unterstützung des „islamischen Dschihads“ funktionierte indirekt über die pakistanische ISI, was bedeutet, dass die CIA ihre Mittel nicht direkt in die Reihen der Mudschaheddin einbrachte. Um den „Erfolg“ dieser verdeckten Operationen zu sichern, war Washington sehr darauf bedacht, das wahre Ziel dieses „Dschihads“ – nicht nur die Destabilisierung der säkularen (pro-sowjetischen) Regierung Afghanistans, sondern letztendlich die Zerstörung der Sowjetunion - nicht zu offenbaren.

Die Äußerung des CIA Agenten Milton Beardman “Wir haben keine Araber ausgebildet.” lässt sich durch die Aussage von Abdel Monam Saidali vom Al-Ahram Zentrum für Strategische Studien in Kairo widerlegen: „Bin Laden und die „afghanischen Araber“ wurden durch hoch entwickelte Trainingsarten ausgebildet, welche von der CIA vermittelt wurden. (National Public Radio: Weekend Sunday (NPR) with Eric Weiner and Ted Clark. 16. August 1998)

Der CIA Agent Beardman bestätigte in diesem Zusammenhang auch, dass Osama bin Laden selbst nicht wusste, welche Rolle er im Namen Washingtons spielte. Laut Beardman sagte bin Laden: “Weder ich noch meine Brüder konnten Hinweise für eine amerikanische Hilfe erkennen.” (National Public Radio: Weekend Sunday (NPR) with Eric Weiner and Ted Clark. Abschrift, 16. August 1998)

Angestachelt durch Nationalismus und religiösen Eifer waren die islamischen Krieger blind für die Tatsache, dass sie die sowjetische Armee in Wahrheit stellvertretend für Uncle Sam bekämpften. Es gab zwar Kontakte auf den höheren Ebenen der Geheimdienststrukturen, aber die am Kriegsgeschehen beteiligten islamischen Rebellenführer hatten keinerlei Kontakte zur CIA oder nach Washington.

Unterdessen entwickelte sich die pakistanische ISI mit Hilfe massiver militärischer Unterstützung der Vereinigten Staaten und Rückendeckung durch die CIA zu einer „Parallelstruktur, die enormen Einfluss auf die gesamte Regierung hatte“. (Dipankar Banerjee: Possible Connection of ISI With Drug Industry. India Abroad, 2. December 1994). Die ISI bestand aus geschätzten 150.000 Mitgliedern, welche sich aus Militär- und Geheimdienstmitarbeitern, Bürokraten sowie verdeckten Ermittlern und Informanten zusammensetzten. (ebd.)

Die Operationen der CIA hatten mittlerweile dazu geführt, dass das pakistanische Militärregime unter General Zia ul Haq zunehmend gestärkt wurde:
“Die Beziehungen zwischen der ISI und der CIA waren durch die von [General] Zia durchgeführte Amtsenthebung Bhuttos und die Implementierung des Militärregimes immer intensiver geworden. … Pakistans Haltung war in weiten Teilen des Afghanistankrieges sehr antisowjetisch geprägt, mehr als dies jemals in den USA der Fall gewesen war. Schon kurz nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan im Jahr 1980 schickte Zia [ul Haq] seinen ISI Chef los, um die sowjetischen Republiken in Zentralasien zu destabilisieren. Die CIA stimmte diesem Vorhaben erst im Oktober 1984 zu.

Sowohl Pakistan als auch die Vereinigten Staaten nahmen im Bezug auf Afghanistan in der Öffentlichkeit die Rolle von verhandelnden Partnern ein, während man sich im Hintergrund darauf einigte, dass eine militärische Eskalation der Weg der Wahl sein sollte. Hierbei gingen die USA aber wesentlich vorsichtiger vor als Pakistan.“ (Diego Cordovez and Selig Harrison: Out of Afghanistan: The Inside Story of the Soviet Withdrawal. Oxford University Press, New York, 1995. Siehe auch: Rezension von Cordovez und Harrison in: International Press Services, 22. August 1995)
Die CIA als Sponsor des Drogenhandels

Die Geschichte des Drogenhandels in Zentralasien ist eng verwoben mit den verdeckten Operationen der CIA in diesem Gebiet. Vor dem Afghanistankrieg richtete sich die Opiumproduktion Pakistans und Afghanistans nach den kleinen Märkten der Region. Es gab dort keinerlei Produktion von Heroin. (Alfred McCoy: Drug Fallout: The CIA’s Forty Year Complicity in the Narcotics Trade. The Progressive, 1. August 1997)

Die Studien des Forschers Alfred McCoy bestätigen, dass innerhalb von zwei Jahren nach Beginn der Operationen der CIA in Afghanistan „das Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan zur weltweit bedeutendsten Region bezüglich der Heroinproduktion avancierte und 60% des Bedarfes am amerikanischen Markt abdeckte.“ (ebd.)

„Das Kapital der CIA kontrollierte ebenfalls diesen Heroinhandel. Als die Guerillas der Mudschaheddin Regionen Afghanistans besetzten, wiesen sie die dort ansässigen Bauern an, Opium als eine Art revolutionäre Steuer anzubauen. Jenseits der Grenze, in Pakistan, unterhielten afghanische Anführer und einheimische Syndikate unter dem Schutz des pakistanischen Geheimdienstes Hunderte Heroinlabore. In diesem Jahrzehnt des offenen Drogenhandels konnten keinerlei bedeutsame Durchsuchungen oder Verhaftungen durch die U.S. Drug Enforcement Agency [US-amerikanische Drogenverfolgungsbehörde] in Islamabad durchgesetzt werden.“ … (ebd.)

Afghanistan ist ein strategisch äußerst wichtiges Drehkreuz in Zentralasien, angrenzend sowohl an Chinas Westen als auch an die ehemalige Sowjetunion. Es stellt eine Landbrücke für die Öl- und Gas-Pipelines dar, die das Kaspische Meer mit dem Arabischen Meer verbinden. Des Weiteren hat sich seine Lage aber auch als strategisch günstig für die Opiumproduktion herausgestellt. Die Produktion allein in dieser Region deckt heute laut Angaben von UN-Quellen mehr als 90% des Bedarfes an Heroin auf dem Weltmarkt ab und sichert Gewinne in Milliardenhöhe für Wirtschaftsyndikate, Finanzunternehmen, Geheimdienste und das organisierte Verbrechen. (Siehe: Michael Chossudovsky: America’s War on Terrorism. Global Research, 2005, Kapitel XVI)

In der Zeit nach dem Kalten Krieg war in Afghanistan unter dem Schutz der CIA ein akuter Anstieg der Opiumproduktion zu verzeichnen. Seit der Invasion der Vereinigten Staaten in Afghanistan im Jahr 2001 ist die Opiumproduktion um das 33fache angestiegen. Die jährlichen Einnahmen aus dem Drogenhandel der Region des Goldenen Halbmondes wird auf 120 bis 194 Milliarden Dollar (2006) geschätzt, dieses bedeutet einen Anteil von mehr als einem Drittel am jährlichen weltweiten Absatz. (Michael Chossudivsky: Heroin is good for Your Health. Occupation Forces Support Afghan Drug Trade. Global Research, April 2007. Siehe auch: Douglas Keh: Drug Mones in a Changing World. Technical document No. 4, 1998)

Vom Afghanistankrieg zum „Krieg gegen den Terrorismus“

Auch nach dem Untergang der UdSSR wurde der aufwendige Geheimdienstapparat Pakistans, die ISI, noch gebraucht. Die CIA unterstützte nach dem Ende des Kalten Krieges auch weiterhin die Islamischen Brigaden außerhalb Pakistans. Neue Geheimdienstaktionen im Nahen Osten, Zentralasien, auf dem Balkan und Südostasien wurden eingeleitet. Unmittelbar nach Ende des Kalten Krieges diente die pakistanische ISI „als Katalysator des Zerfalls der Sowjetunion und der Entstehung sechs neuer muslimischer Republiken in Zentralasien“. (International Press Services, 22. August 1995)

Unterdessen hatten islamische Missionare der Wahhabiten aus Saudi Arabien sich in den muslimischen Republiken und auch innerhalb der Russischen Föderation etabliert, indem sie die weltlichen Einrichtungen der Staaten unterwanderten. Trotz seiner anti-amerikanischen Ideologie diente der islamische Fundamentalismus auf diese Weise den strategischen Interessen Washingtons in der früheren Sowjetunion, auf dem Balkan und im Nahen Osten.

Nach dem Rückzug der sowjetischen Truppen 1989 ging der Bürgerkrieg in Afghanistan unvermindert weiter. Die Taliban wurden durch die pakistanischen Deobandis und deren Partei, der Jamiat-ul-Ulema-e-Islam (JUI), unterstützt. Die JUI trat 1993 der pakistanischen Regierungskoalition von Premierminister Benazzir Bhutto bei und begann Verbindungen zum Militär und zur ISI aufzubauen. Im Jahr 1996, als die Hezb-I-Islami-Regierung unter Hektmatyar in Kabul gestürzt wurde, bildeten die Taliban nicht nur eine streng islamische Regierung, sie gaben auch „die Kontrolle über die Trainingscamps in Afghanistan in die Hände der JUI...“. (Ahmed Rashid: The Taliban: Exporting Extremism. Foreign Affairs, November-December 1999, S. 22)

Die JUI spielte mit Unterstützung der Wahhabiten aus Saudi Arabien eine zentrale Rolle bei der Rekrutierung von Freiwilligen zum Kampf auf dem Balkan und in der früheren Sowjetunion. (ebd.)

