Montag, 1. November 2010

Richten sich die andauernden Kriegsvorbereitungen gegen den Iran?

Von Rick Rozoff
GLOBAL RESEARCH, 25.10.10
Auch der NATO-Kritiker Rick Rozoff rechnet wegen der beispiellosen Ansammlung von See- und Luftstreitkräften der USA und der NATO im Arabischen Meer mit einer bedrohlichen Zuspitzung der Konflikte im Mittleren Osten.

Das Arabische Meer als Zentrum des Krieges, den der Westen seit Beginn des 21. Jahrhunderts führt

Die enorme Ausweitung von Waffenverkäufen und die Ansammlung von See- und Luftstreitkräften im Gebiet des Arabischen Meeres sind beispiellos und höchst beunruhigend. Bald wird ein Viertel der atomar angetriebenen Flugzeugträger der Welt im Arabischen Meer versammelt sein.
Die "USS Abraham Lincoln", ein atomar angetriebener Super-Flugzeugträger der Nimitz-Klasse, ist am 17. Oktober im Arabischen Meer eingetroffen und hat sich der Trägergruppe der "USS Harry S. Truman" angeschlossen, die im Rahmen einer normalen Ablösung bereits am 18. Juni angekommen war.

Die "Charles de Gaulle", das Flaggschiff der französischen Marine und der einzige nicht den USA gehörende Flugzeugträger mit Atomantrieb, wird sich bald den beiden US-Flugzeugträgern anschließen. Die USA besitzen die Hälfte der auf der Welt vorhandenen zweiundzwanzig Flugzeugträger, alle elf Superträger, die mehr als 70.000 Tonnen haben, und elf von zwölf der atomar angetriebenen Flugzeugträger.


US-Basen umzingeln den Iran (Grafik übernommen aus GLOBAL RESEARCH)

Zur überraschenden Entsendung eines zweiten US-Flugzeugträgers ins Arabische Meer hat der US-Fernsehsender CBS folgende Meldung verbreitet (Übersetzung der CBS-Meldung s. http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_10/LP20510_231010.pdf ):

"Obwohl die Luftangriffe in Afghanistan bereits um 50 Prozent gesteigert wurden, hat Verteidigungsminister Gates jetzt noch einen zweiten Flugzeugträger, die `USS Lincoln`, in den Kampf geschickt.

Wenn zwei Flugzeugträger vor der Küste Pakistans operieren, stehen etwa 120 Flugzeuge (der US-Navy) für Einsätze über Afghanistan zur Verfügung. Dabei sind die Flugzeuge der US-Air Force, die von Bagram oder Kandahar aus starten, noch nicht mitgezählt." [1]

Das Arabische Meer wird von Somalia, Dschibuti, dem Jemen, Oman, dem Iran, Pakistan, Indien und dem Inselstaat der Malediven eingegrenzt.

Die "USS Lincoln" und die "USS Truman" sind derzeit der Fünften US-Flotte unterstellt, deren Kommandobereich den nördlichen Indischen Ozean mit seinen Nebenmeeren und Ausläufern umfasst; dazu zählen das Arabische Meer, das Rote Meer, der Golf von Aden, die Ostküste Afrikas bis nach Kenia, der Golf von Oman und der Persische Golf.

Zu den Staaten am Rotem Meer und am Persischen Golf gehören außer den oben genannten noch Ägypten, Eritrea, Israel, Jordanien, Saudi-Arabien, der Sudan, Bahrain, der Irak, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Fünfte Flotte ist die erste US-Flotte, die nach dem Kalten Krieg im Jahr 1995 wieder in Dienst gestellt wurde, nachdem sie 1947 aufgelöst worden war. [Vor zwei Jahren wurde auch die Vierte Flotte reaktiviert, die für das Karibische Meer und Mittel- und Südamerika zuständig ist und 1950 stillgelegt worden war.]

Die Fünfte Flotte teilt ihren Kommandeur und ihr Hauptquartier mit den US-Seestreitkräften des Central Command / CENTCOM; das (vorgeschobene) Hauptquartier der Seestreitkräfte des CENTCOM befindet sich in Manama, Bahrain, am Persischen Golf, direkt gegenüber dem Iran. Das CENTCOM ist das letzte Regionalkommando, das vom Pentagon noch im Kalten Krieg [1983] errichtet wurde (zur Aufteilung der Welt in US-Regionalkommandos s. auch http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP27209_071209.pdf ); sein Verantwortungsbereich erstreckt sich über den gesamten Mittleren Osten, der von Ägypten im Westen bis nach Kasachstan im Osten reicht und an China und Russland angrenzt.

