Mittwoch, 1. September 2010

Krieg und Rassismus als Klassenkampf von oben

Wieso klappt Rassismus als Volks-Angstmacher immer wieder aufs Neue? Eigentlich bedarf es keiner großen Anstrengung, um selbst auszurechnen welche Kräfte es sind die von der Hetze profitieren. Es sind diejenigen die schon immer damit beschäftigt waren andere für sich arbeiten zu lassen, sie mit geringen Entschädigungen abzuspeisen und den Mehrwert Arbeit, in die eigene Tasche zu schöpfen.

Diesen Zustand gilt es zu erhalten. Bei Bedarf wird in regelmäßigen Abständen die Rassismuskarte aus der Kloake "Dirty Tricks" gezogen, damit Menschen nur ja nicht auf die Idee kommen, es sei etwas faul im Kapitalismus-Hinterhof der Eliten. Die sind voll damit beschäftigt, den von anderen erarbeiteten Mehrwert, durch allerlei Schaumschlägerei zu vermehren. Besonders einträglich sind die Geschäfte in der Schaltzentrale des Kapitals, dem Finanzsektor.
„Man kann sich den Finanzsektor als etwas vorstellen, das sich um die reale Wirtschaft geschlungen hat ... wie ein Parasit“, sagt Michael Hudson, Professor für Ökonomie an der Universität von Missouri. „Das Grundlegende an Parasiten ist nicht einfach, dass sie sich von ihrem Wirt ernähren. Der Parasit übernimmt die Kontrolle über das Gehirn seines Wirtes und lässt ihn denken, er sei Teil des Wirtschaftsgefüges, Teil des Körpers seines Wirtes, beinahe wie ein leibliches Kind seines Wirtes, das dieser schützen und behüten muss. Und genau dieses hat der Finanz-Sektor heute erreicht.
Irgendwie begriffen diesmal mehr Menschen als sonst, der Kapitalismus steckt mitten in einer Überlebenskrise und kann die Verheißungen ihrer Schaltzentrale, mit 25 prozentigen Gewinnen und mehr, nicht einlösen. Hier kommen Parasiten wie Sarrazin ins Spiel, die alle die Voraussetzung einer moralischen Verkommenheit erfüllen müssen, vor keiner Lüge zurückschrecken und deren Aufgabe darin besteht, die Aufmerksamkeit vom parasitären Dasein der eigenen Klasse ab- und auf Minderheiten der Gesellschaft zu lenken.

So wie Juden, Zigeuner und Marxisten von den Nazis als Ungeziefer kategorisiert wurden, die es auszurotten galt um den deutschen Volkskörper zu erhalten, so dämonisieren sie heute den Islam. Nur Juden wurden gegen Moslems als Feindbild Nr. 1 ausgetauscht, die anderen blieben.

Moslems haben das unsägliche Pech, dass mehr als 60% der weltweiten Öl- und Gasreserven in muslimischen Ländern liegen, von denen bislang hauptsächlich die westlichen Industrienationen, besser gesagt das westliche Kapital, profitierte, samt eine vom Westen eingesetzte und am Leben erhaltene, korrupte Oberschicht, die sich im Luxus suhlt.

Seit den frühen 1980er Jahren hat Washington insgeheim die meisten konservativen und fundamentalistischsten Gruppierungen des Islams unterstützt und auf eine Schwächung von säkularen, nationalistischen und progressiven Bewegungen im Nahen Osten und Zentralasien gesetzt. Nachrichtendienste der USA unterstützten die Arbeit fundamentalistischer Wahhabiten und Salafi Missionen aus Saudi-Arabien, die man nicht nur nach Afghanistan, sondern auch in den Balkan und den muslimischen Republiken der ehemaligen Sowjet-Republiken schickte und verdeckt durch Nachrichtendienste der USA unterstützt wurden. Was oft als "politischer Islam" bezeichnet wird, ist in weiten Teilen eine Schöpfung der US-Geheimdienste (mit Unterstützung des britischen MI6 und dem israelischen Mossad.)
Der 11. September kam da wie auf Bestellung der Yankees wäre ich fast geneigt zu sagen und eine Mehrheit der US-Amerikaner teilen inzwischen diese Auffassung. Eine Auffassung der man mit Hilfe weiterer Gehirnwäsche durch die Mainstream entgegenwirkt. Als die muslimische Gemeinde eine Moschee am Ground Zero errichten wollte, tönte es allenthalben diese werde von "Schurkenstaaten" wie dem islamischen Iran finanziert, den die Vereinigten Staaten doch im Interesse des "Friedens" mit Sanktionen belegt habe, auch als Vergeltung für seine "Unterstützung" des Terrorismus. Zwar hatten wir dieselbe Lügen- und Propagandashow schon im Fall Irak, hinderte aber rechtsextreme, republikanische Kreise nicht daran, den Islam als eine "Religion des Krieges" zu beschreiben. Die geplante Moschee und das Gemeindezentrum werden als "Verletzung der Heiligkeit des Ground Zero" verunglimpft. Da lässt sich Sarah Palin nicht zweimal bitten, so wenig wie Thilo Sarrazin, der über den Islam schreibt: „Bei keiner anderen Religion ist der Übergang zu Gewalt und Terrorismus so fließend“. Und wie gesagt, Sarrazin und Palin sind nur kleine, vorgeschobene Lautsprecher mächtiger Interessen, welche voneinander abschreiben, um in zeitlich abgestimmten Aktionen Vorurteile der Volksseele zu bedienen und gemeinsame Dämone an die Wand malen um sich so die Zustimmung der eigenen Bevölkerungen für kommende Kriege gegen die öl- und gasreichsten Länder der Welt zu erschleichen.

Der "Dirty Trick 911", der Muslimen in die Schuhe geschoben wurde, eignet sich vorzüglich um Stimmung, sowie Inquisitions- und Raubfeldzüge gegen Muslime und das in ihren Ländern vorhandene Öl- und Gas zu machen. Man sollte es nur wissen und den Zusammenhang verstehen, dann wäre es schwieriger für elitäre Parasiten, sich für den sozialen Raubbau, den sie hier durchführen, mit der Lüge von zu hohen sozialen Kosten und dem "Zwang" zur Konkurrenzfähigkeit, vom Acker zu stehlen.

FH

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