Dienstag, 25. Mai 2010

Köhler im Gespräch mit deutschen Soldaten in Afghanistan

Mowitz
Der Deutschen oberste Bundeshotte war in Afghanistan. Ganz überraschend, ohne vorherige Ankündigung. Eben wie gemeine Diebe in der Nacht, die ihre Raubzüge auch nicht im Vorfeld in alle Welt hinausposaunen.

Nachdem es sich inzwischen auch bei den letzten Hinterwäldlern herumgesprochen hat, dass es den Deutschen bei ihrer Beteiligung an den unzähligen Kriegsraubzügen der NATO nicht um humanitäre Hilfseinsätze geht, sondern um brutalstmögliche Bereicherung des deutschen Groß- und Finanzkapitals - man kann schließlich die Beute nicht den Kapitalisten der westlichen Verbündeten allein überlassen - sah sich nun der Ex-Oberhüter der neoliberalen Patenorganisation IWF genötigt, den deutschen Soldaten in Afghanistan den Marsch zu blasen.

"Warum", so pfiff unser aller Bundeshotte herbeigekarrte deutsche Soldaten an, "höre ich nie von Ihnen, dass der Krieg in Afghanistan zu gewinnen ist?" Denn zum Gesagten sei angefügt, dass zuvor der neben ihm stehende US-(sic)-Presseoffizier, das kleinmütige Schweigen deutscher Soldaten auf die Frage des obersten Ex-IWF-Banksters, wie ihre Auffassung in Sachen Afghanistan sei, vollmundig mit einem "I think we can win this" beantwortet hatte. O.k. US-Amerikaner waren immer schon ausgesprochene Optimisten, auch wenn jetzt Öl nicht mehr gefördert, sondern gleich ins Meer versenkt wird. Umweltverbrechen sind nach dem Verständnis neoliberaler Wirtschaftsgangsters sowieso lohnender als sich mit "Kosten" für die Sicherheit einer dahinsiechenden Umwelt zu belasten.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Auch wenn das Interview im Deutschlandfunk verstümmelt endet, so führte Köhler im Original ganz unverblümt aus worum es eigentlich geht und was die Bevölkerung schon lange wusste:
"Ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen."
Der ehemalige IWF-Chef gibt sich besorgt um Arbeitsplätze in Deutschland, die er mit Kriegen erhalten will. "Wir" sind gefragt für diese Kriege unsere Knochen willig hinzuhalten - im Kampf gegen die überwältigende Mehrheit der Menschheit, die immer noch zu Millionen verhungert.

Die Nutznießer dieser imperialen Politik, sind nicht "Wir", sondern Sie und Ihre Auftraggeber aus der großdeutschen Wirtschaft, Herr Sonntagsredner. Versuchen Sie es einfach mal mit fairem Handel. Ein Fremdwort in den obersten Etagen elitärer Wirtschaftsmaffiosos. Die Ausbeutung des Planeten, mitsamt seinen Menschen, ist für Ihresgleichen oberstes Gebot. Mein frommer Wunsch, Sie und Ihre Wirtschafts(ä)liten würden sich persönlich im Nahkampf mit den Taliban einbringen, wird sich mit Sicherheit nicht erfüllen. Schade, vermissen würde ich Sie nicht. So werden Sie uns erhalten bleiben - und weiterhin dem Sozialabbau zugunsten einer prosperierenden Kriegs- und Finanzindustrie das Wort reden. Einmal IWF immer IWF.

Kein Krieg wurde mit so vielen magischen Geschichten umwoben wie der Afghanistan-Krieg. Man wollte die Frauen von der Burka befreien und ihnen die Segnungen westlicher Demokratien bescheren. "Kriegsähnliche" Einsätze, nicht Krieg war die Sprachregelung der politischen Klasse gegenüber der Bevölkerung. Auf magischere Geschichten muss man erstmal kommen. Ihre Klasse hat im Krieg viel zu gewinnen - und wenig zu verlieren, Herr Köhler.

FH

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