Die Zeitschrift Jane’s Defence Weekly bestätigt, dass „die Hälfte der Truppen und der Ausrüstung der Taliban aus Pakistan und den Beständen der ISI stammt[en]“. Tatsächlich sollte sich später herausstellen, dass nach dem Rückzug der sowjetischen Truppen beide Parteien im afghanischen Bürgerkrieg von der verdeckten Unterstützung seitens der USA mittels der pakistanischen ISI profitierten. (Tim McGirk: Kabul Learns to Live with its bearded Conquerors. The Independent, London, 6. November 1996)

Gestärkt durch den pakistanischen Geheimdienst, welcher wiederum unter dem Einfluss der CIA stand, bediente der islamische Taliban-Staat weitgehend die geopolitischen Interessen der USA. Das erklärt zweifelsohne, warum Washington die Augen vor dem Terror-Regime, welches die Taliban 1996 errichteten und welches die offensichtliche Abschaffung der Frauenrechte, die Schließung von Mädchenschulen, die Entlassung weiblicher Angestellter aus Regierungsämtern und die Einführung der „Scharia-Strafgesetzgebung“ beinhaltete, verschloss. (K. Subrahmanyam: Pakistan is Pursuing Asian Goals. India Abroad, 3. November 1995.)

Erlöse aus dem Drogenhandel der Region des Goldenen Halbmondes wurden seit Beginn der 1990er Jahre u.a. auch zur Finanzierung und Ausrüstung der Muslimischen Armee Bosniens und der Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK) verwendet. Tatsächlich kämpften zur Zeit der Anschläge des 11. September von der CIA finanzierte Mudschaheddin-Söldner in den Reihen der UÇK-NLA-Terroristen, als diese Mazedonien angriffen.

Der Krieg in Tschetschenien

Die Führer der Rebellenbewegung der abtrünnigen autonomen Region Tschetschenien (Mitglied der Russischen Föderation), Shamil Basayev und Al Khattab, wurden beide in CIA-finanzierten Trainingscamps in Afghanistan und Pakistan ausgebildet und indoktriniert. Yossef Bodansky, Leiter der Arbeitsgruppe Terrorismus und unkonventionelle Kriegsführung im US-Kongress (U.S. Congress’ Task Force on Terrorism and Unconventional Warfare), ist der Meinung, dass der Krieg in Tschetschenien schon 1996 während eines geheimen Gipfeltreffen der Hisbollah in Mogadischu, Somalia beschlossen wurde. (Levon Sevunts: Who’s Calling The Shots? Chechen conflict finds Islamic roots in Afghanistan and Pakistan. The Gazette, Montreal, 26. October 1999)

Dieses Gipfeltreffen wurde von niemand Geringerem als Osama bin Laden sowie hochrangigen iranischen und pakistanischen Geheimdienstoffizieren besucht. Es ist offensichtlich, dass die Beteiligung der pakistanischen ISI in Tschetschenien „weit über die Versorgung der Tschetschenen mit Waffen und Fachwissen hinausgeht: Die ISI und ihre radikalen islamischen Vertreter bestimmen den Verlauf dieses Krieges.“ (ebd.)

Russlands wichtigste Pipelinetrassen durchlaufen Tschetschenien und Dagestan. Auch wenn Washington den „islamischen Terrorismus“ immer wieder aufs Schärfste verurteilt, sind die indirekten Nutznießer der Kriege in Tschetschenien die angloamerikanischen Ölgroßkonzerne, die um die totale Kontrolle über die Ölreserven und Pipelineverläufe rund um das Kaspische Meer wetteifern.

Die beiden wichtigsten tschetschenischen Rebellenarmeen (welche zu dieser Zeit von den (verstorbenen) Befehlshabern Shamil Basayev und Emir Khattab angeführt wurden) waren geschätzte 35.000 Mann stark und wurden durch die pakistanische ISI unterstützt, die auch bei der Organisierung und Schulung der Rebellenarmeen eine Schlüsselrolle spielte:
“[Im Jahr 1994] organisierte die pakistanische ISI für Basayev und seine treuen Offiziere eine intensive islamische Indoktrination und ein Training in Guerillakriegsführung im Camp Amir Muawia in der Provinz Khost in Afghanistan. Dieses Camp wurde in den frühen 1980er Jahren von der CIA und der ISI gegründet und von dem berüchtigten afghanischen Kriegsherrn Gulbuddin Hekmatyar geleitet. Im Juli 1994 wurde Basayev nach Absolvierung des Camps Amir Muawia nach Markaz-i-Dawar gebracht, einem Camp in Pakistan, wo er sich einem Training in fortgeschrittener Guerillataktik unterzog. Hier traf er auch auf die hochrangigsten pakistanischen Militär- und Geheimdienstoffiziere: Verteidigungsminister General Aftab Shahban Mirani, Innenminister General Naserullah Babar, sowie den Leiter der ISI Abteilung zur Unterstützung islamischer Angelegenheiten, General Javed Ashraf (mittlerweile alle pensioniert). Diese Verbindungen auf höchster Ebene sollten sich bald als sehr nützlich für Basayev erweisen.” (ebd.)
Nach dem Training und der Indoktrination in diesen Camps wurde Basayev 1995 zum Anführer des Anschlages gegen Truppen der russischen Föderation im ersten Tschetschenien-Krieg. Seine Organisation entwickelte auch umfangreiche Verbindungen zu kriminellen Syndikaten in Moskau sowie zum organisierten Verbrechen in Albanien und der UÇK. In den Jahren 1997/98 begannen laut dem Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation (FSB) „tschetschenische Kriegsherren damit, Immobilien im Kosovo ... mittels mehrerer Immobilienunternehmen, die zur Vertuschung in Jugoslawien angemeldet waren, aufzukaufen.“ (Vitaly Romanov and Viktor Yadukha: Chechen Front Moves To Kosovo. Segodnia, Moscow, 23. Feb 2000)

Der Abbau säkularer Institutionen in der früheren Sowjetunion

Das Inkrafttreten des islamischen Rechtssystems in den bisher weitestgehend säkularen muslimischen Gesellschaften der früheren UdSSR diente Amerikas strategischen Interessen in dieser Region. Zuvor herrschte auch hier, wie in weiten Teilen der Republiken Zentralasiens und des Kaukasus, inklusive Tschetschenien und Dagestan (die Teile der Russischen Föderation sind), eine stark säkulare Tradition basierend auf der Ablehnung des islamischen Rechtssystems.

Der Tschetschenien-Krieg in den Jahren 1994 bis 1996, initiiert durch die großen Rebellionen gegen Moskau, führte zu einer Destabilisierung der säkularen staatlichen Einrichtungen. In zahlreichen Gegenden Tschetscheniens bildeten sich parallel zu den staatlichen Einrichtungen lokale Regierungsstrukturen, welche durch die islamische Miliz kontrolliert wurden. In einigen kleinen Städten und Dörfern wurden islamische Schariah-Gerichtshöfe eingerichtet und die Herrschaft des politischen Terrors begann.

Die finanzielle Unterstützung der Rebellengruppen durch Saudi-Arabien und die Golfstaaten wurde genutzt, um die Schariah-Gerichtshöfe zu errichten - trotz des massiven Widerstandes der Zivilbevölkerung. Der höchste Richter und Emir der Scharia-Gerichtshöfe in Tschetschenien war Sheikh Abu Umar, der „1995 nach Tschetschenien zu den Mudschaheddin kam, die damals von Ibn-ul-Khattab angeführt wurden. ... Er begann den tschetschenischen Mudschaheddin Unterricht über die Lehren des Islam der richtigen Aqeedah zu geben, da viele ungenaue und verzerrte Vorstellungen hierüber kursierten.“ (Global Muslim News: http://www.islam.org.au/articles/21/news.htm, December 1997)

Unterdessen zerfielen die staatlichen Institutionen der Russischen Föderation in Tschetschenien unter der Last der Sparmaßnahmen des IWF, welche während der Präsidentschaft Boris Jelzins auferlegt worden waren. Die Scharia-Gerichtshöfe hingegen, finanziert ausgestattet durch Saudi-Arabien, verdrängten allmählich die noch existierenden staatlichen Institutionen der Russischen Föderation in der autonomen Region Tschetschenien.

