Freitag, 26. November 2010

Erklärung des afghanischen Widerstandes: Die USA können ihre Niederlage nicht länger verbergen

Das Islamische Emirat Afghanistan
INFORMATION CLEARING HOUSE, 20.11.10

Das Weiße Haus hat den Juli 2011 als Termin für den Beginn des Rückzugs seiner geschlagenen Invasionstruppen aus Afghanistan festgelegt. Um diesen Abzug vor den US-Bürgern und der ganzen Welt zu rechtfertigen, wäre es notwendig gewesen, in Afghanistan möglichst einen bedeutsamen oder wenigstens einen greifbaren Erfolg zu erzielen.

Zu diesem Zweck haben die USA mehr als 150.000 ausländische Soldaten nach Afghanistan entsandt, zusammen mit der gesamten Militärtechnologie, über die sie verfügen. Wegen seiner emotionalen und strategischen Bedeutung haben sich die US-Amerikaner Kandahar als ihr (letztes) Schlachtfeld ausgesucht.

In den letzten neun Monaten haben die US-Amerikaner mit aller Macht versucht, irgendwelche militärischen oder politischen Erfolge in Afghanistan zu erzielen. Sie haben alle verfügbaren Propaganda-Werkzeuge eingesetzt, um einen Keil zwischen die Menschen und die Mudschaheddin zu treiben. Weil es ihnen trotzdem nicht gelungen ist, die Unterstützung der Afghanen zu gewinnen, verwüsten die Eindringlinge jetzt die Felder der Bauern mit willkürlichen Flächenbombardements und begehen Massenmorde an unschuldigen Zivilisten. Damit haben sie Tausende von Familien von ihrem Land und aus ihren Dörfern vertrieben. Aber trotz ihrer Tricksereien und trotz aller Gewalt hat sich die Schlacht um Kandahar mehr und mehr zu Gunsten der Mudschaheddin entwickelt.

Distrikte der Provinz Kandahar (entnommen aus Wikipedia)

Seit Beginn dieser Operationen ist es den Mudschaheddin mit präzisen Kommandounternehmen gelungen, die Nervenzentren der ausländischen Streitkräfte und ihrer afghanischen Marionetten zu treffen und so den ausländischen Invasoren die Initiative zu entreißen. Die Mudschaheddin haben solche Operationen nicht nur in der Stadt Kandahar durchgeführt, sondern auch auf dem in deren Nähe gelegen Flugplatz und in den Distrikten Dand, Arghandab, Zhiri, Panjwaee und Maiwand. (Der britische Generalmajor) Nick Carter, der Chef der barbarischen ausländischen Streitkräfte, konnte den Medien im letzten Monat keine Information über die Operationen der Mudschaheddin geben, weil der Feind weder die militärische Stärke der Mudschaheddin noch deren Hauptbasen kennt. Aus den Erfahrungen bei (den NATO-Operationen) Dagger und Marjah lernend, entwickelten die Mudschaheddin, ganz neue Taktiken, mit deren Hilfe es gelang, die Invasions-Streitkräfte völlig zu demoralisieren. Diese neuen Taktiken sind auch der Hauptgrund dafür, dass die Mudschaheddin die Anzahl ihrer Operationen trotz des einbrechenden Winters nicht verringert haben. Mit diesen neuen Taktiken konnte der militärische Druck auf die ausländischen Eindringlinge in Afghanistan und der von ihren Heimatländern ausgehende Druck bedeutend verstärkt werden.

Der Misserfolg bei der Operation Kandahar war auch der Hauptgrund für die Niederlage der Demokraten Obamas bei den Zwischenwahlen. Wegen dieses Misserfolgs in Kandahar ist auch die Zustimmungsrate für Obama in den USA auf 46 Prozent gesunken, und der Mythos von der militärischen Überlegenheit der USA ist weltweit in Frage gestellt. Auf dem NATO-Gipfel, der ab Freitag in Portugal stattfindet, wird man sich auch darüber unterhalten, wie die wachsenden Verluste der NATO-Streitkräfte eingedämmt werden können.

Obwohl der elfte Monat in Afghanistan schon sehr kalt ist und natürlich alle militärischen Unternehmungen behindert, waren die Mudschaheddin so erfolgreich, dass die Eindringlinge bis Mitte November in Afghanistan nach eigener Zählung schon mindestens 23 Soldaten verloren haben – wobei sie in der Regel 90 Prozent ihrer tatsächlichen Verluste verheimlichen. Zusammenfassend ist festzustellen: Nach neun Jahren Besatzung wird es immer klarer, dass auch diese Invasoren dazu verdammt sind, das gleiche Schicksal wie ihre Vorgänger zu erleiden. Ihre Truppenverstärkungen, ihre neuen Strategien, ihre neuen Generäle, ihre neuen Verhandlungen und ihre verstärkte Propaganda haben ihnen keinen Nutzen gebracht.

Das Islamische Emirat Afghanistan ist der Meinung, dass sich die US-Amerikaner im Lauf der letzten neun Jahre in Afghanistan erschöpft haben und jetzt nicht mehr lange in unserem geliebten Land bleiben werden. Was sie in den letzten Monaten mit ihren damals frischen Truppen nicht geschafft haben, werden sie mit ihren mittlerweile demoralisierten und eingeschüchterten Truppen auch in Kandahar nicht erreichen. Es wird deutlich, dass die US-Amerikaner ihren Misserfolg in Afghanistan nicht mehr allzu lange verbergen können. Deshalb wäre das Weiße Haus gut beraten, nicht länger seine steigenden Verluste zu zählen, sondern einen Rückzugsplan zu entwerfen, um wenigstens die Soldaten zu retten, die noch am Leben sind.


Unser Kommentar

Dass Erklärungen der Führung des afghanischen Widerstandes, den die USA und die NATO immer mit der Taliban-Führung gleichsetzen, ernst zu nehmen sind, hat sich gerade in einer anderen Angelegenheit erwiesen. Immer wieder wurde von US- und NATO-Militärs behauptet, die Taliban stünden so unter Druck, dass sie mit der Karzai-Regierung wegen eines Waffenstillstandes geheime Verhandlungen führten.

Der afghanische Widerstand hat diese Unterstellung wiederholt entschieden zurückgewiesen. Nun hat die NEW YORK TIMES am 23.11.10 einen längeren Artikel veröffentlicht, in dem zugegeben wird, das der "höhere Taliban-Führer", den die NATO selbst aus Pakistan nach Kabul eingeflogen und für seine "Verhandlungsbereitschaft" fürstlich entlohnt hatte, ein simpler Betrüger war.

Deshalb sind alle "Erfolgsmeldungen" der USA und der NATO über angebliche Fortschritte im Kampf gegen die afghanischen Widerstandskämpfer und alle Ankündigungen über einen bald beginnenden Abzug der "siegreichen" ausländischen Truppen aus Afghanistan mit großer Skepsis zu betrachten. Die US- und NATO-Truppen werden nicht als Sieger aus diesem Krieg hervorgehen, sondern sich wie alle Invasoren vor ihnen nach einer vernichtenden Niederlage aus dem Land am Hindukusch zurückziehen müssen.


Übersetzung, Kommentar: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Springer-Vorstandsvorsitzender erklärt uns sein verschisstoides Weltbild

Mowitz
Mathias Döpfner hat auf ein Wort gebeten. Nicht irgendein Wort, sondern bei Leuten seines Kalibers geht es nie unter "dem ewigen Wort". Es blieb nicht bei einem Wort, es wurde ein wahrer Wortschwall, sehr langatmig, bis er am Ende auf den Punkt seines Anliegens kam:
"Der 11. September war das Menetekel eines Heiligen Kriegs gegen unsere westlich-freiheitliche Lebensform. Entweder wir haben die Symbolik des gefallenen World Trade Centers verstanden und nehmen den Kampf an. Oder wir sind verloren".
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Döpfner, und Döpfner war das Wort. Am Anfang schuf Döpfner Welt und Bild. Bild war von Anfang da, das wir gehört haben, das wir gesehen haben mit unsern Augen, das wir beschaut haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort der Erkenntnis. Und nun erklärst Du uns, Döpfner, die Welt, mit einer Klarheit, die ich so von Dir nicht erwartet hatte, ehe die Welt war und du sie wieder in die Gewinnzone brachtest.

Und die Weltbesitzer waren angetan mit einem Kleide, das mit Blut besprengt war; und ihre Namen heißen "WIR DA OBEN". Alle Dinge sind durch sie gemacht, und ohne sie würde nichts gemacht, was gemacht ist. So haben wir doch nur eine BILD und eine DIE WELT, von welchen alle Dinge sind.

Denn durch sie wird alles geschaffen, was in den Köpfen ihrer Leser Einzug hält, das Sichtbare und das Unsichtbare. Ihr Wort gilt dem Wohl der Banken und Konzerne, dem Kapital und den Obrigkeiten; für die Du meinst wir sollten unsere Haut zu Markte tragen. Ein Glücksfall bist Du, oh Döpfner, der Du als Licht in die Welt gekommen bist. Nun endlich sind wir alle WIR und freuen uns schon diebisch auf den Besuch in Deiner Hütte.

Erzähl uns dann wie schnell Du enger Vertrauter der Großaktionärin des Springer-Konzerns, Friede Springer wurdest, die Patin Deines zweiten Sohnes ist. Im Juli 2006 durftest Du ihr für 52.360.000 Euro einen 2 Prozent-Anteil an der Springer AG abkaufen. Dabei erhieltest Du, Döpfner, die 680.000 Aktien zum Vorzugspreis von 77 Euro das Stück, knapp 27 Prozent günstiger als der damalige Aktienwert an der Börse (104,50 Euro) war. Ein günst'ger Kauf, so etwas bleibt mir verwehrt, drum gilt für Dich und nicht für mich, das Wort von Kurt Tucholsky:
Kriege werden viel mehr gemacht, als sie entstehen - wer da mit magischen Geschichten kommt, hat viel zu gewinnen im Kriege - und wenig zu verlieren.
Erzähl mir bitte keine magischen Geschichten. Mich überzeugst Du nicht, ich habe wenig zu verlieren oder zu gewinnen, in Deinem Krieg, während Du viel zu gewinnen hast. Spar Dir also Deine Geschichten für den IGH auf.

Dein Menetekel wurde inszeniert, Döpfner, was glaubst Du wohl von wem? "Was ich da sah und hörte, hat mich fast umgehauen," erklärte Gourley, "und seitdem beschäftige ich mich mit dem 11.9.2001."

FH

Donnerstag, 25. November 2010

Russland einkreisen, China ins Visier nehmen

Diana Johnstone
Die wahre Rolle der NATO in der Gesamtstrategie der Vereinigten Staaten von Amerika

Am 19. und 20. November trafen sich die NATO-Führer in Lissabon zu einem so genannten Gipfel zum Thema „Das strategische Konzept der NATO“. Unter den diskutierten Themen werden eine Reihe von beängstigenden „Bedrohungen“ sein, von Krieg im Cyberspace bis zum Klimawechsel, aber auch so nette Schutzvorkehrungen wie Atomwaffen und das Geschwätz von einer HighTech Maginot-Linie, die angeblich feindliche Raketen mitten in der Luft abfangen kann. Die NATO-Führer werden nicht umhin können, über den Krieg gegen Afghanistan zu reden, diesen endlosen Kreuzzug, der die zivilisierte Welt gegen den schwer fassbaren Alten Mann vom Berge, Hassan i Sabah, vereinigt, den Anführer der Assassinen im elften Jahrhundert, in seiner neuesten Inkarnation als Osama bin Laden. Ganz sicher wird viel über „unsere gemeinsamen Werte“ geredet werden.

Das meiste von dem, was sie besprechen werden, ist Fiktion mit einem Preisschild.

Das, was wirklich auf der Tagesordnung des Gipfeltreffens über das strategische Konzept fehlt, ist eine ernsthafte Diskussion über die Strategie.

Das liegt teilweise daran, dass die NATO selbst über keine Strategie verfügt und auch keine eigene Strategie haben kann. Die NATO ist in Wirklichkeit ein Instrument der Strategie der Vereinigten Staaten von Amerika. Ihr einziges strategisches Konzept ist das von den Vereinigten Staaten von Amerika vorgegebene. Aber sogar das ist ein kaum fassbares Phantom. Amerikanische Führer scheinen eindrucksvollen Posen - „Entschlossenheit zeigen“ - der Definition von Strategien gegenüber den Vorrang zu geben.

Einer, der sich dazu verstieg, Strategie zu definieren, ist Zbigniew Brzezinski, der Pate der afghanischen Mujahidin noch in der Zeit, in der sie benutzt werden konnten, um die Sowjetunion zu vernichten. Brzezinski nahm sich kein Blatt vor den Mund, als er in seinem 1993 erschienenen Buch The Grand Chessboard (Das Große Schachbrett) unverblümt das strategische Ziel der Politik der Vereinigten Staaten von Amerika beschrieb: „Amerikanische Vormachtstellung“. Was die NATO betraf, so beschrieb er diese als eine der Einrichtungen, die dazu diente, die amerikanische Vorherrschaft zu perpetuieren, „indem sie die Vereinigten Staaten von Amerika zu einem entscheidenden Mitspieler sogar bei innereuropäischen Angelegenheiten machte.“ In ihrem „globalen Netzwerk spezialisierter Institutionen“, das natürlich die NATO mit einschließt, üben die Vereinigten Staaten von Amerika die Macht aus durch „anhaltendes Verhandeln, Dialog, Diffusion und das Streben nach formalem Konsens, obwohl diese Macht letztlich von einer einzigen Stelle ausgeht, nämlich Washington, D.C.“

Diese Beschreibung trifft perfekt auf die Lissaboner Konferenz über das „strategische Konzept“ zu. Vorige Woche kündigte der dänische NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen an, dass „wir ziemlich nahe an einem Konsens sind“. Und dieser Konsens wird laut New York Times „wahrscheinlich Präsident Barack Obamas eigener Formulierung entsprechen: in Richtung atomfreie Welt arbeiten, während eine nukleare Abschreckung aufrecht erhalten wird.“

Halt, macht das überhaupt Sinn? Nein, aber das ist es, was den NATO-Konsens ausmacht. Frieden durch Krieg, nukleare Abrüstung durch nukleare Aufrüstung, und über allem die Verteidigung der Mitgliedsstaaten durch die Entsendung von Expeditionstruppen, um die Bewohner weit entfernter Länder wütend zu machen.

Eine Strategie ist nicht ein Konsens, der von Komitees schriftlich formuliert wird.

Die amerikanische Methode des „anhaltenden Verhandelns, Dialogs, Diffusion und Streben nach formalem Konsens“ zermürbt jeden Widerstand, der gelegentlich aufkommen könnte. So waren etwa Deutschland und Frankreich anfänglich gegen die Mitgliedschaft Georgiens in der NATO und gegen den berüchtigten „Raketenabwehrschirm“, die beide als unverblümte Provokationen betrachtet werden, die geeignet sind, einen neuen Rüstungswettlauf mit Russland vom Zaun zu brechen und die erfolgreichen deutschen und französischen Beziehungen zu Moskau ohne nützlichen Grund zu schädigen. Die Vereinigten Staaten von Amerika akzeptieren allerdings kein Nein als Antwort und wiederholen ihre Imperative immer wieder, bis der Widerstand dahinschmilzt. Die eine Ausnahme in letzter Zeit war die Weigerung Frankreichs, bei der Invasion des Irak mitzumachen, worauf die verärgerte Reaktion der Vereinigten Staaten von Amerika die konservative französische herrschende Klasse so einschüchterte, dass sie den pro-amerikanischen Nicolas Sarkozy unterstützte.

Auf der Suche nach „Bedrohungen“ und „Herausforderungen“

Der wahre Kern dessen, was als „strategisches Konzept“ gehandelt wird, wurde zum ersten Mal im Frühjahr 1999 zum Ausdruck gebracht und in die Tat umgesetzt, als die NATO sich über das Internationale Recht, die UNO und ihr eigenes Statut hinwegsetzte und einen aggressiven Krieg außerhalb ihres Verteidigungsbereichs gegen Jugoslawien führte. Dadurch wurde die NATO von einer defensiven zu einer offensiven Allianz. Zehn Jahre später wurde die Patin dieses Krieges Madeleine Albright zur Vorsitzenden der „Expertengruppe“ auserkoren, die einige Monate damit verbrachte, Seminare, Beratungen und Treffen zur Vorbereitung der Lissaboner Tagesordnung zu veranstalten. Herausragende Teilnehmer dieser Treffen waren Lord Peter Levene, Vorsitzender von Lloyd´s of London, dem Versicherungsgiganten, und der ehemalige Vorstand von Royal Dutch Shell, Jeroen van der Veer. Diese Herren aus der herrschenden Klasse sind nun keine wirklichen militärischen Strategen, aber ihre Teilnahme sollte der internationalen Geschäftswelt die Gewissheit vermitteln, dass ihre weltweiten Interessen nicht zu kurz kommen.

Tatsächlich schien ein Bedrohungskatalog, den Rasmussen in einer Rede im letzten Jahr aufzählte, die Vermutung zu bestärken, dass die NATO für die Versicherungswirtschaft arbeitet. Die NATO, so sagte er, sei erforderlich, um mit Piraterie, Cyber-Sicherheit, Klimawechsel, extremen Wetterereignissen wie katastrophalen Stürmen und Überschwemmungen, steigenden Meerespegeln, großen Bevölkerungsbewegungen in bewohnte Gebiete, manchmal über Grenzen hinweg, Wasserknappheit, Trockenheit, sinkender Produktion von Nahrungsmitteln, Erderwärmung, CO2-Emissionen, dem Zurückgehen des arktischen Eises und dem dadurch bedingten Zugang zu bisher unerreichbaren Ressourcen, Treibstoffversorgung und Abhängigkeit von fremden Quellen, etc. umzugehen.

Von den meisten dieser aufgezählten Bedrohungen kann nicht einmal entfernt konstruiert werden, dass sie militärische Lösungen erfordern. Mit Sicherheit sind weder „Schurkenstaaten“ noch „Vorposten der Tyrannei“ noch „internationale Terroristen“ verantwortlich für den Klimawechsel, dennoch präsentiert Rasmussen sie als Herausforderungen für die NATO.

Andererseits können einige Resultate dieser Szenarios, wie etwa Bevölkerungsbewegungen infolge von steigendem Meerespegel oder von Trockenheit in der Tat als Verursacher von Krisen gesehen werden. Der beunruhigende Aspekt dieser Aufzählung liegt genau darin, dass alle derartigen Probleme eifrig von der NATO aufgegriffen werden, da sie angeblich militärische Lösungen erfordern.

