Mittwoch, 6. Oktober 2010

"Auch der Islam gehört zu Deutschland" - hätte Wulff nicht sagen sollen

Mowitz
Im Krieg gegen die unteren Schichten der Bevölkerung sehen der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), sowie viele seiner Parteipenner, wie Norbert Geis (CSU), die Gefahr, dass ihnen das mühsam aufgebaute Feindbild "Islam" durch Wulffs Rede abhanden kommen könnte, und beschwörten die "christlich-jüdische" Tradition als das Maß aller Dinge. Den Islam in Deutschland mit dem Christentum und dem Judentum gleichzusetzen hält Norbert Geis, als ausgewiesener Förderer der Opus-Dei-Sekte mit Steuermitteln, für falsch. Religion als Kampfmittel von Herrschende gegen Beherrschte einzusetzen ist so alt wie Religionen selbst und hat sich bei der Zementierung der Gesellschaftsstrukturen in "Oben" und "Unten" immer als effektiv und hilfreich erwiesen.

Unvergessen die Kreuzzüge, die mit christlicher Propaganda dem religiösen Pöbel erklärte "Gott will", dass ihr die Muslime aus dem "Heiligen Land" vertreibt, sonst wird nichts mit der Erlassung eurer Sünden und ihr müsst auf ewig in der Hölle schmoren. Den, wie man heute sagen würde, "Besserverdienenden" unter dem Pöbel , sprich, nicht erbberechtigte Sprösslinge des Adels, lockte dazu die Aussicht sich neue Besitztümer aneignen zu können. Damals wie heute wurde den Menschen eingebleut, dass der Islam die große Gefahr sei, der natürlich von den gleichen Machtinteressen seiner Eliten getrieben wurde, wie das Christentum. "Oben" und "Unten" ist im Islam so beheimatet wie im Christentum und sämtlichen anderen Religionen. Einen zionistischen Strolchenstaat hat die "christlich-jüdische" Tradition inzwischen im Nahen Osten etabliert. Auch diesmal geht und ging es nicht um das "Heilige Land" sondern um ein geographisches Einfallstor zu den reich vorhandenen Rohstoffen dieser Region. Im Kern geht es immer um sie. Wenn die morgen weg wären, würde der Westen Israel fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Deutsche Staatsräson hin oder her.
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Nur, wir leben nicht länger im Mittelalter. Eigentlich sollten wir inzwischen soviel gelernt haben, dass wir dem Vulgärrassismus à la Sarrazin, seiner medialen Mulitplikatoren und ökonomischen Gewinnler, nicht auf den Leim gehen. Menschen unterschiedlicher Kulturen und Glaubens, können sehr wohl friedlich miteinander leben - wenn man sie lässt. Feindbilder, mit dazugehörenden Dämonisierungen, werden ausnahmslos von "Oben" nach "Unten" inszeniert. Gesunde gegen Kranke, Junge gegen Alte, Menschen als Kostenfaktor.

Mein Kopf war mir eh zu schade, um ihn für schmutzige Kriege der ebenso schmutzigen (Ä)liten hinzuhalten. Sollen sie ihre eigenen Köpfe zu Markte tragen. Es sind ihre Kriege - nicht meine! Meine Rente wird zum dritten Mal, in ebenso vielen Jahren, gekürzt. Die Pensionsfonds laufen halt nicht mehr so dolle und "Geld" benötigt unsere ehrenwerte Gesellschaft zur Aufrüstung und Gewinnmaximierung von Rüstungskonzernen wie EADS, ThyssenKrupp Marine Systems, Krauss-Maffei Wegmann usw.

Gegen solch ein Gesindel trage ich meinen Kopf gern zu Markte. Allein schon im Interesse meiner Enkel.

FH

Gegenmeinung: Präsidenten in Bedrängnis...

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