Donnerstag, 2. Dezember 2010

Boulevardexpress Wikileaks

Wikileaks in aller Munde, da muss gehandelt werden. Hunderttausende, genau sollen es 251.287 neue Dokumente sein, hat Wikileaks ins Netz gestellt. Vorab von den führenden in der Mainstreambranche, Spiegel, Le Monde, New York Times, Guardian, El Pais, auf ihre Zweckmäßigkeit im Boulevardgeschäft, aufwendig geprüft. Schon bei Schneewittchen Anne Will durften wir erfahren, dass allein das deutsche EhNaMag wochenlang 50 Journalisten mit der Sichtung der Dokumente beschäftigte. Das fand der anwesende PR-Berater und Kotzbrocken, Klaus Kocks, richtig gut. Immerhin zählt das EhNaMag zur zweifelhaften Garde derjenigen, die mit dem Begriff "Qualitätsjournalismus" hausieren gehen. Darin unterscheidet es sich nicht von Bild, dem Qualitätsmagazin von und für Gehirnamputierte, sowie Tittenanbetern.


Bislang ist nicht wirklich Brisantes der Öffentlichkeit mitgeteilt worden. Das Merkel unkreativ ist, ihre Hosenanzüge aus Teflon geschneidert werden, sollte auch für weniger aufmerksame Beobachter, die keinen Zugang zu geheimen US-Depeschen haben, erkennbar gewesen sein. Niebel als "schräge" Besetzung im Kabinett zu bezeichnen, ist eine kräftige Untertreibung, die dem unangenehmen Ego des ehemaligen Arbeitsvermittlers mit Sicherheit noch mehr Auftrieb verleiht, und ihm zusätzliche Auftritte an den Stammtischen der Schwatzshows garantiert. Der Boulevardjournalismus so genannter "Qualitätsmedien" besitzt eine nicht zu unterschätzende Fertigkeit im politischen Nonsensgeschäft, mit dem sie uns diesmal törichtes Geschwätz als Super-GAU der US-Diplomatie andrehen. Das weiß sogar die Regierung von Tuvalu.

Die Rolle die der Presse zugestanden wird und die sie auch dankbar annimmt, besteht darin, die Massen ruhig zu stellen und dabei so zu tun als decke man Wichtiges aus der Welt der Mächtigen und Schönen auf. Nun, die erste Botschaft die uns medial mitgeteilt wurde, um uns die Laune an noch einem Krieg nicht zu verderben, war die Erkenntnis, dass, man höre und staune, nicht nur Israel einen Atomkrieg gegen den Iran anzetteln will. Auch "feinste" arabische Staaten, die auf's freundlichste mit der westlichen Wääärtegemeinschaft verbunden sind, fordern, "den Kopf der Schlange" abzuschlagen. Gemeint ist der Iran. An vorderster Front ein mittelalterlicher Feudalherr aus Saudi-Arabien, dessen Land sich dadurch auszeichnet, die widerwärtigsten Barbareien im eigenen Land zu fördern. Um ihre machterhaltenen Perversions-Schauspiele richtig auszuleben, schlagen sie gerne Menschen die Köpfe ab, um die enthaupteten Leichen anschließend noch zu kreuzigen. Mit solchen Staaten macht man doch gern Geschäfte. Vor allen Dingen auch Waffengeschäfte. Schwierigkeiten beim Zutritt zu Ölquellen machen sie nicht, melden aber aufmerksam Hosenbombenpäckchen auch an deutsche Schlapphüte. Der feudale Zwergenstaat Bahrain wird ebenfalls als Schlangentöter in spe genannt. Sein weltpolitischer Einfluss ist gemeinhin beschränkt - allerdings darf er, und das ist sehr wichtig für unsere Spaßgesellschaft, jährlich so wichtige Events wie ein Formel-1-Rennen, mit dazugehörenden Luderboxen, ausrichten.

Die Botschaft, "Araber auch gegen Iran" ist angekommen. So einfach ist das. Das freut den Führer des Strolchen- und Atombombenstaates Israel ganz ungemein. Der Iran ist für die westliche Wääärtegemeinschaft, mit den Vereinigten Staaten als Vorturner, nicht so leicht zu händeln wie Saudi-Arabien, Ägypten und andere arabische US-Vasallen. Inflationär gedruckte Dollars als Bezahlungsmittel nimmt der Iran nicht mehr an, eine Frechheit, die dazu beitrug Saddam Hussein aufzuhängen, als auch er für irakisches Öl keine Dollars mehr haben wollte. So etwas unterminiert die globale US-Vorherrschaft und wird vom Imperium unter keinen Umständen geduldet. Wie sollte man sonst sein Militär, die Geheimdienste und die Rüstungsindustrie gut durchfüttern können? Unabdingbare Standbeine für eine NWO unter Leitung des kapitalistischen US-Herrschersystems, mit seinen globalen Ablegern.

Eine sinnvolle, massmediale Einordnung der inzwischen zu hundertausenden veröffentlichten Wikileaks-Papiere findet nicht statt. Die beste Desinformation ist ein Zuviel an Information. Ertränkt die Öffentlichkeit in Einzelinformationen en masse, und die dahinter steckenden Absichten bleiben gut gehütete Geheimnisse. Wer behält noch den Durchblick? Ein Elmar Theveßen vielleicht? Der tritt zu gegebenen Anlässen im ZDF mal als "Terrorexperte", mal als stellvertretender ZDF-Chefredakteur, auf. Der belanglose Senf, den er in der einen wie der anderen Rolle von sich gibt, wird nur noch durch den Cyber-Sprechautomaten Marietta Slomka getoppt. Welcher moderne Walt Disney hat die eigentlich erfunden?

Die verantwortlichen Machtapparate weltweit wissen, was wichtig zu wissen ist. Sie wissen auch, dass die "Beweise" für ein Atomwaffen-Programm des Irans gefälscht wurden, dass die Architekten, der während der Reagan-Administration gestarteten verdeckten Operation zur Unterstützung des "islamistischen Fundamentalismus", nach den Anschlägen vom 11.9.2001, auch eine Schlüsselrolle beim Anzetteln des "Globalen Krieges gegen den Terrorismus" spielten. Sie wissen es, weil sie die Initiatoren sind. Sie machen es damit die Ausbeutung des Planeten in wenigen Händen verbleibt. Dabei sind neue Mitspieler weder erwünscht noch eingeladen. Bei dem üppigen Verbrauch der Naturressourcen, den sich die Industriestaaten anmaßen, reicht das Spielfeld nicht für noch mehr Globalplayers aus.

All das wissen auch staatstragende, "freie" Presseorgane. Nur berichten sie darüber nicht.

Warum sollten sie es also jetzt tun?

FH

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