Die größte Bedrohung für die NATO ist ihre eigene Überflüssigkeit. Und die Suche nach einem „strategischen Konzept“ ist die Suche nach Vorwänden, um sie am Leben zu erhalten.

Die NATO bedroht die Welt

Während sie selbst nach Bedrohungen sucht, bildet die NATO selbst eine wachsende Bedrohung für die Welt. Die grundlegende Bedrohung ist ihr Beitrag zur Stärkung der von den Vereinigten Staaten von Amerika angeführten Tendenz, Diplomatie und Verhandlungen zugunsten militärischer Gewalt aufzugeben. Das ist klar zu erkennen durch Rasmussens Einbeziehung von Wetterphänomenen in seine Liste der Bedrohungen für die NATO, obwohl diese eigentlich Gegenstand der internationalen Diplomatie und von Verhandlungen sein sollten. Die Gefahr steigt, dass die westliche Diplomatie abstirbt. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben die Latte gelegt: wir sind die Guten, wir haben die Macht, der Rest der Welt muss gehorchen – sonst ... Diplomatie wird verachtet als Schwäche. Das Außenministerium hat schon lange aufgehört, ein Kernbereich der Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika zu sein. Mit seinem riesigen Netzwerk von Militärbasen auf der ganzen Welt, mit Militärattacheés in den Botschaften und zahlreichen Missionen in Klientenstaaten ist das Pentagon unvergleichlich mächtiger und einflussreicher in der Welt als das Außenministerium. Die letzten Außenminister haben weit entfernt davon, nach diplomatischen Alternativen zum Krieg zu suchen, eine führende Rolle gespielt bei der Befürwortung von Krieg an Stelle von Diplomatie, sei es Madeleine Albright auf dem Balkan oder Colin Powell, der mit falschen Teströhren im UN-Sicherheitsrat herumfuchtelte. Die Politik wird definiert vom Nationalen Sicherheitsberater, diversen privat finanzierten Denkfabriken und vom Pentagon, mit Einflüssen aus einem Kongress, der selbst zusammengesetzt ist aus Politikern, die darauf aus sind, Militäraufträge für ihre Wahlsprengel zu ergattern.

Die NATO zieht Washingtons europäische Alliierte den selben Weg hinunter. Gerade wie das Pentagon das Außenministerium ersetzt hat, wird die NATO selbst von den Vereinigten Staaten von Amerika benutzt als möglicher Ersatz für die UNO. Der „Kosovokrieg“ 1999 war ein erster größerer Schritt in diese Richtung. Nachdem Frankreich unter Sarkozy dem NATO-Kommando wieder beigetreten ist, lässt es den traditionell ausgebildeten französischen Außendienst den Bach hinunter gehen und spart bei der zivilen Repräsentanz rund um die Erde. Der Außendienst der Europäischen Union, der jetzt von Lady Ashton geschaffen wird, wird von sich aus über keine politische Linie und keine Autorität verfügen.

Die Trägheit der Bürokratie

Hinter ihren Appellen an „gemeinsame Werte“ wird die NATO in erster Linie von der Trägheit der Bürokratie bewegt. Die Allianz selbst ist eine Ausstülpung des militärisch-industriellen Komplexes der Vereinigten Staaten von Amerika. Sechzig Jahre lang waren militärische Beschaffungen und Verträge mit dem Pentagon eine wichtige Quelle für industrielle Forschung, Profite, Arbeitsplätze, Karrieren im Kongress, sogar für die Finanzierung von Universitäten. Das Wechselspiel dieser unterschiedlichen Interessen führt zur Festlegung einer vorbehaltlosen Strategie der Vereinigten Staaten von Amerika für die Eroberung der Welt.
Ein sich immer weiter ausdehnendes globales Netzwerk von zwischen 800 und 1.000 militärischen Stützpunkten auf fremdem Boden.

Bilaterale Militärabkommen mit Klientenstaaten, welche Ausbildung anbieten, während sie diese verpflichtet, in den Vereinigten Staaten von Amerika hergestellte Waffen zu kaufen und ihre bewaffneten Kräfte neu auszurichten, weg von der nationalen Verteidigung hin zu innerer Sicherheit (das heißt Unterdrückung) und zu möglicher Einbeziehung in die von den Vereinigten Staaten von Amerika geführten Aggressionskriege.

Einsatz dieser engen Beziehungen mit den lokalen Streitkräften zur Beeinflussung der heimischen Politik in schwächeren Staaten.

Ständige militärische Übungen mit Klientenstaaten, die dem Pentagon perfekte Kenntnisse über das militärische Potential dieser Klientenstaaten vermitteln, integrieren diese in die Militärmaschinerie der Vereinigten Staaten von Amerika und halten eine „bereit für den Krieg“-Mentalität aufrecht.

Aufstellung ihres Netzwerks von Stützpunkten, „Alliierten“ und Militärübungen in einer Weise, die bedeutendere Länder, die als potentielle Rivalen betrachtet werden, einkreisen, isolieren, einschüchtern und letztendlich provozieren, besonders Russland und China.
Die vorbehaltlose Strategie der Vereinigten Staaten von Amerika, wie sie aus ihren Aktionen erkennbar ist, ist eine schrittweise militärische Eroberung, um die Weltherrschaft zu sichern. Ein wesentliches Merkmal dieses Welteroberungsprojekts besteht darin, dass es, obwohl tagtäglich extrem aktiv, von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung der Eroberernation so gut wie ignoriert wird, genauso auch von seinen nächststehenden beherrschten Alliierten, das sind die NATO-Staaten. Die endlose Propaganda über „terroristische Bedrohungen“ (die Flöhe auf dem Elefanten) und andere Ablenkungen halten die meisten Amerikaner völlig im Unklaren darüber, was läuft, was umso leichter geht, da Amerikaner fast einmalig ignorant in Sachen Rest der Welt und daher völlig uninteressiert sind. Die Vereinigten Staaten von Amerika könnten ein Land von der Landkarte bombardieren, ehe mehr als ein kleiner Teil der Amerikaner weiß, wo dieses zu finden ist.

Das oberste Ziel der Strategen der Vereinigten Staaten von Amerika, deren Karrieren sich zwischen Denkfabriken, Vorständen, Beratungsfirmen und der Regierung abspielen, liegt viel mehr darin, diesen Riesenmechanismus zu rechtfertigen, als ihn zu steuern. Seit dem Zusammenbruch der „sowjetischen Bedrohung“ haben sich die Politikmacher mit unsichtbaren oder potentiellen Bedrohungen zufrieden gegeben. Die Militärdoktrin der Vereinigten Staaten von Amerika zielt darauf ab, präventiv gegen jeden potentiellen Rivalen der Vereinigten Staaten von Amerika in Sachen Weltherrschaft vorzugehen. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion behält Russland das größte Arsenal außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika und China ist eine schnell wachsende Wirtschaftmacht. Keiner von beiden bedroht die Vereinigten Staaten von Amerika oder Westeuropa. Im Gegenteil, beide sind bereit und willens, sich auf friedliche Geschäfte zu konzentrieren.

Sie sind allerdings zunehmend besorgt über die militärische Einkreisung und die provokanten Militärübungen, die die Vereinigten Staaten von Amerika direkt vor ihren Haustüren abhalten. Diese implizit aggressive Strategie mag den meisten Amerikanern verborgen bleiben, aber die Anführer in den betroffenen Ländern sind sich sehr sicher, dass sie begreifen, was da vor sich geht.

Das Dreieck Russland – Iran – Israel

Zur Zeit ist der hauptsächliche eindeutige „Feind“ der Iran. Washington behauptet, dass der „Raketenabwehrschild“, den es seinen europäischen Alliierten aufzwingt, dazu dient, den Westen gegen den Iran zu verteidigen. Die Russen wiederum erkennen ganz klar, dass der Raketenschild gegen sie selbst gerichtet ist. Zuerst einmal verstehen sie ganz klar, dass der Iran keine derartigen Raketen besitzt und auch keine erkennbaren Motive, diese gegen den Westen einzusetzen. Für alle informierten Analysten ist es völlig klar, dass sogar für den Fall, dass der Iran Atomwaffen und Raketen entwickelt, diese als Abschreckung gegen Israel verstanden würden, die regionale atomare Supermacht, die freie Hand bei Angriffen gegen Nachbarländer hat. Israel will natürlich diese Freiheit nicht verlieren und ist daher naturgemäß gegen eine iranische Abschreckung. Die israelischen Propagandisten schreien laut über die Bedrohung durch den Iran und haben unablässig daran gearbeitet, die NATO mit ihrer Paranoia zu infizieren.

Israel wurde sogar beschrieben als „29. Mitglied der Globalen NATO“. Vertreter Israels haben eine willige Madeleine Albright eifrig bearbeitet, um sicher zu stellen, dass die Interessen Israels im „strategischen Konzept“ berücksichtigt sind. Während der letzten fünf Jahre beteiligten sich Israel und die NATO an gemeinsamen Marinemanövern im Roten Meer und im Mittelmeer, wie auch an Heeresmanövern von Brüssel bis in die Ukraine. Am 16. Oktober 2006 wurde Israel zum ersten nichteuropäischen Land, mit dem ein sogenanntes Abkommen im Rahmen des „Programms der individuellen Kooperation“ mit der NATO betreffend die Kooperation in 27 verschiedenen Bereichen abgeschlossen wurde. Es ist bemerkenswert, dass Israel das einzige Land außerhalb Europas ist, das die Vereinigten Staaten von Amerika in der Zuständigkeit ihres European Command führen (also nicht unter dem Central Command, das den Rest des Mittleren Ostens umfasst).

Auf einem Seminar über die Beziehungen zwischen NATO und Israel in Herzliya am 24. Oktober 2006 sagte die damalige israelische Außenministerin Tzipi Livni, „die Allianz zwischen NATO und Israel ist nur natürlich ... Israel und die NATO teilen eine gemeinsame strategische Vision. In vielfacher Beziehung bildet Israel die Frontlinie zur Verteidigung unseres gemeinsamen Lebensstandards.“

Nicht jeder in den Ländern Europas würde die Ansicht teilen, dass die israelischen Siedlungen im okkupierten Palästina „unseren gemeinsamen Lebensstandard“ wiedergeben. Das ist ohne Zweifel ein Grund, aus dem die sich vertiefende Verbindung zwischen der NATO und Israel nicht die offene Form der NATO-Mitgliedschaft angenommen hat. Besonders nach dem barbarischen Angriff gegen Gaza würde ein derartiger Schritt Widerstand in europäischen Ländern hervorrufen. Nichtsdestotrotz fährt Israel damit fort, sich selbst in die NATO einzuladen, natürlich glühend unterstützt von seinen treuen Anhängern im Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika.

Der hauptsächliche Grund dieser wachsenden Symbiose zwischen Israel und der NATO wurde von Mearsheimer und Walt identifiziert: die energische und mächtige proisraelische Lobby in den Vereinigten Staaten von Amerika. Israelische Lobbies sind auch stark in Frankreich und im Vereinigten Königreich. Enthusiastisch haben sie das Thema Israel als „Frontlinie“ der Verteidigung der „westlichen Werte“ gegen den militanten Islam entwickelt. Die Tatsache, dass der militante Islam weitgehend ein Produkt dieser „Frontlinie“ ist, schafft einen perfekten Teufelskreis.

Israels aggressive Haltung seinen regionalen Nachbarn gegenüber wäre eine ernsthafte Belastung für die NATO und geeignet, diese in Kriege nach dem Ermessen Israels hineinzuziehen, die in keiner Bezeihung im Interesse Europas liegen.

Wie auch immer, ein subtiler strategischer Vorteil liegt in der Verbindung mit Israel, den die Vereinigten Staaten von Amerika zu nutzen scheinen ... gegen Russland. Indem sie sich an die hysterische Theorie der „iranischen Bedrohung“ anhängen, können die Vereinigten Staaten von Amerika weiterhin mit ernster Miene behaupten, dass der geplante Raketenschild gegen den Iran und nicht gegen Russland gerichtet ist. Das wird die Russen natürlich nicht überzeugen. Das kann aber genutzt werden, um ihre Proteste als „paranoid“ erscheinen zu lassen – zumindest in den Ohren der Gläubigen im Westen. Was haben sie denn immer noch zu jammern, wenn wir doch unsere Beziehungen mit Moskau „resetten“ und den russischen Präsidenten zu unserer lustigen Feier des „strategischen Konzepts“ einladen?

Die Russen wissen jedenfalls ganz genau, dass:
Der Raketenschild so konstruiert werden soll, dass er Russland umschließt, welches Raketen besitzt, die es als Abschreckung behält.

Durch die Neutralisierung der russischen Raketen die Vereinigten Staaten von Amerika sich freie Hand verschaffen würden, Russland anzugreifen im Wissen, dass Russland nicht zurückschlagen könnte.

Der Raketenschild, wenn er funktionierte, ungeachtet dessen, was alles gesagt wird, dazu dienen würde, einen Angriff gegen Russland zu erleichtern.
Die Einkreisung Russlands

Die Einkreisung Russlands setzt sich fort im Schwarzen Meer, in der Ostsee und am nördlichen Polarkreis.

Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika fordern weiterhin, dass die Ukraine der NATO beitreten muss. Gerade letzte Woche gab in einem Artikel in der New York Times Zbigniews Sohn Ian J. Brzezinski Obama den Rat, nicht die „Vision“ eines „ganzen, freien und sicheren“ Europa einschließlich der „letztendlichen georgischen und ukrainischen Mitgliedschaft in der NATO und in der Europäischen Union“ aufzugeben. Die Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung der Ukraine gegen eine NATO-Mitgliedschaft ist, spielt keine Rolle. Für den derzeitigen Spross der edlen Brzezinski-Dynastie ist es die Minderheit, die zählt. Die Aufgabe der Vision „untergräbt diejenigen in Georgien und in der Ukraine, die ihre Zukunft in Europa sehen. Sie verstärkt das Streben des Kreml nach einer Einflusssphäre ...“ Die Vorstellung, dass „der Kreml“ eine „Einflusssphäre“ in der Ukraine anstrebt, ist absurd, wenn man die extrem engen historischen Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine bedenkt, deren Hauptstadt Kiew die Wiege des russischen Staates war. Die Rufe der Familie Brzezinski ertönten allerdings aus Galizien, dem Teil der westlichen Ukraine, der einmal zu Polen gehört hat und das Zentrum der antirussischen Minderheit bildet. Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika wird allzu häufig von derartigen Rivalitäten beeinflusst, von denen die überwiegende Mehrheit der Amerikaner nicht die leiseste Ahnung hat.

Das unerbittliche Beharren der Vereinigten Staaten von Amerika auf die Einverleibung der Ukraine geht weiter ungeachtet der Tatsache, dass das die Vertreibung der russischen Schwarzmeerflotte von ihrer Basis auf der Halbinsel Krim bedeuten würde, wo die örtliche Bevölkerung überwiegend russisch spricht und pro-russisch eingestellt ist. Das ist ein Rezept für Krieg gegen Russland, wenn es je ein solches gegeben hat.

Mittlerweile erklären Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika weiterhin auch ihre Unterstützung für Georgien, dessen in Amerika ausgebildeter Präsident offen die Hoffnung äußert, die Unterstützung der NATO für seinen nächsten Krieg gegen Russland zu bekommen. Abgesehen von provokanten Marinemanövern im Schwarzen Meer führen die Vereinigten Staaten von Amerika, NATO und die (noch) Nichtmitglieder der NATO Schweden und Finnland regelmäßig größere militärische Übungen in der Ostsee durch, gewissermaßen in Sichtweite der russischen Städte Sankt Petersburg und Kaliningrad. An diesen Übungen beteiligt sind tausende Soldaten der Bodentruppen, hunderte Flugzeuge einschließlich F-15 Kampfflugzeugen, AWACS und Marinekräfte, darunter der Flugzeugträgerverband Strike Group 12 der Vereinigten Staaten von Amerika, Landungsfahrzeuge und Kriegsschiffe aus einem Dutzend Ländern.

Vielleicht am bedrohlichsten von alledem haben die Vereinigten Staaten von Amerika ständig Kanada und die skandinavischen Staaten (darunter Dänemark via Grönland) in einen militärischen Einsatz einbezogen, der offen gegen Russland gerichtet ist. Der wesentliche Punkt dieses arktischen Einsatzes wurde von Fogh Rasmussen bekannt gegeben, als er unter den „Bedrohungen“, mit denen die Nato fertig werden müsse, die Tatsache erwähnte, dass „das arktische Eis zurück geht, wodurch Ressourcen zugänglich werden, die bisher vom Eis bedeckt waren.“ Man könnte nun meinen, dass dieses Freiwerden von Ressourcen eine Gelegenheit wäre für eine Kooperation, um sie gemeinsam auszubeuten. Aber das ist nicht die offizielle Einstellung der Vereinigten Staaten von Amerika.

Im vergangenen Oktober sagte der Admiral der Vereinigten Staaten von Amerika James G. Stavridis, der NATO-Oberbefehlshaber für Europa, dass globale Erwärmung und ein Wettlauf um Ressourcen zu einem Konflikt in der Arktis führen könnten. Konteradmiral Christopher C. Colvin von der Küstenwache, zuständig für die Küste Alaskas, sagte, dass die russischen Schifffahrtsaktivitäten im arktischen Meer den Vereinigten Staaten von Amerika „besonderes Kopfzerbrechen bereiteten“ und forderte mehr militärische Einrichtungen in der Region. Der geologische Dienst der Vereinigten Staaten von Amerika glaubt, dass in der Arktis bis zu einem Viertel der unentdeckten Weltvorkommen von Erdöl und Erdgas liegen. Gemäß der Seerechtskonvention der UNO aus dem Jahr 1982 hat ein Küstenanrainerstaat Anspruch auf eine Zone von 200 Seemeilen und kann weitere 150 Meilen beanspruchen, wenn er beweist, dass der Meeresboden eine Fortsetzung seines Festlandsockels bildet. Russland erhebt diesen Anspruch und hat ihn geltend gemacht. Nachdem diese den Rest der Welt dazu gedrängt haben, der Konvention beizutreten, hat der Senat der Vereinigten Staaten von Amerika das Abkommen noch immer nicht ratifiziert. Im Januar 2009 erklärte die NATO, dass der „Hohe Norden“ von „strategischem Interesse für die Allianz“ ist, und seither hat die NATO mehrere größere Kriegsspiele abgehalten, ganz klar in Vorbereitung auf einen letztendlichen Konflikt mit Russland über die Ressourcen in der Arktis.

