Samstag, 7. August 2010

Wohltätigkeitsgebaren von Finanz- und Wirtschaftsjongleuren

Mowitz
In Zeiten von Sommerlöchern ist es doch immer wieder erfrischend etwas über die fast wie angeboren erscheinende Gutherzigkeit der erfolgreichsten Ausbeuter des Planeten zu erfahren. Ganz dolle folgt Marketenderin Claudia Roth, "Wer spenden kann, soll das tun", im Tross globaler Patenschaften, und mahnt den deutschen Zweig der internationalen Oligarchie, Buffet, Soros, Gates & Co., doch bittesehr nachzueifern. Bei solchem Gesülze will die S?PD nicht ins Hintertreffen geraten und ein gewisser Joachim Poß, ein Name der mir zurecht nichts sagt, findet die Vorhaben der US-Milliardäre richtig gut. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass das Stiftungsrecht auch in Deutschland gut "entwickelt" ist.

Menschen, die durch ihre Arbeit den Reichtum des obersten Gesockses erst ermöglichten, bei Bedarf zu unterwürfigen, kriechenden Bittstellern bei privaten "Stiftungen" zu machen, das gefällt den politischen Laiendarstellern der Wirtschafts(ä)liten. So können sie ein weiteren Feld der unsichtbaren Hand, in diesem Fall des Stiftungs-Marktes überlassen, und das tun was sie am besten können: sich aus der Verantwortung stehlen und ihre Rolle als führende Demokratiekomparsen voll auskosten.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Ja, ja, das gute Herz der Oligarchen und ihres Führungspersonals. Unermüdlich im Dauereinsatz beim 25-prozentigen Gewinnmargenrennen. Das wird nur von ihrer emotionalen Verbundenheit mit denen unterbrochen, die sie um Geld bitten. Der Drang zu helfen nimmt Überhand. "Lasset die Bittsteller zu mir kommen, ich gehe an keinem mehr vorbei". Sind sie doch alle dem Altruismus, (Selbstlosigkeit)und der Philantropie (Menschenliebe), verpflichtet. Das in Stiftungen umzusetzen, die auf ihren Jahreshauptversammlungen gesonderte Schleimspuren einrichten, auf denen Bittsteller von hart arbeitenden, leicht degenerierten Wohltätigkeitsdamen wie Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis:
„Afrika hat Probleme nicht wegen fehlender Verhütung. Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gerne.“


Fördergelder erhalten, ist doch eine tolle Sache! Bei so viel dokumentierten Wissen, das Glori(o)chen von sich gibt, kann man sicher sein, dass bei privaten Stiftungen Gelder richtig angelegt werden. Wo kämen wir sonst auch hin? Bloß keine Steuererhöhungen auf ihre Vermögen, denn nur sie wissen was gut für den Planeten ist. Haben wir den aufrechten Gang schon völlig verlernt?

FH

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