Montag, 13. Dezember 2010

Surprise, surprise! Hochkarätige Blödelbarden in Afghansitan eingetroffen

Trivialität ist grenzenlos, aber als Mittel zur Volksverarschung nimmt sie eine Spitzenstellung ein.



In Stockholm explodierte eine selbstgebastelte Bombe. Genaueres weiß man nicht. Die Polizei, jetzt hat die schwedische Staatsicherheit die Untersuchung übernommen, bearbeitet den Fall und kann in der Regel aus "untersuchungstechnischen" Gründen keine genaueren Angaben machen. So weit so gut. So funktioniert normale Polizeiarbeit. Nur der schwedische Außenminister Carl Bildt twitterte unverzüglich und munter drauf los, bevor die Polizei sich zum Fall überhaupt geäußert hatte.
"Most worrying attempt at terrorist attack in crowded part of central Stockholm. Failed - but could have been truly catastrophic."
Woher dieser penetrante Besserwisser zu dem Zeitpunkt bereits wissen wollte, dass es sich um einen fehlgeschlagenen Terroranschlag handelte, bleibt wohl sein Geheimnis. Vielleicht traf er den US-Botschafter beim Nobelfest, dass nur Stunden zuvor abgehalten wurde, unter vier Augen, um 'diplomatische' Informationen auszutauschen. Man muss sich ja auf dem Laufenden halten.

Zur Popularisierung des Afghanistan-Krieges sind alle Mittel geeignet. Sie müssen nur erfolgreich im Kampf gegen die 'Wehrkraftzersetzung' der Heimatfront sein.

So ist der CIA-Favorit für das Amt des deutschen Bundeskanzlers, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, gemeinsam mit seiner Ehefrau Stephanie zu einem Überraschungsbesuch in Afghanistan eingetroffen. Begleitet wurde das Strahlepaar von Schwergewichtlern wie den Ministerpräsidenten Niedersachsens und Sachsen-Anhalts, und dem investigativsten aller deutschen Enthüllungsjournalisten, Johannes B. Kerner. Donnerlittchen!

Gemeinsam für diese Delegation der Blödelbarden ist, dass sie allesamt keinen Arsch in der Hose haben. Eine zwingende Eigenschaft um die Interessen des Volkes, zum Wohl der Herrscherklasse, in die Teflonpfanne zu hauen.

Um Selbstverständliches zu fordern, muss man anscheinend zur Garde der "älteren Staatsmänner" gehören, die erst als betagte Rentner den Mut aufbringen, Tacheles zu reden. Nach dem Scheitern der US-Vermittlung im Nahostkonflikt rufen sie nun zu einer Kurskorrektur im Umgang mit Israel auf. Warum nicht schon während ihrer aktiven Zeit? Zu kompliziert? Nein, man darf es eben nicht dem Schwanz überlassen mit dem Hund zu wedeln. So wie das Volk es nicht den Blödelbarden überlassen sollte von ihnen gewedelt zu werden.

FH

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