Samstag, 13. November 2010

Gern eine Gefechtsmedaille, aber zuerst eine anständige Pension


Die deutsche Variante von Nullnullsieben, Karl-Theodor vom Guten Berg, schlägt, wie sein filmisches Vorbild vom MI6, nur wichtige Schlachten. Gar keine Frage. Sein bis dato wichtigster Coup: Die Einführung einer neuen Gefechtsmedaille, die an Soldaten der BW verliehen werden, die "unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten" haben. Führte nicht die Achse des Guten erst kürzlich die Sprachregelung von Handelskriegen ein, und jetzt schon wieder 'Terror'? Ok, die Halbzeitwerte verkündeter Parolen sind auch nicht mehr, was sie einmal waren. Die Medaille soll auf vielfach geäußerten Wünschen der 'Kameraden' eingeführt werden, die sich ebenso bunt schmücken wollen, wie ihre NATO-Brüder. Grundlage für den Erhalt des schmucken Blechdeckels, sind besondere Leistungen, die ein 'Kamerad' zu erbringen hat.
Es wird “Spot and Shoot” ( Erkenne und schieße!) genannt. Der Operateur sitzt vor einem Fernseh-Monitor, von dem aus man die Aktion mit einem Playstation-artigem Joystick (Steuerstock) kontrollieren kann. Das Ziel ist: zu töten.
Immer aus mutiger Deckung heraus agieren, die Medaille von Volk und Vaterland ist eine ehrenwerte Anerkennung, für vollbrachte Leistungen. Für Leistungsträger nicht unüblich.

Den Amerikanern hingegen geht es wirtschaftlich gar nicht gut. Grund: Sie können ihre Kriege nicht länger finanzieren, das Imperium geht den Bach runter. Wie sämtliche Imperien vor ihnen. Obama versprach vor der Wahl, die Truppen in Afghanistan ab 2011 zu reduzieren. Nun machen einige politische Schwergewichte in Washington Druck auf die Regierung und wollen die Erfolgaussichten des gesamten Afghanistan-Kriegs unter die Lupe nehmen. Ihr Vorschlag läuft darauf hinaus, die Anzahl US-amerikanischer Soldaten radikal zu senken. Auf 10.000 bis 20.000, von heute etwa 100.000. Hinter solchen Bewertungen stecken nicht Hinz und Kunz, sondern der ehemalige stellv. Kriegsminister unter Bush, Richard Armitage und Sandy Berger, ehemaliger Sicherheitsberater von Ex-Präsident Clinton.

Selbst das politische Establishment in Washington fängt an, am Sinn, Zweck und der Gewinnbarkeit seiner imperialen Kriege zu zweifeln.
-Sollte die Bewertung im nächsten Monat zeigen, dass die Kriegshandlungen für die amerikanische Seite "gut" verläuft, können die USA, wie geplant, Schritt für Schritt, mit dem Abzug der Truppen beginnen, wird in dem vorgelegten Bericht gesagt.

-Wenn nicht, müssen die USA ihre gesamte Politik überprüfen, und ihre militärischen Aktionen auf al-Quaida begrenzen, und gegen die Taliban einstellen. Der Grund dafür ist ganz einfach, dass es zuviel kostet den Krieg im gegenwärtigen Umfang aufrechtzuerhalten.
Allein in diesem Jahr haben die USA ihre Truppen mit 30.000 Soldaten aufgestockt, und die amerikanische Militärführung behauptet, wie könnte es anders bei Kommisshirnen sein, man mache Fortschritte im Krieg.

Eine Auffassung, die im Bericht nicht geteilt wird. Dort spricht man, optimistisch ausgedrückt, davon, dass die Wahrscheinlichkeit für einen amerikanischen Sieg im besten aller Fälle - klein ist.

Während die Einsicht in den USA wächst, nimmt die Verbohrtheit der Bundesregierung zu. Man bereitet bereits eine Verlängerung des Kriegsmandats in Afghanistan im nächsten Jahr vor. Mit Hilfe des Entwicklungshilferessort. [sic]

Nun ja, wenn den Amerikanern die Mittel ausgehen, wird Deutschland, als wichtigster Verbündeter der USA, doch mit Freuden auch deren Part übernehmen. Man kann es sich ja leisten.

Vor allen Dingen dann, wenn die Kostenverursacher der sozialen Systeme zur Kasse gebeten werden. Die solidarischen Sozialsysteme in Deutschland, so das erklärte Ziel der INSM-Politik in Berlin, sollen schrittweise eingestampft werden. Rösler erledigt seinen Auftrag mit Verve. So wie es sich für den Angehörigen einer spätrömischischen Dekadenz- und Spendenempfängerpartei geziemt.


Nur der Hund(t), von der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, hat mal wieder was in eigener Sache zu knurren. Er sieht Kosten, Arbeitskosten auf die Arbeitgeber zukommen. Die müssen sich nun, zum letzten Mal, an den Beitragserhöhungen beteiligen. Von nun an wird ihr Anteil bei den erreichten 7,3 Prozent eingefroren. Für die Arbeitnehmer geht es munter weiter. Auch eine Abart Kriege zu finanzieren. Die "kosten" nämlich nichts, wenn man von Tod und Verwüstungen absieht, die spülen Gewinne in die Kassen der Rüstungsindustrie. Und die wiederum ist Mitglied beim Hundt. Da bleibt nichts übrig für anständige Pensionen.

Übrigens, weiß eigentlich jemand von den Jüngeren warum es die Verliererstaaten Deutschland und Japan nach Wk II waren, die sich so schnell wirtschaftlich erholten und ihre Besieger bald ökonomisch hinter sich ließen? Die Antwort ist klar und konzis. Die wichtigste Ursache liegt darin begründet, dass man ganz einfach bedeutend weniger Militärausgaben hatte als die Alliierten. Die Gelder konnten für sinvollere Zwecke eingesetzt werden.

FH

cc Gegenmeinung

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