Mittwoch, 23. Juni 2010

IKEAs Apartheid-Lieferungen ins Westjordanland

Mowitz
Die schwedische Möbelfirma IKEA tut ihr bestes um die israelische Okkupation Palästinas zu unterstützen. IKEAs Einrichtungshaus in Israel liegt außerhalb des Badeortes Netanya und liefert Möbel auch ins Westjordanland. Allerdings nur an israelische Siedler, die in, durch kein Völkerrecht legitimiertes, illegalen Siedlungen im palästinensischen Westjordanland wohnen. In palästinensische Dörfer oder Städte wie Ramallah, Nablus und Bethlehem liefert IKEA keine Möbel.

In einer Reportage des schwedischen Rundfunks, Sveriges Radio, besuchte die schwedische Israel-Korrespondentin Cecilia Uddén IKEA in Israel und gab sich als Schwedin aus, die sich in Ramallah niederlassen wolle.

Ramallah stand nicht auf der Liste der jungen Frau, die für IKEAs Transporte zuständig ist.
– Nein, wir liefern nicht nach Ramallah, sagt sie

Warum?

– Ich weiß nicht, sagt sie, aber Ramallah steht nicht auf der Liste.

Hinter ihr hängt IKEAs Israel-Karte, die auch das Westjordanland, Gaza und die Golanhöhen umfasst - ohne eingezeichnete Grenzmarkierungen. IKEAs Zoneneinteilung und die Preisliste sind ausschließlich auf der Grundlage der jeweiligen Entfernung vom Einrichtungshaus errichtet worden.

Ramallah, Nablus und Bethlehem liegen rein geografisch in der gleichen Zone wie Tel Aviv und Jerusalem, trotzdem liefert IKEA nicht dorthin.

Die junge Frau hinter IKEAs Kasse hat anscheinend noch nie die Frage vorher bekommen. 95 Prozent der Palästinenser im Westjordanland können sich gar nicht nach Netanya begeben um bei IKEA einzukaufen. Sie wohnen auf der anderen Seite der Mauer.

Das tun aber auch die jüdischen Siedler, in ihren vökerrechtswidrig erbauten Siedlungen. Die werden aber von IKEA beliefert.

Cecilia Uddén wollte wissen ob Siedlungen wie Nokdim, Beit El, Kokhav Yaakov - alles jüdische Siedlungen die nahe bei Ramallah und Bethlehem liegen, beliefert werden.

Selbstverständlich, dorthin wird geliefert. Häufig auf Wegen, deren Nutzung Palästinensern verwehrt ist.

Die Siedlung Nokdim, liegt außerhalb von Bethlehem, noch tiefer im okkupierten Westjordanland, dort wohnt Israels Außenminister Lieberman.

Keiner der mit IKEA's Transporten arbeitet, kann erklären wieso IKEA dieses System anwendet.

Man schickte Cecilia Uddén zum Kundendienst, die wiederum schickten sie wieder zurück, worauf eine verwirrende Diskussion erfolgte, welche der Abteilungen eigentlich die Verantwortung trägt.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Später, bei einem Telefonat, erklärt der Chef der Spedition die für IKEA die Lieferungen durchführt, dass die israelische Armee, IDF, der Spedition verbietet in palästinensische Gebiete zu fahren.

Im okkupierten Westjordanland gehen die Möbeltransporte von IKEA nur an jüdische Siedler die in ihren illegal errichteten Siedlungen leben.

Auch wenn IKEA kaum Möglichkeiten hat, die völkerrechtswidrigen Anordnungen der IDF zu ändern, so macht sich IKEA mitschuldig ihre Waren in jüdische Siedlungen zu liefern, die illegal erbaut sind und gegen internationales Recht verstoßen. Somit unterstützt IKEA die Okkupation.

Im Jahr 1958 rief die südafrikanische Befreiungsbewegung die Welt auf sie im Kampf gegen das Apartheidregime zu unterstützen und südafrikanische Waren zu boykottieren. Es dauerte etliche Jahre, aber die internationale Kampagne die sich langsam aber sicher formierte, wurde zu einer der einflussreichsten sozialen Bewegungen. Am Schluss fiel das Apartheidregime. Die Zukunft von Apartheidregimes liegt schon lange hinter ihnen. Es ist wieder an der Zeit sich der Waffe des Boykotts zu bedienen.

FH

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