Die Wahhabiten aus Saudi-Arabien hatten nicht nur die Absicht, zivile staatliche Institutionen in Dagestan und Tschetschenien zu überrennen, man suchte auch nach einer Lösung, um die Führer der traditionellen muslimischen Sufis zu ersetzen. Tatsächlich bestand der Widerstand gegen die islamischen Rebellen in Dagestan hauptsächlich aus einer Allianz der (säkularen) regionalen Regierungen mit den Sufi-Scheichs:
„Diese [Wahhabiten] Gruppen sind eine kleine, aber sehr gut situierte und ausgerüstete Minderheit. Mit ihren Anschlägen verfolgen sie das Ziel, den Terror in die Herzen der Massen zu tragen. … Sie verbreiten Anarchie und Gesetzlosigkeit und setzen auf diese Weise ihre eigene Form eines brutalen und intoleranten Islam durch. … Solche Gruppen vertreten nicht die vorherrschende Meinung der meisten gläubigen Muslime und Islam-Gelehrten über den Islam, denn für diese ist der Islam das Beispiel für eine vorbildliche Gesellschaft und eine perfekte Moral. Die Wahhabiten sind nichts anderes als eine anarchistische
Bewegung unter islamischer Flagge. … Sie wollen aber keinen islamischen Staat schaffen, sondern einen Zustand der Verwirrung, in dem sie gut und erfolgreich leben können.“ (Mateen Siddiqui: Differentiating Islam from Militant ‘Islamists’. San Francisco Chronicle, 21. September 1999
Unterstützung der Sezessionsbewegungen in Indien

Parallel zu den verdeckten Operationen auf dem Balkan und in der früheren Sowjetunion hat die pakistanische ISI seit den 1980er Jahren mehreren sezessionistischen islamischen Aufständen in der indischen Provinz Kaschmir Unterstützung zukommen lassen.

Obwohl diese Geheimoperationen der ISI offiziell von Washington scharf verurteilt wurden, fanden sie mit stillschweigender Zustimmung der US-Regierung statt. Zu der Zeit, als 1989 das Genfer Friedensabkommen unterzeichnet wurde und sich die Sowjetunion aus Afghanistan zurückzog, wirkte die ISI bei der Erschaffung der militanten Jammu and Kashmir Hizbul Mudschaheddin (JKHM) mit. (Siehe: K. Subrahmanyam: Pakistan is Pursuing Asian Goals. India Abroad, 3. November 1995)

Noch unter dem direkten Einfluss der Ereignisse vom 11. September wurden von zwei aus Pakistan stammenden Rebellengruppen, Lashkar-e-Taiba (Armee der Reinen) und Jaish-e-Muhammad (Armee Mohammeds) im Dezember 2001 terroristische Anschläge auf das indische Parlament ausgeübt. Diese sollten Indien und Pakistan an die Schwelle eines neuen Krieges führen. Beide Rebellengruppen wurden von der pakistanischen ISI verdeckt unterstützt. (Council on Foreign Relations: Terrorism: Questions and Answers, Harakat ul-Mujahideen, Lashkar-e-Taiba, Jaish-e-Muhammad. http://www.terrorismanswers.com/groups/harakat2.html, Washington 2002. Anmerkung: Dieser Bericht liegt nicht mehr auf der CFR Website vor.)

Der Anschlag auf das indische Parlament, gefolgt von den ethnischen Unruhen in Gujarat Anfang des Jahres 2002 bildeten die Höhepunkte eines Prozesses, welcher, finanziert durch Geld aus Drogengeschäften und unterstützt durch den pakistanischen Geheimdienst, bereits in den 1980er Jahren eingeleitet wurde.

Es braucht wohl kaum erwähnt zu werden, dass genau diese von der ISI unterstützten terroristischen Anschläge den geopolitischen Interessen der USA sehr entgegen kamen. Der machtvolle Rat für auswärtige Beziehungen (Council on Foreign Relations, CFR), dem eine Hintergrundrolle in der US-Außenpolitik zukommt, bestätigt, dass die Rebellengruppen in Lashkar und Jaish von der ISI unterstützt werden:
„Pakistan hat [den Rebellengruppen] in Lashkar und Jaish mittels seines Geheimdienstes ISI Geldmittel, Waffen, Trainingseinrichtungen und Hilfe bei der Grenzüberschreitung zur Verfügung gestellt. Diese Unterstützung ist ein Versuch, den „Heiligen Krieg“ der internationalen islamischen Brigaden Afghanistans gegen die Sowjetunion in Kaschmir nachzubilden und brachte in den schon lang schwelenden Konflikt um Kaschmir das Element des radikalen Islam ein.“ ...

Wurden diese Gruppen noch von anderer Seite als von der pakistanischen Regierung finanziert?

„Ja. Aus den Kreisen der Exil-Pakistani und -Kashmirer in England kamen Millionen von Dollar pro Jahr, und auch von den Sympathisanten der Wahhabiten am Persischen Golf kam Unterstützung.“

Besteht eine Verbindung zwischen den islamischen Terroristen in Kaschmir und der Al-Qaida?

„Ja. Der Anführer der Harakat, Farooq Kashmiri Khalil, unterzeichnete 1998 die Erklärung Osama bin Ladens, mit der zu Angriffen auf Amerikaner, auch Zivilisten, und deren Verbündeten aufgerufen wurde. Bin Laden steht US-amerikanischen und indischen Behörden zufolge außerdem unter Verdacht, die Jaish finanziert zu haben. Ausserdem reiste der Gründer der Jaish, Maulana Massoud Azhar, mehrere Male zu Treffen mit bin Laden nach Afghanistan.“

Wo wurden diese militanten Islamisten ausgebildet?

„Viele von ihnen nahmen an den gleichen ideologischen Trainingseinheiten oder muslimischen Seminaren in den Madrasas teil wie die Taliban oder die ausländischen Söldner in Afghanistan. Ihre militärische Ausbildung erhielten sie in afghanischen Camps oder in Dörfern im pakistanisch kontrollierten Kaschmir. Erst kürzlich wurden
etliche neue Madrasas in Azad Kaschmir durch Extremistengruppen errichtet.”

(Council on Foreign Relations: Terrorism: Questions and Answers, Harakat ul-Mujahideen, Lashkar-e-Taiba, Jaish-e-Muhammad.
http://www.terrorismanswers.com/groups/harakat2.html, Washington 2002. Dieser Text wurde 2006 von der CFR Website entfernt)

Was der Rat für auswärtige Beziehungen nicht erwähnt, sind die Verbindungen zwischen der ISI und der CIA sowie die Tatsache, dass die „Internationalen Islamischen Brigaden“ eine Schöpfung der CIA sind.

Die USA provozieren Unruhen in China

Um den amerikanischen „Krieg gegen den Terrorismus“ in seiner ganzen Tragweite erfassen zu können, ist es auch von Bedeutung, die islamischen Unruhen an Chinas westlicher Grenze zu Afghanistan und Pakistan näher zu betrachten, welche durch die ISI unterstützt werden. Tatsächlich lassen sich viele der islamischen Bewegungen in den muslimischen Republiken der ehemaligen Sowjetunion in direkten Zusammenhang mit den Bewegungen in Turkestan und Uigur in Chinas autonomer Region Xinjiang-Uigur bringen.

All diese Separatistengruppen, wie z.B. die Terroristische Streitmacht Ost-Turkestan (East Turkestan Terrorist Force), die Islamisch-reformistische Partei (Islamic Reformist Party), die Allianz der nationalen Einheit Ost-Turkestan (East Turkestan National Unity Alliance), die Uigur Befreiungsbewegung (Uigur Liberation Organization) und die Zentralasiatische Uigur Dschihad Partei (Central Asien Uigur Jihad Party), erhielten Unterstützung und Training durch Osama bin Ladens Al Qaida. (Lt. Berichten der offiziellen chinesischen Quellen in UPI (United Press International), 20 November 2001) Das erklärte Ziel jener in China beheimateten islamischen Unruhen ist die „Etablierung eines islamischen Kalifates in der Region“. (Defence and Security, May 30, 2001)

Dieses Kalifat soll Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisien (West-Turkestan) und die autonome Region Uigur in China (Ost-Turkestan) zu einer einzigen politischen Einheit zusammenfassen.

Dieses „Kalifat-Projekt“, finanziert durch verschiedene Wahhabiten-Gruppierungen in den Golfstaaten, greift somit die territoriale Souveränität Chinas an. Eine solche Abspaltung einer Region an Chinas Westgrenze liegt durchaus im strategischen Interesse der USA bezüglich Zentralasien. Gleichzeitig lässt eine mächtige Lobby in den USA den Separatistengruppen in Tibet Unterstützung zukommen.

Durch die stillschweigende Unterstützung der Abspaltung der Xinjiang-Uigur-Region (mit der pakistanischen ISI als „Vermittler“) versucht Washington einen tiefgreifenden Prozess der politischen Destabilisierung und Aufspaltung in der Volksrepublik China in Gang zu setzen. Neben den verschiedenen verdeckten Operationen haben die USA außerdem militärische Stützpunkte in Afghanistan und mehreren ehemaligen Sowjetrepubliken, direkt an der chinesischen Westgrenze, errichtet.

Ein weiteres Element dieser Strategie ist die Militarisierung des Südchinesischen Meeres und der Formosastraße (Meerenge zwischen Taiwan und China).