Russland hat seine Verteidigungsstellungen in der Arktis nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion weitgehend abgebaut und hat gefordert, Kompromisse über die Kontrolle der Ressourcen auszuhandeln. Im vergangenen September forderte Ministerpräsident Vladimir Putin gemeinsame Anstrengungen, um das zerbrechliche Ökosystem zu schützen, fremde Investitionen anzuziehen, umweltfreundliche Techniken zu fördern und daran zu arbeiten, dass Konflikte im Rahmen des Internationalen Rechts gelöst werden. Die Vereinigten Staaten von Amerika jedoch ziehen es wie üblich vor, die Angelegenheit dadurch zu regeln, dass sie ihr Gewicht zum Einsatz bringen. Das könnte zu einem neuen Rüstungswettlauf in der Arktis führen und sogar zu bewaffneten Zusammenstößen.

Trotz all dieser provokanten Züge ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Vereinigten Staaten von Amerika den Krieg mit Russland suchen, obwohl Auseinandersetzungen und Zwischenfälle da und dort nicht ausgeschlossen werden können. Die Politik der Vereinigten Staaten von Amerika scheint darin zu bestehen, Russland einzukreisen und in einem Ausmaß einzuschüchtern, dass es den Status eines Halbsatelliten akzeptiert, der es in dem zu erwartenden zukünftigen Konflikt mit China neutralisiert.

Ziel China

Der einzige Grund, gegen China loszugehen, ist wie der sprichwärtliche Grund, den Berg zu besteigen: es ist da. Es ist groß. Und die Vereinigten Staaten von Amerika müssen über allem stehen.

Die Strategie für die Beherrschung Chinas ist die gleiche wie für Russland. Sie besteht in klassischer Kriegsführung: Einkreisung, Belagerung, mehr oder weniger geheimer Unterstützung für innere Unordnung. Beispiele für diese Strategie
In provokanter Weise verstärken die Vereinigten Staaten von Amerika ihre militärische Präsenz entlang der pazifischen Küste Chinas, indem sie den ostasiatischen Ländern „Schutz gegen China“ anbieten.

Während des Kalten Krieges, als Indien seine Waffen von der Sowjetunion bekam und eine blockfreie Haltung einnahm, bewaffneten die Vereinigten Staaten von Amerika Pakistan als seinen wichtigsten Alliierten in der Region. Jetzt verlagern die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Gunst nach Indien, um Indien aus dem Einfluss der Shanghai Cooperation Organization herauszuhalten und es als Gegengewicht zu China aufzubauen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Alliierten unterstützen jede innere Abweichung, die China schwächen könnte, sei es der Dalai Lama, die Uighuren oder Liu Xiaobo, der eingesperrte Dissident.
Der Friedensnobelpreis wurde Liu Xiabao zuerkannt von einem Komitee norwegischer Abgeordneter unter dem Vorsitz von Thorbjorn Jagland, Norwegens Abklatsch von Tony Blair, der als norwegischer Premierminister und Außenminister gedient hatte und einer der hauptsächlichen NATO-Befürworter war. Auf einer von der NATO veranstalteten Konferenz europäischer Parlamentarier im letzten Jahr sagte Jagland: „Wenn wir die Tyrannei nicht aufhalten können, beginnt der Krieg. Aus diesem Grund ist die NATO unverzichtbar. Die NATO ist die einzige multilaterale Militärorganisation, die im internationalen Recht verwurzelt ist. Sie ist eine Organisation, die die UNO benutzen kann, wenn es notwendig ist – um Tyrannei zu stoppen, wie wir es auf dem Balkan getan haben.“ Das ist eine erstaunlich dreiste Verdrehung der Tatsachen, wenn man bedenkt, dass die NATO offen gegen das Internationale Recht und gegen die UNO verstoßen hat, um Krieg auf dem Balkan zu führen – wo es in Wirklichkeit zwar ethnische Konflikte gab, aber keine „Tyrannei“.

Bei der Bekanntgabe der Auswahl von Liu erklärte das norwegische Nobelpreiskomitee unter dem Vorsitz von Jagland, es habe „lange geglaubt, dass eine enge Beziehung zwischen Menschenrechten und Frieden besteht.“ Diese „enge Beziehung“, folgt man der Logik von Jaglands Äußerungen, besteht darin, dass wenn ein fremder Staat die Menschenrechte nicht der westlichen Interpretetion entsprechend respektiert, dieser bombardiert werden könnte, wie die NATO Jugoslawien bombardiert hat. Tatsächlich sind ausgerechnet die Mächte, die den größten Lärm bezüglich „Menschenrechte“ veranstalten, besonders die Vereinigten Staaten von Amerika und das Vereinigte Königreich diejenigen, die die meisten Kriege auf der ganzen Welt führen. Die norwegischen Erklärungen machen klar, dass die Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu (der seine Jugend teilweise in Norwegen verbrachte) in Wirklichkeit eine Förderung der NATO darstellt.

„Demokratien“ als Ersatz für die Vereinten Nationen


Die europäischen Mitglieder der NATO tragen relativ wenig zur militärischen Macht der Vereinigten Staaten von Amerika bei. Ihr Beitrag ist in erster Linie ein politischer. Ihre Mitwirkung hält den Eindruck einer „Internationalen Gemeinschaft“ aufrecht. Die Welteroberung, die von der bürokratischen Trägheit des Pentagon betrieben wird, kann als Kreuzzug der „Demokratien“ der Erde hingestellt werden, um deren erleuchtete politische Ordnung dem Rest einer aufsässigen Welt aufs Auge zu drücken.

Die euro-atlantischen Regierungen erklären ihre „Demokratie“ zur Grundlage ihrer absoluten Berechtigung, sich in die Angelegenheiten des Restes der Welt einzumischen. Auf der Grundlage des Trugschlusses, dass „Menschenrechte notwendig für den Frieden sind“ proklamieren sie ihr Recht, Krieg zu führen.

Eine entscheidende Frage ist, ob die „westliche Demokratie” noch die Kraft hat, diese Kriegsmaschine zu demontieren, ehe es zu spät ist.

Anmerkung: Herzlichen Dank an Rick Rozoff für seine ständige Versorgung mit wichtigen Informationen

Erschienen am 18. November 2010 in > Counterpunch > Artikel"> Artikel

Übersetzung: www.antikrieg.com

Mittwoch, 24. November 2010

Entschließungsantrag des Bundestages: Die Bundesregierung möge noch vor der Wahl das alte Volk durch ein neues ersetzen

Am Freitag soll der Bundestag den sogenannten Haushalt verabschieden, der nach allgemeiner Sprachregelung herrschender Kreise, als Sparhaushalt durch's Dorf getrieben wird. In Wirklichkeit handelt es sich aber um ein erprobtes, strukturelles Gewaltinstrument der Obrigkeit gegen seine Unterschichten. Im Zweifelsfall sind Unterschichtler alle, die nicht zur herrschenden Klasse gehören, Mittelstand inklusive.


Nun hatte sich zur Verabschiedung des Haushaltes das Volk angesagt. Also diejenigen um die es geht. Wollten ihre Meinung zum Ausdruck bringen, und die gewählten Volksvertreter nicht im Unklaren darüber lassen, was ihre Wähler von ihnen erwarteten. Das fanden die Volksvertreter gar nicht gut. Von Sozialprotestlern belästigt werden wollten sie um keinen Preis der Welt. Also ließen sie die Polizei die bereits genehmigte, von linken Gruppen geplante "Belagerung" verbieten. Der Terror lässt grüßen. Ist nun Volksterror, Staatsterror, Kapitalterror, oder gar islamistischer gemeint? Letzterer muss als Begründung ja für alles herhalten, besonders wenn man auf den "inneren Feind" einschlägt. Darin sind sich alle "Terrorexperten" einig.

Und wie es der Terrorzufall so will, macht sich der Bund Deutscher Kriminalbeamter(BDK) für den Einsatz der Bundeswehr im Inland stark.
In der Neuen Osnabrücker Zeitung (Dienstagausgabe) schlug der Verbandsvorsitzende Klaus Jansen vor, »insbesondere auf die Feldjäger der Streitkräfte zurückzugreifen, weil diese auch polizeilich geschult sind«. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) macht ebenfalls für den Inlandseinsatz der Bundeswehr mobil.
Da bin ich aber froh. Abziehende BW-Truppen aus Afghanistan im Einsatz an der Heimatfront. Noch eine gelungene Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des mit dem Umbau der BW beschäftigten ersten Fallmanagers der Agenturfälscherwerkstatt für Arbeitsmarktstatistik, Frank J. Weise.

Das könnten sie glatt hinkriegen. Die Wehrpflicht wurde abgeschafft um den neuen Herausforderungen, als schnelle Eingreiftruppe überall einsetzbar zu sein, gerecht zu werden. Eine nicht ganz unwichtige Herausforderung wird der BW-Einsatz im Inneren sein. Dafür sind Wehrpflichtige ungeeignet. Auf der anderen Seite der Barrikaden könnte der eigene Opa stehen und dem Rekrutenlümmel eine hinter die Löffel hauen. Da ist es viel besser mit einer Berufsarmee. Kommisshirne unter sich. Die fragen nicht, die tun was man ihnen aufträgt. Befehl ist Befehl! Auch den eigenen Opa erschießen. Aber produktiver soll sie sein, die schnelle Eingreifstruppe. Bei dem Sparhaushalt, muss man schließlich überlegen wofür man sein Geld ausgibt.

Und die Union diskutiert jetzt offen die Pressefreiheit einzuschränken. Begründung: Terroralarm. Wozu ist der Terror eigentlich nicht anwendbar? Dabei dachte ich, die Pressefreiheit sei in Deutschland schon lange abgeschafft. Oder meint irgendjemand ernsthaft die Mainstream sei der Beweis dafür, dass hier wirklich Pressefreiheit herrscht? Fragt mal Friede Springer. Dass man von politischer Seite nun so tut als wäre ihr die Panikmache vom ehemaligen Nachrichtenmagazin, Tittenblatt Blöd oder anderen unangenehm, sollte man nicht ernst nehmen. Da werden sich die Bälle zugespielt wie in einem hochklassigen Basketballspiel. Arbeitsteilung halt. Bild und das Tausendundeine Nacht-Magazin als Richtschnur für die Zeit nach Einführung der Pressezensur? Ist doch wirklicht nicht nötig. Die sind es ja schon heute. Daran ändert sich auch nichts.

Wie die weitere Vorgehensweise gegen ein sich aufmüpfig gebendes Volk sein wird, wird das Ergebnis des Entschließungsantrages zeigen. Zieht euch schon mal warm an.

FH

cc Gegenmeinung

Dienstag, 23. November 2010

Center for 9/11 Studies hat NIST in einem gerichtlichen Verfahren zur Herausgabe beweiskräftiger Videos und Fotos gezwungen

Das wenig bekannte International Center for 9/11 Studies hat das National Institute of Standards and Technology / NIST in einem gerichtlichen Verfahren zur Herausgabe
beweiskräftiger Videos und Fotos vom Einsturz der WTC-Gebäude gezwungen

Von Eli Rika
9/11 Truth Organization, 06.11.10

Im Laufe des letzten Jahrhunderts wurden die erstaunlichsten Entdeckungen historischer Zeugnisse menschlichen Tuns häufig unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel von erfahrenen Forschern gemacht. Von der Ausgrabung der Ruhestätte des Pharaos Tutanchamun bis zum Aufspüren der gesunkenen "Titanic" erforderten fantastische Funde immer einen gewaltigen finanziellen und personellen Einsatz unter besonders qualifizierter Leitung. Wie konnte es also im letzten Monat gelingen, diesen Berg "bisher nicht veröffentlichter" Videofilme und Bilder, den das National Institute of Standards and Technology / NIST zur Untersuchung des Einsturzes der Türme des World Trade Centers / WTC benutzt hat, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen? War das etwa das Werk eines milliardenschweren Abenteurers? Nicht ganz! Wir verdanken diesen Zugang dem wenig bekannten, keineswegs in Geld schwimmenden International Center for 9/11 Studies (dem Internationalen Zentrum für Studien zu den Anschlägen am 11. September 2001, ), dessen hartnäckige Bemühungen endlich Früchte getragen haben.

Das International Center for 9/11 Studies wurde 2008 von seinem Direktor James Gourley, einem Rechtsanwalt aus Texas, gegründet, der die Ereignisse am 11.9. zu hinterfragen begann, nachdem er eine Präsentation des (US-Professors für Theologie) David Ray Griffin gesehen hatte, die der US-TV-Sender C-SPAN verbreitete.

"Was ich da sah und hörte, hat mich fast umgehauen," erklärte Gourley, "und seitdem beschäftige ich mich mit dem 11.9.2001."


Staubwolke und herausgeschleudertes Objekt
nach einer Explosion in einem WTC-Turm


Um ein besseres Verständnis der Anschläge am 11.9. und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen tragischen Ereignissen zu fördern, bildete Gourley mit befreundeten Kollegen ein kleines Team – mit dem der Physik-Lehrer David Chandler, dem Aktivisten Dr. Graeme MacQueen und Justin Keogh, dem technischen Chef-Sachverständigen des International Centers. Das Center unterhält auch partnerschaftliche Verbindungen zu anderen wichtigen Forschern (die sich mit dem 11.9. befassen); dazu gehören u. a. der Physiker Steven Jones und der Chemiker Niels Harrit.

Seit seiner Gründung hat das Center grundlegenden Anteil an der technischen Analyse der Zerstörung des WTC gehabt. Gourley, der sich selbst mit chemischer Verfahrenstechnik befasst hat, ist Mitverfasser mehrerer Artikel, die Beweise dafür erbrachten, dass die Zwillingstürme und das Gebäude 7 des WTC durch kontrollierte Sprengungen zum Einsturz gebracht wurden. Seine Kritik an der die offizielle Erklärung stützenden Theorie des Herrn Zdenek Bazant, die Gebäude seien durch den wachsenden Druck nach und nach zusammenbrechender Stockwerke eingestürzt, wurde sogar als Einzelbeitrag in einer Artikelreihe zur Einsturzursache aufgenommen, die das Mainstream-Magazin Journal of Engineering Mechanics (s. http://911blogger.com/node/18196 ) veröffentlicht hat. Beiträge Gourleys wurden auch in wissenschaftlichen Fachzeitschriften abgedruckt – neben einem Artikel über den Sprengstoff Nanothermit, der im WTC-Staub entdeckte wurde (s. http://www.ae911truth.net/store/product_info.php?cPath=27&products_id=107 ) und ursprünglich im Bentham Open Chemical Physics Journal erschienen ist. Außerdem arbeitete das Center mit den Architects & Engineers for 9/11 Truth, den Scholars for 9/11 Truth and Justice und anderen Wissenschaftlern und Ingenieuren zusammen, um innerhalb von drei Wochen mit einem 26-seitigen Kommentar auf den NIST WTC 7 Draft Report reagieren zu können. (s. dazu http://wtc.nist.gov/medi /WTC7RevisedTechnicalBriefing111908.pdf; zur weiteren Information empfehlen wir zusätzlich http://wtc.nist.gov/pubs/factsheets/faqs_8_2006.htm und http://wtc.nist.gov/pubs/NISTNCSTAR1Draft.pdf )

Einsicht in die Dokumente, die das NIST für seine WTC-Untersuchungen auswertete, war nicht so einfach zu erhalten. Unter Berufung auf den Freedom of Information Act / FOIA richtete das Center am 26. Januar 2009 eine Anfrage an das NIST, in der die Offenlegung "aller Fotos und Videos" gefordert wurde, die das Institut bei seinen Untersuchungen zum Einsturz der WTC-Gebäude gesammelt, überprüft, ausgewertet oder auf andere Weise verwendet hat. Zunächst ignorierte das NIST die Anfrage einfach und wies dann monatelang alle Bitten des Centers um Einsichtnahme zurück. Schließlich reichte Gourley am 28. Mai 2009 eine Klage ein, um doch noch die Freigabe der Bilddokumente zu erwirken. Seither hat das NIST dem Center in regelmäßigen Abständen Fotos und Videos aus seinen Archiven zukommen lassen. Bis heute hat das Center mehr als 300 DVDs und mehrere externe Festplatten mit Infos zu den NIST-Berichten erhalten – mit mehr als drei Terabytes (drei Billionen) Daten – und das NIST hat angekündigt, dass noch weitere Dokumente folgen werden.

Bisher konnte des Center erst einen geringen Teil der Bilddokumente der Cumulus Database, einer Sammlung von mehr als 6.500 Videosequenzen, analysieren, die das NIST von Anwohnern, Einsendern und Medien erhalten hat, die am 11. September 2001 in New York City gefilmt haben. Obwohl das Center bisher nur einen kleinen Bruchteil dieses riesigen Archivs durchsehen konnte, wurden bereits mehrere bemerkenswerte Videosequenzen entdeckt und online gestellt.

In einer beunruhigenden Videosequenz berichten zwei Feuerwehrmänner, die gerade aus einem der Zwillingstürme entkommen konnten, dass es in dem Gebäude sekundäre Explosionen gab, welche die Eingangshalle zusammenbrechen ließen. Ein Feuerwehrmann ist so über die Explosionen erschrocken, dass er sagt: "Es könnte noch mehr (Explosionen) geben. Jedes dieser Gebäude könnte auseinander fliegen." In den offiziellen Berichten über die Ereignisse wurden die Aussagen von mehr als hundert Zeugen unterschlagen, die Explosionen gesehen und/oder gehört haben.

Die Freigabe dieses Videos am 6. Oktober 2010 stieß auf so viel Interesse, dass die Aufrufe laut Google Trends regelrecht hochschossen.

In einer anderen Videosequenz hört man eine dumpfe Explosion kurz bevor das WTC-Gebäude 7 einstürzt.

Eines der mysteriösesten Videodokumente der Sammlung zeigt eine Staubwolke und ein großes Objekt, das aus dem Fenster eines Turmes einige Stockwerke unter der Einschlagstelle des Jets geschleudert wird. "Die Größe und die Geschwindigkeit des herausgeschleuderten Objekts zeigt, dass es durch eine Explosion dazu gekommen sein muss," sagte Gourley nach der Prüfung des Videos.

Mehrere Videosequenzen wurden nachweislich manipuliert. Auch das erregte Gourleys
Verdacht. Auf einem Video vom Einsturz des WTC-Gebäudes 7 fehlt der Zusammenbruch des Penthauses. In einer anderen Sequenz, die mit dem Einsturz des WTC-Gebäudes 7 beginnt, fehlt zunächst der Ton, setzt aber nach dem Einsturz plötzlich wieder ein.

Auf einem Video, das nach dem Zusammenbruch der Zwillingstürme aufgenommen wurde,
ist Michael Hess, der Chefanwalt der Stadt New York, zu sehen, der aus der 8. Etage des WTC-Gebäudes 7 um Hilfe ruft. Diese Sequenz bestätigt eine Aussage des ehemaligen stellvertretenden Chefs der Katastrophenschutzes der Stadt New York Barry Jennings; er berichtete, Hess und er seien auf der 8. Etage eingeschlossen gewesen, weil eine Explosion innerhalb des Gebäudes das Treppenhaus unter ihnen zerstört habe.