Die Fünfte Flotte und die Seestreitkräfte des CENTCOM sind gemeinsam verantwortlich für fünf Marine-Sondereinsatzgruppen, die im Arabischen Meer und in angrenzenden Seegebieten operieren und mehrere der strategisch wichtigsten Seestraßen unseres Planeten kontrollieren: den Suezkanal, der das Mittelmeer – in dem die Sechste US-Flotte und Schiffe der Operation Active Endeavor der NATO patrouillieren – mit dem Rotem Meer verbindet, die Meerenge Bab Al Mandeb zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden und die Straße von Hormuz zwischen dem Golf von Oman und dem Persischen Golf.

Die Combined Task Force 150 / CTF 150 (die aus Schiffen verschiedener Nationen bestehende Sondereinsatzgruppe 150) ist eine multinationale Marinegruppe, die seit 2001 besteht und logistische Unterstützungseinrichtungen in dem am Horn von Afrika liegenden Kleinstaat Dschibuti unterhält; sie operiert von der Straße von Hormuz bis zum Golf von Aden, durch die Meerenge von Bab Al Mandeb bis ins Rote Meer und im Süden bis zu den Seychellen im Indischen Ozean. Seit letztem Jahr verfügt das Pentagon auch über eine Militärbasis auf den Seychellen. Auf diesem zweiten US-Militärstützpunkt in einem afrikanischen Staat sind Drohnen des Typs Reaper, Flugzeuge zur U-Boot-Bekämpfung und Seeaufklärung des Typs P-3C Orion und 112 Matrosen der US-Navy stationiert. Andere Nationen, die Schiffe und Personal zur CTF-150 beitragen, sind Großbritannien, Kanada, Dänemark, Frankreich, die Bundesrepublik Deutschland, Pakistan, Südkorea und Thailand. Auch Australien, Italien, die Niederlande, Neuseeland, Portugal, Singapur, Spanien und die Türkei haben schon Schiffe entsandt.

Die Combined Task Force 151 / CTF-151 wurde im Januar 2009 gestartet, operiert im Golf von Aden und vor der Küste Somalias; sie überwacht ein Seegebiet von 1,1 Millionen Quadratmeilen. Zwanzig Nationen sollen sich an der US-dominierten Sondereinsatzgruppe beteiligen, und Großbritannien, Kanada, Dänemark, Frankreich, die Niederlande, Pakistan, Singapur, Südkorea und die Türkei haben schon teilgenommen. Den Kommandeur der CTF-151 haben bisher die USA, Großbritannien, Südkorea und die Türkei gestellt.

Die Combined Task Force 152 / CTF-152 operiert vom nördlichen Teil des Persischen Golfes bis zur Straße von Hormuz, zwischen den Verantwortungsbereichen der CTF-150 und der CTF-158 und ist Teil der Operation Iraqi Freedom (ist also direkt in den Irak-Krieg einbezogen).

Die Combined Task Force 158 / CTF-158 operiert im äußersten Norden des Persischen Golfes, ist ebenfalls Teil der Operation Iraqi Freedom und besteht aus Kriegsschiffen Großbritanniens, Australiens und der USA. Zu ihren Hauptaufgaben gehört die Beaufsichtigung der irakischen Ölanlagen und der Aufbau einer irakische Marine unter Kontrolle des Pentagons.


Die sechs US-Regionalkommandos (Grafik entnommen aus Wikipedia)

Die USA haben die Welt in sechs Regionalkommandos und sechs Verantwortungsbereiche für sechs US-Flotten aufgeteilt. Das Arabische Meer wird von drei für das Ausland zuständigen Regionalkommandos des Pentagons überwacht: vom CENTCOM, vom AFRICOM und vom PACOM. Das zeigt, welche Bedeutung diese Region (für das Pentagon) hat.

Zusätzlich zu dem Hauptquartier der Fünften Flotte und der Seestreitkräfte des CENTCOM in Bahrain betreibt das CENTCOM weitere Militärbasen als Befehlszentren, vorgeschobene Stützpunkte und Übungsplätze für Luft- und Bodentruppen in Kuwait, Oman, Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Persischen Golf – zusätzlich zu den Flugplätzen, Marine- und Infanterie-Basen für die im Irak verbliebenen 56.00 US-Soldaten.

