Donnerstag, 18. November 2010

Wie lange darf Merkel noch?


Während IM, „Ich bitte alle Bürger, Verdächtiges zu melden“, Blockwart Thomas de Maizière, alle naselang die Rebublik unsicher quatscht, „sehr geehrte Damen und Herren, Ihnen ist bekannt, dass die Bundessicherheitsbehörden seit geraumer Zeit von einer stärkeren Bedrohungslage durch den internationalen Terrorismus ausgehen“, freut sich die Entenmutter im Kanzleramt schon auf den Erhalt der „Freiheitsmedaille“ der Vereinigten Staaten. Um die hat sie sich auch redlich, mit ausdauernder Fahnenschwenkerei im Hinter(n)hof der USA, verdient gemacht. Neben NWO-Verkünder, George Bush sen., wird auch „es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen“, Warren E. Buffet, samt anderen, sich um Kapitalismus und Krieg verdient gemachte Personen, diese Auszeichnung verliehen. Damit findet Merkels Triumphmarsch in eine illustre, ehrenwerte Gesellschaft, seinen vorläufigen Höhepunkt.

Der Medaillenverein zeichnete sich schon in der Vergangenheit durch „herausragende“ Mitglieder aus. So haben unter anderem „Helmut, du bist ein Amerikaner“, Kohl, „das Rückgrat ist bei manchen Politikern unterentwickelt - vielleicht weil es sowenig benutzt wird“, Margaret Thatcher, und Massenlügner, „der Irak besitzt chemische und biologische Waffen. Seine Raketen sind binnen 45 Minuten einsatzbereit“, Tony Blair, diese Auszeichnung erhalten, auf die die Welt verzichten könnte.

Merkel knüpft nahtlos an die Tradition des Vereins an, prädestiniert sie geradezu für eine Vollmitgliedschaft bei den Freiheitsmedaillisten. Ihre Bilanz kann sich durchaus sehen lassen. Die böswilligen Verleumdungen, sie führe nicht, sei gar eine Zauderin, sind allein dem demokratischen Umstand geschuldet, Befehle, Wünsche und Vorlieben ihrer Auftraggeber aus den Häusern Springer, Bertelsmann, sowie dem übrigen Groß- und Finanzkapital, einzuholen und zu bündeln. Derartig demokratische Prozesse nehmen Zeit in Anspruch, sind aber alternativlos, denn ihre Auftraggeber wollen mitgenommen werden, wenn es um die Umsetzung ihrer Vorgaben geht.

So blieben die Banken ungeschoren, als sie das Finanzsystem gegen die Wand fuhren, das Verursacherprinzip konnte mit Erfolg ausgesetzt werden. Zahlmeister waren wieder einmal nur die unteren Einkommensschichten. Ein ehemals solidarisches Sozialsystem wurde, ohne viel Aufheben, in die Mülltonne gekloppt. Kopfpauschale in Cent und Euro eingeführt, die Pharmaindustrie so gut bedient, wie die Atommafia. Auch verbleibt in der BRD die Steuerhinterziehung weiterhin ein lukratives Geschäft. Zumindest für diejenigen die es sich leisten können. Für die Großen der Branche sind sie nicht mit nennenswerten Risiken verbunden.

Der Ehrungen nicht genug. Kohl wird jetzt auch noch Briefmarke. Nun dürfen alle, ob sie es wünschen oder nicht, den Dicken von hinten ablecken um ihm damit Halt auf Postkarten und Briefen zu verleihen. Vergessen und vergeben die Gepflogenheiten seiner korrupten Partei, die bei Kohls eisernem Schweigen, wer denn seinerzeit die Spender, am Fiskus und den internen Kassen vorbei, gewesen seien. Alsbald konnte sie sich wieder als moralische Leitkulturinstanz gerieren. Die Kontinuität der gekauften Republik, spätestens seit den 1980er Jahren mit der Flick-Affäre für alle sichtbar, die nicht wegsehen wollten, ist und bleibt gewährleistet.
„Die Kanzlerin und ihre Minister müssen nur noch umsetzen, was sie auf dem Parteitag beschlossen haben. An den Koalitionspartnern FDP und CSU wird das sicher nicht scheitern,“
schleimt der, sich schon immer der Pressefreiheit für die reichsten Deutschen verpflichtete Hugo Müller Vogg, in Friede Springers Frontjournaille. „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“, erkannte bereits Paul Sethe. Inzwischen dürften es höchstens noch ein Dutzend sein.

Demokratische, vom Kapital gekaufte Prozesse, wie Stuttgart21, sind unumkehrbar, lässt Merkel verlauten und gibt sich plötzlich kämpferisch. Ihr politisches Überleben hängt an einem seidenen Faden. Sie hat zu liefern was ihr aufgetragen wird. Daran lassen ihre Auftraggeber keinen Zweifel. Daran werden sich auch ihre Nachfolger messen lassen müssen - wenn ihnen das Volk keinen Strich durch die Rechnung macht. Sollte sich der Volkszorn von Duckmäusern zu einem Volkszorn selbstbewusster Bürger entwickeln, wäre auch der Spuk gekaufter Demokratien überwindbar.

FH

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