Das Center bereitet weitere Videosequenzen zum Download für Interessierte vor und verlangt vom NIST die Übergabe weiterer Dokumente, die ihm bisher noch vorenthalten werden. Helfer des Zentrums analysierten auch ein Computermodell zum Einsturz des WTCGebäudes 7, das NIST ungern herausgab, um nachzuprüfen, ob die in der NIST-Untersuchung verwendeten Parameter wissenschaftlich haltbar sind. David Chandler will ein technisches Gutachten mit einer ausführlichen Analyse der Bilddokumente erstellen und per Video verbreiten. Justin Keogh bietet auf seiner Website zusätzliches Material für alle an, die bei der Auswertung der riesigen Menge schriftlicher Dokumente zur WTC-Katastrophe helfen wollen.

Inzwischen sind die Cumulus-Videos, die einen Umfang von rund 86 Gigabytes haben, online verfügbar, und Anleitungen zum Download sind hier aufzurufen. Allein diese Sammlung ist so umfangreich, dass sie das Center mit seinen begrenzten Möglichkeiten nicht allein in einer vertretbaren Zeit analysieren kann. Viele Stunden Video-Material müssen noch gründlich überprüft werden. Auf den ersten Blick scheint der gegenwärtige Mangel an verwertbaren Quellen noch enttäuschend zu sein, aber dieses Dilemma können unabhängige Forscher, technische Fachleute und andere Interessierte beseitigen helfen, indem sie unter den Bilddokumenten selbst nach neuen Beweisen suchen.

"Je mehr Menschen sich das Material anschauen, desto schneller kommen wir vorwärts," meinte Gourley; als er gefragt wurde, ob er Hilfe gebrauchen könne, antwortete er: "Wir könnten ja noch weitere sensationelle Entdeckungen machen, werden das aber erst wissen, wenn wir alles gesichtet haben." Die internationale Aufmerksamkeit, die einige Videosequenzen jetzt schon erregt haben, lässt vermuten, dass sich noch mehr beweiskräftige Funde in den Schlagzeilen rund um die Welt niederschlagen könnten.

Der große Schatz, den das International Center for 9/11 Studies mit so viel Einsatz gehoben hat, wartet sehnsüchtig auf einige gute Männer und Frauen, die ihn gründlich durchsuchen, um Informationen aufzustöbern, die uns jahrelang vorenthalten wurden. Jede/r mit einem Internetzugang hat jetzt die Möglichkeit, Entdeckungen zu machen, die mithelfen können, den Opfern dieses schicksalhaften Tages vor mehr als neun Jahren endlich Gerechtigkeit widerfahren lassen.

(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und empfehlen unseren Lesern dringend, wirklich alle Zusatzinformationen und Video-Dokumente unter den angegeben Links aufzurufen und sich nach Möglichkeit an der Auswertung der Dokumente zu beteiligen.)

Übersetzung, Quelle: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Mehr zum Thema:

Nachtwandler: AE911Truth: EXKLUSIVES INTERVIEW mit Physiker Jeff Farrer

Montag, 22. November 2010

Verschisstoide Runde und ihr selbstgemachtes Braune

Mowitz
Gestern traf sich eine hochkarätige Terrorrunde bei "Et kütt wie et kütt, et hät noch immer jot jejange", Anne Will, das Schneewittchen im Personalbestand des Märchensenders ARD. Es ging mal wieder, wie sollte es anders sein in diesen Tagen, um den Terror, der immer noch nicht im Land der "Dichter und Denker", oder wie böse Zungen es hin und wieder verunglimpfend nennen, das "Land der Richter und Henker", angekommen ist.

Bei arte lief bereits seit 20.15 Uhr "Stalingrad", ein Film, der das Gemetzel eines Krieges, ganz unheroisch, aus der Perspektive armer Frontschweine schilderte. In einer Szene des Schlachtens und Mordens, wurde ein Soldat mit dem Ruf, "weiter, du verteidigst deine Heimat hier", zum Weiterschlachten angespornt. Worauf die treffende Bemerkung eines der Antihelden war: "Muss ich deswegen 2000 km von der Heimat entfernt, in ein fremdes Land einfallen?"

Das war noch zuzeiten als Deutschland zu einem Land der "Richter und Henker" pervertiert war. Die Hoffnung, dies dürfe nie wieder passieren, löst sich langsam wieder nur in Wohlgefallen auf.

Da sitzt auf einem der Märchenstühle bei Anne Will, der Cheferzähler vom deutschen Tausendundeine Nacht-Magazin, Georg Mascolo, und belobhudelt den bereits aus dem Kollektivgedächtnis verschwundenen Peter Struck, für seinen markigen Spruch: „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“ Der Hindukusch liegt etwa 5000 km von Berlin entfernt. Ein Fortschritt mit 3000 km, könnte man meinen. Der Chefredakteur Mascolo vom Tausendundeine Nacht-Magazin, setzte aber noch einen drauf. "Die Terroristen," so sagte er sinngemäß - gemeint waren die anderen - "greifen mit ihren Terroranschlägen stets unschuldige Zivilisten an, richten sich gegen den 'Weichkörper' unserer Gesellschaft." Tosender Beifall der im Studio befindlichen Claqueure. Die merkten gar nicht, als er fünf Minuten später die Drohnen erwähnte, die genau das tun was er anprangert. Die töten eben nicht nur Kämpfer der Taliban oder Al Quaidas, sondern jede Menge afghanischer und pakistanischer Zivilpersonen. Wenn sich sogar der vom Westen eingesetzte Heroinkönig von Kabul, Karzai, veranlasst sieht, die NATO aufzufordern, die Mordattacken auf Hochzeitsgesellschaften, doch bitteschön sein zu lassen, muss der NATO-Terror in Afghanistan erschreckende Ausmaße angenommen haben, über die laut Anweisung von Chefredakteuren und Medienbesitzern an die unteren Ebenen ihrer Redaktionen, nicht berichtet werden darf. Wäre zwar der journalistischen Sorgfalt und Wahrheitsfindung dienlich, würde aber den Interessen der Medienbesitzer zuwiderlaufen. Wozu ziert man die Titelblätter denn mit nackten Brüsten, Puffgeschichten und Nonsens sonst? In einer Spaßgesellschaft muss die Quote stimmen - die Einnahmequote.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Zivile Opfer durch Luftangriffe der NATO in Afghanistan und Pakistan übersteigen mit Sicherheit die Opfer kämpfender Taliban. Allein bei dem im vorigen Jahr vom Oberst Klein angeforderten Luftangriff der NATO-Truppe auf zwei von den Taliban entführte Tanklastwagen wurden über 140 Menschen getötet. Der weit überwiegende Teil Zivilisten und Kinder. Die 'Weichteile' der afghanischen Gesellschaft.

Zur Erweiterung des intellektuellen Habitus der Märchengesellschaft hatte man auch Melody Sucharewicz, eine als PR-Beraterin für Israel arbeitende Israelin, mit deutschem Hintergrund, in die Runde geschickt. Mit einstudiertem Tunnelblick schilderte sie das "Leben mit dem Terror" in Israel, "das Taxi kostete 20 Schekel", wobei die Mut machenden Kopfnickereien der übrigen Märchenwesire immer schneller, heftiger und zustimmender wurden. Es erinnerte mich irgendwie an Verona Feldbusch wenn sie über die Vorzüge des BH:s für ältere Damen, die unter Brustsausen leiden, referiert. Israel als Opfer von Hamas und Hisbollah, das hätte man sich doch denken können. Die Botschaft ist angekommen, meine lieben VERschissten, um es mal entspannter mit einer neuen Wortschöpfung von Marvin zu sagen.

Als ganz freier, nur der Wahrheit und seinem Gewissen verpflichtete Journalist, hatte man den Irak-Krieg-Unterstützer und ehemals leitenden Funktionär in der Presseabteilung einer deutschen Großbank, Don Franklin Jordan, angeworben. Nach Berichten "gut informierter" Kreise, soll der Mensch seit 40 Jahren in Deutschland leben. Nun ja, er hatte dem deutschen Publikum wichtiges mitzuteilen. In gebrochenem Deutsch, die vierzig Jahre Integration haben keine nachhaltigen Spuren hinterlassen, teilte er der schaudernden Runde mit, als er in Köln in den Flieger stieg, stand eine verdächtige Tüte am Eingang des Flugzeugs. Nein, kein Sicherheitsbeamter, eine Tüüüte! Sprachliches Kauderwelsch ausgeschlossen. Vom Piloten dort abgestellt!! In den USA wäre so etwas undenkbar. Die Menschen dort hätten das sofort bemerkt und gemeldet!!!

Das sollten wir den armen US-Amerikanern auch nicht verdenken. Bei 16 Geheimdiensten, die an die 100 Milliarden Dollar jährlich verschlucken, und dennoch gekaperte Passagiermaschinen stundenlang im US-amerikanischen Luftraum unbehelligt lassen, ist erhöhte Wachsamkeit beim Bodenpersonal angesagt. Und noch etwas herzergreifendes hatte Don Vito Corleone Franklin Jordan uns zu berichten. Die neue Strategie der anderen Terroristen sei, die Kriege der hiesigen Terroristen, mit geringem Aufwand, z.B. Hosenbomberpäckchen, noch teurer zu machen. Unerhört für den ehemaligen Spitzenfunktionär einer Großdeutschen Bank.

Der finanzielle Niedergang des Imperiums, ein teuflischer Plan der hierzulande noch immer nicht gesichteten Taliban und Al Quaida, die aber, nach gut unterbauten Recherchen, als nützliche Idioten, das Geschäft der USA betreiben. Dabei fließen die Gewinne der vom westlichen Vorturner inszenierten Kriege in die Taschen westlicher Rüstungsindustrien und von Herstellern allschöner technischer Spielereien, wie beispielsweise Nacktscanner.
Die werden hergestellt von Rapiscan Systems, einer Firma, die von der Chertoff-Gruppe repräsentiert wird. Die Chertoff-Gruppe ist Michael Chertoff, ein Bürger mit doppelter, israelisch-amerikanischer Staatsbürgerschaft, der 2005 vom Hampelmann-Präsidenten George W. Bush zum Minister für Heimatland-Sicherheit bestellt wurde. Die Transportation Security Administration (TSA – Behörde für Transportsicherheit) nutzte Obamas wirtschaftlichen Anreiz, den American Recovery and Reinvestment Act, um 150 Rapiscan-Geräte zu kaufen. Viel größere Einkäufe werden vorbereitet.
Der ehemalige und der amtierende Innenminster der "gottogott-spiel-mir-den-Ball-zu" Runde, dürften mit der Kümmernis, die ihnen in Wort und Antlitz entsprang, ihre Parteien um ein, zwei Pünktchen nach oben gepusht haben. Es stehen Wahlen vor der Tür! Die Manipulateure der freien Presse setzen zur Aufholjagd an.

Übrigens, in dem eingangs erwähnten Film "Stalingrad" gab es auch schöne Szenen. Eine davon war, als ein "Feldgeistlicher", so heißen sie wohl, den Frontschweinen durch eine furiose Predigt, die tiefere Bedeutung des Koppels erläuterte. Auf dem stand nämlich "Gott mit uns", was die verdammten Bolschewiken nicht hatten. "Also, immer daran denken", so wörtlich in der Filmszene, "ihr seid nie allein". Das christliche Abendland halt, mit all seiner Aufklärung. Das war noch während des echten Faschismus. Nur, wo liegt der Unterschied zum heutigen VERschissmus?

FH

Samstag, 20. November 2010

Regierungsamtliche Blockwartgesinnung will Bevölkerungskontrolle total

Mowitz
Die Abrüstung sozialer Wohlstandsgesellschaften in Europa, zugunsten militärischer und geheimdienstlicher Aufrüstung, muss den Menschen irgendwie nahegebracht werden. Die gehen sowieso schon europaweit auf die Straßen, streiken und verleihen ihrer Wut darüber Ausdruck, dass sie zur Kasse gebeten werden für das, was die Herrscher des Geldes uns eingebrockt haben und auch weiterhin einbrocken werden. Zur Beruhigung der Gemüter im Inneren hat man sich für die Strategie des Terrors entschieden. Viel Terror! Zumindest die Ankündigung desselben. Bleibt er aus, wird man ihm Beine machen und íhn zielgerecht einsetzen. Schließlich kann man es nicht nur bei aufgeheizten Blockwartansprachen belassen.

Cartoon: Ursula Behr
Der Text auf Ursula Behrs Bild, den ich wegen besserer Lesbarkeit unten abdrucke, sagt uns wohin die Reise heute wieder geht. Diesmal nicht nur in Deutschland. Man gibt sich ja global. Als neues Schreckgespenst dienen die Moslems, anstelle der Juden. Das ist der einzige Unterschied. Sinti und Roma hat man behalten, Sozialisten und Kommunisten sowieso. Die letzteren waren seit eh und je der größte Albtraum unruhig schlafender Kapitalisten und werden noch immer als ihre gefährlichsten Feinde angesehen. In Lateinamerika bekämpfen die USA, aber auch Deutschland mit seinen Parteistiftungen, seinem Einfluss in der EU und mit viel Geld sozialistische Freiheitsbewegungen bis aufs Messer, wenn sie versuchen die Wirtschaft an die Bedürfnisse der Menschen auszurichten und nicht am Gewinnmaximierungsprinzip einiger weniger Spekulanten.
Reise ins Dritte Reich

Es gibt Schriftsteller, die können sich viel vorstellen. Aber dass sie einmal nicht dabei sind, das können sie sich nicht vorstellen. In vielen Läden der Literatur herrscht heute großer Rumor, die Chefs nehmen das Inventar auf und blasen den Staub von den alten Stücken. »Frollein, da müssen doch noch ein paar nationale Sachen am Lager sein ... « Das Fräulein kramt sie hervor; wenn man sie etwas abputzt, sind sie noch wie neu, und bald wird – keine Sorge, ihre Lieben! – frische Ware hereinkommen. »Wir haben das nämlich immer geführt.« Nur nicht isoliert bleiben! Ein guter Bankier geht jeden Tag zur Börse, das ist das halbe Leben.

Kerle wie Mussolini oder der Gefreite Hitler leben nicht so sehr von ihrer eignen Stärke wie von der Charakterlosigkeit ihrer Gegner.

Um mich herum verspüre ich ein leises Wandern. Sie rüsten zur Reise ins Dritte Reich. Kurt Tucholsky
Der Rassismus und damit die Zuweisung potenzieller Sündenböcke in Deutschland, nimmt inzwischen, offen und unverhüllt, beängstigende Formen an. Man muss nicht länger mit einem Schleier seine wahren Absichten verhüllen. So sicher ist man sich, dass die Saat des Rassismus, bei der Plünderung von Mensch und Natur, aufgeht. Ehrhart Körting, ein kaum über Berlin hinaus bekannter S?PD Innensenator in Berlin, sowie zwischen 1992 und 1997 Vizepräsident am Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin, fordert nun die Bevölkerung dazu auf,
"seltsam aussehende Menschen", "die nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen", bei den Behörden zu melden:

„Wenn wir in der Nachbarschaft irgendetwas wahrnehmen, dass da plötzlich drei etwas seltsam aussehende Menschen eingezogen sind, die sich nie blicken lassen oder ähnlich, und die nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen, dann sollte man glaube ich schon mal gucken, dass man die Behörden unterrichtet, was da los ist.“
Bei Richtern von diesem Schrot und Korn, versteht man auch, warum das schwerste aller internationalen Verbrechen, der Angriffskrieg, nie die wirklich Schuldigen vor ein unabhängiges Gericht stellt.
“Einen Angriffskrieg zu entfesseln ist nicht nur internationales Verbrechen, es ist das schwerste internationale Verbrechen, das sich von anderen Kriegsverbrechen dadurch unterscheidet, dass es das gesamte Übel des Ganzen umfasst.”
Nicht nur Sachsensumpf-Blockwart Will Thomas de Maizière die Früchte des Rassismus und der Angstverbreitung ernten? Schon springen Politiker aus der zweiten, dritten Reihe auf den Zug auf. Das war zu erwarten. Schon seit langer Zeit. Nicht erst seit Sarrazin. Die Wahlaussichten sehen für die S?PD in Berlin erfreulicherweise gar nicht gut aus. Die Linke und ihre Wähler sollten sich als Koalitionspartner der S?PD in Berlin mal gelegentlich fragen: "Wer ist eigentlich noch der politische Gegner, wenn man solche Freunde hat?"

Derweil beschließt die NATO in Lissabon, die Aufrechterhaltung ihres weltweiten, neokolonialen Terrors, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, unverdrossen weiterzuführen. Nur dem Lehrling im Auswärtigen Amt , unserem spätdekadenten Guido, fiel das nicht auf. Er verkündete freudestrahlend vor der Presse, dass dies die gelungene deutsche Abrüstungsvision sei. Donnerlittchen, dabei durfte nur das abgenickt werden was die USA ihren Vasallen zum Abnicken vorgelgt hatten. "Mit den zukünftigen Konflikten, die ständig erwähnt werden, sind künftige Kriege gemeint, für die der bereits neun Jahre andauernde bewaffnete Konflikt in Afghanistan nur eine Vorbereitung ist."

So viel zum Terror.

FH

Donnerstag, 18. November 2010

Wie lange darf Merkel noch?


Während IM, „Ich bitte alle Bürger, Verdächtiges zu melden“, Blockwart Thomas de Maizière, alle naselang die Rebublik unsicher quatscht, „sehr geehrte Damen und Herren, Ihnen ist bekannt, dass die Bundessicherheitsbehörden seit geraumer Zeit von einer stärkeren Bedrohungslage durch den internationalen Terrorismus ausgehen“, freut sich die Entenmutter im Kanzleramt schon auf den Erhalt der „Freiheitsmedaille“ der Vereinigten Staaten. Um die hat sie sich auch redlich, mit ausdauernder Fahnenschwenkerei im Hinter(n)hof der USA, verdient gemacht. Neben NWO-Verkünder, George Bush sen., wird auch „es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen“, Warren E. Buffet, samt anderen, sich um Kapitalismus und Krieg verdient gemachte Personen, diese Auszeichnung verliehen. Damit findet Merkels Triumphmarsch in eine illustre, ehrenwerte Gesellschaft, seinen vorläufigen Höhepunkt.