Mehrere Monate vor den Anschlägen, die am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York City und auf das Pentagon verübt wurden, schlossen die USA mit dem Kleinstaat Dschibuti [725.000 Einwohner] einen Vertrag zur Übernahme des ehemaligen französischen Stützpunktes Camp Lemonier ab und machten ihn zu einer vorgeschobenen Basis der US-Navy; heute beherbergt sie auch die Combined Joint Task Force Horn of Africa (die gemeinsame Einsatzgruppe Horn von Afrika), die dem AFRICOM untersteht, das erst vor zwei Jahren (in den Kelley Barracks in Stuttgart) eingerichtet wurde. Der Verantwortungsbereich dieser Einsatzgruppe umfasst Dschibuti, Äthiopien, Eritrea, Kenia, die Seychellen, Somalia, den Sudan, Tansania, Uganda und den Jemen und außerdem die Inseln Mauritius und Madagaskar und die Inselgruppe der Komoren im Indischen Ozean.


Die sechs Verantwortungsbereiche der sechs US-Flotten (Grafik entnommen aus Wikipedia)

Anfang 2002 schickten die USA 800 Soldaten der Special Forces ins Camp Lemonier, die von Dschibuti aus über den Golf von Aden verdeckte Operationen im Jemen durchführten. Jetzt halten sich fast 2.000 US-Soldaten in dem kleinen Land auf, und Frankreich unterhält dort mit 3.000 Soldaten seine größte Militärbasis im Ausland. Anfang dieses Jahrzehnts entsandte die Bundesrepublik Deutschland 1.200 Soldaten nach Dschibuti. Auch Spanien und die Niederlande haben Soldaten dort stationiert. Großbritannien fügte 2005 weitere Truppen hinzu.

Insgesamt gibt es 8.000 bis 10.000 Soldaten aus NATO-Staaten in Dschibuti. Das Pentagon hat das Camp Lemonier, den Hafen von Dschibuti und den internationalen Flughafen des Landes für Angriffe im Jemen und in Somalia benutzt, und 2008 halfen die französischen Truppen in Dschibuti dem Land bei seiner bewaffneten Auseinandersetzung mit dem benachbartem Eritrea. Frankreich trainiert in Dschibuti auch seine Truppen für den Krieg in Afghanistan, und das Pentagon hat 2006 von dort aus den Einmarsch äthiopischer Truppen in Somalia unterstützt.

Die Fünfte US-Flotte verfügt normalerweise nur über einen Flugzeugträger, der das Herzstück einer Flugzeugträgergruppe bildet. Mit der "USS Lincoln", die sich der bereits im Arabischen Meer kreuzenden "USS Truman" in diesem Monat anschließen wird, hat die Fünfte Flotte dann zwei Flugzeugträger. Die "USS Lincoln" wird von zwei Lenkwaffen-Zerstörern begleitet und "bringt mehr als 60 zusätzliche Flugzeuge zur Unterstützung der Operation Enduring Freedom (des Afghanistan-Krieges) mit". [2]

Zur Flugzeugträgergruppe der "USS Truman" gehören vier Zerstörer der Aegis-Klasse, die mit Antiraketen-Raketen des Typs SM-3 ausgestattet sind, ein Lenkwaffen-Kreuzer und die deutsche Fregatte "FGS Hessen". Das Träger-Geschwader 3 der "USS Truman" hat drei Kampfflugzeug-Staffeln, eine Angriffsstaffel der Marineinfanterie und weitere Staffeln mit Flugzeugen zur Überwachung und zur elektronischen Kampfführung und Hubschraubern zur U-Boot-Bekämpfung.

Seit dem Passieren des Suezkanals am 28. Juni bis zum Ende des letzten Monats hat es das Träger-Geschwader 3 bei über 3.300 Einsätzen "auf mehr als 10.200 Flugstunden gebracht; davon dienten mehr als 7.200 der Unterstützung der Bodentruppen der Koalition in Afghanistan". [3] Zur Trägergruppe der "USS-Truman" gehören insgesamt 7.000 Seeleute und Marineinfanteristen.

Im Mai hatte die "USS Truman" im Mittelmeer vor Marseille noch ein gemeinsames Seemanöver mit dem französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" durchgeführt. Französische Kampfflugzeuge landeten auf der "Truman" und amerikanische auf der "Charles de Gaulle".