Jugoslawien

Während des jugoslawischen Bürgerkrieges in den 1990er Jahren benutzte die CIA den pakistanischen Geheimdienst ISI, um Waffen und Mudschaheddin-Söldner in die Muslimische Armee Bosniens (Bosnian Muslim Army) zu schleusen. Aus einem Bericht der International Media Corporation, London:
„Verlässliche Quellen berichten, dass die Vereinigten Staaten nun [1994] aktiv an der Aufrüstung und dem Training der muslimischen Truppen Bosnien-Herzegowinas teilhaben. Dies steht im direkten Widerspruch zu den Vereinbarungen der Vereinten Nationen. US-Organe lieferten Waffen, die in ... China (PRC), Nordkorea (DPRK) und Iran hergestellt wurden. Dieselben Quellen deuteten an, dass ... Iran, unter Kenntnis und Billigung der USA, die bosnische Armee mit einer großen Anzahl Mehrfachraketenwerfer und einer beachtlichen Menge an Munition belieferte. Diese Lieferungen beinhalteten 107mm- und 122mm-Raketen aus der Volksrepublik China sowie VBR-230 Mehrfachraketenwerfer ... aus Iran. ... [Außerdem] sollen 400 Mitglieder der Iranischen Revolutionsgarde Pasdaran (Iranian Revolutionary Guard, Pasdaran) mit großen Mengen an Waffen und Munition nach Bosnien gekommen sein. Es wurde angenommen, dass die CIA hiervon umfassende Kenntnis hatte und dass sie davon ausging, dass einige dieser 400 [Pasdaran-Mitglieder] für zukünftige Terroranschläge in Westeuropa eingesetzt würden.
Die US-Regierung hat ihre Beteiligung an dem heimlichen Verstoß gegen das UN-Waffenembargo bisher in keinster Weise eingeschränkt ... [Des Weiteren] wurden innerhalb der letzten zwei Jahre [vor 1994] drei hochrangige Delegationen entsandt, um die jugoslawische Regierung auf amerikanischen Kurs zu bringen, jedoch vergeblich. Damit ist Jugoslawien der einzige Staat der Region, der sich dem Druck der USA nicht beugt.“ (International Media Corporation: Defence and Strategy Policy, U. S. Commits Forces, Weapons to Bosnia. London, 31. October 1994)

„Aus erster Hand“

Die verdeckten Geheimdienstaktivitäten der US-Regierung durch die CIA in Bosnien, die daraus bestanden, “Islamische Brigaden” heranzubilden, sind ironischerweise bis ins Detail durch die Partei der Republikaner festgehalten worden. Ein langer Bericht des US-Kongresses, welcher von dem Komitee der republikanischen Partei im Senat (Senate Republican Party Committee, RPC) im Jahr 1997 veröffentlicht wurde, bestätigt größtenteils den Bericht der International Media Corporation (s.o.). In diesem Kongressbericht wird der Clinton-Regierung vorgeworfen, „dazu beigetragen zu haben, in Bosnien eine Basis für militante Islamisten geschaffen zu haben“, was zu einer Rekrutierung von Tausenden Mudschaheddin aus der muslimischen Welt durch das so genannte „Militante Islamische Netzwerk“ geführt hat:
„Am bedenklichsten für die SFOR-Mission und, was noch wichtiger ist, für die Sicherheit des amerikanischen Personals, welches in Bosnien dient, ist wahrscheinlich die Weigerung der Clinton-Regierung, dem Kongress und dem amerikanischen Volk gegenüber zuzugeben, welche Rolle die USA bei der Lieferung von Waffen aus Iran an die muslimische Regierung in Sarajevo spielten. Diese Vorgehensweise, von Bill Clinton selbst im April 1994 auf Drängen des designierten CIA-Chefs (und späteren NSC-Chefs) Anthony Lake und dem US-Botschafter in Kroatien Peter Galbraith genehmigt, spielt laut Los Angeles Times (welche aus vertraulichen Geheimdienstquellen zitiert) „eine zentrale Rolle bei der drastischen Zunahme des iranischen Einflusses in Bosnien.
(...)
Zusammen mit den Waffen überquerten auch Mitglieder der Iranischen
Revolutionären Garde und Agenten des pakistanischen Nachrichtendienstes VEVAK die bosnische Grenze in großer Zahl, zusammen mit Tausenden Mudschaheddin („Heilige Krieger“) aus allen Teilen der muslimischen Welt. Auch andere muslimische Staaten (wie Brunei, Malaysia, Pakistan, Saudi Arabien, Sudan und die Türkei)waren beteiligt, sowie etliche radikale Moslemgruppen. Als Beispiel dient hier die gut dokumentierte Teilnahme der „humanitären Organisation“ Third World Relief Agency (TWRA) aus dem Sudan. Das Engagement der Clinton-Regierung an der Beschaffung von Waffen für das islamische Netzwerk ging so weit, das US-Angestellte die Inspektion von Waffelieferungen aus Iran vornahmen. ... Die Third World Relief Agency (TWRA), eine pseudo-humanitärische Organisation aus dem Sudan ... half bei der Beschaffung von Waffen für Bosnien. ... Die TWRA soll über gute Verbindungen zu Größen des islamischen Terrornetzwerkes verfügen, so z. B. zu Sheik Omar Abdel Rahman (der verurteilte Drahtzieher der Anschläge auf das World Trade Centre im Jahr 1993) und Osama bin Laden, einem wohlhabenden saudischen Emigranten, der eine Reihe militanter Gruppen finanzieren soll.“ (Washington Post, 9/22/96)
(Congressional Press Release, Republican
Party Committee (RPC), U. S. Congress: Clinton-Approved Iranian Arms Transfers
Help Turn Bosnia into Militant Islamic Base. Washington DC, 16. January 1997. Zu
finden auf der Website des Centre of Research on Globalisation (CRG) unter:
http://globalresearch.ca/articles/DCH109A.html. Das Orginaldokument befindet
sich auf der Website des U.S. Senate Republican Party Committee (Senator Larry
Craig) unter: http://www.senate.gov/~rpc/releases/1997/iran.htm. Siehe auch:
Washington Post, 22. September 1999. Die Heraushebungen wurden
hinzugefügt.)
Die Komplizenschaft der Clinton Regierung

Mit anderen Worten: Der Bericht des RPC bestätigt also eindeutig die Mittäterschaft der Clinton-Regierung bei mehreren islamisch-fundamentalistischen Gruppierungen inklusive Al-Qaida.

Die Republikaner wollten zu jener Zeit die Clinton-Regierung untergraben, aber das ganze Land schaute gebannt auf den Monica-Lewinsky-Skandal. Also entschieden sich die Republikaner dafür, die „Iran-Bosniengate“-Affäre nicht zu veröffentlichen, denn dies hätte die Aufmerksamkeit der Menschen von der Lewinsky-Affäre abgelenkt. Die Republikaner wollten Bill Clinton des Amtes entheben lassen, da er in Bezug auf die Monica-Lewinski-Affäre „das amerikanische Volk belogen hat“. Was die wesentlich substantielleren „außenpolitischen Lügen“ wie den Drogenhandel und die verdeckten Operationen auf dem Balkan anging, entschieden Demokraten und Republikaner einstimmig und sicherlich unter Druck seitens des Pentagons und der CIA, hierüber nichts „auszuplaudern“.

Von Bosnien zum Kosovo

Das im Kongressbericht des RPC aus dem Jahr 1997 beschriebene „Bosnien-Modell“ wurde im Kosovo nachgebildet. Unter Mittäterschaft der NATO und des US-Außenministeriums wurden in den Jahren von 1997 bis 1998 Mudschaheddin-Söldner aus dem Nahen Osten und Zentralasien rekrutiert, um in den Reihen der Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK) zu kämpfen und somit die Kriegsanstrengungen der NATO zu unterstützen.

Quellen aus den Reihen des Britischen Militärs bestätigen, dass die Aufgabe des Aufrüstens und des Trainings der UÇK im Jahr 1998 dem US-amerikanischen Verteidigungsnachrichtendienst (US Defence Intelligence Agency, DIA) und dem Britischen Geheimdienst MI6, „ehemaligen sowie sich noch im Dienst befindlichen Mitgliedern der 22. SAS [Großbritanniens 22. Spezial-Luftwaffenregiment] sowie drei privaten britischen und amerikanischen Sicherheitsunternehmen anvertraut wurde“. (The Scotsman, Edinburgh, 29. August 1999)

Die US-amerikanische DIA kontaktierte laut einem führenden Mitglied des britischen Militärs den MI6, um gemeinsam ein Trainingsprogramm für die UÇK zusammenzustellen. Der MI6 vergab dann die Durchführung dieser Operation an zwei britische Sicherheitsunternehmen, die ihrerseits wiederum einige ehemalige Mitglieder des Regiments (22. SAS) mit dieser Aufgabe betrauten. Daraufhin wurden Listen mit allem, was die UÇK an Waffen und Ausrüstung gebrauchen konnte, erstellt. Während diese geheimen Vorbereitungen liefen, wurden sich noch im Dienst befindliche Mitglieder des 22. SAS Regiments, meist aus den Reihen des Schwadron D, noch vor dem Beginn des Bombardements im März im Kosovo stationiert. (Truth in Media: Kosovo in Crisis. Phoenix, Arizona. http://www.truthinmedia.org/, 2. April 1999)

Während die Spezialeinheiten der britischen SAS damit begannen, die UÇK auf Basen im Norden Albaniens auszubilden, arbeiteten türkische und afghanische Militärausbilder, finanziert durch den „islamischen Dschihad“, zusammen an der Ausbildung der UÇK in Guerillataktik und Verschleierungsstrategien. (The Sunday Times, London, 29. November 1998):
„Bin Laden selbst war schon in Albanien gewesen. Er war einer unter etlichen Fundamentalistengruppen, die Einheiten in den Kosovo zum Kampf entsendet hatten, ... Man nimmt an, dass bin Laden 1994 eine Operation in Albanien auf die Beine gestellt haben soll ... Albanischen Quellen zufolge hatte der damalige Präsident, Sali Berisha, Verbindungen zu Organisationen, die sich im Nachhinein als extrem fundamentalistisch herausgestellt hatten.“ (ebd.)

