Freitag, 13. August 2010

Militarismus in Deutschland? Wir sind schon mittendrin!

Mowitz
Klaus Naumann, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und eingefleischter Militarist, der seinen Drang zu lukrativen Tätigkeiten nicht zügelte, wurde nach seiner Pensionierung 1999 Aufsichtsratmitglied des französischen Rüstungskonzerns Thales Group und hatte einen Beratervertrag bei diesem Unternehmen. Zudem war er bis zum Sommer 2005 Aufsichtsratsvorsitzender der OWR, Hersteller von ABC-Schutz- und Dekontaminationseinrichtungen, die sich zwischenzeitlich um einen Großauftrag zur Entwicklung und Produktion des Truppenentgiftungsplatzes (TEP) 90 der Bundeswehr bemühten, und vereinte so, seinem ehemalig geleistenden Diensteid entsprechend, persönliche Pfründe mit dem Wohl des Militär-industriellen Komplex.

Besagter Naumann figurierte gestern so ganz nebenbei im HJ, nicht zu verwechseln mit Schnauzbartens Jugendorganisation des Dutzendjährigen Reiches, um in diesem staatsoffiziellen Propagandamagazin zur Umwandlung der Republik, sich für eine neue Kommandostruktur innerhalb der BW stark zu machen. So erreicht man Augenhöhe mit Pappkameraden befreundeter Kommissstaaten und ist auf der Höhe der Zeit beim Einsammeln demokratischer Strukturen und knüpft wieder nahtlos an Traditionen der Wehrmacht an.

Bereits 2008, die Propagandasender berichteten nicht darüber, riefen Naumann und andere Militärpolitiker der NATO, zu Erstschlägen mit Atomwaffen auf, falls die weltweite Dominanz des Westens und seiner "Lebensart" in Frage gestellt werden. Sprich, wenn das westliche Kapital sich nicht ungehindert die knappen Ressourcen des Planeten aneignen darf.
"Der atomare Erstschlag müsse im "Köcher" jeder Eskalationsstrategie sein, schreibt der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Naumann. Im Militärausschuss der NATO war Naumann zeitweise deutscher Dezernatsleiter für Nuklearstrategie. In den vergangenen Jahren betätigte sich der höchst dekorierte deutsche Soldat als Aufsichtsratsmitglied des Rüstungskonzerns "Thales". Naumann ist außerdem Vorsitzender des Aufsichtsrats eines deutschen Unternehmens für atomare Entseuchung ("Odenwaldwerke Rittersbach"/OWR AG). Die atomare Erstschlagsstudie verfasste Naumann gemeinsam mit einem weiteren Firmenmitglied der OWR AG. Auftraggeber der angeblich privaten Atomfirma, in der auch Bundeswehrgeneral Klaus Reinhardt beschäftigt war, sind die deutschen Streitkräfte und die US-Armee."
Die Studie "Towards a Grand Strategy for an Uncertain World" hinter verschlossenen Türen auch in der EU diskutiert, ruft zu einer permanenten Kriegsbereitschaft des NATO-Bündnisses auf. Neben dem deutschen Ex-General und Lobbyist Klaus Naumann, zeichnet für die 152-seitige Hetzschrift für den atomaren Holocaust, Naumanns OWR-Firmenpartner, der britische General Lord Inge, verantwortlich. Finanziert wurde dieser Aufruf mit Atombomben den westlichen "Lebensstil", der global nur für einen verschwindend kleinen Teil der Menschheit möglich ist, mit Atomwaffen zu verteidigen, von einer Investment-Stiftung, an der der dritte Autor, ein niederländischer Militär, als Aufsichtsratsmitglied wirkt. Er ist Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Ein weiterer Mitverfasser kommt aus dem Milieu georgischer SS-Veteranen und gehört heute den "United Defense Industries" (USA/GB) an.
Cartoon: Ursula Behr

Desweiteren betonen die Furunkel zur Abschaffung der Rest-Demokratie, benötige man zur Durchsetzung seiner kriminellen Strategie die Zustimmung der Bevölkerung. Und die lässt sich am besten durch eine Dominanz der Medien erreichen. Diese Dominanz ist schon längst erreicht. Das HJ gab sich gestern wieder einmal besorgt um das Leben islamischer Frauen, sowohl in Afghanistan als auch im Iran. Als wenn es sie je interessiert hätte. Alles getreu der CIA-Devise:
"Jetzt müsse man deutschen Medien nur noch Interviews mit Frauen in Afghanistan ermöglichen, denn afghanische Frauen könnten so persönlich und glaubwürdig ihre Angst vor den Taliban und ihre Zukunftshoffnungen äußern. Und wenn diese Botschaft der afghanischen Frauen die Herzen der Frauen in Deutschland erreiche, dann könne sich die Stimmung gegenüber dem Bundeswehreinsatz verändern. Denn die Frauen in der Bundesrepublik - so das CIA-Dossier- seien in Punkto Afghanistan noch kriegsmüder als die deutschen Männer."
Auch spricht die "Towards a Grand Strategy for an Uncertain World"-Studie ganz unverblümt von einem totalitären Gesellschaftssystem, das einem politischen Direktorat aus USA, NATO und EU zu unterstellen sei. Mit diesem ins Auge gefasste Konzept einer faktischen Militärdiktatur befassen sich die "Experten" der europäischen und us-amerikanischen Herrschaftscliquen schon seit längerem. Einer der Hauptgründe warum die Wehrpflicht abgeschafft wird, ein Trend der vielerorts zu beobachten ist, da bei Berufssöldnern kaum die Gefahr besteht ihre Waffen mal gegen die Eiterbeutel der Gesellschaft zu richten. Der Gefahr, einen imperialen Krieg wie seinerseits in Vietnam, durch die Unlust einer Wehrpflichtigen-Armee, den Kopf für Kapitalinteressen hinzuhalten um ihn dann an der Heimatfront zu verlieren, will man endgültig einen Riegel vorschieben.

FH

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen