Montag, 27. September 2010

Der große Kümmerer Sigmar "Mao" Gabriel



Die Umfragewerte der eisernen Agitprop-Kanzlerdarstellerin fließen seit geraumer Zeit den Gully runter. Das muss nicht wirklich zu Sorgen Anlass geben. Unsere gekauften Medienpropagandalautsprecher werden sie schon zur rechten Zeit wieder hochjubeln, falls man sich nicht entschlossen hat der Öffentlichkeit einen neuen Abnicker zu präsentieren. Demokratie will gelernt sein.

Hartz-IV-Sätze werden um fünf Eumel erhöht. Anlass dazu gab ein BVG-Urteil welches dem Gesetzgeber auferlegte bis Ende des Jahres eine Neuregelung zu schaffen, die wirklichkeitsorientiert sei. Zur Höhe der Sätze sagte das BVG-Urteil nichts.

Supernanny von der Leyen ließ sich die Gelegenheit bei Anne Will nicht nehmen und diskutierte Vorgaben des Verfassungsgerichts, anstatt Politik. So ist das im Prozesshanslweltmeisterland Deutschland: Politk wird nie von dafür gewählten Politikern durchgeführt. Im Regelfall entscheidet heute die Wirtschaft was im Parlament abzunicken ist, der Rest den der Bundestag zelebriert, wird mit großem Brimborium vor dem Verfassungsgericht ausgetragen. Der Aufwand muss sein - wie sonst sollte man bei der totalen Ideen-Assimilierung deutscher Parteien, noch "Demokratie" inszenieren können?

Der rechte Seeheimer Gabriel gab sich gestern ganz dolle "links" auf dem außerordentlichen S?PD-Parteitag und schwadronierte, bis zur totalen Erschöpfung seiner noch vom Vorabend promillegeschwängerten Parteisoldaten, zwei Stunden über das Thema "Früher haben wir uns mehr getraut". Oh, wird die S?PD von neuen Revolutionsgarden in die Schlacht gegen den Kapitalismus geführt? Gar wenn der letzte S?PD-Finanzminister Steinbrück sich zu einem Spitzensteuersatz von 49 % für Besserverdiende bekannte. Der oberste Revolutionär Gabriel gab die kämpferische Losung im zwirnigen Kampfanzug aus: "S?PD steht für diejenigen die arbeiten gehen, Löhne und Gehälter bekommen." Da hat er doch glatt bei den Putschisten der Besserverdienerpartei FDP abgeschrieben. Ok, die Massen müssen ruhig gehalten werden, nun haben sie wieder eine Kümmerpartei, mit Gabriel als Oberkümmerer. Er wird sich auch um Bildung kümmern: "Wer seine Kinder nicht regelmäßig und pünktlich in die Schule schickt, dem schicken wir die Polizei vorbei und der zahlt auch empfindliche Bußgelder - auch dann, wenn er Hartz-IV-Bezieher ist." Klare Ansage, klares Lösungsmodell: Die Polizei, dein Freund und Helfer, wird es richten. Dem großen Kulturrevolutionsgarde-Vorsitzenden Sigmar "Mao" Gabriel scheint es eine Herzensangelegenheit zu sein, die vom Vereinigten Vorturnerstaat des Westens vorgegebenen und im eigenen Land bereits angewandten Unrechtsstaatmethoden, nahtlos für Deutschland und Europa zu übernehmen. Noch andere gesellschaftliche Zunkunftsperspektiven auf dem S?PD-Kümmernisparteitag? Fehlanzeige!

FH

Kümmernis

Frühmorgens beim Kaffee – mein faltiger Bauch,

wie baumelst du trübe und leer!

Gewiß, ohne Zucker und Milch geht es auch,

so reicht mir die Kanne nur her.

Kein Fleisch und kein Honig, kein Fett und kein Ei,

wie öd ist das Frühstücksgedeck!

Doch eines, mein Bauch, stört am meisten uns zwei:

Die Sahne ...

die Sahne ist weg!



Und nicht nur beim Kaffee – o Allegorie!

komm mit in den Musenhain.

Wie sehr auch der Kunstmarkt lärmte und schrie:

wer reich ist, der braucht nicht zu schrein.

Die Expressionisten im Kinderkleid

und die Kunst mit dem fünfstelligen Scheck –

und ich denke an Brahm und die alte Zeit –

Die Sahne ...

die Sahne ist weg!



So schau in die Zukunft! – Was kommt denn danach,

wenn die Große Zeit einst vorbei?

Was kommt nach den Tränen, dem Blut und der Schmach

und all dem Nationengeschrei?

Was kommt für die Kinder? die Generation

der Hoffnung?

Ich sehe da black –

Mein Jugendlicher, o Ludolf, mein Sohn:

Die Sahne ...

die Sahne ist weg!





Theobald Tiger

Die Weltbühne, 17.10.1918, Nr. 42, S. 372,

wieder in: Fromme Gesänge.

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