Der Medaillenverein zeichnete sich schon in der Vergangenheit durch „herausragende“ Mitglieder aus. So haben unter anderem „Helmut, du bist ein Amerikaner“, Kohl, „das Rückgrat ist bei manchen Politikern unterentwickelt - vielleicht weil es sowenig benutzt wird“, Margaret Thatcher, und Massenlügner, „der Irak besitzt chemische und biologische Waffen. Seine Raketen sind binnen 45 Minuten einsatzbereit“, Tony Blair, diese Auszeichnung erhalten, auf die die Welt verzichten könnte.

Merkel knüpft nahtlos an die Tradition des Vereins an, prädestiniert sie geradezu für eine Vollmitgliedschaft bei den Freiheitsmedaillisten. Ihre Bilanz kann sich durchaus sehen lassen. Die böswilligen Verleumdungen, sie führe nicht, sei gar eine Zauderin, sind allein dem demokratischen Umstand geschuldet, Befehle, Wünsche und Vorlieben ihrer Auftraggeber aus den Häusern Springer, Bertelsmann, sowie dem übrigen Groß- und Finanzkapital, einzuholen und zu bündeln. Derartig demokratische Prozesse nehmen Zeit in Anspruch, sind aber alternativlos, denn ihre Auftraggeber wollen mitgenommen werden, wenn es um die Umsetzung ihrer Vorgaben geht.

So blieben die Banken ungeschoren, als sie das Finanzsystem gegen die Wand fuhren, das Verursacherprinzip konnte mit Erfolg ausgesetzt werden. Zahlmeister waren wieder einmal nur die unteren Einkommensschichten. Ein ehemals solidarisches Sozialsystem wurde, ohne viel Aufheben, in die Mülltonne gekloppt. Kopfpauschale in Cent und Euro eingeführt, die Pharmaindustrie so gut bedient, wie die Atommafia. Auch verbleibt in der BRD die Steuerhinterziehung weiterhin ein lukratives Geschäft. Zumindest für diejenigen die es sich leisten können. Für die Großen der Branche sind sie nicht mit nennenswerten Risiken verbunden.

Der Ehrungen nicht genug. Kohl wird jetzt auch noch Briefmarke. Nun dürfen alle, ob sie es wünschen oder nicht, den Dicken von hinten ablecken um ihm damit Halt auf Postkarten und Briefen zu verleihen. Vergessen und vergeben die Gepflogenheiten seiner korrupten Partei, die bei Kohls eisernem Schweigen, wer denn seinerzeit die Spender, am Fiskus und den internen Kassen vorbei, gewesen seien. Alsbald konnte sie sich wieder als moralische Leitkulturinstanz gerieren. Die Kontinuität der gekauften Republik, spätestens seit den 1980er Jahren mit der Flick-Affäre für alle sichtbar, die nicht wegsehen wollten, ist und bleibt gewährleistet.
„Die Kanzlerin und ihre Minister müssen nur noch umsetzen, was sie auf dem Parteitag beschlossen haben. An den Koalitionspartnern FDP und CSU wird das sicher nicht scheitern,“
schleimt der, sich schon immer der Pressefreiheit für die reichsten Deutschen verpflichtete Hugo Müller Vogg, in Friede Springers Frontjournaille. „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“, erkannte bereits Paul Sethe. Inzwischen dürften es höchstens noch ein Dutzend sein.

Demokratische, vom Kapital gekaufte Prozesse, wie Stuttgart21, sind unumkehrbar, lässt Merkel verlauten und gibt sich plötzlich kämpferisch. Ihr politisches Überleben hängt an einem seidenen Faden. Sie hat zu liefern was ihr aufgetragen wird. Daran lassen ihre Auftraggeber keinen Zweifel. Daran werden sich auch ihre Nachfolger messen lassen müssen - wenn ihnen das Volk keinen Strich durch die Rechnung macht. Sollte sich der Volkszorn von Duckmäusern zu einem Volkszorn selbstbewusster Bürger entwickeln, wäre auch der Spuk gekaufter Demokratien überwindbar.

FH

Mittwoch, 17. November 2010

Gespräche mit Fidel Castro: Die Gefahr eines Atomkrieges


by Michel Chossudovsky and Fidel Castro Ruz
Global Research, November 16, 2010

Einleitende Anmerkung

Vom 12. bis zum 15. Oktober 2010 führte ich in Havanna umfangreiche und ausführliche Gespräche mit Fidel Castro bezüglich der Gefahr eines Atomkriegs, der weltweiten Wirtschaftskrise und des Charakters der Neuen Weltordnung. Diese Gespräche führten zu einem ergiebigen Interview über verschiedene Themen.

Im Mittelpunkt des ersten Teils dieses durch Global Research und CubaDebate veröffentlichten Interviews stand die Gefahr eines Atomkriegs.

Die Welt steht an einem gefährlichen Scheideweg. Wir haben einen entscheidenden kritischen Punkt in unserer Geschichte erreicht.

Das Interview mit Fidel Castro bietet eine Interpretation der Natur des modernen Krieges: Wenn eine militärische Operation gegen die Islamische Republik Iran begonnen würde, könnten die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten einen konventionellen Krieg nicht gewinnen und es wäre möglich, dass jener Krieg zu einem Atomkriegs ausarten würde.

Die Details der jetzigen Kriegsvorbereitungen bezüglich des Irans sind der Öffentlichkeit gegenüber verheimlicht worden.

„Wie kann man den teuflischen und absurden Vorschlag der Regierung der Vereinigten Staaten, dass die Verwendung der Atomwaffen gegen den Iran `die Welt in einen sichereren Ort verwandeln würde´, bekämpfen?“

Einer der von Fidel Castro während des Interviews formulierten Grundbegriffe ist die „Ideenschlacht“. Der kubanische Revolutionsführer ist der Meinung, dass nur eine großartige `Ideenschlacht´ den Verlauf der Weltgeschichte ändern könnte. Das Ziel besteht darin, das Undenkbare zu vermeiden, und zwar einen Atomkrieg, der das Leben auf dem Planeten zu zerstören droht.

Die korporativen Medien sind mit bestimmten Handlungen an der Tarnung beteiligt. Die verheerenden Folgen eines Atomkriegs werden heruntergespielt oder nicht erwähnt. Unter diesen Umständen muss die Botschaft von Fidel gehört werden; alle Völker des Planeten, überall im Inland und im Ausland, müssen die Ernsthaftigkeit der jetzigen Situation begreifen und energisch auf allen Ebenen der Gesellschaft agieren, um den Verlauf der Geschehnisse umzukehren.

Die „Ideenschlacht“ ist Teil eines revolutionären Prozesses. Angesichts dieses Meeres der Desinformation ist Fidel Castro entschieden, das Wort weit und breit zu verbreiten, die weltweite Öffentlichkeit zu informieren, „das Unmögliche möglich zu machen“, um ein militärisches Abenteuer zu vermeiden, welches im wahren Sinne des Wortes die Zukunft der Menschheit bedroht.

Wenn ein Krieg unter der Schirmherrschaft der Vereinigten Staaten mit der Zustimmung und der Bewilligung der weltweiten Institutionen und der höchsten Autorität, den Vereinten Nationen miteinbezogen, zu einem „Friedensinstrument“ wird, dann gibt es keine Rückkehr mehr: die menschliche Gesellschaft hat sich unverrückbar zu ihrer Selbstzerstörung in den Abgrund gestürzt.

Die von Fidel geförderte „Ideenschlacht“ muss zu einer weltweiten Bewegung werden. Die Völker müssen sich gegen diese teuflische militärische Agenda einsetzen.

Dieser Krieg kann verhindert werden, wenn die Völker ihre Regierungen und ihre gewählten Vertreter unter Druck setzen, wenn die Menschen sich auf örtlicher Ebene in Dörfern und Städten organisieren, wenn sie das Wort verbreiten, ihre Mitbürger über die Folgen eines thermonuklearen Krieges informieren und wenn sie Debatten und einen Gedankenaustausch mit den Streitkräften beginnen.

Eine Massenbewegung der Völker, die die Legitimität des Krieges energisch bezweifelnd herausfordert, ist erforderlich; eine Massenbewegung der Völker, die den Krieg unter Strafe stellt.

In seiner Rede vom 15. Oktober hat Fidel Castro die Welt vor der Gefahr eines Atomkriegs gewarnt: „Es würde zivile Nebenschäden geben, so behaupten die führenden US-amerikanischen Politiker und Militärs immer, um den Tod unschuldiger Menschen zu rechtfertigen. In einem Atomkrieg wäre der „zivile Nebenschaden“ das Leben der gesamten Menschheit. Seien wir so mutig zu verkünden, dass alle konventionellen oder atomaren Waffen, alles, was dazu dient, den Krieg zu führen, verschwinden müssen!“

Die „Ideenschlacht“ besteht darin, den Kriegsverbrechern, die hohe Posten innehaben, eine Schlacht zu liefern, um den von den Vereinigten Staaten zugunsten eines weltweiten Krieges angeführten Konsens zu brechen, um die Denkweise von hunderten von Millionen Menschen zu verändern, um die Atomwaffen abzuschaffen. Im Wesentlichen besteht der „Ideenkampf“ darin, die Wahrheit wiederherzustellen und das Fundament einer friedlichen Welt zu etablieren.

Michel Chossudovsky, Global Research, Montreal

Gedenktag, 11. November 2010

„Die Vereinigten Staaten würden den konventionellen Krieg verlieren und der Atomkrieg ist für Niemand eine Alternative. Andererseits, würde der Atomkrieg unvermeidlich zu einem globalen Atomkrieg werden.“

„Ich denke, dass niemand auf der Welt das Aussterben der Menschheit will. Deswegen bin ich der Meinung, dass nicht nur die Atomwaffen, sondern auch die konventionellen Waffen verschwinden müssen. Man muss allen Völkern ohne Unterschied Friedensgarantien anbieten.“

„Im Fall eines Atomkriegs würde die gesamte Menschheit der Nebenschaden sein! Wir müssen soviel Mut haben, zu verkünden, dass alle atomaren und konventionellen Waffen, alles, was dazu dient, den Krieg zu machen, verschwinden müssen!“

„Es geht darum, zu fordern, dass die Welt nicht zu einer Atomkatastrophe geführt wird, es geht darum, das Leben zu bewahren.“

Fidel Castro Ruz, Oktober 2010


Gespräche



Michel Chossudovsky: Ich fühle mich sehr geehrt, die Möglichkeit zu diesem Meinungsaustausch, zu diesem Gespräch über so grundlegende Fragen zu haben, die die gesamte menschliche Gesellschaft betreffen. Jenes Grundwissen, das Sie in Ihren letzten Texten bezüglich der Bedrohung für den Homo sapiens vorgelegt haben, ist meines Erachtens von grundlegender Bedeutung. Worin bestehen jene Bedrohung, jene Gefahr eines Atomkrieges und jene Bedrohung für die Menschen, für den Homo sapiens?

Comandante Fidel Castro Ruz: Seit recht geraumer Zeit, – ich würde sagen, seit Jahren – aber besonders seit einigen Monaten, begann ich, Sorge bezüglich des nahen Bevorstehens eines gefährlichen und möglichen Krieges zu hegen, der sehr schnell zu einem Atomkrieg werden würde.

Vorher hatte ich meine Anstrengungen auf die Analyse des kapitalistischen Systems an sich und der Methoden konzentriert, die die imperiale Tyrannei der Menschheit aufgezwungen hat. Die Vereinigten Staaten wenden auf die Welt die Verletzungen der elementarsten Rechte an.

Während des Kalten Krieges wurde weder über den Krieg noch über die Atomwaffen gesprochen; man sprach von einem scheinbaren Frieden, das heißt dass dieser zwischen der UdSSR und den Vereinigten Staaten durch das berühmte MAD abgesichert war, d.h. die „abgesicherte gegenseitige Vernichtung“. Es schien so, als ob die Welt die Wonnen eines unbeschränkt langen Friedens genießen würde.






Michel Chossudovsky
: ... Jene Vorstellung der „gegenseitigen Zerstörung“ hat mit dem Ende des Kalten Krieges aufgehört und anschließend wurde die atomare Doktrin umformuliert, denn wir haben während des Kalten Krieges niemals wirklich an einen Atomkrieg gedacht. Nun gut, es gab eine offensichtliche Gefahr, – wie es sogar Robert McNamara zu einem bestimmten Zeitpunkt gesagt hat... Aber nach dem Kalten Krieg wurde begonnen, die atomare Doktrin umzuformulieren, besonders nach dem 11. September.

Comandante Fidel Castro Ruz: Sie fragten mich, wann wir die drohende Gefahr des Atomkriegs zu merken begannen. Dies fing in der Zeitspanne an, die ich Ihnen gerade sagte, vor kaum sechs Monaten. Vor allem war die Versenkung des Cheonan während eines militärischen Manövers eine der Sachen, die uns am merkwürdigsten bezüglich der Kriegsgefahr aufgefallen ist. Es war das Flaggschiff des südkoreanischen Flottenverbandes, äuβerst hoch entwickelt. Es war in jenen Tagen, dass wir den Artikel von jenem Journalisten in Global Research fanden, der eine klare und wahrhaftig kohärente Information über die Versenkung des Cheonan enthielt, und aufzeigte, dass es nicht das Werk eines mehr als 60 Jahre alten, in der UdSSR gebauten, mit alter Technologie ausgerüsteten Unterseebootes sein konnte, denn während eines Manövers zusammen mit den modernsten Schiffen der Vereinigten Staaten bräuchte das Cheonan keine hoch entwickelten Geräte, um es zu entdecken.

Die Provokation gegen die Demokratische Republik Korea kam jetzt zu unseren alten Sorgen bezüglich einer Aggression gegen den Iran hinzu. Wir verfolgten sehr nah den politischen Prozess jenes Landes. Wir wussten genau, was dort in den 50er Jahren geschah, als der Iran das Eigentum der British Petroleum im Land verstaatlich hat, die sich damals Anglo Persian Oil Company nannte.

Die Bedrohungen gegen den Iran sind aus meiner Sicht nach im Monat Juni imminent geworden, und zwar mit der Resolution 1929 vom 9. Juni 2010, in dem der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen den Iran wegen der vorgenommenen Forschungen und der Produktion kleiner Mengen von 20% angereichertem Uran verurteilt und dieses Land als eine Bedrohung für die Welt angeklagt hat. Bei dieser Sitzung wird die Stellungsnahme jedes Mitglieds des Sicherheitsrates dargelegt: 12 Ja-Stimmen, darunter die 5 mit Vetorecht; 1 Enthaltung und 2 dagegen. Diese waren Brasilien und die Türkei. Nachdem dieser Beschluss gefasst worden war, die aggressivste von allen Resolutionen, kreuzten unverzüglich den Suezkanal ein US-amerikanischer Flugzeugträger in einer Kampfgruppe und ein Atom-U-Boot, mit der Kooperation seitens der ägyptischen Regierung. Seeeinheiten aus Israel fahren ebenfalls in Richtung des Persischen Golfes und der Iran nahe liegenden Meere.

Die von den Vereinigten Staaten und ihren NATO-Verbündeten verhängte Sanktion gegen Iran ist völlig übermäßig und ungerecht. Ich kann nicht verstehen, warum Russland und China nicht ihr Veto gegen die Resolution 1929 des UN-Sicherheitsrates eingelegt haben. Meiner Meinung nach hat das die politische Situation noch äußerst verschärft und bringt die Welt bis an dem Rand eines Krieges.

Ich erinnerte mich an die Vorgeschichte der israelitischen Angriffe auf die arabischen Atom-Forschungszentren. Zuerst griffen sie das von Irak im Juni 1981 an und zerstörten es. Sie baten niemand um Genehmigung. Sie sprachen mit niemandem. Sie griffen sie an und die Iraker mussten den Schlag ertragen.

Im Jahr 2007 wiederholte sich diese Operation gegen ein Forschungszentrum, das Syrien in Bau hatte. Es gibt etwas bei dieser Episode, was ich wirklich nicht gut verstehe: Für mich ist die Taktik nicht klar; wie dem auch sei, oder die Gründe, aus denen Syrien den israelischen Angriff gegen dieses Forschungszentrum nicht anzeigte, in dem unbestreitbar etwas vorgenommen wurde, indem sie an einer Sache arbeiteten, über die bekannt ist, dass sie Hilfe von Nordkorea erhielten. Das ist legal. Sie haben keine Fehler begangen.

Ich sage es hier mit aller Offenheit, dass ich nicht verstehe, warum es nicht angezeigt wurde; weil es aus meiner Sicht wichtig gewesen wäre, das anzuprangern. Es sind zwei wichtige Präzedenzfälle.

Es gibt meiner Meinung nach viel mehr Gründe, um zu denken, dass sie dasselbe mit dem Iran zu tun versuchen werden: Die Zerstörung seiner Forschungszentren oder der Energieerzeugungs-einrichtungen. Wie man weiß, ist der Uranrückstand der Energieerzeugung Rohstoff für das Plutonium.


Michel Chossudovsky: Es ist wahr, dass diese Resolution des Sicherheitsrates das Programm für militärische Zusammenarbeit, das Russland und China mit Iran haben, bis zu einem gewissen Punkt außer Kraft setzt. Besonders Russland hat eine Zusammenarbeit mit dem Flugabwehr-System durch sein S-300 System.

Ich erinnere mich daran, dass Russlands Außenminister gleich nach der mit dem Aval von China und Russland getroffenen Entscheidung des Sicherheitsrates sagte: „Also, wir haben diese Resolution nicht angenommen und das wird unsere militärische Zusammenarbeit mit dem Iran nicht auflösen“. Das war im Juni. Doch einige Monate später bestätigte die Moskauer Regierung, dass diese militärische Zusammenarbeit eingefroren werden wird. Auf diese Weise ist Iran jetzt in einer äußerst kritischen Situation, weil das Land die russische Technologie braucht, um seine Sicherheit beziehungsweise seine Flugabwehr zu bewahren.

Aber ich denke, dass alle Drohungen an Russland und China bezwecken, dass diese beiden Länder sich aus der Iran-Frage heraushalten. Das bedeutet, dass, wenn es einen Krieg gegen den Iran geben würde, die anderen Mächte, d. h. China und Russland, auf keinen Fall eingreifen würden. Sie würden ihre militärische Zusammenarbeit einfrieren und so ist dies ein Weg, den Krieg in dem Mittleren Osten zu verlängern, ohne dass es eine Konfrontation mit China oder Russland gibt. Meiner Ansicht nach sieht die Situation im Moment ungefähr so aus.

An verschiedenen Grenzen gibt es vielfache Drohungen gegenüber Russland und China. Die Tatsache, dass die chinesischen Grenzen militarisiert sind – das Meer im Süden von China, das Gelbe Meer, die Grenze zu Afghanistan, die Meeresenge von Taiwan ebenfalls – ist gewissermaßen eine Drohung, um China und Russland davon zu überzeugen, nicht eine Rolle als Macht der weltweiten Geopolitik zu spielen und das Terrain bzw. den Konsens auch für einen Krieg im Iran vorzubereiten. Dieser Krieg würde unter den Umständen einer Schwächung des Flugabwehr-Systems vonstatten gehen. Es gibt einen englischen Ausdruck, - a sitting duck - der leichte Beute heißt. Iran ist eine leichte Beute in Bezug auf seine Möglichkeiten, sich im Bereich seines Flugabwehr-Systems zu verteidigen, ...

Comandante Fidel Castro Ruz: Meiner bescheidenen, gelassenen Meinung nach hätte diese Resolution mit Veto belegt werden müssen. Meines Erachtens hat das die ganze Situation in verschiedenen Sinnen erschwert.

In einem militärischen Sinn, bezüglich dessen, was sie, zum Beispiel, in Bezug auf die vorhandene Verpflichtung und den unterzeichneten Vertrag für die Lieferung der S-300 Waffen an Iran anführen. Diese sind in erster Linie sehr effiziente Flugabwehrwaffen.

Es gibt andere Sachen in Bezug auf Brennstofflieferungen, die sehr wichtig für China sind, weil es das Land ist, das wirtschaftlich am schnellsten wächst. Seine wachsende Wirtschaft verursacht eine zunehmende Öl- und Gas-Nachfrage. Obwohl es Übereinkommen mit Russland für die Erdöl- und Gasversorgung gibt, entwickeln sie auch die Windenergie und andere Formen der erneuerbaren Energie; sie verfügen über riesige Kohlereserven; die Atomenergie wird kein großes Wachstum zu verzeichnen haben, dieses wird über viele Jahre nur um die 5% betragen; das heißt, dass der Bedarf der chinesischen Wirtschaft an Erdöl und Gas sehr hoch ist, und ich begreife nicht, wie eigentlich diese Energie gewonnen werden kann und zu welchen Kosten, wenn das Land dort, wo sie wichtige Investitionen haben, diese von den Vereinigten Staaten zerstört werden. Aber das schlimmste Risiko ist ein Krieg dieser Art im Iran. Iran ist ein muslimisches Land, das über Millionen von trainierten und stark motivierten Kämpfern verfügt.

Es gibt Dutzende von Millionen von Menschen die in Ausbildung stehen, sie werden trainiert und politisch gelehrt, Männer und Frauen, Millionen trainierter Kämpfer, die entschlossen sind zu sterben. Es sind Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen werden und die nicht gewaltsam geändert werden können. Auf der anderen Seite sind die Afghanen - sie werden gerade von den unbemannten Flugzeug ermordet -, es wären auch die Pakistaner, die Iraker, die zwischen ein und zwei Millionen ihrer Landsleute als Folge des von Bush erfundenen antiterroristischen Krieges sterben gesehen haben. Ein Krieg gegen die muslimische Welt kann nicht gewonnen werden, es ist ein außergewöhnlicher Wahnsinn.

Michel Chossudovsky: Es ist wahr, die konventionellen Kräfte sind riesig. Sie können von einem Tag auf den anderen mehrere Millionen Mann mobilisieren und sie sind an der Grenze zum Irak, sind an der Grenze zu Afghanistan, und auch wenn es einen Blitzkrieg gäbe, können die Vereinigten Staaten einen konventionellen Krieg in der Nähe ihrer militärischen Stützpunkte in jener Region nicht verhindern.

Comandante Fidel Castro Ruz: Aber die Sache ist, dass sie jenen konventionellen Krieg verlieren würden. Das Problem besteht darin, dass niemand einen konventionellen Krieg gegen Millionen von Menschen gewinnen kann, sie werden nicht ihre Volksmassen, auch nicht das ganze Land an einem Ort konzentrieren, damit die US-Amerikaner sie umbringen können.

Also, ich war Guerilla-Kämpfer und ich erinnere mich daran, dass ich viel darüber nachdenken musste, wie wir die uns zur Verfügung stehenden Kräfte anwenden würden, und ich hätte nie den Fehler begangen sie zu konzentrieren, denn je mehr die Kräfte konzentriert sind, desto größer werden die von den Massenvernichtungswaffen verursachten Verluste sein. ...



Von links nach rechts: Michel Chossudovsky, Randy Alonso Falcon, Fidel Castro Ruz

Michel Chossudovsky: Sie haben das schon vorher gesagt, dass die Frage sehr wichtig war, dass in der Entscheidung von China und Russland im Sicherheitsrat, in ihrer Unterstützung für den Beschluss 1929, der Schaden auf sie zurückfällt, denn erstens kann, Russland keine Waffen exportieren, sodass die wichtigste Deviseneinnahme von Russland schon eingefroren ist. Iran war einer der wichtigsten Kunden oder Käufer von russischen Waffen, und das war eine wichtige Deviseneinnahme, die die Konsum-orientierte Wirtschaft und die Bedürfnisse der Bevölkerung stützen.

Und andererseits benötigt China seinen Zugang zur Energie, den Sie erwähnt haben, eigentlich die Tatsache, dass China und Russland den Konsens im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen akzeptiert haben, ist, als ob sie gesagt hätten: „Wir akzeptieren, dass Sie unsere Wirtschaft kaputt machen, in gewisser Weise, unsere Handelsabkommen, die wir mit einem dritten Land haben“. Das ist sehr schlimm, weil es nicht nur der Schaden für den Iran ist, sondern auch für diese beiden Länder und ich darf wohl annehmen – obwohl ich kein Politiker bin - dass es äußerst große Trennungen in der Regierung sowohl von Russland sowie als von China gibt, damit dies so geschehen ist, damit Russland akzeptiert, nicht sein Veto im Sicherheitsrat einzulegen.

Mir wurde gesagt, ich habe mich auch mit russischen Journalisten unterhalten, dass es kein Konsens von der Regierung als solche war, es war eine Richtlinie. Aber es gibt Leute in der Regierung, die einen anderen Standpunkt bezüglich der Interessen von Russland und seines Verhaltens im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen haben.

Wie sehen Sie es?

Comandante Fidel Castro Ruz: Wie ich die ganze Situation allgemein sehe? Die Alternative im Iran – ich werde es so ausdrücken - die Vereinigten Staaten würden den konventionellen Krieg verlieren und der Atomkrieg ist für Niemand eine Alternative.

Andererseits, würde der Atomkrieg unvermeidlich zu einem globalen Atomkrieg werden. Daher die Gefährlichkeit, die meiner Meinung nach die aktuelle Situation im Irak besitzt, unter Berücksichtigung der Gründe, die Sie jetzt äußern und vieler anderer Angaben, die mich zu der Schlussfolgerung bringen, dass der Krieg zu einem atomaren werden würde.


Dreharbeiten der Botshaft von Fidel am 15. Oktober. Von links nach rechts: Fidel Castro, Fernsehteam, Michel Chossudovsky, Randy Alonso Falcon


Michel Chossudovsky: Das heißt, da die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten unfähig sind, den konventionellen Krieg zu gewinnen, werden sie die Atomwaffen benutzen, aber sie werden auch diesen Krieg nicht gewinnen können, weil wir alles verlieren werden.

Comandante Fidel Castro Ruz: Alle würden ihn verlieren, es ist ein Krieg, den wir alle verlieren würden. Was würde Russland gewinnen, wenn dort ein Atomkrieg ausgelöst wird? Was würde China gewinnen? Welchen Charakter würde dieser Krieg haben? Wie würde die Welt reagieren? Welche Auswirkung würde der Krieg auf die Weltwirtschaft haben? Sie haben das an der Universität erklärt, als Sie über das vom Pentagon ausgearbeitete zentrale Abwehrsystem gesprochen haben. Es sieht wie Sciencefiction aus, es sieht auf keinen Fall wie der letzte Weltkrieg aus. Das andere ist sehr wichtig, der Versuch, die Atomwaffen in konventionelle strategische Waffen zu verwandeln.

Darüber habe ich heute am 13. Oktober, in einer Agenturmeldung gelesen, dass die Einwohner von Hiroshima und Nagasaki energische Proteste wegen der von den Vereinigten Staaten gerade durchgeführten subkritischen Atomtests eingelegt haben. Es wird subkritischer Atomtest genannt, denn es bedeutet die Benutzung von Atomwaffen ohne die ganze Energie, die mit der kritischen Masse erreicht werden kann, zu entfalten.

Sie besagt: „Empörung in Hiroshima und Nagasaki wegen einem Atomtest von den Vereinigten Staaten“. ...

„Die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki, die am Ende des Zweiten Weltkriegs einen Atomangriff erlitten haben, beklagten heute den von den Vereinigten Staaten im vergangenen September gemachten Atomtest. Diese Probe nennt man subkritisch, weil sie keine atomaren Kettenreaktionen auslöst.

Der Atomtest, der erste dieser Art in diesem Land seit 2006, fand am 15. September in einem Zentrum von Nevada, in den Vereinigten Staaten statt. Das wurde offiziell durch das Energieministerium dieses Landes bestätigt, berichtete die Tageszeitung Japan Times.“

Was hat diese Tageszeitung geschrieben?

„Ich beklage es sehr, weil ich erwartet hatte, dass Präsident Barack Obama die Führerschaft bei der Beseitigung von Atomwaffen übernehmen würde“, erklärte heute der regierende Bürgermeister von Nagasaki, Hodo Nakamura auf einer Pressekonferenz.

Dann kommt eine ganze Reihe Nachrichten hierüber.

„Der Test hat auch Proteste unter den Einwohnern von Hiroshima und Nagasaki hervorgerufen, auch den von einigen Überlebenden der Atombomben, die beide Städte im August 1945 verwüstet haben.“

„Wir können eine Handlung seitens der Vereinigten Staaten nicht tolerieren, die das Versprechen von Präsident Barack Obama zu einer Welt ohne Atomwaffen überzugehen, verraten, sagte Yukio Yoshioka, stellvertretender Direktor vom Rat der Atombombenopfer von Hiroshima.

„Die Regierung erklärte, dass sie nicht die Absicht habe zu protestieren.“ Sie überlässt den Protest gesellschaftlichen Organisationen und sagt schließlich: „Hiermit belaufen sich die subkritischen Atomtest auf 26, die von den Vereinigten Staaten seit Juli 1997 durchgeführt wurden, als der erste gemacht wurde.“

Nun sagt er:

„Washington vertritt die Meinung, dass diese Tests das Atomteststopp-Abkommen, CTBT, nicht verletzen, da diese keine Kettenreaktionen auslösen, weshalb sie keine Atomenergie freigeben und man sie als Laborproben ansehen kann.“

Die Vereinigten Staaten sagen, dass sie solche Tests durchführen müssen, „weil sie notwendig sind, um die Sicherheit ihres Atomarsenals zu sichern“, das heißt, da wir über große Atomarsenale verfügen, tun wir das, um mehr Sicherheit zu haben.

Michel Chossudovsky: Kommen wir zur Frage der Bedrohung des Iran zurück, denn Sie sagten, dass die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten einen konventionellen Krieg nicht gewinnen können. Das ist wahr, aber die Atomwaffe könnte als eine Alternative zu einem konventionellen Krieg benutzt werden, und dies ist ohne Zweifel eine Bedrohung für die Menschheit, wie Sie es in Ihren Schriften unterstrichen haben.

Die Frage, die mir vor allem Sorgen bereitet, ist die, dass sich nach dem Kalten Krieg ein Bild von der Atomwaffe in humanitärer Gestalt entwickelt hat, indem man sagt, sie sei eigentlich keine gefährliche Waffe, sie schade den Zivilpersonen nicht, aber irgendwie hat man das Etikett der Atomwaffe geändert. Deshalb unterscheidet sich die Atomwaffe nach ihren Kriterien nicht von der konventionellen Waffe, und in den militärischen Richtlinien sagt man sogar, dass die taktische Atomwaffe eine Waffe sei, die für Zivilisten keine Schäden bewirkt.

Also könnte es sogar so eine Situation geben, in der diejenigen, die die Entscheidung treffen, Iran mit der Atomwaffe anzugreifen, nicht zu begreifen in der Lage sind, was für Konsequenzen das nicht nur für den Mittleren Osten, für Zentralasien, sondern auch für die gesamte Menschheit haben wird, denn sie werden sagen: „Na gut, nach unseren Kriterien unterscheidet sich diese Atomwaffe von jener des Kalten Krieges, also können wir sie gegen Iran als eine Waffe einsetzen, die die weltweite Sicherheit gewährleistet.“

Wie sehen Sie das? Das ist äußerst gefährlich, weil sie an ihre eigene Propaganda glauben. Das ist eine interne Propaganda innerhalb der Streitkräfte, innerhalb des politischen Apparats.

Als die Geheimdokumente über die taktische Atomwaffe in den Jahren 2002 und 2003 freigegeben wurden, sagte sogar Senator Edward Kennedy damals, dass auf diese Weise die Grenzen zwischen den konventionellen Waffen und der Atomwaffe verwischt würden. Genau dort sind wir gelandet, wir leben in einer Zeit, wo die Atomwaffe nicht von der Kalaschnikow unterschieden wird, ich übertreibe, aber das ist gewissermaßen ein Teil ihres „Werkzeugkastens“ ¨ – das ist das Wort, das sie dafür benutzen „Werkzeugkasten“ – und dort wird die Art der Bewaffnung ausgewählt, die benutzt werden soll, sodass die Atomwaffe durchaus auf einem konventionellen Kriegsschauplatz verwendet werden könnte, was uns zum Undenkbaren führen würde, und zwar zu einem regionalen nuklearen Szenarium, aber auch zu jenen Auswirkungen, die das auf dem gesamten Planeten haben könnte.

Comandante Fidel Castro Ruz: Ich hörte, was Sie am Runden Tisch (Mesa Redonda) betont haben, dass solche, für die nächsten Nachbarn des Einsatzgebietes angeblich harmlose Waffen, eine Schlagkraft von einem Drittel bis zum Sechsfachen der in Hiroshima verwendeten Bombe haben können. Heute ist ganz genau bekannt, was für Schaden diese Waffe anrichten kann, eine einzige Bombe tötete sofort 100.000 Menschen. Stellen sie sich vor, dass eine Bombe sechs Mal die Kraft jener hätte, oder die doppelte, oder die gleiche Kraft, oder 30% jenes Potentials. Das ist absurd.

Auch, was Sie in der Universität über den Versuch sagten, sie als eine humanitäre Waffe darzustellen, die auch den Truppen bei Operationen zur Verfügung stehen könnte. Das würde bedeuten, dass zu einem gewissen Zeitpunkt dem Kommandanten des Operationsgebietes die Verfügungsgewalt über diese Waffe erteilt werden könnte, weil sie wirksamer als die anderen ist, was dann gemäß den militärischen Doktrinen und der Ausbildung, die er an den Militärakademien erhalten hat, seine Pflicht wäre.

Michel Chossudovsky: In dem Sinne denke ich nicht, dass die Atomwaffe ohne die Befürwortung, sagen wir des Pentagons und der Kommandozentrale, verwendet wird; wohl aber, meine ich, könnte sie ohne die Einwilligung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, der ja zugleich Oberbefehlshabers der Streitkräfte ist, eingesetzt werden, das heißt, dass es sich nicht um die gleiche Logik wie im Kalten Krieg handelt, wo es ein rotes Telefon gab und…

Comandante Fidel Castro Ruz: Professor, ich verstehe, was Sie bezüglich der Befugnis der obersten Behörde des Pentagons zur Verwendung jener Waffe sagen, und es scheint mir richtig, dass Sie diese Erläuterung machen, damit man sie nicht dafür verantwortlich macht, die Gefahr jener Waffe zu übertreiben.

Aber sehen Sie mal, nachdem man die Gegensätze und die Diskussionen zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und dem Pentagon kennt, hat man eigentlich keine Zweifel daran, welche die Entscheidung des Pentagons wäre, wenn der Chef des Schauplatzes der Ereignisse die Verwendung jener Waffe beantragt, weil er sie für notwendig oder unumgänglich hält.

Michel Chossudovsky: Es gibt meiner Meinung nach noch einen weiteren Aspekt, und zwar, dass heute die Ausbreitung von Atomwaffen auf mehrere europäische Länder erfolgt, die Mitglied der NATO sind, und die Atombombe als taktische Waffe in diese Ausbreitung einbegriffen ist, das sind Länder wie die Türkei, Italien, Deutschland, Belgien, Holland. Auf diese Weise gibt es viele dieser kleinen Atombomben sehr nah am Kriegsschauplatz, und auf der anderen Seite ist Israel.

Allerdings glaube ich nicht, dass Israel auf eigene Faust einen Krieg beginnen wird, das ist unter dem Gesichtspunkt der Strategie und der Entscheidung unmöglich. Im modernen Krieg, mit der Zentralisierung des Kommunikationssystems, der Logistik und all dem, wird es um eine zentralisierte Entscheidung gehen. Aber Israel könnte dann handeln, wenn die Vereinigten Staaten grünes Licht geben, und Israel den ersten Angriff macht. Das liegt nicht außerhalb des Möglichen, obwohl es einige Analytiker gibt, die sagen, der Krieg gegen Iran wird im Libanon und in Syrien mit einem konventionellen Grenzkrieg beginnen, und das wird dann als Vorwand für die Eskalierung der militärischen Operationen benutzt.

Comandante Fidel Castro Ruz: Gestern, d.h. am 13. Oktober, hat eine große Menschenmenge Ahmadinejad im Libanon als Nationalhelden jenes Land empfangen. Ich las das heute Morgen in einer Meldung.

Außerdem weiß man um die Besorgnis Israels bezüglich der Tatsache, dass die Libanesen sehr kämpferische Menschen sind. Sie verfügen über drei Mal so viel reaktive Geschosse wie im vorangegangenen Israel-Libanon-Konflikt. Das bereitet Israel große Sorgen, weil sie – so behaupten die israelischen Techniker – die Luftwaffe brauchen, um jene Waffen zu bekämpfen. Sie sagen, sie können Iran nur eine bestimmte Anzahl von Stunden, aber nicht drei Tage hintereinanderweg angreifen, weil sie diese Gefahr im Auge haben müssen. Genau deshalb und unter Berücksichtigung dessen werden sie mit jedem Tag unruhiger, weil jene Waffen zum konventionellen Rüstungsarsenal der Iraner gehören. Zu den konventionellen Waffen gehören zum Beispiel auch hunderte von Raketenwerfern gegen Schiffe im Gebiet des Kaspischen Meeres. Seit dem Falklandkrieg ist bekannt, dass sich ein Schiff gegen ein, zwei oder drei Geschosse verteidigen kann; aber stellen sie sich mal vor, wie soll sich ein relativ großes Kriegsschiff gegen einen Geschossregen dieser Art verteidigen? Es sind schnelle Schiffe, von gut ausgebildeten Leuten gesteuert, denn die Iraner haben ihre Leute 30 Jahre lang ausgebildet und wirksame konventionelle Waffen entwickelt.