Der französische Flugzeugträger musste an dem Tag, an dem er zu einem viermonatigen Einsatz zur Unterstützung der Kämpfe in Afghanistan auslief, wegen dringender Reparaturarbeiten wieder in den Hafen zurückkehren, will "die verlorene Zeit auf See aber wieder gutmachen und seinen geplanten Einsatz nicht absagen".

Nach seinem neuen Kampfauftrag, dem ersten seit 2007, soll er "im Indischen Ozean die Piraterie vor Somalia bekämpfen und die NATO-Mission in Afghanistan unterstützen".

"Der französische Flugzeugträger soll sich im Indischen Ozean am Kampf gegen die Piraten vor der Küste Somalias beteiligen, der dort von der NATO geführt wird." [4] Flugzeugträger mit Atomantrieb sind wohl kaum zur Bekämpfung von Piraten geeignet.

Diese NATO-Mission ist die Operation Ocean Shield, die im August 2009 begann und bis Ende 2012 weiterlaufen soll. Die Standing NATO Maritime Group 1 und die ebenfalls beteiligte Standing NATO Maritime Group 2, die auch schon Bahrain, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate besucht und an gemeinsamen Seemanövern mit Pakistan am östlichen Rand des Arabischen Meeres teilgenommen haben, lösen beim Einsatz im Golf von Aden einander ab.

Die US-Operation Enduring Freedom (der Afghanistan-Krieg) erstreckt sich über insgesamt sechzehn Staaten. Einbezogen sind neben Afghanistan und Pakistan auch Usbekistan, Kuba (durch das US-Internierungslager in der Guantánamo Bay), Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Jordanien, Kenia, Kirgisistan, die Philippinen, die Seychellen, der Sudan, Tadschikistan, die Türkei und der Jemen; die NATO unterstützt und verstärkt die Bemühungen des Pentagons über das gesamte Arabische Meer hinweg – vom Horn von Afrika bis nach Süd- und Zentralasien.

Auf ihrem Gipfel im Jahr 2004 im türkischen Istanbul hat die NATO die Istanbul Cooperation Initiative gegründet, um militärische Partnerschaften mit Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten – den sechs Mitgliedstaaten des Gulf Cooperation Council, – aufbauen zu können; in der Zwischenzeit hat sich bereits ein militärischer Austausch und eine enge Zusammenarbeit mit ihnen entwickelt. [5] Die Vereinigten Arabischen Emirate haben der NATO sogar Truppen für den Krieg in Afghanistan zur Verfügung gestellt und ihr einen geheimen Luftwaffenstützpunkt für den Transit von Truppen und Nachschub ins Kriegsgebiet überlassen.

Im Mai 2009 eröffnete der französische Präsident Nicolas Sarkozy in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Militärbasis, den ersten bleibenden französischen Stützpunkt im Persischen Golf und die erste Basis im Ausland seit 50 Jahren. Neben einem Flugplatz und einem Hafen gehört zu dem Stützpunkt auch ein militärisches Übungsgelände; die Errichtung der französischen Militärbasis wurde damals als Machtdemonstration gegenüber dem Iran angesehen, der mit den Emiraten um den Besitz der Insel Abu Musa im Persischen Golf streitet.

Die NATO-Streitkräfte operieren auch von Basen in Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan aus. Seit Ende letzten Monats hat die Allianz mit Kampfhubschraubern mehrere Angriffe innerhalb Pakistans durchgeführt und am 30. September sogar drei pakistanische Soldaten getötet.

Derzeit stehen etwa 120.000 Soldaten aus fast 50 Staaten in Diensten der von der NATO geführten International Security Assistance Force / ISAF in Afghanistan.

Die NATO hat in diesem Jahr über eine Luftbrücke sogar Truppen aus Uganda nach Somalia geflogen, weil Uganda dort in eine bewaffnete Auseinandersetzung verwickelt ist.

Der Flugzeugträger "Charles de Gaulle", der ins Arabische Meer unterwegs ist, um sowohl den Krieg in Somalia zu unterstützen, als auch die Piraten vor der somalischen Küste zu bekämpfen, wurde im Mai 2001 in Dienst gestellt. Sieben Monate später lief er ins Arabische Meer aus, um die Operation Enduring Freedom, den Krieg gegen Afghanistan, zu unterstützen. Ab 19. Dezember 2002 stiegen seine Kampfjets der Typen Super Étendard und Rafale MS über 140 mal von seinem Flugdeck auf, um Ziele in Afghanistan zu erkunden und zu bombardieren.