Aussagen des Kongresses zu den Verbindungen zwischen UÇK und Al-Qaida

Mitte der 1990er schlossen sich der CIA und der deutsche Geheimdienst BND zusammen, um die UÇK verdeckt unterstützen zu können. Die UÇK wiederum bezog aber auch Hilfe seitens Al Qaida.

Frank Ciluffo, ein Mitarbeiter des Programms bezüglich des weltweiten organisierten Verbrechens (Globalized Organised Crime Program), sagte Folgendes vor dem Rechtskomitee des Repräsentantenhauses aus:
„Was der Öffentlichkeit größtenteils verschwiegen wurde, war die Tatsache, dass die UÇK einen Teil ihres Budgets aus dem Drogenhandel bezog. Albanien und der Kosovo liegen im Herzen der „Balkanroute“, welche die Region des „Goldenen Halbmondes“ in Afghanistan und Pakistan direkt mit den Abnehmermärkten in Europa verbindet. Diese Route hat einen Marktwert von schätzungsweise 400 Milliarden Dollar pro Jahr und über sie werden 80% des für Europa bestimmten Heroins gehandelt.“ (U. S. Congress: Testimony of Frank J. Cilluffo, Deputy Director of the Global Organized Crime Program, to the House Judiciary Committee. Washington DC, 13. December 2000
Ebenfalls vor dem Rechtskomitee des Repräsentantenhauses machte Ralf Mutschke, Mitglied der Geheimdienstabteilung Interpols, folgende Aussage:

„Das US-Außenministerium führte die UÇK als terroristische Vereinigung mit dem Hinweis, dass diese ihre Operationen mit Mitteln aus dem internationalen Heroinhandel und Krediten von islamischen Staaten und Einzelpersonen, unter ihnen wahrscheinlich auch Osama bin Laden, durchführte. Eine weitere Verbindung zu bin Laden ist die Tatsache, dass der Bruder eines der Führer einer ägyptischen Dschihad-Organisation, der zugleich Militärkommandeur Osama bin Ladens war, während des Kosovo-Konfliktes eine Eliteeinheit der UÇK anführte.
(U.S. Congress: Testimony of Ralf Mutschke of Interpols Criminal Intelligence Division, to the House Judicial Committee. Washington DC, 13. December 2000)
Madeleine Albright und die UÇK

Zu Zeiten der Clinton-Regierung wurden diese Verbindungen der UÇK zum internationalen Terrorismus und organisierten Verbrechen, welche vom US-Kongress dokumentiert wurden, völlig ignoriert. Stattdessen war US-Außenministerin Madeleine Albright schon Monate vor den Bombenangriffen auf Jugoslawien sehr damit beschäftigt, eine „politische Legitimierung“ für die UÇK zu konstruieren. Die paramilitärische Armee hatte von einem Tag auf den anderen den Status einer redlichen „demokratischen“ Kraft im Kosovo. Im Gegenzug beschleunigte Madeleine Albright das Tempo der internationalen Diplomatie: Die UÇK spielte eine führende Rolle bei den gescheiterten „Friedensverhandlungen“ in Rambouiillet Anfang 1999.

Der Senat und das Repräsentantenhaus unterstützen stillschweigend den Staatsterrorismus

Die Tatsache, dass durch verschiedene Kongressberichte immer wieder nachgewiesen wurde, dass die US-Regierung mit Osama bin Ladens Al Qaida unter einer Decke steckte, hielt die Regierung sowohl unter Clinton als auch später unter Bush nicht davon ab, die UÇK weiterhin auszurüsten. Die Unterlagen des Kongresses beweisen außerdem, dass Mitglieder des Senates und des Repräsentantenhauses über die Art der Beziehungen der Regierung zum internationalen Terrorismus sehr genau Bescheid wussten. Hierzu ein Zitat des Republikaners John Kasich, Mitglied des Komitees ‚Bewaffneter Dienst’ im Repräsentantenhaus (House Armed Services Committee): „[1998-99] begannen wir, Beziehungen zur UÇK aufzubauen, und das war der Moment, in dem bin Laden auf der Bildfläche erschien...“ (U.S. Congress: Transcripts of the House Armed Services Committee. Washington DC, 5. October 1999)

Nach den tragischen Ereignissen am 11. September gaben sowohl Demokraten als auch Republikaner dem Präsidenten einstimmig grünes Licht für den „Krieg gegen Osama“.

Senator Jo Liebermann machte 1999 entschieden die Aussage, dass „der Kampf für die UÇK ein Kampf für Menschenrechte und die amerikanischen Werte“ sei. In den Stunden nach den ersten Luftangriffen auf Afghanistan am 7. Oktober rief derselbe Jo Liebermann zu Vergeltungsluftschlägen gegen den Irak auf: „Wir befinden uns in einem Krieg gegen den Terrorismus... Wir können nicht bei bin Laden und den Taliban aufhören.“ Senator Jo Liebermann hatte als Mitglied des Komitees ‚Bewaffneter Dienst’ des Senats (Armed Services Committee of the Senate) Zugang zu allen Dokumenten, die dem Kongress bezüglich der Verbindung „UÇK – Osama“ vorlagen. Als er also diesen Aufruf zum Krieg gegen den Terrorismus startete, war er sich wohl völlig darüber im Klaren, dass sowohl die Behörden der US-Regierung als auch der NATO den internationalen Terrorismus förderten.

Das „Islamisch-Militante Netzwerk“ und die NATO verbünden sich in Mazedonien

Als Folge des Krieges in Jugoslawien im Jahr 1999 hatten sich die terroristischen Aktivitäten der UÇK bis nach Südserbien und Mazedonien ausgebreitet. In der Zwischenzeit hatte die UÇK ihren Namen in KPC (Kosovo Protection Corps) geändert und wurde von den Vereinten Nationen anerkannt. Dies bedeutete die Gewährung „legaler“ Hilfsmittel durch die UNO sowie über bilaterale Verbindungen, einschließlich der direkten militärischen Hilfe durch die USA.

Kaum zwei Monate nach der offiziellen Stellung der KPC unter die Schirmherrschaft der UNO (September 1999) bereiteten KPC/UÇK-Kommandeure mit Hilfe von UNO-Ressourcen und -Ausrüstungen schon die Anschläge in Mazedonien vor. Diese waren eine logische Folge ihrer terroristischen Aktivitäten im Kosovo. Der Tageszeitung Dnevnik aus Skopje zufolge hatte die KPC ein „sechstes Operationsfeld“ im Süden Serbiens und in Mazedonien erschlossen:
„Quellen, die auf Anonymität bestehen, behaupten, dass sich die Kosovo Protection Brigades [die der von der UNO unterstützten KPC nahe stehen] bereits [März 2000] in Tetovo, Gostivar und Skopje Hauptquartiere geschaffen haben und ebensolche in Debar und Struga [an der albanischen Grenze] mit bestimmten Vorgaben vorbereitet.“ (Macedonian Information Centre Newsletter, Skopje, 21.March 2000. Veröffentlicht durch: BBC Summary of World Broadcast, 24. March 2000)
Der BBC zufolge „bildeten westliche Spezialeinheiten immer noch die Guerillas aus“, d.h. sie unterstützten die UÇK darin, ein „sechstes Operationsfeld“ im Süden Serbiens und in Mazedonien zu erschließen. (BBC, 29. January 2001)

Unter den ausländischen Söldnern, die 2001 in Mazedonien in den Reihen der selbsternannten Nationalen Befreiungsarmee (National Liberation Army, NLA) kämpften, waren Mudschaheddin aus dem Nahen Osten und den Republiken der ehemaligen Sowjetunion in Zentralasien. In den Reihen dieser stellvertretenden Streitmacht der UÇK in Mazedonien befanden sich auch viele hochrangige US-Militärberater, die einen privaten Söldner-Vertrag mit dem Pentagon geschlossen hatten, sowie Freiwillige aus Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland. Einige dieser westlichen Söldner hatten zuvor zusammen mit der UÇK und der Bosnischen Muslimischen Armee gekämpft. (Scotland on Sunday, 15. June 2001. Siehe auch: UPI, 9. July 2001. Für weitere Informationen siehe: Michel Chossudovsky: America’s War on Terrorism. Global Research, 2005, Kapitel III).

Die US-Regierung und das „Islamisch-Militante Netzwerk“ arbeiteten eng bei der Unterstützung und Finanzierung der selbsternannten NLA zusammen, welche in die Terroranschläge in Mazedonien verwickelt war. Diese Zusammenarbeit wurde durch die mazedonische Presse und durch Aussagen der mazedonischen Behörden ausführlichst dokumentiert. Die NLA ist ein Stellvertreter der UÇK. Diese wiederum und die von der UNO unterstützte KPC sind identische Institutionen mit denselben Befehlshabern und identischem militärischen Korpus. Die von der UNO entlohnten KPC-Kommandeure kämpfen in der NLA zusammen mit den Mudschaheddin.

Unterstützt und finanziert durch Osama bin Ladens Al Qaida befand sich die UÇK-NLA in einem Konflikt, da sie ebenfalls durch die NATO und die Kosovo-Mission der UNO (United Nations mission to Kosovo, UNMIK) unterstützt wurde. Tatsächlich ist das „Islamisch-Militante Netzwerk“ noch immer ein wesentlicher Bestandteil der verdeckten militärischen Geheimdienstaktionen der Vereinigten Staaten in Mazedonien und dem Süden Serbiens.

