Samstag, 11. September 2010

Neun Jahre danach: Warum die Wahrheit über den 11.9. noch immer wichtig ist!

John Albanese, ein Repräsentant der 9/11 Truth Movement, fordert die Beantwortung nach wie vor offener Fragen zu den Anschlägen am 11. September 2001 und warnt vor eingeschleusten "Wahrheitssuchern", die mit wilden Spekulationen ernsthafte Aufklärungsbemühungen zu diskreditieren versuchen.

Von John Albanese
911 TRUTH.org, 25.08.10

Am 10. September 2001 gab Donald Rumsfeld bekannt, dass aus dem Verteidigungsbudget (der USA) etwa 2,3 Billionen Dollar abhanden gekommen waren, deren Verschwinden das Pentagon nicht erklären konnte. Einen Tag später, am 11.9., verschwand diese Nachricht aus den Medien und mit ihr auch die Rechenschaftspflicht der Regierung und die journalistische Integrität.

Nach dem 11.9. waren die USA eine traumatisierte Nation, in der unbequeme Fragen einfach als unpatriotisch und illoyal abqualifiziert werden konnten.

Vergessen war die Tatsache, dass 2,3 Billionen Doller in etwa dem Bruttoinlandsprodukt Italiens entsprachen. Vergessen wurde, dass das Militär im Jahr 2000 nur etwa 311 Milliarden Dollar ausgegeben hatte, also rund 7,5mal so viele Dollars aus dem Militärhaushalt einfach verschwunden waren. Am nächsten Tag, dem 11. 9., befanden wir uns im Krieg – und nur noch das zählte. Sogar Italien war gewissermaßen von der Landkarte verschwunden.

So viel Macht ging vom 11.9. aus.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Und in den darauffolgenden Jahren schien keine Lüge zu infam, keine Forderung zu schamlos, keine Initiative zu abseitig, um eine unterstützende Reaktion der Medien oder der Bevölkerung auszulösen. Die Rechenschaftspflicht wurde durch blinden Nationalismus und einlullende Allgemeinplätze abgeschafft.
"Wir halten zusammen!"

"Das werden wir niemals vergessen!"
Unglücklicherweise halten wir neun Jahre nach dem 11.9. weder zusammen, noch beschäftigt er uns so sehr, dass wir uns wirklich daran erinnern.

Neun Jahre nach dem 11.9. wird den am 11.9. eingesetzten Erstrettern immer noch hartnäckig die dringend erforderliche ärztliche Behandlung verweigert, und den kriegsmüden US-Bürgern, die immer noch mit den langsam verblassenden Magnetschildern mit der Aufschrift "Das werden wir niemals vergessen!" an ihren Geländewagen herumfahren, ist das ziemlich egal.

Und neun Jahre nach dem 11.9. bleiben sogar die wesentlichsten Fragen zu den Ereignissen dieses Tages genau wie die wesentlichsten Fragen zu den unzähligen Lügen und den tragischen Ereignissen, die auf diesen Tag folgten, weiterhin unbeantwortet.

Die Ereignisse am 11.9. waren – wie von der neokonservativen Denkfabrik "Project For The New American Century" (Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert), in dem im September 2000 veröffentlichten Bericht "Rebuilding America`s Defenses" pdf (Wiederaufbau der Verteidigung der USA), vorausgesagt und gefordert – zu einem neuen "Pearl Harbor" geworden. (Der japanische Überfall auf die US-Flotte in Pearl Harbor löste den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg aus.) In dem damaligen Bericht war zu lesen
"Zur Auslösung des Prozesses der Transformation, der revolutionäre Änderungen bringen und wahrscheinlich sehr lange dauern wird, fehlt ein katastrophales, auslösendes Ereignis – ein neues Pearl Harbor."
Und wie das Vorbild Pearl Harbor hat auch der 11.9. große Veränderungen ausgelöst. Nur neun Monate, nachdem die Neokonservativen das Weiße Haus erobert hatten, schockierte und entsetzte ein neues "Pearl Harbor" die Welt und veränderte die Psyche der US-Bevölkerung.

Aber statt eine neue einige Gesellschaft aufzubauen, die sich als bessere Nation mit einer besseren Politik neu konstituierte und über einen zuverlässigeren moralischen Kompass verfügte, um der Welt mit gutem Beispiel voranzugehen, machten sich die Neokonservativen das Vertrauen der in Angst versetzten Bevölkerung zunutze, um ihre politische Position widerrechtlich so zu festigen, dass sie mit dem "Prozess der Transformation" beginnen konnten. Sie spalteten uns und errichteten ein neues Amerika, bevölkert von Menschen, die zu eingeschüchtert sind, um überhaupt noch Fragen zu stellen; weil man sie jedes individuellen Gefühls für Verantwortung beraubt hat, wagen sie es nicht mehr, die Wahrheit zu fordern. Anstatt uns nach dem 11.9. die Möglichkeit zu geben, uns als eine Nation wiederzuentdecken, die sich auf Prinzipien und auf Ideale stützt, für die es sich zu kämpfen lohnt, verwandelten die Neokonservativen die USA in einen unzivilisierten Staat, in dem auch die Journalisten ihre Redlichkeit verloren haben.

