Freitag, 26. November 2010

Erklärung des afghanischen Widerstandes: Die USA können ihre Niederlage nicht länger verbergen

Das Islamische Emirat Afghanistan
INFORMATION CLEARING HOUSE, 20.11.10

Das Weiße Haus hat den Juli 2011 als Termin für den Beginn des Rückzugs seiner geschlagenen Invasionstruppen aus Afghanistan festgelegt. Um diesen Abzug vor den US-Bürgern und der ganzen Welt zu rechtfertigen, wäre es notwendig gewesen, in Afghanistan möglichst einen bedeutsamen oder wenigstens einen greifbaren Erfolg zu erzielen.

Zu diesem Zweck haben die USA mehr als 150.000 ausländische Soldaten nach Afghanistan entsandt, zusammen mit der gesamten Militärtechnologie, über die sie verfügen. Wegen seiner emotionalen und strategischen Bedeutung haben sich die US-Amerikaner Kandahar als ihr (letztes) Schlachtfeld ausgesucht.

In den letzten neun Monaten haben die US-Amerikaner mit aller Macht versucht, irgendwelche militärischen oder politischen Erfolge in Afghanistan zu erzielen. Sie haben alle verfügbaren Propaganda-Werkzeuge eingesetzt, um einen Keil zwischen die Menschen und die Mudschaheddin zu treiben. Weil es ihnen trotzdem nicht gelungen ist, die Unterstützung der Afghanen zu gewinnen, verwüsten die Eindringlinge jetzt die Felder der Bauern mit willkürlichen Flächenbombardements und begehen Massenmorde an unschuldigen Zivilisten. Damit haben sie Tausende von Familien von ihrem Land und aus ihren Dörfern vertrieben. Aber trotz ihrer Tricksereien und trotz aller Gewalt hat sich die Schlacht um Kandahar mehr und mehr zu Gunsten der Mudschaheddin entwickelt.

Distrikte der Provinz Kandahar (entnommen aus Wikipedia)

Seit Beginn dieser Operationen ist es den Mudschaheddin mit präzisen Kommandounternehmen gelungen, die Nervenzentren der ausländischen Streitkräfte und ihrer afghanischen Marionetten zu treffen und so den ausländischen Invasoren die Initiative zu entreißen. Die Mudschaheddin haben solche Operationen nicht nur in der Stadt Kandahar durchgeführt, sondern auch auf dem in deren Nähe gelegen Flugplatz und in den Distrikten Dand, Arghandab, Zhiri, Panjwaee und Maiwand. (Der britische Generalmajor) Nick Carter, der Chef der barbarischen ausländischen Streitkräfte, konnte den Medien im letzten Monat keine Information über die Operationen der Mudschaheddin geben, weil der Feind weder die militärische Stärke der Mudschaheddin noch deren Hauptbasen kennt. Aus den Erfahrungen bei (den NATO-Operationen) Dagger und Marjah lernend, entwickelten die Mudschaheddin, ganz neue Taktiken, mit deren Hilfe es gelang, die Invasions-Streitkräfte völlig zu demoralisieren. Diese neuen Taktiken sind auch der Hauptgrund dafür, dass die Mudschaheddin die Anzahl ihrer Operationen trotz des einbrechenden Winters nicht verringert haben. Mit diesen neuen Taktiken konnte der militärische Druck auf die ausländischen Eindringlinge in Afghanistan und der von ihren Heimatländern ausgehende Druck bedeutend verstärkt werden.

Der Misserfolg bei der Operation Kandahar war auch der Hauptgrund für die Niederlage der Demokraten Obamas bei den Zwischenwahlen. Wegen dieses Misserfolgs in Kandahar ist auch die Zustimmungsrate für Obama in den USA auf 46 Prozent gesunken, und der Mythos von der militärischen Überlegenheit der USA ist weltweit in Frage gestellt. Auf dem NATO-Gipfel, der ab Freitag in Portugal stattfindet, wird man sich auch darüber unterhalten, wie die wachsenden Verluste der NATO-Streitkräfte eingedämmt werden können.

Obwohl der elfte Monat in Afghanistan schon sehr kalt ist und natürlich alle militärischen Unternehmungen behindert, waren die Mudschaheddin so erfolgreich, dass die Eindringlinge bis Mitte November in Afghanistan nach eigener Zählung schon mindestens 23 Soldaten verloren haben – wobei sie in der Regel 90 Prozent ihrer tatsächlichen Verluste verheimlichen. Zusammenfassend ist festzustellen: Nach neun Jahren Besatzung wird es immer klarer, dass auch diese Invasoren dazu verdammt sind, das gleiche Schicksal wie ihre Vorgänger zu erleiden. Ihre Truppenverstärkungen, ihre neuen Strategien, ihre neuen Generäle, ihre neuen Verhandlungen und ihre verstärkte Propaganda haben ihnen keinen Nutzen gebracht.

Das Islamische Emirat Afghanistan ist der Meinung, dass sich die US-Amerikaner im Lauf der letzten neun Jahre in Afghanistan erschöpft haben und jetzt nicht mehr lange in unserem geliebten Land bleiben werden. Was sie in den letzten Monaten mit ihren damals frischen Truppen nicht geschafft haben, werden sie mit ihren mittlerweile demoralisierten und eingeschüchterten Truppen auch in Kandahar nicht erreichen. Es wird deutlich, dass die US-Amerikaner ihren Misserfolg in Afghanistan nicht mehr allzu lange verbergen können. Deshalb wäre das Weiße Haus gut beraten, nicht länger seine steigenden Verluste zu zählen, sondern einen Rückzugsplan zu entwerfen, um wenigstens die Soldaten zu retten, die noch am Leben sind.


Unser Kommentar

Dass Erklärungen der Führung des afghanischen Widerstandes, den die USA und die NATO immer mit der Taliban-Führung gleichsetzen, ernst zu nehmen sind, hat sich gerade in einer anderen Angelegenheit erwiesen. Immer wieder wurde von US- und NATO-Militärs behauptet, die Taliban stünden so unter Druck, dass sie mit der Karzai-Regierung wegen eines Waffenstillstandes geheime Verhandlungen führten.

Der afghanische Widerstand hat diese Unterstellung wiederholt entschieden zurückgewiesen. Nun hat die NEW YORK TIMES am 23.11.10 einen längeren Artikel veröffentlicht, in dem zugegeben wird, das der "höhere Taliban-Führer", den die NATO selbst aus Pakistan nach Kabul eingeflogen und für seine "Verhandlungsbereitschaft" fürstlich entlohnt hatte, ein simpler Betrüger war.

Deshalb sind alle "Erfolgsmeldungen" der USA und der NATO über angebliche Fortschritte im Kampf gegen die afghanischen Widerstandskämpfer und alle Ankündigungen über einen bald beginnenden Abzug der "siegreichen" ausländischen Truppen aus Afghanistan mit großer Skepsis zu betrachten. Die US- und NATO-Truppen werden nicht als Sieger aus diesem Krieg hervorgehen, sondern sich wie alle Invasoren vor ihnen nach einer vernichtenden Niederlage aus dem Land am Hindukusch zurückziehen müssen.


Übersetzung, Kommentar: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

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