Die UÇK-NLA Terroristen wurden mit Hilfe von US-Militärunterstützung, dem UNO-Budget für friedenserhaltende Maßnahmen und durch mehrere islamische Organisationen, einschließlich Al Qaida, gefördert. Unter Mittäterschaft der US-Regierung wurde auch Geld aus dem Drogenhandel zu ihrer Finanzierung benutzt. Die Rekrutierung von Mudschaheddin für die Kämpfe in den Reihen der NLA in Mazedonien wurde von verschiedenen islamischen Gruppierungen durchgesetzt.

US-Militärberater waren zusammen mit den Mudschaheddin in ein und derselben paramilitärischen Truppe ebenfalls aktiv. Westliche Söldner aus den NATO-Staaten kämpften Seite an Seite mit den Mudschaheddin, die im Nahen Osten und Zentralasien rekrutiert wurden. Die US-Medien bezeichnen dies als “Blowback”, bei dem sich die so genannten „Kontaktpersonen der Geheimdienste“ (intelligence asset) gegen die Interessen ihrer Auftraggeber richten!

Aber dies geschah nicht während des Kalten Krieges, sondern in den Jahren 2000 und 2001 in Mazedonien! Nur wenige Monate vor den Anschlägen des 11. September hatten die USA die Islamischen Brigaden noch unterstützt. Dies wurde durch zahlreiche Presse- und Augenzeugenberichte, fotografische Belege sowie durch offizielle Aussagen des mazedonischen Premierministers, der die westliche Militärallianz beschuldigte, den Terroristen Beihilfe zu leisten, bestätigt.

Washingtons Geheimplanung

Die US-Außenpolitik ist nicht darauf ausgerichtet, die Wogen des islamischen Fundamentalismus zu glätten, das Gegenteil ist der Fall. Die signifikante Entwicklung eines „radikalen Islam“ nach dem Ende des Kalten Krieges in der früheren Sowjetunion und dem Nahen Osten deckt sich mit den geheimen Plänen der USA, die auf die Erhaltung statt der Bekämpfung des internationalen Terrorismus abzielen, um nationale Gesellschaftssysteme zu destabilisieren und die Entwicklung von aufrichtigen, säkularen und sozialen Bewegungen, die sich gegen das amerikanische Empire richten könnten, zu verhindern.

Durch verdeckte Operationen der CIA unterstützt Washington weiterhin die Entwicklung des islamischen Fundamentalismus im gesamten Nahen Osten, auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion sowie in China und Indien.

Die Entwicklung von konfessionsgebundenen, fundamentalistischen und anderen derartigen Organisationen in den Entwicklungsländern dient den Interessen der USA. Diese verschiedenen Organisationen sowie bewaffnete Aufständische treten vor allem in solchen Ländern auf, in denen staatliche Institutionen unter der Last der von der IWF geförderten wirtschaftlichen Reformen zusammenbrachen.

Diese fundamentalistischen Organisationen tragen dazu bei, säkulare Einrichtungen zu zerstören und durch andere zu ersetzen.

Islamischer Fundamentalismus schafft soziale und ethnische Teilungen innerhalb einer Gesellschaft. Er untergräbt die Möglichkeiten der Menschen, sich gegen das amerikanische Empire zu organisieren. Diese Organisationen oder Bewegungen, wie die Taliban, schüren oft den „Widerstand gegen Uncle Sam“, allerdings in einer Art und Weise, die keine ernst zu nehmende Gefahr für Amerikas übergeordnete geopolitische und wirtschaftliche Interessen darstellt.

Das Auslöschen der Entstehungsgeschichte der Al Qaida

Seit September 2001 ist die Geschichte der Al-Qaida weitestgehend ausradiert worden und die Verbindungen der jeweiligen US-Regierungen zum „Islamisch-Militanten Netzwerk“ werden kaum mehr erwähnt.

Im Oktober 2001 wurde im Nahen Osten und Zentralasien ein angeblicher „Krieg gegen den Terrorismus“ begonnen, und zwar durch eine Regierung, die den internationalen Terrorismus als Teil ihrer eigenen Außenpolitik längst integriert hatte. Anders ausgedrückt war die Hauptrechtfertigung für den Krieg gegen Afghanistan und den Irak völlig an den Haaren herbei gezogen. Das amerikanische Volk wurde durch seine Regierung vorsätzlich und wissentlich in die Irre geführt.

Die Entscheidung, das amerikanische Volk zu täuschen, wurde am 11. September 2001 gefällt, kaum ein paar Stunden nach den Terroranschlägen auf das World Trade Centre. Ohne über eindeutige Beweise zu verfügen, wurde Osama bin Laden bereits als „Hauptverdächtiger“ bezeichnet. Zwei Tage später, am Donnerstag, den 13. September 2001, als die Ermittlungen des FBI gerade erst begonnen hatten, versprach Präsident Bush bereits „die Welt zum Sieg zu führen“.

Während die CIA stillschweigend einräumt, dass Al Qaida eine „Kontaktpersonen der Geheimdienste“ (intelligence asset) während des Kalten Krieges war, werden die Beziehungen nun einer längst vergangenen Ära zugeschrieben.

In den meisten Berichterstattungen nach dem 11. September wird davon ausgegangen, dass diese Verbindungen der CIA zu Al Qaida nur zu Zeiten der „vergangenen Ära“ des Afghanistankrieges bestanden. Sie werden ausnahmslos als unerheblich für das Verständnis der Vorgänge am 11. September und des „weltweiten Krieges gegen den Terrorismus“ betrachtet. Aber noch wenige Monate vor dem 11. September gab es Beweise für eine aktive Zusammenarbeit von Mitgliedern des US-Militärs und Al Qaida-Funktionären im Bürgerkrieg in Mazedonien.

Die Rolle der CIA bei der Unterstützung und Entwicklung von internationalen terroristischen Organisationen während des Kalten Krieges und danach wird von den westlichen Medien meist ignoriert oder heruntergespielt.

Ein offensichtliches Beispiel für die Verwirrung der Presse nach dem 11. September ist die „Blowback“-These, frei nach dem Motto: Die Geister, die ich rief. In einer völlig verdrehten Logik werden die US-Regierung und die CIA als die vom Unglück verfolgten Opfer dargestellt:
“Die hochentwickelte Ausbildung, welche die Mudschaheddin genossen haben sowie die Tausende von Tonnen an Ausrüstung, welche ihnen durch die USA und Großbritannien zur Verfügung gestellt wurden, wenden sich nun gegen den Westen in Gestalt des „Blowback“ Phänomens, bei dem eine politische Strategie sich gegen deren Erfinder richtet.” (The Guardian, London, 15. September 2001)
In den US-Medien wird sich gleichwohl eingestanden, dass „die Machtergreifung der Taliban [im Jahr 1996] teilweise auf die Unterstützung der Mudschaheddin, der radikalen islamischen Gruppierung, durch die USA im Krieg gegen die UdSSR in den 1980er Jahren zurückzuführen ist“. Allerdings werden die eigenen sachlichen Aussagen gleich wieder entkräftet, indem man gemeinsam schlussfolgert, dass die CIA durch einen hinterlistigen Osama hereingelegt wurde. Es wird so betrachtet, als „lehne sich ein Sohn gegen seinen Vater auf“.

Der „Krieg gegen den Terrorismus“ nach dem 11. September

Die „Blowback“-Theorie ist eine Erfindung.

Die CIA hat ihre Verbindungen zum „Islamisch-Militanten Netzwerk“ nie unterbrochen. Es gibt reichlich Beweise, dass Al Qaida noch immer ein von den USA unterstützter Geheimdienstkontakt geblieben ist.

Al Qaida wird weiterhin als der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September dargestellt, ohne jemals ihre geschichtlichen Beziehungen zur CIA und der pakistanischen ISI zu erwähnen.

Al Qaida befindet sich nach wie vor fest unter der Kontrolle des US-Geheimdienstapparates, und dennoch behauptet die US-Regierung immer wieder, dass dieser „Feind von Außen“ wieder zuschlagen wird, dass ein „zweiter 11. September“ irgendwo in Amerika oder der westlichen Welt geschehen werde:
[Es gibt] „Anzeichen dafür, dass [die] bald stattfindenden Anschläge ...den Anschlägen [vom 11. September] gleichkommen oder diese gar an Härte übertreffen werden ...

