Mittwoch, 17. November 2010

Außenpolitische Schieflage: Kriegsverbrecher werden eingeladen, Künstler und Reichstagsabgeordneter deportiert

Am Sonntag flogen der Reichstagsabgeordnete Mehmet Kaplan und ich nach Tel Aviv. Die Einreise wurde uns verwehrt, wir wurden interniert und nach einem Tag in israelischer Haft, deportiert. Unsere mitgebrachte Anzeige gegen die israelische Regierung sowie die israelische Armee (IDF), umfasste bewaffneter Raub oder Diebstahl, Entführung, illegale Freiheitsberaubung und Misshandlung.

Gleichzeitig, vor etwas mehr als einer Woche, wurde Saul Mofaz mit größter Selbstverständlichkeit in Schweden empfangen, nach einer Einladung vom Utrikespolitiska Institutet (Außenpolitisches Institut). Ein ehemaliger Oberbefehlshaber und Verteidigungsminister Israels, der wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen das Völkerrecht verdächtigt wird. Er war vom Utrikespolitiska Institutet eingeladen. Die Kriegsverbrechen geschahen während der israelischen Militärinvasion der Westbank 2002, als hunderte Wohnungen demoliert, Gefangene tortiert, Ambulanzen, unter Beschuss, der Zugang zu Verwundeten und Toten verwehrt wurde.

Ist es selbstverständlich, dass der Kriegsverbreche Verdächtige nach Schweden eingeladen werden, wenn gleichzeitig schwedische Reichstagsabgeordnete und (schwedische)Bürger interniert und in Israel deportiert werden - nur weil sie der Annahme waren, Israel würde, als Rechtsstaat, die Personen empfangen, die mit guten Argumenten der Annahme sind, Verbrechen ausgesetzt worden zu sein, die von Israels Behörden begangen wurden und ihre Anzeige bei der Polizei und Staatsanwaltscht einreichen wollten?

Dror Feiler

Übersetzung: Folker Hoffmann

Siehe auch: Gegenmeinung: Israel verweigert Ship to Gaza Gerechtigkeit in Israel einzufordern

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