Um fair zu bleiben, muss man zugeben, dass trotzdem gelegentlich noch legitime Fragen gestellt wurden, Fragen zu dem (angeblich) wieder aufgenommenen Atomwaffenprogramm Saddam Husseins und den von Valerie Plame dazu gemachten Aussagen; ja es wurden sogar Fragen zum 11.9. aufgeworfen. Aber sie wurden von der gemeinsam dagegen agitierenden Kriegspropaganda- Maschine der Konzernmedien schnell übertönt, und FOXNEWS (ein rechtslastiger US-Fernsehsender) und die rechtsradikalen Anhänger der Kriegspartei machten diese Fragen mit schnell servierten Medienhäppchen nieder, die sich nicht von den lüsternen Boulevardblatt-Storys unterschieden, mit denen von krankhaften Vorstellungen besessene Berufslügner wie Alex Jones, (ein mit Sensationsmache arbeitender US-Journalist, der mit seinen haltlosen Spekulationen auch die Aufklärung der Anschläge am 11.9. diskreditiert), die Anhänger der Tea Party (einer den Republikanern nahestehenden US-Protestbewegung) und die Birther Movement (die bestreitet, dass Obama als Amerikaner geboren wurde) uns täglich bombardieren. Unsere legitimen Fragen wurden (unter dem Infotainment-Müll) begraben und gingen schließlich in dieser (obskuren) Mischung verloren.

Statt der Wahrheit wurde die Sicht der Regierung verbreitet und damit auch die Möglichkeit zur Erzielung von Kriegsprofiten eröffnet. Auf Dick Cheneys Betreiben fand der Überfall auf den Irak statt, der Hunderttausende das Leben kostete und Millionen zu Flüchtlingen machte, damit Milliarden Dollars in die Taschen (der die Regierung dominierenden Rüstungsindustrie) fließen konnten, in die auch schon die 2,3 Billionen Dollars verschwunden sein dürften, die Donald Rumsfeld angeblich so verzweifelt gesucht hat. Tatsachen zählten nicht mehr. Die Wahrheit war unwichtig. Wir vertrauten einfach den abgedroschenen Phrasen, mit deren Hilfe wir in einen unnötigen Krieg nach dem anderen verwickelt wurden. Wir sind eben die USA und damit berechtigt, uns auf jeden echten oder erfundenen Feind zu stürzen! Wir haben das, weiß Gott, doch auch vorher schon getan.

Wir schlugen um uns, verbreiteten Schock und Entsetzen und stürzten andere Menschen in Katastrophen – als direktes Ergebnis unseres Versäumnisses, nicht nur Fragen zu stellen, sondern auch Antworten zu verlangen; in der heißen Luft des Brutkastens der (angeblichen) Einzigartigkeit der US-Amerikaner kochte unsere Führung den übersteigerten Nationalismus hoch, der seit dem 11.9. in den USA herrscht.

Aber anstatt unsere Möglichkeiten zur Errichtung eines moralisch erstarkten Staates zu nutzen, erbauten die Herrschenden ein kompliziertes Kartenhaus aus immer neuen Lügen, aus dem die Verschwendung unserer nationalen Ressourcen, die Zerrüttung unserer Finanzen, die Zerstörung unseres Ansehens im Ausland und der unnötige Verlust von Hunderttausenden Menschenleben im Irak und in Afghanistan erwuchsen. Jetzt stehen wir am Abgrund eines totalen sozialen und wirtschaftlichen Zusammenbruchs, haben so viel Geld geborgt und verschwendet, dass uns bald niemand mehr etwas leiht, und stecken bis zum Hals im Sumpf zweier Kriege, die wir niemals hätten anfangen dürfen. Da wundert man sich doch, warum wir nicht endlich zurückschauen und wenigstens jetzt einige der unzähli - gen Fragen stellen, die immer noch nicht beantwortet sind?

Wer kann uns daran hindern, Rechenschaft über den 11.9. und seine Folgen zu verlangen?

Auch neun Jahre nach dem 11.9. ist der ursprüngliche (von der Regierung in Auftrag gegebene und längst überholte) Untersuchungsbericht noch nicht berichtigt worden. Mit einem wachsenden Gefühl des Unbehagens hat sich die US-Bevölkerung eine neue Regierung gewünscht. Wir wussten, dass vieles nicht stimmte. Wir konnten es in unseren Knochen spüren. Wir rochen den Betrug, der in der Luft lag. Heute verlieren wir unsere Häuser und unsere Jobs, unsere Gesundheitsfürsorge und unsere Hoffnung – und all das nur, weil wir damals nicht gleich gehandelt, gefragt und Rechenschaft verlangt haben. Und wir wissen doch längst, dass es einfach völlig falsch ist, wenn unsere neue Führung dreist und unermüdlich die Lügen der Vergangenheit deckt und uns auffordert, nicht zurück, sondern nur in die Zukunft zu schauen.

