Mittwoch, 2. Juni 2010

Henning Mankell: "Einzige Waffe die sie fanden war mein Rasierapparat"


Der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell war Teilnehmer des Hilfskonvois "Ship to Gaza" und befand sich während der staatsterroristischen Piraterie Israels an Bord des Schiffes "Sofia".

In einem ersten kurzen Interview, das er mit der schwedischen Zeitung "Expressen" führte, beschuldigte Henning Mankell Israel für Piraterie, Kidnapping und Mord. Die bizarren und skurrilen Behauptungen Israels, an Bord hätten sich Waffen befunden, kontert Mankell mit:

"Wie heftig die Israelis auch schreien mögen, sie hätten Waffen gefunden, so ist das völliger Nonsens. Auf dem Schiff wo ich mich befand, fanden sie eine Waffe - meinen Rasierapparat! Sie (die israelischen Soldaten) kamen in der Tat mit diesem Rasierapparat und zeigten ihn. Sie verstehen auf welchem Niveau sich das ganze abspielt."
Henning Mankell erfuhr erst durch die schwedischen Reporter, das mindesten neun seiner Kameraden durch israelische Kommandokiller ermordet worden waren und zeigte sich tief erschüttert.

Den israelischen Überfall beschreibt Mankell so:
  • Die israelische Marine griff uns mit physischen Waffen weit außerhalb israelischen Territorialwassers an. Wir befanden uns auf internationalem Gewässer und damit betrieben die Israelis eindeutig Seeräuberei und Kidnapping.
  • Wir waren uns des Risikos bewusst, dass sie (die Israelis) zuschlagen konnten. Um 04.30 Uhr begann ihr Angriff auf das größte Fahrzeug. Eine Stunde später, um 05.35 Uhr, kamen sie mit einer Korvette, legten an und enterten mit einer Kommandotruppe unser Schiff.
Laut Mankell dauerte die Aktion nur einige Minuten.
  • Es ging alles sehr schnell und wir leisteten keinen anderen Widerstand als ihnen die Arbeit etwas zu erschweren. Und wir protestierten. Eine Frage ist immer noch unbeantwortet - für was sind wir denn eigentlich angeklagt?
Morgen plant Henning Mankell einen Artikel für den deutschen "Stern" zu schreiben, der die letzten Tage zum Thema haben wird.

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