Und es ist ziemlich eindeutig, dass dabei die Hauptstadt und die Stadt New York auf jeglicher Liste stehen werden.” (Tom Ridge, Weihnachten 2003)

“Sie fragen mich ob die Lage ernst sei? Ja, darauf können Sie ihr Leben verwetten. Menschen tun so etwas nicht, es sei denn, die Situation ist ernst.” (Donald Rumsfeld, Weihnachten 2003)

“Glaubwürdige Recherchen deuten darauf hin, dass Al Qaida die Pläne zur Durchführung eines großangelegten Anschlages in den Vereinigten Staaten fortführt, um unseren demokratischen Prozess zum Erliegen zu bringen... Dies sind ernüchternde Informationen über diejenigen, die uns schaden wollen... Aber mit jedem Tag werden wir stärker in der Sicherheit unserer Nation.” (George W. Bush, July 2004)

“Der Feind, der uns am 11. September traf, ist getroffen und schwach, aber immer noch tödlich und immer noch bereit, uns wieder zu treffen.” (Dick Cheney, July 2006)
“Ein neuer Anschlag [wie der am 11. September] könnte beides liefern: Eine Rechtfertigung und eine Möglichkeit, Vergeltungsschläge gegen einige bekannte Ziele durchzuführen” (Beamter des Pentagons, zitiert in der Washington Post, 23. April 2006)

Kriegspropaganda

Ein Terroranschlag des Ausmaßes und der Art des 11. September auf amerikanischem Grund und Boden würde dem ehemaligen US Befehlshaber des Zentralkommandos der Streitkräfte (Central Command (USCENTCOM) Commander), General Tommy Franks (er leitete 2003 die Invasion in den Irak), zufolge den Untergang der verfassungsmäßigen Regierung bedeuten. In einem Interview vom Dezember 2003, welches in den Medien kaum Beachtung fand, beschrieb General Franks ein Szenario, welches die Aufhebung der Verfassung und die Errichtung des Militärrechts in den USA zur Folge hätte:
„[Ein] terroristisches Ereignis mit hoher Schadenswirkung [wird]irgendwo in der westlichen Welt [geschehen] - vielleicht auch in den Vereinigten Staaten. Dieses wird unsere Bevölkerung dazu bringen, unsere Verfassung in Frage zu stellen und unser Land zu militarisieren, damit eine Wiederholung eines weiteren, Todesopfer fordernden Ereignisses verhindert wird.“ (Cigar Aficionado, December 2003)
Franks spielte hierbei auf ein so genanntes „Ereignis vom Typ Pearl Harbor“ an, durch den die US-amerikanische Öffentlichkeit wachgerüttelt und eine Militärregierung sowie einen Polizeistaat unterstützen würde.

Dieses „terroristische Ereignis mit hoher Schadenswirkung“ wurde von General Franks als entscheidender politischer Wendepunkt dargestellt. Die unweigerliche Krise, soziale Unruhen und die öffentliche Empörung würden eine große Veränderung in den politischen, sozialen und institutionellen Strukturen der USA bewirken.

Es ist wichtig zu bedenken, dass General Franks hier nicht seine persönliche Meinung äußerte. Seine Aussage deckt sich mit den vorherrschenden Standpunkten des Pentagon sowie der Heimatschutzbehörde (Homeland Security Department) über die Entwicklung der Dinge im Fall eines nationalen Notstands.

„Ereignis mir hoher Schadenswirkung“

Dieser Begriff ist ein zentraler Teil der Militärdoktrin. Die Zerstörung und der Verlust von Menschenleben durch einen Terroranschlag führen zu einer Welle öffentlicher Empörung. Kollektives Empfinden von Angst und Einschüchterung entstehen, was die Beschneidung der bürgerlichen Rechte sowie die Einführung von Polizeistaat-Methoden ermöglicht.

Die Terroranschläge auf das World Trade Centre und das Pentagon am 11. September 2001 wurden dazu benutzt, öffentliche Unterstützung für eine Invasion in Afghanistan zu bekommen, welche gerade einmal vier Wochen danach stattfand. Ohne stützende Beweise wurde Al Qaida, der man vorwarf, von der Taliban-Regierung finanziert zu werden, für die Anschläge vom 11. September verantwortlich gemacht.

Die Planung eines großangelegten Krieges hatte schon lange vor dem 11. September begonnen. Die US-Streitkräfte waren schon längst in „erhöhte Alarmbereitschaft“ versetzt worden, als am Abend des 11. September die Entscheidung fiel, gegen Afghanistan Krieg zu führen. Diese Entscheidung wurde sodann am nächsten Morgen offiziell verkündet. Unterdessen berief sich die NATO auf Artikel 5 des Washingtoner Abkommens und erklärte Afghanistan im Namen aller Mitgliedsstaaten des Atlantischen Bündnisses den Krieg. Die Kriegserklärung der NATO basierte auf dem Prinzip der „Selbstverteidigung“ und wurde binnen 24 Stunden nach den Anschlägen beschlossen.

Auf Artikel 5 des Washingtoner Abkommens wurde sich erstmals am 12. September 2001 berufen. Die europäischen Alliierten und Kanada boten Amerika sofort nach den Terroranschlägen vom 11. September ihre Unterstützung an. Die NATO begrüßte den von den USA ausgerufenen „weltweiten Krieg gegen den Terrorismus“. Vierzehn NATO-Mitgliedstaaten entsandten Truppen nach Afghanistan. (Siehe: NATO Review, Summer 2006. http://www.nato.int/docu/review/2006/issue2/english/summaries.html)

Die Operation Northwoods

Das „Ereignis mit hoher Schadenswirkung“ am 11. September spielte im Prozess der militärischen Planung eine entscheidende Rolle. In den Augen der Öffentlichkeit diente es als Vorwand, um in den Krieg zu ziehen.

Die Auslösung von „Ereignissen, die als Vorwand zur Kriegsführung dienen“ ist Teil der grundlegenden Arbeitsweise des Pentagon. Mehr noch. Sie ist ein wichtiger Bestandteil in der Geschichte des US-Militärs.

1962 entwickelten die Oberkommandeure aller Streitkräfte der USA (Joint Chiefs of Staff, JCS) den Geheimplan „Operation Northwoods“, um absichtlich zivile Verluste herbeizuführen, die eine Invasion in Kuba rechtfertigen würden:
“Wir könnten ein US-amerikanisches Schiff in Guantanamo Bay in die Luft jagen und Kuba die Schuld daran in die Schuhe schieben.“ „Wir könnten eine kubanische kommunistische Terrorkampagne in der Gegend um Miami und anderen Städten in Florida oder sogar in Washington organisieren.“ „Opferlisten in US-amerikanischen Tageszeitungen könnten dazu beitragen, in der Bevölkerung eine
nationale Welle der Empörung loszutreten.” (Siehe: freigegebenes Top Secret Dokument von 1962 mit dem Titel: Justification for U. S. Military Intervention in Cuba. Siehe: Operation Northwoods unter http://www.globalresearch.ca/articles/NOR111A.html)
Terrorwarnungen und Terroranschläge

Um möglichst „effektive“ Einschüchterungs- und Desinformationskampagnen durchzuführen ist es nötig, über die bloße Verbreitung grundloser „Warnungen“ zukünftiger Anschläge hinauszugehen. Man braucht „reale“ Vorfälle terroristischer Natur oder „Geschehnisse“, welche den Kriegsplanungen der Regierung Glaubhaftigkeit verleihen. Propaganda rechtfertigt die Implementierung von „Notfallmaßnahmen“ und die Durchführung militärischer Vergeltungsaktionen.

Sowohl Terrorwarnungen als auch Terroranschläge lieferten und liefern den idealen Vorwand, um weitreichende militärische Entscheidungen zu rechtfertigen.

Nach den Londoner Bombenanschlägen im Juli 2005 soll Vizepräsident Dick Cheney die USSTRATCOM angewiesen haben, einen Notfallplan zu entwerfen, „um bei einem erneuten terroristischen Angriff auf die USA, wie dem vom 11. September, gut gerüstet zu sein“. In diesen Notfallplan inbegriffen ist die Gewissheit, dass Iran hinter einem zweiten 11. September stecken würde.

Dieser „Notfallplan“ nutze einen „zweiten 11. September“, der noch gar nicht eingetreten war, als Vorwand, um eine große Militäraktion gegen Iran vorzubereiten, während zugleich Druck auf Teheran wegen seines (nicht-existierenden) Nuklearwaffenprogramms ausgeübt wurde.

Das Teuflische an dieser Entscheidung des US-Vizepräsidenten ist, dass sich die von Cheney vorgelegte Rechtfertigung für den Krieg gegen Iran allein auf eine vermutete Beteiligung Irans an einem rein hypothetischen Terroranschlag auf Amerika stützte, der bis heute nicht stattgefunden hat:

Inhalt des Plans sind umfangreiche Luftangriffe gegen Iran unter Verwendung sowohl konventioneller als auch taktischer nuklearer Waffen. Es gibt im Iran mehr als 450 wichtige strategische Ziele, darunter zahlreiche, die angeblich zur Produktion von Nuklearwaffen dienen. Viele dieser Ziele sind gut geschützt oder unterirdisch angelegt, so dass sie durch konventionelle Waffen kaum zerstört werden können. Daher die nukleare Option. Wie im Fall des Irak ist es auch im Fall Iran für eine Kriegserklärung nicht nötig, tatsächlich in Terroraktionen gegen die Vereinigten Staaten verwickelt zu sein. Es ist belegt, dass viele der hochrangigen Air Force Offiziere, die an den Planungen der Militäraktionen teilnahmen, erschüttert waren über die möglichen Folgen dessen, was sie taten – einen grundlosen Nuklearwaffenangriff auf Iran vorzubereiten. Aber keiner von ihnen war bereit, wegen der Erhebung von Einsprüchen seine Karriere aufs Spiel zu setzen. (Philip Giraldi: Attack on Iran: Pre-emptive Nuclear War. The American Conservative, 2. August 2005)

Sollen wir das also so verstehen, als warteten die Militärstrategen in den USA, Großbritannien und Israel geradezu auf einen zweiten 11. September, damit eine militärische Aktion gegen Syrien und Iran in Gang gesetzt werden kann?

