Dienstag, 8. Juni 2010

"Sie töten uns weil wir Palästinenser sind!"

Als gestern die Nachrichtenbüros meldeten, Israel hätte fünf palästinensische Taucher getötet, die auf dem Weg zu einem Anschlag gewesen seien, hing das Weltbild der Mainstream wieder am richtigen Fleck. Natürlich waren Al-Aksa-Kämpfer unterwegs, die Böses im Schilde führten. Das konnten die Super-Gehirne der gleichen Einheit, die sich des Massenmordes auf den friedlichen Hilfskonvoi Ship to Gaza schuldig gemacht hatten, zweifelsfrei aus weiter Entfernung erkennen.

So wie Israel mit seiner Hilfsflotte von trojanischen Pferden im Ausland jeden und alles des Antisemitismus beschuldigt, der sich nicht voller Demut der imperialistischen Apartheid-Politik der extrem rechtsgerichteten Politik der zionistischen Regierung unterwirft, so sind Taucher vor der Küste Gazas per Definition zuerst einmal Terroristen. Es sei denn es sind Israelis. Dann sind es Botschafter des Friedens.

Nael Qwader, 30, einer der Ermordeten, wurde gestern in Gaza beerdigt und die Menschen dort zeichnen ein anderes Bild von dem Geschehen.

"Nael Qwader und vier weitere Männer wateten früh am Morgen vom Strand 50 - 100 m ins Wasser.

In den Händen hielten sie kleine Netze um Sardinen und andere Fische zu fangen. Weit draußen lag ein Schiff der israelischen Kriegsmarine. Plötzlich, ohne Vorwarnung, ungefähr um fünf Uhr morgens, eröffneten die Israelis das Feuer.

Nächste Woche sollte Nael Qwader Vater werden. Sein Vetter, Abu Ayman, 42, ist verzweifelt und geschockt. "Die Vorgehensweise der Israelis ist immer gleich", sagt er.

"Zuerst erschießen sie uns. Dann behaupten sie, wir wären Terroristen".

"Die Wahrheit", so setzt er fort, "ist einfach, sie töten uns weil wir Palästinenser sind."
Israelische Panzer stehen nur 500 m vom Grabplatz enftfernt. Ein Soldat lässt einen Schuss ab, kurz danach fliegt ein Flugzeug über die Köpfe der Trauernden. Als Warnung?

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