Montag, 30. August 2010

Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen

Zu Sarrazins rassistischen Ausfällen gegenüber Muslimen hörte man von öffentlichen Meinungsmachern kaum mehr als klammheimliche Freude darüber, dass endlich mal ein Mann, der noch einen "Arsch in der Hose" hat, ein "wichtiges" Thema aufgegriffen habe. Nun bescheinigte der rechtsextremistische Bankster den Juden, auch ein bestimmtes Gen zu tragen. Rassenkundler, Historiker, Biologen und Mediziner entwickelten bereits im 19. Jahrhundert eine rege Rassenphantasie, mit der sich die Nazis einen "wissenschaftlichen" Anstrich gaben um via Schädelform, Haar- oder Augenfarbe, die Welt in "gute" oder "schlechte" Rassen einzuteilen.
"Artfremde Rassen hätten kein Recht auf staatliche Förderung: "Wir würden geradezu unsere Selbstvernichtung fördern, wollten wir fortan gutbegabte Fremdrassige für künftige Führerstellen mit deutscher Erziehungskraft und deutschen Staatsmitteln aufziehen."
Könnte glatt von Sarrazin stammen. Ausgerüstet mit willig zur Verfügung gestellten Plattformen deutscher Qualitätsmedien, machte sich Sarrazin an die Arbeit nationalsozialistischen Rassenwahn neu zu verbreiten und vor einer Verdummung der Deutschen durch Muslime zu warnen. Als wenn Deutsche jemals intelligenter als andere Völker gewesen wären.

Erst als er nun auch noch den Juden bescheinigte bestimmte Gene zu besitzen, die sie von anderen unterscheiden, nahm die offizielle Reaktion die Gestalt einer mehr allgemeinen Empörung an. Jetzt habe Sarrazin endgültig eine "rote Linie überschritten", warf ihm der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann, vor. Sarrazin stütze sich auf Rassentheorien der Nazis. Genau das Herr Graumann, werfen kritische Geister Sarrazin schon seit längerer Zeit vor. Rassismus fängt nicht erst beim Antisemitismus an. Auch die Amokläufe Sarrazins gegen Unterschichtler sind eine Form des Rassismus, sie sind Sozial-Rassismus.

Merkel, Westerwelle, Koch und Guttenberg meldeten sich zu Wort und bescheinigten Sarrazin auch die "rote Linie" überschritten zu haben,
„Wortmeldungen, die Rassismus oder Antisemitismus Vorschub leisten, haben in der politischen Diskussion nichts zu suchen“, so Westerwelle. Jede Provokation habe ihre Grenzen, sagte zu Guttenberg. „Diese Grenze hat der Bundesbankvorstand Sarrazin mit seiner ebenso missverständlichen wie unpassenden Äußerung eindeutig überschritten.“
So weit, so gut. Rassismus ist Rassismus, den man verurteilen und bekämpfen muss, egal wo, wie und von wem er praktiziert wird. Westerwelle wird mit Rassismus oder Antisemitismus zitiert. Da gibt es kein oder. Antisemitismus ist keine besondere Art des Rassismus, er ist Rassismus so wie antiislamische Hetze Rassismus ist. Ebenso wie Unterschriften-Aktionen gegen Ausländer, mit denen sich in Deutschland noch Wahlen gewinnen lassen, wie Koch als einer der oben erwähnten AgitProp-Netzwerkler in Hessen unter Beweis stellte.

Rassismus ist auch die Apartheid-Politik Israels, die u.a. Ost-Jerusalem von arabisch-palästinensischen Menschen säubern will. Als Argumentationshilfe bemüht man den biblischen König David der dort vor 3000 Jahren seine Psalme geschrieben haben soll.

Die Saat der Rassisten AgitProp geht auf. Die Herrschaftskeule Rassismus als Bestandteil der gesellschaftlichen Diskussion - mir wird speiübel.

FH

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen