Donnerstag, 23. Dezember 2010

Gelbes Band und bürgerliche Betroffenheit

Seit neun Jahren verbreiten westliche Soldaten in Afghanistan immer weniger Aufbau - wenn sie es denn je taten - aber desto mehr Terror. Das tun militärische "Lösungsmodelle" immer. Von daher ist auch mit einem "Beginn" des Abzugs deutscher Soldaten aus Afghanistan nicht zu rechnen. Gegenteilige Propagandaerklärungen von Regierung und einzelner Minister kann man gleich in die Mülltonne kloppen. Zu sehr ist man den Geldeliten des Imperiums zum Gehorsam verpflichtet und zahlt den Tribut den Vasallen ihren Herren zu entrichten haben.



In diesen neun Jahren sind weniger als 50 Bundeswehrsoldaten "gefallen", wie es in der Sprache der Kriegserfinder heißt. Richtiger ist, sie sind für die Interessen der Herren des Kapitals krepiert. Ihnen und den lebenden Soldaten wird dank des spröden Ideenreichtums der Gerberding-Stiftung am gelben Band und mit perfiden Kriegsverherrlichungsveranstaltungen in Holzminden, sowie dem verlogenen Grußwort eines pomadigen Kriegsminsters gedacht, das so richtig in das verschleimte Weltbild eines Raubritternachfahren passt.

Zehntausende von Afghanen, die Opfer von Bombern und dem von ihnen ausgehenden Bombenterror wurden, kommen in westlichen Meldungen so gut wie nie vor. Es werden weit mehr Zivilisten ermordet als kämpfende Taliban. Unvermeidbare "Kollateralschäden" bei dem Versuch den eurasischen Raum, mit all seinen Bodenressourcen, endgültig zu beherrschen. In der Sprache der Schlachtenregisseure an der Heimatfront nennt man so etwas "freie Handelswege" sichern. Fairer Handel ist und war nie erwünscht. Der würde schädlich für den Profit sein. So wenig wie Frieden erwünscht ist, denn dann müsste man Gerechtigkeit wollen. Ein unerträglicher Gedanke für Kriegsgewinnler und beutehungrige Kapitalkanaillen.

Wir werden von riesigen Monopol-Konzernen regiert, die in weit höherem Maßstab die politische und wirtschaftliche Macht an sich gerissen haben, als es je in der Menschheitsgeschichte der Fall war. Das von den Konzernen finanzierte politische Staatstheater tut was ihm aufgetragen wird. Inzwischen ist es so, dass die Mächtigen in den Konzernen, zur Erhaltung ihrer Macht, nicht mehr auf Politiker angewiesen sind. Sie empfinden sie eher als lästigen Ballast, der abgeworfen gehört. Mit Kräften zusammenzuarbeiten, deren Gier niemand stillen kann, ist ohne Sinn und Verstand. Entweder sie werden gestoppt, oder sie fressen uns.
"Diejenigen, die erklären, die Freiheit zu wollen, den Aufruhr aber ablehnen, sind Männer, die ernten wollen, ohne den Boden zu pflügen," schrieb Frederick Douglass. "Sie wollen Regen ohne Donner und Blitze. Sie wollen den Ozean ohne das schreckliche Tosen seiner hohen Wellen. Dieser Kampf kann ein moralischer sein; oder es kann ein physischer sein; oder er kann sowohl moralisch als auch physisch geführt werden, aber es muss ein Kampf sein. Macht ist nicht ohne Forderungen zu brechen. Das war noch nie möglich und wird auch niemals möglich sein."


FH

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