Sonntag, 26. Dezember 2010

#Cablegate: Obamas Staatsstreichpolitik gegen Kuba

Barack Obama verfolgt gegenüber Kuba bekanntlich die gleiche Strategie wie seine Vorgänger, nämlich dort nach Möglichkeit einen Staatsstreich zu initiieren und so dafür zu sorgen, dass in Kuba endlich wieder die US-Mafia die Macht übernimmt. Obwohl Barack Obama nicht dem traditionellen Ansatz der US-Politik folgt, die Menschen in Kuba mit geheimen Aktionen wie der Vergiftung von Milch oder anderen CIA-gestützten Terroranschlägen zu schädigen, so verfolgt er doch die Strategie, die Menschen in Kuba durch Sanktionen über die Wirtschaftskraft der USA soweit zu schädigen, dass nicht ganz so offensichtlich ist, dass im sozialistischen Kuba vieles besser funktioniert als im benachbarten kapitalistischen Musterländle Haiti.

Image Carlos Latuff: Wir sind offen für Geschäfte
Ganz offen ausgesprochen wird Obamas Regime-Change-Politik gegenüber Kuba im Cable #09HAVANA726 vom Dezember 2009. Jonathan D. Farrar, Chief of Mission (COM) der „United States Interests Section in Havana“ (USINT), berichtet darin von einem Treffen zwischen ihm und dem spanischen Botschafter in Kuba:
2. (C) Botschafter Cacho erklärte, dass die US-Regierung und die Regierung von Spanien bezüglich ihrer Kuba-Politik Differenzen sowohl in der Strategie als auch in den Zielen haben, während Spanien auf Annäherung und schrittweiser Liberalisierung aus sei, suche die US-Regierung Konfrontation und Regime-Change. COM wies darauf hin, dass die Vereinigten Staaten sich der Regierung von Kuba auf niedriger Ebene bei Fragen annähert, wo wir glauben, dass wir da Fortschritte machen können, und sie setzt es fort, sich auf die Verbesserung der Achtung vor den Menschenrechten zu konzentrieren. Er stimmte zu, dass es Gelegenheit für eine engere Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA bezüglich Kuba gebe, wie die jüngsten (erfolgreichen) Annäherungen an die Regierung von Kuba bezüglich der Erlaubnis für Elsa Morejon, der Frau des prominenten politischen Gefangenen Oscar Biscet, nach Spanien zu reisen.
Man beachte: der Leiter der US-amerikanischen Mission in Kuba hat die Behauptung, die USA seien in Kuba auf Regime Change aus, laut seinem eigenen Bericht nicht zurückgewiesen. Mit anderen Worten: die Behauptung stimmt. Lediglich bei der Taktik hat es mit dem Amtsantritt von Barack Obama kleine Veränderungen gegeben: anstelle von offener Konfrontation setzen die USA nun auf geringfügige „Annäherungen“ in Bezug auf Menschenrechte. Damit meinen die USA selbstverständlich nicht, dass sie aufhören wollen, Hunderttausende Menschen im mittleren Osten abzuschlachten oder wenigstens mal ihr Folterlager in der okkupierten kubanischen Guantanamo Bay zu schließen, sondern dass sie Kuba mit angeblichen kubanischen Menschenrechtsverletzungen gegenüber Kolaborateuren der US-Mafia politisch unter Druck setzen wollen, um so ihrem Ziel Regime Change in Kuba näher zu kommen. Wie die Diplomaten von George W. Bush und nun von Barack Obama am Regime Change in Kuba arbeiten, kann man dann aus weiteren Cables erfahren.

Bushs Chief of Mission Michael E. Parmly berichtete in Cable #06HAVANA23546 27.11.2007 stolz davon, dass jugendliche Oppositionelle aus unterschiedlichen Gegenden Kubas zusammengekommen sind und einen Lehrfilm über das Durchführen von bunten CIA-Revolutionen anhand des Beispiels von Otpor in Jugoslawien angeschaut haben. Auch über die Rolle der US-Mission in Kuba beim Versuch der Entwicklung dieser kubanischen Grassroot-Bewegung zum Regime Change schreibt Parmly dabei etwas aufschlussreiches:
Ein wichtiger Wert in der Veranstaltung war, dass es eine kubanisch generierte Grassroot-Aktivität war. Ohne, dass die US-Mission in Kuba den Veranstaltungsort und die Kontakte bereitgestellt hätte, hätte sie nicht stattgefunden.
Das ist eine klassische Definition von Astroturfing. Doch damit nicht genug. Die flleißige US-Mission in Kuba arbeitet offenbar permanent am Regime Change mit Hilfe von Kollaborateuren und künstlichen Grassroots-Bewegungen, damit Kuba endlich in den Genuss kommt, ein so vorbildliches Land wie Haiti zu werden. Am 15.03.2007 berichtete Parmly in Cable #07HAVANA252 von einem Gespräch mit US-Kollaborateurin Marta Beatriz Roque, wo es darum ging, eine Million Menschen für einen Regime Change zu organisieren:
Wir stimmen mit dem wichtigsten Punkt MBR’s überein, dass das aktuelle Repertoire der oppositionellen Aktivitäten eine gewisse Grenze erreicht hat, sie es zwar immer noch wert und notwendig sind, sich jedoch nicht soweit aufaddieren, um eine ausreichend brennbare Mischung für einen Regime Change zu bewirken. Aus unserer Sicht haben nur XXXXXXXXXXXX und Oswaldo Paya den nationalen Bekanntheitsgrad um vielleicht annähernd eine Million Kubaner zu mobilisieren.
Auch unter Obama gingen die Bestrebungen der USA zum Regime Change in Kuba nahtlos weiter. So berichtete Obamas COM Farrer im Cable #09HAVANA221 stolz, dass die US-Mission in Kuba am 31.03.2009 oppositionelle Gruppen zusammengebracht habe, um eine schlagkräftige Opposition zum Regime Change zu formen und die Gruppen dafür dankbar gewesen seien:
Die Gruppen drückten USINT ihren Dank dafür aus, dass sie sie in einem solchen Forum zusammengebracht hat, und schienen bereit, die Planung von Grassroots-Bewegungen in ihre Planungen miteinzubeziehen.
So richtig scheint er aber an den Erfolg seiner Bemühungen zum Regime Change selbst nicht zu glauben, denn schon im nächsten Satz schreibt er, es gebe bisher noch keine Anzeichen, dass es eine generelle Bewegung in die Richtung – womit er den Aufbau einer schlagkräftigen und vereinigten US-gestützten Opposition meint – gebe.

Trotzdem versuchen die USA sich permanent am verdeckten Staatsstreich gegen Kuba. Allerdings hat Kuba im Gegensatz zu den von Verblödungsmaschinerien wie Spiegel Online geprägten westlichen Demokraturen eine halbwegs funktionierende Presse. Und die berichtet nicht nur Blödsinn über die geleakten Cable, sondern sie übersetzt die Cable im Gegensatz zur deutschen Presse sogar in die Landessprache.

Als besonderen Service, und damit sich die Cables leichter lesen, hat Razones de Cuba dabei hinter einige der von Wikileaks zur Zensur ausge-ix-ten Namen auch die richtigen Namen wieder in Klammern hinter die Ixe gesetzt, so wie zum Beispiel den Namen der CIA-nahen US-Kollaborateurin Yoani Sanchez.

Quelle: Mein Parteibuch Zweitblog

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