Samstag, 3. Juli 2010

Merkel macht ihre Drohung wahr - fliegt zum Viertelfinale nach Südafrika

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Nun ja, sie hat es in den letzten Jahren nicht leicht gehabt. Zuerst wurde sie von den Meinungsmachern über den Klee gelobt, eine Klimakanzlerin sei sie, gar die mächtigste Frau der Welt, die den Bankstern das Fürchten lehre - und dann haben sie alle gelacht, die Bankster, die Soros und Warren Buffetts als sie gänzlich unsichtbar und doch sehr präsent in Toronto alles beim alten ließen. Den anwesenden deutschen Meinungsmachern durfte sie, als die internationale Staatenlenkerin die sie nunmal in Mecklenburg-Vorpommern ist, in die Mikrofone nölen, dass zur Zeit keine internationale Mehrheit für ein Tabula rasa in der Spekulations- und Blasenwirtschaft zu finden sei.

Das war doch von Anfang an klar, Frau Merkel. Eine Überraschung wäre gewesen wenn Sie überhaupt etwas erreicht hätten. Seitdem Sie im Kanzleramt zu Berlin residieren, sind außer Spesen nie etwas gewesen. Sogar die Wahl wer denn nun höchster Bundeskuscheldeutscher wird, hätten Sie um ein Haar gegen die Wand gefahren.

Aber vielleicht sollte es so geschauspielert werden, um die Bevölkerung daran zu erinnern, dass sie in einer "Demokratie" lebt. Da konnten die Medien doch ganz dolle ihre "kritische und staatsferne" Rolle bei der Inszenierung dieser Demokratievorstellung spielen und selbst noch dazu Regie führen. Prompt fanden auch bereits 75 Prozent der Deutschen das neue Steifftier im Schloss Bellevue für einen guten Bundespräsidenten, bevor er überhaupt seinen ersten Kuscheltag hinter sich gebracht hatte. Und die "innere" Einigung will er voran bringen. Will sagen die Menschen in den östlichen Bundesländern sollen wieder vermehrt die deutsche Einheitspartei C?DU/S?PD/FDPGRÜNE wählen und überhaupt das Kapital so verehren, wie es die Westdeutschen tun, die immer noch glauben es habe jemals eine "soziale" Marktwirtschaft gegeben. Damit das reibungslos funktioniert wird DIE LINKE ebenfalls zu einer hochbürgerlichen Partei tranformiert, damit sie nur ja im Kapitalismus ankommt. Der soll ja, laut dem Seeheimer Gabriel, besonders demokratisch sein und für den darf in Afghanistan und anderen Kriegsschauplätzen wieder kräftig gefallen werden. Kann DIE LINKE diesen Lockrufen widerstehen? Oder hat sie nicht bereits etliche in ihrer Führungsriege, die befürchten lassen, das die Karriere wichtiger ist, als eine alternative Politik? Ganz oben an der Spitze. Oder echter Personalmangel - wie in der gesamten Parteienlandschaft?

Wie dem auch sei, auf jeden Fall ist die ehemalige FDJ-Sekretärin für parteinahe Propaganda im Augenblick etwas verstimmt. Auch ihr Wunschpartner, der spätrömisch-dekadente Außenminister und selbsternannte Freiheitsstatue, Westerwelle, findet das ganze gar nicht mehr lustig, jetzt wo seine banalen Sprechblasen nicht mehr so gut ankommen. Aber es wird schon wieder. Der permanente Gedächtnisschwund der Wähler ist die einzige Konstante auf die man vertrauen kann.

Büßen muss es nun die deutsche WM-Fußballtruppe, die bislang doch so glänzend gespielt hat und für die schlechte Vorstellung in Berlin nun wirklich nicht verantwortlich zeichnet. Merkel belästigt die Truppe ausgerechnet im Viertelfinale, als wenn die nicht genug mit sich selbst zu tun hätten. Eine Frohnatur war sie schon seit ihrer Kindheit nicht, eher ein Grashalm, der sich, je nach Windrichtung, willig mal nach rechts, mal nach links beugte und bei Windstille aufrecht und unbeirrt den Weg auf der Karriereleiter nach oben macht. Dagegen ist der Weg der Kickermillionäre fast als dornig zu bezeichnen.

Mein Gott, Frau Merkel, und diesen Kelch lassen Sie nicht an uns Fußball-Fans vorübergehen. Gerade jetzt wo die lockeren Deutschen so weltweit beliebt geworden sind. Ich tippe auf Sieg, für wen auch immer.

FH

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