Ihnen selbst ist bekannt und Sie wissen, was im letzten Weltkrieg geschah, bevor die Atomwaffen auftauchten: es wurden 50 Millionen Menschen durch die zerstörerische Wirkung der konventionellen Waffen getötet.

Ein Krieg heutzutage gleicht nicht einem Krieg des 19. Jahrhunderts, wo es noch keine Atomwaffen gab, und trotzdem hatte der Krieg schon eine hohe Zerstörungskraft. Die Atomwaffen sind in der letzten Minute erschienen, weil Truman sie verwenden wollte und sie mit der Bombe auf Hiroshima testen wollte, wo die kritische Masse aus dem Uran erzeugt wurde, und die andere in Nagasaki aus Plutonium. Beide töteten sofort um die 100.000 Personen. Es ist nicht bekannt, wie viele Leute verletzt oder den Strahlen ausgesetzt wurden, die später starben oder lange Jahre unter den Nachwirkungen leiden mussten. Außerdem würde ein Atomkrieg heute einen nuklearen Winter verursachen.

Ich spreche über die Gefahren, die von einem Atomkrieg wegen der Sofortschäden ausgehen würden. Schon eine begrenzte Anzahl dieser Waffen von ein oder zwei der weniger bedeutenden Mächte, Indien und Pakistan, würde genügen; die Explosion würde reichen, um einen Nuklearen Winter zu verursachen, der zwischen acht und zehn Jahre andauern würde, und es wäre unmöglich, dass ein Mensch ihn überlebt. Innerhalb weniger Wochen wäre kein Sonnenlicht mehr zu sehen.

Die Menschheit ist knapp 200.000 Jahre alt. Bis jetzt lief alles normal, die Naturgesetze wurden eingehalten. Die Gesetze des Lebens entwickelten sich auf dem Planeten Erde seit mehr als 3 Milliarden Jahren. Der Mensch, der homo sapiens, das intelligente Wesen hat noch nicht existiert, so sagen es Studien aus, als bereits acht Zehntel von einer Million Jahren vergangen war. Bis vor 200 Jahren hat man das alles scheinbar nicht gewusst. Heute kennt man die Gesetze, die die Evolution der Spezies steuern. Wissenschaftler, Theologen, auch aufrichtige Gottesmänner, die anfangs hinter der Kampagne der großen kirchlichen Institutionen gegen Darwins Theorie standen, akzeptieren heute die Evolutionsgesetze als eine Realität, ohne dass dadurch die Ausübung aufrichtigen religiösen Glaubens beeinträchtigt worden wäre, in dem die Menschen oft eine Milderung ihrer tief empfundenen Sorgen finden.

Ich denke, dass niemand auf der Welt das Aussterben der Menschheit will. Deswegen bin ich der Meinung, dass nicht nur die Atomwaffen, sondern auch die konventionellen Waffen verschwinden müssen. Man muss allen Völkern ohne Unterschied Friedensgarantien anbieten, sowohl den iranischen als auch den israelischen, und alle Naturressourcen müssen verteilt werden, das müssen sie! Damit sage ich nicht, dass das wirklich geschehen wird, auch nicht, dass das einfach zu erreichen ist; aber es wird keine andere Alternative für die Menschheit geben, denn die Welt ist in ihrer räumlichen Ausdehnung als auch hinsichtlich bestimmter Ressourcen begrenzt, auch wenn man alle wissenschaftlichen Anstrengungen unternimmt, um erneuerbare Energiequellen zu schaffen. Auf der Welt leben etwa sieben Milliarden Menschen, deshalb wird eine Bevölkerungspolitik erforderlich sein, auch viele andere Dinge sind erforderlich, und wenn Sie alles zusammen nehmen und sich die Frage stellen, ob der Mensch fähig sein wird, das zu verstehen und alle diese Schwierigkeiten zu überwinden? Eigentlich kann nur Enthusiasmus einen Menschen dazu führen zu sagen, dass man dem begegnen und dieses Problem einfach lösen kann.

Michel Chossudovsky: Was Sie sagten, als Sie über Truman sprachen, ist äußerst wichtig. Truman hat gesagt, dass Hiroshima ein Militärstützpunkt wäre und dass es keine Zivilopfer gäbe.

Dieses Bild der Nebenwirkungen scheint eine Kontinuität in der Atomdoktrin von 1945 bis heute zu sein, d.h., also nicht auf realer Ebene, sondern auf der Ebene der Doktrin und Propaganda. 1945 sagte man: Wir werden die Menschheit retten, indem wir 100.000 töten, und die Tatsache verneinen, dass Hiroshima eine bevölkere Stadt war, indem wir behaupten, dass es ein Militärstützpunkt war. Aber heutzutage ist diese Verfälschung noch diffiziler, mehr verallgemeinert, und die Atomwaffe ist weiter entwickelt. So geschieht es, dass wir in dem Maβe, in dem wir über die Zukunft der Menschheit und die Gefahr eines Atomkrieges weltweit diskutieren, uns die Frage der Lüge, der Fiktion innerhalb des politischen und militärischen Diskurses zu einer Weltkatastrophe führen wird, ohne dass die Politiker ihre eigenen Lügen verstehen.

Dann haben Sie gesagt, dass die intelligenten Menschen seit 200.000 Jahre existieren, aber genau diese Intelligenz in den Einrichtungen, in der Presse, in den Nachrichtendiensten und in den Vereinten Nationen wird das Element sein, das uns zerstören wird; weil man an ihre Lügen glaubt, die zum Atomkrieg führen, ohne daran zu denken, dass das der letzte aller Kriege sein wird. Und wie Einstein so treffend sagte: „Ein Atomkrieg wird nicht zum Fortbestand der Menschheit führen, er ist eine Weltgefahr.” Das wollte er ausdrücken.

Comandante Fidel Castro Ruz: Diese Worte sind sehr gut, Herr Professor. Der Nebenschaden kann in diesem Fall die gesamte Menschheit sein. Der Krieg ist eine kriminelle Tat, und es wird absolut kein neues Gesetz benötigt, denn schon seit Nürnberg wurde der Krieg als ein Verbrechen angesehen, als das größte Verbrechen gegen die Menschheit und den Frieden, als das schrecklichste aller Verbrechen.

Michel Chossudovsky: Gut, sagen wir mal so, dass die Texte von Nürnberg es klar zum Ausdruck bringen: „Der Krieg ist eine verbrecherische Handlung; ist die äußerste kriegerische Handlung gegen den Frieden.“ Dieser Text von Nürnberg wurde viel zitiert. Die Alliierten wollten es nach dem zweiten Weltkrieg gegen die Besiegten nutzen und ich sage nicht, dass es nicht gültig ist; aber über die Verbrechen, die von ihnen begangen wurden, und sogar die Verbrechen, die sie gegen Deutschland und Japan begangen haben, davon wird nicht gesprochen.

Comandante Fidel Castro Ruz: Mit der Atomwaffe im Fall des Zweitgenannten.

Michel Chossudovsky: Kurz und gut, das ist ein für mich äußerst wichtiges Thema und wenn wir über eine Gegenallianz für den Frieden reden, ist die Kriminalisierung des Krieges meines Erachtens wesentlich. Das bedeutet die Abschaffung des Krieges; es ist eine verbrecherische Handlung, die zu beseitigen ist.

Comandante Fidel Castro Ruz: Gut, die wichtigsten Verbrecher, wer stellt sie vor Gericht?

Michel Chossudovsky: Das Problem ist, dass sie auch die Gerichtshöfe kontrollieren, so sind schließlich die Richter auch Verbrecher. Was können wir tun?

Comandante Fidel Castro Ruz: Ich sage, dass dies Teil der Ideenschlacht ist.

Nun, es geht darum zu verlangen, dass die Welt nicht zu einer Atomkatastrophe geführt wird, es geht darum, das Leben zu bewahren. Wir wissen es nicht, aber wir vermuten, dass, wenn der Mensch Bewusstsein erlangt, dass seine Existenz, die seines Volkes, seiner liebsten Freunde und Verwandten davon abhängt, würden selbst die militärischen Chefs der Vereinigten Staaten des Ergebnisses bewusst, auch wenn sie im Leben so erzogen wurden, um Befehle auszuführen, nicht in wenigen Fällen Genozidbefehle, wie taktische und strategische Atomwaffen anzuwenden, weil es das ist, was ihnen an den Akademien gelehrt wurde.

Da das alles ein Wahnsinn ist, ist kein Politiker davon frei, der Bevölkerung diese Wahrheiten zu übermitteln. Man muss an sie glauben, sonst gäbe es nichts mehr, worum es zu kämpfen lohnen würde.

Michel Chossudovsky: Ich denke, dass es so ist, wie Sie sagen, dass im gegenwärtigen Moment die große historische Debatte der Menschheit sich auf die Gefahr des Atomkrieges, der die Zukunft der Menschheit bedroht, konzentrieren muss, und dass jede andere Debatte, die wir über grundlegende Bedürfnisse oder über die Wirtschaft führen werden, fordert, dass wir den Krieg vermeiden und einen Weltfrieden errichten können, damit der Lebensstandard auf der Basis der grundlegenden Bedürfnisse weltweit mit Recht geplant werden kann. Aber wenn wir das Problem des Krieges nicht lösen, überlebt der Kapitalismus auch nicht, nicht wahr?

Comandante Fidel Castro Ruz: Nein, er kann nicht überleben, gemäß all den Analysen, die wir gemacht haben, kann er nicht überleben. Das kapitalistische System und die Marktwirtschaft, die ihm Leben einflößt, werden nicht von heute auf morgen verschwinden, aber der Imperialismus auf der Grundlage der Gewalt, der Atomwaffen und der konventionellen Waffen der modernen Technologie muss verschwinden, wenn wir wollen, dass die Menschheit überlebt.

Nun, in diesem Moment geschieht eine wirkliche Tatsache, die die riesige Desinformation belegt, unter welcher die Welt leidet: In Chile blieben 33 Bergmänner in 700 Meter Tiefe gefangen und die Welt freut sich wegen der Nachricht, dass 33 Bergmänner gerettet wurden. Nun gut, einfach dies, was wird die Welt machen, wenn ihr bewusst wird, dass 6. 877.596.300 Einwohner gerettet werden müssen? Wenn 33 einen solchen Jubel ausgelöst haben und all die Massenmedien in diesen Tagen nur darüber berichten, warum werden die fast 7 Milliarden Einwohner nicht gerettet, die in der furchtbaren Gefahr gefangen sind, einen schrecklichen Tod wie jenen von Hiroshima oder Nagasaki zu sterben?

Michel Chossudovsky: Schauen Sie, dies ist auch eindeutig die Frage der Berichte, die die Massenmedien über verschiedene Ereignisse machen und die Propaganda, die sich daraus ergibt.

Ich denke, dass das, was die Chilenen gemacht haben, eine riesige humanitäre Operation war. Aber es ist doch wahr, wenn es eine Bedrohung für die Menschheit gibt, wie jene, die sie erklären, dann müsste das auf der ersten Seite jeder Zeitung der Welt stehen, weil das Opfer die ganze menschliche Gesellschaft ist und sie könnte sogar das Opfer der Entscheidung eines Drei-Sterne-Generals sein, der die Folge nicht kennt. Aber hier sprechen wir über die Art und Weise, in welcher die Massenmedien, besonders im Westen, die ernsthafteste Frage, die potenziell die aktuelle Welt schädigt, und zwar die Gefahr eines Atomkrieges, verstecken. Und wir müssen es ernst nehmen, weil sowohl Hillary Clinton, als auch Obama gesagt haben, sie hätten die Idee, die Atomwaffe in einem so genannten vorbeugenden Krieg gegen den Iran anzuwenden.

Nun gut, wie antworten wir? Was sagen Sie zu Hillary Clinton und Barack Obama bezüglich der Erklärungen, die sie bezüglich der unilateralen Verwendung der Atomwaffe gegen den Iran gemacht haben, ein Land, das für niemanden eine Gefahr darstellt?

Comandante Fidel Castro Ruz: Ja, mir sind zwei Sachen bekannt: was diskutiert wurde, und in diesen Tagen enthüllt wurde, die heftigen Diskussionen innerhalb des Sicherheitsrates der Vereinigten Staaten. Deshalb gab ich dem von Woodward geschriebenen Buch solchen Wert, weil es enthüllte, wie alle diese Diskussionen verliefen. Es ist bekannt, welche die jeweilige Position von Biden, von Hillary, von Obama war, und eigentlich, in jenen Diskussionen, wer sich am unerschütterlichsten gegen die Ausweitung des Krieges zeigte, wer dazu fähig war, mit den Militärs zu diskutieren, war Obama, das ist eine reale Tatsache. Eigentlich schreibe ich gerade meine neueste Reflexion genau darüber. Der einzige, der dorthin kam und ihm einen Rat gab, war aufgrund seiner Angehörigkeit zur Republikanischen Partei sein Gegner gewesen, es war Colin Powell. Er erinnerte ihn daran, dass er der Präsident der Vereinigten Staaten ist. Es war ein ermutigender Rat.

Ich denke, dass diese Botschaft allen übermittelt werden muss, ich meine, worüber wir gesprochen haben. Ich denke, dass viele in Global Research die Artikel lesen, die sie veröffentlicht haben. Ich denke, es muss bekannt gegeben werden und in dem Maße wie wir diese Gespräche geführt haben und sie veröffentlichen wollen, freue ich mich jedes Mal sehr, wenn sie zu diesen Problemen argumentieren, Überlegungen anstellen und sie darlegen, denn meiner Meinung nach gibt es einfach einen Mangel an Information aus den Gründen, die Sie erklären.

Nun, wir müssen erfinden, welche die Art und Weise sein könnte, dies bekannt zu geben? Zur Zeit der zwölf Apostel, sie waren nur zwölf, haben sie sich der Aufgabe gewidmet, die Lehren, die ihnen ein Prediger übermittelt hat, zu verbreiten. Na ja, sie haben hunderte von Jahren vor sich gehabt. Wir haben sie, im Gegensatz zu ihnen, nicht, aber ich sah gerade die Liste der Persönlichkeiten, es sind mehr als 20 Persönlichkeiten, die bei Global Research mitgearbeitet haben. Sie sind angesehene Menschen, die dieselben Sachen erklären; aber sie verfügen über keine hunderte von Jahren, sondern, na ja, über sehr wenig Zeit.

Michel Chossudovsky: Die Bewegung gegen den Krieg in den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa ist sehr geteilt. Manche denken, dass die Drohung aus dem Iran kommt, andere sagen, dass es die Terroristen sind, und es gibt viel zu viel Desinformation innerhalb derselben Bewegung gegen den Krieg.

Außerdem, im Weltsozialforum der Atomkrieg ist kein Teil der Debatte zwischen den Leuten der Linken oder Progressivsten. Während des Kalten Krieges wurde doch über die Gefahr eines Atomkonflikts gesprochen und die Leute hatten dieses Bewusstsein.

Auf der letzten, in New York in den Vereinten Nationen stattgefundenen Zusammenkunft über die Nicht-Verbreitung der Massenvernichtungswaffen wurde der Nachdruck auf die nukleare Drohung seitens nicht staatlicher Einrichtungen und von Terroristen gelegt.

Der Präsident Obama sagte, dass die Drohung von Al Qaeda ausginge, dass sie die Atomwaffe hat, außerdem wenn Sie Obamas Reden lesen, wird dort angedeutet, dass der Terrorismus dazu fähig ist, kleine Atombomben, was sie die schmutzige Bombe nennen, herzustellen.

Nun gut, es ist eine Art und Weise, den Nachdruck auf völlig andere Dinge zu legen.

Comandante Fidel Castro Ruz: Es ist das, was ihm gesagt wird, was sie ihren eigenen Leuten sagen und glauben machen wollen.

Sehen Sie, was mache ich mit meinen Reflexionen? Ich verteile sie in der UNO, ich schicke sie all den Regierungen – natürlich, die Reflexionen, die kurz sind, um sie allen zu schicken - und ich weiß, es gibt viele Leute, die sie lesen. Das Problem besteht darin, ob Sie die Wahrheit sagen oder nicht. Selbstverständlich, wenn man all diese Information bezüglich eines konkreteren Problems sammelt, weil die Reflexionen auch viele Themen behandeln, denke ich, dass man sich mehr konzentrieren muss, dass man sich unsererseits mehr auf die Veröffentlichung der wesentlichen Sachen konzentrieren muss, man kann nicht alles umfassen.

Michel Chossudvsky: Ich würde Ihnen gern eine Frage stellen, denn es eine Grundfrage bezüglich der Kubanischen Revolution gibt. Ich bin der Meinung, dass jene Debatte um die Zukunft der Menschheit auch ein Teil des revolutionären Diskurses ist. Wenn die Gesellschaft als Ganzes von einem Atomkrieg bedroht wird, ist es gewissermaßen nötig, eine Revolution des Denkens und der Taten gegen dieses Ereignis zu haben.

Comandante Fidel Castro Ruz: Es muss gesagt werden, dass die Menschheit 800 Meter tief gefangen ist und sie muss herausgeholt werden, es muss eine Rettungsoperation durchgeführt werden. Dies ist die Botschaft, die wir einer Anzahl von Leuten übermitteln müssen. Wenn viele Leute so denken, werden viele Leute das machen, was Sie gerade machen und sie das unterstützen, was Sie gerade unterstützen. Es ist nicht mehr davon abhängig, wer es sagt, jemand muss es sagen.

Man muss herausfinden, wie die Massen mit dem größten Bewusstsein erreicht werden können. Die Lösung liegt nicht in den Zeitungen. Es gibt das Internet. Internet ist billiger. Internet ist zugänglicher. Ich habe mich Ihnen über Internet genähert, auf der Suche nach Nachrichten; nicht über die Presseagenturen, nicht über die Presseorgane, nicht von CNN, sondern auf der Suche von Nachrichten über ein Bulletin von im Internet veröffentlichen Artikeln, das ich jeden Tag bekomme. Mehr als 100 Seiten jeden Tag.

Gestern diskutierten sie darüber, dass vor einiger Zeit zwei Drittel der Öffentlichkeit in den Vereinigten Staaten gegen den Krieg im Iran war und heute mehr als 50 Prozent für die militärischen Handlungen gegen den Iran ist.

