Samstag, 16. Oktober 2010

Marsch, Marsch, Marsch, ihr dürft die Fühlung nicht verlier’n!

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Den schwarzen Rechtsradikalinskis, Merkel und Seehofer, läuft das Stimmvieh davon. Um es zurück in die Arme der 'Bewegung' zu treiben, greift man zum wiederholten Mal in die Mottenkiste 'äußerer Feind' und der 'Feind' ist diesmal der Islam. Die Bewegung des Schnauzbärtigen okkupierte seinerzeit den Antisemitismus als Kampfbild zur Errichtung eines tausendjährigen Reiches, das es auf schlappe zwölf Jahre brachte. Man hinterließ ein Europa in Schutt und Asche, sowie 55 Mio. Tote, die Opfer des Krieges wurden.

Horst Seehofer fordert nun einen Zuwanderungsstopp für Türken und Araber. Auch Hartz-IV-Bezieher sollten sich auf eine noch härtere Gangart einstellen.
"Wer ein Arbeitsplatzangebot oder eine notwendige Qualifizierung ablehnt, dem müssen die Sozialleistungen gekürzt oder – in Wiederholungsfällen – komplett gestrichen werden. Da haben wir in Deutschland noch nicht die letzte Tapferkeit entwickelt"
Mein Gott, bei so viel Tapferkeit des bayrischen Riesen will die Herbe aus der Uckermark sich nicht lumpen lassen, zeigt 'vollstes Verständis' für Seehofers Forderung, und tut so als sei sie nicht selbst zu den Mitinitiatoren der Bewegung 'Islamophobie' zu zählen. Alles mit freundlicher Unterstützung deutscher 'Qualitätsmedien', die bei Julius Streichers Stürmer Argumentationsanleihen nahmen und sie verfeinerten:
Hauptthema des Stürmers war der Kampf gegen die „Degeneration“ der „nordisch-germanischen Rasse“ durch „Rassenschande“. Inhalt des Stürmers waren daher, überwiegend geradezu pornographische, oft sadistische, Schilderungen von Vergewaltigungen und anderen Formen von sexueller Nötigung deutscher Frauen durch Juden, teilweise auch in Form von aktueller Berichterstattung über zeitgenössische Kriminalfälle.[1]

Neben der stereotyp sexualisierten Darstellung von Juden als potentielle Sexualverbrecher, mit der Absicht die „deutsche Rasse“ zu schädigen, gab es auch Berichte über eine angebliche jüdische Weltverschwörung mit dem Ziel dem „deutschen Volk“, wirtschaftlich, kulturell, moralisch und militärisch, zu schaden.

Auch religiöse Themen bildeten einen Teil des antisemitischen Repertoire des Stürmers, beispielsweise in Gestalt von Juden als Ritualmördern, Gottesmördern und Urfeinden des Christentums. Dabei wurde auf antijudaistische Mythen, über rituelle Opferungen von Menschen, Brunnenvergiftung und Ähnlichem, zurückgegriffen.[2]

Darüber hinaus gab es diffamierende Artikel über jüdische Ärzte, Anwälte, Kaufleute und Viehhändler aus Nürnberg und Umgebung. Ziel dieser Artikel war, so Dennis E. Showalter, die Kennzeichnung des Juden als „böser Nachbar“ und damit die Übertragung eines abstrakten antisemitischen Feindbildes auf reale individuelle Menschen.

Allgemein wurde Juden böse Absicht bei all ihren Handlungen unterstellt, gleichzeitig wurden sie aber als hinterlistig, feige, verlogen, heuchlerisch, geizig und habgierig dargestellt. Der Stürmer sah es also als seine Aufgabe an, seinen Lesern anschaulich, vorzuführen wie „die Juden“ wirklich seien und so an der wirtschaftlichen, sozialen und physischen Exklusion dieser „Untermenschen“, aus der „Volksgemeinschaft“ der „Herrenrasse“, aktiv mitzuwirken.

Die aggressive Judenfeindlichkeit des Stürmers wurde noch dadurch verdeutlicht, dass seit 1927 Heinrich von Treitschkes Zitat „Die Juden sind unser Unglück!“ am Fuße einer jeden Titelseite stand. (Wiki)
Heutige Propagandisten ersetzen 'Juden' durch 'Muslime', ernten viel Applaus, verkaufen Bücher in hohen Auflagen. mit Argumenten – von "Kopftuchmädchen" über 'Gene' bis hin zu Kulturkreisen, wie der Türkei. S?PD Kümmerer Gabriel will so nebenbei noch die Bildung mit Polizeieinsätzen fördern: "Wer seine Kinder nicht regelmäßig und pünktlich in die Schule schickt, dem schicken wir die Polizei vorbei und der zahlt auch empfindliche Bußgelder - auch dann, wenn er Hartz-IV-Bezieher ist."

Sind wir nicht schon wieder ganz dicht beim 'unwerten Leben', das die Nazis als Parole und Rechtfertigung ihrer verbrecherischen Politik einführten? Nicht? Oder noch nicht?

FH

Der Marsch ins Dritte Reich

Der Führer sagt: "Jetzt kommt der letzte Winter,
nur jetzt nicht schlapp gemacht, ihr müsst marschier’n!"
Der Führer fährt voran im Zwölf-Zylinder.
Marsch, Marsch, Marsch, Marsch, ihr dürft die Fühlung nicht verlier’n!

Es ist ein langer Weg zum Dritten Reiche,
man sollt' nicht glauben, wie sich das zieht.
Es ist ein hoher Baum, die deutsche Eiche,
von der aus man den Silberstreifen sieht.

Der Führer sagt: "Nur nicht in Lumpen laufen!".
Er hat ihr schon gesagt, der Industrie:
"Wir wollen neue Uniformen kaufen,
der Hauptmann Röhm liebt uns nicht ohne die".

Es ist ein langer Weg zum Dritten Reiche,
ein bisschen Liebe macht ihn halb so schwer.
Es ist ein hoher Baum, die deutsche Eiche,
und kameradschaftlich sei der Verkehr!

Der Führer hat gesagt, er lebt noch lange,
und er wird älter als der Hindenburch.
Er kommt noch dran, da ist ihm gar nicht bange,
und drum pressiert’s ihm gar nicht, und dadurch

ist es ein langer Weg zum Dritten Reiche,
es ist unglaublich, wie sich das zieht.
Es ist ein hoher Baum, die deutsche Eiche,
von der aus man den Silberstreifen sieht.

Bertolt Brecht

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