Sonntag, 25. Juli 2010

Film über Maoisten Nepals gewinnt Kampf gegen die indische Zensur



Yashwant Pandey

Übersetzt von Einar Schlereth

Kathmandu – Der Dokumentarfilm eines indischen Journalisten über die maoistische Erhebung in Nepal gewann den Kampf gegen die indische Zensur, nachdem eine Gesprächsrunde unter dem Vorsitz der Bollywood Veteranin und Schauspielerin Sharmila Tagore ihr Plazet gab.

Es war ein Triumph für Anand Swaroop Verma, dessen 125-Min.-Dokumentarfilm „Flames of the Snow“ (Flammen des Schnees) für die öffentliche Vorführung vom Revisions-Komitee des India's Central Board of Film Certification ohne irgendwelche Schnitte freigegeben wurde.

Im vergangenen Monat hatte die Zensurbehörde, indem sie die wachsende maoistische Gewalt in Indien zitierte, es abgelehnt, den Film freizugeben, mit der Begründung, dass „jede Rechtfertigung oder Romantisierung der Ideologie des Extremismus oder der Gewalt, des Zwangs, der Einschüchterung zur Erzielung seiner Ziele nicht im öffentlichen Interesse läge, insbesondere angesichts der jüngsten Gewalt der Maoisten in einigen Teilen des Landes“.

Verma jedoch, der als der maoistischen Führung Nepals nahestehend bezeichnet wird, focht die Entscheidung an, und der Film wurde in Neu-Delhi in der vergangenen Woche von sechs Mitgliedern des Revisionskomitees des Vorstands angeschaut, einschließlich der Vorsitzenden und Schauspielerveteranin Sharmila Tagore.

„Ich habe am Ende den Kampf gewonnen“, sagte ein jubelnder Verma der IANS am Abend, bevor er am Freitag nach Kathmandu flog, um Gespräche mit dem maoistischen Vorsitzenden Pushpa Kamal Dahal Prachanda und anderen führenden Mitgliedern der ehemals verbotenen Partei zu führen.

„Ich habe die Erlaubnis ohne einen einzigen Schnitt erhalten.“

Der Vorstand verlangte jedoch von Verma, eine Ausschlussklausel hinzuzufügen mit dem Hinweis, dass die im Film von verschiedenen Personen zum Ausdruck gebrachten Meinungen, die die maoistische Ideologie unterstreichen, die des Autors und Produzenten wären und der Dokumentarfilm sich nicht gegen irgendeine Person oder ein Land richtete.

Verma betonte in seiner Antwort, dass in dem Dokumentarfilm Interviews mit 16 Leuten vorkämen, einschließlich zweier prominenter Führer der Maoistenpartei Nepals und eines nepalesischen Polizeioffiziers.

„Sie geben ihre eigenen Meinungen wieder“, sagte Verma dem Vorstand. „Der Autor oder Produzent kann nicht seine Worte in deren Mund legen. Dies ist kein Spielfilm, wo der Autor die Dialoge liefert, die vor der Kamera gesprochen werden. Dies ist ein Dokumentarfilm.“

Am Ende wurde ein Kompromiss mit einem neuen Disclaimer erzielt, in dem es heißt, dass der Film aus verschiedenen Veröffentlichungen in den Medien zusammengestellt wurde. Die zum Ausdruck gebrachten Meinungen seien die der interviewten Personen, und es sei nicht die Absicht dieses Dokumentarfilms, die Gefühle irgendeines Landes oder Individuums zu verletzen.

Der Film beginnt mit der Gründung der Shah-Dynastie in Nepal 1770 durch den ersten mächtigen König des Klans Prithvi Narayan Shah. Er erzählt beinahe 250 Jahre seiner absoluten Herrschaft, zuerst durch die Könige und dann durch die Rana-Premierminister, begleitet von ständigen Volkserhebungen. Er endet mit der formellen Abschaffung der Monarchie nach einer historischen Wahl im Jahr 2008, bei der die Maoisten siegten und die neue Regierung Nepals bildeten.

Die Regie von 'Flames of the Snow' führten Verma und Ashish Srivastava aus Neu-Delhi, der früher für den Discovery Channel arbeitete, und produziert von einer Menschenrechtsorganisation aus Kathmandu, der Group for International Solidarity.
Er enthält auch ein Interview mit Maoistenführer Prachanda, der die Entstehung der bewaffneten Bewegung 1996 schildert.

Der Dokumentarfilm wurde im April 2008 in Kathmandu uraufgeführt, während der letzten Tage der maoistischen Regierung, und wurde damals auch von Prachanda und anderen Maoistenführern gesehen.

Ironischerweise, während 'Flames of the Snow' unbeschadet durch die Hände der indischen Zensur ging, baten die Nepal-Zensoren Verma um einen Schnitt. Eine kurze Szene, die Palästinenser zeigt, wie sie israelische und amerikanische Flaggen verbrennen, wird bei den Vorführungen in Nepal nicht gezeigt, weil es die Außenpolitik der nepalesischen Regierung ist, gute Beziehungen mit allen Ländern zu unterhalten, und 2010 der 50. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen zwischen Kathmandu und Tel Aviv ist.

Die Entscheidung der indischen Zensoren kommt zur gleichen Zeit, wo 'Red Alert: the War Within' (Roter Alarm: der Krieg im Innern) von dem indischen Regisseur Ananth Mahadevan in Indien in diesem Monat anlief, ein Film, der sich mit den Auswirkungen der bewaffneten Bewegung im ländlichen Indien beschäftigt.





Danke Yashwant Pandey
Quelle: http://www.realbollywood.com/news/2010/07/nepal-maoist-movie-wins-battle-indian-censors.html
Erscheinungsdatum des Originalartikels: 16/07/2010
Artikel in Tlaxcala veröffentlicht: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=684

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