Michel Chossudovsky: Was eigentlich passierte, sogar in den letzten Monaten, ist, dass man sagte: „Ja, der Atomkrieg ist sehr gefährlich, es ist eine Drohung, aber die Drohung kommt aus dem Iran“, und es gab Plakate in New York, worauf stand: „Sagt nein zu dem nuklearen Iran“ und die Botschaft dieser Plakate war, den Iran als eine Drohung gegenüber der weltweiten Sicherheit darzustellen, auch wenn es eine solche Drohung überhaupt nicht gab, denn sie hatten keine Atomwaffe. Kurz und gut, wir sind bei dieser Sache, und anfangs dieser Woche hat The New York Times einen Text veröffentlicht, der sagte, dass die politischen Morde doch rechtmäßig seien.

Sodass es so ist, wenn wir eine Presse mit jener Auflage haben, die sie haben, die uns solche Sachen präsentiert, ist die Arbeit enorm. Wir haben keine Möglichkeit, diesen Prozess mit der Auflage der alternativen Medien umzukehren. Außerdem werden heutzutage viele von den alternativen Medien von der wirtschaftlichen Macht finanziert.

Comandante Fidel Castro Ruz: Und trotzdem müssen wir kämpfen.

Michel Chossudovsky: Ihre Botschaft, die ich gestern gegeben habe, ist Folgende: im Falle eines Atomkrieges wäre der zivile Nebenschaden die ganze Menschheit.

Comandante Fidel Castro Ruz: Es wäre die Menschheit, das Leben der Menschheit.

Michel Chossudovsky: Es ist wahr, dass Internet weiter als ein Instrument der Verbreitung funktionieren muss, um diesen Krieg zu verhindern.

Comandante Fidel Castro Ruz: Nun gut, dies ist der einzige Weg, es zu verhindern. Wenn wir die weltweite öffentliche Meinung schaffen, es ist wie das Beispiel, das ich erwähnt habe: es gibt knapp 7 Milliarden Menschen 800 Meter tief gefangen; wir müssen das in Chile Geschehene verwenden, um diese Sachen zu verbreiten.

Michel Chossudovsky: Der Vergleich, den Sie mit der Rettung der 33 Bergmänner ziehen, wenn sie sagen, dass es 33 Bergmänner unter der Erde gibt, die gerettet werden müssen, und dass darüber die Medien berichtet haben, und Sie sagen, dass wir fast 7 Milliarden Einwohner haben, die in 800 Meter Tiefe sind und nicht verstehen, was gerade passiert, aber wir müssen sie retten, weil die Menschheit als Ganzes von der Atomwaffe der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten bedroht ist, weil sie diejenigen sind, die sagen, dass sie dazu bereit sind, sie anzuwenden.

Comandante Fidel Castro Ruz: Und sie werden diese verwenden, wenn es keinen Widerstand gibt, wenn es keine Widerstandsbewegung dagegen gibt. Sie machen sich selbst etwas vor mit der militärischen Überlegenheit und der modernen Technologie, sie sind wie berauscht davon und wissen nicht, was sie tun.

Sie begreifen nicht die Folgen, sie glauben, dass das aufrecht erhalten werden kann. Das ist unmöglich.

Michel Chossudovsky: Oder sie glauben, dass das einfach wie irgendeine andere konventionelle Waffe ist.

Comandante Fidel Castro Ruz: Ja, sie machen sich etwas vor und glauben, dass man jene Waffe weiter anwenden kann. Sie verwechseln die Zeitepoche und erinnern sich nicht daran, was Einstein gesagt hat: er wisse nicht, mit welchen Waffen der Dritte Weltkrieg ausgetragen würde, aber der Vierte würde mit Knüppeln und Steinen sein. Ich würde dem noch hinzufügen: „…nur wird es diejenigen schon nicht mehr geben, die diese Knüppel und Steine handhaben könnten“. So sieht die Realität aus; das habe ich dort in jener kurzen Rede aufgeführt, die Sie mir zu verfassen empfohlen haben.

Michel Chossudovsky: Das Problem, das ich sehe, besteht darin, dass die Anwendung der Atomwaffe nicht notwendigerweise von einem Tag auf den anderen das Ende der Menschheit bringen wird, denn die radioaktiven Auswirkungen sind ein kumulativer Prozess, ein Prozess der Anhäufung.

Comandante Fidel Castro Ruz: Wie bitte? Wiederholen Sie das bitte!

Michel Chossudovsky: Die Atomwaffe hat mehrere Folgen: eine ist die Explosion und Zerstörung am Kriegsschauplatz, so wie das monströse Phänomen von Hiroshima; und die andere ist die sich ausbreitende Radioaktivität.

Comandante Fidel Castro Ruz: Ja, der nukleare Winter, wie es bezeichnet wird. Der angesehene US-amerikanische Professor Emeritus der Universität von Rutgers, New Jersey, Alan Robock bewies auf eine unwiderlegbarer Form, dass der Beginn eines Krieges zwischen zwei von den acht Atommächte, die über weniger Atomwaffen verfügen, würde einen „nuklearen Winter“ verursachen. Er hat diese Tatsache als Leiter einer Gruppe von Forscher entdeckt, die hoch entwickelte EDV-Modelle verwendet haben.

Die Explosion von hundert strategischen Atomwaffen aus den 25 tausend im Besitz der oben genannten Atommächte würde genügen, um Temperaturen unter dem Erfrierpunkt und eine acht Jahre lange Nacht auf der ganzen Welt zu verursachen. Es ist etwas so schrecklich – äußerte Professor Robock - dass sich die Personen in einen „Verneinungszustand“ befinden, „sie möchten daran nicht denken, es ist einfacher sich vorzustellen, dass es nicht besteht.“ Er hat es mir persönlich anlässlich eines internationalen Treffens erzählt, wo ich die Ehre hatte, mit ihm ein Gespräch zu halten.

Nun gut, aber ich gehe von folgender These aus: Wenn ein Krieg im Iran ausgelöst wird, dann verwandelt sich dieser unweigerlich in einen globalen Atomkrieg. Deshalb haben wir gestern gesagt, dass es nicht korrekt war, diese Übereinkunft im Sicherheitsrat zustande kommen zu lassen, denn das hat alles das erleichtert, merkst du das?

Ein Krieg dieser Art im Iran kann heutzutage kein lokaler sein, denn die Iraner würden sich der Gewalt nicht beugen. Wenn er seinen konventionellen Charakter beibehalten würde, wäre es ein Krieg, den die Vereinigten Staaten und Europa nicht gewinnen können, und ich behaupte, dass er sehr schnell zu einem Atomkrieg werden würde. Wenn die Vereinigten Staaten den Fehler begehen würden, taktische Atomwaffen anzuwenden, dann würde es auf der Welt eine große Erschütterung geben und sie würden die Ereignisse nicht mehr kontrollieren können, das würde ihren Händen entgleiten.

Wenn Obama mit dem Pentagon schon hart diskutieren musste, was in Afghanistan zu tun ist, dann stellen Sie sich mal die Situation von Obama vor, wenn US-amerikanische und israelische Soldaten gegen Millionen iranische Kämpfer kämpfen würden. Die Saudi-Araber werden nicht im Iran kämpfen, auch nicht die Pakistaner oder andere arabische bzw. muslimische Soldaten. Was geschehen könnte, ist, dass die Yankees ernsthafte Konflikte mit den pakistanischen Stämmen haben könnten, die sie mit ihren unbemannten Flugzeugen angreifen und töten, und das wissen sie. Wenn sie einen Schlag gegen diese Stämme vornehmen, dann greifen sie zuerst an und teilen es dann der Regierung mit, sie sagen vorher nichts; das gehört zu den Dingen, die die Pakistaner am meisten irritieren. Es gibt dort eine starke Feindlichkeit gegen die Vereinigten Staaten.

Es ist ein Irrtum zu denken, dass die Iraner kapitulieren würden, wenn sie gegen diese die taktischen Atomwaffen anwenden würden; und die Welt würde erschüttert sein, wenn es vielleicht schon zu spät wäre.

Michel Chossudovsky: Sie können einen konventionellen Krieg nicht gewinnen.

Comandante Fidel Castro Ruz: Sie können ihn nicht gewinnen.

Michel Chossudovsky: Und das sehen wir im Irak; und in Afghanistan - sie können ein Land zerstören, aber sie können nicht gewinnen vom militärischen Gesichtspunkt aus.

Comandante Fidel Castro Ruz: Aber um es zu zerstören, um welchen Preis, um welchen Preis vor den Augen der Welt, mit welchen finanziellen und wirtschaftlichen Kosten aller Art, und auf die Katastrophe zuschreitend. Die von Ihnen aufgezeigten Probleme verschärfen sich, selbst das US-amerikanische Volk würde reagieren; denn wenn das US-amerikanische Volk auch oft erst spät reagiert, am Ende reagiert es schließlich. Das US-amerikanische Volk reagiert auf die Verluste, auf die Toten.

Viele Leute haben während des Krieges in Vietnam die Nixon-Regierung unterstützt, er hat sogar Kissinger empfohlen, in jenem Land die Atombombe anzuwenden, und jener hat ihm davon abgeraten, diesen kriminellen Schritt zu tun. Die Vereinigten Staaten sahen sich aufgrund des US-amerikanischen Volkes selbst gezwungen, den Krieg zu beenden, sie mussten verhandeln und den Südteil übergeben. Iran müsste auf das Erdöl des Gebiets verzichten. In Vietnam, was haben sie dort übergeben? Ausgaben. Letzten Endes sind sie jetzt erneut in Vietnam, kaufen dort Erdöl und treiben Handel. Im Iran würden viele Menschenleben verloren gehen, und vielleicht würden die Erdölanlagen in einem Großteil des Gebiets zerstört werden.

In einer Situation wie der jetzigen ist es sehr gut möglich, dass sie unsere Botschaft nicht verstehen werden. Wenn der Krieg ausbricht, dann gewinnen meiner Meinung nach weder sie noch die Welt etwas. Wenn es ein nur konventioneller wäre, was kaum wahrscheinlich ist, dann würden sie ihn unwiederbringlich verlieren, und wenn er sich in einen globalen Atomkrieg verwandelt, dann würde die Menschheit ihn verlieren.

Michel Chossudovsky: Iran hat recht mächtige konventionelle Kräfte.

Comandante Fidel Castro Ruz: Millionen.

Michel Chossudovsky: Landstreitkräfte, aber ebenfalls Raketen, und das Land verfügt auch über Möglichkeiten zu seiner Verteidigung.

Comandante Fidel Castro Ruz: Solange es noch einen einzigen Mann mit einem Gewehr gibt, ist das ein Feind, den sie besiegen müssen.

Michel Chossudovsky: Und dort gibt es mehrere Millionen mit Gewehren.

Comandante Fidel Castro Ruz: Millionen, und sie werden viele US-amerikanische Menschenleben opfern müssen. Leider wäre es erst zu jenem Zeitpunkt, dass die US-Amerikaner reagieren würden. Wenn sie jetzt nicht reagieren, dann würden sie später reagieren, wenn es schon zu spät sein würde. Das muss geschrieben werden, dass muss innerhalb unserer Möglichkeiten veröffentlicht und verbreitet werden. Erinnern Sie sich an Folgendes: die Christen wurden verfolgt, man brachte sie in die Katakomben, man ermordete sie, warf sie den Löwen vor, sie haben Jahrhunderte lang durchgehalten und sind nicht von ihrem Glauben abtrünnig geworden, und dann hat man dasselbe mit den Muslims gemacht, ohne dass jene sich jemals unterworfen haben.

Es findet ein realer Krieg gegen die muslimische Welt statt. Warum werden jene Lehren der Geschichte vergessen? Ich habe viele jener Artikel gelesen, die Sie über die Gefahren jenes Krieges geschrieben haben.

Michel Chossudovsky: Kehren wir zur Frage Iran zurück. Ich bin der Meinung, dass es sehr wichtig ist, dass die Weltöffentlichkeit den Kriegsschauplatz begreift. Sie haben klar dargelegt, dass sie den Krieg verlieren, den konventionellen, sie verlieren ihn schon im Irak und in Afghanistan, und der Iran hat viel stärkere konventionelle Streitkräfte als die NATO.

Comandante Fidel Castro Ruz: Viel erfahrener und motivierter. Sie befinden sich jetzt in einem Konflikt mit denen von Afghanistan und des Irak und mit jenen, die sie nicht erwähnen: den Pakistanern derselben Ethnie, wie diejenigen des Widerstands in Afghanistan. Und bei ihren Diskussionen im Weißen Haus geben sie jenen Krieg schon für verloren, wie uns das Buch „Obama´s wars“, von Bob Woodward, berichtet, was sie behaupten. Stellen Sie sich vor, dass sie hierzu noch jenen Krieg zur Zerstörung dessen hinzufügen, was nach den Erstschlägen im Iran übrig bleibt.

So würden sie sich schließlich entweder in einer Situation eines konventionellen Krieges wieder finden, den sie nicht gewinnen können, oder wären zu einem globalen Atomkrieg gezwungen, ich gebrauche dies schon so, unter den Bedingungen, dass ein sehr großer Weltkrieg ausbrechen wird. Ich weiß nicht, wer jene Art Krieg rechtfertigen können wird, den sie führen werden müssen; sie haben schon 450 Ziele im Iran zum Zerstören markiert, von denen einige ihrer Auffassung nach mit taktischen Atomsprengköpfen angegriffen werden müssten, und zwar wegen ihrer Lage in bergigen Gebieten und wegen der Tiefe, wo sie sich befinden. Hierbei würden sehr viele Leute des russischen Personals und von anderen Nationen ums Leben kommen, die mit ihnen zusammenarbeiten.

Wie würde die Reaktion der Weltöffentlichkeit angesichts jenes Schlags aussehen, den die Medien jetzt unverantwortlicherweise mit Unterstützung vieler US-Amerikaner gefördert haben?

Michel Chossudovsky: Eine Sache: Iran, Irak, Afghanistan, sie sind alle in gewisser Weise Nachbarländer. Iran hat eine Grenze zu Afghanistan, hat eine Grenze zum Irak, und die Vereinigten Staaten und die NATO verfügen über militärische Einrichtungen in jenen Ländern, die sie besetzen. Was wird geschehen? Die Truppen vom Iran werden sofort die Grenzen überschreiten, nehme ich an.

Comandante Fidel Castro Ruz: Nun gut, ich weiß nicht, welche Taktik sie anwenden werden, aber wenn man sich an ihre Stelle versetzt, dann wäre eine Truppenkonzentration nicht das Ratsamste, denn so wären diese in höherem Grade Opfer eines Angriffs mit taktischen Atomwaffen. Das heißt, dass es so, wie die Bedrohung angezeigt ist, besser wäre, dass sie eine ähnliche Taktik wie die von uns im Süden von Angola genutzte anwenden, als wir vermuteten, dass Südafrika über Atomwaffen verfügte. Wir haben taktische Gruppen von je 1.000 Mann mit Feuerkraft der Landstreit- und Flugabwehrkräfte geschaffen. Die Atomwaffen hatten so nie eine große Anzahl Soldaten in ihrer Reichweite. Die Luftabwehrraketen und andere ähnliche Waffen unterstützten unsere Streitkräfte. Die Waffen und das Terrain verändern sich und die Taktiken müssen sich ständig ändern.

Michel Chossudovsky: Zerstreut.

Comandante Fidel Castro Ruz: Zerstreut, aber es sind nicht einzelne Soldaten, es waren circa 1.000 Mann mit den geeigneten Waffen, dass Terrain war sandig, wo sie auch hinkamen, mussten sie graben und sich in unterirdischen Unterständen schützen, wobei sie immer die größten Abstände zwischen den Einheiten eingehalten haben. Niemals wurde dem Feind die Möglichkeit gegeben, den 60.000 kubanischen und angolanischen Soldaten im Süden von Angola einen entscheidenden Schlag zu versetzen.

Das, was wir in jenem Bruderland getan haben, ist etwas, was mit traditionellen Kriterien eine Armee von einigen Hunderttausenden erreicht hätte. Nun gut, wir waren nicht nur 100 tausend, im Süden von Angola gab es 60.000 Mann, Kubaner und Angolaner. Aufgrund von technisch-fachlichen Voraussetzungen waren die taktischen Gruppen vor allem aus Kubanern zusammengesetzt, denn sie fuhren die Panzer, handhabten die Raketen, die Flugabwehr, die Nachrichtentechnik, aber die Infanterie war aus kubanischen und angolanischen Soldaten zusammengesetzt, mit einem großen Kampfgeist, die keinen Augenblick gezögert haben, sich eine Schlacht mit der Armee der Weißen des Apartheid zu liefern, die von den Vereinigten Staaten und Israel unterstützt wurde. Wer handhabte die zahlreichen Atomwaffen, die sie zu jenem Zeitpunkt besaßen.

Im Fall von Iran sind Nachrichten zu vernehmen, dass sie den Boden aufscharren, und wenn sie befragt werden, dann geben sie zur Antwort, dass sie Friedhöfe anlegen, um die Invasoren zu beerdigen. Ich weiß nicht, ob es ironisch ist, aber ich glaube, dass sie eigentlich sehr tief aufscharren müssen, um ihre Streitkräfte gegen den Angriff, mit dem sie bedroht werden, zu schützen.

Michel Chossudovsky: Der Iran hat die Möglichkeit, eine Truppenstärke von mehreren Millionen zu mobilisieren.

Comandante Fidel Castro Ruz: Entscheidend sind nicht nur die Truppen, sondern auch die Befehlsstellen. Meiner Meinung nach ist die Dekonzentration sehr wichtig. Die Angreifer werden versuchen, die Übermittlung von Befehlen zu verhindern. Jede Kampfeinheit muss im Voraus wissen, was sie unter den jeweiligen Umständen zu tun hat. Der Angreifer wird mit Hilfe seiner funkelektronischen Waffen versuchen, der Befehlskette Schläge zu versetzen und sie zu zerschlagen. Alle diese Faktoren müssen berücksichtigt werden. Dem Menschen ist niemals eine solche Erfahrung zuteil geworden.

Egal unter welchen Umständen, aber das von Afghanistan ist eine Kleinigkeit und das vom Irak ebenfalls, im Vergleich zu dem, auf was sie im Iran stoßen werden: die Bewaffnung, die Ausbildung, die Mentalität, die Art Soldaten. Wenn die iranischen Kämpfer vor 31 Jahren die Minenfelder geräumt haben, indem sie über sie vorrückten, dann würden sie sicherlich die gefürchtetsten Gegner sein, mit denen die Vereinigten Staaten sich je auseinandersetzen mussten.


Michel Chossudovsky is a frequent contributor to Global Research. Global Research Articles by Michel Chossudovsky
Global Research Articles by Fidel Castro Ruz

Quelle