Donnerstag, 4. November 2010

Fischer-Spitzmarken

Volker Bräutigam über Sebastian Fischer (Schleimproduzent) & Josef Fischer (Grünen-Außenminister a.D)

Sebastian Fischer, Schleimproduzent
. „Guttenberg tritt an zum Kanzlertest“, betitelten Sie Ihre liebedienerischen Auslassungen für den ohnehin fragwürdigen "Spiegel Online".

Gelinge dem CSU-Mann die Umfälschung der Bundeswehr in eine zwar kleinere, aber schlagkräftige Berufsarmee für Auslandseinsätze (die Bundeswehr dürfte laut Grundgesetz nur der Verteidigung Deutschlands dienen - aber diesen störenden Einwand erhoben Sie natürlich nicht), dann habe er seine Eignung als Kanzler bewiesen.

Sie lobhudelten, anstatt darauf hinzuweisen, dass der Minister in den USA unter Massenmörder Henry Kissingers Aufsicht zum Karrierepolitiker aufgebaut und zugleich zum absolut zuverlässigen „Atlantiker“ abgerichtet worden ist. Dass "unser Gutti“, wie ihn die Boulevardpresse inzwischen nennt, Zutritt zum Gral der Bilderberger hat, war Ihnen ebenfalls keine Erwähnung wert.

Sie verschwendeten ferner keinen Gedanken darauf, weshalb die Amis denn wohl Kanzlerin Merkels Tage plötzlich für gezählt und es für sinnvoll halten könnten, den Pomade-Freiherrn für die nächste Kanzlerschaft weiter aufschminken zu lassen: weil Deutschland auch fürs nächste Jahrzehnt und länger als Europas Leithammel dienen soll. Denn Washington betrachtet uns Deutsche, die wir politisch gefügsamer sind als Franzosen und Briten, ohnehin als stärkste Verbündete, aber Änschiii Merkel nicht lange mehr als starke Kanzlerin.

Drum feiern journalistische Steigbügelhalter wie Sie den glatten fränkischen Adligen mit dem lackierten Image als politischen "Shooting-Star", der uns demnächst anführen soll. Tiefer, werter Herr Fischer, hätten Sie Ihren Bückling vor diesem Kandidaten von Washingtons Gnaden nicht machen können, ohne vornüber auf die Schnauze zu fallen.

Josef Fischer, Grünen-Außenminister a.D. Sie hatten 2005 zwar das vielberedete Gutachten über die Nazi-Geschichte des Auswärtigen Amtes in Auftrag gegeben. Der Zeitrahmen bis 1945 schloss aus, dass Ihre Anstifter-Rolle bei Kriegsverbrechen der jüngeren Geschichte (z.B. in Jugoslawien) untersucht wurde.

Wir müssen füglich weiter warten auf eine vollständige Offenlegung Ihrer todbringenden Aktivitäten vor und während des Irak-Krieges sowie Ihres Treibens nach den Terroranschlägen vom 11. September; eine Dokumentation Ihres Tuns vor und während des Afghanistan-Krieges steht ebenfalls weiter aus. Otto Köhler, Ossietzky-Mitherausgeber, scherzte in einem Beitrag für die junge Welt: "Joseph Fischer, der ehemalige Außenminister, hängt längst im Auswärtigen Amt. Ob er aber richtig hängt, das ist die Frage".

Das war etwas plump, denn selbstverständlich sollten die Bilder aller vormaligen Außenminister im Berliner Prachtbau am Werderschen Markt hängen. Ergänzt um die jeweils (v)erdienten Zusatzinformationen über Taten/Untaten, vorzugsweise im Multimedia-Format. Ihr Konterfei, werter Herr Fischer, wäre dann nicht nur mit Videos von den Überresten der Brücke und der Bomben-Opfer in Varvarin (soweit Opferreste noch vorhanden waren) sowie mit Dokumentaria über den verheerenden Einsatz von uranhaltiger Munition in Jugoslawien zu versehen.

Sondern auch mit Akteneinsichten, forensischer Aufarbeitung Ihrer Kriegstreiberei, Ihrer Desinformations- und Wühlarbeit und der von Ihnen geduldeten, wenn nicht gar veranlassten BND-Verbrechen im Ausland. Das wäre ein fortlaufendes und deshalb wertvolleres Aufklärungsprojekt als das von Ihnen in Auftrag gegebene Nazi-Geschichtsbuch.

Der Lerneffekt für die AA-Brut (...der Schoß ist fruchtbar noch...) wäre ungemein größer.

© Volker Bräutigam

Foto: Wikipedia*Volker Bräutigam schreibt für die Zeitschrift Ossietzky, Nachfolgerin der "Weltbühne", die dem deutschen Journalismus zu Beginn des vorigen Jahrhunderts zur Ehre gereichte. Ossietzky orientiert sich strikt an diesem Vorbild. (s.a. http://ossietzky.net). Seine literarische Figur eines sarkastisch stänkernden Laubenpiepers lässt er in seinem Buch „Die Falschmünzer-Republik - Von Politblendern und Medienstrichern“ ausgiebig zu Wort kommen. Illustriert ist es mit Karikaturen von Klaus Stuttmann. (Scheunen-Verlag, Kückenshagen, 2009, 308 S., ISBN: 978-3-938398-90-6. Bestellungen: info <> scheunen-verlag.de )

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