Sonntag, 14. November 2010

Schäubles 'Opfer' Offer

Da macht der Schäuble doch einmal alles richtig und prompt fällt die Canaille der geballten Mainstream über ihn her. Michael Offer, bis zu seinem Abgang Chefpropagandist des Finanzministeriums, hatte versäumt, positiv gezinkte Statistiken und Tabellen rechtzeitig an die anwesenden Vertreter der Journaillen zu verteilen, deren Aufgabe ja darin besteht, alles ungeprüft nachzudrucken, was ihnen von einflussreichen Kreisen angeboten wird. Das fand Schäuble nun gar nicht gut und meierte seinen Chefpropagandisten, vor versammelter Medienmeute, zu Recht, ab. Der Mann hatte einfach seinen Job nicht getan. Das Rauschen im Blätterwald ließ nicht auf sich warten.


Autoritärer Führungsstil wurde Schäuble vorgeworfen, Angst geht um im Finanzministerium, Merkel vernimmt Schäuble und alles wegen eines öffentlichen Anschiss' eines jederzeit austausch- und ersetzbaren Propagandisten? Millionen Arbeitnehmer im wirklichen Leben werden täglich von ihren Vorgesetzten auf ein Mindestmaß zurechtgestutzt, sind wirkliche Opfer autoritärer Führungsstile und werden auch vor versammelten Arbeitskameraden abgewatscht, ohne dass es die Journaillen die Bohne juckt.

Der wahre Grund für die eröffnete Journaillen-Jagd auf Schäuble ist aber wohl eher darin zu suchen und zu finden, dass er die Steuersenkungsparolen der von der Hotel- und Rotlichtbranche gekauften FDP, sowie den Lobbyisten privater Kapitalinteressen in den eigenen Reihen, nicht im gewünschten Umfang Folge leisten will.

Gerade die Partei, die sich als reine Interessenvertreterin von einem Prozent der Deutschen versteht, die über 23 Prozent des gesamten Nettovermögens in Deutschland verfügen, geht die private Übernahme des Staates nicht schnell genug. Die Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger legte es den Journaillenvertretern am Mittwoch, beim gemeinsamen Sprachregelungs-Frühstück, warm ans Herz. "Er (Schäuble) ist da, er tut ja auch was, er tut nur nicht das, was wir wollen".

Ich meine, der Wohlstandsstaat wird im Augenblick sowieso abgeschafft und zwar gerade mit diesen verlogenen Floskeln wie "Steuern senken", "Arbeitskosten senken" etc. pp. Soll angeblich wohlstandsfördernd sein. Zumindest für Besserverdienende, Millionäre und arbeitsfreie Zinseinkommenbezieher.

Dass der Staat auch einen nicht in Abrede zu stellenden Hang hat, Steuergelder zu vergeuden, sollte aber nicht davon ablenken, dass ein Staat bessere Voraussetzungen hat für dass Allgemeinwohl zu sorgen, als wöchentliche Wohltätigkeitsveranstaltungen von Schickimickischlampen es je können oder gar wollen.

Nicht dass mich jetzt jemand verdächtigt ein Gefolgsmann Schäubles geworden zu sein. Allerdings weine ich doch irgendeinem bezahlten Propagandisten, der nicht in der Lage ist sich selbst einen neuen Job zu suchen, sondern vom "Herrn Minister" erwartet, dass er ihm neue Aufgaben zuweist, Krokodilstränen nach. Den hätte ich auch gefeuert.

FH

cc Gegenmeinung

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