Wer Rechenschaft verlangen will, muss zurückschauen.

Aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit und weil die Strafverfolgung Krimineller nicht unterbleiben darf, müssen wir zurückschauen.

Die Aufgabe scheint unerfüllbar zu sein. In den vergangenen neun Jahren wurde sicher vieles versäumt. Aber die Rechenschaftspflicht und die Wahrheit fordern, dass wir zurückschauen, um den Schlamassel wenigstens verstehen zu können, in dem wir uns heute befinden.

Es gibt viele, die unsere unbequemen Fragen abtun wollen, indem sie uns als Verschwörungstheoretiker zu diffamieren versuchen. In mancher Hinsicht haben sie sogar recht. Es dient nicht unserer Glaubwürdigkeit, wenn wir uns zu Spekulationen hinreißen lassen und Annahmen mit Tatschen vermengen. (Spekulative) Verschwörungstheorien rühren nur noch mehr Dreck auf, und machen das in den vergangenen neun Jahre bereits stark eingetrübte Wasser noch schlammiger. Wir müssen einfach dem Drang widerstehen, uns auf unbewiesene Vermutungen einzulassen.

Diejenigen, die uns zum Schweigen bringen wollen, indem sie unsere legitimen Fragen als "Verschwörungstheorien" diffamieren, sollten wissen, dass die uns geschlagenen Wunden nicht heilen werden, wenn sie uns mit Beleidigungen neue Verletzungen zufügen – indem sie unsere Aussagen verdrehen oder unsere Absichten verfälschen – und damit nur diejenigen begünstigen, denen sogar die Vorsitzenden der offiziellen Kommission zur Untersuchung des 11.9. vorgeworfen haben, gelogen und die Untersuchung behindert zu haben. (s. dazu http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP00408_090108.pdf)

Es ist niemals weise, wenn versucht wird, die Bevölkerung einzuschüchtern und nicht auf ihre Fragen und Befürchtungen einzugehen. Verschwörungstheorien sind der letzte verzweifelte Ausweg einer Gesellschaft, die wiederholt belogen, betrogen und von ihrer Führung und Journalisten, die eigentlich recherchieren sollten, im Stich gelassen wurde. Es liegt in der menschlichen Natur, die von Lügnern hinterlassene Informationslücken zu füllen und über fehlende Verbindungsstücke zu spekulieren.

Nur durch das Einfordern klarer Antworten kann man sich vor solchen Spekulationen schützen. Das ist die einfachste, aber gleichzeitig auch die klarste und eleganteste Möglichkeit: Wir müssen Fragen stellen und Antworten einfordern.

Das ist das Fundament, auf dem die 9/11 Truth Movement (die Bewegung für die Wahrheit über den 11.9.) aufgebaut ist. Deshalb gibt es auch solche, die diese Absichten mit absonderlichen Behauptungen, Fehlinformationen oder absichtlicher Desinformation verfälschen wollen. Darum muss klar sein: Die Grundlage der nach der Wahrheit über den 11.9. Suchendenden ist das Recht der Öffentlichkeit, endlich die Wahrheit zu erfahren, und so lange Fragen unbeantwortet bleiben und dokumentierte Lügen nicht berichtigt werden, ist unsere Arbeit nicht abgeschlossen.

Die WAHRHEIT ist der Eckstein jeder gesunden Gesellschaft. Sie ist schließlich eine wesentliche Voraussetzung für die Demokratie und die soziale Gerechtigkeit. So lange Lügen, Gerüchte und Großstadtmythen über den 11.9. kursieren und immer weiter wuchern, müssen wir fortfahren, die richtigen Fragen zu stellen und ehrliche Antworten zu verlangen. Wir müssen fortfahren, alle Lügen zu entlarven, unabhängig davon, ob sie von unsere gewählten Vertretern oder von Leuten in unseren Reihen kommen, die behaupten, die Interessen unserer Wahrheitsbewegung zu vertreten, in unserem Namen aber nur Falschaussagen verbreiten oder Desinformation betreiben wollen. Niemand darf von der Rechenschaftspflicht und der Wahrheit entbunden werden. Die Wahrheit kennt keine Rücksichtnahme gegenüber Nationen, politischen Ansichten, Staats- und Religionszugehörigkeiten, Verschwörungstheoretikern oder Wahrheitssuchern. Die Wahrheit ist unteilbar.

Helft uns, sie zu finden!

Der US-amerikanische Autor John Albanese betreibt einen eigenen Blog, mit dem er die Ziele der 9/11 Truth Movement unterstützt.

Quelle, Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

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