Der von Cheney vorgeschlagene „Notfallplan“ ist nicht im Geringsten daraufhin konzipiert, einen zweiten 11. September zu verhindern. Der Cheney-Plan basiert auf der Annahme, dass Iran hinter einem zweiten 11. September stecken wird und dass dementsprechende Vergeltungsschläge sofort umgesetzt werden könnten, noch bevor überhaupt eine Untersuchung dieser Annahmen stattfinden würde. Eine sehr ähnliche Vorgehensweise wie bei den Angriffen auf Afghanistan im Oktober 2001, welche angeblich als Vergeltung für die angebliche Unterstützung der Terroristen des 11. September durch die Taliban-Regierung stattfanden.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass man einen Krieg nicht eben mal in drei Wochen planen kann: Die Bombenangriffe und die Invasion im Fall Afghanistans wurden weit vor dem 11. September geplant, wie Michael Keefer in einem detaillierten Bericht darlegt:
“Genau betrachtet heißt das, dass „Terroranschläge von der Art des 11. September“ Cheney und dem Pentagon als angemessene Mittel zur Legitimierung von Angriffskriegen gegen jedwedes Land, welches durch das Regime und seinen Propagandastrukturen für diese Behandlung ausgewählt wurde, dienen.” (Michael Keefer: Petrodollars and Nuclear Weapons Proliferation: Understanding the Planned Assault on Iran. Global Research, February 10, 2006)
Seit 2001 hat Vizepräsident Cheney seine Warnung vor einem zweiten 11. September bei etlichen Anlässen wiederholt:
“Der Feind, der uns am 11. September traf, ist getroffen und schwach, aber immer noch tödlich und immer noch bereit, uns wieder zu treffen.” (Waterloo Courier, Iowa, 19 July 2006. Kursivschrift hinzugefügt)
„Eine Rechtfertigung und eine Möglichkeit, Vergeltungsschläge gegen einige bekannte Ziele durchzuführen“

Der (frühere) Verteidigungsminister Donald H. Rumsfeld rief im April 2006 einen weitreichenden Militärplan zur Bekämpfung des weltweiten Terrorismus ins Leben, mit Blick auf Vergeltungsschläge im Falle eines zweiten großen Terrorangriffes auf Amerika.

“Verteidigungsminister Donald H. Rumsfeld hat den bisher ehrgeizigsten Militärplan der Geschichte abgesegnet. Dieser beinhaltet die weltweite Bekämpfung des Terrorismus und die Möglichkeit, bei einem erneuten massiven Terroranschlag auf die Vereinigten Staaten schneller und entschiedener vergelten zu können,” so Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums.

Dieser lang erwartete Schlachtplan zur weltweiten Bekämpfung des Terrorismus sowie zwei weitere untergeordnete Pläne, die Rumsfeld innerhalb des vergangenen Monats vorlegte, werden im Pentagon mit höchster Priorität behandelt. Diese Aussage stammt von Beamten, die diese drei Dokumente kennen, aber anonym bleiben möchten, da sie zu Stillschweigen über die Pläne verpflichtet wurden.

Die Einzelheiten der Pläne sind geheim, aber das ihnen übergeordnete Ziel ist eine erhebliche Ausweitung der Rolle des Militärs und im Speziellen eine anwachsende Streitmacht von Elite-Spezialeinheiten bei einer steigenden Anzahl von Einsätzen zur Bekämpfung des Terrorismus außerhalb von Kriegsgebieten wie z. B. Irak und Afghanistan. Die Pläne wurden über einen Zeitraum von drei Jahren von der streitkraftübergreifenden Kommandoeinrichtung (Special Operations Command, SOCOM) in Tampa entwickelt. In ihnen zeigt sich, dass das Pentagon immer mehr in Aufgabengebiete eingreift, die zuvor traditionelles Betätigungsfeld der CIA und des Außenministeriums waren. (Washington Post, 23. April 2006)

Diese Pläne basieren, wie bereits erwähnt, auf der Annahme, dass ein zweiter 11. September geplant und es daher nötig sei, bei einem Angriff auf die USA schnell vergelten zu können:

"Ein dritter Plan legt dar, auf welche Weise die Armee einen weiteren großen Terroranschlag gegen die USA sowohl unterbinden als auch darauf antworten kann. Er enthält lange Anhänge, in denen bis ins Detail aufgezeigt wird, welche Möglichkeiten für das Militär bestehen, schnell Vergeltung üben zu können, sei es gegen Terrorgruppen, Einzelpersonen oder auch unterstützende Staaten, je nachdem, wer für den Anschlag verantwortlich gemacht werden kann. Gegenwärtige und frühere Beamte des Verteidigungsministeriums, welche den Plan kennen, meinen, dass ein erneuter Anschlag sowohl die heute noch fehlende Rechtfertigung als auch die Möglichkeit für Vergeltungsschläge gegen schon bekannte Ziele bieten kann.

Der Plan beschreibt in allen Einzelheiten “welche Terroristen oder Bösewichte wir angreifen würden, wenn wir die Samthandschuhe auszögen. Aber noch haben wir sie an,” so ein Beamter, der aber aufgrund der sensiblen Thematik unerkannt bleiben möchte. (Washington Post, 23. April 2006. Kursivschrift hinzugefügt)

Dieses Militärdokument lässt vermuten, dass ein zweiter Anschlag von der Art des 11. September, “welcher bis heute noch aussteht”, sich als nützlich erweisen könnte, indem er eine „Rechtfertigung und eine Möglichkeit“ liefern würde, „bereits bekannten Zielen [wie Iran und Syrien]“ den Krieg zu erklären.

Die Wirklichkeit wird ins Gegenteil verkehrt. Die Desinformationskampagnen sind in vollem Gang. Die Medien in Großbritannien und den USA bezeichnen „Präventivkriege“ immer öfter als Akt der „Selbstverteidigung“ gegen Al Qaida and die Staaten, die den Terrorismus unterstützen, weil jene ja angeblich einen zweiten 11. September vorbereiten. Das grundlegende Ziel ist, durch Erzeugung von Angst und Einschüchterung ein Klima öffentlicher Akzeptanz gegenüber der nächsten Stufe des „Krieges gegen den Terrorismus“ im Nahen Osten zu schaffen, der sich gegen Syrien und Iran richtet.

Abschließende Bemerkungen

Die Bedrohung eines „Angriffs auf Amerika“ durch Al Qaida wird von der Bush-Regierung und ihren unerschütterlichen britischen Alliierten reichlich und absichtlich dazu benutzt, die öffentliche Meinung zugunsten einer weltweiten Militäraktion zu beeinflussen.

Es ist bekannt und dokumentiert, dass das „Islamische Terrornetzwerk“ eine Schöpfung des US-Geheimdienstapparates ist. Es gibt handfeste Beweise dafür, dass mehrere terroristische „Ereignisse mit hoher Schadenswirkung“, die mit zivilen Verlusten endeten, absichtlich durch das Militär und/oder den Geheimdienst ausgelöst wurden. Es ist ebenfalls bewiesen, dass in ähnlicher Weise mehrere unechte Terrorwarnungen auf Grund von falschen Informationen durch den Geheimdienst herausgegeben wurden, wie z. B. im Fall des verhinderten „Flüssigsprengstoff-Anschlags“ in London im Jahr 2006, bei dem die vermutlichen Flugzeugentführer keine Flugtickets gekauft hatten und einige keine Pässe zum Besteigen des Flugzeugs dabei hatten.

Der „Krieg gegen den Terrorismus“ ist ein Schwindel. Das Märchen vom 11. September, welches seitens der Untersuchungskommission vorgelegt wurde, ist von vorne bis hinten frei erfunden und die Bush-Regierung ist in die Vertuschung bis in die höchsten Regierungskreise hinein verwickelt.

Die Lügen rund um den 11. September aufzudecken würde dem „Krieg gegen den Terrorismus“ die Grundlage entziehen.

Die Lügen rund um den 11. September aufzudecken sollte Teil einer beständigen Antikriegsbewegung sein.

Ohne den 11. September hätten die Kriegsverbrecher in den hohen Ämtern keine Daseinsberechtigung mehr und das gesamte Sicherheitskonstrukt des Staates würde in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus.

Über den Autor:

Michel Chossudovsky ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Univerität Ottawa (Kanada) und war Mitarbeiter verschiedener Organisationen der Vereinten Nationen. Er ist Leiter des Centre for Research on Globalization (CRG), Autor mehrerer Bücher und Mitwirkender bei der Encyclopedia Britannica. Seine Texte wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Im Jahre 2003 erhielt er den Menschrechtspreis der Gesellschaft für Menschen- und Bürgerrechte.

Übersetzung aus dem Englischen durch hintergrund.de

Der Aufsatz wurde erstveröffentlicht in Italien in : Giuletto Chiesa (Editor), Zero, Perché la versione ufficiale sull' 11/9 è un Falso [Zero: Why the Official Version on 9/11 is a Falsehood], Piemme, Casale Monferrato, 2007.

Eine detaillierte Analyse einiger relevanter Abschnitte dieses Artikels sind auch in dem Buch des Autors Michel Chossudovsky "War on Terrorism" zu finden, Global Research, 2005.

Quelle: Hintergrund