Freitag, 12. November 2010

Eine Wertegemeinschaft - nur unter uns

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Welches Marketingbüro die Feder führte, als die Bundesregierung auf ihrer Hompage die Wertegemeinschaft Einzug halten ließ, ist von untergeordnetem Interesse.
"Was hält die Europäische Union (EU), einen Staatenbund von 27 vielfältigen Ländern, im Kern zusammen? Es sind vor allem gemeinsame Werte, die wir alle teilen - Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit, Rechtstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte. Werte, die vor allem durch das Christentum und die Aufklärung geprägt worden sind.

Dieses gemeinsame Verständnis ist auf unserem Kontinent über Jahrhunderte gewachsen. In Europa stand die Wiege der Demokratie. Unser Wertefundament gibt uns die Kraft, im Bewusstsein unserer Vielfalt und unserer reichen kulturellen Traditionen mit einer Stimme zu sprechen und die globalen Herausforderungen gemeinsam anzunehmen. Das wird mit der "Berliner Erklärung" vom 25.3.2007 bekräftigt."
Von Interesse ist, wie die Auftraggeber dieses Geschwurbels für sich persönlich den Begriff "Wertegemeinschaft" mit Erfolg interpretieren.

Die penetrante Käuflichkeit von führenden Wertegemeinschaftlern ist so sprichwörtlich wie perfide. Da hält zusammen, was zusammen gehört, über alle Parteigrenzen hinweg. Sozusagen gelebte Solidarität - unter uns.

Die großen Abkassierer der Nation, allesamt während ihrer Sonntagsreden tief verwurzelt in der "christlich-jüdischen" Tradition, lassen es sich nicht nehmen, immer mehr zu nehmen.

Roland Koch, dem die Mainstream Wasserfälle von Tränen nachweinte, als er, der fast letzte große (sic) Konservativw(ä)rtige, aus der Politik ausschied, um in der Wirtschaft von nebenan Platz zu nehmen.

Bilfinger Berger lässt sich den neuen Chefkoch schlappe 1.5 Mio. Euro jährlich kosten. Ein Trinkgeld für einen Baukonzern der sich durch Pfusch beim Kölner U-Bahn-Bau auszeichnete. Dennoch kann er in diesem Jahr damit rechnen, stolze 270 Mio. Euro Gewinn einfahren zu können. Kurpfuscher unter sich kriegen das immer fein gedrechselt. Für die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen machte sich der Vorstandsvorsitzende in spe Koch, für den Bau der Frankfurter Landebahn stark und setzte sie gegen alle Widerstände durch. Bilfinger Berger baut an der Landebahn mit. "Unter uns" nennen wir es, bestimmt für den allgemeinen Sprachgebrauch, "Führ(er)ungsqualitäten".

Führerpersönlichkeiten wie Roland Koch kriegen allerdings den Hals nie voll genug. Unersättlich ist ihr Trieb Anerkennung durch Geld zu erlangen. Man definiert sich über's Portemonnaie. Anfang kommenden Jahres übernimmt er auch noch den Aufsichtsratsvorsitz bei der deutschen Tochter der Schweizer Großbank UBS.

Multitalente sind sie, die Kamelführer in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie können einfach alles. Mit Geldkoffern, voll von "jüdischen Vermächtnissen", am Fiskus vorbei, die Grenze zu Schweizer Banken überwinden, um sie im Sinne einer nicht näher bezeichneten "geistig-moralischer Wende" einzusetzen, als man sie bei Nacht und Nebel zurück nach Deutschland holte.

Der Schutz unserer Bestenauslese ist gewährleistet. Steuerfahnder die ihren Job ernst nahmen, wurden mit falschen Gutachten aus dem Dienst in Hessen entfernt. So sind sie halt, die brutalstmöglichen Führer neudeutscher Großmannssucht.

FH

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