Im März des darauffolgenden Jahres starteten Kampfjets der Typen Super Étendard und Mirage von der "Charles de Gaulle", um im Rahmen der US-geführten Operation Anaconda Luftangriffe zu fliegen.

Wenn der französische Flugzeugträger in diesem Monat im Arabischen Meer ankommt, wird er von zwei Fregatten, einem Angriffs-U-Boot und einem Tankschiff begleitet sein und 3.000 Seeleute und 27 Flugzeuge mitbringen: 10 Rafale F3 Kampfjets, 12 Super Étendard Angriffsjets, 2 Hawkeye-Frühwarnflugzeuge und 3 Hubschrauber.

Nach Aussage des Konteradmirals Jean-Louis Kerignard, des Kommandeurs der Trägergruppe, "werden die Schiffe den Seestreitkräften der Verbündeten im Kampf gegen die Piraterie vor der somalischen Küste beistehen und die Flugzeuge zur Unterstützung der NATO in den Himmel über Afghanistan aufsteigen".

"Die französischen Schiffe werden auch mit Verbündeten aus Saudi-Arabien, Indien, Italien, Griechenland und den Vereinigten Arabischen Emiraten üben und nach zwei Zwischenaufenthalten in der französischen Basis in Dschibuti im Februar 2011 nach Frankreich zurückkehren." [6]

Mit der "USS Lincoln" und der Trägergruppe der "USS Truman" zusammen werden im Arabischen Meer drei Flugzeugträger mit insgesamt 150 Kampfflugzeugen, zehn weitere Kriegsschiffe und ein Angriffs-U-Boot kreuzen. Dazu kommen noch die 5 Kriegsschiffe der NATO Maritime Group 1, die 14 bis 15 Schiffe der CTF-150 und vielleicht noch mehrere Dutzend Schiffe der CTF-151, der CTF-152 und der CTF-158. Das ist eine furchterregende Armada, die das ganze Arabische Meer abdeckt.

Am 21. Oktober haben die USA mit dem nördlich des Arabischen Meeres und des Golfs von Oman am Persischen Golf gelegenen Saudi-Arabien nach Meinung einer westlichen Nachrichtenagentur das bisher größte US-Waffengeschäft abgeschlossen; für insgesamt 60 Milliarden Dollar werden sie dem Land modernste Kampfjets, Hubschrauber, Raketen, sonstige Waffen und militärische Ausrüstung liefern. [7]

Letzten Monat enthüllte die FINANCIAL TIMES, Washington wolle Saudi-Arabien, Kuwait, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten Waffen im Wert von insgesamt von 123 Milliarden Dollar verkaufen. Im Januar dieses Jahres gab es Berichte über Pläne des Weißen Hauses, Bahrain, Kuwait, Katar und Saudi-Arabien mit Patriot- Luftabwehrraketen zu beliefern. Die im Persischen Golf patrouillierenden Schiffe der US-Navy haben schon längst Antiraketen-Raketen des Typs SM-3 an Bord. [8]

An der Ostküste des Arabischen Meeres verkündete die US-Außenministerin Hillary Clinton am 23. Oktober, Pakistan werde in den nächsten fünf Jahren 2 Milliarden Dollar USMilitärhilfe erhalten; außerdem kursieren bereits Gerüchte, Präsident Obama werde bei seinem im kommenden Monat geplanten Besuch in Indien über umfangreiche Waffengeschäfte verhandeln, mit denen die USA sogar Russland, den bisher größten Waffenlieferanten Indiens, verdrängen könnten.

Die enorme Ausweitung von Waffenverkäufen und die Ansammlung von See- und Luftstreitkräften im Gebiet des Arabischen Meeres sind beispiellos und höchst beunruhigend.

Die westlichen Mächte, vor allem die USA und ihre NATO-Verbündeten, sind dabei die Militäreinsätze in dem ganzen Bereich von Afrika über den Mittleren Osten bis nach Asien zu eskalieren. Das Operationsfeld reicht bereits von Südasien bis zur Arabischen Halbinsel und wird wegen der Drohnen- und Hubschrauber-Angriffe in Pakistan und der Marschflugkörper-Luftschläge im Jemen immer größer.

Ein Krieg, der zu Beginn des neuen Jahrhunderts vom Zaun gebrochen wurde, geht bereits in sein zehntes Jahr, und alles deutet darauf hin, dass er noch lange dauern wird.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen